858  Erste  Hilfe  bei  Unglücksfällen.

mäßigem  Geschlechtstrieb  gehören  in  eine  Anstalt.  Niemals  versäume  man
jedoch,  Kinder  einem  tüchtigen  Chirurgen  vorzustellen,  weil  sich  manche  Mißbildung
  auf  operativem  Wege  beseitigen  läßt  und  es  dadurch  manchmal
gelingen  kann,  einen  normalen  Menschen  zu  schaffen.

Zyankali.  Die  Verbindung  des  Kalis  mit  der  Blausäure  gibt  das
mit  Recht  gefürchtete  Zyankalium,  das  unter  „Blausäure“  besprochen  ist.

Tyanose.  Dies  ist  das  häufig  gebrauchte  Wort  für  „Blausucht",
durch  Überfüllung  des  Blutes  mit  Kohlensäure  entstanden,  bei  Blutstauung,
Erstickung  usw.  (Siehe  unter  „Bleichsucht“  und  „Blausucht“.)

Spylte  ist  eine  wasserhaltige  Geschwulst,  eine  „Blase“  und  bildet  sich
bei  Frauen  häufig  an  den  Beckenorganen.  Das  dafür  bevorzugte  Organ
sind  die  Eierstöcke.

Erste  hilfe  bei  Anglücksfällen.

Die  Vergiftungen  haben  wir  Seite  833  besprochen,  die  Wundbehandlung
Seite  849,  Verbände  sind  Seite  831  erklärt,  die  einzelnen  Abbildungen  aber
Seite  516,  517,  830,  831  angegeben.  Die  Behandlung  der  Verbrennungen
ist  auf  Seite  832  zu  finden,  über  Verrenkungen  Seite  840  nachzulesen.

Es  bleibt  uns  daher  noch  übrig  das  Ertrinken,  Ersticken,  Erfrieren,
Abstürzen  usw.  zu  besprechen,  und  die  Mittel,  welche  zur  Rettungsarbeit  notwendig
  sind,  anzugeben.  Das  vortreffliche  Schriftchen  von  Prof.  Dr.  v.  Esmarch
„Die  erste  Hilfe  bei  plötzlichen  Unglücksfällen“  gibt  uns  dabei  die  richtigen,
praktischen  Hinweise.  Diese  „erste  Hilfe“  bei  Unglücksfällen  ist  von  allergrößter
Wichtigkeit,  weil  ein  Arzt  gewöhnlich  nicht  gleich  zur  Stelle  ist  und  dadurch
oft  die  kostbarste  Zeit  verloren  geht.  Es  bleibt  des  Chirurgen  v.  Esmarch
unbestrittenes  Verdienst,  den  Sinn  für  diese  erste  Hilfe,  den  er  Samariterdienst
  benannte,  geweckt  und  damit  ungemessenen  Segen  gestiftet  zu  haben.
Unser  Buch,  das  die  Selbsthilfe,  die  Vorbeugung  lehrt,  befähigt  daher  durch
die  nachfolgenden  Angaben  und  Abbildungen  in  höherem  Maße  jeden  Leser,
auch  anderen  Menschen  in  wirksamster  Weise  beizuspringen  und  Ausgleiche
auch  in  hoffnungslos  erscheinenden  Fällen  zu  schaffen.

Hat  man  einen  Verunglückten  vor  sich,  so  muß  man  sich  klar  machen,
was  man  zuerst  zu  tun  hat.  Die  Untersuchung  des  Daliegenden  ist  die  erste
Aufgabe,  damit  festgestellt  werden  kann,  ob  es  sich  um  Knochenbrüche,  offene
Wunden,  Ohnmacht  oder  Tod  handelt.  Man  betrachtet  zuerst  die  Gesichtsfarbe,
  ob  blaß,  bläulich  oder  stark  gerötet,  man  horcht  nach  dem  Atem  und