Schlacht  bei  Wagram.  35

furchtbaren  Gewitters  im  österreichischen  Kugelregen  auszuhalten,
der  manches  Opfer  forderte.  Am  Morgen  des  böten  standen
die  Corps  von  Oudinot,  Marmont  und  Davout  auf  dem
linken  Donauufer;  ihnen  folgten  in  ununterbrochenem  Strome
die  Armee  von  Italien,  Bernadotte,  Marmont,  jeder  Heerestheil
  in  die  ihm  angewiesene  Stellung  gegenüber  den  Osterreichern,
  die  den  Feind  auf  den  Anhöhen  hinter  dem  Rußbach
erwarteten.  Zu  Bernadotte's  höchstem  Verdrusse  war  sein
ohnehin  schwaches  Corps  durch  Abgabe  der  Division  Dupas
an  Oudinot,  Zurücklassung  zweier  Bataillone  auf  der  Lobau
und  Detachierung  des  leichten  Reiterregiments  Prinz  Johann
auf  den  äußersten  Flügel  zu  Davout  noch  weiter  reduciert
worden.  Gegen  4  Uhr  erhielt  die  sächsische  Brigade  Steindel
Befehl,  das  Dorf  Raschdorf  wegzunehmen,  was,  da  der  Feind
fast  keine  Gegenwehr  leistete,  von  dem  Bataillon  Anton  mit
leichter  Mühe  geschah,  während  die  Brigade  Gutschmid  sich
mit  der  österreichischen  Kavalerie  in  Einzelgefechten  versuchte,
die  jedoch  Bernadotte  als  zwecklos  alsbald  untersagte.  Erst
gegen  5  Uhr  befahl  er  dem  Generalmajor  v.  Gutschmid  die
Ebene  von  der  feindlichen  Reiterei  zu  säubern.  Ungesäumt
warf  sich  dieser  auf  den  an  Zahl  überlegenen  Gegner,  ein
plötzlich  in  der  rechten  Flanke  auftauchendes  Infanteriebataillon
wurde  von  der  1.  Husarenschwadron  auseinandergesprengt,  die
österreichische  Kavalerie  an  Aderklag  vorüber  bis  gegen  Wagram
in  die  Flucht  gejagt,  worauf  die  Sachsen  in  und  bei  Aderklaga
Stellung  nahmen,  zur  Rechten  neben  sich  die  Italiener,  links
Massena,  hinter  sich  die  Baiern.

Obgleich  sich  der  Tag  bereits  neigte,  brannte  Bernadotte
vor  Ungeduld,  noch  vor  Einbruch  der  Nacht  durch  eine  größere
Unternehmung  diesen  ersten  glücklichen  Erfolg  zu  krönen  und
die  ihm  widerfahrenen  Zurücksetzungen  und  Kränkungen  zu  beschämen.
  Er  meldete  dem  Kaiser  seinen  Entschluß,  Wagram
unverzüglich  zu  nehmen.  Die  Aussicht  noch  diesen  Abend  durch
einen  gewaltigen  Stoß  auf  diesen  Ort  das  Centrum  der
feindlichen  Stellung  zu  durchbrechen  und  das  dadurch  in  zwei
Hälften  zerrissene  österreichische  Heer  zum  Rückzug  zu  zwingen

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