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        <title>Leitfaden der Erdkunde für Mittelschulen</title>
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          <msIdentifier>
            <idno>geistbeck_geographie_1908</idno>
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        M.&amp;amp;eiitbeck  —  A.Geiiltbeck,

keiffaden  der  Erdkunde

für  Mittelichulen.

Eriter  Teil:
Geographifce  Grundbegriffe,  Überficht  der  känderkunde.

wererezee  Das  Könlgreidı  Bayern.  Su

 

 

Mit  6  Farbentaieln  und  7%  Abbildungen,  Diagrammen  und  Kärtdıen.

Neunzehnte,  neubearbeitete  Auflage.

Ausgabe  für  Gymnalien
(shne  Heimatkunde).

 
  

x  en  Drud  undVerfag  von  R.  Oldenbourg
a  =  in  Münden  und  Berlin  =
        <pb n="2" />
        <pb n="3" />
        Leitfaden  der  Erdkunde

Tun

Mittelfchulen

Dr.  Michael  Beiltbeh  u  Dr.  Alois  Beiltbec.

Eriter  Tel.
Beographifche  Brundbegriffe.  Überfiht  der  Ländentunde.
Das  Königreihh  Bayern.

Mr  73  Wabrldunrgen,  mn  yarbertafein.  Diagrammer  und  Märicen.
Jteunzeänte,  neubearkeitere  Auflage.
Ausgabe  für  Bymtnajten

iohne  Heimatkunde).

Preis:  kartoniert  M.—.75.,
le  de

 

Münden.
Drux  und  Perlag  von  RK.  Oldenbourg.
Artellung  ur  Scuiküber.

1968.
        <pb n="4" />
        <pb n="5" />
        PBorwort.

Die  vorliegende  neubearheitete  Auflage  des  „Leitfadens  der  Weographie
für  Mitielfhulen“  baut  fich  auf  der  Grundlage  breitejter  Unfhaulicfeit
auf  und  will  den  Forderungen  der  Lehrsrdnung  gemäh;  „eine  anfchauficdhe  Kenntnig
der  Tserflächengejtaft  der  Erde  und  der  einzelnen  LZandichaften“  geben.

Das  Buch  eritvebt  aber  zugleich  auch  eine  einfachere  Organiiation  deS
erdfundlihen  Edhulwiifens.  Die  zahllofen  Einzeltatiachen  der  Länderfunde
vermag  der  menichlidhe  Geift  auf  die  Daner-  nit  feitzuhalten.  Tie  Einzelheiten
mögen,  wenn  fie  ihre  Schuldigfeit  getan,  db.  h.  zur  Muffindung  von  NWilgemein-Segriften
  gedient  haben,  mehr  oder  meniger  wieder  der  “Dergeffenheit  verfallen,  je
nad)  der  Veranlagung  eines  Menichen:  das  Hauptiächliche,  das  Allgemeine  und
für  die  thenvetifehe  mie  praftifche  geoarephifche  Bildung  Wertvolle  und  Wichrige  aber
kann  und  wird  fejtgehalten  merden.  Daher  Sind  in  diefem  Lehrbude  durdgehend2
  die  Einzeltatiahen  zu  Allgemeintatiahen  jummiert  ımd
unter  leitenden  Jdeen  zufanmengefaßt  worden.

„Erit  durdy  die  gattungsbegriffliche  Aurffaftung,  melde  viele  Eigenichaften  und
Diertinale  in  einem  Worte  oder  in  einem  Sage  zufammeniaßt,“  jagt  Alfred  Hettner
in  feiner  gebanfenreihen  Abhandlung  über  Wefen  und  Methoden  der  Geographie,
ift  eine  Ächarfe  und  dabei  verhältnismäßig  Furze  Beichreibung,  die  im  Gedächtnis
haftet,  überhaupt  mögli  und  damit  zugleih  die  Grundlage  für  die  auf  Bergleihung
  beruhende,  in  Gejegen  auslaufende  ftrengere  Form  der  Erflärung  geichaffer
worden...  Das  Ziel  ift  die  möglichft  einfache  und  deutliche  Erfenntnis
  der  Wirklichkeit.

In  Betracht  fommen  für  den  länderfundlichen  Lehritofi  jene  Yeitideen,  die
eine  Peripeftive  für  die  ander,  Wölfere  und  Erdbetrahtung  wie  für  die  Qänderund
  Zöllerbewertung  eröffnen  und  jemohl  al3  Beitendteil  der  allgemeinen  Bildung
wie  al&amp;amp;  praftiich  wertvoller  Belig  Geltung  beanfprucdhen  können.

_  Indem  man  van  der  Kenntnis  der  geographiihen  Einzelerjheinungen  zur
Auffindung  gengraphbricher  Haupttatjahen  und  zur  Erfenntni3  geographiicher
  SGeiepmäßpigfeiten  fortfchreitet  —  Sei  «3  nun  im  Bezug  auf  bhYiiche
ober  anthropugeographiiche  Verhaltnifie  —,  wird  der  Schüler  auch  im  Bereiche  ber
Srbtunde  wie  in  den  Natiermiffenfchafter  ununterbrochen  im  induftiven  Denten
geichufr.

De?  indultive  Xerfahren  benimnit  der  Qänderfunde  den  Charakter  des  Un:
organifchen  und  Enzyliopädischen,  der  ihr  auf  anderem  Wege  nur  fjchmer  entzogen
werden  fann,  und  jeßi  an  die  Stelle  der  traditionellen  Aufzählung  und  Beichreibung
die  methndifche  geagraphiiche  Entmwidlung.

1°
        <pb n="6" />
        IV  Rorwort.

E8  rüdt  den  Schwerpunkt  der  unzerrichtlihen  Behandlung  var  Einzelnen  und
Kleinen  zum  Allgemeinen  und  Großen  und  verfeiht  dadurch  dem  Unterricht  weite
und  bedeutfame  Gejichitpunfte.

Die  Gliederung  des  Lehrjtoffes  nach  den  grohen  geogranhiichen  Bauprtatiachen
und  Gefegmäßigfeiten  gewährt  zudem  eine  (eichtere  Überichan  und  Beherrz
ihung  desjelben.

Das  einende  Element  in  der  lauderfundlichen  Berrahtung  bilder  der  Menid)
und  fein  Walten  in  der  Natur  wie  in  der  Wejchichte.  Die  Bewertung
der  Natur  in  ihrer  Beziehung  zum  Weenichen  nach  der  wirtichaftlichen,  volitischen  und
äfthetiichen  Seite  hin  jteht  im  Bordergrunde  der  praltiichen  Aufgaben  der  Länders
funde.  Puch  dev  Jugend  Tiegı  das  Weritändnis  anthropogengraphiicher  Erjcheinungen
ungleich  näher  al  die  vielfach  fchwer  enrrätjelbaren  Beivegungävorgänge  der  Erde
rinde,  und  überdies  beiipt  jie  für  Die  Jugend  auch  einen  höheren  pädagogischen  Wert
durch  ihre  ethischen,  älthetiichen  md  nationalen  Elemente  wie  dDucch  ihre  hohe  praftiihe
  Bedeutung  Für  das  wirtichaitliche  Leben  dev  Gegenwart.  Die  Erde  al?
Schaupfab  menichlihen  Wirtens  oder,  um  mit  Ritters  Worıen  zu  veden,  als
Erziehungshaeus  der  Denfchheir,  die  Augitarrung  der  Yänderräume
mit  Naturgaben  und  deyen  Verwertung  durch  die  Arbeit  der  Völker,
dad  wird  al3  Lebendinhalt  auch  der  fchulmafigen  Yänderkunde  zu  betrachten  fein.
Der  Schwerpunft  in  den  Yusführungen  des  Lehrbuch  liegt  demgeinaß,  beionders  ın
den  Oberjtufen,  auj  der  anthrepogengraphiidhen  Seite,  ihr  Emdziel  it  ein
febendiges  Verftändnis  der  wirtihaftlihen  und  pofitiihen  Berhälts
niife  der  Gegenwart  auf  Grund  der  natürlichen  Begebenheiten  der  Länder.

Aus  pödegogifchen  wie  aud  praltiichen  Gründen  jind  die  Bilder  diveft  neben
den  Tert  geitellt,  ıwie  Died  ım  aller  Lehrbüchern  der  Naturkunde  und  Thyitt  längit
als  etwas  Selbitveritänbtiches  erachtet  wird.  Dach  die  Vereinigung  der  Übbildungen
auf  einer  Seite  bleibt  die  Unterbrechung  des  Textes  vermieden;  dagegen  bedingt
deren  Verweiiung  in  den  Anhang  nicht  bloß  ein  zeitvaubendes  und  läjtiges  Herumjuchen
  und  Herumblättern  fondern  die  Bilder  bleiben  nad)  einer  tHüchtinen  Durchlicht
erfahrungsgemäß  zumeiit  unbeadhter.

Danfbar  erkennen  es  die  Verfafler  cn,  daß  die  Berlagshandlung  in  der  Ausitattung
  des  Buches  weder  Mühe  rc  KRoften  geivart  hat,  um  hierin  wahrhaft  (de=Diegenes
  zu  bieten.  \

Möge  eine  billige  Kritif  enticheiden,  inıierveit  e8  den  Berfaljern  gelungen  itt,
da?  jedenfalle  nicht  niedrig  geftellte  Ziel  zu  erreichen,  ohne  mit  den  Traditionen  voll
ftändig  zu  brechen.  Un  feinem  beiceidenen  Teil  mill  das  Lehrbuch  dazu  beitragen,
den  erdundlichen  Unterricht  an  unieren  Schulen  anregend  md  nupbringend  zu  ges
italten  und  in  der  Jugend  ein  frohmutiged  Streben  im  Dienite  des  Vaterlandes  zu
werden.

Sreifing  u.  Hißingen,  in  März  1908.
Die  Berfafier.
        <pb n="7" />
        Inhaltsüberjidht.
Geographifche  Grundbegriffe.
Erjier  Teil.

Grundbegriffe  der  ınathematifchen  Geographie.

Seite  Eeite

Die  Erde  ald  Himmeldlörper  1  Hquator,  Baralleltteife.  .  .  .  2
Die  Himmeldgegenden  .  1  !  Meridiane  .  03
Geftait  der  Erde.  ..  2  :  @eograpk.  Breite,  geograpt.  Zänge  re
Scheinbare  und  wirkliche  Beocgung  yer  |  Die  Erde,  ein  Stern  unter  den  Sternen  3
Erte.  .  .  ..2  ‚®  Die  Erde  ats  Planet  -  .  .  .  .  .  4
Einteilung  der.  Erdoberfläche.  2  :  Bonen  .'  en  5
Adie  und  Bole  der  Erde.  2  |  Der  Mond.  5

Kartvaraphiidhe  Elemente.

Lanbterte  .  en  6  Daritelung  der  Unebenheiten  des
Kartenmaßitab  6  Boden?.  6
weiter  Zeil.

Grundbegriffe  der  phyfilchden  Geographie.

Berteilung  don  Wafjer  und  Land.  8  Tas  fliegende  Warffer.

Das  Meer.  Quellen  .  .  .22
Eigenichaften  des  Meeriwafiers  .  3°  Früfie  .  ..  2
Tiefe  der  Meere  .  8:  Stufen  des  Slußlaufes.  .  .  13
Sieber  bed  Mecres  &amp;amp;  |  Stremiuftem,  Gieomgebiet,  Baier
Grenzen  des  Wieeres  8  Stuierland  .

Bervegungen  bei  Meeres.  9°  Dieftehenden  Gewäller  des  Binnenlonded  14
Inieln  und  Halbinieln.  .  9
Die  Luft.

Dad  Feitland.  .  .  ;

FR  .  Die  Auft  im  allgemeinen  .  1
Bea  Land  und  icine  Gliederung  3,  .

:  Wärme  der  Luft.  .  4

Nabe  -  -  \  0  nenne  der  Luft,  Wind  16
Abiolute  und  telative  Höbe  .  .  10  Nied  fehle  “en  inde  16
Tiefland  und  Hochland  210:  me  Släge  ma  "
Berge  und  Gebirge.  .  10  Naturerzeugnifie
Bujammenfegung  det  Eroboden?  .  .  11  Mineralreih  .  .  16

Builfane  und  Erdbeben  .  .  12  Pilanzens  unb  Tierreidh  in  den  fünf  ;  dnen
Täler.  .  .  12  '  der  Erde  en  .
        <pb n="8" />
        vı

Die  Nenfhenwelt.
Zahl  der  Meniden  .
Drenfientaiten  .  .
Qebensmweife  und  Beicäftigung  .

Europa.
Lege,  Größe  und  Grenzen
Küjtengliederung  .
Bodengeitalt
Bewällerung
ima  .  .
Erzeugnijie.
Bevöflerung
Staaten.
1.  Südeuropa  .
2.  Diteuropa
3.  Die  Halbinieln  und  Infeln
eucopas
4.  Wejteuropa  .
5.  Mitteleuropa
Alten.
Lage,  Größe  und  Brenzen
Küftengliederung

Bodengeftalt  und  Bewälierung  -

Klima  und  Erzeugnifie
Bevölterung
Stagten

Afrika.
Lage,  Bröfe  ud  Grenzen
Küftengliederun

Bodengeftalt  und  Beiäfferung  .

Klinta  und  Grieugnie
Bevölterung
Staaten

Lage  ınd  Beltanbteile  .

Ratürlide  und  jtaatliche  Grenzen  .

Lage  zun  Meere.

Inhalt.

Seite

BVohnpläpe  der  Meniceı:  .

-  17.  Religion
17  Land  unk  Staat.
18

Dritter  Teil.
Überjicht  der  Ränberkunde.

Amerifa.
19  :  Beftandteile  .  .  .
19  l  Lage,  Yröße  und  Grenzen
-  20  :  gKüftengliederung.  .
u.
2ı  1.  Norpamerife.
-  21  '  Vobengeitalt  und  Vewäfierung  .
.  21  ;  Klima  und  Sraeuanife
Bevölkerung
23  Staaten
Fr  Bm  23  |  2.  Sudamerifa.
orbweitz  98;  Bodengeitalt  und  Beipälierung  .
93  :  Klima  und  Erzeugniile
"  FR  !  Bewohner  .
"  Stanten
24  ,  Aultralien.
.  24  Beltandteile,  Größe  und  Eimwehnerzadl
4
4  i  Auitralfontinent.
235  :  Wröße,  Lage  und  Brenzen
5  |  Küftengliederung
!  Modengeiteli  und  Yewähierung  .
!  Alima  .  .
2  {
&amp;gt;  |  Erzeugnifie
 !  Benölferung
6;
-  %  |  Yuitrafinieln
26  |
.  26  |  Volnnefien  oder  Ozeanien  .
Nierter  Teii

Das  Königreich  Bahern.

.  30  :  Größe  und  Einwohnerzahl

.  30  °  Kreißeinteilung  -

.  30  Einteilung  in  Naturgebiete  .
        <pb n="9" />
        Inhalt.  vIt
Eee  Seite
Die  Bayerifden  Kalfalveu.  Die  Mittelfräntiihe  Blatte

Satuz  und  Bewohner  .  a  und  ihre  Randhöhen  Mittels

Die  Allgäuer  Alpen  .  33  franfen  .  57

Die  Bapyeriichen  Mipen.  .  35  Der  ränfiige  Jura  .59

Die  Salzburger  Alpen.  .  37

Die  Balz.
Dad  Bayerifhe  Alpenvorland.  ‚  Die  Rheinebene  a

Der  jüblihe  Zeit  der  Hochebene:  Das  |  Da3  Bergland  .  4
Bayeriiche  Seenland.  .  .  39  |  Die  Haarbt  64

Dag  nördliche  Hügelland:  Das  Uderban-  Der  Beltrid  .  .  65
gebiet  Südbayern?  40  Das  Norbpfätzifäe  Bergland  65

Das  Dorautal  .#

Das  Stujenland  der  Naab,  die  Ober:
Dal;  .  .  4  Allgemeine  Uberjidt.

Dad  Dftbaueriide  Ürenzgebirge,  der  Bodengejtalt  .  67
Böhmerwald  47  :  Beiällerung  .  67
Sranfen.  Das  Maingebiet  und  jeine  i  Berdättiaung  u  Bewohner.  |  a

Gebirgdumwallung.  Der  Bertehr  70
Das  Obermaintal  und  feine  Eifenbahnen  70
Randgebirge  Oberfranten.  Dichte  der  Bevöllerung  .  70

Das  I  herntaintel  -  49  Mbjtanımung,  Sprache,  Betenntniß,  Bil:

Das  Fichtelgebirge  51  dung  .  .  ,  71

Der  Frantenwald  .  53  Stoatäverfafiung  .  .  12

Der  nördliche  Teil  de3  Bröntißen  Zu  Staatövermaltung,  Redtäpilege,  ticdhliche
die  Fräntiihe  Schweiz  .  53  und  militätiihe  Berhältnitie  .  .  -  12
Die  IInterfränfiihe  Platte  und  --ihre
  Nandgebirge.  Mittels  und

Untermain.  Unterfranfen.  Das  Bayerland.

Die  Unterfränfifde  Platte,  deren  Rand»  Buiammenjaijende  Überfhau  .  16
gebirge  .  59%   Überficht3-Tabefen  .  17

Ter  Spejjart  .  55   Ünhang  .  .  .9

Die  Rhön  57  Kartenflizgen  zur  Geogeapdie  von  n  Bayern  32
        <pb n="10" />
        <pb n="11" />
        Beographiiche  Grundbegriffe.

Erfter  Teil.

Grundbegriffe  der  mathematifdjen  Erdkunde.

Die  Erde  als  Hinmelskörper.

Die  Himmeldgegenden.  Ani  freiera  zelde  fonunt  un®  der  Dimmel  wie  em
arokes  Gewölbe  vor,  das  ringsum  bif  zum  Erdboden  veicht  und  auf  dielem  einen
i  €

aropen  Kreis  um  ung  bildet.  Der  Kreis,  in
dem  fih  Himmel  und  Erde  zu  berühren
iheinen,  wird  Gefihtöfreis  oder  Horizont
qenanıt.

An  eier  Stelle  Des  Dorizonts  gebt  anı
Morgen  die  Sonne  auf  md  erhebt  fid  als
mählich  am  Bimmel.  Tie  Dimmeligegend,  un
der  Die  Sonne  aufgeht,  heist  Morgen  oder
Often:  wo  fie  untergebi,  it  Abend  oder
Werten;  wo  fie  am  Mittag  teht,  it  Mittag
oder  Süden  und  den  Mittag  oder  Ziden

gegenüber  iit  Norden  oder  Mitternacht.  &amp;amp;:

oder  Weltgegenden.

Ziwiichen  Diejen  4  Haupthimmelsgegenden
liegen  dier  Nebenhimmelögegenden:  Wordoit
zwichen  Nord  und  Sit,  Zidwejt  ziwiichen
Sid  und  Wett,  Südojt  zivichen  Sid  und  Tit
und  Nordwejt  zrwiichen  Nord  und  Weit.

Wenn  man  die  Haupt  und  Mebenhinnnelsgegenden
  in  einer  jternfürmigen  Zeichnung  zu
tammenitelft,  to  erhält  man  die  Windroie.

Die  Himmelstitungen  bejtimmen
heißt  fich  orientieren.

Es  geichieht  dies  außer  nadı  dem  Stande
der  Sonne  nmüttels  dee  Kompafjes  Diefer

 

d

a  Standpuntı  bed  Beobadıtert.  bed  Himmels:

gewötbe,  bed  f  Beiichtäfzeib.

gibt  fomit  vier  Himmels-    



 

 

Birdrofe,

beiteht  au&amp;amp;  der  Windrofe  und  einer  Magnernadel,  die  mit  ihrer  einen  Spige  itets

nach  Morden  meitt.
        <pb n="12" />
        nn

Eriter  Zeil.

Geitalt  der  Erde.  Auf  Flachem  Lande,  wo  weit  umd  breit  fein  Hügel  die
Ausiiht  benimmt,  ericheint  die  Erde  als  platte  Scheibe.  Mehrere  Tatjachen
Wrede  aber  dafür,  daß  das  cine  Tänfchung  it.

Bon  herannahenden  Gegentländen  ericheint  zuerft  die  höchite  Spige  und
von  ii  entfernenden  verichwindet  diefe  zuicht;  Tofglih  muß  Die  Erb
oberfläce  gewöldt  jeim.

2.  Erdumjealer  find,  obwohl  immer  in  Dderielben  Richtung  jabrend,  doch
wieder  zu  ihrem  Nusgangspunft  zurüdgelehtt:  alio  muß  die  Erde  eine  in
jih  geihlojiene  Völlbung  darjtellen.

Die  Erde  hat  in  Wirklichkeit  die  Gejtalt  einer  Siugel.
Die  Abbildung  der  Erde  ın  Atugelgejtalt  heist  Slobuzs  (d.h.  Nitgel).

Scheinbare  und  wirkliche  tägliche  Bewegung  der  Erde.  Ieden  Wiorgen  geht
die  Sonne  im  Djten  auf,  beichreibt  dann  am  Binnnelsgemölbe  einen  Bogen  und
jinft  am  Abend  im  Welten  unter.  Die  Sonne  dreht  ti  alio  jcheinbar  um  unjere
Erde.  Nuc,  dein  Reijenden:  in  einem  Bahnzuge  icheint  es  oft,  alS  ob  der  Wagen
fich  in  Ruhe  befände,  die  Gegenjtände  im  ;reien  aber  vorübereilten.  nd  doch
it  Das  Gegenteil  der  zul.  Dieielve  Täuihung  erleben  wir  tagtäglid),  wenn  wir
den  Lauf  der  Sonne  am  Himmel  beobachten.  Tatjählich  bewegt  fi  die  Erde
innerhalb  eines  Tages  um  fid  jelbjt;  Die  Soune  ruft,

Einteilung  der  Erooberflähe.  Um  ji  auf  der  Erdfugel  zurechtzufinden,
it  es  nötig,  gewilje  feitliegende,  ımderänderliche  Bunkte  und  Linien  anzunchmen,
gegen  welche  die  Rage  der  übrigen  Teile  heitimmt  werden  fann.

Adhfe  und  Pole  der  Erde.  Jene  ge
tade  Linie,  die  man  Jich  durch  die  Mitte  der
Erde  von  N.  nad  ©.  gezogen  denft  und
um  Die  Jich  die  Erde  innerhalb  24  Stunden
dregt,  iit  die  Erdachje.  Aure  Endpunlte
heigen  die  Pole.  Der  gegen  W.  gefehrte  tjt
der  Nordpol,  der  gegen  S.  gefehrte  der
Süpdpol.

AÄguator.  Derjenige  Nreis,  der  von  W.
nah  ©.  oder  von  ©.  nah  WB.)  in  Ttets
gleicher  Entfernung  von  beiden  Polen  um
die  Erde  läuft,  heiht  Uguator  (Öleider).
Er  teilt  die  Erde  in  eine  nördliche  und  eine

N  Rordpel.  5  ein.  C  Erdmitteleuit:,  yübtine  Sure  wird  ıvie  jeder  Ntreis

NE  ennase.  Aa  Aaucir  in  360  Örade  (P)  eingeteilt;  jeder  Grad  bes
Nlquatorfreijes  migt  aber  111  km:  Daher  beträgt  der  Umiang  des  Hynators
360  mal  Ill  km  =  rund  40  000

N

Hin
7
L

.
        <pb n="13" />
        Yrundbegriffe  der  mathernatiihen  Erdkunde.  3

Baralielfreije.  Diejenigen  Kreiie,  die  man  fich  dem  Aquator  parallel  (gleich
laufend)  ım  die  Erde  gezogen  denkt,  nenni  man  Rarallelfreije.  Solcher  Sreije
zählt  man,  die  Pole  mitgerechnet,  90  auf  der  nördlichen  und  ebenfoviele  auf  der
südlichen  Halbfugel.  Ihr  Umfang  nimmt  gegen
die  Pole  Hin  ab.  —  Die  Parallelfreiie,  welche
vom  Aouator  2319  entfernt  Yiad,  heiken
Wendefreije  und  zwar  der  auf  der  nörd:
(ihen  Halbingel  nördficher  Wendefrcis,
der  auf  der  füdlichen  Balblugel  Südlicher
Wendefreis.  —  Tie  Parallelfreife,  weldye  |
231,0  von  den  Rolen  entfernt  Find,  beißen
Bolarfreiie  und  zwar  der  aui  der  nörd:
lichen  Dalbfugel  nordlicher  Pularfreig,  der
aut  der  jüblichen  jüdficher  Polarfreis.

Meridiane.  Iene  Hulbfreiie,  die  von
Bol  zu  Pol  ziehen,  werden  Meridiare  ge
nannt.  Da  man  fich  dur)  jeden  Grad  des  ı
ÜHquators  einen  Meridian  gezogen  denkt,  fo  erhält  man  360  jolcher  Meri-Diane
  Man  zähft  fie  von  Sreenwic,  (grinitich),  einem  Orte  dicht  bei  Xondon,
gegen  T.  bis  3609  oder  gegen  ©.  ımd  W.  .
ivdesmal  big  180%.  Die  Dleridinne  heiker  aud)  ER
Mittagslinien,  weil  alle  Orte,  die  auf  einen
jofchen  Halbfreiie  fiegen,  zu  gleicher  Zeit  den
höchiten  täglichen  Sonnenftand  (Mittag)  haben.

Die  Gefamtheit  aller  Paralfelfreife
und  Meridiane  bildet  dns  Grades.

Geogeaphifgye,  Breite.  Die  Entfernung
eines  Ortes  vom  Aquator  nah  N.  oder  nad)
5.  nennt  man  geographiihe  Breite.  Cs  it
alto  nördliche  und  Tüdliche  Breite  zu  unter:
icheiden.  Sie  wird  am  vedhten  ımd  Tinfen
Kartenrande  abgeleien.

Geographiicde  xänge.  Die  Entfernung  eined  Ortes  vom  Nulimeridian

nah  D.  oder  W.  Heit  geographifhe  Länge  {öjtliche  bzw.  weitliche  Länge).

:  Sie  wird  am  oberen  und  unteren  Slartenrande  ab:
geleien.

Tucd  Yugabe  der  geographifchen  Länge
und  Breite  wird  die  geographifche  Lage
eined  ÜÖrtes  beitimmt.

 

 

 

 

DZ

Die  Erde,  ein  Stern  unter  den  Sternen.  Die
frei  im  DWeltraume  jdjwehenden  Dimmelstörper  oder
Sterne  bilden  zufammen  da3  Weltgebäude.  Dieje
Simmelsförper  werben  eingeteilt:
        <pb n="14" />
        4  Eriter  Zeit.

1.  in  Figiterne  oder  Zonen,  welche  ihr  eigeneo  Licht  haben  und
{menigitens  jcheinbar)  ihre  Stellung  zuemander  nicht  verändern  ;

2.  in  Planeten,  welche  ihr  Licht  von  emem  Firjterue  erhalten  amd  jich
im  regelmäßiger  Bahnen  um  Dielen  bewegen;

3.  in  Irabanten  oder  Monde,  welche  gleichfalls  ihr  Yicht  vo  einen
Figfterne  erhalten,  jich  aber  um  einen  Planeten  und  mit  Diefem  tim  einen  SFigs
ttern  bemegen;

4.  in  Kometen,  welde  ın  ver  Regel  an  einem  auffälligen  Xichtitreiren
fenntlih  find,  aber  nur  jelten  am  Himmel  mit  bfoßem  Auge  gejeben  werden.
Sie  verändern  ihre  Stellung  am  Himmel  anı  fchnellften  und  bfeiben  darım  nicht
lange  jichthar.

Tie  Erde  it  ein  Ylanet;  der  Irabant,  der  fie  umfreift,  it  der  Mond;
der  Firltern,  um  den  fie  jich  mit  dem  Monde  bewegt  und  von  dem  fie  Yicht  und
Wärme  empfängt,  ıft  die  Sonne.

Die  Erde  al3  Planet.  Die  Erde  har  als  Planer  eine  Doppelte  Be:
wegung,  eine  tägliche  und  dine  jährliche:

1.  fie  bewegt  fid)  in  24  Stunden  von  W.  nadı  O.  un  igre  Arhje  oder  um
fi,  jelbit;  Durch  diefe  tägliche  Bersegung  (Rotation)  entjteht  der  Wechjel  von
Tag  und  Nadıt;

2.  fie  bewegt  jid  innerhalb  eines  Jahres  um  die  Somme.  Dierbei  jtcht
die  Erdachje  nicht  Tenfrecht,  Sondern  chief  auf  ihrer  Bahn  und  bieje  Nichtung
behält  fie  ununterbrochen  bei.  Infolgedeffen  ıjt  bein  Erdumlauf  innerhalb  cine®
Sahres  einmal  der  Nerdpol  und  einmal  der  Südpo!  der  Sonne  zugefchrt.

Wenn  der  Nordpol  der  Sonne  zugefehri  ift,  dann  treffen  die  Sonnenftrahlen
unfere  nördliche  Halbkugel  am  fteiliten  und  erwärmen  dieje  am  ftärhiten.  Wir
haben  dan  die  heinefte  Iahreszeit,  den  Sommer,  und  den  länglien  Tag.  Der
Sommer  heginnt  am  21.  Jumt.

     

 

GG

Q

       
     

=  24200000...  SONNB--  --  :----  een

 
      
    
     

  

N
WE,

N
RS

    

Die  Vertzabiung  der  Erde

em  21  Dejember

5
am  21.  Juni

Je  weiter  die  Erde  auf  ihrer  Bahn  m  Die  Sonne  jortichreitet,  deito  mehr
wendet  fich  der  Nordpol  von  der  Sonne  ah  und  deito  jchräger  fallen  die  Somnen:
itrahlen  auf  unjere  nördliche  Halbkugel.  Am  21.  Dezember  hat  die  Sonne  für
uns  den  tiefften  Stand  erreicht,  e&amp;amp;  beginnt  die  fähelte  Tahreszeit,  der  Winter,
und  wir  haben  den  fürzejten  Tag.

Am  21.  März  und  am  23.  September  jind  Erwärmung  und  Beleuchtung
für  die  beiden  Halbfugeln  der  Erde  völlig  glei:  am  21.  März  ie  srühlingse
anfang  und  am  23.  September  Berbitanfang.
        <pb n="15" />
        Grundbegrifie  der  mathematiigen  Erdkunde.  5

Durdy  die  jährliche  Beregung  der  Erde  um  die  Sonne
(Revolution)  entftehen  die  verichiedenen  Sahreszeiten  und
die  verjciedenen  Tages:  und  Nahtlängen.

Ihren  Ntreistauf  um  die  Sonne  vollendet  die  Erde  in  rund  365  Zagen  und
6  Stumden.  Wir  nennen  dieje  Zeit  ein  Jahr,  müfjen  aber,  da  mir  ein  jolches
nun  nach  vollen  Tagen  rechnen  fünnen,  in  jedem  vierten  Jahre  einen  Tag  einidjalten:
  den  Schafttag.  Üs  gejchieht  das  in  Den  Jahren,  deren  Zahl  durd,  4
teilbar  ilt.  Ein  iolchex  Jahr  best  Schaltjahr.

Aomen.  zu  beiden  Seiten  des  Hauators  fallen  die  Sonnenjtrahlen  jent
recht  oder  nahezu  jenkredit  auf  Die  Erde:  daher
it  es  bier  am  beiheften.  Wegen  die  Pole  Hin
aber  wird  der  Eintellswinfel  der  Zonnenitrahlen
immer  jpiger:  die  Wärme  nimmt  daher  vom
Nnnator  zu  deu  Polen  hin  ab.

Danacı  ımtertheidet  man  5  Zonen  vbder
Grögirtel:  |
die  Heiße  oder  tropfiche  Zone  zwüchen  Den
teiden  Wendefteilen:

die  beiden  gemäßigten.  Zonen  auf
jeder  Erdpäffte  zwiichen  dem  Wendefreiie  ımb  dem
Polarfreife:

die  beiden  falten  Zonen  auf  jeder  Erd:
hälfte  zwiichen  dem  Wolarfreife  und  dem  Wale.

Der  Mond.  Der  Mond  tt  der  Trabant  der  Erde  und  etiva  5Omal  feiner
als  dieie.  Some  Entfernung  von  der  Erde  beträgt  400  000  kin,  aljo  10  mal  den
Erdiimfang.

Der  Mond  erideint  nicht  wie  die  Sonne  jtets  in  derjelben  Gejtalt  am
Bimmel,  jondern  zeigt  verschiedene  ihtgeitalten  oder  Phajen.  Bieje  heigen:
Neumond,  crites  Viertel,  Wollmond,  legtes  Viertel.  AB  Neu:
mond  tt  der  Mond  gar  nicht  zu  chen,  weil  er  zwichen  Sonne  und  Erde  fteht
und  der  Erde  Seine  Dimfle,  von  der  Sonne  nicht  erhellte  Seite  zuwendet.  Ale
erites  Viertel  zeigt  er  die  rechte  Hälfte,  als  Vollmond  die  ganze  Scheibe
beleuchtet.  Ju  dieier  Phaje  jtcht  die  Erde  zwiichen  Sonne  und  Mond  und  Ddiefer
wendet  der  Erde  die  voll  beleuchtete  Seite  zu.  As  Ieptes  Viertel  ift  die  linfe
Hälfte  der  Mondjcheibe  erhellt.  Wenn  die  Lichtfläche  des  Mondes  dem  oberen

 

Teile  enies  gleicht,  jo  it  das  Licht  im  Zunehmen;  gleicht  jie  ber  erjien

Hälfte  des_Buchftahen  A  jo  it  das  Acht  im  Abnehmen.
        <pb n="16" />
        6  Eeriter  Teit.

Aartograpdifhe  Elemente.

Landkarte.  Die  Dariiellung  einer  Gegend  auf  einer  Fläche  heißt  Yandfarte.


Der  obere  Kartenrand  it  der  nördfiche  des  Nartenbildes,  folglich  der
untere  ber  Südliche,  Der  rechte  der  öftliche,  der  finfe  der  wejtliche.

Über  die  Karte  find  von  N.  nah  ©.  und  von  ®.  nad  ©.  Linien  ge
zogen;  e3  find  Teile  der  Meridiane  und  der  Parallelfreiie,  welche  der  nanzen
Erdball  uinjpannen.

Kartenmaßftab.  Grone  Gegenitände  fünnen  nicht  in  natürlicher  Aus
dehnmg  abgebildet  werben;  fie  müljen  verkleinert  werden.  Den  Grad  der  Ber
flenerung  nern  man  Mabftab.  Sol  3.  #.  die  Länge  des  Schufsinmers  an
die  Tafel  gezeichnet  werden,  fo  Fanı  die  nur  Durd)  eine  Linie  „geicheben,  bie  bei
weiten  fürzer  Ht  als  die  wirkliche  Zänge  eines  Schulzimmers.  Das  Schulzinumer
jetz.  9.  10m  lang;  Die  Linie  an  der  Zafel  aber,  welche  uns  diefce  Größe  ver
anjchanlichen  joll,  jei  1  m  lang.  Da  num  1  m  in  der  Zeichnung  gleich  it
19  m  in  der  Wirklichkeit,  jo  it  jede  Linie  der  Zeichnung  1Omal  fleiner  al&amp;amp;  die
wirkliche  Länge  des  Sculzimmers  oder:  der  Mapitab  it  !,  der  natürlichen
Gröhe.  Der  Mapitab  einer  Karte  gibt  an,  wie  vielmal  Fleiner  die  Längen  auf
der  Karte  find  im  Mergleid,  mit  der  Wirklichkeit.  Ani  den  Karten  iit  dev  Man:
tab  in  der  Negel  am  Rande  jverzeichwet.

Darftellung  der  Unebeiuheiten  des  Bodens  (Zerraindarjtelung).  Tus  Yund
ihaftsbild  zeigt  die  Oberflächenformen  der  Erde,  wie  jic  im  ver  Wirklichkeit
find  {iehe  die  betreffenden  Bilder  des  Atlajjes),  —  Tas  NWartenbild  }ellt  die

Oberflächengeltaltungen  der  Erde  durch  bejtimmte  Zeichen  dar.  Zumeift  erfolgt
die  ZTaritellung  der  Bodenerhebungen  dur)  Schraffen,  furze,  Dice  neben
einander  gelegte  Striche.  Se  höher  ein  Gebirge  ich  erhebt,  deite  Fräftiger  jind
die  Schraffen  gezeichnet.  Die  Terraindaritellung  geichieht  aud)  nod)  in  farbigen
Höhenfrbichten  (j.  das  betr.  Atlasblatt),  endlich  durch  Verbindung  von  Schraffen
und  Höhenschichten  (vgl.  einige  Blätter  des  Atlafies).

Andere  Eartographifche  Zeichen  find  jolgende:

)  Zur  Bezeichnung  der  ‚zlülje  dienen  idnvarze  oder  blaue  gemundene
Knien.  Die  mwichtigiten  Stromadern  jind  fräftiger,  breiter  gezeichnet  als  die
Nebenilüfie;  auch  nehmen  die  Linien  von  der  Quelle  nach  der  Mündung  jtetig
an  Preite  zu,  wie  cs  der  Natur  entipricht.

b)  Das  Meer  md  die  Seen  werden  meijt  durch  blaue  zarbe  dargejtellt
oder  durd)  jehr  nahe  aneinander  liegende  parallele  (Serade  ober  durch  Linien,
welche  der  Kite  parallel  lauten.
        <pb n="17" />
        Kartograpkiide  Tlemente.

c)  Bodenarten  oder  Pilangeniormen  werden  aljo  verfinnbildet:

 

4.  Yaubmwald  5.  Redelicalo.
6.  Hodien  7.  Bein.

d)  WohHnorte  bezeichnet  man  folgendermaßen:

.  ©  ®  ®  ®
Dorf.  Markt  Feinere  Stadt.  Brößere  Stadt.  an  nähe

°  «
Geltung  Schlos.  Schloßruine.  Rofter.

e)  Berfehrsfinien  merden  in  nachitehender  Weile  veranjchaulicht:

SU

abr:veg  Bizıncitraße

N  IN  um

Landitzahe  (Ebaufler).  Eifenbabn.  Rancl.
        <pb n="18" />
        8  Smeiter  Teil.
Zweiter  Teil.
Grundbegriffe  der  phyfifhen  Erdkunde.')

Derteilung  von  Waffer  und  Land.
Nahezu  ?,  der  Erdoberfläche  find  Maffer  uud  nur  etwa  !;,  ift  Sand.
Dieje  Verteilung  WI  ein  Segen  für  die  Erde,  denn  ohne  Wafier  —  fen

Nas  Meer.

Die  groge,  zufammenhängende  Wailermaije,  welche  das  ‚zeitland  von  allen
Seiten  umgibt,  heipt  Meer.

68  gibt  nur  ein  Weltmeer.

Diefes  gliedert  man  in  fünf  Dauprmeerc  oder  Ozeane;  deren  Namen  jind:

1.  der  Große  vder  Stille  Ozean;  2.  der  Atlantifche  Ocean;
3.  der  Indifche  Ozeans  4.  das  Südliche  Gtömcer:  5.  das  Nördliche
Eismeer.

Weitaus  das  größte  diejer  Meere  ıt  der  Grohe  vder  Zrilfe  Ozean;
fein  Beden  umfaßt  allein  fait  die  Halfte  aller  Meeresflächen.

Eigenschaften  de3  Meerwaflfere.  Das  Moerwatjer  bat  einen  !tarfen  Sulz:
gebalt,  weshalb  es  birterjalzig  Ichmedt  amd  amteinfbar  ft.  Seine  garbe  it

lau  oder  grün.

Die  Tiefe  der  Meere  zeigt  große  Berjchtedenheit.  Manche  Mecresteile  jind
feicht  wie  3.  3.  die  Nordfee,  Die  auf  weite  Streden  hin  mar  bis  100  m  Tiefe  betißt.
Die  größte  Einjentung  wurde  bis  jest  im  Großen  Ozean  mit  9600  m  gemeilen.

Glieder  de3  Meeres.  Die  Ozeane  und  Meere  dringen  mehr  oder  Weniger
tief  in  die  Zandmajjen  ein.  Groie  Einbuchtungen  in  das  ;feitland  bilden  Meer:
bujen  und  Solfe,  Kleinere  Buchten  oder  Baien:  gewähren  dieje  den  Schiffen
Sicherheit  gegen  Wind  und  Wellen,  fo  erhalten  jie  den  Numen  Häfen.

Ein  jehmaler  Meeresteil,  der  zwei  Länder  voneinander  trennt  und  zwei  Wieere
mitetnander  verbindet,  heikt  Meerenge,  Kanul  oder  Straße.

Ein  Meereabeden  mit  mehreren  nahe  beieinander  liegenden  Xnieln  wird
Archipet  (archipef)  genannt.

Grenzen  des  Meeres.  Der  Ieil  ded  Xandes,  welcher  das  Meer  begrenzt,
heißt  Küste.

Die  Küsten  werden  bald  durch  jchroff  zum  Meere  abjallende  ‚zelsiwände  ge:
bildet  und  jind  dann  Steilfüjten,  oder  fie  jenfen  jich  allmählich  zum  Meere
hinab  und  bilden  dann  lachfüiten.

Zängs  der  Flachküjten  finden  sich  meitt  Dünen,  b.  bh.  Sandhügel,  welche
die  Kiüjten  gegen  die  Arandung  (dem  aufidylagenden  Wogenanprall)  jchüßen.

Steilfüften,  denen  feine  ;zeljeninieln  (Klippen)  vorgelagert  find,  bezeichnet
man  ala  Klippeufüsten.

eben

"  Die  Entwidiung  der  hiecker  gehörigen  Begriffe  wird  palfend  an  die  überjichtliche

Berrahtung  der  Erdteile  angeileiien.  Vergl.  das  Farbenbild  ©.  16.
        <pb n="19" />
        Grundbegriffe  ber  phnfiihen  Erbturbe.  9

Bewegungen  de3  Meeres.  Selten  ijt  das  Meer  jpiegelglatt;  meijtens  find
jeime  oberen  Schichten  in  Bewegung;  wir  untericheiben:  1.  Wellenjdlag,
2.  Ebbe  und  zylur  (Öezeiten).

Die  Welle  entjteht  durch  den  Drud  de3  Windes  auf  die  Oberfläche  des
Wajiers.  --  Ebbe  und  Flut  tt  das  regelmäßige  Steigen  und  allen  bes
Meeres,  dag  von  6  zu  6  Stunden  wechielmetie  erfolgt.  Dieje  Ericheinung  wird
hauptiächlich  der  Wirfung  des  Mondes  zugeichrieben.

nfeln  und  Halbinfeln.  Sandesteile,  die  enttweder  ganz  oder  zum  größten
Teil  von  Waffer  umflofien  iind,  heißen  Glieder  des  Landes.  Solche  Glieder
jind  die  Injeln  und  Halbinieln.

Ein  ganz  von  Wafjer  umgebenes  Land  ilt  eine  Injel.  —  Ein  Landesteil,
der  nur  auf  drei  Eeiten  von  Wafjer  umjtrömt  wird,  auf  einer  Seite  aber  noch
mit  dem  Fejtlande  zujammenhängt,  heißt  eme  Halbinjel.  —  Kleinere  jchmale
Haldinieln  nennt  man  Yandbzungen.  —  Cine  Zandenge  oder  ein  Sithmus
ijt  ein  jchmaler  Strich  Yandes,  welcher  zwei  Länder  verbindet  und  zivei  Meere  trennt.

Das  Feftland.

Wie  man  fünf  Ozeane  untericheidet,  fo  teilt  man  auch  das  feitland  in
fünf  große  Zandmaiien,  gemühnlich  Erbteile  oder  Kontinente  genannt.  Sie  find:
1.  Europa,  2.  Wfien,  8.  Airifa,  4.  Ameritfa,  5.  Muttralien.

Drei  davon,  rämlich  Europa,  Xfien  und  Afrifa,  hängen  miteinander  zujammen.
  Da  früher  nur  dieie  drei  Erdteile  befannt  waren,  jo  führen  fie  zufammen
aud)  den  Namen  „Alte  Welt“.  —  Den  Gegeniag  zur  Alten  Welt  bilder  Amerika
oder  die  „Neue  Welt”.

 

Air  45  MN  qkm

 

Amerita  2  MU  qkm

 

 

Arife  39  MiE.  qkm

 

Excosa  10  Mit.  akın  ”

!
Acftroliens  Mit.qgum  |
|

 

 

 

Nat;  AeclusUte.]
M.  u.  U  Beifibed,  Reitleden  I.  Ausg.  ar  Oäranahen.  2
        <pb n="20" />
        10  Hiweiter  Teil.

Mae.  Als  Mahitab  zur  Veitimmung  der  Höhen  dient  das  Meter,  zum
Ausmeilen  der  Längen  das  Meter  und  das  Kilometer  (km  =  1000  m),  zur
Ausmefjung  der  Flächen  dag  Duadrat-fiilometer  igkm).  inter  fetterem
Mtahe,  beriteht  man  ein  Cuadrat,  von  meldyem  jede  der  vier  Seiten  ein  Stilometer
ang  it.

Abfolnte  und  relative  Höhe.  Das  Land  bilder  nicht  tie  das  Meer  cine
magerechte  Fläche:  e&amp;amp;  zeigt  Sic;  vielmehr  in  den  mannigfaltigiten  ;sormen,  von  ber
fanften  Amdwellung  des  Bodens  bis  zu  den  Hochgipfeln,  die  ewiger  Schnee
einhüllt.

 

Die  Erhebung  irgend  eines  Punftes  der  Erdoberfläche  über  die  Deeresfläche
beikt  feine  ablolute  Höhe  (d.  h.  Seine  Höhe  Ichlechtbin),  die  jenfrechte  Erhebung
über  irgend  einen  Wunft  feiner  Umgebung  feine  relative  fd.  h.  bezügliche)  Höhe.
In  voritehender  ‚Figur  bedeutet  AB  die  Meerestläche,  CD  cine  Ebene:  über  fie
erhebt  jich  der  Berg;  die  Linie  ac  gibt  hiernach  die  abjolute  Höhe,  de  die  relative
an.  So  hat  der  Peißenherg,  vom  Meere  aus  gemeijen,  975  m  (alio  abjotute
Höhe};  miht  man  ihn  aber  von  der  anliegenden  Ebene  aus,  die  jelbit  587  m
über  den  Weeere  fiegt,  danıı  findet  man  für  jeine  Höhe  nur  388  m;  das  it
dann  die  relative  Höhe.  Die  relative  Höhe  findet  mau,  indern  man  den  Unter
fhied  der  gegebenen  Höhen  juht.  (Xgl.  die  Höhenangaben  S.  32  u.  ff.)

Bochgedirg

Atttelgebire

  
     
  

Dochebenr

|
Meeresspunel  \
—  Rn  Ten

Tiefland  und  Hodland.  Alles  Land  von  Om  bie  200  mı  Meeereshühe  heißt
Tiefland;  alles  über  200  m  gelegene  Sand  it  Hochland.  Xesteres  gliedert
fich  in  Hochebenen,  Berge  und  Gebirge  (2.  16).

Eine  Ebene  von  mehr  ala  200  m  Meereshöhe  it  cine  Hochebene  ober
ein  Plateau  (plard).  —  Hocebenen  von  bedeutender  Ausdehnung  nennt  man
auch  Tarelländer.

Jede  auffällige  Erhebung  des  Bodens  über  bie  nächite  Umgebung  bezeichnet
man  als  einen  Berg.

Eine  größere  zufaımmenhängende  Bergmaije  bildet  ein  Gebirge.

Berge  und  Gebirge.  An  jedem  Berge  unterjcheidet  man  brei  Teile:  1.  den
Fuf  am  Beginne  der  VBodenanjchwellung,  2.  den  Scheitel  oder  den  Gipfel
als  höcjiten  Teit,  3.  den  Hang,  die  Wbdachung  als  Berbindungsfläche  ziwijchen
        <pb n="21" />
        Srundbegriffe  der  phyfiihen  Erdfunde.  11

Fu  und  Scheitel;  die  Abdachung  fann  alle  Grade  der  Neigung  zeigen,  von  der
janjten  Böfchung  bis  zum  jteiljten  Abjturz.

m
el  Z

aa  Buß  der  Erhebung,  bb  Abhang,  c  Giplrl  oder  Scheitel.

a
a  fanfte,  d  Neite  Böichung.

Die  Gebirge  teilt  man  nad)  der  Höhe  in  Mittelgebirge  (bis  zu  2000  m)
und  in  n  Hochgebirge  (über  2000  ın)  ein

Die  oberjte,  oft_jehr  Tchmafe  Linie  einer  Sebirgsfette  heißt  Kammlinie.
Sie  wechjelt  in  ihrer  Höhe  und  bildet  meift  eine  auf  und  ab  fteigende  Wellenlinie.

‚Eine  Einfenfung  in  den  Kamm  heißt  Zoch  oder  Sattel.  und  wenn  fie
als  Übergang  benugt  wird,  Paß.

Zu  den  eigentümlichen  Erjcheinungen  des  Hoc)gebirges  gehören  die  Kawinen
und  Gletfcher.  —  Die  Yawinen  find  Schneemafjen,  die  an  den  jteilen  Gehängen
  entweder  Durch  die  eigene  Schwere  herabrutichen  oder,  vom  Winde  gefaßt,
mit  wachjender  Grüße  bergab  rollen.  —  Stromartige  Eismaffen  auf  den  Bergen,
welche  langjam  talabwärts  dringen,  heißen  Sleticher.

Zufammenfeßung  ded  Erbbodens.  Ju  den  Gebirgen  beiteht  der  Boden
zumeijt  aus  feiten  Gejtein:  aus  Kalf,  Sanbjtein,  Schiefer,  Granit  u.  a.  Bald
liegen  hier  die  Sejteinsichichten  wagrecht  bald  jtehen  fie  fchräg  oder  jogar
jenfreht  bald  jind  jie  gebogen.

 

Sentredt  fiehende  Schichten.  Bebogene  Schidten.
        <pb n="22" />
        12  Zioeiter  Zeil.

Wind  und  Wetter  arbeiten  unausgefegt  an  der  Zerjtörung  ber  Geiteine,
das  Wafjer  und  bie  Schwerkraft  führen  dann  die  Trümmer  zu  Tal  und  ins
Tiefland  hinab.  Hier  tept  sich  daher  der  Boden  vorwiegend  aus  Kies,  Sand,
Ton  (Letien,  Tegel),  Lehm  (Miihung  von  Sand  und  Ton)  zufammen.

Bulfane  und  Erdbeben.  Eine  bejondere  Art  von  Erhebungen  find  Die
Qullane  Es  find  das  folche  Berge,  an  deren  Ausbruchsericheinungen  wahr
genommen  werden.  Dabei  werden  zeitenweile  aus  trichterfürmigen  Iffnungen  am
Gipfel  (Krater)  YFeuerfäulen,  glühende  Steine,  Wide  umd  Lava  heraufgetrieben.
Keihätterungen  des  Erdbodens,  die  nom  Erdinnern  ausgehen,  bezeichnet  man  als

tdbeben.

Täler.  Täler  find  ausgebehnte  ;surchen  in  Gebirgen  wie  in  Ebenen.

   
 

  
  

         
  
 

 

VARL
A  ;  a
a  Sahle,  5b  Talmönbe.  Lörgen:  und  Quertal.

Dean  unterjcheibet  an  einem  Tale:  a)  die  TZaljohle,  d.  t.  die  unterjle
Srmdfläche;  b)  die  Talmände,  das  find  die  Gehänge,  weiche  das  Tal  ein:
Ichliehen.

Sängstäler  verfaufen  in  gleicher  Richtung  mit  Den  Gebirgsfetten  ;

Zuertäler  durchichneiden  sie.

Sit  das  Tul  eng  und  find  die  Gehänge  jteil,  To  nennt  man  Dies  eine
Schludt  oder  Klamm.  \

Das  fließende  Mafler.

Quellen.  Quellen  jind  die  Anfänge  des  Tliegenden  Wafjersd.  Sie  ent
ftehen  meift  dadurch,  day  das  Wajjer  der  Oberfläche  in  den  Boden  eindringt,
fi  auf  wafierdichten  Gefteinsichichten  fammelt  und  auf
ver  diejen  nach  dem  Tale  hin  abfliept.
Warme  ober  beige  Tuellen  heißt  man  Thermen.
Duellen,  die  minerafijche  Beitandteile  in  grökerer
Menge  mit  jich  führen,  nennt  man  Mineralquellen;
eö  gibt  deren  verichiedene:  Salz,  Eifenquellen  ufm.
Flüffe.  Ein  Flur  ift  die  Vereinigung  mehrerer
Bäche;  lestere  entitehen  wieder  aus  dem  ufammene
fluffe  von  Quellen.  ;Flüffe  mit  großer  Wajjermajie  nennt  man  Ströme.  lüffe,
die  fih  in  einen  andern  Fluß  ergiegen,  jind  Nebenjlüfie.
Die  Vertiefung,  in  der  ein  zluß  ftrömt,  ift  fein  Bert;  die  beiden  Ränder
bilden  jeine  Ufer;  nach  der  Laufrichtiing  eines  jylujfes  untericheidet  man  linkes
und  rechtes  Zlußufer.

   

TA  HD  ss  &amp;gt;  .
a  raflerdurdlaffende  Schichten,
d  naflerdidite  Schichten,  GO  Euelle.
        <pb n="23" />
        Grundbegriffe  der  phyiifden  Erblunde  13

Der  Höhenunterschied  zmwiichen  Duelle
und  Mündung  eines  Flufjes  heißt  Gefälle;
  fo  hat  die  Quelle  der  Ifar  eine
Höhe  von  1800  m,  die  Mündung  berjelben
  eine  Höhe  von  300  m;  das  Gefälle
der  Siar  beträgt  fomit  1800  m  —  300  m
=  1500  m.

Die  Stelle,  an  der  fid)  ein  Fluß  in
ein  anderes  Gewäffer  ergiebt,  {ft  feine
Mündung.  Erweitert  fih  ein  Fluß
an  jeiner  Mündung  beträchtlich,  jo  nennt
man  bdiefe  yorm  Trihtermündung.  Gefälle  der  Yar.

 

  

Slußbelta.

Spaltet  fich  der  Fluß  an  jeiner  Mündung  in  mehrere  Arme,  jo  Heißt  bie
Miündungsform  Delta.

Stufen  des  Flußlaufes.  Bei  vielen  Flüffen  Iaffen  fich  folgende  drei  Stufen
ihres  Laufe  unterfcheiden:

der  Oberlauf;  er  gehört  dem  Gebirge  an;  ber  Fluß  eilt  in  ftarf  geneigtem
Bettedahin,  bildet  Wafferfälle
  und  Schluchten  und  TE  EN
ijt  dem  Menfchen  nod)  ul
wenig  bienftbar  ;

der  Mittellanf;
er  beginnt  bein  Eintritt
des  luffes  in  das  Hügel:
land;  das  Tal  wird
breiter,  der  Lauf  lang:
famer,  die  Schiffahrt  beginnt;


ber  Unterlauf;  ö  Kae
er  gehört  Dem  Tieflande  Glußwindungen  im  Unterlaufe  infolge  [dhroadhen  Vodengefällee.
an;  die  Meigung  bes
Bettes  ijt  gering,  das  Ufer  flach,  der  Fluß  macht  ftarke  Windungen  und  jpaltet
fich  in  mehrere  Arme;  für  die  Schiffahrt  Hat  der  Unterlauf  die  größte  Bedeutung.
        <pb n="24" />
        14  Smeiter  Teil.

,  Steomfyitem,  Stromgebiet,  Wafferfheide.  Ein  Hauptflug  mit  allen  jeinen
Seitenflüffen  bildet  ein  Stromjnitem;  der  ganze  Yandftridh,  der  von  dem
Stromjyfteme  entwäjfert  wird,  heißt  Stromgebiet.

\  Die  Grenze  zweier  Strorngebiete  wird  Wajjericheide  genannt,  d.  i.  Die
Zinie,  längs  welcher  die  Seräfter  nach  entgegenariekten  Seiten  abiließen.

quchl#lgeo,

  

Etromfoflem,  Eitemgebiet  und  Wafiericheide  der  Wide.  Ernie  eher  Bedenland

Stufenland.  Wird  ein  ‚slußgebict  durch  Gebirge  umichloifen,  to  ipricht
man  von  einem  Stufen  oder  Bederland,  jo  von  Stufen:  oder  Bedenland
der  Knab,  des  Medars,  der  Moiel.

Die  ftehenden  Gemäffer  des  Binnenlandes.

Sröpere  narürlidie,  mit  Wafjer  gefüllte  Beden  des  Binnenlandes  nennt
man  Seen.  Nach  der  Veichaffenbeit  des  Wafjers  gibt  es  Sükwatferieen
und  Salzmafierjeen.

Zu  den  jtehenden  Getwäflern  zählen  ferner  Die  Teiche,  fleine,  meiit  fünft:
lich  angelegte  Scen;  Weiher  jind  Heine  Teiche.

Die  Luft.

Die  Luft  im  allgemeinen.  Die  Lurit  umgibt  die  ganze  Erde  wie  eine  Hülle,
Der  untere,  dem  Meer  oder  dem  jeften  Sande  zugefehrte  Teil  bilder  den  Duntt
freis  oder  die  Mtmojpbäüre.

Wärme  der  Luft.  Im  Winter  jallen  bei  uns  die  Zonnenftrahlen  jebr
ichiet,  alio  in  einem  jpigen  Winfel  auf  die  Erde  und  erwärmen  dann  nur  wenig.
Da  überdies  die  Sonne  nur  kurze  Zeit  am  Himmel  fteht  (etwa  8  Stunden}  und
ojt  dur  Wolfen  verhüllt  wird,  ıft  Die  Jahreszeit  vauh  und  fafı.  Im  Sommer
dagegen  Tcheint  die  Sonne  viel  Lünger  (etiva  16  Stunden)  und  thre  Strahlen
treffen  die  Erde  unter  einen  fteilen  Kintel.  Tie  Tage  find  dann  lang  md  Die
Witterung  ift  marın.
        <pb n="25" />
        Grundbegriffe  der  phyfüihen  Erdkunde.  15

Die  Luft  it  aljo  umio  wärmer
1.  je  fteiler  die  Eonnenftrahlen,  auf  die  Erde  fallen,
2.  je  länger  die  Erwärmung  dauert.

 

Eirfalsrsin!e!  der  Sonnenftrablen  ın  Münden:  c  am  21.  Degember,  dan:  21.  Juni.

VBelteigt  man  einen  hoben  Berg,  fo  wird  die  Luft  allmählich  dünner  und  fälter;
ja  die  böchtten  Erhebungen  vieler  Gebirge,  3.  B.  der  Alpen,  find  dauernd  mit  Eis  und
Schnee  bededt,  fic  haben  einen  ewigen  Winter.  Die  Lufttvärme  wird  aljo  auch

3.  von  der  Erhebung  eines  Ortes  über  dem  Meeresipiegel  oder  von
der  Seehöhe  beeinflußt.

Tie  Wärme  der  Luft  wird  durch  das  Thermometer  (d.  h.  Wärmerieiler)
gerieflen.  Derjenige  Punkt  des  Thermometer,  den  das  obere  Ende  des  Quedjilbers
  beim  Gefrieren  des  Wajlers  erreicht,  beißt  der  Gefrierpunfr  (mit  O
bezeichnet);  derjenige,  den  es  beim  Zieden  des  MWafjers  erreicht,  der  Siedepunkt.
  —.  Der  Abitand  zwichen  Gefrier:  und  Siedepunft  wird  in  80  oder
100  Teile  (Grade)  geteilt,  das  Städ  unter  dem  Geftierpunft  in  ebenio  große.  —
Tas  Thermometer  nah  Neaumur  (romür,  abgefürzt  R)  it  das  8Oteilige,
das  nach  Celjins  (ahgefürzt  C)  das  100teilige,  —  Grade  unter  O  werden
mit  —  (minus)  bezeichnet.  .

Bewegung  der  Luft,  Winde.  Offnet  man  die  Türe  eines  geheizten  Zimmers
und  hält  an  das  obere  umd  untere  Ende  des  Spaltz  ein  ofienes  Licht,  So  fchlägt
ein  falter  Yuitjtron  am  unteren  Ende  bie  ‚Slamme  in  dag  Zimmer,  ein  marnıer
bie  obere  ;flamme  in  ten  falten  Raum.  Die

 
 
   

Boden  und  ftrömt  zu.

Was  jich  im  Zimmer  im  fleinen  voll
dicht,  Das  zeigt  die  Natur  im  großen.  Ilm
Aquator  wird  die  Luft  infolge  der  \enfrecht
auffallenden  Zonnenftrahlen  am  jtärfiten  erhist
  und  jteigt  deshalb  in  die  Höhe;  tühlere  Luft  Ätrömt  von  Norden  und
Züden  ber  wieder  zu.

Am  Abend  kühlt  Fich  das  Land  ichreller  ab  als  das  Meer.  Die  fühlere  Luft
trömt  daher  bei  Nacht  vom  Yard  zum  Meer.  Solche  AYewegungen  der  Quft  nennt
man  Binde.  Die  Winde  entitchen  durch  nugleiche  Erwärmung  der  Quftihichten.

Die  Winde  werden  mit  beionderen  Namen  bezeichnet:  1.  nach  der  Kid):
tung  (Dit,  Wett,  Süd,  Nord),  2.  nach  der  Stärke  (Winde,  Stürme,  Orfane).

warme  Luft,  weil  leichter,  jteigt  in  die  Höhe  Ex  32
und  ftrömt  ab,  die  Falte,  jchmwere,  finft  zu  =  2
A_

Entlebung  bes  Lanbmindes  an  der  Ffüfe.
        <pb n="26" />
        16  Zweiter  Teil.

Nieberfcläge.  Durch  Verduniten  des  Wailerd  auf  der  Erbe  bildet  fidh  ın
der  Luft  Wajjerdampf,  d.  h.  Muffer  in  unjichtbarer  Gastorm.  Bei  eintretender
Abkühlung  verdichter  fi)  ber  Waflerdarıpf  und  wird  nun  unferem  Auge  fichtbar.
Diete  fichtbaren  Tunjtmasjen  nennen  wir  über  und  Molfen,  um  uns  herum
Nebel.  —  Schreitet  die  Abkühlung  nod)  weiter  fort,  fo  verwandelt  Sich  der
Waflerdunft  in  deutliche  Tropfen  oder  iogar  in  Eisnädelchen.  Cs  bildet  Tich
Regen  oder  Schnee,  wenn  die  Abkühlung  in  der  Höhe  erfolgt,  Tau  oder
Netf,  wenn  die  Abkühlrmg  vom  Boden  auögeht  und  nur  die  umnterfte  Qufttchicht
  betrifft.  —  Am  jtärfiten  find  die  Miederichläge  in  den  hoch  gelegenen
Gegenden;  denn  je  höher  man  fich  erhebt,  deito  Fülter  wird  e&amp;amp;  und  die  wällerigen
Dünjte  der  Luft  werden  infolgedeften  häufiger  zu  Negen  und  Schnee  verdichtet.
Die  Negenhöhe  eines  Landes  wird  nach  Zentimetern  oder  Millimetern  beftimmnt.
  —  Die  Niederichläge  jpeifen  die  Quellen,  Dieje  die  Bäche,  lüife  und
Ströme,  die  fich  zulept  ins  Meer  ergiegen.  Das  Waffer  befhreibt  jomit  ununterbrochen
  einen  Kreislauf.

Wärme,  Winde  und  Niederfcläge  eines  Landes  zufammen  machen  defjen
Klima  aus.

Raturerzeugnifie.

Ales,  was  die  Erde  hervorbringt,  it  ein  Naturerzeugnis  oder  ein
Naturproduft.

Man  teilt  die  Naturerzeugnifje  ein  in  die  bes  Mineral-,  des  Pilanzenund
  de3  Tierreiches.

Mincralreih.  Die  fefte  Erdrinde  wird  von  Geiteinen  gebildet.  Dieje  beitehen
aus  einem  Gemenge  von  Mineralien.  Tavon  find  einige  bejonders  wichtig,  ie
die  Metalle  (Eifen,  Kupfer,  Gold,  Eilber),  die  Brenze  (Betroleum,  Praun-  und
Steinfohlen)  und  manche  Sieine,  wie  Marmor,  Half,  Granit  :c.

Pflanzen  und  Tierreich  in  den  fünf  Zonen  der  Erde.  Die  beige  Zone
ift  die  Heimat  der  Palmen,  der  riefigen  Diekhauter  (Elefant,  Nashorn,  Sluppferd),
ber  furchtbarften  Naubtiere  (Rörwe,  Tiger,  Panther,  Leopard),  der  grökten  Schlangen
(Riefenichlange)  und  Kriechtiere  (Krokodil,  Alligator)  und  der  farbenprüditigiten
Vögel  (Papagei).  Das  feuchtheiße  Tropenflima  begünitigt  die  Entwidlung
  ber  Pflanzen:  und  Tierwelt  in  höchttem  Mae.

In  der  gemäßigten  Zone  und  zwar  in  ihrer  wärmeren  Hälfte  (4.9.  ın
Südeuropa)  gedeihen  der  Olbaum,  die  Südfrücdhte  (Zitronen,  Drangen,  iyeigen),
immergrüne  Zaubbäume  u.  a.,  in  ber  fühleren  Hälfte  unfere  Getreide:  und  Ge:
müjearten,  Dbft  und  Neben,  jerner  Laub  und  Nadelmald  in  großer  Ausdehnung.
An  gefährlihen  Naubtieren  hat  die  gemäßigie  Zune  noch  Bären,  dann  haupt:
jächlih  Wölfe  und  Tuchfe.  Diefes  Gebiet  tft  für  die  Zucht  der  Haudtiere
und  den  Anbau  unjerer  Brotfrüdite  am  günitigfien.

Die  Falte  gone  erzeugt  nur  mehr  HZiwergfiefern,  Zwergbirten,  Moofe  und
slechten;  bie  Stelle  unjeres  Kindes  vertritt  das  Nenntier;  nur  der  treue  Hund
üt  dem  Menjchen  auch  in  jene  umnmirtlichen  Gegenden  gejolgt.  Nicht  felten  tritt
ber  Eisbär  auf.  Zahlreich  jind  die  Pelztiere  iHermelin,  Zobel,  Edelmarbder).
        <pb n="27" />
        <pb n="28" />
        <pb n="29" />
        <pb n="30" />
        <pb n="31" />
        Grundbegriffe  der  pänfiihen  Erdfunde.  17

Schmwärme  von  Eeevögeln  (5.  B.  die  Eidergans)  bewohnen  die  Meeresfüften,  in
den  nordiichen  Meeren  leben  Wal,  Walrod,  Heringe  ze.  Die  falte  Bone  hat
verhältnigmäßig  wenig  Landtiere,  aber  viele  Seetiere.

Jede  Zone  hat  aljo  ihre  befondere  Tierwelt  (Fauna)  und  Pflanzenwelt
(Flora).

Flora  und  Fauna  find  hanptfählih  vom  Klima  abhängig.

Einflug  des  Menfchen  auf  die  Pflanzen:  und  Tierwelt.  Im  Laufe  ber
Sahrtaufende  bat  der  Menich  viele  jchädiiche  Tiere,  insbejondere  Naubtiere,  aus
gerottet,  dagegen  nügliche  gezähmt  und  al  Haustiere  in  Pflege  genommen;
er  har  Wälder  gerodet  und  Nuspflanzen  (Kulturpflanzen)  angebaut,  vor
allem  die  verjchiedenen  Getreidearten,  Gemüje  und  Chitforten,  die  Kartoffel,  Ges
jpinfts  und  Färbepflarzen  u.  a.  Ein  großer  Teil  der  Erde  ift  fo  bereit3  Kultur:
land  geworben.  Nidhödeftomeniger  gibt  es  noch  viel  Ddland,  db.  i.  un
bebauted  Land.

Sandiger  oder  Fiefiger  Boden  ift  für  den  Regen  durchläifig  und  darum
troden  und  von  geringer  sruchtberfeit.  Die  Rilanzendede  it  lüdenhaft,  Sand
und  Siies  tritt  überall  zutage,  nur  Heidefraut  überfleidet  in  Büjcheln  das  magere
Erdreich,  das  von  fleinen  ;söhrenbeitänden  überragt  wird.  Das  it  Die  Beide.

In  Gegenden,  wo  wenig  Negen  fällt,  z.B.  in  Afrika,  jind  jolche  Troden:
landidaiten  Her  weit  ausgedehnt  und  vielfach  nur  mit  harten  Gräfern  und
niedrigen  Sträuchern  bededt.  Jede  PBilanze  jteht  einzeln  für  fich  und  läßt  den
Boden  in  den  Zmiichenränmen  frei,  da  fie  bei  der  Trodenheit  eines  weiten  Naumes
für  ihre  Ernährung  bedart.  Bäume  wachen  nır  an  den  feuchten  Flußufern.
Tas  ijt  die  Steppe.

Sie  bildet  den  Übergang  zur  Wüjte.  Dieie  hat  wohl  Duellen  und
Warjerlöcher,  aber  oft  nur  in  fagemeiten  Abftänden,  it  aljo  fait  ganz  wafjerlos.
Der  Boden  it  völlig  troden,  fandig  oder  fteinig;  die  einzelnen  Pflanzen,  zumeiit
niedrige  dornige  Sträucher  und  Stauden,  Stehen  im  großen  Zmilchenräumen  voneinander.
  Manche  Streden  jind  ganz  pflanzenleer.

Ar  den  Ufern  der  izlüffe  und  Seen  fpriegen  gern  Niedgräfer,  Schilf  und
Mooje  auf,  die  allmählich  gegen  die  Mafjertläche  vorrüden  und  ein  flaches  Beden
zufept  ganz  ausjüllen.  So  entiiehen  viele  Moore.  Ihr  Boden  jegt  id)  aus
abgeitorbenen  Pflanzenteilen  zujammen,  bat  geringe  eitigfeit  und  dient  zur  Torf
gemianung  (j.  ©.  36)

.  Die  weniger  fruchtbaren  Teile  der  Ebenen,  zumeijt  aber  bie  Gehänge  ber
Gebirge  dedft  gejchlofiener  Wald.  \

Wälder,  Moore,  Heiden  und  Steppen,  ja  felbft  Wüften
werden  vom  Menjchen  immer  mehr  dem  Aderbau  gewonnen  und
bejiebeft.  So  it  die  Planzen-  und  Tierwelt  der  Erde  durd  den  Menden
vielfad;  umgejtaltet  worden,  er  hat  fid,  zum  Herrn  der  Erde  gemadit.

Die  Menichenmelt.

Die  Zahl  der  Menfchen  auf  der  ganzen  Erbe
beträgt  in  runder  Summe  1500  Millionen.
        <pb n="32" />
        18  Srundbegriffe  der  phylifchen  Erdkunde.

Menfchenrafien.  Weir  Rüdjicht  auf  die  Hautfarbe  der  Menichen  unterjcheidet
man  5  Rafjen:

.  die  Kaufajier  —  weiß,  vorzugsmweile  in  Europa;

.  die  Mongolen  —  gelb,  namentlich  in  Mften:;
die  Neger  —  ichmarz,  in  Wirike  ;

.  die  Indianer  {Norhäute)  —  rötlihbraun,  in  Amerifa;
.  die  Malaien  —  braun,  auf  den  Injeln  des  Großen  Deans.

Lebensweife  und  Behhäftigung.  Die  Menichen  haben  nicht  alle  die  gleiche
Lebenäweije  und  Beichäftigung;  vielmehr  Lafien  fie  fich  in  biefer  Beziehung  je
nad)  ihrer  Sefittung  in  3  Slajien  teilen:

1.  Sanımel-,  Jäger-  und  Fiichervöffer;  fie  leben  von  dem,  was
fie  gerade  finden  oder  erbeuten,  und  haben  feine  fetten  Wohnfige;  jie  find  roh  und
unwiliend.

2.  Hirtenvölfer  oder  Nomaden;  dieje  jlehen  auf  einer  höheren  Gefittungäftufe.
  Zwar  jind  fie  nicht  jeßhaft,  aber  fie  befigen  bereits  Herden  von  gezähmten
  Zieren:  von  Nindetin,  Schafen  und  Stamelen.

3.  Aderbauer;  diele  haben  fejte  Wohnfige  und  bebauen  den  Voden.  Zum
Aderbau  geiellen  ji  dann  bald  Gewerbe  aller  Art,  Bergbau,  Handel,  Verkehr,
Künfte  und  Wiffenichaften.  Sie  jtehen  in  der  Gefittung  am  hödjiten.

Wohnpläge  der  Menjchen.  Den  wilden  Völkern  genügen  Höhlen,  Xaub:
Dächer  und  einfache  Hütten  zum  Schuß  gegen  Wind  und  Wetter  und  zur  Pilege
der  nächtlichen  Nube.  Die  Nomaden  haben  Zelte.  Die  gebildeteren  Völfer  fühlen
das  Bedürfnis  nad)  dauerhafteren  Zufluchtsitätten,  in  denen  fie  auch  arbeiten
fönnen  und  die  ihnen  die  Aufnahme  von  Baustieren  und  das  Anjanmeln  von
Vorrüten  geftatten.

Religion.  Nach  der  Neligion  jcheiden  fich  die  Völfer  in  jolde,  die  nur
einen  Gott  anbeten,  und  jolche,  die  mehrere  Götter  verehren.  Eritere  heißen
Monotheiiten,  leitere  Heiden  oder  Bolgtheiiten.

Zu  den  Monotheiften  gehören:

die  Ehriften,  die  Zuden  und  die  Mobammedaner.

Land  und  Staat.  Einen  von  der  Natur  deutlich  abgegrenzten  Erdraum
nennt  man  ein  Qand.  Matürliche  Ländergrenzen  fünnen  Gebirge,  Meere,  Seen
und  ‚zlüfje  bilden.  Ein  von  der  Natur  jcharf  begrenztes  Land  ift  3.  B.  die  Pyrenäen:
halbinjel.  —  Ein  Staat  ift  die  Vereinigung  eines  Volfes  unter  einem  Über:
baupte.  .

?  Staaten,  in  welchen  die  Derridhergewalt  in  einer  zamitlie
erblich  ijt,  heißt  man  Monardien.  Diete  find  wieder

a)  abfolute  —  der  Herricher  gibt  unbeichränft  Gejege  und  Teitet  den

Staat;
b)  beijhränfte  {fonititutionellet  ---  Vertreter  des  Volfes  wirfen  bei  der
GSejetgebung  mit.

Staaten,  in  denen  das  Oberhaupt  nur  anf  eine  bejtimmte

Zeit  gewählt  wird,  find  Wepublifen.

saavme
        <pb n="33" />
        <pb n="34" />
        <pb n="35" />
        Überfcht  der  Ränderhunde.  19

Dritter  Teil.
üÜberfiht  der  Länderkunde.

Europa.

Zage,  Größe  und  Grenzen.  Europa  liegt  nörblih  vom  Nauator  auf
der  öftlichen  Halbfugel.  Es  hat  einen  jrlädenraum  ven  10  Mill.  qkm  und
400  Mil.  Einm.  Nädit  Aujtralien  ift  eö  der  Fleinite  unter  allen  Erbteilen.

E23  wird  auf  drei  Seiten  vom  Meere  umgeben:  im  N.  vum  Nördlichen  Kismeer,
  im  ®.  von  Atlantiihen  Ozean  und  im  S.  vom  Mittelmeer.  Nur  an  der
Ditieite  hängt  e3  mit  dem  ;Feitlande  zufammen  und  hier  grenzt  es  an  Wien.  So
bildet  Europa  gleihiam  eine  Halbinjel  von  Afien.

Küftengliederung.  Wenn  man  von  Mordende  des  Uralgebirges  bie
zum  Mejtende  der  Porenien  und  von  da  bis  zur  Mündung  des  Uralfluifes
gerade  Linien  zieht,  jo  ergibt  jidh  für  den  Stamm  Europas  die  Gejtalt  eines
Dreieds.  Bon  dielem  Numpfdreief  jpringen  zahlreihe  Halbiniein  und  Infeln,
die  Glieder  des  eitlandes,  vor,  beionders  im  S.  und  NW.,  wodurd)  mannig:
jaltig  geformte  Mecresteile:  Binuenmeere,  Meeresbuchten  und  Meerengen  enttteben.
  .

Die  Südjeite._  Es  folgen  im  Mittelmeer  nacheinander:  die  Pyrenäen:
halbinjel  mit  der  Straße  ron  Sihraltar,  die  Doppeliniel  Korjifa  und  Sardinien,
das  Tyrrbeniiche  Deeer,  die  Apenminenhalbinjel  mit  der  Iniel  Sizilien,  beide  ge:
trennt  durch  die  Straße  von  Meifina,  das  Adriatiiche  und  das  Soniiche  Meer,
die  Balfanhaldiniel,  die  Intel  Kreta  (fandia),  das  Agäicdhe  Meer,  die  Dardanellen,
das  Marmara  Meer  (märmara),  der  Bosporus  (basporus)  oder  die  Straße  von
Nonjtaniinopel,  das  Schwarze  Meer,  die  Halbinsel  rim,  die  Straße  von  Stertich
und  das  Wiowiche  Meer.  Die  Südfeite  Europas  zeigt  die  weitaus  ftärkjte  Siüftengliederung.


o  Aus  dem  Weittelmecr  jührt  die  Strape  von  Gibraltar  in  den  Mtlanttichen
zean.

Die  Weitfütte.  Zrotigen  Spanien  und  frankreich  liegt  der  Golf  von
Bisfaya  (wisfäjal.  Das  Armelmeer  oder  der  Kanal  trennt  die  Iniel  Großbritannien
vom  zFejtlande:;  durch  die  Irtiche  See  wird  von  ihr  die  Intel  Irland  gejchieden.
or  Kanal  führt  die  Straße  von  Caleis  (falä}  oder  Dover  {dow'r)  in  die  Nordjee,
  die  im  Often  von  der  Balbinjel  Särland  begrenzt  wird.  Mit  der  Nordjee
it  durch  Meeresteile  um  die  Sürijche  Haldiniel  herum  die  Dfifee  verbunden.  Dieie
wird  im  MNorbweften  duch  die  Skandinaviiche  Halbinfel  abgeichlofien.  Südlich)
vom  Polarfreiie  liegt  weit  abieits  die  Intel  Island.  Wud  die  Gliederung  ber
Weftküfte  ift  beträchtlid,.

Rom  Nördlihen  Rolarneer  greijt  nur  das  Meige  Meer  tiefer  in  den  Keitlandsförper
  ein.  "

Kein  anderer  Erdteil  befigt  eine  fo  reihe
Küftengliederung  wie  Curopa.

Dies  ft  die  Uriache  davon,  daß  fowohl  in  Südeuropa  wie  in  Nordmeiteuropa

  jchon  fett  den  ültefien  Zeiten  die  Seeihiffahrt  eiirigit  gepflegt  wird.
        <pb n="36" />
        20  Dritter  Teil.

Vobdengeftalt.  Die  höcdhite  Erhebung  des  Erdteils  jind  die  Alpen,  ein
langgeitredtes  Kettengebirge  mit  dem  4800  m  hohen  Montblanc  (mön,  blan,).
Die  ;sortiegung  ihres  umgebogenen  Weftendesd  gegen  Süden  bilden  die  Apenninen
(in  Stalten).  Gegen  Diten  gabeln  fich  die  Ausläufer  der  Alpen  in  zwei  entgegen:
gelegt  verlaufende  Gebirgszüge:  die  Karpaten  menden  fich  in  einem  Nogen
gen  Nordoften;  an  fie  ichließt  fi)  der  Balkan  an.  Nach  Südofien  eritreden
fid)  länge  Des  Adriarijchen  Meeres  die  Dinariihen  Alpen.  Der  Boden
Europas  bildet  im  Süden  ein  zufammenhängendes  Gebirgsiand.

 

Bufammenharg  ber  Täbeuronäifhen  Bebirge.

Wertiwärt3  lehnt  fi  an  die  Alpen  das  Franzdfijche  und  nordmärts
bad  Deutiche  Mittelgebirge.  Das  Verbindungsglied  zwitchen  legterem  und
ben  Alpen  ift  die  Shmwäbijch-Bayeriiche  Hochebene.

Als  vereinzeltes  Gebirge  erheben  fich  zmildyen  ‚sranfreih  und  Spanien  die
Pyrenäen.  Der  größte  Teil  Spaniens  ift  Hochfläche.

Im  Norden  Europag  finden  ji  Die  Gebirge  von  Großbritannien  und
Irland  und  das  Sfandinapiiche  Gebirge,  im  Öiten  das  Uralgebirge.
Nordeuropa  hat  —  im  Gegenjag  zu  Südeuropa  —  vereinzelte  Erhebungen.

Den  meiten  Dften  Europas  erfüllt  das  große  Nusstiche  Tiefland,  das
wejtwärts  in  das  Norddeuriche  und  dad  Franzüfijche  Tietland  übergeht.
Die  Grenze  des  europätichen  Zieilandes  im  Diten  bilder  das  Urafgebirge.

In  Südeuropa  breiten  Sich  die  Aragoniiche,  die  Yombardijdye  und
die  Waladijche  Tiejebene  aus.

Europa  hat  %,  Tiefland  und  nur  Us  Hodland;
es  ift  dies  ein  großer  Vorteil;  denn  die  Tiefländer  find  zumeiit  bie  ruchtländer
der  Erde.

Bewäfierung.  Gin  Hauptquellgebiet  Europas  find  die  Alpen.  Von
ihnen  gehen  aus:  der  Nhein  zur  Mordjee,  die  Rhone  (tön)  zum  Mittelmeer,
der  Ro  md  die  Erich  zum  Abriatiichen  Meer.  Selbit  die  Donau,  die  im
Schwarzivald  entipringt,  erhält  ihre  größten  und  wajterreichiten  Nebenjlüffe  von
den  Alpen;  fie  mündet  in  das  Schwarze  Meer.
        <pb n="37" />
        Überjiht  der  Qänderkunbe.  21

Bon  den  an  die  Alpen  Tic  anfchließenden  Gebirgen  entfenden  an  Flüffen:
die  Karpaten  den  Dnjeitr  zum  Schwarzen  Meer  und  bie  MWeichjel  zur  Oftfee,
das  Deutiche  Mittelgebirge  die  Oder  zur  Dftfee,  Elbe  und  Weier  zur  Nord:
jee,  das  Franzöfiiche  Mittelgebirge  die  Seine  (Bän)  in  ben  Kanal  und  die
Zoire  (loär)  zum  Atlantiichen  Ozean.  .

Bon  den  Porenien  geht  die  Garonne  (garönn)  zum  Atlantiichen  Ozean.
Dem  übrigen  Hodlande  der  Pyrenätichen  Halbinfel  entitrömt  an  größeren  Alüffen
der  Tajo  {tao),  der  in  den  Atlantichen  Ozean  ji)  ergießt,  und  der  Ehro,
der  in  das  Mittelmeer  mündet.

Das  zweite  Hauptquellgebiet  Guropas  ift  die  Waldaihöhe.  Auf  ihr  entipringen
  die  Düna,  die  zur  Ditice,  und  die  Wolga,  die  zum  Stafptichen  See
fließt;  nicht  fern  davon  Liegen  auch  die  Quelten  de8  Dnjepr,  der  dem  Schwarzen
Mecre  zugeht.  Dieies  empfüngt  außerdem  noch  den  Don.  Das  Uralgebirge  entiendei
  den  Uralifuß  zum  Kajpiiee  und  die  Vetichora  (d)  zum  Nördlichen  Erömeer.

Um  die  Alpen  wie  um  die  Djtiee  gruppiert  jich  ein  Kranz  von  Seen.

Europa  erfreut  ich  einer  reidien  Bemwäfferung.

Die  Nähe  des  Meereä  und  die  zahlreichen  Gebirge,  an  denen  id)  die  vom
Meere  Iandeinwärts  getragene  Teuchtigleit  niederichlägt,  find  die  Urfache  hiervon.
Die  Hauprflühle  gehören  den  großen  Tiefländern  des  Erdteils  an.  Urdne  die
lüffe  hiernadh!

Kein  größere?  Gebiet  entbehrt  der  Miederjchläge  gänzlich,  jo  daß  Wüften
teblen.

Klima.  Europa  liegt  mit  Ausnahme  eines  Fleinen  Teile?  in  der  ge
mäßigten  Zone,  cin  großer  Vorzug;  doch  beitehen  zwiichen  den  einzelnen  Ges
bieten  beträchtliche  Untertchiede.  1.  Südeuropa  hat  wegen  feiner  geographiichen
Zage  ein  würmeres  Klima  alS  Nordeuropa.  2.  Wefteuropa  fteht  unter
dem  Einfluß  der  warmen  ozeaniichen  Weit:  ımd  Südmweltwinde;  überdies  erfreut
e3  jid)  der  Einwirfung  einer  warmen  Meeresitrömung,  des  jog.  Golfitromes.  Da»
her  jind  hier  die  Winter  milde  und  bie  Sommer  nur  mäßig  warın.  E3  hat  ein
Seeflima.  3.  Dfieuropa  empiängt  die  trodenen  Yandwinde  von  Aften;  es
bat  heine  Sommer  und  fehr  kalte  Winter,  aljo  ein  XandElima.

Erzeugnitfe.  Im  fonnigen  Südeuropa  reifen  die  Südfrüchte  (eigen,
Orangen,  Cliven,  Zitronen).  Ks  Haugtiere  sind  bier  allgemein  verbreitet  der
Eiel  und  des  Maultier.  Mitteleuropa  it  Die  Zone  des  Weinftodes  und  ber
Setreidearten,  der  Wald:  und  Obltbäume.  Bon  Tieren  haben  die  größte  Wichtig:
feit  unfere  Hauättere.  Inu  der  nördlichen  falten  Zone  fehlen  Bäume  umd
Sträucher;  Beeren  und  Mooje  find  vorherrichend;  das  wichtigjte  Haustier  ift  das  Ren.

Auh  an  Mineralien  befist  Europa  großen  Reichtum.  Gold  Iiefert
namentlih  Rußland.  Weltberühmt  find  die  Salzwerfe  am  Harzrande  und  in
Galizien;  bedeutende  Mengen  an  Eiien  und  Kohle  fördert  England  zutage,  dann
audh  Teutichland,  ‚Frankreich  und  Belgien.  Europa  hat  fohin  mannigfade  Natur:
erzeugnifle.

‚Bevölkerung.  Die  Eimwohner  Europas  gehören  fait  alle  der  Faukafifchen
Menjhenrafie  an,  der  höchititchenden  unter  allen;  nur  twenige  zählen  zur  mons
        <pb n="38" />
        22  Dritter  Teil.

goliichen  Rate.  Die  Faufafiiche  Naffe  zeriällt  wieder  in  drei  Bauptitämme:  in
die  Germanen,  Nomanen  und  Slaven.  -

‚Die  Germanen  bewohnen  die  Mitte  Europas;  zu  ihnen  gehören  die
Veutichen,  die  Skandinavier,  Niederländer  und  Engländer;  die  Slaven  erfüllen
den  Ojten;  hierher  zählen  beionders  Lie  Rujien,  dann  auch)  die  Zidjechen  in
Böhmen,  die  Polen  ujm.  Die  Romanen  Haben  ihren  Wohniig  im  Süden
und  Weiten,  jo  die  Italiener,  Spanier,  Portugieien  und  franzoien.

Tem  Befeuntniffe  nach  gehören  die  europäiiden  Völker  größtenteils  der
hriitlihen  Religion  an:  die  Romanen  meit  der  fatholüicyen,  die  Slaven  vor:
wiegend_der  griechiichen,  die  Germanen  meiit  der  proteitantüchen  Kirche;  nur  ein
fleiner  Teil  der  Bewohner  Europas  bekennt  fich  nicht  zur  hrütlihen  Netigion.

Staaten.

Die  meilten  europäiihen  Staaten  find  wohl  ubgegrenzjte  Qänderräime.

1.  Südeuropa.  Die,  Byrenäcnhalbinjel  umfaßt  zwei  Staaten:  das
Königreih  Portugal,  im  meitlichen  Zeil  der  Halbinjel,  mit  der  Haupt:
jtabt  Sitjabon,  und  das  Königreih  Spanien,  welches  die  ganze  übrige
Halbinjel  einnimmt,  mit  der  Hauptjtadt  Madrid,  in  der  Mitte  des  Landes
gelegen.

Die  Apenninenhälbinjel  nebit  der  Moebene  bildet  das  Nünigreid
Italien;  jeme  Dauptjtadt  ijt  Rom  am  Tiber.

Die  Dalfanhalbinjel-  umichließt  eme  Mehrheit  von  Staaten,  ımter
denen  die  bedeutendften  find:  das  Königreich  Serbien  mit  Belgrad  an  der
Donau;  das  Körigreich  Rumänien,  zwiihen  dem  Südojtabhang  der  Star:
vaten  ımd  der  Donau,  mit  Bufareit:  das  Sultanat  der  Türlet  mit  der
herrlich  gelegenen  Hauptitadt  Konjtantinopel  am  Vozporus  und  das  König:
reih  Sriehenland  mit  Athen.

2.  DOfteuropa.  Das  Dfteuropäiiche  Tieiland  wird  erfüllt  vom  Naifertum
Rußland,  dem  arößten  ımd  volfreihjten  Staute  Europas,  mit  der  Dauptitudt
St.  Petersburg  an  der  Newamündung.  Die  frühere  Hauptitadt  ded  Landes
war  Mosfau  inmitten  der  großen  Tieiebene.

3.  Die  Halbinfeln  und  Infeln  von  Nord:  und  Nordweitenropa.  Hierher
gehören:  1.  die  beiden  Königreiche  Schweden  und  Norwegen;  eriteres
nimmt  den  Oft:  und  Südabhana  ber  Sfandinavitchen  Halbinfel  ein,  fegteres  um:
jaßt  das  wmeitliche  Hochgebirge.  Tie  Hauptitadt  Schwedens  üt  Stodholm,  jene
von  Norwegen  Chrijtiania:  2.  das  Königreich  Dänemarf;  es  beiteht  aus
der  Halbintel  Zütland  und  den  öjtlich  davon  gelegenen  Imjeln.  Hauptitadt  it
Kopenhagen  auf  der  Injel  Seeland;  3.  das  Königreid  Großbritannien
und  Irland,  das  fich  aus  den  drei  Teilen  der  Britiichen  Injeln  (England,
Schottland  und  Irland)  zufammenjegt.  Hauptitadt  ift  Qondon  an  der  Ihemie,
die  größte  Stadt  der  Welt  mit  fjaft  5  Mill.  Einm.

4.  Weftenropa.  Die  Nepublif  Zranfreich.  Hauptitadt  iit  Paris  an
der  Seine,  die  bepälfertjte  Stadt  ded  europäiichen  ‚zeitlanded  mit  fait  3  Mil.
Einw.  Außerdem  Lyon  (liön,)  an  der  Rhone,  Bordeanz  (bordö)  an  ber
Garonne  (gavömn)  und  Marjeille  (marbij)  am  Mittelmeer.
        <pb n="39" />
        Überfiht  der  Länderfunde.  23

5.  Mitteleuropa.  Die  Staaten  bdesielben  jind:  1.  das  Deutiche  Reich,
2.  die  Dfterreichiich-  Ungarische  Monarchie,  3.  die  Nepublif  Schweiz,  4.  das
Königreich  der  Niederlande,  5.  das  Königreich  Belgien,  6.  das  Großherzogtum
Zuremburg.

1.  Das  Deutjche  Neid.

2.  Die  DfterreihifcheUngarifhe  Monarchie.  Ihre  Teile  find:

a)  das  Katfertum  Ofterreich,  größtenteil3  dem  Alpen»  und  Sudetengebiet
  angehörig,  mit  der  Hauptitadbt  Wien  an  der  Donau.  Zu  den  diterreichijhen
  Alpenländern  zählen:  Tirol  mit  der  Hauptjtadt  Innsbrud  am
Inn,  Salzburg  mit  Salzburg  an  der  Saljad,  Steiermarf  mit  Öray  an
der  Mur,  Kärnten  zu  beiden  Seiten  der  Drau,  Krain,  das  von  der  Save
durchfloften  wird,  die  Halbinjel  Sitrien  und  Dalmatien.  Zu  beiden  Seiten
der  Donau  ziehen  Ober:  und  Niederöfterreich  hin,  in  dietem  die  Slaijerttadt
  Wien.

Die  Sudetenländer  umialjen  das  Königreich  Böhmen  mit  der  Haupt:
jtadt  Prag  und  Mähren  mit  der  Hauptitadt  Brünn.

Am  Nordoitabhang  der  Starpaten  gehört  zu  Üfterreih  noch  Galizien
mit  der  Bauptjtadt  Xemberg.

b)  Das  Königreich  Ungarn,  von  den  SKarpeten  umgrenzt,  mit  ber
Hauptitadt  Tifenpejt  (Budapeit)  an  der  Donau.  Ilngarn  umtaßt  außer  dem
Donautieffande  noch  Siebenbürgen,  Wroatien  und  Slavonten.

3.  Die  Republif  Schweiz.  Sie  umjchließt  die  Schweizer  Alpen,  die  vom
Genfer  See  bis  zum  Oberrhein  und  Bobdenfee  reichen,  den  Schmeizer  Jura  und
die  zwiichen  diefen  beiden  Gebirgen  liegende  Schmeizerifche  Hochfläche  mit  ihren
vielbejuchten  Ihönen  Seen.  Ver  Genjer  See  allein  gehört  zum  Flußgebiet  der
Rhone,  die  nördlichen  Schweizer  Seen  entwäjlern  zum  Rhein.

Die  Schweiz  deiteht  aus  22  freiitaaren  oder  Stantonen.  Außer  dem  Vorort
  Bern  jind  Zürich,  Genf  und  Bajel  die  wichtigiten  Orte  der  Republik.

4.  Das  Königreich  der  Niederlande.  3  liegt  ganz  im  Tieflande
und  wird  von  den  Mündungsarmen  des  Nheins  durchitrömt.  Sein  Hauptort  üt
Amsterdam,  jeine  Neidenzftadt  der  Daag.

5.  Tas  Königreich  Belgien.  Den  füdlichen  Teil  davon  erfüllt  dag
Bergland  der  Ardennen,  der  nördliche  it  Ziejland,  bewäljert  von  der  Echefde.
Tie  Hauptjtadt  des  Königreiches  ift  Vrüfiel,  die  erite  Hafenitadt  Antwerpen.

6.  Das  Grokherzogtum  Luremburg  mit  der  Yauptitadt  gleichen
Namens.

Afien.
Lage,  Größe  und  Grenzen.  Wien  liegt  auf  der  nördlichen  Halbkugel;
e6  hat  einen  ;slächeninhalt  von  45  Mill.  qkm  =  4ymal  Europa  und  820  Mil.
Einw.  €3  ijt  der  größte  unter  allen  Crdteifen.
_  Wien  grenzt  im  Norden  an  das  Nördliche  Eigmeer,  im  Ojten  an  den
Großen  Ozean,  im  Süden  an  den  Indiichen  Ozean,  im  Weften  an  das  Mittel:
meer,  das  Schwarze  Meer  und  an  Europa.
        <pb n="40" />
        24  Dritter  Teil.

Küftengliederung.  Der  Ditiaum.  Durch  die  Sapanifchen  Snfeln
und  die  Halbinjel  Korec  wird  das  Japanifche  Meer  begrenzt.  Süplich  vom
Zapanüichen  Meer  Tiegt  das  Ditchinejtiche  Meer  mit  dem  Gelben  Meer
und  das  Südchinejiiche  Meer.  Der  Oftfaum  Afiend  zeigt  die  reichte  Ktiiftengliederung.


Südasien.  Hier  eritreden  fich  drei  Halbinjeln:  Arabien,  zwichen  dem

Roten  Meer  und  dem  Arabiihen  Meer;  Vorderindien,  zwiichen
dem  Nrabijchen  Meer  und  dem  Bengaliihen  Meerbufen,  md
Hinterindien,  zwilchen  dem  Bengeliichen  Meerbuien  und  dem  Sübdhinefiihen
  Meer.  Die  Küftengeftaltung  Südafiens  hat  Ahnlihkeit  mit  jener
von  (Europa.
;  Im  Weiten  tritt  nur  die  Halbiniel  Nleinajien  aue  dem  Feitlandsförper
erauß.

Die  reihe  SKiüftengliederung  regte  die  Bewohner  diefes

Erdteils  zu  Schiffahrt  und  Sechandel  au.  Sn  der  Tat

bewohnen  die  geihichtlih  bedeutjamiten  Völker  Afiens

die  Küftenländer  und  die  AInjeln.

Bodengeiialt  und  Yewählerung.  In  Aiien  ift  wie  in  Europa  der
Norden  vorzugsweife  Tıefland,  die  Mitte  und  der  Süden  find  Hochland.  Die
Sherflächenformen  Europa  fegen  fid)  nad;  Afien  hinein  for.

Was  zunächt  das  Hochland  betrifft,  io  gliedert  es  jich  im  zmei  Haupt:
mailen  das  Hochland  von  Vorderafien  und  dad  Hochland  von  Hinter:
afien.

Das  Vorderafiatiiche  Hochland  beiteht  aus  den  Dochländern  von
Hleinafien  und  Iran  und  dem  Kaufajusgebirge.

Das  Hochland  von  Hinterafien  ummhließt  im  ©.  den  Himalaja
{himälgja),  der  im  Mount  Evereit  (maunt  ewereji;  den  höchiten  Gipfel  ber
Erde  enthält;  Dieier  ift  8800  m  hod).
©  Gejonderte  Erhebungen  iind  die  Hocdhtlächen  von  Mrabien  und  von

efan.

Un  das  Hinteratiatiiche  Hodland  fegen  jich  ausgedehnte  Tiefländer:  im
Norden  dag  Sibirifche,  im  Ofjten  das  Chinejifche,  im  Züden  das  Js
difche  und  im  Weiten  das  Zuranijche  Tiejland.  Vorderafien  gehört  das
Tierland  von  Mefopotamien  an.  Die  großen  Tiefebenen  des  Erdteild  be
günftigen  die  Entwidlung  mächtiger  tFlüffe.

Das  Hauptauellgebiet  Afiens  ift  das  HinterafiatiiChe  Hodland.  Won  ihm
gehen  zum  Eibiriichen  Ziefland  Ob,  Senijjei  und  Xena,  zum  Chinelifchen
Doang-ho  und  Jangstiesfiang,  zum  Indischen  Brahmaputre,  Oanges
und  Indus,  zum  Zuraniihen  Amu  und  Sir.

Ein  2.  Suellgebiet  ift  dad  Armenifhe  Hodjland.  Davon  fonımen  Euphrat
und  Tigris,  die  das  Mejopotarniiche  Tierland  Durdjziehen.

Klima  und  Erzeugnijje.  Die  drei  füdlichen  Halbinfeln  gehören  zur
heißen  Zone.  Hier  gibt  e&amp;amp;  auögebehnte  Iropenwälder  mit  Palmen.  Der
indische  Elefant  und  der  Ziger  ind  hier  heimisch.  Der  größte  Teil  Miens  liegt
        <pb n="41" />
        Überficht  ber  Qänderfunde.  95

in  der  gemäßigten  Zone.  Dieie  ilt  die  Heimat  des  Aal,  des  fräftigften  Laftochien,
  und  des  zweihöderigen  Kamele.  Sibtrien  bejigt  ausgedehnte  Nadelmälder
und  großen  Neihtum  an  Pelztieren.  Das  nördlichite  Tiefland  endlich,  im  Bes
reiche  der  falten  Zone  gelegen,  bringt  nur  mehr  Moofe  und  ;slechten  hervor.
Klima  und  Produkte  Aftens  zeigen  fomit  die  größten  Gegenjäge.

Die  wajjerreichen  Tiefebenen  im  Often  und  Siüpen  bilden
die  Fruchtländer  des  Erbteil!.  Das  innerafiatifhe  Hodland
  ift  zumeift  Steppe  und  Wilfte.

Am  übrigen  hat  Aften  für  die  gefamte  Menfchheit  gröhte  Bedeutung  als
Heimat  der  Gefreidearten,  der  Obitbäume,  des  Weinftodes,  dann  der  Ramele  und
Sferde,  de?  Nindes  und  der  Seidenraupe.

Devölferung.  Die  Bewohner  find  heuptfählihd  Mongolen,  im
Südmwelten  Kaufafter,  einige  Millionen  auf  den  Sunda-Infeln  find  Malaien.
Der  Religion  nach  find  *,  der  Bewohner  Heiden;  von  dem  legten  zünitel  ge
bören  viele  der  Religion  Mohammed  an,  ein  Feiner  Teil  befennt  fich  zum
Ehrijtentum.

Aien  gilt  al$  die  Wiege  der  Menihheit.

Staaten  Die  größeren  jelbftärdigen  Staaten  find  Perfien,  China
und  Sapan:  unter  ihnen  iit  China  weitaus  der  grökte:  e3  übertrifit  an
‚rlächeninhalt  den  Erdteil  Europa  und  ieine  Einwohnerzahl  beträgt  über  300  Mil.
Hauptitadt  ijt  Pefing.

An  das  übrige  Afien  teilen  fid)  Die  Europäer:  die  Nuffen  beitken  Nord:
alien,  die  Türfen  fait  ganz  Vorderaiien,  die  Engländer  Vorderindien  mit  Kalfutta
  ım  Gangesdelta  und  das  weitliche  Hinterinbien,  die  ranzofen  das  örtliche
Hinterindien,  die  Holländer  die  Sundaimieln,  die  Amerifaner  die  Philippinen,  Die
Deutfchen  das  Gebiet  vor  Kiautichou  in  China.

Afrika.

Lage,  Gröpe  und  Grenzen.  Afrika  dehnt  fich  falt  gleich  meit  auf
der  nördlichen  mie  auf  der  jüdlicher  Erbhaftfugel  au.  —  E8  hat  30  Mill.
gkm  =  3ınal  Europa  und  140  Mill.  Einm.  Es  ift  der  drittgrößte  Erdteil.

Afrika  wird  umgeben  im  DO.  vom  Indischen  Dean,  im  ®.  vom  Atlentifchen
Dean,  im  N.  vom  Mittelfändiichen  Meere.  Nur  an  einer  fchmalen  Stelle,  an
der  Yandenge  von  Suez,  jteht  e&amp;amp;  in  landfefter  Verbindung  mit  Afien.
_  sKültengliederung.  Der  Nordfaum  weift  nur  die  Große  und  Kleine
Sprte  auf,  ber  Zeiten  nur  den  Meerbuien  von  Guinea  (ginea):  auch  ragt
nur  eine  eimzige  Halbinsel  aus  dem  Keitlanderumpie  hervor:  Somali  (ä)  im
Viten.  --  Tie  größte  der  afrilaniichen  Inieln  it  Madagaskar  im  Diten.
Arifa  fehlt  faft  jede  Gliederung  feiner  Küften.
.  Hierin  liegt  der  Grund,  da  es,  feinen  Nordfaum  ausgenommen,  fein  feetahrendes
  Volf  hervorgebracht  hat.

M.  u.  A.  Griftdee,  Leitfaden  I.  Yußg.  für  Enmnafien  3
        <pb n="42" />
        26  Dritter  Teil.

Bodengeftalt.  Abgejehen  von  dem  einzigen  Nettengebirge  an  der  Nord:
fülte_  des  Erdteils,  dem  Atlasgebirge,  it  Der  ganze  übrige  Kontinent
größtenteils  Plateanland.  Seine  Oberflähengeftalt  zeigt  ziemlich  große
Einförmigfeit.

Den  weitaus  größten  Teil  Nordafrifas  nimmt  die  Sahara  {fähare)  ein,
die  größte  Mijte  der  Erde.  Sübwärts  von  ihr  erfiredt  Sich  von  Dzean  zu  Ozean
der  Sudan,  cin  von  lichten  Hainen  durchzogenes  Grasland.  Im  Lften  überragt
den  Endan  das  Hochland  von  Abeffinien.

Das  Siüdafrifanifhe  Platean  ift  mehr  als  doppelt  fo  hod;  ala  das  Nord:
afrifanifhe,  1000--1400  m.  Seinen  nördlichen  Zeil  erfüllt  das  urmaldreiche
Nongobeden,  jeinen  jübdlichen  das  abflußlofe  Peden  der  Kolahartwüite
{falahart)  und  den  öitlicher  das  Sttafrifaniihe  Seenhochland  mit  den
Viforia-:Njanfa,  aus  dem  der  Nif  Tommt.  Nabe  dem  Aquator  erheben  ich  die
jegt  erlofchenen  Bulfane  Keria  und  Kilima:-Ndjcharo  (filimasndichäro),  5600
und  6000  m  hoc.  .

Bemüllerung.  Nordafrika  ift  Taft  regenlos;  daher  fommt  ed  nur  ın
der  Nühe  des  Meeres  zur  Bildung  größerer  und  dauernder  Flüffe.  Solche  find
Nil  und  Niger.

Südafrifa  liegt  im  Gebiete  der  tropifchen  Regen,  daher  bier  der  mafier:
reichjte  Strom  Afrifas:  der  Nungo.

Klima  und  Produfte.  Der  größte  Teil  Afrifa$  gehört  der  beijen  one
an.  Im  Niger:  und  Stongogebiet  furden  ich  dichte  Urwälder,  in  anderen
Teilen  find  weite  Grasfluren,  Savannen,  häufig.  In  den  Oalen  der  Sahara
reift  die  Dattelpalme  ihre  ‚rüchte.

Antilopen,  Zchras  und  Giraifen  beleben  die  Savanıen,  Rhingzerofte  und
Elefanten  die  Wälder.  Non  den  Mfen  iind  der  Gorilla  nd  Schimvanje
in  den  Mäldern  der  Guimeafütte  die  crörten,  von  den  Naubtieren  der  Lüwe.
In  den  Flüfien  fommen  das  Stzofodil  und  das  ‚zlußpferd  vor,  in  der  Wuüfte  der
Strauf.  Das  einhüderige  Kamel  ijt  aus  Wien  eingeführt.  —  Züdafrifa  liefert
Sold  und  Diamanıen.  Die  Naturgaben  Afrifas  find  beträdtlicd.  .

Bevölkerung.  Sie  beitceht  im  N.  aus  Staufafiern,  in  der  Mitte  und  im
S.  meijt  aus  Negern.  rn

Der  größte  Teil  der  Neger  üt  heidnijch.  Im  Nordairife  bis  an  den
Kongo  herricht  die  Religion  Mohammed  vor;  ein  Teil  gehört  zur  crütlichen
Neligion.
iaaten.  An  der  Mittelmeerfüjte  erfreut  fich  das  Sailertum  Maroffo
noch  einer  gewiljen  Unabhängigkeit;  fait  der  ganze  übrige  Nordrand  Mirifas  it
im  Bejife  der  Europäer.  Algerien  und  Tunis  gehören  den  tyranzofen,
Ügypten  den  Türken.  Den  Südrand  des  Erdteils  haben  die  Engländer  in
Belig  genommen.  Der  Kongoitaar  im  Herzen  Afrikas  tcht  unter  belgifcher
Hoheit.  Große  Teile  find  deutfher  Herrfdhaft  unterworfen:

1.  in  der  Nähe  des  Guineabujens  Togo  und  Kamerun;

2.  nördlich  vom  Dranje  Dentih:Sibweitafrife  ;  .

3.  zwißchen  dem  Indiichen  Ozean  und  den  großen  Seen  Bentih-Dftafrifa.
Ein  unabhängiges  chrütfihes  Reich  ıjt  Abefjinien.
        <pb n="43" />
        Uberjicht  der  änberfunde.  97

Ameriha.

Beitandteile.  Amerifa  wird  ducch  den  Meerbufen  von  Mezifo  und  das
Karibiiche  Meer  in  zwei  große  dreiedähnlihe  Yandhäljten  zerlegt,  in  Nordund
  Südamerife;  beide  find  von  ungerähr  gleicher  Gröke.  Verbunden  find
die  beiden  Candhälften  durch  die  Zandenge  von  Panama  (panamd).  Zwilchen
ihnen  liegen  die  Wejtindiichen  Infelgruppen.

Yage,  Öröfe  und  Grenzen.  merifa  liegt  wie  eine  Injel  zu  beiden
Zeiten  des  Noucators  auf  der  weitlichen  Halbfugel.  Es  hat  einen  ‚slädeninhalt
von  42  Mill.  gkm  (-=  4mal  Europa)  und  140  Mil.  Einw.  Es  tft  der  zweit:
grönte  Erdteil.

Begrenzt  wird  Amerika  im  N.  vom  Nördlichen  Eismeer,  im  DO.  vom  Arlantiichen
  Dean  und  im  W.  vom  Groken  Dxcan.

Küftengliederung.  Im  Morden  ichneidet  die  Hudjonsbai  tief  in  das
Land  ein.  Zm  Gegenfag  zu  Europa  und  Afien  wendet  Amerifa  feine  am
reihften  gegliederte  SKtüfte  dem  olarmeere  zu.

Die  Halbinsel  Florida  (d)  und  die  Weftindischen  Injeln  gliedern
den  Golf  von  Merifo  md  das  KWaribiiche  Meer  vom  Atlanttichen
Dean  ab.

Der  Iebhafteite  Verkehr  Herricht  in  Nordamerifa  an  der  reich  gegliederten,
Europa  zugewandten  Oftfüfte.

Südamerika  ift  wie  Afrika  und  Aujtralien  fat  gar  nicht  gegliedert;  aber
jeine  ‚plüffe  beiigen  breite  Mündungen,  die  Seeichitfen  den  Zugang  tief  ins  Innere
des  Erdteils  geitatten.

\.  Nordamerifa.

Bodengeitalt  und  Bewäfjerung.  Un  der  Wettieite  Nordamerifas
ziehen  die  Kordilleren  (kordiljeren)  bin.  An  der  Atlanrchen  Küfte  erhebt  Yich
das  Mlleghanngebirge  (efegeni).  viichen  dielem  und  dem  ;seljengebirge
breitet  jıdh  das  Tiefland  des  Mifjiitippi  aus,  der  der  lüngite  Strom  Der
Erde  it.

Nördlich  von  diejem  liegen  die  fünj  großen  GCanadifchen  Seen.  Dieie
ennoällern  nach  NO.  durch  den  St.  Yorenzitrom  in  den  gleichnamigen  Goff.
—  Um  die  Hudfonsbai  zieht  fich  das  jeenreiche  Arfrifche  Tiejland;  aus  biefem
fließt  der  Madenzice  (mäferit)  zum  Gismeer.  Nordamerifas  Bopengejtalt  ift
einfach,  jeine  Bernäfferung  jehr  reich).

Klima  nnd  Erzeugniije.  Die  nördlichen  Sujeln  und  Nüjten  gehören  der
falten  Zone  an:  fie  jind  den  größten  Teil  des  Sahres  mit  Eis  und  Schnee
bededt.  Stier  it  die  Heimat  der  Pelztiere,  des  Bären  und  des  Renntiers.  Weiter
üblich,  in  der  gemäßigten  Zome,  folgt  ein  breiter  Gürtel  von  Nadelholzwäldern.
  Züdlich  von  den  Ganadiichen  Seen  wird  im  ausgedehnten  Gebieten
Wetzen  und  Mais  und  gegen  den  Golj  hir  Baumwolle  und  Tabel  gebaut.  Das
Mlleghanngebirge  liefert  jchr  viel  Nohle,  Eifen  und  Petrofeum,  das  Teliengebirge
GB  und  Silber.  Klima  und  Produkte  Nordamerikas  find  hiernad  mannigfad.

Bevölkerung.  Die  nörbdlichiten  Gebiete  beuohnen  die  Esfimog.  Nur

mehr  jpärlich  vertreten  find  Die  rothäutigen  Indianer,  die  Urbemohner  Amerikas.
        <pb n="44" />
        28  Dritter  Teil.

Sie  wurden  durch  die  eingewwanderten  Europäer,  hauptiächlich  Engländer
und  Deutice,  erdrängt.

Staaten.  Tat  die  ganze  Nordhälfte  von  Norbamerila  nimmt  das  Britifche
Nordamerifa  ein;  jaft  Die  ganze  Südfälfte  bilden  die  Dereinigten  |  Staaten  von
Amerifa.  Bedeutende  Mohnpläge  find  New  Hort  nju  jort),  4  Dill.  Einm,,
die  zweitgrößte  Stadt  der  Welt,  am  Atlantiichen,  San  srancisco  am  Grohen

Ozean.  —  Im  EW.  der  Ver.  Staaten  liegt  die  Republit  Megifo  mit  der  Haupis
stadt  Merifo;  Hierauf  folgen  die  Nepublifen  von  Zentralamerifa.  —  Weitindien
  bejteht  aus  den  Broken  Anti‘fen  umd  aus  den  Kleinen  Antillen.

2,  Südamerifa.

Bodengeitalt  und  Bemwäjierung.  Auch  Südamerika  wird  wie  Nord:
amerila  an  der  Weitieite  von  einem  hohen  Kettengebirge,  den  Anden,  burd):
zogen.  Den  Üften  des  Hulblontinentes  erfüllt  das  Brajilianijche  Gebirge.
An  Tietländern  folgen  Sich  von  Norden  nad)  Süden  die  Steppen  des  Drinoco,
die  Waldgebiete  des  Amazonenjtramzs,  des  wajjerreichiten  Zıromes  der  Erde,
und  die  Steppen  im  Gebiete  des  Parana  (parend).  Südamerikas  Bodengeftalt
hat  Ähnlichkeit  mit  jener  von  Nordamerika.

Klima  und  Vrodufte  Der  größte  Teil  von  Südamerifa  liegt  in  der
heißen  Zone.  ‚zür  die  Menichheit  wurde  der  Halbfontinent  wichtig  al&amp;amp;  Heimat
der  Siartofiel  und  des  Chinarindendaumes.  An  einheimiicdhen  Tieren  enthält  das
Land  ten,  Faultiere,  Papageien,  Kolibris,  St{apperjchlangen,  große  Käfer  und
prächtige  Schmetterlinge.  --  Mur  den  Anden  kommen  das  Yama,  das  einzige
einheimiiche  Lafttier,  und  der  gröhte  aller  Geier,  der  Kondor,  vor.  Geine
frühejte  Berühmtheit  dankt  Südamertfa  dem  Reichtum  an  edlen  Metallen  in  den
Anden.  Auch  der  Naiurreihtum  Südamerifas  ift  groß.

Bewohner.  Bi  zur  Entdedung  Amerifad  war  auch  Südamerika  nur
von  Indianern  bevölfert.  Spüter  jiedelien  jih  Roriugieien  in  Brajilien
und  Spanier  im  Übrigen  Südanıerifa  an.

-  Staaten.  Die  öftlihe  Hälfte  des  Landes  nimmt  die  Nepublif  Brajilten
  en  mit  der  Hauptitadt  Rio  de  Janeird  (dhanero).  Das  ganze  übrige
Bebiet  erfüllen  leinere  Nenublifen.

Auftralien.

Beitandteile,  Größe  und  Einwohnerzahl.  Muitralien  umfaßt
1.  den  Auitralfontinent;  2.  cine  Neihe  größerer  Inteln,  die  sid)  ın  einem
Bogen  ım  das  jyejtland  herumziehen,  die  jogenannten  Auitralinieln:  3.  viele
Gruppen  fleinerer  Inieln,  die  weit  im  Großen  Ozean  zerjtreut  liegen,  dag  io»
genannte  Moiynejien  oder  Ozeanien.  IL

Das  ganze  Auftralien  hat  9  Mill.  gkm  und  6,  Mill.  Einw.  Hinfidtlihh
  der  Größe  fommt  c3  Europa  ziemlich  nahe.

Der  Auftralfontinent.

Gröne,  Lage  und  Grenzen.  Der  Auftralfontinent  hat  nahezu  8  Mi.
qkm  ‚lächenrauin  und  üt  jonacdh  ber  fleinfte  aller  Erdteile.  Er  liegt  auf  der
jüdlihen  Halbfugel  und  wird  vom  Indiihen  und  Großen  Ozean  unipült.
        <pb n="45" />
        Überfiht  der  Yändertunde.  99

Küftengliederung.  In  den  Erdteil  ichneiden  von  N.  ber  Meerbuten
von  Carpentaria,  von  S.  her  der  Auftralgolf  ein.  Seine  Gliederung  ift
faft  fo  mangelhaft  wie  die  Wirifas.

Bodengeitalt  und  Bewäljerung.  Nur  an  den  Rändern  finden  ic)
Gebirge;  die  befanntelien  Sind  die  Blauen  Berge  und  die  Auitralalpen
im  D.  Üinige  Etreden  gehören  den  Tiejlend  an.  Das  Innere  Auftraliens
nimmt  größtenteild  niedriges  Tafelland  von  300  m  Höhe  ein,  —  Tie  Be
wäljerung  it  Sehr  gering,  da  das  Nand  nur  wenig  Regen  empfängt.  Der  be
deutendite  Fluß  it  der  Murray  (mörre)  im  SO.

Klima.  Die  nördliche  Hälfte  Nuftraliens  Liegt  in  der  heißen  Zone,  Die
füdliche  im  der  gemäßigten.  Da  der  Stontinent  auf  der  jüblichen  Erdhalbfugel
  fiegt,  fo  find  die  Jahreszeiten  den  unirigen  gerade  entgegengejeßt.

Erzeugnijie.  Die  langanbaltenden  Türren  im  Jımern  geftatten  jalt  nirgends
fattreichen  Pifanzenmwuchs;  es  it  deshalb  der  größte  Teil  Diejes  Gebtetet  müjtenähnliche
  Steppe.  Im  dem  beffer  benekten,  Küftenland  wird  Aderbau,  gegen
da8  umere  befonderd  Schafzudjt  getrieben.  Überdies  ift  Auftralien  eines  ber
erften  Goldländer  der  Erde.

Yon  Tieren  gehören  dem  Erdteil  an:  der  Kafjuar  und  das  ängurım,
das  Schnabeltier,  der  ihwarze  Schwan  und  der  weiße  Adler.  Melk
und  Jugtiere  haben  erit  die  Surodäier  eingeführt.  Die  einheimifche  Tierwelt  ift
wenig  zahlreich,  aber  um  jo  eigentümlider.

Bendlferung.  Die  NXuttralneger  ernähren  sich  durch)  Sammeln  von
‚srüchten,  daneben  von  Iagd  und  ‚sücerei.  Sie  ftchen  wohl  auf  der  tiefften
Stufe  der  menfhlihen  Gefittung.  Iept  it  der  ganze  Erdteil  im  Beiike  der
Engländer.  —  Die  grökten  Städte  iind  Sndney  (kidni)  und  Melbourne
(mellbörn).

Die  Auftralinfeln.

Die  Anttralinieln  beginnen  im  N.  mit  Neu-Guinea  (ginea},  nächit  Grönland
  der  größten  Snfel  der  Erde:  ber  ganze  Nordoften  diefer  Anjel  üft  jett
me  de5  Deutjchen  Reiches;  desgleihen  der  oftwärts  anliegende  Bismarkrdipel.



Weiterhin  folgt  Neu:Xaledonien  und  dann  in  berielben  Itihtung  bie
Toppeliniel  Neu:-Seeland.

Polpnefien  oder  Ozeanien.

Alle  grögeren  und  Hohen  Injeln  Bolnnejiens  haben  Wulfane,  die  teilmeije
nod  tätig  jind:  die  Fleineren  find  ganz  niedrige  Koralleneilande,  auf  denen  die
Kofospalme  und  der  PBrotfruchtbaum  die  Hauptnahrung  für  die  Urhewohner
hiefern.  Iegt  find  alt  alle  dieie  Iufelgruppen  von  den  Europäern  in  Befik
genommen.

Deutfh  iind  die  Marihall:Injeln,  die  Karofinen  und  Marianen  und  zmei
der  Samoa-Jnfeln.
        <pb n="46" />
        30  Das  Königreich  Bayern.

Vierter  Teil.
Das  Königreidy  Bayern.

Lage  und  Beitandteile.  Das  Stönigreich  Bayern  ift  ein  Teil  von  Süb:
deutichland.  ER  zerfällt  in  zwei  ungleich  große,  voneinander  getrennte  ebiete,
einen  größeren  Zeil  rechts  des  Rheins  und  einen  Fleineren  Teil  links  des
Rheins,  die  PBralz.  Peibe  find  durch  das  Königreich  Württemberg  und  die  heiden
Großherzogtümer  Baden  und  Hefjen  geichieben.

Natürliche  und  aatlicje  Grenzen.  Im  Süden  bilden  der  Wodenjee  und
die  Alpen  eine  jcharfe  Naturgrenze  gegen  das  Nailertum  Ofterreich  md  zwar
gegen  folgende  Känder  desfelben:  Norariberg,  die  gejürjtete  Srafichaft  Tirol  und
dus  Herzogtum  Salzburg.

Sm  Dften  wird  die  natürliche  Grenze  durch  die  Salzach,  den  Inn_  und
den  Böhmerwald  bezeichnet.  Auch  Diele  Grenzmarfen  icheiden  Bayern  von  Djterreich
  und  zwar  vom  Ergherzogtum  Ofterreid;  und  von  Stönigreich  Böhmen.

Die  natürliche  Nordgrenze  bilden  der  ranfen:  und  Ihäringerwald
und  die  Nhön.  Die  jehr  unregelmäßig  verlaufende  ttaatliche  Nordgrenze  füllt
nur  auf  kurze  Ztreden  mif'  der  natürlichen  zujammen.  Als  Grenzitaaten  folgen
hier  nebeneinander:  das  Königreich  Sachjen,  die  Thüringiichen  Ztanten  und  das
Königreich  Preußen.

Der  Veften  entbehrt,  abgejeben  vom  unteren  Sllerlaufe,  deutlicher  Nature
grenzen;  er  fann  als  ofien  gelten.  Die  Nachbaritaaten  jind  hier:  Tus  Königreich
„ürtemberg  anb  bie  beiden  Sroßherzogtümer  Baden  ımd  Bejlen.  Die  Ötenzen
der  Nialz  1.

name  Grenzen  find  größtenteild  von  der  Natur
vorgezeichnet.
e  zum  Meere.  Mit  dem  völferverbindenden  Meere  hat  Wapern  feine
unmittelbare  Berührung:
Bayern  ift  ein  Binnenftant;
doc;  wird  c#  dur  den  Mhein  nit  der  Mordjee,  durch  bie  Donau  mit  dem
Schwarzen  Meere  verfnüpft.  Beide  Meere  verbindet  der  Qudmigslanal.

Größe  und  Einwohnerzahl.  Die  Gröpe  Bayerns  beträgt  76000  qkm,
feine  Einwohnerzahl  6,  Mill.  Unter  den  deutichen  Staaten  nimmt  Bayern  in
beiden  Beziehungen  nach  dem  Slönigreid;  Preußen  die  erite  Stelle  ein.

Kreiseinteilung.  Das  Königreich  Yayern  zerfällt  in  folgende  Negierungshozirfe
  oder  Kreise:

1.  Oberbayern.  5.  Oberfranten.
2.  aticherbanern.  6.  Mitteljranfen.
3.  Pia;  7.  Unterfranfen  und  Aichaffens
4.  v5  Oberpfalz  und  Negens:  burg.
burg.  8  Schwaben  und  Nenbıtrg.

Der  größte  Streis  it  Oberbayern,  der  Feinjie  die  Paz.
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        vinterlinmtshbaus  «164%  10).

dhizerier

   

irtı$  der  Noten  sand  laSS  ın:  bei
        <pb n="48" />
        <pb n="49" />
        Die  einzelnen  Landihaiten  Banerns.  31

 

Kinigeei  Banern
76  000  gkım

!  ‚Oberbayern  17000  qkm
.  Rieberbagern  1080  „

\.  Dberdfalg  In
i.  Schwaben  9500

”

i,  Unterfranten  8400

-

Mittelfranten  7600

  

'.  Eberfranten  7000

”

-  .  Bfaly  600  .

 

 

pie  ın
Größenverhältnifle  der  Krelfe  Bayerns  unier  Äh  und  zum  ganıen  Bande.

Einteilung  in  Naturgebiete.  Das  rechtöcheiniiche  Bayern  wird  bDurc)  den
Zeuj  der  Donau  in  zwei  Teile  geidhieden,  in  das  jüdliche  und  in  das  nördliche
  Bayern.
Südhayern  beiteht
1.  aus  den  Alpen  zmwitchen  Bodenjee  und  Salzadı  und
2.  aus  dem  Alpenvorlande,  der  Schwäbtijch-Bayerifchen
Hochebene,  nördlich  davon.
Nordbayern  gliedert  fich  ebenjulls  in  2  Naturgebiete:
1.  in  das  Stufenland  der  Naab,  die  Oberpfalz,  und  deffen
Nandgebirge  und
2.  in  dag  Stujenland  des  Mains,  sranfen,  und  deffen  Ge:
birgaummallung.

Die  Banerifchen  Nalkalpen.!)

‚.  Natur  und  Bewohner.  Die  Bayerüichen  Alpen  ragen  mit  ihren  zadigen
Gipfeln  vielfach  über  2000  m  empor;  ihre  Hödjite  Erhebung,  die  Zugipige,  erreicht
jait  3000  ın.  Sie  find  daher  eim  Hochgebirge.

'Y  Dierzu  U.  Beifibed  u.  &amp;amp;r.  Engleder,  Geographiidhe  Tynpenbilder.  Das
Betteriteingebirge  ald  Typus  der  nördlihen  Kalfalpen.  Dresden.  fröbel:
haus.  ierner:  Dr.  U.  Beijtbed  u.  jr.  Engleber,  Bilderatlas  zur.  Geagras
phie  von  Bayern.  Münden.  Bilcty  u.  Löäle.
        <pb n="50" />
        Dorf  Borberburg  (738  m)  bel  Gonihofen.  Gränten  1700  m

 

ertentanzigan  mis  Baidceiten  im  aliadu.  @eldhloflener  mat  jentt  im  Aladu  sumei;  1
n  Matten,  oft  mit  meierbohen,  bultigem  Brofe  bewadhien,  walten  vor.  Der  Boden  li  sumeih  mergelll
;  bie  Almme  ber  Gebirge  verlaufen  4  rur  im  Süden  und  Güboften  be}  Nügdus  ragen  milde  Kallfchro  u

Yunfrige  200  oD
        <pb n="51" />
        Die  einzelnen  Landidaften  Banern?.  33

Wafd,  im  Wechiel  mit  Bergtvieien,  bededt  die  unteren  Gehänge  bis  zu
1600  m  Höhe.  Dieles  Gebiet  nennt  man  die  Waldregion  der  Alpen.
In  den  Höheren  Lagen  fommt  infolge  bes  Ecdjneedruds  nur  noch  niedrige3  Knie
holz  (Zegtöhren  oder  Latichen)  vor.  Dann  folgt  bie  Region  ber  Alpenmatten
mit  den  prächtigen  Alpenroien,  dem  Cdelmeig  und  dem  Enzian.  Hier  wohnt  den
Sommer  über  der  Senne  und  weibet  feine  Herden.  Die  hödtten  Zeile  bilden  bie
Fels:  und  Schneeregion.  Grühere  Eistelder  (&amp;amp;feticher)  finden  jich  an  der
Bugfpige  und  dem  Wagmann.  (Vgl.  die  jarbentafel  ©.  16.)

Der  Wechiel  des  Wrlanzenkleides  erklärt  fi,  aus  folgendem:  Mit  ber  zu:
nehmenden  Erhebung  über  den  Meeresipiegel  wird  das  Klima  rauber,  der  Sommer
fürzer  und  der  Winter  fänger,  die  Zeit  des  Prlanzenwachstums  aljo  geringer.  _

„Die  ausgedehnten  Afpenwieien  begünftigen  bie  Rinderzucht,  im  Walde  findet
der  Ülpfer  Beichäftigung  al3  Jäger,  Holzialler  und  Stöhler.  .  .

Charaftertiere  der  Alpen  fine  die  Gemie,  das  Mlurmeltier  und  der
Steinadler.

Der  Alpenbemwohner  ift  förperlich  meist  rüftig;  Ichon  bie  Fräftige  Berg
fuft  ftärft  feine  Gtieder,  desgleihen  der  vieljech  mühlame  Erwerb  (Holzfällen,
Holzjlößen  uw).  Iniolge  der  vielen  Gefahren,  bie  jein  Xeben  bedrohen,  ii
er  auch  fehr  religiös.  Cbendiefe  Gefahren  fördern.  aber  zugleich  jeine  geiltige
Spannfrait;  fie  zwingen  ihn  ja,  auf  Mittel  zur  Abwehr  zu  jinnen,  und  ihre
glüdtiche  Überwindung  macht  ihn  dann  mutig  und  fed.  Endlich  kennzeichnet  ihn
große  Xiebe  zu  jeinen  Bergen  wie  auch  fünjtferiiche  umd  mufifaliihe  Begabung.

Einteilung.  Die  Baperiichen  Kaltalpen  gliedern  ji  in  die  Allgäuer,
die  Baneriichen  und  die  Salzburger  Alpen.

Die  Allgäuer  Alpen!)

Sage,  Gliederung  und  Natur.  Sie  biegen  im  Streiie  Schmaben
und  eritreden  ji  zwischen  Vodeniee  und  Zeh,  Durch  das  Slertal  zerfallen  fie
in  einen  niedrigeren  Weit:  und  einen  höheren  Oftjlügel.  Im  dieiem  ragen
die  unmirtlichen  Kalkichrofen  des  Hochvogel  (2600  m)  und  der  Mädelegabel
{2650  ın}  auf.  Bei  Immenstadt  erhebt  fich  der  ausfichtsreihe  Srünten,  1700  m.

Zumeift  find  die  Allgäuer  Alpen  mit  ausgedehnten  grasreichen

  Matten  bededt;  daher  blüht  in  Feinem  Teile

Bayerns  die  Rinderzudt  und  Milhwirtihajt  (Butter:
und  Küjeerzeugung)  in  fo  hohem  Grade  wie  hier.

Shre  zahlreichen  Germäffer  fammeln  fich  in  der  Sller,  die  aus  drei  Quelle
bachen,  der  Breituch,  Stilfah  und  TIrettah  entitehen  und  jich  bei  dem  ichöngelegenen
  Markt  Oberitdorf  vereinigen.  Cin  fleiner  Teil  des  Allgäus  um  Lindau
gehört  zum  Siuhgebiete  des  Rheins.  ——  An  größeren  Seen  ijt  das  Allgäu  arm;
doch  beipült  der  Bodenfee,  das  Schwäbiiche  Meer,  feine  Grenze.  An  ihm  haben
neben  Bayern  auch  Württemberg,  Baden,  die  Schweiz  und  Ofierreic)  Anteil.

 

Y  Wigäu  von  Alpgäu.  Hierzu  Engleder,  Bilder  für  den  geograpdiigen
An'bauungsunterrict.  Mädeleacbel  und  Einddebad.  Tert  von
Dr.  Chriftian  Gruber.  Münden.  N.  Oldenbourg.  "
        <pb n="52" />
        4  Das  Königreich  Bayern.

 

Roc  einer  Bpsinarophle,  Einrautuns  und  Berlan:  Wurthle  &amp;amp;  Sohn,  Münden

Ter  Berglrany  der  Salaburger  Alpen  um  den  Srönigsiee  (602  ın)  bei  VBerchtes
entänbr  und  Wald  berrihen  vor,  daneben  auf  den  Höhen  Ivärliche  Matten,  Im  Hintergrunde  De  Hläfterche
Bartholomä.  Wechtd  die  Jaltenfteinnand  am  Wahmann,  im  Hintergrunde  das  Vlateau  des  Steinernen  Meere
}  die  Ausläufer  des  Hohen  GöD.  Der  Nöninsfee  gift  mit  Recht  als  dee  fhöufte  See  auieres  Taterlandee  EM
mänbe  engen  ibn  von  allen  Seiten  ein  nnd  flürgen  j  i  i  S
4  ded  liferd  fehlen.  ur  der  Kahn  vermittelt  den  Verfchr.  Berühmt  find  das  ho  uns  der  Wilderichtum  di

Gewerbe.  Die  tätigen  Bewohner  des  Allgäus  haben  die  Bergiwaffer  viel
}  der  Induftrie  dienitbar  gemacht.  Spinnerei,  Weberei,  Seilerei  und  Steohhnt
rifation  walten  vor.

Vege  und  Siedelungen.  Die  Hauptiwege  jolgen  naturgemäß  der  Jller
che;  hier  finden  fi)  auch  die  größten  Orte  des  Allgäus,  fo  Oberftdori  v
lerijcher  Alpengegend  zwijchen  den  Quellffüffen  der  Iller.  _Yır  der  Iller  Sont
jen,  ein  Mearktrleden  mit  den  größten  VBiehmärkten  in  Züdbayern,  Immen
dr  mit  einer  Zeilerivarenfabrif;  Stempten,  21000  €.,  der  Hauptitapelpla
die  Erzeugnifje  des  Allgäns,  befonders  für  Holz  und  Käje;  es  it  aud)  de
        <pb n="53" />
        Die  einzelnen  Landihajten  Bayern?.  35

Sig  aniehrliher  Spinnereien  und  Webereien,  die  durch  Die  Bafierkraft,  ber  Stier
eine  Förderung  erhalten.  An  Austritt  des  Lech:  aus  dem  Gebirge:  das  Ichmwäbiiche
Städtchen  jzüjien,  ebenfalls  mit  großer  Seilerwarenjabrif.  Im  der  Nähe  von
Füffen  die  Königeichlöffer  Hohenihwangeu  und  Neujdwanitein,  feßteres
eine  Schöpfung  König  Ludwigs  II.)  —  Im  Bodenfee  liegt  Yindau,  6500  E.,
auf  einer  Anjel,  die  dur;  einen  Eijenbahndamm  mit  dem  feitlande  verbunden
üt;  die  Stadt  hat  febhaiten  Handel  und  Perfonenverkehr,  beionder3  nach  der
Schmeiz  hin.  Die  Umgebung  ijt  infolge  des  milden  Seelltimas  fehr  fruchtbar,
namentlich  wird  viel  Wein  und  bit  gebaut.  —  Lindenberg  erzeugt  Strohhüte.
Dank  jeiner  Tehbhaften  Jnduftrie  Hat  das  Allgäu  bie
dichteite  Bevölkerung  in  den  Bayerifchen  Alpen.

Die  Banerifhen  Alpen.?)

Lage  und  Erhebung.  Sie  gehören  dem  Streiie  Oberbayern  an  und
erfüllen  das  Gebiet  zwiichen  ech  und  Inn,  Ihre  nördlichen  wald:  und  matten
reihen  Randfetten  ragen  17—1800  m  empor,  jo  der  ausiichtsreiche  Herzogs9:
ftand  zmifchen  SKochel-  und  Walchenjec  und  der  vielbeitiegene  Wendeliteitn
zwichen  Schlierjee  und  Inn.  —  Mefentlih  andere  Natur  zeigen  das  Wetter:
jteine  und  Karwendelgebirge;.diefe  türmen  fich  zu  beiden  Seiten  der  oberen
far  in  fahlen  Winden  auf  und  reichen  teilmeife  bis  in  das  Webter  des  ewigen
Schnees  hinein.  Dem  Betterfteingebirge  gehört  die  faft  3000  m  hohe  Zugipige

i  eiche.

\

an,  der  Höchjte  Werg  in  Bayern  und  im  N

Die  Bergfetten  zwifchen  eh  und  Inn  umjdhließen  die
mädjtigften  Hochgipfel  der  Bayerifchen  Alpen.

Wegfamfeit.  Tros  diefer  bedeutenden  Erhebungen  find  die  Bayeriichen
Alpen  nad)  allen  Richtungen  hin  wegiam;  für  den  Verkehr  nach  Süden  haben
namentlich  das  Inntal  und  die  neue  Kejjelbergiirage  zwiichen  Stochel-  und
nahen  große  Wichtigleit.  Die  Bayerifchen  Alpen  bilden  das  Burdigangsland
nah  Tirol.

Sceenreihtum.  mes  bejonderen  Worzuges  erfreut  fich  diejes  Gebiet
durch  feine  vielen  Zeen.  Bon  dieien  liegt  im  Loijachgebiete  der  jchon  itarf  ver:
moorte  Kochelfee,  in  ieimer  Nübe  der  Walchenjee,  öftlih  davon  folgen
dev  Tegernsee  und  der  Schlierice.

Durd)  jeine  malerifhen  Seen  wie  durd)  feine  Hocgipfel
übt  das  Bayerifce  Hodland  eine  befondere  Anziehungs:
frajt  auf  die  Neifewelt  aus.

Erwerb  und  Bevölferungsdichte.  Die  VBerghänge  der  Bayerijchen
Alpe  2  dedt  meiit  Wald.  Im  Walde  findet  der  Gebirgsbemohrer  als  Holzarbeiter,
Säger  und  Köhler  Erwerb;  da  fich  aud)  die  gewerbliche  Tätigkeit  in  beicheidenen

|  .  Weiitbei  und  Sr.  Engleder,  Geograpbiihe  Typenbilder  Die
Baperiiden  Königsihlöifer  bei  yüjjen  und  deren  Umgebung.  Tnpuß  der
Boralpeniandjdaft.  Der  Bodeniee  Typus  eines  alpinen  Randiees.

*)  Engleder,  Bilder  jür  den  gesgraphiidhen  Anihauungsunterridt.
DVettertieingebirge  mit  Eibiee.
        <pb n="54" />
        Karweubrigebirge.   Yergouftaud.

Juninıpr.

   
 

FE  rei  ii  een  ER

Efinh  Ara  „|  im

D  tere  tät  m.  Gräfe  1  Tiefe  123  m.
beiden  Seiten  bed  ‚Set  beeitet  1  ein  ineiglnneaud  alten  en  Gierlcerabtagerungen  (Kies  und  Sand)  bie  6  zu  100
ye  aus,  bedvedt  mit  Wieen  Dörter:  d  Billen.  Den  Hintergrund  bilder  da%  Benefeingeeit
ber  gegen  Beten  Iäroft  abfgenden  Buslpike;  dabor  bie  mwalbbehedten  (bunfieren)  Borberge  (bi®  1

 

 

rm  N  t  Fr
“  RK  e  Da
se

 

onrapk,  Wilbrratloe  von  Bayern.  Dängyen,  Boy  u.  Kohle,
Dberbayeriicdes  mooı  sei  Roien  beim.  Torffti
Moor  bilbeie  ehebem  ein  Seebeden,  ba3_bucd)  Je  hugelüh  heten  Einttofe  ber  einmändenden  gun  verfumpfte  un

.  tt  fieb  ,  Narben  ai  db  bildeten  almählic
ai  verlannene.  Ba  a.  SE  A  an  Debor  eine  Drüchnglett  bis  10  m.
        <pb n="55" />
        Die  einzelnen  andihaften  Bayerns.  37

Grenzen  hält,  fehlen  Städtische  Anfiedlungen  jaft  gänzlih.  Die  Benölferungsdichte
ift  gering.  .
"  Stedelungen.  An  der  Ammer  liegt  Oberammergau,  ein  Rfarrdorf,
defien  Vermohner  durch  groke  Nunitjertigfeit  in  Holzichnigereien  ji)  auszeichnen;
auch  ift  der  Ort  durch  feine  Pailionsipiele  weltbefannt.  Garmijch  und  Barten-Eirchen
  an  der  Loijad)  werden  ob  ihrer  herrlichen  Zage  am  {ube  bes  Moetteriteins
gebirges  viel  von  Fremden  befucht.  Mittenwald  an  der  Star  üt  befannt  durch
jeine  Geigenfabrifation.

Am  Gebirgsrande,  mo  die  Erzeugniffe  des  Gebirges  wie  des  Vorlandes
aufgeltapelt  werden  und  in  den  Handel  fommen,  Tiegen  Kochel,  Tegernjee
(füdlich  von  diefem  dae  Wildbad  Kreut)  und  Schlieriee  an  den  gleichnamigen
Seen;  ferner  Bad  Tölz  an  der  ar  und  Bad  Wibling.

Die  Galjburger  Alpen.')

Yage  und  Erhebungen.  Sie  ziehen  im  Südoiten  Oberbayerns  vom
Inn  zur  Salzach.  Ihre  höchiten  Erhebungen  lagern  fich  un  den  Köntgsiee?),
der  zugleich  der  ichönjte  der  baperüichen  Aipenieen  iit.  Als  DBergrieie  tritt  hier
der  Bapmanın  hervor  mit  2700  m:  dann  folgen  das  Steinerne  Meer
{2560  m},  der  Hohe  Söll  (2500  m)  und  der  fagenreiche  Untersberg  (2000  ın).

Natur.  Diele  Berge  bilden  breite  Plateauttöde;  ihr  Kalfboden  itt  vielfach
  zerflüftet  und  höhlenreih.  Grüne  Alpenwiejen  unterbrechen  nur  felten  Dieje
Ktalkiwüiten.

Siedelungen.  Bei  Berchtesgaden,  wohl  dem  jchönfigelegenen  Orte
der  Deutichen  Alpen,  finden  ji  große  Zalzlager.  Auch  defien  Holz-  und  Bein
Ichnigerei  it  weithin  befannt.  Yor  hier  geht  ferner  die  Sofenleitung  nad)
Neiheuhall,  einem  vielbeiichten  VBadeorte  mit  prächtiger  Gebirgsumrahmung,
weiterhin  nad;  Trauritein,  7000  €.  und  Rojeuheim.  Vielbeftiegene  Perge
am  Nordrand  find  Hocielln  und  Hodhgern.

Naturfhöngeit  und  Salzreihtum  verleihen  diefem  engbegrenzten
  Berglande  hohen  Ruhm.

Das  Bayerifde  Alpenvorland,  die  Shwäbifd-Bayerifhe  Hodfläne.

un  Naturgrenzen.  Das  Baperijche  Alpenvorland  wird  im  Norden  vom

Sränfischen  Jura  und  im  Nordoften  vom  Bayeriihen  Wald,  im  Diten  von  Inn

und  Salzadı,  im  Süden  von  den  Alpen  und  im  Weiten  von  der  INer  begrenzt;

es  umfagt  Schwaben  und  Altbanern  (Über  und  Niederbayern).
Abdahung  und  Höhentage.  Biiichen  Ser  und  Led  ilt  die  Abdachung

  des  ‚Boden?  rein  nördlich,  dann  geht  fie,  namentlich  in  Niederbayern,  in

eine  nordöftliche  über.  Wie  der  Lauf  der  Gewäffer  Iehrt,  fenkt  fid  die  Hochebene

von  Süden  nad)  Norden.

ci.  Se  Bilder  für  den  geograpdijdhen  Anihauungßunters
MM.  Geittbed  u  Fr.  Engleder,  &amp;amp;  ii  y  ilber.

Königsfee  ala  Tnpus  eines  hehe  liche  Tapenbilben  Der
        <pb n="56" />
        as  Hopienbaugrbirt  günpanerus.  die  Holledau
;  Klima  Eüdbanerns  mich  negen  bie  Donau  hin  milder  €,  lonnige  und  mobibemäflerte  Täler  dur.  Muchen  da
‚land  und  gewähren  mit  ihren  zoonenben  FHRHt  und  grünen  Wiefeu  überaus  freundliche  Bilder.  &amp;gt;
tal  _indbelondere  iN  durch  feinen  HSopfenbau  meibelanut  und  zur  Zeit  der  Hopfeniefe  entwidelt  Tih  da  in
in  Piaflenhofen,  Wolnzach  und  Geilenfeld  in  äußert  Iehbaftes  en,  banf  dem  Zuflcom  zahlreicher  Hanfer
flüder  und  Hopfenböndt  er.5

 

2  Ichbru&amp;amp;  der  Tonau  durch  den  Bröntitgen  Yaca  bei  Beltenburg  oberhalb  Aeiheim
Donaudurchbruch  bei  Weltenburg  gehört  zu  den  malerifhften  Flußpariien  in  Bayern  und  ir  baher  in  der  Reif

ntredit  über  dem  Baflerivienel  bis  a
Bi  pelucht.  nahle  Se  mande  Et  [t}  In  EN  Be  ne  ent  au  red  „oe  u  Bmen  ı
n  Globe  id  da®  bunfelgrüne  Walblleid  deö  Yura,  öhen  hier  bi®  150  m  gen  (Münden  520  m
ınieren  Ende  gi  Durhbruch®  frönt  die  Uferhöhen  bie  Era  De,  ein  Sunfltempel,  erbaut  von  König  Lubwig
        <pb n="57" />
        Die  einzelnen  Landiharten  Bayern?.  39

Ihre  mittlere  Höhe  beträgt  500—600  m;  München  liegt  520  m  über
dem  leere

Bewäiierung.  Shre  Hauptflüfje  jind  Iller,  Le,  Sjar  und  Inn.

Die  Xller  entipringt  in  den  Allgäuer  Alven  und  bat  im  ganzen  nördliche
Richtung;  bei  Ulm  erfolgt  ihre  Mündung.  Ber  Led,  melder  in  Vorarlberg  entipringt,
  hat  ebenfall3  von  feinem  Eintritte  in  Bayern  bi?  zur  Mündung  nördliche
Nihtung.  Unmeit  Augsburg  erhält  er  feinen  arökten  Nebenfluß,  die  Wertad.  Die
Siar  fließt  nad)  ihrem  Austritt  auß  dem  Gebirge  norbwärt3  bi3  Freifing,  von
wo  ie  nordöftlich  zieht.  Sie  mündet  unterhalb  Deggendorf.  Als  Nebentlüffe  gehen
ihr  lints  Zoitach  und  Amper  zu.

Der  Ann  entfpringt  in  der  Schweiz,  flieht  dann  Durch  Tirol  und  bahnt  fi
bei  Kufltein  quer  durch  die  nördlicher.  Kallalpen  einen  Weg  nad)  Bayern.  Hier  bildet
er  bi3  zur  Mündung  der  Alz  einen  nad)  NW.  geichtvungenen,  von  da  an  einen  jüdöftlich
  gerichteren  Bogen;  bei  Baltau  ergiebt  er  fih  in  die  Donau.  Seine  Zuflüfie
find  linf8  die  Mangfall,  der  Abflug  ded  Tegernjeed,  rechts  die  Wiz,  der  Abfluß
des  Chiemfees,  und  die  Saljcd.

Y  dieje  Slüffe  bewahren  aud  auf  der  Hochebene  noch  ganz
ihre  alpine  Natur:  fie  haben  ein  itarfes  Gefälle,  führen  viel  Kafffchotter  aus  dem
BSebirge  in  die  Ebene  herab  und  bejigen  einen  fehr  wechfelnden  MWafleritand;  daher
find  fte  nicht  Ichiffbar,  jondern  nur  Floßbar.  -

Außerdem  geht  zur  Doneu  eine  Anzahl  Heinerer  lüjfe,  io  zmwifchen  Ser  und
Lech  die  Günz  und  die  Mindel;  zwilchen  Lech  und  Ifer  die  Baar,  die  Sm,  die
große  und  die  Eleine  Zaber;  ziviichen  far  und  In  die  Vils.  Sie  fließen  alle
ruhig  dahin  und  Führen  fein  gröberes  Gerölle  mit  jid.

Die  Hochebene  it  wegen  der  Nähe  der  niederjcdjlagsreichen
Alpen  jehr  wafferreid.

Der  füdliche  Tell  der  Hochebene:  das  Banerifdye  Geenland.!)

Lage  und  Bodenbejchhaffenheit.  Diejes  Gebiet  lehrt  fih  unmittelbar
an  den  ‚uß  der  Alpen  an  und  it  durd)  eine  Menge  von  großen  und  Heinen
Secbeden  ausgezeichnet.  Diele  find  in  ein  niedriges,  wielen--  und  wald:
bededtes  Hügelland  eingejenft.  Die  Sande  und  Schotter  bieier  Hügel  haben
die  Öletjcher  der  Eiszeit  aus  dem  Gebirge  in  die  Ebene  herabgetragen.

Von  Seen  gehören  diejem  Gebiete  an:  der  Stafielfee,  der  Ammerjce,  der
Bürm:  oder  Starnberger  See  und  der  Chiemjee;  in  diejem  liegen  zwei
tiebliche  Infeln,  Herrendiemjee  mit  prachtvollem  Agl.  Schlojie  und  Srauenhiemfee.
  —  Zivei  vorgeichobene  Bergfegel,  als  Ausfichtäwarten  berühmt,  ragen
aus  dem  niederen  Gelände  empor:  der  Auerberg  {1050  m),  jüdmeitlich  von
Schongau,  und  der  Beikenberg  (990  m),  jühlic)  vom  Aınmeriee.

.  Erwerb.  Der  Schotierboden  des  Seenlanded  it  wenig  ergiebig,  das
Klima  faft  ebenfo  rauh  wie  in  den  Alpen,  Moore  erfüllen  weite  lächen.  Wiefenund
  Waldwirtfcaft  herricht  deshalb  vor  wie  in  den  Alpen.

Ber  Miesbadh,  um  Peigenberg  und  Penzberg  ernährt  auch  der
Bergbau  auf  Kohlen  einige  Taufende.

 

')  Hierzu  Engleder,  Geographiide  Anibeuungsbilder  Der  Starn:
berger  Eee.
        <pb n="58" />
        40  Das  Königreih  Bayern.

Bevöllerungsdichte  und  Siebelungen.  Im  ganzen  übertrifft  Die
Bevölferungsdichte  die  de3  Alpenlandes  nur  wenig.  Die  anjehnlicheren  Wohnorte,
größtenteild  Landjtädthen  und  Märkte,  finden  jich  meiit  ar  den  ;Flüjfen  und  Seen.

In  Oberbayern  Liegt  am  Leh  Schongau;  am  Stafieliee  Murnau,
gerne  von  Sommerfrücdhlern  bejucht;  an  der  Ammer  Meilhein;  am  Ummerjee
Diejten,  am  Würmjee  Starnberg,  einer  der  beliebteiten  Austlugsorte  bei
München  mit  Ihönen  Landhäufern;  am  Ian  Rofenheim,  weitaus  der  bebeu:
tendite  lag  der  ganzen  Seenzone,  am  Eingange  des  Juntales,  mit  ber  größten
Saline’)  Südbayerns,  zugleih  Anotenpunft  mehrerer  Eifenbahnlinien,  15  000  €.
‚serner  die  Stadt  Wafjerburg,  auf  drei  Seiten  vom  Inn  umjtrömt.  Unfern
des  CHiemjees  Prien;  an  der  Salzach)  Kaufen.

Das  nördliche  Hügelland:  das  Ackerbauland  Güdbanerns.

Dodenbeihaffenheit.  Die  feenfreie  Nordhälfte  der  Hochebene  it  von
zahlreichen  fleineren  Xülerr  durchzogen.  Nenne  jolhe!  Der  Boden  wird  auf
reite  Strefen  von  dem  überaus  fruchtbaren  LH,  einem  fandigen  Lehm,  bededt,
namentlich  an  der  unter  Donau,  in  der  jogerannten  Kornfammer  Bayerns
zwilchen  Straubing  und  Vilshofen.

EStellenmeife  haben  die  großen  Gebirgäflütje  ausgedehnte  Schottereberen
angejchüttet,  Die  infolge  der  Durchläjfigfeit  des  Bodens  die  Üntjiehung  von
Heiden  begünjtigen;  joiche  find  das  Xechjeld  zmwifchen  Sandöberg  und  Auge:
burg  und  die  Münchener  Ebene.  Gegen  Norden  verflachen  ficd)  die  Schotter:
fegel,  das  Grundmafier  tritt  zutage  und  bildet  Moore,  jo  das  Tahauer  und
Erdinger  Moor!)

Klima  und  Erzeugnifie.  Das  Klima  üt  milder  als  im  Scengebiete,
die  Niederichläge  verringern  fi  und  twogende  Saaten  erjreuen  allenthalben  das  Auge.
Der  Aderbau  wiegt  vor,  aud;  der  Hopfenbau  hat  grofie
Ausdehnung.

In  der  jogenannten  Holledau,  deren  Hauptorte  bie  Märkte  Wolnzach,
Mainburg  und  Au  jind,  blüht  der  Hoptenbau  und  im  tief  gelegenen  Inntal
der  Chjtbau.  Auch  Vferdezucht  mwird,  befonders  in  Niederbayern,  mit  gutem
Erjolge  betrieben.

Bevölkerungsdidte  und  Siedelungen.  Zahlreihe  Törfer,  Märkte
und  Landitädtchen  find  über  das  Gebiet  zeritreut;  an  den  Streuzungspunften  der
wichtigiten  Verfehrajtrafen  entjtanden  die  Hauptorte  Augsburg  und  Münden.

Das  Aderbaugebiet  ijt  der  dichteitbemohnte  Teil  Südbayern
  (auf  1  qkm  bis  TO  Mentchen).

Im  Kreiie  Schwaben  fiegt  an  ber  Ilfer  Memmingen,  12000  €,
in  fruchtreicher  Ebene  mit  jtarfem  Hopfenbau,  Spinnerei,  Weberei  und  lebhajtem
Handel.  An  der  Wertach  Kaufbeuren,  9000  E.,  mit  Baummollipinnerei.  Un  ber

')  Saline  it  eine  Unftalt  zur  Verfiedung  von  Steinfalzlöjung  (Sole),  um  aus  ihr  bad
Kohlalz  zu  geminnen.

*)  Hierzu  Englebder,  Geographiige  Anihauungsbilder.  Moorgegend
und  Torfftid  bei  Münden.
        <pb n="59" />
        Die  einzelnen  Landihaoften  Bayerns.  41

Bereinigung  von  Lech  und  Wertach  liegt  Augsburg,  bie  Hauptftadt  bes  Kreiied,
94000  €.  Die  Stadt  entitand  am  SHreuzungspunfte  der  Straßen  von  Ulm  nad)
Salzburg  und  von  Nürnberg  zum  Bodenjee;  fie  it  deshalb  ein  Mittelpunkt
dea  Handels  und  Verfehr3.  Hierzu  fommt  noch  eine  jehr  bedeutende
Industrie,  die  jich  namentlicd)  an  die  Weijerkräite  des  Lechs  fnüpft.  Bejonders
großartig  jind  die  Baurımollipinnereien  und  mebereien  jowie  die  Mafchinenfabrifen.
Aus  früherer  Zeit  befigt  die  Stadt  nod)  eine  Neihe  herrlicher  Bauten  und  Denfmäler.
  &amp;amp;anz  befondere  Erwähnung  verdienen  das  Rathaus  und  die  unftvollen
Brunnen.  —  Nur  durch  den  Lech  tt  von  Wugsburg  getrennt  die  oberbayerifche
Stadt  Lehhaufen,  17000  E.  Iinweit  der  Mündung  des  Ledhd  liegt  dus
tchreäbiiche  Städtchen  Rain.

In  Oberbayern  ermuchs  an  der  Sjar  und  zwar  ziemlicd  genau  in  der
Mitte  von  ganz  Südbayern  und  im  PVereinigungspunft  der  wichtigjten  Verfehrelinien
  Münden,  die  Haupt:  und  Nefidenzftadt  des  Slönigreiches,  der  Einwohner:
zahl  nach  (538  000  €.)  die  dritte  Stadt  de  Deutjchen  Neiches.t)  Durch  den
Kunjtfinn  der  bayerifhen  FFürjten  wurbe  «8  mit  präcditigen  Bauten  gejchmüct
und  zur  eviten  Kunititadi  Deutichlands  erhoben.  3  jeien  vor  allem  emvähnt
die  großen  Gemäldegulerien  (Pinakothefen),  eine  Sammlung  von  Bildhauermwerfen
des  Altertums  (Sfypiothel),  das  Nationalmufeum,  welches  Erzeugniffe  der  Künfte
und  Gewerbe  aus  früheren  Iahrhunderten  enthält,  das  neue  Deutihe  Mufeum
für  NWerfe  der  Technif  und  die  zahlreichen  prächtigen  Kirchen.  Die  Brauinduftrie  und
die  Lofomotivjabrifen  genießen  einen  Weltruj.  Die  Stadt  iit  ferner  der  Eik  ber
oberiten  itaatlichen  und  kirchlichen  Behörden,  einer  Universität,  der  Techniichen  Hoc:
jhule  und  der  Kunjtafademie.  —  Ticht  bei  München  die  Stadt  Rafing,  8000  €.
—  Ebenfalld  an  der  Slar  zreifing,  14000  E.,  der  Sit  vieler  Bildungsanitalten;
in  der  Nähe  Weihenftephan,  Akademie  für  Landwirtichaft  und  Brauerei.

Am  rechtsjeitigen  Lechhochrande  jind  bemerfenämwert  die  alten,  malerisch  ge
legenen  Städtchen  Landsberg,  6000  E.,  und  Friedberg.  —  An  ber  Paar
legt  Aihad;  ummeit  davon  das  Dorf  Wittelsbach,  wo  die  Stammburg
unferer  erlauchten  Königsfamilie  itand.  Schrobenhaujen.  An  der  Ilm
Praffenhofen  mit  ausgedehnten:  Hopfenbau;  in  der  Nähe  das  Klofter  Scheyern,
dad  Stammicdlor  der  Echyren.

.  ,  Am  Im:  Mühldorf;  Altötting,  unjern  des  Inn,  ijt  Altbayerns  be
juchteiter  Walffahrtsort.  —  Un  der  Salzad  Burghaufen,  ein  Grenzftädichen
gegen  Diterreih  in  maleriicher  Lage.

.  Im  reife  Niederbayern  an  der  Siar  Qandahut,  die  Hauptitabt  des
Regierungsbezirkes,  mit  24000  €.  Von  den  Gebäuden  ijt  befonders  bie  Martinsfire
  zu  nennen,  deren  Turm  eine  Höhe  von  133  m  hat.  Auf  dem  nahen  Ylarhodufer
  die  Bing  Trausnig.  —  Dingolfing.  —  Landau,  maleriid  am  Hodufer
ber  Star  gelegen.

Bnifchen  Ifar  und  Inn  finden  fih  die  Marktjteden  Vilsbiburg  an  ber  Vils
und  Bfarrfirdhen  im  fruchtbaren  Nottal  mit  großen  Bierdemärkten.  —-  Bmitcden
Zar  und  Donau  Abensberg,  der  Geburtsort  des  bayerifchen  Seihihtsjehreiberd
Sohannes  Turmair  (f  1534),  genennt  Aventin.

 

 

Engleber,  Boterlänbijde  Beihicdtsbildber  mit  Erläuterungen  von

)  E:
Prof.  Stödel.  Qudmwig  I  und  feine  Kunitigöpfungen.
M.  u.  M.  Weiftbes,  Leitfaden  I.  4
        <pb n="60" />
        Der  Baperiihe  Wald  bei  Wiedhtac  (434  m)  am  Pen  ein  Fuppenreihed  MRaflengebirge.

n  nm  Biedhtadh  bi?  750  m.  Teilneife  ind  bie  Borböben  Dirled  Grbirges  fdhon  entmalbet  und  bienen  jı
m  Geld:  und  Bielenbau.

Ian  Donau

Dberhaus
a
        <pb n="61" />
        Die  einzelnen  Laudfhaftern  Bayern.  43

Das  Donautal.

Der  Donaulauf.  Ter  Hauptrluß  der  füdbayerifchen  Hochfläche,  in
dem  fi  ale  ührigen  Gewäfjer  vereinigen,  iit  die  Donau.  Diele  entipringt
im  Schwarzialde,  Tiegt  erit  durch  babijches  Gebiet,  dann  dur  Hohenzollern
und  Miürttemberg  und  tritt  bei  Neu-Ulm  in  Bayern  ein.  Bis  Regensburg
begleitet  den  Fluß  in  nordöitlicher  Richtung  ber  Jura,  bann  wendet  fid)  die
Toonau,  vom  Bayeriichen  Walde  gezwungen,  nah  Südojten  und  verläßt  Bayern
unterhalb  Bafjau.  Sie  mündet  ins  Schwarze  Meer.

Die  drei  glußbeden  der  Donau  in  Bayern.  1  Yur  dem  Wege
neh  Negensburg  durchzieht  die  Donau  zunädit  im  Sreiie  Schwaben  bas
Donau-Nied,  ein  Wieienmoor.  Weite  Auen  breiten  fi)  hauptiählich  auf
dem  rechten  Fzlugufer  aus,  weshalb  die  zahlreichen  jtädtiihen  Siedelungen,  aus:
genommen  das  aufitrebende  Neu-Ulm,  11000  E.,  und  Günzdurg,  auf
der  finfen  Stromfeite  liegen,  io  Zauingen,  Dillingen  (6000.E.\,  Höd:
ftädt,  Donaumdrth.  Bei  Neuburg  (9000  E.),  der  legten  Schwäbiichen
Stadt  an  der  Tonau,  durhhricht  der  ‚lub  zum  erjtenmal  den  Jura  in  einem
engen  Tafe.  Yuf  den  felfigen  Ausläufern  des  Gehbirges  erhebt  ji  hier  ein  ftattliches
  Schloß,  einft  Reidenz  einer  Linie  des  baperifchen  Fürftenhaufes.

2.  Dann  betritt  der  uk  das  Donaumpor,  einen  uriprünglicen  Sumpf:
boden,  der  aber  jeut  großenteils  dem  Aderbau  gewonnen  it.  An  defjen  unterm
Ende  liegt  die  itarfe  Teitung  Ingolitadt,  die  Beherricerin  der  Tonauftraße
in  Bayern.  Die  Stadt  zählt  24000  E.  und  ijt  nach  Miinchen  der  größte  Ort
Oberbayern?.  In  eimem  äußerjt  maleriichen  Tale  bricht  ji)  die  Donau  danıı
zum  zmeitenmal  Bahn  dur)  den  Jura  bei  dem  niederbayeriichen  Städtchen  Kleleim.
  Zu  beiden  Seiten  des  zluljes  fieigen  hier  mächtige  ;yelfen  auf.  Im  ber
Nähe  von  Kelheim  grüßt  von  der  Höhe  des  Michelberges  die  von  König  Zudmig  1.
erbaute  Befreiungshalle,  em  Ehreniempel  für  jene  Jürlten  und  ‚Feldherren,
weiche  Deunichland  von  der  Ziwingherrichaft  Napoleons  I.  bereiten.  Bei  Negengburg
  erreicht  die  Tonau  ihren  nördlichtten  Yunft.  --  Eine  Stunde  unterhalb
Negensburg  leuchtet  von  den  Morbergen  des  Bayeriichen  Waldes  der  Murmor:
tempel  der  Walhalfa  mit  mehr  ala  100  Büiten  berühmter  Deutichen.!)  Auch
diefe  Wurde  von  dem  funitfinnigen  König  Qubwig  I.  erbaut.

3.  Bivichen  Regensburg  und  Wilshoren  durchzieht  die  Donau  das  britte
‚slupbeden,  bie  niederbayeriiche  Kornfammer.  Der  Hauptort  auf  diefer
Sırede  tt  Straubing  mit  21000  €.  Dann  folgen  nod)  die  niederbayerijchen
Städte  Deggendorz.  7000  E.,  von  wo  eine  an  Kunitbauten  reiche  Bahnlinie  über
Eijenjtein  nach  NRöhmen  führt,  Citerhofen  md  Vilshofen,  wichtig  durch
Getreidebau,  endlich  die  alte  Grenz  und  Ricofsjtadt  Pafjau?)  in  reizenb  Ichöner
Sage  an  der  Vereinigung  der  drei  ‚zlüffe  Donau,  Ian  und  Sl;  Sie  ift  die
zweitgrößte  Stadt  Niederbayern,  19U00  €.,  und  ein  bedeutender  Handelsplag.

Ter  Echifjahrt  dient  die  Donau  von  Negeneburg  ab.

Das  Donantal  ift  mit  dem  Maintal  am  ftädtereichiten
0.  in  Banerı.

)  Durmaper-Langl,  Baldalla,  Bien.  Hölzel.

*,  Hierzu  Engledber,  Beographiihe  Unidauungsbilder  Bajjan.

4r
        <pb n="62" />
        3  Sabertal  in  ber  e  Oberp  erp  ‚fal
)  Dabertal  zeigt  alle  Initicen  eis  nbeiten  ber  Yuratäler:  ven  Haren.  fifchreichen  a  ber  fih_in  breiten
ıbungen  burd)  da®  ichlängelt,  Teuchtenb  grüne,  biumenceihe  Wielen,  walbgetrönte  Höhen  t  une"  Behänge.

aud  benen  sone  weißgraue  Kalfmände  malerlic  heraudireten  und  zum  Burgenbau  einlı  taben.

 

ochoten  bei  ü

-  en  be

a  Jura  finden  fi  Gifenerge  an  vielen  &amp;amp;ie  en  und  wurden  Meit  Sarnen  Sergmännile  gewonnen.  A

aften  biefer  Werriebe  gingen  aber  mit  m  Yufihmunge  |  ber  modernen  ilenin  nbufirie  ein  erh  die  tung

B  ftaatlihen  Hochofend  (1883)  bradjie  neuen  ehe  In  den  den  De  sgban  an  0  er  Bild.  Hurzeit  Fihafii  ber  Umberger
ergleu
        <pb n="63" />
        Die  einzelnen  Landicaften  Banern3.  45

Das  Stufenland  der  Naad:  die  Oberpfal;.

Umgrenzung.  Im  Norden  wird  die  Überpjalz  vom  ;sichtelgebirge,  im
Often  vom  Böhmerwald  und  im  Weiten  vom  ranfenjura  umjchlofjen.  Sie  ift
durch  Naturgrenzen  fharf  umjcrieben.

Oberflähenbejchaffenheit.  Teile  der  drei  vorgenannten  Gebirge,  zu
denen  im  Südojten  noch  die  Ausläufer  des  Bayerischen  Waldes  treten,  errüllen
die  Tberpfaßz  bauptfächlih.  Gegen  Süden  Iteht  jie  mit  der  Vaperiichen  Hodebene
  in  Werbindung.  Das  Land  ift  alfo  vorwiegend  gebirgig.

Bemwäljerung.  Tie  Waijer  fanmeln  jih  in  der  Naab,  die  au®  ber
Mald-,  Fichtel-  und  Yeidenaad  entitcht,  im  allgemeinen  jüdliche  Nichtung_  ein
hält  und  oberhalb  Regensburg  mündet.  Ihre  zahlreichen  Nebenflüfie  empfängt
fie  vom  regenreichen  Böhmerwald,  den  größten,  die  Pils,  vom  sränliichen  Jura.

Naturichänheiten.  Die  Iberpfal;  weit,  wie  alle  Gebirgsgegenden
Bayerns,  viele  landichartlihe  Schönheiten  auf.  Der  „Wald“  hat  jtille,  hatten:
reihe  Iäler,  der  Jura  neben  wielengrünen  Tälern  auch  malerifche  Yelienkuppen
und  Höhlen;  zmiichen  Weiden  und  Kemnath  ragen  au?  der  weiten  Sanditeinfläche
weithin  fihtbar  bie  Wuffanfuppen  des  Barfıtein  (600  m)  und  des  Nauhen
Kulm  (700  m)  auf  (.  S.  44  u.  46).

Erwerb.  Tas  Land  it  infolge  feiner  Höhenlage  und  feines  vorwiegend
jelligen  Bodens  nur  von  mäßiger  ‚zruchtbarfeii.  Eriag  hierfür  bieten  die  Mineral:
Ihätse  des  Bodens.  Nördlich  von  Negensburg  umd  in  der  Gegend  von  Amberg
treten  im  Jura  amtehnliche  Eijenerzlager  auf.  Bei  Amberg  und  in  der
Marimilianspütte,  zmichen  Negensburg  und  Schmandorf,  hat  fi  denn
auch  eine  bedeutende  Cijeninduftrie  entwidelt.  Die  Marimilianshütte  ft  das  größte
Eitenwerk  in  Süddeutichlard.  Der  „Wald“  Liefert  Granit,  Duarz,  Porzellanerde,
Ton  und  Dolz  (f.  &amp;amp;.  44).

Die  Natur  der  Oberpfalz  weift  die  Bevöfferung  auf
Bergbau  und  Fupujtrie  Hin.

VBerfehrälage.  Turd)  die  Cberpfalz  jührt  der  Hauptichtenenitrang  von
Berlin  über  Hof,  Weiden,  Schwandorf  und  Negensburg  nad  München.  Schwan:
dorj,  Weiden  und  Wiefau  find  Eiienbahnknotenpuntte.  Yon  Wiefau  führt  die
Bahn  nad  Eger  und  zu  den  Löhmijchen  Bädern.  Sehr  günitig  it  die  Verfehrslage
  des  Stufeniandes.

Siedelungen.  Die  Hauprfiedelungen  folgen  den  größeren  suktälern
als  den  natürlichen  Verkehrslinien  des  Landes.  An  der  Baldnans  liegt  das
Städtchen  Tirihenreuth,  befannt  durch,  feine  Schinken.  An  der  Naad  liegen
Schwandorf,  Weiden  (12000  €);  beide  Orte  find  Eifendahnfnotenpunfte.
Schwandorf  hat  überdies  Tomivarenjahriten.  —  An  der  Schwarzach,  einem  it:
fichen  Zufluß  der  Naab,  Waldmünden  und  Neunburg  vor  dem  Wald.  —
An  der  Bild  Amberg,  24000  E.,  bie  zweitgrößte  Stadt  der  Oberpfalz,  mit  einem
großen  Eifenbergwerf,  Hocofen  und  der  Kigl.  Gemehrfabrif,  mit  Emails  und  Porzellan:
fabrifation.  —  Sulzbach,  uniern  der  Vils,  6000  E.  Alte  Rejidenz.  Etienbergwerf.
  —  In  ber  weitlichen  Oberpfalz,  am  Zube  des  Jura:  Neumarkt,  6400  E.,
an  ber  Linie  Regensburg.  Nürnberg  und  am  Ludiwigs-Donau-Muintanal.  Die
Hauptftadt  bes  Kreiies  it  Regensburg,  48000  €,  am  rechten  Donau:
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        re  Böhmerwald  bei  Waldmünchen  (512  ın).
ee:  DYöhımerwalb  und  Reine  Bald  find  die  Alteften  Gebirge  in  Bayern,  e8  find  Negebirae.  Urjprüng
0  hoc  wie  bie  Mipen,  find  fie  dur  bie  Bremitterung  bis  auf  In  „genüge  Höhe  abgetragen  worden
u  de  unteren  Stodiwerle  find  bel  und  biefe  glei  eiden  een  HSohfläden.  Der  Gindprud  bes  dich
bewa  in  in  aumelft  er
Walded  mn

   

wi

tea.

 

 

Die  Bultanlandfhaft  bei  Ke  mna

8  ber  einförm  Eigen  Sanbkeinftäd,  die  fi  von  Beben  gi  Bopreuth  Biniet  L  erhebt  nd  um  bad  ‚ene  mitten  Remna

!  Reihe  maleı  fer  Bulfankuppen,  deren  mwaldgefrdute  Bipfel  mwelltin  fdhauen  unb  bem  Yuge  el
b  f  Ifer  Burg  deam  biefer  ©  Den  gehört
an  Im,  a  een  gen  "in  ihn  @chtngen  mi  mid  Busen  ea  sur  Gira  elgciterun
in  verfant!
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        <pb n="67" />
        Die  einzelnen  Landichalten  Baperns.  47

ufer  und  an  der  Dereinigung  dreier  Flüffe  (Donau,  Naab  und  Negen)  gelegen,
eine  frühere  Reicheitadt.  Zu  ihren  Hauptichenswürdigfeiten  zählen  Überreite  aus
der  Nömerzeit,  dann  aus  dem  Mittelalter  der  gotiche  Dom  und  die  Steinerne
Brüde,  die  nad)  Stadtambof  am  linken  Donauufer  jührt.  Negensburg  hat
eine  AJuderfabrit,  Tabaf:  und  Pechjabrif,  jtarfen  erfand  von  ‘leiichwaren
(„Regensburger  Würjte  und  oberpfälziihen  Schinken“)  und  Tebhaften  Handel.
Hier  beginnt  auch  die  Tonaujchiffahrt.
Das  Litbayerifche  Grenzgebirge,  der  Böhmerwald.!)

Eritredung.  Qom  Fichtelgebirge  bis  zur  Tonau  unterhalb  Paffau  eritrect
fi  in  jüdöitlicher  Richtung  der  Böhmerwald.

Natur.  Die  dichtgeiharten  Berge  lafjen  feine  bejtimmte  Gruppierung
erfennen,

der  Böhmerwald  ijt  ein  Meafjengebirge.

Er  fcheidet  Bayern  und  Böhmen.  Durch  eine  Senfe,  die  nad)  dem  Städtchen
Surth  al  Zurther  Senfe  (426  m)  bezeichnet  wird,  zerfällt  der  Gebirgazug
in  eine  nördliche  und  eine  jüdliche  pältte  Ter  füdlihe  Teil,  zugleich  der
hödhfte  und  landichaftlich  jchönfte  des  Gebirges,  wird.  wieder  durch  das  Tal  des
Regen  gejchieden  und  zwar  in  den  Bayerijchen  oder  Worderen  Wald  und
den  höheren  Hinieren  NMald  i.  ©.  42).

Der  Bayeriiche  Wald,  bereits  teilweiie  entwatdet,  fällt  gegen  Den  getreidereihen
  DTonaugau  im  jteilen,  malerischen  Höhen  ab.  Yon  Zilshofen  bis  Baflau
durchbriht  ihn  die  Donau.  Tiele  erhält  au&amp;amp;  dem  Mulde  die  SIz,  welche  bet
Palfuu,  und  den  Regen,  der  nad)  jeltfamen  Laufe  bei  Regensburg  mündet.  Die
imerfmürdigite  Bildung  des  Bayerijchen  Waldes  it  der  „Prahl”  (f.  Tyarbentafel).

Ter  fog.  „Hintere  Wald“  enthält  die  höchiten  Erhebungen  des  ganzen  Ges
birg&amp;amp;zuges:  Arber  (1500  m),  Rachel  (1450  ın)  und  Dreijetielberg.  Dielen
Teil  des  Gebirges  bededfen  nocd)  meitausgebehnte,  herrliche  Wälder,  das  Bi  vieler
Touriften.

Klima  und  Anbau.  Das  Stlima  des  Vöhmerwaldes  ift  der  Höhe  wegen
jiemlih  rauh.  Miederichläge  jallen  reichlich,  und  der  Schnee  bleibt  länger  liegen
ald  in  den  Zülern  der  Alpen.  Die  der  Donau  zugefehrten  Eintiefungen  find
indes  wejentlich  milder,  jo  da  in  einzelnen  Tälern  mit  gutem  Erfolge  Obftban
  getrieben  wird.  Die  Raubeit  des  Klimas  gejtattet  vielfach  nur  den  Anbau  von
Roggen,  Hajer,  Kartoffeln  und  lache.  Lesterer  tft  die  Unfache  einer  anfehnfihen
  Leineninduftrie,  befonders  um  Wegideid.

Gewerbe.  Das  Holz  des  „Waldes“  wird  zu  Bündhölzchen,  Schindeln,
Siebrändern,  Holzihuhen  und  namentlich  auch  zu  Kfaviaturen  und  Nefonanzböden
  verwendet.  Ebenio  wird  mehrfach  Rapierfabrifation  betrieben.  Das  Ge:
birge  ent&amp;amp;ült  ferner  wichtige  nugbare  Mineralien,  jo  Granit,  Graphit,  Ouarz  und
Borzellanerde.  In  großer  Blüte  jteht  infolge  de3  Reichtums  des  Gebirge  an
Quarz  hauptjächlich  die  Ölasjabrifation,  befonders  in  Zwieiel.  Bedeutende  Sranit-)

  Hierzu  Engleder,  Beogr  tj  Uni  ngöbilder.  ij
Batv  be  Bleaıen  srephijihe  Anihauungsbilder  Der  Bayerijde
        <pb n="68" />
        as  Biätelaebirae.  von  ber  Köfleine  gelchen.
und  liegt  das  Blodmeer,  te  I  oermitterung  ben  Sipfel  der  Nöfleine  allmählich  aufgeläft  hat.  Ter  Dich
.  ber  neeber:  nn  die  meiften  ipfe  waldes  zeigen  bie  gleidyen,  höchlt  malerildien  Bebilde  ©
nit,  auß  dem  b  diele  Beraechdupter,  une  befiehen,  neigt  u  folder  erial.  Bom  Gipfel  z  ine  ouß  fä
Blid  auf  die  öflichen  dlihen  Erhebungen  bes  Gebir,  itges  mi  mit  iherm  unpergleichtich  (did  en  WBaıblleidr,
ißen  dehnt  fi  die  ielenkrüne  Hodftädye  von  Wunftebel  hin,  in  der  fidy  eine  cegc  Webeinduftrie  entmwidelt  hat
Biergehnheiligen  320  ın.  Stafleiberg-540  m.  Staffelftein  250  m.  _  Etlos  Banz  520  m,
Sn  nn  m  2

 

Dbermaintal  bei  Stamel  Rei
8  Cbermaintal  ift  der  fchönfte  und  odanete  Teil  von  Dberfran  en,  sin  Son  arten”,  wie  ber  Ed  Seite
t.  Die  malerüchen,  ma  Ibigen  FR  des  Sure  umfäume:  im  Güben,  bie  b  5  Granfenne  aldes
ener  Saatfelder  und  61  ender  Dbh  ir.  Stobt  reiht  fi  bier  an  1  ehabı,  alt

'foble  prangt  im  Gchmude
Sdlöfler  und  Burgen  Icdnen  bie
        <pb n="69" />
        Die  einzelnen  Landigaften  Bayerns.  49

maifen  liefert  der  Blauberg  dei  Chan,  vnd  um  Obernzell  bei  Paffau  finden  fi)
feine  weiße  Töpfererde  und  Graphit.  Aus  lesterem  Material  werden  Schmelz
tiegel  gejertigt.  Im  Wald  gibt  es  viel  Gewerbe.  .

Siedelungen.  Intolge  der  mannigjaden  Induftvie  hat  der  Wald  auch
dichtere  Bepüfferung  als  die  Alpen.  Im  Gebiere  des  Negen  liegen  die  Markt:
ileden  Zwieiel,  Regen,  Viehiad  und  Rögting:  im  Untern  Wald  Weg:
iheid.  —  In  der  Further  Senke  find  die  oberpfälziichen  Städtchen  Cham  am
Megen,  ein  Hauptitapelplag  des  bayeriichen  Hofzhandels,  und  yurtb,  diefeg  mit
5600  E.

Stanken.  Das  Maingediet  und  feine  Gebirgsummallung.

Naturgrenzen.  Tas  isränkiiche  Stufenland  wird  begrenzt  im  Süden
und  Titen  vom  jsränfiichen  Iura,  im  Norden  vom  Fichtelgebirge,  ranfenmald,
Ihüringermald  und  von  der  Nhön,  im  Weiten  vom  Spejlart,  dem  Odenmald
und  der  ‘ranfenhöhe.  Deutlihe  Naturgrenzen  fcheiden  alfo  Franfen  von  feinen
Nahbargebieten.

E3  umfaßt  Ober,  Mittels  und  Unterfranfen.

Ter  Hauptflup  des  ‚ränftichen  Stutenlandes  tt  der  Main.

sranfers  Natur  im  allgemeinen.  Der  frünfitche  Boden  bildet,  abgeiehen
  von  Seinen  NRandgebirgen,  zumeit  ausgedehnte  Tafelflächen  (Platten),  bie
ich  noch  weit  nach  Württemberg  hinein  fortiesen.  Tie  Franfenlande  liegen  ferner
erheblich  tieer  als  Sidhayern  und  die  Iberpjalz,  Nürnberg  hat  300,  Mürzburg
  nur  180  m  Meereshöhe.  Daher  ii  das  Slıma  in  den  Tälern  mild.  Wo
überdie3  noch  der  Boden  mit  fruchtreichem  LXöß  bebedt  ift,  wie  namentlich  im  Main:
taf,  da  bringen  die  gefegneten  sSluren  Getreide,  Wein,  Hopfen,  Obit  und
Bemüje  in  szülle  hervor.  freilich  fehlt  e&amp;amp;  auch  nicht  an  Sandigen,  trodenen
Ebenen,  jo  3.  ®.  um  Nürnberg.

Sranfen?  Natur  ermeilt  fi)  im  ganzen  günftiger  ald  die
Südbayerns  und  der  Oberpfalz.  Neben  Zeld-  und  Wiejenbau
  nimmt  der  Gartenbau  große  Streden  ein.)

Das  Obermaintal  und  fein  Handgebirge.
Oberfranken.
\  Das  Obermaintal.  Das  bergumträngte,  breite  und  lonnige  Obermaintal
it  die  jchönite  und  fruchtbarjte  Landichait  Oberfranfene  {j.  ©.  48)

.  Der  Maiı  bilder  fi  aus  zwei  Quellen,  dem  Weißen  und  dem  Noten
Main;  der  eritere  nimmt  jeinen  Urjprung  euf  dem  Ochjenfopf  (im  Sichtelgebirge)
  ber  feßtere  hat  jeine  Wiege  zmifchen  Fichtelgebirge  und  Jura.  Der  Note
Mai  berührt  auf  jenem  Laufe  Bayreuth  und  vereinigt  jich  bei  Kulmbad)
mit  dem  Weißen  Main;  der  jet  vereinigte  Fluß  eilt  in  emem  nad)  Nordiweiten
geihrungenen  Bogen  in  den  Kefiel  von  Bamberg,  wo  jein  Oberlauf  endet.
Hier  nähert  jich  der  Fluß  am  meijten  der  Donau;  daher  zweigt  von  hier  der
Tonan:Mainfanal  ab.  "

')  Unter  Gartenbau  verjteht  man  den  Ynbau  von  Wein,  Obit,  Blumen,  Semüje
und  Hopfen.
        <pb n="70" />
        jräntifde  Eanei.  vait  Beftentüeme  von  Tü
Kraut  ice  «  Sdıne  weis  ha  n  Kamen  vo  on  pen  Aentaren  Beenforne,  Eriänne  unb  Sohlen,  bie  ber  Kalt  h

e  telfentürme  u  bilde  der  Bermilter:  Reg  Schne  d  is  haben  bie  mweicheren  Bean
Sattafet  abgetragen,  während  bie  Birne  ale  rukaen  heden  'btichen.  *  Sie  Höhe  der  Telfentürme  erreicht  biß  50  nr

 

 

a  .

 

    

Sie  &amp;amp;  öhle  bei  Rabenflein  in  ber  iiden  Shmw  u
ae  enhorL  um  u  enpante  bie  ah,  und  no  Iaönfen  Shen  er  der  er  Deinen,  Mandje,  wie  bi
ee  ne  ec  ntgn  ng
bilbe:  I:  äulen,  d  dnden  aulm  madhlen  unb  von  ber  .
häten  Seite,  Teenie,  bie  and  bon  Periftan  flächen  unb  fleine  Wailerbrden.  Die  Höhlen  find  mei  da
Bet  a  a  al  ae  die  jept  berfirgt  find.
        <pb n="71" />
        Sie  einzelnen  Lardicheften  Bayerns.  51

Siedelungen.  Den  Dlain  entlang  folgt  Stadt  um  Stadt  und  zwar:  am
Roten  Main  Vanreuth,  die  Hauptitabt  von  Oberfranken,  einjt  die  Nefidenz  der
Markgrafen  von  Bayreuth,  32000  &amp;amp;.  Groß  it  die  Indujtrie  der  Stadt,  befonders
in  Webereien,  weltberühmt  das  Richard  Wagner  »  Thecter  dafelbit;  am  Weißen
Main  Stulmbach,  11000  E.,  mit  großen  Bierbrauereien;  anı  Main  die  Städtchen:
Lichtenfels,  befannt  durch  Seine  Korbmaren,  und  Stafjelftein;  nahe  dei  biejem
das  Schloß  Banz,  das  jchönjte  im  jsranfenlande,  und  Banz  gegenüber  Vierzehnheiligen,
  der  bejuchteiie  Wallfahrtsort  in  }sranfen.

An  der  Regnig  liegt  Bamberg,  der  Sig  eines  Erzbiüchois,  eine  jchüne
Stadt  in  hübicher,  milder  und  fruchtbarer  Gegend,  daher  der  ausgebreitete  Übjtund
  Gemüjebau,  45000  €.  Die  Gemerbetätigfeit  erjtredt  jich  cur  Weberei  und
Erzeugung  von  Zeilervaren.  Unter  ben  Gebäuden  tritt  befonders  der  romanilche
Dom  herpor  mit  den  Grabmälern  Kaijer  Heinrich®  des  Zweiten  und  jeiner  Gemahlin
Kunigunde.!)  —  Fordheim,  8000  E.,  hat  in  feiner  Imgegend  jtarfen  Objthau.

Die  Gebirge  Dberiranfens.  Die  das  Obermaintal  umgrenzenden  Ge:
birge  find  das  tichtelgebirge,  der  isranfenmwald  und  der  nörbliche  Teil  bes
sränfifchen  Jura.

Oberfranfen  ift  die  gehirgigfte  Provinz  Vayerns.

Das  Fichtelgebirge.  Es  ijt  ein  waldreihes  Mafiengebirge  mie  der
Böhmermald  und  beteht  wie  diefer  aus  Granit  ımd  Brei.  Seine  Geitalt
üt  die  eines  Hufeilens,  da®  nach  Nordoften  zum  Egertal  geöffnet  und  nach  Sübmeiten
  geichlojfen  ift.  Gegen  die  Mitte  fällt  es  zur  wiejenreihen  Hochebene  von
Wunfiedel  (580  m)  ab.  Seine  höchjten  Erhebungen,  Schneeberg,  1100  m,  und
Ochienfopr,  1000  m,  liegen  im  Südweiten.

Der  landihaftliche  Schmud  bes  Gehirges  bejteht  in  defjen  ausgedehnten
Wäldern  fowie  in  feinen  selsmeeren,  dem  Erzeugnis  verwitternden  Granit
geiteind.  Das  grobartigite  dieier  elienraeere  weilt  die  Zowifenburg  bei  Run:
tiedel  auf.  —  Bedeutiam  ijt  das  jsichtelgebirge  insbefondere  wegen  der  von  ihm
ausgehenden  Klüfje;  es  bildet  nämlich  Die  Wafiericheide  zwijchen  drei  großen
Stromgebieten.  Nah  Weiten  (zum  Rhein)  fließt  der  Weine  Main,  nad)
Süden  (zur  Donau)  die  (Fichtel-)  Naab,  nad)  Tften  die  Eger  und  nad;  Norden
die  Saale;  Eger  und  Saale  münden  in  die  Elbe.

Das  Klima  des  Gebirges  ijt  jeiner  Höhe  wegen  raud.  Die  Nieberichläge
jind  zahlreid.

.  Anbau  und  Gewerbe.  Infolge  des  ungünftigen  Klimas  hat,  wie  im
Böhmerwalde,  die  Sandwirtfhaft  geringere  Bebeutung.  Sie  erzeugt  Buier,
Kartoffeln  und  Flache.  Die  Bewohner  waren  deshalb  gezwungen,  fich  der  In:
duftrie  zuzumenden.  Solche  bilden  der  Bergbau  auf  Granit  und  Syenit,  dann
die  Granit  und  Syenit-Schleiferei  und  bie  Porzellanmanufaftur.  Wußer
dieten  Beichäftigungen,  die  im  Boden  ihre  Grundlage  haben,  wirb  bejonders
Weberei  in  großem  Umfange  getrieben.  Sie  vor  allem  ernährt  die  fehr  zahl
reiche  Bevölferung  (90  E.  auf  1  qkın).  Im  Sommer  beiafien  lich  manche  Be:
wohner  deö  Gebirges  mit  dem  Sammeln  von  Wreijelbeeren,  die  wegen  ihrer
Güte  großen  Abiay  finden.  "

’)  Durmanerslang!,  Bamberger  Dom,  Bien.  Hölzel.
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        <pb n="73" />
        Die  einzelnen  Londfhaften  Bayerns.  53

Oberfranfen  it  nädft  Mittelfranken  die  inbuitriellfte
und  dichteftbevölferte  Provinz  des  rechtörheinifchen  Bayern.

Siedelungen.  Bon  den  Mohnorten  des  Gebirge,  die  alle  zum  Kreife
Oberfranken  gehören  find  zu  erwähnen:  \  L

Hof  an  der  Scale,  36000  Einmw.,  Hauptiis  ber  oberfränlifhen  Spinn-  und
Mebeinduitrie,  den  fähfiihen  Schlengebieren  nahegelegen.  —  Se!b,  8000  Einm,,
unmeit  der  böhmijchen  Grenze,  mit  blühender  Porzellanmanufaltur.  —  Im  Serzen
de3  Fichtelgebirges:  Wunsiedel,  5500  Einw.  und  Marft-Redwiß,  und  nördlid
vom  Fichtelgebirge  Münchberg,  Helmbredjts,  alle  mit  großen  Bebereien.  Nche
bei  Yunjiedel  Alerendersbapd.  \  .

Der  Franfenwald.  Cr  bildet  die  nordweitliche  Fortiekung  des  TFichtel:

ebirges  und  ift  ein  waller:  und  mwalbreiches  Tonjchteferplateau.  Mad)
Südmeiten  entfendet  der  Gebirgäzug  die  Nodach,  an  der  aud)  der  einzige  bedeutendere
  Wohnort  des  ganzen  Öcbietes  liegt:  Kronad),  Stapelplag  für  Holz:  und
Steinfohlen,  die  Erzeuaniffe  des  Gebirges,  5000  €.  --  Die  Nevöülferung  lebt
infolge  ded  rauhen  Silimas  der  Gegend  viel  weniger  von  Wderbau  ale  von
anderen  Erwerbsgmweigen.  Wielen  bringt  der  Waldreichtum  des  Gebirges  Verdierft,
andere  leben  von  der  Arbeit  in  Koblergruben,  fo  bei  Studheim,  viele  von  der
Ausbeutung  der  Schieierlager,  wie  bei  Yudwigftadt;  von  lesterer  Beichäftigung
der  Vevölferung  heikt  der  ranfenwald  auch  das  „Land  der  Schiejertafelmacher."  —
Wegen  feiner  Heilquelle  wird  Bad  Steben  gerne  beiudt.

Der  nördlihe  Teil  des  Fränfifhen  Jura.  Vie  Fränfifhe  Schweiz,  Das
Gebiet  ziwiichen  Obermain  und  NRegrig  erfüllt  die  Sränfiihe  Schweiz  Sie  ift
der  nördlichite  und  landichaitlich  reizvollite  Teil  des  Fränfiichen  Jura.  Den  Eingang
hierzu  bildei  das  Wiefential  bei  ;sorchheim.  C3  verengt  fich  bei  Muggendorr
zu  Schluchten,  jteile  Kalfwände  Stergen  aus  der  Taliohle  auf,  zahllofe  Türme  und
Zaden  krönen  bie  Gehänge.  Zu  den  Naiunmundern  der  Fränkischen  Schweiz  zählen
insbefundere  die  zahlreichen  Höhlen  mit  malerifchen  Tropfiteinbildiingen,  wie  3.  B.
die  Rojenmüllershöhle  bei  Muggendorf  und  die  Sophienhöhle  bei  Habenitein.

Die  Anterfränkifhe  Platte  und  ihre  Aandgedirge.
Der  Mittel-  und  Antermain.
Unterfranken.

1.  Die  Unterfränfiihe  Platte.

Von  Bamberg  ab  drängt  fich  der  Main  zwifchen  dem  Steigerwald  und  ben
Hahbergen  hindurd.  Dann  erreicht  er  bei  Schweinfurt  cıne  weite  gejegnete  Ebene,
die  Unterfränfiiche  Platte  oder  das  Unterfränfiiche  Bauland.  Diee  Tafel:
fläche,  vom  Main  in  einem  Dreted  durchitrömt,  wird  im  Diien  vom  Steigerwald
und  den  Hahbergen,  im  Norden  von  der  NHön  umichloffen,  gegen  Südweiten
jest  fie  fih  nad;  Württemberg  hinein  fort.  Sfruchtbarer  QöR  bededt  den  Boben,
der  allenthalben  mit  Getreide  und  Objt  aufs  beite  bebaut  ift.  PVelondere  Ergiebigfeit
  zeichnen  den  Schweinfurter,  Gerofzhofener,  Ochienfurter  und  Grabieldgau  aus;
mar  nennt  deshalb  die  Ebene  mit  Recht  die  Kornfammer  Unterfrantens.

m  biefe  Ebene  hat  der  Main  ein  50—100  m  tiefes  Tal  eingegraben.  Auch
diejes  it  allenthafben  von  Zöß  bededt  und  jein  mildes  Klima  begünjtigt  den  Anbau
  von  Wein,  Objt,  Gemüje  und  Getreide  (j.  &amp;amp;.  52).
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        Schmwanberg  470  m

 

 

 

=

 

ax
re  Steigerwa  un.
Mr  Jura  aus  der  Minetteäntihen.  „Sbene  h  erh  hebt  nd  ber  S  igernalb,  eine  Ganbfteintafel,  ftetl  and  bem  unte
hen  Baufanbe,  da®  man  von  fein  öhen  aus  fall  q  na  Möreide  ouen  fan.  An  feinen  untere:  ngen  ın

n  Ge
Dee  geihägte  Rebenforten  gebaut.  die  Höhen”  dedt  Bielfach  Wald.  Gingelne  Geftelnsfchichten  des  Geblenes  fühe
fo  bei  Iphofen.  Seiner  herrlihen  Waldungen  wegen  wird  ber  Steigerwald  von  Außflüglern  gerne  Aulachud

 Seeuabern  9Rn  ma  Ruine  Dfterbur:

     

 

Die  Bafalttuppe  des  Breusberget  in  ber  sen

bi  LL  bes  Rreugbera:  und  ber  Dfierburg  auf,  ber
Nm  EB  tragen,  währen  ni  vers  e  Girl  et  Go  af  aumeit  enimalbet  und  mir  ale  Dielen  und  fieinigen  Geldern
"Sm  Zale  liegt  das  ehhiten  ‚Beet  vor  ber  Mhdn.  Wuf  dem  Kreugberge  erhebt  fi  eine  alte.  bi:
efachte  Walfahrtöficdhe  mit  einem  Klofter.
        <pb n="75" />
        Tito  Bolsa  sen  X  Dlderbensg,  Mahn  Wonhes
        <pb n="76" />
        <pb n="77" />
        Die  einzelnen  Landihaften  Bayerns.  55

Das  Unterfränfifche  Bauland  ift  der  fruchtbarfte  Lanpftrid
im  rechtErheinifhen  Bayern.
Siedelungen.  Den  Main  entlang  folgt  Stadt  auf  Stadt,  alle  in  male:
riicher  Zage  und  von  altertümlicher  Bauart.  Zunähjt  Hakjurt  am  Fuße  der

Haßberge:  hier  beginnt  der  Weindau  im  Maintale.  —  Schweinfurt,  in  fruditbarer
  Gegend,  18000  €.;  e8  nimmt  Durch  jeine  ‚sarben:  und  Eijeninduitrie  einen
hervorragenden  lab  unter  Bayerns  Städten  ein.  —  Kibingen,  9000  €,

im  Mittelpunft  einer  wohlbebauten  Geaend;  «3  hat  mit  Würzburg  den  grögten
Weinhandel  in  Franken  und  einen  ausgedehnten  zrloßhafen.  —  Würzburg,  die
Hauptitadt  Unterjranfens,  80000  E.,  it  der  Sit  einer  alten  Univeriität  und  des
großartigen  Julius-Potpitals.  In  hoher  Blüte  itehen  Weinhandel  und  Schaumteinerzeugung.
  Am  linken  Mainhochufer  thront  in  prächtiger  Tage  die  alte  seite  Marien:
berg.  Anderen  Abhängen  gedeiht  der  Yeiitentein,  am  rechten  Mainufer  der  Steinwein.

Der  mm  folgende,  dem  Spejjart  engehörige  ;luklauf  gleicht  einem  Xiered
mit  den  Echpunften  Gemünden,  Wertheim,  Miltenberg  und  Aidhaffen:
burg.  ei  legterer  Stadt  tritt  der  Main  aus  der  landichaftlich  fhönen  Enge
zwiichen  Zpejlart  und  Odenwald.  Er  geht  noch  eine  Strede  nordweitlich  bis
Danau,  wo  er  dann  plöglich  eine  Wendung  gegen  Nejten  mimmt,  der  er  auch
bis  zu  feiner  Vereinigung  mit  dem  Rhein  treir  bleibt.

Im  Mainvierede  folgen  nacheinander  das  altertümliche  Städtchen  Ge:
münden  an  der  Mündung  der  ‚sränfiichen  Saale,  das  jehr  gemerbetätige
Lohr,  Wertheim  (zu  Baden  gehörig),  das  anmutige  Miltenberg,  das  wein:
berühmte  Klingenberg  und  das  vhjtreihe  Obernburg.  Am  Nustritt  des
Mainz  aus  der  Enge  ziwiichen  Spefiart  und  Odenwald  liegt  Wihaffenburg,
25000  E.,  die  zweitgrößte  Stadt  Unterjtenfens,  mit  dein  emitigen  Nestdenzichlotje
der  Erzbiichöfe  von  Main;  und  dem  von  Slönig  Cudwig  I.  erbauten  Rompejanum.
Die  Stadt  hat  überdies  Icbhaften  Holzhandel  und  bedeutende  Papierfadrifation,
diete  durch  den  Holzreihtum  des  Speflart  veranlakt.

Verfehrsdedeutung  des  Maintales.  Als  Verkehrsader  kommt  dem
Main  nicht  geringe  Bedeurung  zu.  Zar  ijt  feine  Wujiermenge  nicht  allzu  reichüch
  und  auch  der  Krümmungen  find  e3  jehr  viele:  doch  wird  auf  ihm  jtarke
Sloßfahrt  betrieben  und  mainaufmwärts  beiicht  bereits  Ktettenichiffahrt  bis  Kigingen.

2.  Tie  Randgebirge  der  Unterfränfiihen  Blatte.

Diele  find:  link?  des  Maind  der  Steigerwald  und  der  Odenwald
(grögtenteil®  zu  Baden  gehörig),  rechts  des  Mains  der  Spejiart,  die  R  bön
und  die  Haßberge  (ij.  ©.  54).

Der  Speffart.!)  Cr  ijt  ein  maldreiches  Sanditeinplateau,  du3  auf  Drei
Seiten  vom  Main  umflofjen  wird.  Der  höcdjite  Gipfel,  der  Geteröberg,  mißt
600  m:  er  überragt  den  Niücken  des  Gebirges  nur  werig.  —  Der  Reichtum  des
Spejjart  beiteht  in  jeinen  Wäldern;  diefe  enthalten  die  Ihönften  Eichen  Deuticlands
  und  liefern  bejonders  vortreffliches  Schifrsbaubolz.  —  Infolge  des  ziemlich
rauhen  Klimas  wirft  Die  Landwirrihaft  nur  geringe  GErträgniffe  ab.  Die  Be
völferung  jucht  deshalb  ihren  Unterhalt  in  allerlei  Hausinduitrien  (#.  Barbeniajel).

Yd.  b.  Spechtsmalb  ientfianden  auß  Spechtsgärt).
        <pb n="78" />
        hd  um  BA

ı  der  Srantenhöhe  her  ieht,  in  in  „pbttder  %  Tal  be  Beat,  breit  und  siemlid;  tief  eir
‚aben  in  bie  mittelfränfi  de  San  de  lie  und  geihüpte  gr  ee  en  Hopfenbau,  ber  befonber
m  Spalt  eine  eifrige  und  an  Bier  erfährt.  Hier  liegt  das  größte  pfenbrugebiet  Bapernd

 

 

 

suifchtal  bei  Heuftudi  a.  d.  Aifch  300
breite,  fonnige  Aifdhtal  hat  nen  Lßreichen,  fruchtbaren  Boden  und  Eräengt  $  Geireide  und  Obfl.  Seine  Umgebun,
zählt  gu  den  größten  Hopfengebleten  Baperıd.
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        Die  einzelnen  Lerdigaften  Banerns.  57

Die  Rhön.  Auf  dem  mwaldreihen  Sanditeinplateau  der  Vorderrhön  erheben
fih  in  füdrördlidher  Reihe  aahfreich  vultaniiche  Kuppen  aus  Balalt,  die
jest  größtenteils  entwalder  jind.  Bei  dem  Bade  Brüdenau  tiegt  der  fagenhafte
  Dreiitelz  (660  m)  und  jüdlih  von  VBiihojshem  der  Nreuzberg
(930  ın),  der  Sönig  der  Nhönberge,  mit  einem  Stloiter  und  einer  vielbefuchten
Wallfaprisfirche.  -—-  Bon  den  zahlreichen  Gewähtern,  denen  das  Gebirge  den  Ur:
jprung  gibt,  find  die  wichtigeren  die  Saale  und  die  Kinzig,  die  zum  Man
geben,  und  die  Fulda,  die  in  die  Werra  mündet.  —  Xiele  Partien  der  Rhön
seichnen  jich  durch  maferijche  Schönheit  aus,  insbejondere  die  Gegenden  um  Bab
Brüdenau  und  Kiffingen.  Das  Klima  iit  aber  infolge  der  Höhenlage  ra  u.  ber
Boden  fteinig  und  wie  im  ;Fichtelgebirge  lohnen  großenteils  nur  Kartoffel-  und
Flachabau  die  Mühe  der  Bervohner.  Weichlicheren  Ertrag  lietern  einzig  bie
Wicienländereien  de3  Gebirges;  die  Ninderzucht  nimmt  daher  immer  lebhafteren
Aufchwung  (j.  ©.  54).

Einen  Erjag  für  Die  geringe  Nusbarfeit  des  Bodens  hat  die  Matur  dem
‚Sande  in  wertvollen  Mineralguellen  geipendet,  die  dag  Emporfommen
verichiebener  Rhönfiädte  bedingten.  Einen  Weltruf  geniekt  Bad  SKifiingen;
außerdem  jind  zu  nennen  die  Badeorte  Brüdenau  und  Bodlet,  ferner  bas
Städtchen  Neujtadi  an  der  Tsränfächen  Saale.  -In  diefen  Badeorten  finden
die  Nhöner  im  Sommer  fohnende  Beichäjtigung.

Die  Mittelfrankifde  Platte  und  ihre  Randhößen.
Mittelfranken.
1.  Die  Mitteltfränftiche  Platte.

Höhenlage,  Narurgrenzen  und  Abdahung.  Die  Mittelfränfiiche
Tlatte  hat  nur  300--400  m  Meerespöhe  (Nürnberg  300  m).  Im  Süden  und
Dften  umfchliept  fie  der  fteil  auiragende  Jura;  im  Weiten  und  Norden  um:
Fränzen  fie  die  jlachen,  vieljach  ihön  bewaldeten  Bergzüge  der  Sranftenhöhe
(550  m)  und  ihrer  Fortiegung,  des  Steigermwaldes  (500  m).  Die  Platte
dacht  jidh  janjt  gegen  das  Regnigtaf  ab,  wohin  aud;  alle  Flüfje  jtrömen,  fteil
gegen  die  Zauber  und  den  Maın.

Bewäfierung.  Der  Hauptfluß  der  Landichaft,  die  Negnig,  entiteht
aus  zwei  Duellflüffen,  der  fränkischen  und  der  Schmäbifchen  Nezat,  und  hat  im
ganzen  nördliche  Laufrichtung.  Aus  dem  Jura  gehen  ihr  Begnig  und  Wiefent,
von  der  ranfenhöhe  die  Wifch  zu.  Im  Verein  mit  dem  von  Stönig  Zudivig  I.
erbauten  Zudmwigs-Donau-Mainkanal  bildet  die  Reguig  die  Verbindunge:
ftrabe  zmijchen  dem  ;slupgediet  des  Aheins  und  der  Donau.  in  fleinerer  Teil
Mittelfranfens  gehört  dem  Taubergebiet  an.

.  Anbau.  Die  Mittelfräntiiche  Ebene  weiit  mehrfach  dürftigen  Sandboden
auf,  der  wohl  noch  Stierernwaldungen  nägrt,  wie  3.  3.  um  Nürnberg,  für  den
Aderbau  aber  jich  ‚wenig  eignet:  dagegen  erfreuen  jich  die  anmutigen,  wajjerteichen
  }lußtäler  eines  vorzüglichen  Bodenbaues,  fo  der  WVörnikgrund  bei  DintelsbühHf
  und  das  Altmühltal  bei  Gungenhaufen:  aud;  der  überaus  liebliche
  Aiichgrund,  im  dem  die  Städtchen  Windsheim  und  Neuftadt  an  der  Aüch
liegen,  Tiefert  vortrefjliches  Getreide  und  viel  Hopfen.  Wichtig  it  ferner  die  Tabak:

M  x.  8.  Beikbed,  Geitfaden  1.  5
        <pb n="80" />
        Da&amp;amp;  Altmühltal  bei  EihNätt.

‚  freundliche  unb  ausnehmend  faubere  Städtchen  Eihftält  verfegt  ben  Brlucher  in  da  Hery  bed  ffräntifhen  Yural
%  audorgei  eichreten  „aiatten,  ober  Talelgebir  Mi  eat  olte  Yene  ZBiN:  Betvaburg  ee  einen  Kbrraus  fohnende
rbliet  fiber  Berg  und  Sal  bed  Gebietes.  Yu  n  Bindungen  sieht  fih  daß  Tal  dı
Im,  und  „forglam  Bebante  Seiber.  erfüllen  die  rei  atfohle  d  bebeden  bie  feiten  Gehänse  hate  e  Bautmäte

teil  die  malleratm  eiten  von  einer  Pi  ung  und  einer  Giebelung  u  !

DBeräfferten  "zate  aber  folgt  Stadt  a  Stadt.  u  ce  benen  Eichhänt,  die  alte  Wildjofdflapt  mit  "ihren  Bahlei

gs  bungtenaten,  am  bebeutfamiten  ift.
        <pb n="81" />
        Die  einzelnen  Lendidcoften  Baperns-  59

kultur  um  Nürnberg  und  der  Hopienbau  bei  Spalt  und  Hersbrud.  Die  Gegend
um  Ansbach  treibt  bedeutende  Niehzucht  (fränfiiches  ;sledvieh),  Andbadı  felbit,
an  der  Fränfiichen  Nezar,  18000  E.,  ift  die  Kreishauptitadt.  Eine  der  altertüm:
fichiten  deutichen  Städte  und  früher  eine  freie  Reichsitadt  it  Rorhenburg  ob
der  Tauber,  3000  E.
Die  Dürftigkeit  der  fränftfchen  Sandflädhen  hat  die  Be:
völferung  auf  Gewerbetätigfeit  hingewiefen.

Am  meilten  blüht  diefe  im  mittleren  Regnigtal,  in  und  um  Nürnberg.

Nürnberg  liegt  an  der  Pegnig  inmitten  des  Mittelfränftichen  Bedens  und
im  Kreuzungspunfte  der  großen  Verfehrejtragen  Würzburg—  Pallau  und  Augsburg—
  Hof.  &amp;amp;3  tit  die  zweitgrößte  Stadt  Bayerns,  294000  E.,  und  befien  eriter
Ysabrifplag.  Bon  feinen  Induftriezweiger  find  bejonders  hervorzuheben  die  Spielwaren:
  und  Bleifitttabrifution,  desgleichen  die  Metallinduftrie,  die  Elektrizitätz
werke  ımd  die  Maichineniabrifen.  Die  Stadt  beitst  noch  heute  herrliche  Denfinäler
  mittelalterlicher  Yaufunit.  Wertvoile  Kımjtichäße  enthält  das  Germanitche
Mufenm.

Die  jonjtigen  mwicjtigeren  Indijtriepläge  \ind  am  der  Negnig  gelegen,  jo
Schwabach,  10000  &amp;amp;.,  Haupsjik  der  deutichen  Nadeljabrifation,  Sürth,
61000  E.,  eine  der  wichtigiten  ‚zabrifjtädte  Bayerns,  hervorragend  durch  feine  Spiegel:
jabrifen,  und  die  Univerfitätsjtadt  Erlangen  mit  großen  Brauereien,  24000  €.

Ein  indijtrielles  mittelfräntiiches  Städtchen  it  ferner  Weißenburg  i.B,,
an  der  Schwährichen  Rezat,  7000  &amp;amp;.,  mit  Gold:  und  Silbertreitenfabrifen.

Dank  jeiner  Hochentwidelten  Induftrie  it  Mittelftanfen
die  dichteftbenöfferte  und  jtäbtereichfte  Provinz  des  redtstheinifrhen
  Bayern  (108  €.  auf  1  qkm).

Verfehrslinien.  Tie  Mirtelfeänkiiche  Platte  öffnet  jich  nach  allen  Seiten.
Nah  N.  führen  das  Negnistal  und  die  breite  Cd  zmtichen  Sranfenhöhe  und
Steigerwa®d,  nah  S.  das  Wörnit-  und  Altmühltal  und  die  Senfe  de  Donau:
Mainfanals,  nach  D.  das  Pegnistal.  Die  ;zranfenhöhe  im  W.  bietet  dem  BVerfehr
fein  ernjies  Bindernis.  Mittelfranken  it  daher  aud  ein  Gebiet  lebhajten
Verfehra.

Den  Mittelpunkt  des  Balınneges  bilder  Nürnberg.

2.  Die  Randgebirge  der  Mittelfränfiichen  Platte.
Der  füdlihe  Teil  des  Fränfiihen  Yura.’)

Der  ssranfenjura  it  eine  Tafeltläche.  Er  beginnt  am  Wörnigdurchbruche
in  emer  Höhe  von  TOO  m,  begleitet  die  Donau  bi  Negensburg  md  wendet  fich
dann  nordwärts  bis  zum  Main,  hierbei  an  Höhe  abnehmend.  Gegen  die  Donau
verläuft  der  Sura  in  niedrigen  Hügeln,  gegen  die  Mittelfränfiiche  Ebene  Dagegen
fällt  er  mauerartig  ab.  Hier  liegen  auch  einige  abgeiprengte  Iuraberge,  jo  der
Heljelberg  (690  m)  bei  Wailertrüidingen  an  der  Wörnig  (j.  S.  58).

Y)  Engleder,  Geogrepbiihe  Anihauungsbilder.  Das  Altmü  ,
Eidftätt.  3  grepbiid  yauung  er.  Tas  Altmükltel  bei

5*
        <pb n="82" />
        Das  Königreich  Banern.

 

Blälsiihen  Berfebrtlehben  am  Rhein.
Der  1894—1897  neuerboufe  Buitpolbhafen  in  Qubmigähafen  am  Rhein.
fer  Hafen  hat  eine  Länge  don  1200  mM,  ienenperbindung  mit  bem  Hauptbahnhof,  Werfthallen  und  ansechär
INEeM,  Sievaloren  und  Dohrhübte  Dane  en  beflpt  bie  kant  „oo  Den  Winter  hafe:  len  don
toleumbafen  vi  n  600  m  gang  e  und  einen  Siromhafen  von  ,  fomit  im  Sn  faft  %  m  Hier
m  im  Jahre  em  6000  Schiffe  anlegen.  Lubrigsh  ae  Bun  uner  den  Deutfchen  Stuß  bälen  an  jänfter  St
ın  gehen  nur  Famdung  (Eibehafen),  Berti,  Duisburg-Ruhrort  und  Mannhelm.  wieiefen  zum  Umid!
en  Güter  finb  Sohlen,  Gerreibe,  Hola,  Gilen  und  &amp;amp;enildre  Tea

en  en  en  ann  euren

 

 

 

Brälgifhe  Induftrie.
Die  Anilin,  und  Sobafabrit  In  Qubmwigshafen  am  Rhein.
        <pb n="83" />
        Die  einzelnen  Landichaften  Bayern.  61

Die  Hochfläche  des  Jura  ift  wegen  des  Durdjläffigen  Kaffe
bodens  waflerarm,  das  Klima  rauh  und  der  Boden  von
wecfeinder  Srudjtbarfeit.  Neid  gelegnet  find  Dagegen
die  jhönen,  tief  eingejchnittenen  und  majjerreichen  Täler,
befonders  das  Wörnig:  und  Mltmühltat.

Die  Wörnig  entipringt  auf  der  ‚sranfenhöhe,  durchbricht  den  Jura  zwichen
Waffertrüdingen  und  Donauwörtd  und  mündet  bei  Tonaumörth.  Tin  vullaniiches
Einbruchebeden  bildet  in  ihrem  Zalverlaufe  daS  getreidereiche  Ries  in  Schwaben
mit  Nördlingen,  einer  altberühmten,  handelätätigen  früheren  Reidhsitadt,
9000  E.,  und  Uttingen.

Die  Altmühl  lommt  gleichfalls  von  der  ranfenhöhe;  fie  mündet  unmeit
Kelheim  in  die  Donau.  Den  Yura  durchbricht  fie  in  einem  maleriichen  Tale  und
in  vielen  Krümmungen.  Der  größte  Teil  ihres  Laufes  gehört  Mittelfranfen  an;
bier  Gunzenhaujen  mit  jtarfem  Bopfenbau,  5000  €,  Treucdhtlingen,
wichtige  Eifenbahnftation,  dann  die  im  Durchbruchstale  Tandichaftlic)  ichr  hHübich

efegenen  Orte  Pappenheim,  Solnhofen  mit  den  wichtigen  Lithographie
Nhieerbrüchen  und  die  alte  Bilchofsitadt  Eichitätt  mit  vielen  Xehranjtalten
(8000  E.).  Sn  ihrem  Laufe  durch)  Die  Oberpfalz  berührt  die  Altmühl  Beilngries.

Dem  Rerfehr  jest  der  Jura  nur  geringe  Dindernilie  entgegen.
  Das  Wörnig-  und  Altmühltal  durchzieben  ihn  in  feiner  ganzen  Breite
und  vermitteln  die  Verbindung  zwiihen  Nord»  und  Südbayern;  auch  der  von
König  Zubmwig  I.  erbaute  Donau-Main:  Kanal,  der  von  Kelheim  ausgeht
und  bis  Bamberg  führt,  überjchreitet  das  Gebirge  ziwifchen  Neumarkt  und  Diet:
furt.  Trog  bdiefer  großen  Durchgängigfeit  ift  der  Jura  eine  Ghrenzfcheide  ges
morben.  ziviichen  den  Schwaben  und  Bayern  emerjeitS  und  den  Sranfen
andertens.

Die  Pfat;.
.  _Ümgrenzung  Die  Naturgrenzen  der  Pfalz  werden  durd;  ben  Rhein
im  Often  und  die  Lauter  im  Süden  gebildet.  Der  Rhein  trennt  die  Pialz  vom
Großherzogtum  Baden,  die  Sauter  auf  einer  größeren  Strede  von  Neicheland
Eljaß-Lothringen.  Gegen  Veiten  und  Norden  fehlen  natürliche  Grenzmarfen
volitändig.  Hier  grenzt  die  Pal;  an  das  Slönigreich  Preußen  und  an  das
Großherzogtum  Hefien.
Die  Pfalz  ift  nad)  allen  Seiten  ein  offenes  Land.

Oberjläcdengliederung  In  ihrem  öitlichen  Teile  ilt  die  Pat

Tierland,  in  ihrem  weitlihen  Bergland.  Fb

Die  pfälziihe  Rheinebene.

Oberflähengejtalt  und  Bemäjjerung.  Sie  bilder  einen  Teil  der
Oberrheiniichen  Tiefebene  und  dacht  janft  zum  Rheine  ab.  Ihre  mittlere  Meereghöhe
  beträgt  nur  100  m.  —  Dem  Rheine  gehen  aus  der  Ehene  eine  Reihe
Elemer,  vom  Haardigebirge  fommender  Gewäfler  zu,  fo  die  Sauter,  bie  Deich
und  die  Speyer.
        <pb n="84" />
        ı9  Sion  ;  Kolburhhendlung,  Re  9
Triiel®  (

er  506
er  "so  m)  mit  dem
ı  üben  des  freundlidyen  erden  ia  einer  alten  Reicyeftabdt,  At  36  ber  dien  ale»  Erifelß,  ei
Ihduften  Aerggenalt  u  der  Haardt  ud  garum  v  ielbefrcht  von  den  „nanderhufti  drei  {yelfe
!  i  €  ened  genannt.  Ho  mt  mar  die  En  Trifels  im  Mittelattı
e  Kai  gerne  in  ihr  weilten  nnd  100  audı  König  „ariehard  amender,  von  (Gngland  gefangen  fah.  Brädı
ver  Ausblid  auf  die  walbbededien  malerifchen  Berge  de  PR  Ibhaa  t,  auf  die  umliegenden  Täler  und  bie  na
heine:

    
 
 
 
   

 

a  pen  &amp;amp;.  Ger  vorm,  n  ron  Sefonänenben.  Renltadt  “2.

    

ne  ,

Rei  La  n  en  he  im  ‚Rorvastause  ber  Sidinger  Höhe
Neinige,  indie  und  dan  des  Weltricdh  i  .  viel  meniget  ergiebig  a  Hl  ver  der  Borberpfal
vielfah  a  det;  dor  tweih  die  Meibiee  Fris  des  Pfälzerd  audy  diefem  Bebiete  Ertrag  abzugewinnen.  Ah

e  &amp;amp;i  dinger  Höhe,  an  der  das  alle  Etäbtdhen  Sarofust  Tiegt,  wohl  bebaut  mit  @etrei
        <pb n="85" />
        .  j
dl  SUR

ehr
        <pb n="86" />
        <pb n="87" />
        Sie  einzelnen  Landfhaften  Yanerns.  63

Boden,  Klima  und  Anbau.  Der  Boden  der  Nheinebene  jegt  Hich
cuß  tiefgründigen,  äußerit  fruchtbarem  2EB  zujammen.

Infolge  ihrer  tiefen  und  durd  die  Ranbgebirge  gefhüsten
Lage  erfreut  fid)  die  NHeinebene  des  mildejten  Klımad
nicht  bloß  in  Yayern  fondern  in  ganz  Deutfchland.

Der  Frübling  beginnt  frühzeitig  und  der  Nerbit  iit  woden  und  lang,  der
Winter  meiit  milde,  ES  gedeihen  daher  neben  Getreide  auch  Zabaf,  Hopfen  jomie
alle  Obit-  und  Gemüfearten  in  vorzüglicher  Weile.  Mitunter  umgeben  förmliche
Wälder  von  Ihitbäumen  die  Ortjchuften,  io  befonders  im  prälzijhen  Kiricen:
(ande  zwijchen  ‚ranfenthal  und  Dürkheim.  Doch  üt  der  Boden  nicht  überall
gleid;  ergiebig;  gegen  Süden  treten  Sande  und  Sumpfjireden  auf.

Die  pfälziidhe  NhHeinebene  liefert  mit  dem  uuterfränkifhen
Baulande  die  reichften  Bodenerzengnifle  in  Bayern.

Handel  und  Gewerbe.  Neben  dem  Aderbau  wird,  begünitigt  Durch
die  Wafjerjtraiie  des  Rheins,  auch  lebhajter  Handel  getrieben;  desgleichen  hat
der  regiame  Geift  der  Venölferung  am  oder  ın  der  Nähe  des  großen  Stromes,
fo  in  Ludivigsbafen  und  jsranfenthal,  eine  bedeutende  ndujtrie  ind  Leben  ger
rufen.  --Aderbau,

  Handel  und  Gewerbe  erzeugten  hier  eine

ungemein  dichte  Bevölkerung;  die  Nheinebene  zählt  zu

den  ftärfitbewohnten  Gegenpen  Bayerns,  ja  Deutidlands
(bit  zu  200  €.  auf  1  qkın).

Nicht  wenige  Dörfer,  haben  eine  Einwohnerjchaft  von  mehreren  Taufenden.
Siedelungen.  Die  größten  Siedelungen  der  Vorderpfalz  jolgen  natur
gemäk  der  Rheinstraße.  Es  liegen  hier  die  zeitung  Germersheim,  6000  €.,
die  Beichügeren  des  NHeinüberganges,  und  die  Streishauptitadt  Speyer  mit
ihrem  herrlichen  Tome,  der  Nuhejtätte  mehrerer  deutfchen  Kater,  21000  E.})
Bedeutend  find  auch  die  Brauereien  Speyers.  Weitaus  der  mwichtigite  Plas  der
Prälziichen  NhHeinebene  it  jedoch  Ludmigshafen.  1840  noch  unter  Den
Namen  RHeinichanze  ein  Ort  von  9  Einmohnern,  zählt  es  jest  72000  &amp;amp;.  und
iteht  demnach  in  der  Volfzahl  unter  allen  pfälziichen  Städten  an  erjter  Stelle.
Ludrigehafen  hat  hauptfächlich  chemiiche  Fabrifen,  eimen  lebhaften  Handel  und
ift  der  Musgangspunkt  des  pfälztichen  Bahnneges.  Diejer  augerordentliche  Auf-Ihtwung
  der  Stadt  erklärt  fich  hauptfächlich  Durch  die  Gunit  ihrer  geographiichen
Zage.  Hier  beginnt  die  eigentliche  Nheinichifrahrt,  Hierher  führen  aud)  Biete  Bahnen.
1.8.60.)  Rheinabwärts,  aber  eine  Stunde  vom  ‚zlufje  entiernt,  Liegt,  mit  dem  heine
durd)  einen  Kanal  verbunden,  zranfenthal,  18000  E.,  mit  bedeutender  Zudertabrit,
  Giodengießerei  und  verichiedenen  anderen  großen  Betrieben.
‚  Verfehrslinien.  ‚zür  den  Verfcehr  hat  die  Piälzifche  Nheinebene  ganz
beiondere  Bedeutung;  it  Ste  doch  ein  Teil  der  Oberrheiniichen  Xiefebene,  die
zu  allen  Zeiten  eine  große  SBandelzitrage  bildete.  Ca  laufen  denn  aud

"  Durmaner:Qangl,  Der  Don  zu  Speyer,  Bien.  Hölzel.
        <pb n="88" />
        64  Des  Königreih  Bayern.

zwei  Schienenitränge  in  der  Edene  vor  Sid  nad  Nord,  der  eine  längs  des
Nheines  füber  Germersheim,  Speyer  und  Ludwigshafen)  der  andere
am  Tftabhange  der  Haardt  (über  Yandau  und  Neujtadt).

Das  pfälzifche  Bergland.

Seine  einzeluen  Teile  find:  Die  Haardt,  der  Meftrih  und  das
Nordpjälziiche  Bergland.

Die  Haardt.!)  Natur.  Sie  ijt  ein  tafelartiges,  waldhededtes  Sand:
fteingebirge,  im  Mittel  500  m  hoch.  Ihre  bedeutenditen  Erhebungen  liegen  am
Dftrande  (Nalmit  fait  70O  m).  —  Zur  Nheinebene  jällt  das  Gebirge  Iteil  ab,
während  es  fich  nad  Weiten  allmählich  fenft.  Die  Höhen  frönen  prächtige
Wälder  und  zahlreiche  Burg:  und  Alojterruinen.  Mealeriihe  Yzelsfzenerien  mett
bejonders  die  Eüdhaardt  in  der  Gegend  um  Dahn  auf,  die  darum  nicht  felten
bie  „Brälziihe  Schweiz”  genannt  wird.

Produkte.  MWertvoll  find  vor  allem  die  Wäfder  ber  Haardt.  Diele
liefern  viel  Bau=  und  Brennholz  und  das  Material  zu  den  Pilöden  und  Stangen
der  Meinberge  („Wingerte”).  Aus  den  Steinbrüchen  des  Gedirges  gewinnt  man
einen  vortrefflichen  Baujlein;  jtellenmweije  ichließt  diejes  auch  Eiienerze  ein.  Für
den  Aderbau  it  indes  die  Randichaft  wenig  geeignet,  daher  find  bie  Xäiler  jchwach,
die  Höhen  jalt  gar  nicht  befiedelt.

Groß  ijt  bie  Kruchibarfeitam  Titabhange  der  Haurbt.  In
jeiner  Eritrefung  von  Süden  nach  Norden  bildet  er  das  Pfälzer  Weingebirge,
das  „Baradies“  der  Pjalz  Eine  ununterbrochene  Sette  grüner  Weinberge
zieht  fich  hier  den  Sub  der  Hardt  entlang  und  aus  dem  unabiehbaren  Neben:
meere  ragen  die  zahlreichen  Dörjchen  und  Städtchen  gleich  Injeln  hervor  {j.  Farben:
tafel).

Am  Dfthange  der  Haardt  reifen  wie  im  Nheingau  die
edelften  Nebenjorten  in  Deutichland.

Siedelungen.  Die  geieiertiien  Weinorte  liegen  in  der  unteren  Haardt
swiichen  Neuitadt  und  Dürkheim;  es  folgen  fi)  bier  Nuppertsberg,
eidesheim,  Wachenherm  und  Forjt.  Der  bedentendite  Wohnplab  am
Dftfuße  der  Haardt  ift  Neuftabt,  in  herrlicher  Lage  am  Ausgang  des  Speyer:
bachtales,  1800V  E.,  mit  jtarfem  Weinhandel  und  lebhaften  Eiienbahnverfehr.
—  Dürfheim,  Stadt  mit  60UO  &amp;amp;.,  ijt  Badeort  und  befigt  eine  Salıne;  nörbih
  davon  Grünfiadt  mit  Weinbau.  —  Die  wichtigiten  Pläge  der  oderen
Haardt  find:  Edenfoben,  in  defjen  Nähe  die  Kgl.  Billa  Yudmwigshöhe
liegt,  5000  €.,  Sandau,  das  jtarfen  Weinhandel  treibt,  17000  E.,  umd
Bergzabern,  das  zu  den  beliebtejten  Sommerjriichorten  der  Pfalz  zählt.
Danf  jeiner  lebhaften  Induftrie  und  feinem  ertragreidhen
Bopen  ift  die  Vorderpfalz  wie  überhaupt  die  ganze  Pfalz
der  Dichteftbevölferte  Teil  Bayernd.

)  Bom  Härt  —  Bergwald.  Hierzu  Engleder,  Die  Haardt  bei  Neuftabt.
        <pb n="89" />
        Die  deutihen  Larzdidaften  im  einzelnen.  65

Der  Weftrih.  Natur  und  Snbuiirie.  Die  Haardt  geht  nad)
Velten  zu  in  den  waldreihen  Wejtrich  über.  Er  erjtredt  ji  nordmwärts  bis
zur  Senfe  von  Staiferslautern  und  dem  Landjtuhler  Brud).

m  ganzen  ift  diefer  Landftrid  ein  ziemlid,  einförmiges
Plateau  und  wenig  ertragsfähig.

Die  Bevölferung  Tieht  fich  daher  vielfach  auf  Induftriebetriebe  bingerieien.
Ron  diefen  hat  fi  in  Pirmaienz  deionder?  die  Schuhjabrifation  in  groß:
artiger  Weite  entwidelt,  To  dab  die  Stadt  mit  ihren  34000  €.  heute  die  dritt:
größte  der  Pialz  ill.

Dem  Weitrich  iehle  es  übrigens  nicht  an  fruchtbaren  und  fandjaftlid)  reizvollen
  Gebieten.  Solche  finden  ich  namentlich  im  Fylußgebiete  der  Blies,  bie
ihre  Baffer  zur  Saar  führt.  Der  Neichtum  an  Wiefen  begünitigt  hier  aud)
die  Viehzucht:  befannt  ijt  bejonders  die  Pierdezuht  um  Ymweibrüden.  Die  be:
deutenderen  Wohnorte  find  Zweibrüden,  einit  die  Neltdenz  der  Ahnen  unferes
erlauchten  Königshaufes,  15000  E.,  und  Blieskaitel.

Die  Senke  von  Kailerslautern  nebjit  dem  Lardftıhler  Brud.
Sie  gehört  infolge  der  vielen  Moore  und  Sümpfe  zur  den  wenigen  univirtlichen
Gegenden  der  Pralz.  Gleichhvohl  Hat  fich  hier  im  Berzen  der  Walz  die  zivettolfreichite
  Stadt  des  Sireijeg  entwidelt:  Kaiierslautern,  52000  €.  Die
Stadt  liegt  im  Streuzungspunlte  vieler  Straßen  und  Bahnlinien  und  hat  Spinnereien,
Webereien  und  Eileniverfe.

Der  wejtlichjte  Teil  ber  Vialz  beiikt  noch  Anteil  an  den  Hohfenichägen
bes  Saargebietes;  der  größte  Mohnort  tiefes  Gebietes,  Si.  Ingbert,  hat  Nic)
infolge  jeiner  Koblengruben  und  Eijenwerfe  jtarf  gehoben,  16000  €.

Das  Nordpfälziihe  Bergland.  Es  it  von  der  Haardt  dur  bie
Senfe  von  Katierslautern  umd  den  Landituhler  Bruch  geichieden.  Die  bebeutenditen
  Täler  jind  das  Glan-,  Kauter:  und  Alfenztal.  Glan  und  Aljenz
geben  zur  Nahe,  einem  Nebentlur  des  Rheins.  —  Die  höchite  Erhebung  bed
vielfuppigen  Hügellandes  ift  der  Donnersberg,  700  m.  —  In  landfchaitlicher
Hinficht  weit  das  ganze  Gebiet  große  Ahrvehjilung  auf.  Der  Ölanzpunft  in
dieier  Beziehung  ift  die  Gegend  am  Zujammenflug  von  Nahe  und  Mljenz,  ivo
bie  von  den  Ruinen  der  Ebernburg  gefrönte  Höhe  eine  reizgende  Ausichau
gewährt.  Im  Gegenfah  zur  platenuartigen  Haardt  zeigt  das  nordpfälzifche
Bergland  eine  reihe  Bodengliederung.

Klima,  Anbau  und  Bodenihäge  Das  Klima  der  Norbpfalz  üt
tauber  ald  das  der  Tiefebene,  begleichen  der  Boden  weniger  fruchtbar;  doch
fehlt  e3  nicht  an  Gaben  der  Natur.  Nuf  den  Höhen  breiten  fih  anjehnliche
Waldungen  aus,  das  Slantal  ift  ausgezeichnet  durd)  jeine  Wiefen  und  feine
Rinderzudt,  in  vielen  Teilen  gedeiht  vortreffliches  Obit  und  im  unteren  Alfenz
tale  fogar  noh  Wein.  Wuch  mineraliihe  Schäge  fehlen  nicht.  Mehriad)  fommt
Eifen  vor  und  bie  Steinhrüche  bet  Kufel  liefern  ein  vorzügliches  Material  für
da3  Baugererbe  und  für  Rilafterung.

Die  Norbpfalz  hat  weniger  Naturgaben  als  die  Vorber-Pfalz;
  ihre  Benöfferungsdichte  ift  daher  au)  geringer.
        <pb n="90" />
        Ant  ‚aan  aus  der  Blals",  Bee  up.  ar  vorm.  on  ‚Duos   elunahanbiann.  Rrufiodt  a  a.  8
Rorbefälsiihe  Berotand  bei  Rufel
jeigt  einen  freundlichen  Wechiel  Bon  vielfach  bemalbeten,  Tuppigen  Höben  und  roflereien,  mwohlbebauten,  gu
befichelten  a  mit  sahfreichen  Bere  und  Zanpftäbichen.

   
        
    

 

»  „Altes  Bei,  Cerian  von  $.  Eon  vorm.  Mr  Oiteo  einnimmt,  tenftadı  a.  5

®  erden,  e  hödhfte  Ecbebung  ber  ER  m  Saite  Do  18  beil

A  Manifchen  U  ns.  trägt  er  non  m  otte  Donar,  als  beifı

Fee  ee  ‘  ”  tue,  a  gen  Fan  Y  ae  m  Bordergrunde  das  Dorf  Dannenfels,
zborgen
        <pb n="91" />
        Algemeine  Überjiät.  67

Größere  Wohnorte  jehlen  überhaupt;  das  einzige  bebeutenbere  Yanbitädtchen
it  Kirhbeimbolanden  unmeit  des  Donnerdberg.

Verfehrölinien  des  Pfälzer  Berglandes.  Amiichen  der  Haardt  einer:
jeit3  und  dem  Norbpfälziichen  Bergland  anbderfeit3  läuft,  von  Yudmwigs:
baten  ausgehend,  eine  Bahnlinie  über  Neuftadt,  Kaijerslautern,  Homburg  nad
dem  lothringiichen  Mes;  diefe  Linie  ift  eime  Haupiverfehrsader  zroifchen  Eüddeutichland
  und  Franfreid.  —  Parallel  mit  ihr  zieht  eine  zweite  Bahn  von
Sermersheim  über  Landau  und  Zweibrüden  nad  St.  Ingbert.  —  Eine  dritte
Linie  führt  durch  das  Affenztal  nad;  dem  Nahe:  und  Aheingebiete  (S.  72).

Allgemeine  Überfift.

Bodengeftalt.  Welche  Teile  Bayerns  find  Ziefland,  melde  Hochebene,
Mittelgebirg  und  Hochgebirg?  Welche  Bodenform  wiegt  vor?

In  welchem  Teile  Bayerns  herriht  größere  Mannigjaltigfeit  der  Bodenformen,
  in  Nord-  oder  Südbayern?  Gib  die  Naturgebiete  Bayerns  an!  Welches
find  die  Nandbhöhen  des  Wlpenvorlandes,  der  Mittelfränfiihen  Ebene  und  Des
Oberpfäßiichen  Stufenlandes?  Welche  Gebirge  umrahmen  dad  Ober,  melde  das
Mittelmaintal?

Bewäflerung.  Art  welchen  drei  Stromgebieten  hat  Bayern  Anteil?  Welcher
Teil  gehört  dem  Tonau-,  weldyer  dem  Nhein-,_  melcher  dem  Wlbegebiete  un?
Turch  welches  zlußipftenn  wird  Bayern  mit  Ofterreich-UIngarn  ,  Durch  welche
mit  dem  übrigen  Deutichland  verfnüpit?  Welche  Flußläufe  gehören  Sübbayern
an,  welche  Nordbayern,  welche  der  Balz?  Gib  die  Nebentlüfie  von  Donau,
Main  amd  Rhein  an!  Welche  Seen  gehören  dent  Alpenland,  welche  dem  Alpen:
vorland  an?

Klima.  In  welchen  Teilen  Bayerns  berricht  Das  rauheite  Klima  und  warum?
  Welche  Nuspflanzen  werden  hier  gebaut?  Weiche  Standesteile  erfreuen
fich  des  ımildeiten  Klimas  und  aus  welchen  Gründen?  Welche  Bodenerzeugnifje
aebeiben  bier  beionders?  Wo  fallen  die  meilten  Niederichläge?  Wo  die  wenigtten?

tund?

..  Beihäftigung  der  Bewohner.  Den  allgemeiniten  Nahrungezmeig  in  Bayern
bilder  die  Landwirtichaft.  alt  zmei  Drittel  der  Bodenjläche  des  Königreiches
gehören  dem  Nderbau  an  und  von  den  Bewohnern  bejaifen  fi)  damit  gegen
24,  Millionen,  aljo  gegen  40  Prozent  der  Benölferung.

Vo  gedeiht  beionders  Getreide,  Obit,  Gemüfe,  Wein,  Hopfen,  Hanj  und
Flache,  Tabaf?  Wo  wird  vorzugsmeile  Pjerde-  und  Rinderzucht  getrieben  ?

„Neben  der  Landivirtichait  hat  die  Gemerbetätigfeit  einen  bedeutenden
Aufihwung  genommen.  Shr  obliegt  fait  4,  der  Einwohner.

Velche  Gebiete  Baperng  find  bejonders  induftriereih?  Gib  die  Hauptfike
der  ‚Slasinduittie,  der  Morzellan-  und  Steingutfabrifation,  der  Majchinentabrifation,
  der  Sarbmwareninduftrie,  der  Bleiftiftfabrifation,  der  Spiehrarenindu-\irie,
  der  Holzmduftrie,  der  Wierbrauerei,  der  Spinnereien  und  Webereien  an!
        <pb n="92" />
        68

=  ıE
N  ae  a  A  _.
Mg

Hösenfhimieutarıe
=  9—-309  m  Merresböbe.  EEE  300-500  m  Meereshöbe
7  .  EEE]  Löec  700  m  Meereshite.

 

 

    
 
   

 

BE  500-700  u  Werresnöe
PN  mn
en  ED  N)
La  in.
&amp;gt;  SE
en  Sn
=  78  \  N  a
N

en

er
en

I  28

 

Flussgebiete.

ES  Rkeingebiet  II  EDegebiet.  ESYDonaugebiat,
        <pb n="93" />
        Allgemeine  Überfigt.

 

gMitttere  Faheedtemprratur.  ,
ET].  10°C.  Bs-'%
EI  10-  9°»  E&amp;amp;B7r-6»
S  9-8°»  WE  ver  6"

   

LL_]  40-55  em  EB  10-85  om
E&amp;amp;5-n  55”
EB  100-  200.0m
Mittlere  jäyrlige  Megenmenge.

69
        <pb n="94" />
        70  Allgemeine  Überfict.

Aud)  der  Bergbau  wirb  in  mehreren  Gegenden  des  Königreiches  mit  Erf
betrieben.  Wo  und  auf  welche  eobues  s  rei  Eriole

Eine  Folge  ber  febhaften  Gewerbetätigfeit  ifi  ein  jehr  reger  Handel.  Nenne
die  wichtigiten  Dandelspläge  Bayerns  nach  den  8  Streiien!

Der  Verkehr.  Handel  und  Indbufirie  werden  durch  reich  entwidelte  Der:
fehrämittel  bejtens  unteritügt;  e&amp;amp;  beftefen  gute  Landitraßen,  Tampfihift:  und
‚sloßfahrt,  treffliche  Worteinrichtungen,  zahlreiche  Eiienbahn«,  Telegraphen=  und

erniprechlinien.

   

Brodalientarte,

Eifenbagnen.  In  Bayern  wurde  1835  die  erjte  unter  allen  deutjchen  Eijenbahnen,
  die  Linie  Nürnberg—  ssürth,  eröffnet.  Gegenwärtig  tt  ganz;  Bayern
von  einem  ziemlich  dichten  Bahnnege  durchzogen.  Die  Hauptfnotenpunfte
des  Saubtlandes  find  München  ımd  Nürnberg  (j.  ©.  72),

elche  Linien  laufen  von  München  aus,  welche  von  Nürnberg?  Zähle  bie
Hauptbahnlinien  der  Pfalz  auf!  Wie  viele  Hauptlinien  durchziehen  das  rechtetheinifche
  Bayern?  Gib  deren  Richtung  und  Hauptitationen  an!  Nenne  den
bedeutjarnften  Kanal  Banerns  und  fennzeichne  deiien  Wichtigkeit!

Dichte  der  Vendlferung.  Die  Bevölkerung  des  Königreichs  (6,  Mil.)  üt,
wie  das  Kärtchen  S.  73  zeigt,  nicht  gleichmäßig  im  Lande  verteilt.

Am  geringften  benöffert  (unter  40  E.  auf  1  qkm)  ermeilt  fidh  der  füdlichjte
Teil  Bayerns.  Gründe?

Die  dichtefte  Bevölferung  (120—150  €.  und  mehr  auf  1  qkm)  zeigt  die
Nheinebene  in  der  Pfalz.  Warum?  i

Mittlere  Bevölferungsbichte  (80—120  E.  auf  1  qkın)  weifen  auf:  ein  großer
Teil  der  Pjal,  Teile  des  Negniggebieted  und.  große  Streden  bed  Mlaingebietes;
        <pb n="95" />
        Allgemeine  Überfict.  71

ferner  bie  Gegenden  um  Neu-Ulm,  Zindau  und  Palau  und  Zeile  des  Fichtelgebirges.
  Erfläre  Dies!

62.1666   161-236%

 

Indufclele  Beuölterung.

Da  ganze  übrige  Bayern  hat  ziihen  40—60  ©.  auf  1  qkm.
Am  Durchichnitte  entfallen  im  Sönigreih  auf  1  qkm  85  €.

Abftammung,  Sprache,  Bekenntnis,  Bildung.  Ihrer  Abitammung  nad)  find  die
Bayern  Deutfche.  Demzurolge  ift  auch  die  Sprache,  deren  jich  die  Bayern
durchweg  bedienen,  Die  Deutiche.  Sie  wird  aber  in  vier  Mundarten  geiprochen  ;
e3  find  dies  Die  bayertiche  in  Ober:  und  Niederbayern  und  in  der  Oberpfalz,
die  Shmwäbtiche  weitlich  vom  Lech,  die  fränkiiche  in  den  fränfichen  Kreijen
und  die  pfälziiche,  eine  Abart  der  fränkischen,  in  der  Nheinpfal;.

Nach  der  Religion  find  die  Beimohner  Katholiken,  Protejtanien  und  Juden.
Die  Katholiten  bilden  über  *,,  die  Proteitanten  fait  Y,;  ein  kleiner  Bruchteil  über
50000)  gehört  der  igraelitifhen  Konfeljion  an.

Auf  hoher  Stufe  steht  die  allgemeine  Volfsbildung.  Ihr  dienen  vor
allem  Taufende  von  Volfsichulen  ;  außerdem  beiteht  noch  eine  große  Menge  höherer
        <pb n="96" />
        72  Allgemeine  Überficht.

Unterriehtsanftalten:  Humanitiiche  Gumnafien  und  Realgymnaiien;  Oberrealichulen
und  Realiulen;  ferner  eine  techniiche  Hechichule  in  München  und  drei  Univerjitäten,
  legtere  in  Münden,  Erlangen  und  Würzburg:  endlich)  eine  große  Zahl

 

Sie  wiärlgften  Bayalinien  Bayerns.

von  fogenannten  Facdjichulen,  wie  die  Rräparandenichulen,  Lehrerientinarien,  die
landwirsschaftlichen  Schulen  um.

Stantöverfaffung.  1.  Das  Königreich  Bayern  ift  nach  der  Verfaffunge:
urfunde  vom  26.  Mai  1818  eine  eingefchränktte  oder  fonititutionelle
Monarchie;  das  Oberhaupt  des  Staates  ift  der  König.  Seine  Perjon  ijt  heilig
und  unverleglih.  Er  übt  die  Nechte  der  Staatögewalt  nach  den  in  der  Der:
faffungsurfunde  gegebenen  Bejtimmungen  aus.  Die  Krone  it  erblih  im  Manns:
tamme  nad)  dem  Nechte  der  Eritgeburt.  Sit  der  König  nicht  imitande,  die  Rechte
der  Staatsgewalt  auszuüben,  jo  wird  cine  Regentfchaft  beitellt.

2.  Na}  der  Berfaffungsurfunde  befteht  jür  ben  ganzen  Staat  ein  Landtag.
Dieier  iit  aus  der  Kammer  der  Reichgräte  und  aus  der  Kammer  der
Abgeordneten  zuiammengeiegt.  Weide  Kammern  üben  gemeinjchaftlich  mit  dem
Könige  da3  Necht  der  Gejepgebung  aus.

3.  In  jedem  Streije  beiteht  ein  Sandrat,  ber  jich  jedes  Jahr  in  ber  Sreishauptjtadt
  verfammelt  und  die  gemeinjamen  Ungelegenheiten  des  Streijes  zu  bes
raten  hat.

Stxatöverwaltung,  Rehtöpflege,  firdhlice  und  militärische  Verhältniffe.  Das
Gejamt-Stantöminifterinm  bilder  die  oberite.  Behörde  de3  Künigreiche.  Diele
        <pb n="97" />
        Ylgemeine  Überfiät.  13

zuze0  20.590  00_70  F7
Bevölferungdbiche.

 

gliedert  fich  wieder  in  fieben  Staatsmintiterien,  welche  folgenden  Zitel  führen:
a)  Das  Staarsminiiterium  des  Königlichen  Hauies  und  des  Hußern.
b}  Das  Staatmmilterium  der  Jujtiz.
c)  Das  Staatsminuterium  des  nnerr.
d)  Das  Staatäminiiterium  des  Innern  für  Kirchen  und  Schulangelegenheiten.
8;  Tas  Staarsminiiterium  ber  Ysinanzen.
fi  Das  Kriegaminifterium.
g)  Das  Verkehrsminijtertium.

2.  In  jedem  der  acht  Sreiie  bejteht  eine  Regierung.  Diefer  find  unter
itellt:  die  unmittelbaren  Städte,  die  Bezirfsämter,  Nentämter,  ;zoritämter,  Bau-Ämter
  ujr.

3.  Die  Nechtöpflege  mird  durch  bie  verjchiedenen  Gerichte  (Amt?-gerichte,
  Landgerichte,  Überlandesgerichte  ufiw.)  bejorgt.  Außerdem
ibt  eö  noch  einen  Verwaltungsgerihtshof  mit  dem  Sig  in  München.

ie  Zandgerichte  entjcheiden  in  jchmeren  Straffällen  unter  Zuziehung  von  „Ge
idworenen”,

M.  u.  U.  Beinsed,  Leitfaden  L  Außg.  f.  Spmnafier.  6
        <pb n="98" />
        Allgemeine  Überficht.

 

Begenben  mit  gteider  Unzaht  Katholifen  oder  Broteftanten.
Gegenben-  mit  überwiegend  fath.  Bevölterung.

Vegenden  mit  überwiegend  proteit.  Wendlterung.

Gegenden  mit  4—10  Prog.  Yuben.

 

Beruellang  ber  Bendllerung  nad  den  Religionäbelenntniffen.
4.  Für  die  firhlihe  Einteilung  beftehen:

a)  für  die  römisch-Eatholtfche  Kirche  die  zwei  Erzbistämer  Dlünchen:
‚reifing  und  Bamberg,  jerner  fehs  Bistümer:  Augsburg,  Regensburg,
Paffau,  Eichftätt,  Würzburg  und  Speyer;

b)  für  die  protejtantiiche  Kirche  das  Oberfonfiftorium  zu  München  und
die  Konjiftorien  zu  Unabach,  Bayreuth  und  Speper;

c)  für  die  israeliriihe  Religionsgenoffenjhaft  40  Rabbinate  in
verjchiebenen  Orten  ded  Landes.

5.  Die  Armee  ift  eingeteilt  in  drei  Armeeforps,  deren  Kommandofige
in  Münden,  Würzburg  und  Nürnberg  find.
        <pb n="99" />
        Das  Bayerland.
Bufammenfaffende  Übderfhan.

‘Zur  Aeftüre.)
„Di  bat  ber  Herr  gejegnet,
Mein  liebes  Bayerland!“

Qon  den  walddunflen  Kuppen  des  oitbayerijchen  Grenzgebirges  bi3  hinüber
zu  den  grünen  Nebenhügeln  der  Haardi,  vom  jagenreichen  Fichtelgebirge  bis  zu
den  jchneeglänzenden  Häuptern  der  Alperwelt  dehnt  fich  unfer  Schönes  Vayerland
hin.  Auf  diefem  Erdenraume  bietet  e8  einen  iv  reichen  Wechjel  der  Natur,  eine
folche  Fülle  der  Erzeugniffe,  ein  Jo  mannigjach  geartetes  Volfsleben  und  jo  viele
und  große  Werke  menjchlichen  Schaffene,  daß  mir  mit  gutem  Necdhte  jagen  dürfen,
Bayern  beige  alles,  was  ein  Land  in  der  Augen  seiner  Bervohner  wie  in  denen
feiner  Vefucher  jchön  und  herrlich  macht.

Im  Süden  ragt  das  Hochgebirge  der  Alpen  auf  mit  jeinen  majejtätiichen
Bergriejen,  feinen  glänzenden  Seen  und  rauichenden  Wafjerfällen,  jeinen  leuchtend
arünen  Almen  und  erfriichenden  Pergmäldern:  Böhmerwald  und  Fichtelgebirge,
Speffart  und  Haardt  prangen  im  Schmude  dinflen  QTannengrüns  und  lichter
Bırchenhaine  und  die  zränfüche  Schmerz  lodt  den  Naturfreunb  herbei  durch  ihre
malerijchen  Bergjormen  und  friftalfflaren  Gemäfjer,  durch  ihre  Höhlen  und
wunderjamen  Nerjteinerungen.

Und  von  bieien  Bergen  fliegen  nach  allen  Richtungen  zahlfoje  Germäfler,
die  ihr  beiruchtendes  Nak  durch  alle  Gaue  tragen  und  fich  zufept  in  den  Haupt:
flußadern  de&amp;amp;  Xandes,  in  der  Tonau,  dem  Main  und  dem  Rhein.  vereinigen.

Da  Bayern,  danf  jener  Lage  in  der  gemäßigten  Zone,  fich  fait  überall,
namentlich  in  den  tiefer  gelegenen  LZandesteilen,  auch  eines  milden  Klimas  erfreut,
jo  bringt  der  Boden  Erzeugniffe  marnigjacher  Art  hervor.  Zwar  jehlt  e3  da
und  dort  nicht  an  dungen,  an  Movren  und  Heiden,  namentlid)  auf  der  füdbayerischen
  Hochtläche,  doch  treten  dieje  im  Gejamtbilde  zurüd  Hinter  den  überaus
ergiebigen  Setreideländern  an  der  unteren  Donau,  im  jchönen  Schmabenlande
und  insbeionbere  im  Rhein:  und  Maintal.  Hier,  mo  die  Sonne  ihre  Strahlen
glühender  zur  Erde  fendet,  jchmirden  auch  blühende  Obithaine  die  Talgründe
und  üppige  Nebengelände  die  Höhen.

Der  Reichtum  unferes  Landes  ift  aber  damit  nicht  erichöpft.  In  unjeren
Slüffen  und  Seen  leben  ichmadhafte  tsiiche,  in  den  Waldungen  wird  edles  Wild
gehegt  und  selbit  im  Schoke  ber  Gebirge  finden  fich  fofibare  Schäge.

Co  entbehrt  unfer  Heimatland  nichts,  was  zum  Unterhalte  jeiner  Bewohner
ertorderlich  it,  und  mit  Stolz  dürfen  wir  befennen:  Bayern  it  ein  reiches,  ein
gejegnetea  Land.

6*
        <pb n="100" />
        16  Allgemeine  Überlict.

ber  nicht  bloß  die  Gaben  einer  gütigen  Natur  machen  unjer  Heimatland
ihön  und  rühmensmert:  eberio  preismürdig  it  es  durch  das,  was  Menichenhand
und  Menjchengeiit  darin  herporgebracht  hat,  jo  Durch  feine  alten,  geichichtlich  merfwüre
digen  Reichs  und  Nefidenzftädte,  feine  jungen,  aufblühenden  Fabrikorte,  jeine  Schlöjler
und  Burgen,  jeine  Tempel  und  Palätte,  jeine  Pflege  der  Küntte  und  Wifjenichaften.
Wer  fennt  nicht  das  altehrwürdige  Speper  mit  feinem  Katierdbome?  Wer  hätte  nicht

ehört  von  Augsburg:  Pracht  vor  den  Zeiten  des  unglücjeligen  Dreißigjährigen
rieged,  von  jeinem  Nathauje,  jeinen  funitvollendeten  Brunnen,  von  feinen
reichen  Handelsherren,  den  Fuggern  und  Weljern?  Wer  verweilte  nicht  mit  Quit
in  bem  alten,  aber  immer  noch  fritchlebigen  Nürnberg,  einer  Stadt,  ebenjo  ruhmwürdig
  durch  viele  wichtige  Erfindungen  als  reich  an  Werfen  der  unit  und  bes
Gemerbefleißes?  Und  wie  viele  Taufende  zieht  e8  nicht  alljährlich  nad}  des
Landes  jchöner  Haupt:  und  Nefidenzitadtt  Münden,  deren  Kunitihäge  und
Kirchen,  deren  Prachtbauten  und  Hochichufer  fo  berühmt  find  wie  ihr  Erzeugnis
aus  Hopfen  und  Malz!  Und  mie  viele  andere  Städte  an  der  Donau,  am  Main
und  Rhein  wären  noch  zu  nennen,  bald  hervorragend  dur  ihre  Juduttrie  wie
das  mit  munderbarer  Schnelligkeit  aufblühende  Yudwigshafen  am  Rhein,  bald
ausgezeichnet  durch  die  jchöne  Eigenart  der  Bauten  wie  bas  mittelalterfiche
Rothenburg  ob  der  Tauber.

Wenn  wir  all  das  überbliden,  dann  drängt  eö  uns  zu  dem  Austufe:  :Ia,
PBapern  iit  ein  glüdfichee  Zand,  glüdlich  durch  bie  reichen  Gaben  jeiner  Natur,
glüdlich  durdy  die  Schaffensfreudigfeit  jeiner  Bewohner,  glüdlich  vor  allem  aud
durch  die  weile  und  ruhmoolle  Regierung  uniereg  erlaucten  Negentenhaujes,
dem  unfer  teures  Vaterland  fo  viele  von  aller  Melt  bemunderte  Schöpfungen
auf  den  verjchiedenen  Gebieten  der  Kultur  zu  danken  hat.  Jeder  chte  Sohn  des
Bayerlande2  hängt  darım  mit  inniger  Lebe  und  unverbrüclicher  Treue  an
feinem  Yeimatlande,  ftets  bereit,  wenn  Getahr  droht,  mit  Gurt  und  Blut  ed  zu
ihügen  und  zu  jchirmen.
        <pb n="101" />
        I.  Die  hböcften  Erhebungen  der  Gebirge  Bayerns.

Bugipige  .
Bapmaın  .
Mädele-Sabel

Hodpogel  .

Karienbelfpipe  .  .
Der  Hohe  Gill  .-Unteröberg


Wenbelftein
Herzogitand

Chiemfee
Würmiee
UAmmerjee  .
Walcheniee.

Walchenfee  .
Königsfee
Würmfee
Ammerfee
Ehieniee..

Überfißts-Fabellen.

.  fat  3000m  :  Grünten
2700.  |  Xrder
2650.  |  WRadel  .
2600  „  |  Schneeberg
.2500  ,  |  Ochfenkopf
2500.  |  Kreuzberg  .
2000  „  ;  Kalmit.
1850  „  Geieröberg
1750  „

2.  Die  Seen  Bayerns.
a)  Radı  der  Bröfe  georbnet.
90  qkm  Königsiee  .

57  „  .   Kocelfee
42  „  :  Xegerniee  .
16  „  !   Staffelfee  .
b,  NRadı  ber  Tiefe  georbnet.
orößre  Tiefe
196  m  +:  TZegernfee  .
188  „  |  Kocelfee  .
123,  :  Schlierfee.
78,  °  Staffelfe  .
74.

3.  Die  Kreife  Bayerns.

a)  Nadı  ber  Bröfle  bes  Fläheninhalts  georbnet.

Niederbayern
Oberpfalz
Schwaben

PpPovm

M.u.  9.  Geifebed,  Keitfaden  I.  Uußg.  f.  Buancier.

Oberbapern  .

qkm

17000  |  5.  Unterfranlen  .
1080  |  6.  Mittelfranten  .
9700  7.  Sberfranlen

9500  8.  Pal;  .  .  .o  0.

 

14  qkm
10  „
I,
85.

größte  Tiefe
.  71m
66  „
837  „
36  „

gkm
8400
1600
7000
6000

Gefamtbayern  (cund)  76000  qkm
6.
        <pb n="102" />
        b)  Radı  ber  Gröhe  ber  Bevdlherung  geordnet  (1905).
am.

1.  Oberbayern  .  1410000  |  5.  Niederbayern  .
2.  Pla  .  .  -  885000  |  6.  Unterfranken

3.  Mittelfranken  868000  |  7.  Oberfranten
4.  Schwaben  750000  |  8.  Oberpfalz  .

c)  Rah  ber  Dichte  ber  Bevölkerung  geordnet  (1905).
aul  1  qkm

1.  Pla,  .  .  .  147  !  5.  Unterfvanfen  .
2.  Mittelfranfen  114  '  6.  Schwaben  .

3..  Oberfranfen  .  9  7.  Niederbayern  .
4.  Oberbayern  .  83  '  8.  Oberpfalz  .

%.  Bevölferungstabelle  der  größeren
Einm.

1.  Münden  *  ..  538000  19.  Stempten

2.  Nümmberg  .  .  294.000  2%.  Straubing  .
3.  Augsburg  .  94000  21.  Baflau  .

4.  Würzburg  .  .  80000  22.  Neuftadt  a.  9.
5.  Qudmigahafen  a.  m  72000  23.  Undbad)

6.  Hürth  61000  24.  Sranfentbal

7.  Kaiferslautern  52000  25.  Schweinfurt
8.  Regendburg  48000  26.  Londaui.  Pi...
9.  Bamberg  45000  27.  Lechhauien  .
10.  Sof.  .  .  36000  28.  St.  Ingbert  .
11.  Pirmajens  .  34000  29.  Rojenheim  .
12.  Bayreuth  32000  30.  Bweibrüden
13.  Aichaffenburg  .  25000  31.  freiling

14.  Umberg  .  24000  32.  Memmingen
15.  Landshut  .  24000  33.  Weiden  .

16.  Erlangen  24000  34.  Kulmbad)  .
17.  Ingolftadt  .  24000  35.  Neu-Ulm

18.  Speyer  22000  :  36.  Ehmabad  .

Überfihtdtabellen.

 

Etruw.
706000
680000
637000
573000

Gefamtbayern  (rund)  II  Did.

 

auf  i  qkm

8
17
65
60

duchfhnittlih  85
Städte  Bayerns  (1905).

Etamw.
21000
21000
19000
19000
18000
18000
18000
17000
17000
16000
15000
15000
14000
12000
12000
11000
11000
10000
        <pb n="103" />
        Anhang.

Ubungsaufgaben.
Geograpbifche  Orumdbegriffe:  1.  Beichne  die  bier  Pimmelsgegenden

und  fchreibe  je  einen  Ort  ein,  der  in  der  bezeichneten  Richtung  liegt

2.  Wieviele  Grade  beträgt  die  Entfernung  vom  füblihen  Wendefreife  bis  zum
nördlichen  Wendekreife,  vom  füdlichen  Wendeheife  bi3  zum  Nordpol,  vom  Sübpol  big
zum  Nordpol?  (Schließe  jedesmal  auf  den  Agiator!)  _

3.  Wie  verpalten  fih  die  Paralleltreiie  beruft  ihrer  Größe  zueinander?

4.  Zeichne  den  Umriß  der  Erbfugel  und  trage  Die  wichtigiten  Barallelkreife  ein!

5.  Beitimme  annähernd  die  geographiiche  Breite  und  Länge  von  München,
von  Berlin!

6.  Suche  auf  der  Karte  von  Europa  Städte  auf  dem  50.°  n.  Br.  und  Städte
auf  dem  10.°  6.  4!

Bayeriihe  Alpen.  7.  Welche  Gebirgstetten  burdbricht  bie  Siar  bei  Mittenwald?
  Meldyes  find  deren  hödjite  Gipfel?

8.  Gib  die  Lage  des  Hochnogel3,  der  Zugipige,  de3  Unteräberged  an

9,  Melche  Staaten  umgrenzen  den  Bodertee?

10.  Ntenne  Otte  am  Fuße  der  Alpen!

Shwäbiih-Bayeriihde  Sodhfläde  11.  MiE  bie  größte  Ausdehnung
der  Schmwähtich-Baperiihen  Hodilähe  ven  WR.  nah  S.  und  von  v.  nad  ®.!

12.  Welche  Gebirge  umjchliegen  die  Schwäbtih-Bayeriiche  Hochfläche?

13.  Erfläre  die  Namen  Überbayern  und  Niederbayern!

14.  Welche  Kreife  erfüllen  die  Schwäbiih-Bageriiche  Hechilädhe?

Un  melden  Orten  führt  eine  Floßfahrt  von  Mittenwald  bis  zur  Donau

-
or

vorüber?
16.  Weldye  Orte  berührt  man  auf  der  Eifenbahnfahrt  von  Ulm  bis  Salzburg?
17.  Welche  auf  einer  Donaufahri  vor  Ulm  bi3  Rajfau?
18.  Welche  Gebirge  beitimnen  den  Lauf  der  Donau  in  Bayern?
19.  Welhe  Sonauftädte  liegen  an  der  Vereinigung  mehrerer  Flüfje?
20.  Nenne  Doppelftädte  an  der  Donau!
21.  Welche  Sreife  burchitrömt  die  Donau  in  längerer  Lauiftrede,  welche  berührt
fie  nur  an  den  Örenzen?

8  Stufenland  ber  Naab,  die  Dberpfalz.  22.  Welche  Gebirge
umranben  5  Oberpfalz?  .
23.  In  welche  zwei  Haubtzüge  gliedert  fi)  da  oitbayerifche  Grenzgebirge  und
welches  Stubtal  trennt  Sie?  9  ver  een
4.

4.  Welche  Gebirge  trennt  die  Senke  von  Waldfaffen  und  melde  Länder  ver
bindet  fie?  .  \
        <pb n="104" />
        80  Anhang.

24.  Vergleiche  Böhmerwald  und  Mipen  na  öhe,  Natur  (Wafjengebir
Kettengebirge)  und  Geftein!  »  9  (Maffengebirge,

25.  Das  Fichtelgebirge  ald  Wofferfheide  (Zeichnung).

26.  Gib  Whnlichleiten  zwiichen  Fichtelgebirge  merwald  an  in  Hinficht
auf  Höhe,  Bergformen  an  PR,  !  Srelgebirg  v  Sir

Zura  27.  Weihe  ölüffe  umgrenzen  den  Fränfifhen  Jura  nad;  den  vier
Himmelögegenben  ?

28.  Welhe  Flüffe  durchbrechen  den  Sura  ganz  und  bei  melden  Orten?

29.  Uuf  melden  Wafjerrvegen  gelangt  man  von  Mainz  nach  Pajjau?

30.  Gib  die  Yage  ber  Fränfifhen  Schweiz  deö  näheren  ar!

Oberfranfen.  31.  Weije  nad,  daß  Oberfranken  eine  gebirgige  Provinz  ift;

32.  Melde  Städte  liegen  im  Obermaintal?

33.  Beige,  dag  Oberfranfen  eine  ftarfe  Induftrie  hat!

34.  Melde  Hlußtäler  vereinigen  fich  in  der  Nähe  von  Bamberg  ?

Unterfranfen.  35.  Beihne  den  Mainlauf  in  Unterfranfen  und  die  ans
(tegenden  ®ebirge.

36.  Welche  Gebirge  umichließen  ba2  unterfränfiihe  Bauland  ?

37.  BWelde  Mainjtäbte  gehören  dem  unterfränfiihen  Baulande  an?

38.  Welche  Erzeugrifje  dringt  diefes  in  reihem  Mage  hervor?

39.  Weide  Orte  berührt  man  auf  dem  Wafferrwege  von  Würzburg  nah  Nürnberg?

40.  Melde  bei  einer"  Eifenbahnjahrt  von  Afchaffenburg  rad)  Nürnberg  ?

41.  Welcher  Breitengrad  fällt  mit  dem  Mainlauf  zujammen?

Mittelfranten.  42.  Welde  Höhen  umgrenzen  Mittelfranken  nach  den  vier
Himmelegegenden  ?

43.  Deihe  Täler  führen  von  Mittelfvanlen  nah  S.,  ON,  B.?

44.  Die  fränfiiche  Höhe  al3  Wajjericheibe.

45.  In  weldem  tlußtale  Mittelirankens  entwidelte  ji  hauptiäglich  die  Irnduftrie
und  melde  Städte  liegen  hier?

46.  Inmieferne  find  Regnip  und  Naab,  Main  und  Donau  Gegenflüjie?

47.  Welche  Stüdte  Mittelivanfend  zeichnen  fih  dur  SImduftrie,  welche  Durch
altertünliche  Bauart  aus?

48.  Melches  ift  der  wichtigste  Eijenbahnknotenpunlt  Mittelfrankens  und  melde
Linien  gehen  davon  aus?

Pfalz.  49.  In  melde  zmei  Hauptteile  gliedert  fi)  die  Pfalz  nad)  ihrer  Bobenbeichaffenheit
  ?

50.  Erfläre  die  ruchtbarteit  der  Nheinebene!

51.  Welches  find  die  beyerifchen  Rheinjtädte?

52.  Die  Bodenerzeugniffe  der  Vorderpialz.  _

53.  Im  melde  Teile  gliedert  ji  das  Pfälziiche  Bergland?

54.  Die  Induitrieitädte  des  Weitrids.

55.  Weiden  Flußgebieten  gehört  die  Pfalz  an?

Überfiht  der  Länderfunde,

Europa.  1.  Velde  Meere  und  Meereditraßen  berührt  man  bei  einer  Hüften
teile  von  Griechenland  bis  Konjtantinopel?  \  _

.  Welche  Meere  verbinden  die  Straße  von  Gibraltar,  ber  Kanal  und  der  Sund?

3.  Welche  Gebirge  jchließen  fi)  an  die  Alpen  im  Süden  und  Olten  an?

4.  Welhes  Tiefland  umjchließen  die  Ulpen,  welches  Die  Karpaten  ?

5.  Welche  Flüffe  entftrömen  den  Alpen  ?
        <pb n="105" />
        Anhang.  81

6.  Dur;  welche  Zonen  eritredt  fi)  Europa?

7.  Weldes  find  bie  drei  Hauptoölferftämme  Europas?
8.  Nenne  Staaten  der  Ballanhalbürfel!

9.  Belde  drei  Staaten  verknüpft  der  Rhein?

Ajien.  1.  Gib  mir  Hilfe  der  Karte  die  geographifhe  Lage  von  Ajien  an!

2.  Mit  welchen  Erdteilen  hängt  Afien  zufammen  und  an  welchen  Stellen?

3.  Welche  Haldinfeln  Südefiens  und  Südeuropad  entiprechen  fid?

4.  Welche  Meere  berührt  man  auf  einer  Reife  von  Sue;  nad  Kiautfhou  ?

5.  Anmiefern  zeigen  Europa  und  Wiien  Ahnfichfeit  ihrer  SBobengejtalt?  (Norben
Tiefland  und  Mitte  und  Süden  Hodland.)

6.  Welde  Ströme  Aitens  gelten  al  Zmilling3itröme  ?

7.  BVelhe  Ströme  Wiens  nehmen  ihren  Urfprung  auf  dem  innerafiatiichen
Sodlande?

8.  QDurd)  welche  Zonen  erftredt  fih  Alien?

9.  Welches  find  bie  telbjtändigen  Staaten  Wiens?

Mfrifa.  1.  Beitimme  die  geographifche  Lage  Afrikas!

2.  Zeige,  bat  bie  ajrilaniiche  Kiüite  grad)  gegliebert  it!

3.  Beide  Bodenform  herriit  in  Ajrtfa  vor:
4.  Weldyen  Zonen  gehört  Afrifa  an?
5.  Nenne  die  Deutichen  Kolonien  in  Ufrifa!

Umerifo.  1.  Beilimme  die  geogravbifdhe  Lage  Amerifag!
2.  Welcher  Ozean  verbirder  Amerila  mit  Europa,  meldher  mit  Uften  und
Auftralien  ?
3.  Welche  Meeresteile  und  Halbinjeln  berührt  man  bei  einer  Reife  läng3  der
Allantiichen  Küjte  AUmerila3?
.  Zeige,  daß  Norbamerifa  eine  Trogjorm  hat!
Melden  Zonen  gehört  Nordamerifa  an?
Weihe  Produfte  bringt  eö  hervor?
Welcdes  it  der  größte  Stant  Morbamerifad  umd  melche  Städte  fennit  du

varpe

davon:
Ermeife  die  Ahnlichkeit  in  der  Bodengeitalt  Nord»  und  Sübameritad!
Welhem  Erbteile  gleiht  Südamerika  nah  Geltalt  und  Rüftengliederung  ?
10.  Welchen  Yonen  gehört  es  an?

11.  Welche  2  Kulturpflanzen  Südemerilas  erlangten  befondere  Berühmtheit?

Auftralien.  1.  Beitimme  die  geographifche  Lage  Auftraliens!
2.  Vergleiche  Australien  mit  Afrika  in  Bezug  auf  Geftalt  („verfleinertes  Wrika”),
Küjtenglieberung  und  Oberflädengeitalt!
.  Woran  erfennt  man  yultanifdhe  Inieln,  woran  Koralleninfeln?
4.  Nenne  die  beutfhen  Befibungen  in  der  Siübdfee!

som
        <pb n="106" />
        82  Rartenflizzen.

Kartenfhigzen  zur  Beographie  von  Bayern.!)
4,

 

Dberpfalz.  TR.  ı  3000000.  Blals  DR.  1  3000000.

Y)  Die  fleinen  Preughen  an  den  Ränbern  ber  Sfi  sahen  deuten  Drientierungs-  ober
Mertpunkte  an  für  den  freien  Entwurf  der  Skizzen.  Eintragung  ber  Breitengrade
geihege  unter  Beiziehung  bed  Atlas
        <pb n="107" />
        Kartenffiggen.

\

 

   

 

MR.  1:  3000000.

Iranten  und  feine  Randgebizge.
        <pb n="108" />
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
