884  Ingwer  —  Kirschen.

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Ingwer  (ingiber)  gibt  ein  vorzügliches  Augenwasser,  und  ist  gleichzeitig
  als  Küchengewürz  bekannt.
Isländisches  Moos  (Lichen  islandicus).  Die  Abkochung  wird
bei  großer  Schwäche  und  Auszehrung  gegeben.

J.

Johannisbeere.  Der  Saft  der  Beeren  hat  eine  kühlende  und
auslösende  Wirkung.  Bei  hitzigen  Krankheiten  ist  er  sehr  wohltätig.  Sie
werden  für  Zuckerharnruhr  und  Scharlach  besonders  empfohlen.  Die  schwarze
wird  bei  Wassersucht  und  Gicht  angewendet  und  hat  noch  stärkere  Eigenschaften
  als  die  rote.

K.

Kaffeebaum  (Coffea).  In  Deutschland  werden  seine  Samen  etwa
seit  dem  17.  Jahrhundert  gebraucht.  Wer  ihn  selten  genießt,  kann  den
bekannten  „schwarzen  Kaffee“  mit  großem  Nutzen  in  kleinen  Mengen  und
kräftig  zubereitet  benützen:  als  stuhl-  und  harntreibendes  Mittel,  als  appetitanregendes,
  als  verdauendes  bei  verdorbenem  Magen  und  beginnender  Migräne,
ferner  um  die  Nerven  anzuregen  und  den  Schlaf  zu  verscheuchen.  Bekannt
sind  seine  schädlichen,  herzerregenden  Wirkungen,  weshalb  sein  täglicher  Genuß
verboten  ist.  Bei  Vergiftungen  durch  betäubende  Pflanzenstoffe  bringt  starker
Kaffee  Hilfe.

Kalmus  (Acorus)  ist  vor  allem  ein  magenstärkendes  Mittel  und
soll  bei  Blähungen  gut  wirken.  Auch  als  Mundwasser  wird  es  benützt.  Es  finden
nur  die  Wurzeln  Verwendung,  welche  einen  gewürzhaften  Geschmack  haben.

Kamille  (Anthemis).  Siehe  Tafel  31.  Es  gibt  verschiedene  Arten
dieser  Pflanze,  die  römische  Kamille  ist  die  stärkste.  Der  aus  den  getrockneten
Blüten  angefertigte  Tee  hat  einen  aromatischen  Geruch  und  Geschmack.  Er
dient  seit  altersher  gegen  Nervenerregung,  Krämpfe,  Kolik,  Zahnkrankheiten,
rheumatische  Schwellungen.  Auch  in  Säckchen  legt  man  die  aus  kochendem
Wasser  genommenen  Blüten  auf.

Kapernstrauch  (Capparis)  ist  am  Mittelländischen  Meere  zu  Hause,
findet  in  der  Küche  Verwendung,  desgleichen  in  der  Heilkunde  gegen  Wassersucht
  und  Milzstörungen.  Man  verwendet  hauptsächlich  die  Blütenknospen.

Kerbel  (Anthriscus),  siehe  Tafel  33,  ist  auch  in  der  Küche  beliebt.
Er  wirkt  blutreinigend,  erweichend  bei  Drüsenverhärtungen  und  magenstärkend.

Kirschen,  die  sauren  („Weichsel“)  treiben  auf  den  Stuhl,  sollen  bei
Melancholischen  gute  Dienste  tun  und  als  Trank  zubereitet  auch  bei  Wassersucht
  und  Fieberhitze  nützen.  Einen  guten  Brusttee  geben  die  ausgekochten
Kirschenstengel.