Möhren  —  Petersilie.  887

Mõhre  (Daucus)  wird  als  schmerzlindernder  warmer  Aufschlag
benützt,  der  Saft  aber  mit  Nutzen  bei  Brustleiden  verwendet.  Rohe  Möhren
erleichtern  die  Stuhlentleerung  und  wirken,  nüchtern  genossen,  wurmtreibend.
Die  Abkochung  der  Möhrensamen  soll  bei  Wassersucht  gut  sein.

Mohn  (Papaver).  Aus  ihm  gewinnt  man  Opium,  das  bekannte
Schlafmittel.  Mit  anderen  Stoffen  vermischt  wendet  man  Opium  Gußerlich
als  schmerzstillenden  Balsam  an.  Opiumdämpfe  beseitigen  heftige  Gesichtsschmerzen.
  Innerlich  kann  es  als  Tinktur  schmerzstillend  und  auf  übermäßige
Darmbewegungen  hemmend  wirken.  Vor  innerer  Anwendung  sei  aber
gewarnt!  Gegen  Opiumvergiftung  wende  man  schwarzen  Kaffee  an,  auch  als
Klystier.  Aus  Mohnsamen  lassen  sich  auch  wohlschmeckende  Mehlspeisen  herstellen.

MDuskatnuß  (ristica).  In  kleinen  Mengen  wirkt  sie  nervenstärkend,
  beruhigend,  Diarrhöen  stillend,  in  größeren  dem  Opium  ähnlich.
Daher  mit  Vorsicht  zu  verwenden!  Muskatöl  wird  gern  gegen  Leibschmerzen
  eingerieben.

Myrrhe  (Ayrrha)  liefert  ein  Harz,  das  einen  kräftigen  Bitterstoff
enthält.  Als  Gurgel=  und  Mundwasser  ist  sie  bei  fauligen  Zuständen  sehr
wirksam.  Eine  Salbe  aus  Myrrhen  und  Fetten  wirkt  bei  krebsigen  Geschwüren
  gut,  auch  ist  sie  entschieden  kräftigend  bei  großer  Schwäche.  Sie
vermehrt  in  größeren  Dosen  aber  die  Monatsblutung  und  kann  Darmschmerzen
  verursachen.  Also  Vorsicht!

N.

UDubblätter  geben  aufgebrüht  sehr  kräftigende  Bäder,  die  man  besonders
  schwächlichen,  skrofulösen  Kindern  gerne  verordnet.

O.

Ockermennig  (Agrimonia).  Aus  den  Blättern  wird  ein  Tee  bereitet,
  der  gegen  Leberleiden,  Rheumatismus  und  Bettnässen  empfohlen  wird.

Olbaum  (Olea).  Das  reine  Olivenöl  ist  ein  sehr  wertvolles  Fett,
das  lindernd  und  erweichend  wirkt.  Nach  Dr.  Müller  treibt  es  den  Bandwurm
  ab,  wenn  man  es  nach  dreitägigem  Hungern  gibt  und  wirkt  auch  bei
Verbrennungen  sehr  lindernd.

Olsterluzeiwurzel  (Aristolochia)  wirkt  belebend  bei  allgemeiner
Schwäche  und  soll  vorzüglich  gegen  Schlangenbisse  sein.  Der  Tee  wird
auch  als  Mittel  gegen  den  Krebs  gerühmt.

P.

Peterlilie  (Petroselinum).  Siehe  Tafel  32.  Der  Samen  treibt  die
Harnentleerung  an,  Waschungen  mit  Abkochung  der  grünen  Blätter  werden