Krieg  gegen  Österreich  1809.  31

Punkten  des  Rheinbundes  haben,  um  das  Gebiet  desselben  zu
beschützen.“  1)  Trotzdem  nicht  ohne  Besorgniß  wegen  der  seiner
Truppen  wartenden  Bestimmung  wendete  sich  der  König  an
Davout  und  erhielt  zwar  auch  von  diesem  die  Versicherung,
„daß  im  Fall  eines  Kriegs  die  Sicherung  Sachsens  einen  Theil
der  Combinationen  des  Kaisers  ausmachen  werde“;  wieviel
jedoch  dieser  Trost  werth  sei,  lehrte  der  Zusatz,  „was  die
Sicherheit  der  königlichen  Familie  betreffe,  so  würde  das  Einfachste
  sein,  wenn  diese  sich  aus  der  Nachbarschaft  des  Kriegs
entferne,  nur  müsse  diese  Maßregel  einmüthig  ergriffen  werden,
und  es  würde  unpassend  sein,  wenn  etwa  einige  Glieder  derselben
  zurückbleiben  wollten“;  letzteres  ein  nicht  mißzuverstehender
Fingerzeig,  daß  man  französischerseits  auf  die  verwandtschaftlichen
Beziehungen  des  Alliierten  zu  dem  ssterreichischen  Kaiserhofe  ein
wachsames  Auge  habe.  Zugleich  schickte  Davout  den  General
Morand,  um  Dresden  durch  Anlegung  von  Außenwerken  in
besseren  Vertheidigungsstand  zu  setzen.

Daß  das  sächsische  Heer  zur  Behauptung  dieser  ausgedehnten
Befestigungen  viel  zu  schwach  sei,  daß  diese  ganzen  kriegerischen
Anstalten  im  wesentlichen  nur  den  Zweck  haben  könnten,  die
OÖsterreicher  zu  täuschen  und  einen  Theil  ihrer  Streitmacht  an
der  sächsischen  Grenze  festzuhalten,  war  nicht  schwer  zu  durchschauen.
  Dennoch  fristete  man  sich  eine  Zeit  lang  in  Dresden
mit  der  Hoffnung  auf  die  vom  Gerücht  verheißene  Verstärkung
durch  fünf  polnische  Divisionen  und  die  französischen  Garnisonen
aus  dem  nördlichen  Deutschland,  so  daß  selbst  die  Anstalten
zur  Abreise  der  königlichen  Familie  wieder  abbestellt  wurden;
aber  die  Polen  kamen  nicht  und  die  französischen  Regimenter
zogen  weiter  nach  Südwesten,  sogar  die  Befestigungsarbeiten
um  Dresden  wurden  wieder  eingestellt.  Was  die  Österreicher
etwa  gegen  Sachsen  unternehmen  würden,  kümmerte  Napoleon
für  den  Augenblick  sehr  wenig,  die  Entscheidung  lag  für  ihn
an  der  Donau.  Dorthin  berief  er  daher  auch  das  sächsische
Contingent,  ohne  die  mindeste  Rücksicht  darauf,  daß  dadurch

)  Corresp.  de  Nap.  XVIII,  280.  318.