886  Maiblume  —  Mistel.

M.

Maiblume  (Convallaria).  Die  bekannte  liebliche  Blume  gibt  ein
nervenstärkendes  Ol,  auch  aus  den  Wurzeln  wird  ein  guter  Tee  bereitet,  der
bei  Kopfschmerz,  Ohnmachten  Anwendung  findet.  Ein  Absud  der  Blumen
soll  Hypochondrie  und  Herzangst  vermindern.  Nach  Dr.  Müller  vermehrt
ein  Zusatz  von  Lavendel,  Rosmarin  und  Zimtrinde  die  nervenstärkende  Wirkung.

Mais  (Zea).  Die  Maiskörner  sind  sehr  nahrhast,  enthalten  viel
Stärkemehl,  Zucker  und  Gummi.  Sie  kommen  daher  für  abgemagerte  Personen
  in  Betracht,  die  man  auffüttern  will.  Maismehl-Schrot  und  halbreife
ganze  Körner,  abgekocht  oder  im  reifen  Zustande  geröstet,  werden  verwendet.
Noh  gegessen,  so  lange  sie  noch  milchig  sind,  haben  sie  besonderen  Wohlgeschmack.

Malve  (Malva).  Man  gebraucht  sie  gegen  Geschwülste,  aber  auch
als  Dampf  bei  Ohrenleiden  und  den  Tee  als  Gurgelwasser.

Mandelbaum  (Ampygdalus).  Die  süßen  Mandeln  sind  ein  angenehmes
  Nahrungsmittel,  die  bitteren,  aus  welchen  man  auch  eine  „Milch“"
bereitet,  wirken  beruhigend,  krampfstillend  und  sind  dem  Kirschlorbeer  ähnlich.
Das  Mandelöl  ist  sehr  milde  und  bei  kleinen  Hautwunden  und  brennenden
Ausschlägen  das  angenehmste  Pflanzenfett.  Bei  Verbrennungen  durch  scharfe
Substanzen,  namentlich  Schwefelsäure,  ist  das  Bestreichen  mit  Mandelöl  sehr
wohltätig.  Mandelkleie  wird  zum  Waschen  spröder  Haut  benützt.  Bei  Schwäche
und  fieberhaften  Krankheiten  ist  süße  Mandelmilch  nährend  und  kühlend.

Manna  ist  eine  zuckerartige,  aus  der  Rinde  von  Eschen  fließende
Substanz,  die  abführend  wirkt.  Man  bereitet  auch  einen  Mannasyrup.

Meerrettich  (Armoracia  rusticana)  wirkt  magenstärkend,  appetitanregend,
  hautreizend.  Geriebener  Meerrettich  mit  Essig  angefeuchtet  macht
die  Haut  rot  und  leitet  daher  bei  Zahnweh  und  Rheumatismus  ab.  Frische
Scheiben  des  Meerrettichs  auf  den  Nacken  gelegt,  vertreibt  oft  Kopfschmerz.
Bei  Magenkrampf  reibe  man  den  Magen  mit  geriebenem  Meerrettich  ein,
bei  Zungenlähmung  kaue  man  Meerrettich,  Frostbeulen  bade  man  in  Meerrettichwasser.


Melisse  (Melisa)  liefert  ein  Ol  und  Wasser,  das  aromatisch  ist  und
daher  anregend  wirkt.  Melisse  ist  ein  Hauptbestandteil  des  Karmelitenwassers.
  Der  Tee  nützt  bei  krampfhaftem  Erbrechen  und  wird  bei  Nerven-Erregungen
  aller  Art  mit  Nutzen  gebraucht,  so  bei  Hysterie,  Herzleiden  und
Uteruskrämpfen.

Minze  (Pfeffer,  Mentha),  gibt  uns  ein  beliebtes  Blähungen  und
Kolik  vertreibendes  Mittel.  Durch  Destillation  wird  der  Krauseminzgeist
daraus  gewonnen.  Man  macht  aus  den  Blättern  wirksamen  Tee.

Mistel  (Viccum)  ist  ein  Schmarotzergewächs,  das  man  oft  auf  Waldbäumen
  findet.  Pulverisiert  gibt  sie  ein  kräftiges  Wurmmittel  und  stillt
Lungen=  und  Gebärmutterblutungen.