882  Farnkrautwurzel  —  Gerste.

F.

Farnkrautwurzel  (Radix  polypodii  maris.)  Siehe  Tafel  31.
Die  Wurzel  ist  ein  bekanntes  kräftiges  Wurmmittel.  Man  nehme  es  jedoch
nicht  ohne  ärztliche  Aufsicht.  Es  ist  das  wirksamste  gegen  Bandwurm.

Faulbaumrinde.  (Frangula)  wird  als  gelindes  Abführmittel  bei
Stuhlträgheit  gebraucht  (Tee),  soll  sich  aber  auch  gegen  Krätze  bewähren.

Feige  (Ficus)  reift  leider  nur  in  Süd-Europa.  Die  griechischen  sind
die  besten.  Man  legte  sie  früher  auf  entzündete  Stellen  und  schmerzende
Bisse.  Gegen  Heiserkeit  und  Stuhlträgheit  ist  der  Fruchtsaft  wirksam.  Zahnund
  krebsartige  Geschwülste  werden  durch  Feigen-Aufschläge  beeinflußt.

Fenchel  (Foeniculum),  siehe  Tafel  33,  ist  ein  bekanntes  Hausmittel
gegen  Kolik  und  Darmgase.  In  der  Säugeperiode  regt  es  die  Tätigkeit  der
Milchdrüsen  an.  Bei  Kinderkrankheiten  ist  es  besonders  beliebt.

Fichte  (icea).  Dieser  Baum  gibt  uns  ein  Harz,  das  vielen  Zwecken
dient.  Fichtenessenz  wird  uns  als  Zusatz  zu  Bädern  gegeben  und  wirkt
belebend  und  stärkend.  Die  Luft  der  Fichtennadelbäume  ist  besonders  Lungenkranken
  und  Blutarmen  wohltätig.  Die  jungen  Sprossen  werden  im  Frühjahr
gesammelt  und  überbrüht.  Man  badet  Rheumatische,  auch  an  Bronchialkatarrh
und  Flechten  Leidende  darin.

Fingerkraut  (Potentilla).  Die  Wurzel  wird  pulverisiert  gegen
Wechselsieber  gereicht.  Tormentil-Potentilla  gibt  einen  beliebten,
  zusammenziehenden  Tee  gegen  zu  starke  Monatsblutungen,  auch  bei
Diarrhöen.

Fliecker  (Holunder,  Sambucus).  Siehe  Tafel  34.  Von  den  weißen
Blüten  des  Holunders  macht  man  einen  schweißtreibenden,  blutreinigenden
Tee  bei  Erkältungskrankheiten,  auch  Keuchhusten  und  Fallsucht.  Ist  ein
altbewährtes  Mittel!  "

Frangulirinde  wird  als  Aufguß  gegen  Leberleiden  empfohlen.

C.

Galläpfel  (Gallae.)  Durch  den  Stich  der  Wespen  entstehen  an
Eichenblättern  Auswüchse,  die  viel  Gerbstoff  enthalten.  Dieser  wirkt  zusammenziehend
  und  hat  sich  daher  bei  Blutungen  (Uterus,  Nase)  gut
bewährt.  Bei  heftigem  Erbrechen  siede  man  Galläpfel  mit  Essig  und  mache
mit  dieser  Brühe  Magenaufschläge.  Bei  Uterusblutungen  tauche  man  Watterollen
  in  diese  Flüssigkeit  und  schiebe  sie  hoch  in  die  Scheide  hinauf.  Auch
cin  schwarzes  Haarfärbemittel  liefert  der  Saft.

Gerste  (Hordeum).  In  der  Heilkunde  wird  sie  in  erster  Linie  als
Fiebertrank  verwendet.  Enthülst  wird  sie  abgekocht,  mit  Kandiszucker
gesüßt  oder  mit  Zitrone  leicht  gesäuert.  Das  Gerstenmalz  wirkt  auflösend,