44  König  Friedrich  August  I.  1806—1813.

Radivojewich  sich  gegen  Baireuth  und  Nürnberg  wendete,  vereinigte
  sich  General  Am  Ende,  der  acht  Bataillone  ziemlich
schlecht  bewaffnete  Landwehr,  eine  Abtheilung  Schützen,  vier
Schwadronen  und  zwanzig  Geschütze  befehligte,  am  9.  Juni
bei  Außig  mit  der  Schar  des  Herzogs  von  Braunschweig  und
dem  kleinen,  vom  Kurfürsten  von  Hessen  ausgerüsteten  Corps
und  rückte  mit  der  ausdrücklichen  Erklärung,  daß  die  von
Thielmann  angefangenen  Feindseligkeiten  die  Veranlassung  seines
Einmarsches  seien,  über  Zinnwald  in  Sachsen  ein,  wurde  aber
hier  durch  seine  große  Unfähigkeit  für  den  Herzog  nur  zum
Hemmschuh.  Einer  fünffachen  Übermacht  gegenüber  löste  Thielmann
  die  Aufgabe,  das  Vordringen  derselben  nach  Möglichkeit
zu  erschweren  und  ihr  den  Weg  nach  Westfalen  zu  verlegen,
nicht  ohne  Geschick.  Er  räumte  Dresden  und  gog  sich  fechtend
hinter  Wilsdruff,  dann  vom  Feinde  unbehelligt  über  Rochlitz
nach  Borna  zurück,  wo  er  einige  Verstärkungen  an  sich  zog  und
einstweilen  stehen  blieb.  Napoleons  Befehl,  Dresden  zu  armieren
  und  etliche  Bataillone  Bürgergarde  daselbst  zu  bilden,
war,  wenn  überhaupt  ausführbar,  jedenfalls  zu  spät  gekommen.
Es  wurde  11.  Juni  vom  Feinde  besetzt,  das  noch  vorgefundene
Kriegsmaterial,  im  Werthe  von  250000  Thalern,  nach  Theresienstadt
  abgeführt,  Aufrufe,  von  Ad.  Müller  auf  Veranlassung
des  Stadtcommandanten,  Fürsten  Lobkowitz,  verfaßt,  forderten
zum  Anschluß  an  die  Sache  der  Befreier  auf,  der  Herzog  warb
durch  Handgeld  und  starke  Getränke  für  sein  Corps,  während
seine  Leute  sich  in  der  Umgegend  vielfache  Erpressungen  und
selbst  Mißhandlungen  der  Einwohner  erlaubten,  so  daß  der
Geheimerath  nichts  Besseres  zu  thun  wußte,  als  sich  durch
den  Geheimen  Referendar  v.  Manteuffel  unmittelbar  an  den
Erzherzog  Karl  mit  der  Bitte  um  Schonung  des  Landes  zu
wenden.

Bereits  am  8.  Juni  hatte  der  König  den  Herzog  von
Valmy,  Befehlshaber  des  Observationscorps  der  Elbe  und  der
Reserve  des  Rheins  im  Hessischen,  durch  den  Major  v.  Tettenborn
  auf  die  dem  Königreich  und  ihm  selbst  drohende  Gefahr
aufmerksam  machen  lassen,  erhielt  aber  die  wenig  tröstliche