Brunnenkresse  —  Erle.  881

Brunnenkresse  (Nasturtium)  ist  als  Frühlingssalat  überall  bekannt
und  regt  vor  allem  die  Nierentätigkeit  an.  Sie  ist  daher  bei  Hautausschlägen,
Lungenleiden,  Nierenstörungen  wohltätig  und  wird  auch  Blutarmen  gerne
gegeben.  Man  genießt  sie  am  besten  morgens  nüchtern  in  frischem  Zustande.

D.

Dornschlehe  Erunus  spinosa)  gibt  ein  harmloses  Abführmittel.
Mit  Zinnkraut  gemischt  soll  sie  nach  Oertel-Bauer  einen  wirksamen  Tee
gegen  Fettsucht  geben.

Sbrenpreis  (Veronika)  wirkt  schleimlösend  und  ist  bei  beginnenden
Katarrhen  zu  benützen,  auch  bei  Rheumatismus.

Eibisch  (siehe  Althaea).  Siehe  Tafel  32.

Eichenrinde  enthält  viel  Gerbsäure  und  wird  daher  mit  Vorteil
zu  Sitzbädern  bei  Hängebauch,  Vorfällen,  Diarrhöen,  Brüchen  gebraucht,  da
sie  zusammenziehend  wirkt.  Auch  bei  anhaltendem  Nasenbluten  läßt  man  sie
pulverisiert  aufschnupfen.  —  Der  Tee  von  Eichenblättern  wirkt  gut  bei  Cholera.

Sisenkraut  (Verbena).  Der  Blätter=  und  Wurzelaufguß  dient  als
Mundwasser  bei  riechendem  Atem  und  krankem  Zahnfleisch,  daher  auch  bei
Lungensucht  anzuwenden.  Da  es  lösend  und  auregend  wirkt,  wird  es  auch
bei  Blasenkrankheiten  empfohlen  (Steinbildung).  Die  Tinktur,  auf  Watte
geträufelt,  soll  bei  hohlen  Zähnen  schmerzlindernd  wirken.  Als  Aufschlag
stillt  Eisenkrautwasser  heftiges  Kopfweh.

SEnzian  (Gentiana).  Siehe  Tafel  34.  Bei  Magenkatarrh,  lübelkeiten,
auch  bei  Ohnmachtsanfällen  gibt  man  genau  die  Tinktur,  die  aus  den  Wurzeln
angefertigt  wird.  Er  stärkt  die  Verdauung  und  wird  zu  den  nützlichsten
Pflanzen  gerechnet.

Soben  (Hedera)  wird  unter  den  Haarfärbemitteln  genannt,  auch
bereitet  man  eine  Augensalbe  und  ein  Augenwasser  damit.  Blättersaft,  in
die  Nase  getan,  soll  Stinknase  heilen.

Erbse  (Pisum).  Erbsenwasser  mit  etwas  Lauge  soll  den  Kopfgrind
beseitigen.  Die  Erbse  ist  sehr  nahrhaft,  im  grünen  Zustande  auch  leicht  verdaulich.

Erdbeere  (Fragaria).  Die  frischen  Beeren  geben  bei  Stuhlträgheit
und  Gicht  das  denkbar  köstlichste  Arzneimittel.  Aus  den  getrockneten  Blättern
wird  ein  guter  Tee  bereitet.  Frische  Beeren  auf  ein  Feuermal  und  Kupfernase
gestrichen,  sollen  sehr  günstig  einwirken.  Bei  Gelbsucht  ist  reichlicher  Genuß
frischer  Erdbeeren  sehr  zu  empfehlen.

Erle  (Alnus).  Die  Blätter  sollen  die  Milch  bei  Wöchnerinnen  vertreiben,
  die  nicht  stillen  wollen.  Die  Rinde,  mit  altem  Eisen  in  Wasser
gelegt,  gibt  eine  scharfe  Schwärze  für  Leder.

Tie  Frau  als  Hausärztin  56