356  Anhang.

thun  zu  müssen,  so  muß  ich  hierbei  feierlich  erklären,  daß  jeder
Sachse  des  Eides  gegen  seinen  König  entbunden  ist  und  keinen
andern  Souverain  als  die  alliierten  Mächte  anzuerkennen  hat,
und  daß  ich  verpflichtet  bin  einen  Jeden,  der  einen  andern  Souverain
  erkennen  will,  aus  der  Liste  der  Armee  auszustreichen.“

31.

Bericht  v.  Üchtritz',  Stuttgart  28.  Januar  1815:  „Das
Benehmen  des  stuttgarter  Hofes  gegen  den  unfrigen  ist  nicht  sehr
freundschaftlich  und  besonders  nicht  offen.  Zwar  scheint  die
Zeitungsnachricht,  der  König  von  Würtemberg  habe  sich  formell
gegen  die  Wiederherstellung  des  Königs  von  Sachsen  erklärt,  übertrieben
  zu  sein,  um  so  mehr,  da  er  sie  hat  dementieren  lassen,
aber  die  geringe  Offentlichkeit,  die  man  diesem  Dementi  gegeben,
die  Sorge,  mit  der  man  hier  alle  Schriften  zu  unseren  Gunsten
unterdrückt,  während  man  die  gegen  uns  gerichteten  Libelle  unbehelligt
  läßt,  und  tausend  andere  Umstände  beweisen  mir  unzweifelhaft,
  daß  der  stuttgarter  Hof  nicht  eben  sehr  betrübt  sein  würde,
wenn  der  König  von  Sachsen  aus  der  Reihe  der  deutschen  Souveraine
  verschwinde.  Seine  Berechnungen  sind  zu  selbstsüchtig
und  zu  sehr  durch  Rußland  beeinflußt  und  zu  sehr  auf  eine  Gebietsvergrößerung
  gerichtet,  als  daß  er  nicht  wünschen  sollte,  daß
Preußen  in  Sachsen  entschädigt  werde,  damit  recht  viel  Land  am
Rhein  zwischen  Baiern,  Würtemberg  und  Baden  zu  vertheilen
übrig  bleibe.“  —  VUgl.  v.  Bernhardy  I.  134.

32.

Talleyrand  an  Graf  Caraman,  französischen  Gesandten  in
Berlin,  26.  Januar  1815:  „Je  n'ai  rien  de  positif  à  Vous
faire  connaitre  sur  la  situation  des  affaires,  qui  se  négocient
au  congrös.  Elles  marchent  toujours  très-  lentement.  Cependant
  nous  avons  aujourd’hui  un  espoir  bien  fondé  de  conserver
au  Roi  de  Saxe  sinon  la  totalité,  au  moins  la  meilleure  partie
de  ses  états.  Nous  aurions  pu  nous  flatter  Tobtenir  sur  ce
point  important  un  succès  plus  entier,  si  nous  avions  été
sccondés  plus  fortement  par  Pambassade  de  I’'Angleterre.  Mais