Krieg  gegen  Österreich  1809.  39

daß  fremde  Truppen  vor  den  französischen  gepriesen  würden,
und  so  erstreckte  sich  die  Ungnade  des  Führers  auf  das  ganze
sächsische  Corps  !.

An  Bernadotte's  Stelle  übernahm  Reynier  den  Oberbefehl
über  die  Sachsen.  Der  Armee  des  Vicekönigs  von  Italien
zugetheilt,  wurden  sie  zur  Verfolgung  des  sich  nach  Ungarn
zurückziehenden  Erzherzogs  Johann  verwendet,  machten  aber
auf  die  Nachricht  von  dem  Waffenstillstande  an  der  March
halt.  Erst  als  die  Osterreicher  trotz  desselben  während  der
Verhandlung  über  die  zu  ziehende  Demarcationslinie  am  12.  Juli
bei  Stampfen  ihre  Vorhut  angriffen,  wurde  das  Corps  bis
Preßburg  vorgeschoben,  wo  es  bis  in  den  November  stehen
blieb.

Während  die  Sachsen  auf  diese  Weise  an  der  Donau  für
die  Aufrechthaltung  der  napoleonischen  Weltherrschaft  bluteten,
sahen  sich  daheim  Land  und  König  im  Fall  eines  feindlichen
Angriffs  auf  den  ganz  unzureichenden  Schutz  einer  geringfügigen
zurückgebliebenen  Abtheilung  angewiesen.  Zwar  wurden  mit
Genehmigung  des  Kaisers  die  im  Herzogthum  Warschau  stehenden
  Truppen,  etwa  3000  Mann  unter  Generalmajor  v.  Dyherrn,
  die  dem  Könige  während  seines  dortigen  Aufenthalts
zur  Escorte  gedient  hatten,  desgleichen  das  Regiment  Zastrow-Kürassiere
  aus  Danzig  zur  Vertheidigung  des  Landes  heimberufen,
  doch  erlitt  der  Rückmarsch  der  ersteren  einen  unvorhergesehenen
  Aufschub,  indem  sie  den  Fürsten  Poniatowski

1)  „S.  M.  doit  le  succès  de  ses  armes  aux  troupes  françaises  et
non  à  aucun  étranger.“  Die  Befehle  sind  abgedruckt  bei  Thiers,
Histoire  du  consulat  et  de  Pempire  X  (Paris  1851),  p.  508  und
Corresp.  de  Nap.  XIX,  288.  307.  —  „Les  Saxons  lacheèrent  pied  la
veille  de  Wagram,  ils  lachèrent  pied  le  matin  de  Wagram,  C'étaient
les  plus  mauvaises  troupes  de  l’armée.“  Napoleon  auf  St.  Helena  in
Montholon,  Notes  et  mélanges  I,  180.  Auch  Thiers  (p.  448  und
459)  läßt  den  Sachsen  keine  Gerechtigkeit  widerfahren.  Die  Vertheidigung
derselben  führt  C.  v.  Gersdorff  (Deux  lettres  adressées  au  lieutenantgénéral
  Gérard  et  au  maréchal-de-camp  Baron  Gourgaud  au  sujet
d’'une  remarque  des  Notes  et  mélanges,  1823).