144  Die  Gemeindebesteuerung  im  Großherzogtum  Baden.

im  Jahre  1905  im  Jahre  1904
Mk.  %%  %
für  die  Gesundheitspflege  einschließlich
Straßenreinigung  und  Kehrichtabfbuerr.
  178892  =  3,05  gegen  3,15

„  „  Straßenunterhaltung  627847  =  10,71  „  11,47
„  „  Schuldentilgung  und  Verzinsung

  1  795  040  =  30,61  „  31,90
„  das  Rathaus  und  die  Gemeindeverwaltuung

  .  659519  =  11,25  „  10,  83

„  die  Kreisumlage  und  Staatspolizei  316558  =  5,40  „  5,.75
„  „  übrigen  Ausgabepositionen.  795  196  =  13,56  „  9..10
Unter  letzterem  Betrag  befinden  sich  erstmals  130  000  Mk.  =  2,22
zur  Verstärkung  städtischer  Fonds.  Die  von  der  Wirtschaft  zur
Schuldentilgung  insgesamt  noch  aufzubringende  Summe  betrug  am
1.  Januar  1906  36  391  500  Mk.

Der  kommunale  Gedanke  hat  in  den  größeren  badischen  Städten  in
den  letzten  Jahrzehnten  gewaltige  Fortschritte  gemacht  und  sich  nicht  nur
bei  den  gewerblichen  Betrieben,  sondern  auch  bei  den  gemeinnützigen
Unternehmungen  der  verschiedensten  Art  im  großen  und  ganzen  gut  bewährt.
  Wie  den  modernen  wirtschaftlichen  und  hygienischen  Bedürfnissen
der  städtischen  Bevölkerung  durch  vorzüglich  eingerichtete  und  verwaltete
städtische  Gas=  und  Wasserleitungsanlagen,  Elektrizitätswerke  und  Straßenbahnen,
  Straßenreinigung,  Müllabfuhr,  Kanalisationsanlagen,  Desinfektions=
  und  öffentliche  chemische  Untersuchungsanstalten,  Armen=  (z.  B
die  Karthaus  in  Freiburg)  und  Krankenhäuser,  städtische  Schulgebäude  usw.
nach  jeder  Richtung  hin  Rechnung  getragen  wird,  so  entfalten  die  größeren
Kommunen  auch  auf  kulturellem  und  sozialpolitischem  Gebiete  durch  hervorragende
  Leistungen  der  Stadttheater  (Mannheim,  Freiburg,  Heidelberg  und
Konstanz)  und  städtischen  Orchester,  durch  die  Errichtung  von  Kunst=  und
Altertumssammlungen,  Ausstellungshallen,  Volksbibliotheken  und  Lesehallen,
Mittel-,  Fach=  und  Volksschulen,  Badeanstalten,  Volksküchen,  Gewährung  von
Stillprämien  (Freiburg),  Wöchnerinnenasyle  (Mannheim  und  Karlsruhe),
Kinderkrippen  und  Waisenhäuser,  Rechtsauskunftsstellen  usw.  eine  weitumfassende
  und  anerkennenswerte  Tätigkeit.  Freiburg  besitzt  außerdem  noch
eine  eigene  mit  Ausnahme  des  Sonntags  täglich  erscheinende  Gemeindezeitung,
  das  „Freiburger  Tagblatt“  (bestehend  aus  einem  politischen  und
einem  Inseratenteil),  dessen  Druck=  und  Verlagsrecht  an  einen  Privatunternehmer
  gegen  Bezahlung  eines  jährlichen  Pachtzinses  von  36  500  Ml.