Schlacht  bei  Bautzen.  Verfolgung  der  Verbündeten.  175

hinter  sich  abgebrannt  hatten,  setzte  sich  die  russische  Nachhut
unter  Yermoloff  an  dem  Paß  von  Roth-Kretzscham,  dort  von
den  Sachsen  vertrieben  aufs  neue  hinter  dem  Schöpsbach,  bis
ein  heftiger  Ansturm  der  Letzteren  sie  nöthigte  sich  nach  Reichenbach
  zurückzuziehen,  wo  die  hinter  dem  Städtchen  ansteigenden
Höhen  mit  dem  Töpferberg  ihnen  abermals  eine  vortheilhafte
Stellung  boten.  Erbittert  über  die  Hartnäckigkeit  des  Widerstandes,
  den  der  geschlagene  Feind  ihm  überall  entgegensetzte,
gedachte  Napoleon  ihn  hier  nicht  ohne  nachdrückliche  Züchtigung
entkommen  zu  lassen.  Während  die  Artillerie  von  den  diesseitigen
  Höhen  ihr  Feuer  gegen  die  russische  Stellung  eröffnete,
gab  er  zwei  sächsischen  Bataillonen,  Garde  und  v.  Sahr,  den
Befehl  die  Stadt  wegzunehmen,  den  dieselben  trotz  des  furchtbaren
  Feuers  der  russischen  Geschütze  mit  unvergleichlicher
Tapferkeit  im  Sturmschritt  ausführten.  Gleichzeitig  ließ  er
den  größeren  Theil  der  sächsischen  Infanterie  auf  der  Südseite
der  Stadt,  durch  die  Unebenheiten  des  Bodens  gegen  die  Blicke
und  das  Feuer  der  Feinde  gedeckt,  nach  dem  Wiesengrunde  am
Fuße  des  Töpferberges  hinabgehen,  wodurch  die  dort  aufgestellten
russischen  Jäger  genöthigt  wurden  sich  eilig  zurückzuziehen.  Inzwischen
  hatte  sich  der  Rest  des  7.  Armeecorps  von  französischer
Reiterei  unterstützt  über  Sohland  gegen  den  linken  Flügel  der
Verbündeten  dirigiert;  letztere  wurde  zwar  beim  ersten  Vorgehen
  geworfen,  drang  aber  durch  Latour-Maubourg  verstärkt
von  neuem  vor.  Nun  griff  Reynier  in  Verbindung  mit  der
Reiterei  die  Hauptstellung  auf  dem  Töpferberge  an,  während
Lauriston  dieselbe  in  die  rechte  Flanke  zu  nehmen  suchte.  Diese
doppelte  Bewegung  zwang  die  Verbündeten  die  so  standhaft
behauptete  Stellung  zu  räumen.

Napoleon  sprengte  zu  den  auf  dem  erstürmten  Töpferberg
haltenden  Sachsen,  sprach  dem  General  v.  Sahr  laut  seine
Anerkennung  ihrer  Tapferkeit  aus  und  beobachtete  den  abziehenden
  Feind.  Als  er  ihn  auf  der  vorliegenden  Höhe  schon  wieder
schlagfertig  sich  gegenüberstehen  sah,  befahl  er,  begierig  nach  so
mühevollem  Ringen  noch  ein  entscheidenderes  Resultat  zu  erlangen,
  dem  7.  Armeecorps  ihn  auch  aus  dieser  Stellung  zu