860  Erste  Hilfe  bei  Unglücksfällen.

Die  hänfigsten  Erstickungen  kommen  durch  das  Einatmen  giftiger  Gase
zustande  (siehe  „Vergiftungen“),  und  zwar  durch  Leuchtgas  und  Kohlendunst.
Was  haben  wir  zu  tun,  wenn  wir  Bewußtlose  oder  Betäubte
in  einem  Raume  finden,  der  mit  solchen  giftigen  Gasen  angefüllt
  ist?  Man  darf  bei  der  Rettungsarbeit  nie  vergessen,  daß  man
sich  selbst  der  Einwirkung  solcher  Gase  nicht  lange  aussetzen  darf,  wenn  man
sich  nicht  schädigen  und  unsere  Hilfe  nicht  illusorisch  machen  will.  Also  darum
wohl  überlegt  die
Räumlichkeiten  prüfen
und  vorsichtig  handeln.
  Das  erste,
was  man  zu  tun  hat,
ist  frische  Luft  zuzuführen.
  Man  reiße
Türen  und  Fenster
auf,  ohne  selbst  dabei
zu  atmen.  Ist  dies
nicht  leicht  möglich,
dann  versuche  man  die
Fensterscheiben  von
außen  mit  Stangen
einzustoßen  oder  hänge
die  Türen  aus.  Auch
Gegenzug  muß  man
einleiten,  indem  man

gegenüberliegende
Ränmlichkeiten  öffnet
und  in  Verbindung
mit  der  Außenwelt
bringt.  Dann  ziehen
Gase  rasch  ab.  Um
Fig.  477.  Transport  einer  verunglückten,  leichten  Person  schadlos  die  Verundurch
  zwei  Personen.  glückten  möglichstrasch
ins  Freie  zu  bringen
empfiehlt  es  sich,  ein  in  Essigwasser  getauchtes  Tuch  vor  Mund  und  Nase  zu
binden  und  mit  kräftigen  Helfern  einzudringen,  wobei  man  möglichst  wenig
atmet,  vor  dem  Eintritt  in  den  stark  riechenden  Raum  aber  tief  Luft  einzieht,

um  damit  ein  Weilchen  auszureichen.

Da  auch  in  solchen  Fällen  eine  gewisse  Gewöhnung  eintritt,  ist  es  bei
starkwirkenden  Gasen  ratsam,  die  Rettungsarbeiten  mit  Unterbrechungen  auszuführen,
  indem  man  wiederholt  hinausläuft,  um  frische  Luft  zu  schöpfen.
Man  wird  dann  immer  länger  ausharren  können.  Wie  faßt  man  den