888  Pfeffer  —  Rhabarber.

bei  Sommersprossen  und  Leberflecken  empfohlen.  Der  Wurzeltee  ist  daher
auch  bei  Wassersucht  wirksam.

Pfeffer  (Piper).  Zur  Anregung  der  Magentätigkeit  ist  er  in  kleinen
Mengen  zulässig,  zu  häufig  dagegen  kann  er  Magenentzündung  veranlassen.
Er  tötet  Läuse  und  Fliegen.  Der  Baunscheidtismus  soll  hauptsächlich  auf
Anwendung  des  Pfefferöls  beruhen.

Pomeranze  (Apfelsine).  Der  Saft  dieser  köstlichen  Frucht  wirkt  bei
Fieber  wohltnend  und  kühlend,  die  gekochte  Schale  beruhigend  bei  Kolik  und
epileptischen  Anfällen,  dient  auch  als  Kompott,  aber  mit  viel  Zucker  vermischt.

Preiselbeere  (rote  Heidelbeere).  Der  Beerensaft  hat  zusammenziehende
  Eigenschaften,  wirkt  daher  im  Magen  bei  Epidemien  vorbeugend,
indem  er  seine  Tätigkeit  anregt  (Brechruhr,  Wechselfieber,  Cholera)  und  die
Verdanung  befördert.  Bei  hitzigen  Krankheiten  ist  Preiselbeerwasser  sehr
empfehlenswert.

Quencdel  (Thymus,  Thymian,  Feldkümmel).  Sein  ätherisches  Ol
wirkt  nervenstärkend.  Man  macht  daher  gerne  Bäder  und  Dämpfe,  auch
Kräuterkissen  davon.  Für  Lähmungszustände  und  schwächliche  Kinder  sehr
zu  empfehlen.

Quitten  (Cydonia).  Die  Abkochung  der  Samen  ergibt  einen  Tee,
der  schleimig  ist  und  zusammenziehend  wirkt,  daher  zum  Stillen  der  Diarrhoe
und,  mit  einem  Fettstoff  vermischt  (Hirschtalg,  auch  Butter),  zum  Einfetten
wundgelegener  Kranken  und  wunder  Warzen  sich  eignet.

ZK.

Raute  (Ruta).  Die  Blätter  geben  einen  Tee,  der  vielfältige  Anwendung
  findet.  Er  treibt  die  Menstruationsblutung  an  und  fördert  die
Wehentätigkeit.  Dämpfe  werden  gegen  Krämpfe  der  Augenlider,  der  Saft
des  zerstoßenen  Krautes  für  den  Haarwuchs  empfohlen.  "

Reis  (Oryza)  ist  ein  bewährtes  Mittel  gegen  Durchfall.  Reiswasser
wendet  man  gegen  Schärfe  der  Säfte  an.

Rettich  (Khaphanus).  Die  kräftigste  Wurzel  liefert  der  schwarze
Winterreltich.  Sein  Saft  wirkt  Appetit  anregend,  urintreibend,  schwache
Mägen  vertragen  ihn  aber  nicht.  Auch  gegen  Keuchhusten  und  Heiserkeit
wird  er  empfohlen,  äußerlich  gegen  Sommersprossen  (Waschung),  und  Rettichscheiben
  auf  den  Kopf  gebunden  bei  heftigen  Kopfschmerzen.

Rbabarber  (Rheum).  Siehe  Tafel  31.  Man  verwendet  Wurzel  und
Blätter.  Erstere  ist  ein  bekanntes  mildes  Abführmittel,  in  kleinen  Mengen
kann  man  sie  auch  kleinen  Kindern  geben.  Man  hat  in  den  Apotheken