Reise  des  Königs  nach  Plauen.  111

nächst  nach  Plauen,  zur  Reife.  Senfft  wünschte,  daß  der
König  vorläufig  nur  bis  Chemnitz  gehen  möge,  aber  dieser
hatte  Eile  seine  Person  bis  an  die  äußerste  Grenze  seines
Landes  in  Sicherheit  zu  bringen  1).  Ein  Patent  verkündete
dem  Volke  diesen  Entschluß  des  Königs;  es  sprach  die  festeste
Anhänglichkeit  an  das  bisher  befolgte  politische  System,  die
Zuversicht  auf  einen  glücklichen  Erfolg  und  auf  die  mächtige
Unterstützung  von  Sachsens  großem  Alliierten,  die  Mahnung  zu
Treue,  Ausdauer,  Ruhe  und  zum  Vertrauen  in  die  Sorge
des  Königs,  der  in  einer  fünfundvierzigjährigen  Regierung  die
Wohlfahrt  des  Landes  und  das  Beste  seiner  Unterthanen  zum
einzigen  Gegenstande  seiner  Bestrebungen  gemacht  habe,  und
zum  Schluß  die  Hoffnung  auf  baldige  Wiederkehr  aus?).
Da  das  Geheime  Conseil  durch  den  1809  begangenen  Fehlgriff
  das  königliche  Vertrauen  verscherzt  hatte,  so  wurde  die
Wahrnehmung  der  Regierungsgeschäfte  während  des  Königs
Abwesenheit  einer  Immediatcommission  übertragen,  bestehend
aus  dem  Conferenzminister  v.  Globig  als  Präsidenten,  dem
Oberkammerherrn  v.  Friesen  und  den  Geheimen  Finanzräthen
v.  Manteuffel  und  v.  Zezschwitz.  Ihre  Instruction  wies  sie
an  nichts  zuzugeben,  was  dem  Kaiser  Napoleon  mifßfallen
könne,  da  es  des  Königs  Absicht  sei,  der  französischen  Sache

1)  Friedrich  August  an  den  Grafen  Senfft  24.  Februar  1813:  „J'ai
pris  la  résolution  de  me  mettre  en  süreté  en  allant  à  Plauen  apreès
ce  que  nous  en  avions  murement  délibéré  ensemble.  II  me  parait
due,  duand  on  a  pris  un  parti  avee  réflexion,  on  ne  doit  pas  D’exécuter
à  demi  sans  des  motifs  suffisants.  Celui  de  recevoir  des  nouvelles  plus
fraiches  de  Dresde  ne  me  parait  pas  tel.  Cela  ferait  à  peine  une
différence  de  huir  heures  de  Chemnitz  à  Plauen,  tandis  qu’'un  jour
de  séjour  de  plus  à  Chemnitz  me  rapprocherait  presque  autant  des
Russes  due  si  j’'stais  resté  un  jour  de  plus  à  Dresde.  Au  reste  je
ne  saurais  retourner  dans  cette  ville  à  moins  d'un  changement  des
eirconstances  tel,  qdue  je  soie  assuré  de  ne  pas  me  trouver  dans  le
cas  d’en  étre  chassé  de  nouveau  sous  peu.  Voilà  les  motifs  qui
me  persuadent,  que  je  dois  continuer  ma  route  après  demain  jusqu'à
Plauen.“

2)  Poppe  II,  25.