Knoblauch  —  Lungenkraut.  885

Knoblauch  (Porrum  sativum)  ist  ein  nährendes  Küchengewürz  und
gutes  Wurmmittel,  regt  den  Appetit  an  und  wirkt  harntreibend.

Königskerze  (Verbascum)  enthält  einen  seifenartigen  Saft,  der  bei
Geschwülsten  erweichend  und  lindernd  wirkt.  Auch  gegen  Ausflüsse  aller  Art
soll  er  sich  bewährt  haben.

Kreuzdorn  (Rhamnus  carthartica).  Die  Beere  liefert  ein  kräftiges
Abführmittel.  Es  wird  auch  mit  Zucker  gereicht.

Kümmel  (Carum),  siehe  Tafel  33,  ist  ein  bekanntes  Küchengewürz,
vermindert  Magenbeschwerden,  Kolik  und  befördert  die  Milchabsonderung
säugender  Frauen.  Vom  Kümmelöl  darf  man  nur  geringe  Mengen  nehmen.

Köürbiß.  Die  Kerne  morgens  nüchtern  genommen  und  gut  gekaut
vertreiben  den  Bandwurm.

Lavendel  (Lavendula).  Aus  den  Blüten  und  Blättern  werden
Bäder  gegen  Rheumatismus  und  Gicht  gemacht.  Das  Lavendelöl  wird  bei
Migräne  angewendet,  Lavendelwasser  bei  Herzschwäche  und  Ohnmachten.
Letzteres  gewinnt  man  aus  den  Blumen.

Lein  (Linum).  Siehe  Tafel  32.  Gekochten  Leinsamen  benützt  man  zu
erweichenden  Aufschlägen.  Leinsamentee  ist  bei  Schwindsucht  wohltätig  und
mildert  den  Husten.

Lilie  (Lilium).  Aus  den  stark  duftenden  Blumen  wird  ein  Ol  bereitet,
das  auf  Brandwunden  gut  wirken  soll;  bei  Beingeschwüren,  Rotlauf  lege  man
frische,  grüne  Blätter  der  weißen  Lilie  auf.  Das  Ol  soll  auch,  mit  anderen
Stoffen  vermengt,  Runzeln  vertreiben.

Linde  (Tilia).  Siehe  Tafel  31.  Aus  den  Blüten  wird  ein  beliebter,
schweißtreibender  Tee  bereitet;  die  Lindenkohle  dient  als  säurebindendes
Mittel  bei  übermäßiger  Magensäure,  Sodbrennen,  saurem  Aufstoßen.  Auch
gegen  Epilepsie  wird  er  angewendet.

Löwenzahn  (Leontodon),  siehe  Tafel  33,  wirkt  blutreinigend,  auflösend,
  ist  bei  Leberleiden,  Gelbsucht,  Blutarmut,  katarrhalischen  Beschwerden
wirksam  und  wird  auch  mit  Nutzen  als  Salat  gegessen,  solange  er  zart  und
frisch  ist.  Gegen  Hämorrhoiden  empfiehlt  Dr.  Müllers  Kräuterbuch  Klystiere
mit  dem  Aufguß  der  Löwenzahnwurzel,  die  vorzüglich  wirken  sollen  und  daher
zu  Frühlingskuren  so  viel  empfohlen  werden.

Lorbeerbaum  (Laurus).  Seine  Blätter  werden  in  der  Küche  verwendet,
  wirken  magen=  und  nervenstärkend.  Das  Lorbeeröl  dient  auch  zu
stärkenden  Einreibungen  bei  Lähmungen.

Lungenkraut  (Pulmonaria),  siehe  Tafel  32,  dient  hauptsächlich
gegen  Lungenleiden  und  Heiserkeit,  beim  Blutspeien,  Brustentzündung.