Rückzug  von  Gitschin  hinter  die  Biftritz.  799

einige  Tage  der  Erholung  gönnen  zu  können  hoffte.  Seinen
äußersten  linken  Flügel  bildeten  die  Sachsen,  die  noch  in  der
Nacht  bei  Nechanitz  hinter  die  Bistritz  zurückgegangen  waren.
Dort  ersah  der  Kronprinz  eine  Stellung  auf  den  Höhen  von
Hradek,  trefflich  geeignet  zur  Vertheidigung  auch  gegen  einen
überlegenen  Feind;  er  fing  sofort  an  dieselbe  durch  Geschützeinschnitte
  zu  verstärken,  sie  wurde  jedoch  als  zu  exponiert
und  nicht  in  den  Rahmen  des  Schlachtplanes  passend  vom  Obercommando
  nicht  gebilligt,  vielmehr  der  Kronprinz  angewiesen
die  Höhen  von  Popowitz  und  Tresowitz  zu  besetzen,  wo  sich
von  den  Österreichern  zunächst  das  8.  Armeecorps  und  die
1.  leichte  Kavaleriedivision  an  ihn  anschlossen.  Nachdem
jedoch  der  Generalstabschef  v.  Fabrice  noch  früh  2  Uhr  des
3.  Juli  sich  durch  den  Augenschein  von  der  Ungeeignetheit
dieser  Stellung  überzeugt  hatte,  genehmigte  schließlich  der
Feldzeugmeister  auf  seinen  Vorschlag,  daß  die  Sachsen  ihre
Aufstellung  auf  dem  zwar  ebenfalls  von  dem  Bogen  der  Bistritz
zu  weit  entfernten  aber  doch  um  vieles  vortheilhafter  gelegenen
  Höhenzug  zwischen  Nieder-Prschim  und  Problus  nehmen
durften.  Diese  beiden  Dörfer  dienten  der  Stellung  als  Flügelstützdunkte,
  vor  der  Fronte  zog  sich  eine  nasse  Wiesenmulde
hin,  welche  die  Annäherung  erschwerte  und  eine  freie  Uebersicht
über  das  Vorterrain  gestattete.  Die  Sachsen  zählten  noch
18248  Mann  Infanterie,  2574  Mann  Kavalerie  und  58
Geschütze.  «

Recognoscierungen  während  des  2.  Juli  stellten  die  Annäherung
  starker  feindlicher  Streitkräfte  gegen  die  Bistritz  heraus.
  Sobald  nämlich  das  preußische  Hauptquartier  zu  der
Überzeugung  gelangt  war,  daß  der  Gegner  die  Schlacht  mit
der  Elbe  im  Rücken  anbiete,  so  beschloß  ein  spät  abends  zu
Gitschin  versammelter  Kriegsrath,  diesen  Vortheil  nicht  unbenutzt
  zu  lassen  und  am  nächsten  Morgen  anzugreifen.  Der
Elbarmee  fiel  die  Aufgabe  zu  gegen  die  Sachsen,  Benedeks
linke  Flanke  vorzugehen.  Früh  74  Uhr,  zu  derselben  Zeit,
wo  die  österreichischen  Batterien  ihr  Feuer  gegen  das  von
Sadowa  anrückende  preußische  Centrum  eröffneten,  entwickelte