880  Betonie  —  Brombeere.

Betonie  (Betonica).  Blätter  und  Wurzel  kommen  zur  Verwendung.
Sie  wirken  zerteilend  und  schleimauflösend  und  werden  gegen  Asthma,
Epilepsie,  Gelbsucht,  auch  gegen  Gliederlähmung  angewendet.  Die  getrocknete
Wurzel  kann  als  Brechmittel  dienen.

Bibernell  (Pimpinella).  Man  wendet  sie  gegen  Brustleiden,  Heiserkeit
  und  Lähmung  der  Zunge  an.  Aus  der  getrockneten  Wurzel  bereitet
man  ein  wirksames  Gurgelwasser.  Gegen  Gicht  und  Blasensteine  wird  sie
auch  empfohlen.  Die  Pflanze  wächst  in  ganz  Europa.

Birke  (Betulla).  Man  bohrt  im  März  die  Stämme  an  und  sammelt
den  Saft,  der  harntreibend  wirkt  und  von  altersher  bekannt  ist.  Gegen
Würmer,  Gicht,  Hautausschläge,  Harngries,  auch  als  Bestandteil  eines  Haarwassers
  wird  er  gerühmt.

Bitterklee  (Menyanthes  trifoliata).  Der  aus  den  Blättern  hergestellte
  Tee  wirkt  appetitanregend  und  verbessert  die  Magenverdauung,  kann
also  dem  Wermut  angereiht  werden.

Bitterlschopf  (Alos  socotrina  Lam.)  ist  ein  Mittel,  um  stockende
Menstruation  in  Gang  zu  bringen.  Auch  als  Augenwasser  (Pulver  im
heißen  Wasser)  und  bei  alten  Wunden  und  Geschwüren  findet  es  Anwendung.
Häusig  innerlich  gebraucht,  kann  Bitterschopf  auch  gesundheitsschädlich  werden.

Bockhsbornklee  (Trigonella,  Foenum  graecum).  Der  puloerisierte
Samen  wird  mit  kochendem  Wasser  zu  Brei  verrührt,  auf  Lappen  aufgestrichen
  und  auf  harte  Geschwüre  gelegt,  wo  er  erweichend  und  eiterziehend
wirkt.  Bei  Mastdarmkrebs  wird  er  als  reinigendes  Klystier  empfohlen,
auch  als  Aufschlag  bei  Blinddarmentzündung.  Bockshornklee  ist  scharf,  man
muß  bei  offenen  Wunden  vorsichtig  sein.

Boretsch  (Borrago)  ist  ein  bekanntes  Küchengewächs,  es  soll  als
Umschlag  verwendet,  mit  Melissen  gemischt  auch  Herzklopfen  berunhigen.
De  Lorme  bereitete  mit  anderen  Kräutern  vermischt  einen  sogenannten
„Wundertrank“  daraus,  der  in  Frankreich  viel  getrunken  wurde.

Brechnußbaum  (Strychnos)  wird  gegen  den  Biß  giftiger  Tiere  und
wutkranker  Hunde  angewendet.  Der  Samen,  auch  Krähenaugen  oder  Brechnüsse
genannt,  enthält  ein  starkes  Gift,  daher  vor  sonstigem  Gebrauch  gewarnt  wird.

Brennessel  (Urtica  dioica)  ist  als  Spinat  sehr  schmackhaft  und  wurde
früher  zu  Heilzwecken  viel  verwendet.  Bei  Lähmungen,  Gicht  und  Rhenmatismus
  soll  man  die  schmerzenden  Glieder  mit  frischen  Brennesseln  peitschen,
der  Tee  aus  den  Wurzeln  wird  als  stärkendes  Haarwasser  gerühmt,  der
Samen  soll  den  Geschlechtstrieb  erhöhen.

Brombeere  (Rubus)  wächst  überall  wild.  Die  Blüten  und  Blätter
finden  verschiedene  Verwendung.  Die  Beeren  haben  eine  magenstärkende
Wirkung,  bei  Fieberhitze  kühlt  ein  Tee  vortrefflich.  Die  Wurzeln  sollen  bei
Diarrhöen  zusammenziehend  wirken,  als  Gurgelwasser  bei  Halsentzündungen
ist  ein  Aufguß  der  Blätter  beliebt.  Auch  gegen  Blutungen  nimmt  man  ihn.