Erste  Hilfe  bei  Unglücksfällen.  865

Ist  er  aber  blaurot,  dann  hat  er  gekämpft,  Erstickungsnot  erlitten,  und  es
ist  ihm  Wasser  in  die  Lungen  eingetreten.  Tritt  bei  solchem  Zustand
nicht  alsbald  kräftige  Hilfe  ein,  so  ist  sein  Leben  verwirkt.  Das  Herausbefördern
  des  Wassers,  energische  Einleitung  der  Atmung,  Frottierungen  usw.
müssen  trotzdem  stundenlang  unermüdlich,  abwechselud  von  mehreren  Personen
ausgeführt  werden,  da  die  Erfahrung  gelehrt  hat,  daß  in  oft  ganz  aussichtslos
scheinenden  Fällen  doch  noch  Rettung  möglich  war.  Was  ist  aber  für  einen
Ertrinkenden
zu  tun,  der  um
Hilfe  ruft  und  bereits
  unterzugehen
droht?  Diese  ist
je  nach  den  Umständen
  verschieden.
  In  einem
seichten  Wasser
kann  jeder  Rettung
bringen,  weil  ersich
bis  zu  dem  Hilferufenden
  durchwaten
  kann.

Schwierig  und  auch
gefährlich  für  den
Retter  wird  es  erst
in  tiefem  Wasser.
Ist  man  nahe  ge—
nug  gekommen,  um
ihm  durch  ein  zugeworfenes
  Seil,
eine  Stange,  ein
Boot  Stützpunkte  Herausschaffen  geschluckter  Wassermassen  bei  einer  Ertrunkenen.
zu  schaffen,  dann

erhalte  man  seinen  Mut  durch  ermunternde  Zurufe  und  nützliche  Ermahnungen
wie:  Nicht  fürchten!  Rettung  ist  da!  Kopf  nach  hinten!  Festhalten!
Rückenlage!  usw.  In  der  Angst  vergessen  oft  auch  Schwimmer,  schädliche
Bewegungen  zu  vermeiden.  Vor  allem  sei  man  bemüht,  beim  Schwimmen
und  in  Gefahr,  wenn  man  das  Versiegen  der  Kräfte  fühlt,  Rückenlage
einzunehmen.  Kleine  Bewegungen  mit  Arm  und  Beinen  genügen  dann,
um  einem  Ziele  näher  zu  kommen  und  sich  über  Wasser  zu  halten.
Handelt  es  sich  aber  um  Nichtschwimmer  oder  Ohnmächtige,  dann  kann  nur
ein  kräftiger  und  sehr  geübter  Schwimmer  Reltung  bringen,  der  den  Verunglückten
  umfaßt  und  wie  Fig.  182  ans  User  zieht.  Sinnlos  Umsich-Die

  Frau  als  Hausärztin.  55

———  ¶
K  *