240  Das  fremde  Gouvernement  und  der  wiener  Congreß.

gerung  derselben  verwendet  wurden.  Dieselben  waren,  nachdem  auch
die  nicht  übergegangenen  Abtheilungen  während  des  beginnenden
Rückzugs  nach  und  nach  von  den  Franzosen  losgekommen
waren,  zunächst  von  Schwarzenberg  beordert  gewesen  den
sterreichern  nach  Zeiz  zu  folgen;  hier  gieng  Generalmajor
v.  Ryssel,  der  interimistisch  den  Befehl  über  sie  führte,  den
Kaiser  von  Osterreich  nochmals  um  seine  Verwendung  für  den
König  an;  so  gern  aber  auch  dieser  schon  jetzt  die  Rolle  eines
Beschützers  Sachsens  übernommen  hätte,  so  sehr  er  namentlich
wünschte,  die  sächsischen  Truppen  zu  haben,  so  nöthigte  ihn  doch
vor  der  Hand  die  Rücksicht  auf  seine  Bundesgenossen,  mit
dieser  Forderung  zurückzuhalten  und  Ryssel  wurde  von  ihm
auf  die  Verhandlungen  verwiesen,  die  eben  zwischen  Alexander,
Stein  und  Metternich  zu  Leipzig  über  Sachsen  gepflogen  würden  1).
Die  Sachsen  bezogen  hierauf,  um  den  Sitz  des  Generalgouvernements
  gegen  etwaige  Ausfälle  der  Besatzung  von  Torgau,
welches  der  preußische  General  Wobeser  auf  dem  rechten  Elbufer
  blokierte,  zu  decken,  auf  Repnins  Befehl  Cantonnements
bei  Eilenburg  und,  als  Tauenzien  mit  weiteren  Truppen  heranzog
  um  die  Belagerung  von  Torgau  und  Wittenberg  ernstlich
in  Angriff  zu  nehmen,  wurden  sie  bestimmt  bei  der  Einschließung
  der  ersteren  mitzuwirken.  Sie  giengen  demgemäß  30.  October
  über  die  Mulde  und  nahmen  eine  Stellung,  die  sich
rechts  bei  Kunzwerda  an  die  Elbe,  links  bei  Mokrehna  an  die
eilenburger  Chaussee  lehnte.  Am  3.  und  5.  November  versuchten
  die  Franzosen  Ausfälle  gegen  sie,  die  aber,  wenn  auch
nicht  ohne  Verlust  abgeschlagen  wurden.  Die  wenigen  noch  in
der  Festung  befindlichen  sächsischen  Truppen  entließ  Narbonne
am  4.  November.  Am  14ten  marschierten  die  Sachsen,  nachdem
  sie  durch  die  preußische  Brigade  Jeanneret  abgelöst  worden
waren,  nach  Merseburg,  um  dort  für  den  Feldzug  nach  Frankreich
  neu  formiert  zu  werden.  Torgau  capitulierte,  nachdem
sein  Commandant  Narbonne  gestorben  war,  nach  mehrtägigem
Bombardement  am  27sten  und  wurde  am  10.  Januar  über-1)

  Aster  II,  334.  —  v.  Bernhardi,  Toll  III,  540.