Alant  —  Anauas.  8

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Alant  (Inula)  kommt  in  52  Arten  vor.  Man  verwendet  zu  Heil—
zwecken  die  Wurzeln,  die  einen  starken,  gewürzhaften  Geschmack  haben,  und
flüchtiges  Ol,  Gummi,  Weichharz,  Salze  usw.  enthalten.  Daher  haben  sie
eine  auflösende  Wirkung  auf  Schleimhäute  und  werden  bei  Lungenkatarrhen
mit  starkem  Auswurf,  schleimigen  Diarrhöen  angewendet.  Man  kocht  die
Wurzeln  und  trinkt  mehrmals  täglich.

Aloe  (Familie  Kronlinien)),  siehe  Tafel  34,  stammt  aus  Afrika.  Der
bittere  Saft  der  Blätter  wird  in  der  Heilkunde  sehr  geschätzt.  Man  dickt
ihn  durch  Kochen  ein,  verwendet  ihn  tropfenweise,  als  Pillen,  Tinkturen  usw.
Er  kann  aber  bei  lebhaften  Naturen  sehr  üble  Wirkungen  haben  und  tangt
daher  nicht  zum  Hausgebrauch.  Die  Wirkung  der  Aloe  geht  auf  das  ganze
Gefäßsystem,  daher  wird  sie  mit  Erfolg  bei  stockender  Menstruation,  bei
mangelhafter  Gallenabsonderung,  bei  Hämorrhoidalleiden,  bei  träger  Darmtätigkeit
  benützt.  Gepulvert  soll  sie  auch  auf  Wunden  wohltätig  sein.  Bevor
man  vorübergehend  zu  Aloe  greift,  soll  man  immer  zuerst  die  Ursache  der
gesundheitlichen  Störungen  bekämpfen.  Verschiedene  bekannte  „Lebensessenzen“,
so  auch  die  des  schwedischen  Arztes  Zernest,  enthalten  Aloe.

Hlraun  (Gattung  Nachtschattengewächse,  ist  der  Tollkirsche  ähnlich,
daher  gefährlich.)  Die  Pflanze  stinkt  und  ihre  schlaffmachende  Wirkung  war
schon  den  Alten  bekannt.  Der  Wurzelsaft  wirkt  betäubend.  Ohne  ärztliche
Verordnungen  ist  diese  Pflanze  aber  nicht  zu  verwenden.

Althãa  (Eibisch),  siehe  Tafel  32,  gedeiht  in  Europa,  zur  Verwendung
  kommen  hauptsächlich  die  Wurzeln.  Als  Tee  oder  Darmeingießung
wird  Eibisch  gegen  Husten,  Durchfall,  Kolik,  Harnzwang,  schmerzhaftes
Urinieren,  Harnsteine,  Stechen  in  der  Brust  angewendet.

Ampfer  (Rumes)  wächst  überall  auf  Wiesen  und  Triften.  Der
Samen  vertreibt  die  Spulwürmer,  der  Saft,  eingespritzt,  soll  bei  Ohrengeschwülsten
  wohltätig  sein,  die  Blätter  werden  gegen  Skorbut  als
Gemüse  verwendet,  die  zerstoßene  Wurzel  wird  bei  Krätze  und  Hautansschlägen
  gebraucht.  Die  Pflanze  enthält  neben  anderen  Bestandteilen
namentlich  viel  Sauerkleesalz.  Das  gesottene  Kraut,  als  Pflaster  aufgelegt,
soll  auch  bei  Kröpfen  wirksam  sein.

Hnanas,  gedeiht  am  besten  in  heißen  Ländern.  Die  Frucht  ist
äußerst  wohlschmeckend  und  wohlriechend.  Ihr  Saft  enthält:  Zucker,  Gummi,
Apfelsäure,  Zitronensäure,  Weinsteinsäure  und  ätherisches  Ol.  Die  nnreife
Frucht  wirkt  harntreibend  und  soll  unter  Umständen  Abortus  befördern.
Bei  den  nervösen  Erbrechen  Schwangerer  hat  die  süße  Frucht  oft  lindernd
gewirkt  und  wird  daher  gegen  übelkeit  empfohlen.  Auch  erfrischend  ist  sie
für  Schwerkranke  und  Appetitlose.