Ringelblume  —  Schafthalm.  889

Rhabarbertinktur  und  -Syrup.  Aus  den  saftigen  Stengeln  der  breiten  Blätter
bereitet  man  ein  wohlschmeckendes  Kompott.

Ringelblume  (Calendula).  Man  bereitet  mit  reinem  Schweinefett
eine  gute  Salbe  aus  den  Blättern  und  Blüten,  die  sich  bei  krebsartigen
Geschwüren  gut  bewährt  hat.  Mit  dem  Tee  macht  man  Aufschläge  und  gibt
ihn  innerlich  bei  Magengeschwüren  und  Gelbsucht.

Rosmarin  (Rosmarinus).  Siehe  Tafel  32.  Aus  den  gewürzhaften
Blättern  bereitet  man  das  Rosmarinöl.  Waschungen  mit  Rosmarinwasser
sollen  die  Haut  schön  erhalten.  Der  Tee  regt  die  Nierentätigkeit  an  und  wirkt
belebend  auf  die  Nerven,  wird  daher  als  kräftigendes,  gesundmachendes  und
jung  erhaltendes  Mittel  in  alten  Büchern  gerühmt  und  auch  gegen  weißen

Fluß  empfohlen.
S.

Safran  (Crocus),  siehe  Tafel  34,  wird  auch  in  der  Küche  zum
Järben  benützt,  treibt  auf  das  Menstruationsblut  und  fördert  die  Wehentätigkeit,
  daher  von  Schwangeren  zu  vermeiden.  In  größeren  Mengen  kann
er  auch  betäuben,  bei  entzündlichen  Zuständen  schaden.  Frauen,  die  zu
Blutungen  neigen,  dürfen  ihn  niemals  gebrauchen.  Einige  Tropfen  der
Tinktur  sollen  gegen  Herzschwäche  wirksam  sein.

Salbei  (Salvia),  siehe  Tafel  34,  hatte  hohes  Ansehen  bei  den  Alten.  Er
vermindert  übermäßige  Absonderungen,  wie  Schleim,  Schweiß,  Ulrin,  ist  daher
gegen  Nachtschweiß,  Katarrhe,  Jnfluenza,  auch  bei  Halsentzündungen,  lockerem
Zahnfleisch  und  als  Bad  für  Schwindsüchtige  wirksam  und  wird  bei  Nervenschwäche
  und  Geistesstörungen  empfohlen.  Gegen  den  erschöpfenden  Schweiß
Schwindsüchtiger  sollen  einige  Tropfen  der  Tinktur  sehr  nützen,  bei  Neigung
zu  Fehlgeburten  gleichfalls.

Sandelbolz  (Pterocarpus  santalinus).  Das  Holz  wird  zu  Pulver
zerstoßen  und  liefert  ein  blutstillendes  Mittel,  das  nach  Kneipp  dem  Misteltee
bei  zu  starker  Menstruation  zugesetzt  werden  soll.  Auch  als  Zahnpulver  sei
es  sehr  gut.

Sauerklee  (Oxalis)  wird  als  Salat  gegessen.  Die  Blätter  enthalten
Sauerkleesalz.  Man  gibt  dieses  Krant  gerne  als  kühlendes  Heilmittel  bei
bösartigem  Fieber.

Schafgarbe  (Achillea),  siehe  Tafel  31,  gehört  zu  den  kräftigsten
Heilmitteln,  ist  wirksam  bei  Krämpfen,  Blutungen,  Hämorrhoiden.  Der
Aufguß  dient  auch  als  Schönheitswasser  und  entfernt  bei  längerem  Gebrauch
die  Pickel  aus  dem  Gesicht.  Gegen  Weißfluß  wird  er  auch  empfohlen,  ebenso
gegen  Bettnässen,  und  Magenkrampf  soll  er  rasch  beseitigen.

Schafthalm  auch  Schachtelhalm  oder  Zinnkraut  (Equisetum),
siehe  Tafel  32,  ist  ein  beschwerliches  Unkraut,  wirkt  harntreibend  und  gegen