722  Sachsen  unter  König  Johann.  Inneres.

Steigen  des  Budgets  um  1,841076  Thlr.  und  entsprechende  Erhöhung
  der  Steuern  fühlbar,  dazu  waren  für  außerordentliche
Staatsbedürfnisse,  wie  die  Erwerbung  von  Eisenbahnen  und
verschiedene  Bauten,  über  20  Millionen  zu  beschaffen,  doch  bewährte
  auch  jetzt  der  sächsische  Staatscredit  seine  alte  Festigkeit.
Eine,  Januar  1851,  eröffnete  Anleihe  von  15,  effectiv  6  Millionen
  Thlrn.,  wurde  binnen  zehn  Tagen  aufgebracht  und  die
Steuerzuschläge  konnten  nach  und  nach  gänzlich  wieder  erlassen
werden.  Jede  Finanzperiode  seit  1854  schloß  mit  bedeutenden
Überschüssen  ab  (z.  B.  1852—1854:  2,818109  Thlr.,  1858  bis
1860:  5,612636  Thlr.),  so  daß  auch  die  Gehalte  der  Staatsangestellten
  wiederholt  soweit  Aufbesserungen  erfuhren,  daß  sie
den  steigenden  Preisen  der  Lebensbedürfnisse  in  einigem  Abstande
folgten.  Die  Anleiheschuld  des  Staats  stieg  zwar  von
39,270511  Thlrn.  im  Jahr  1849  auf  66,169869  Thlr.  im
Jahr  1865,  derselben  standen  aber  Activwerthe  von  105
Millionen  Thlrn.  gegenüber  und  die  Staatsbahnen  verzinsten
ihr  Anlagecapital  (49,046674  Thlr.)  zu  7,37%.  Im  Budget
von  1858—1860  konnten  außer  den  ordentlichen  Ausgaben
5,242658  Thlr.  für  außerordentliche  Staatsbedürfnisse  (100000
Thlr.  für  Verbesserung  der  Heil-,  Straf=  und  Versorgungsanstalten,
  25000  Thlr.  für  eine  neue  Sternwarte  in  Leipzig,
300000  Thlr.  für  Verlegung  der  Meißener  Porzellanmanufactur
aus  der  Albrechtsburg  r2c.)  bestimmt  und  trotzdem  die  außerordentlichen
  Steuerzuschläge  in  Wegfall  gebracht  und  eine  Conversion
  der  41%  Staatsschuld  in  eine  4procentige  ohne
Schwierigkeit  ausgeführt  werden  1).  In  den  Forst=  und  Jagdnutzungen
  wurden  durch  fortwährend  verbesserte  Wirthschaft
wesentliche  Erfolge  erzielt  ?).  Der  Bergbau,  welchem  das

1)  Das  ordentliche  Budget  belief  sich  1852/54  aufjährlich  8,281728  Thlr.
1855/57  „  „  9)/266454  „
1858/60  „  „  9),365243  „,
1861/63  „  „  9,759180  „
1864/66  „  „  13,658984  „

2)  In  dem  Zeitraum  von  1834—1866  hoben  sich  die  Nutzungen  des
Staatsvermögens  von  2,427110  Thlrn.  auf  7,539248  Thlr.,  der  Ertrag