Einsetzung  des  russischen  Gouvernements.  233

geschlossene  Convention  aufs  neue  eingesetzt.  Die  Schnelligkeit
jedoch,  mit  der  die  vertriebenen  Fürsten  zurückkehrten  und  die
Rheinbundfürsten  der  Allianz  beitraten,  hatte  zur  Folge,  daß
Sachsen  der  wichtigste  Bestandtheil  der  der  Centralverwaltung
anheimfallenden  Länder  blieb  1),  Stein  selbst  aber  begab  sich,
nachdem  er  die  Verwaltung  in  ihren  Grungzügen  eingerichtet,
um  dem  Mittelpunkt  der  Verhandlungen  nahe  zu  sein,  bereits
am  9.  November  in  das  große  Hauptquartier  nach  Frankfurt.
Den  22  sten  ernannten  die  Verbündeten  den  russischen  Generalmajor
  Fürsten  Repnin,  einen  klugen,  wohlwollenden  und  durch
längeren  Aufenthalt  in  Deutschland,  früher  als  Gesandter  in
Kassel,  mit  deutschen  Verhältnissen  vertrauten  Mann,  mit
einem  Monatsgehalt  von  1000  Thlrn.  zum  Generalgouverneur
im  Königreich  Sachsen,  der,  da  Dresden  noch  in  Feindes  Hand
war,  vorläufig  seinen  Sitz  in  Leipzig  nahm.  Seinem  Generalgouvernement
  wurden,  27.  October,  auch  das  Herzogthum
Altenburg  und  die  Reußenländer  zugewiesen,  für  den  Umfang
desselben  der  russische  Oberst  v.  Rosen  zum  Generaldirector
der  Polizei  ernannt  und  Staatsrath  v.  Merian  als  geschäftskundiger
  Generalsecretär  dem  Fürsten  beigegeben.  In  mittelbare
Verbindung  mit  Sachsen  setzte  Stein  die  anhaltischen  und
schwarzburgischen  Länder,  insofern  sie  ihre  Beiträge,  Lieferungen
und  Mannschaften  nach  Bestimmung  des  Generalgouvernements
zu  leisten  hatten,  die  Ausführung  aber  selbst  übernahmen.
Somit  war  die  oberste  Verwaltung  Sachsens  zunächst  in
russische  Hände  gelegt  und  befand  sich,  Dank  hauptsächlich
Steins  durchgreifender  Energie,  bald  in  vollem  Gange.  Auch
unterließ  Stein  nicht  mehrere  angesehene  und  des  Landes  kundige
  Sachsen,  die  sich  als  Freunde  der  deutschen  Sache  bewiesen
hatten,  zu  derselben  herbeizuziehen;  v.  Miltitz,  bisher  vielfach
als  Marschcommissar  bei  den  verbündeten  Heeren  thätig,  erhielt
die  Leitung  der  allgemeinen  Polizei  und  sollte  schleunig  einen
Plan  wegen  Errichtung  beweglicher  Colonnen,  die  auf  Herstel-1)

  Eichhorn,  Die  Centralverwaltung  der  Verbündeten  unter  dem
Freiherrn  von  Stein.  Deutschland  1814.