Gras  —  Huflattich.  883

die  Nieren  erregend  und  nährend.  Waschungen  wunder  Hantstellen  mit
Gerstenwasser  sind  wohltuend.  Bäder  mit  geschrotetem  Gerstenmalz-Wasser
für  schwächliche  Kinder,  mit  Hautkrankheiten  behaftet,  wirken  lindernd  und
heilend.  Als  Schönheitsmittel  dient  Gerstenwasser  mit  Milchzusatz,  warm
auf  Gesicht  und  Hände  gebracht.

Gras,  das  frische  wirkt  stuhltreibend.  Aus  dem  Samen  werden
kräftige  Bäder  bereitet,  welche  bei  Gliederschmerzen  und  Schwäche  vorzügliche
Dienste  tun.  Frostbeulen  packe  man  abends  mit  Heublumen-Aufguß.

Gummi  (Gummi)  ist  eine  Ausschwitzung  einiger  Pflanzen.  Der
arabische  ist  der  beste.  Er  wirkt  einhüllend  und  nährend  und  fand  daher
Anwendung  gegen  Durchfälle  und  Blutungen  (als  Pulver  aufgestreut).

H.

Habichtkrautwasser  (Hieracium)  ist  in  Nord-Amerika  heimisch
und  soll  am  stärksten  auf  die  Augen  wirken.  Vom  Saft  einige  Tropfen  ins
Auge  geträufelt,  soll  Trübungen  der  Hornhaut  und  Linse  aufhalten.

Hafer  (Avena).  Ahnlich  wie  Gerste  wird  auch  ein  „Hafertrank“
verwendet.  Bei  Magenkrampf  lege  man  ein  Säckchen  mit  geröstetem
Hafer  auf.  Bäder  in  Haferstroh  werden  auch  empfehlend  genannt.

Habnenfuß  (Ranunculus).  Siehe  Giftpflanzen  Tafel  35.  Das
zerstoßene  Kraut  auf  Warzen  aufgelegt,  soll  sie  vertreiben,  auch  aus  Kröpfe
und  Beulen  soll  er  wirken.

Hanf  (Cannabis).  Aus  dem  Samen  wird  eine  Milch  gewonnen,
die  man  bei  schmerzhaftem  Urinieren  und  bei  beginnendem  Tripper  gibt.
Auch  gegen  Augenkrankheiten  wird  sie  empfohlen.  Auf  schmerzende  Hoden
soll  man  Hanfblätter  auflegen.  Warme  Bäder  des  Penis  von  Hanssamenwasser
  wirken  bei  Harnverhaltung  günstig  ein.

Beidelbeere  (Vaccinium)  hat  sich  (getrocknet)  als  Heilmittel  der
Diarrhöe  bewährt,  auch  bei  Magenkrampf.  Der  Blättertee  wird  gegen
Wassersucht  gegeben.

Bimbeere  (Rubus  idaeus)  ist  ein  vortreffliches  Abkühlungsmittel  und
wird  deshalb  gerne  bei  hitzigen  Kinderkrankheiten  gegeben.  Wackelnde  Zähne,
Mundfäule  und  Zahngeschwüre  bessern  sich,  wenn  man  den  Tee  der  jungen
Sprossen  in  den  Mund  nimmt.

Pirtentälchel  (Capsella).  Siehe  Tafel  32.  Mit  dem  Aufguß  der
Blätter  und  Wurzel  stillt  man  Blutungen,  auch  überstarke  Menstruation
sowie  Blutspeien.

Huflattich  (Tussilago),  siehe  Tafel  34,  ist  ein  altes  Hustenmittel.
Die  frischen  Blätter  werden  bei  Rotlauf  aufgelegt.

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