338  Das  fremde  Gouvernement  und  der  wiener  Congreß.

preußische  Dienste  1),  wogegen  auch  von  den  abgetretenen  einige
nach  und  nach  in  den  sächsischen  Staatsdienst  zurückkehrten  2).
Am  31.  Mai  trat  der  sächsische  Hof  die  Rückkehr  an,  die  ihn
nach  zwanzigmonatlicher  Abwesenheit  am  7.  Juni  auf  den
vaterländischen  Boden  zurückführte.  Die  Freude  des  Volkes,
nach  Tagen  schwerer  Prüfung  seinen  König  wieder  zu  besitzen,
äußerte  sich  auf  dem  ganzen  Wege  von  der  Grenze  an  in  ungeheuchelten,
  rührenden  Beweisen.  Ein  feierlicher  Empfang
erwartete  den  geliebten  Landesvater  in  seiner  Hauptstadt.  Aus
Leipzig,  wo  ebenfalls  wie  in  allen  Theilen  des  Landes  Kundgebungen
  des  das  ganze  Volk  beseelenden  Gefühls  stattfanden,
zogen  700  Studenten  gen  Dresden,  dem  Könige  einen  solennen
Fackelzug  zu  bringen.  Das  allgemeine  Dankfest  wurde  am
18.  Juni  durch  das  ganze  Land  mit  Gottesdienst  und  Festlichkeiten
  begangen,  aber  in  den  Dank  über  die  Beendigung  einer
verhängnißvollen  Periode  mischte  sich  vielfach  die  Hoffnung,  daß
die  schmerzliche  Zerreißung  des  Landes  nur  vorübergehend  sein
werde  5).

1)  So  der  wegen  seiner  Vorliebe  für  Preußen  bei  seinen  Landsleuten
mißliebige  Hofrath  Ferber,  Geh.  Finanzrath  Richter,  früher  schon  Körner,
von  höheren  Offizieren  außer  Thielmann  die  Generalmajore  v.  Ryssel
I.  und  II.,  v.  Brause,  v.  Carlowitz,  v.  Bose,  die  Obersten  v.  Miltitz,
v.  Hoyer,  v.  Bose,  v.  Aster,  Oberstleutnant  v.  Rathe  und  v.  Beerer.

2)  Gretschel-Bülau  III,  588.

3)  Groß,  S.  152.