Elbschiffahrt.  Finanzen.  508

von,  der  Elbe  ganz  weg  und  suchten  von  Stettin  auf  der  Oder
und  den  Kanälen  ihren  Weg  nach  Sachsen.  Die  Regierung
mußte  sich  darauf  beschränken  die  schwierigsten  Stellen  im  Strom
für  die  Schiffahrt  zu  verbessern  und  erreichte  wenigstens  so
viel,  daß  die  sächsische  Strecke  der  am  wenigsten  vernachlässigte
Theil  des  Stromes  war.

Die  Rückwirkung  des  Aufschwunges  im  Handel  und  in  der
Industrie  auf  andere  Stände  blieb  nicht  aus.  Der  kleinere
Gewerbstand  und  die  Landwirthschaft  fühlten  sehr  bald  die
steigende  Consumtionskraft  der  Bevölkerung  und  so  begann  der
Wohlstand  im  allgemeinen  zu  steigen.  Nicht  minder  erfreulich
gestalteten  sich  die  finanziellen  Ergebnisse  der  Staatsverwaltung;
bei  den  Regalien  wurde  in  der  Finanzperiode  von  1834  bis
1836  ein  Überschuß  von  564000  Thlrn.  erzielt,  daher  sich
auch  die  Stände  bereitwillig  zur  Übernahme  einer  Schuld  von
101000  Thlrn.  verstanden,  welche  aus  Friedrich  Augusts  I.
Zeit  stammend  auf  der  Schatulle  lastete  und  erst  nach  König
Antons  Tode  zur  Kenntniß  des  Ministeriums  gekommen  war.
Das  nächste  Budget  ergab  einen  Überschuß  von  1,953077  Thlrn.,
so  daß  die  Regierung,  trotzdem  sie  zu  geordneter  Führung  der
Verwaltung  in  ihren  Cassen  stets  einen  zweimonatlichen  Bedarf
vorräthig  hielt,  nicht  nur  verschiedene  Steuern  erlassen  oder
ermäßigen  sondern  auch  die  Abwickelung  des  noch  vorhandenen
Restes  der  3%  Kammercreditschuld  vornehmen  konnte.  Die
ganze  fundierte  Staatsschuld  bestand  Ende  1842  nur  noch  in
der  3%  Anleihe  von  1830  im  Betrag  von  9,539175  Thlrn.,
der  niedrigste  Stand,  den  sie  je  erreicht  hat.  Mehrere  uneinträgliche
  Domainengrundstücke  wurden  veräußert;  allein  die
Forstnutzungen  erhöhten  sich  von  1833  bis  1846  um  100000
Thlr.,  so  daß  sie  jetzt  mehr  eintrugen  als  vor  der  Theilung
von  1815,  und  bis  1842  waren  überhaupt  ohne  höhere  Belastung
  der  Unterthanen  von  den  Domainen,  Regalien,  Verbrauchsabgaben
  rc.  4,748955  Thlr.  mehr  gewonnen  worden,
die  zu  außergewöhnlichen  Zwecken,  namentlich  zu  Unterstützung
des  Eisenbahnbaus,  verwendet  werden  konnten.  Das  bedenkliche
Sinken  des  Silberausbringens  bei  mehreren  freiberger  Gruben