878  Angelika  —  Bärentraube.

Angelika  („Engelwurz“).  Man  gebraucht  die  Wurzel,  die  Stengel,  die
Blätter.  Die  Wurzel  gilt  als  schleimauflösendes,  magenstärkendes,  schweiß-  und
bluttreibendes  Mittel.  Die  jungen  Stengel  werden  auf  Spargelart  genossen.
Auch  zur  Verhütung  der  Ansteckung  bei  giftigen  Krankheiten  wird  es  empfohlen.

Hnis  (Pimpinella  anisum).  Siehe  Tafel  33.  Der  Samen  ist  in
deutschen  Ländern  recht  bekannt.  Man  bereitet  einen  Aufguß  bei  Blähungsbeschwerden,
  auch  kleiner  Kinder,  und  gibt  bei  Auftreibung  des  Magens
2—6  Tropfen  Anisöl  auf  Zucker.  Zu  einem  kräftigen  Anistee  gibt  man
8  Gramm  Samen  auf  einige  Tassen.  Er  wirkt  anregend  und  wird  auch
von  alten  Leuten  gut  vertragen.

Hrekapalme  stammt  aus  Asien.  Im  Orient  ist  das  Kauen  der
Früchte  so  sehr  Gewohnheit,  wie  bei  uns  das  Tabakrauchen.  Es  soll  aber
die  Zähne  angreifen.  Einen  stark  zusammenziehenden  Saft  gewinnt  man
durch  Kochen  der  Früchte.  Bei  Blut=  und  Schleimflüssen,  Diarrhöen,  Skorbut
und  Schlaffheit  wendet  man  den  Extrakt  an.

Hrnikapflanze  (Wohlverleih),  siehe  Tafel  34,  wächst  in  unseren
Gebiegen.  Sie  ist  krästig  wirksam,  erregend  und  reizend.  Der  Aufguß
wird  bei  schmerzenden  und  entzündlichen  Wunden  als  Aufschlag  gerne  gegeben,
auch  bei  Quetschungen  und  Blutgeschwülsten.  Man  benützt  Tinktur,  Salben,
Pflaster  usw.  Bei  Wundfieber  gibt  man  Arnikawasser  einhalbstündlich  einen
Teelöffel.  Die  Arnika  besitzt  einen  vorzüglichen  Ruf  als  Heilpflanze.

Hland  (Ferula  assa  foetida)  stammt  aus  Persien,  wo  ihr  Saft  viel
verwendet  wird.  Bei  Nervenverstimmung,  Hypochondrie,  Hysterie,  Schlafsucht,
  Nervenschmerzen,  Knochenauftreibungen,  skrofnlösen  Geschwülsten  wird
Asant  in  Pillen  oder  Tinktur  und  Pflaster  sehr  gerühmt.

AHttichwurzel,  Flieder  (SLambucus),  „Holunder“.  Der  Holundertee
wird  gerne  bei  Erkältungsleiden  angewendet,  bei  Ohren-,  Zahn=  und  Kopfschmerzen,
  und  aus  den  weißen  Blüten  bereitet.  Die  aus  den  Beeren
bereiteten  Latwerge  wirken  schweißtreibend.  Die  Attichwurzeln  gesotten  und
getrunken  sollen  bei  Wassersucht  vorzüglich  wirken.

Hugentrost  (Eupbrasia),  siehe  Tafel  34,  wächst  unter  dem  Getreide
auf  Wiesen  und  Wegen.  Man  zieht  ein  Wasser  davon  ab,  in  welchem  man
schwache  Augen  badet.  Es  ist  ein  bekanntes  „Augenwasser“.

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Bärentraube  (Arctostaphylos),  wächst  bei  uns  an  unfruchtbaren
Orten.  Die  Blätter  und  grünen  Triebe  enthalten  so  viel  Gerbstoff,  daß
man  sie  in  Rußland  bei  der  Lederbereitung  verwendet.  Sie  wirkt  daher
besonders  auf  die  Harnwerkzenge  ein  und  wird  gegen  Bettnässen,  schwächende
Pollutionen  (Samenentleerungen),  Blasenvereiterung,  auch  Steinbeschwerden
empfohlen.  Für  Erwachsene  kocht  man  8  bis  16  Gramm  Blätter  auf
½⅛  Liter  Wasser  bis  zur  Hälfte  ein.