218  Sachsen  während  des  Befreiungskriegs  von  1813.

Heitern  Blicks  um  von  da  nach  Torgau  zu  gehen.  Da  sich
aber  Reynier  unmittelbar  darauf  mit  eigenen  Augen  von  der
Unmöglichkeit  des  Durchkommens  nach  Eilenburg  überzeugte,
so  ließ  er  sie  nach  Paunsdorf  zurückkehren;  nur  die  leichte
Reiterbrigade,  das  Bataillon  v.  Sahr  und  die  reitende  Batterie
Birnbaum  blieben  zur  Beobachtung  der  feindlichen  Reiterei
stehen,  die  sich  bereits  von  Taucha  und  Sommerfeld  her  näherte.
Als  jedoch  Langeron  Miene  machte  die  Parthe  zu  überschreiten
und  Bubna  ebenfalls  trotzdem,  daß  zehn  sächsische  Geschütze  gegen
ihn  auffuhren,  vordrang,  nahm  Reynier  die  Sachsen  etwas
weiter  nach  Stünz  zu  zurück.  Ehe  sie  noch  diese  Bewegung
ausgeführt  hatten,  erschien  ein  vom  Major  v.  Fabrice  abgeschickter
  Offizier  um  der  Jufanterie  anzuzeigen,  daß  die  ungefähr
  500  Mann  starke  leichte  Reiterbrigade,  die  überdies  in
Gefahr  schwebe  von  der  feindlichen  Übermacht  zersprengt  oder
gefangen  genommen  zu  werden,  willens  sei  zum  Feinde  überzugehen.
  Die  Brigadiers  bestürmten  den  General  v.  Zeschau
sich  diesem  Beispiel  anzuschließen,  aber  bestimmt  erklärte  dieser,
daß  er  ohne  ausdrücklichen  Befehl  des  Königs  nichts  thun
werde,  was  seiner  Pflicht  entgegen  sei.  Unterdes  war  es  10
Uhr  geworden.  Jetzt  erhielt  die  Reiterbrigade  Befehl,  die
unter  den  Generalen  Emanuel  und  Platow  anrückende  russische
Kavalerie  anzugreifen;  sie  gehorchte,  wurde  aber,  wie  vorauszusehen,
  von  den  weit  überlegenen  Gegnern  geworfen.  Kaum
hatte  sie  sich  jedoch  hinter  der  Batterie  wieder  gesammelt,  als
sie  mit  eingesteckten  Säbeln  aufs  neue  vorritt  und  zu  den
Russen  übergieng.  Sie  wurde  mit  großem  Jubel  empfangen.
Langeron,  der  auf  die  Nachricht  von  dem  Geschehenen  herbeieilte,
  wollte  die  Sachsen  zur  Reserve  schicken,  auf  ihren  ausdrücklichen
  Wunsch  gestattete  er  ihnen  zwar  vorläufig  bei  der
Avantgarde  zu  bleiben,  doch  wurden  sie  nachher,  ohne  am
Kampfe  weiteren  Theil  genommen  zu  haben,  zur  schlesischen
Armee  gewiesen.  Oberst  v.  Lindenau  nebst  etlichen  Offizieren
sowie  die  reitende  Batterie  waren  zurückgeblieben.  Bald  darauf
führte  Major  v.  Selmnitz  das  Bataillon  v.  Sahr  bei  Seegeritz
ebenfalls  zu  den  Russen  über;  nachdem  es  der  Kronprinz  von