Das  Gemeindevermögen  und  seine  finanzielle  Bedeutung  und  Ausnutzung.  151

stand

nach  dem  Verkehrswerte  vom  Jahre  1905.

Vermögen.  Schulden.
*i  I
ö  .  .
Wegs-Exc-  enited
  i:  nahevora.,  Msrermögen,
im  Anschlag  kapitalien
don
Mk.  Mk.  Mk.  Mk.  Mt.  Mk.
5.  6.  7.  8.  9.  10.
4  611  137  8  436  421  1  141  009  57  975  1602  57  535  200  66  926  087
4004  930  3205  760  123  783  37  926  344  37778  000  8  219  640
2997  239  3  688  542  154  568  36  712  12  36  670  449  81  822  368
1974.545  3  597  354  129  751  19  543  3608  19462500  9830  856
1582  646  2946  423  357  612  23162  602  22971  7797991  124
894  264  1  378  127  16  066  7  108757  7  049  633  9  005  945
1  028  585  2245  254  104  169  12  033  251  11  984  523  5  786  038

16000  Einwohner)  89  024  Mk.  beträgt.  Zu  ernsteren  Bedenken  geben
aber  diese  hohen  Schuldzinsen  keinen  Anlaß,  namentlich  wenn  man  in
Betracht  zieht,  daß  die  Anlehen  nicht  nur  zu  produktiven,  sondern  auch
zu  eminent  kulturellen  (Schulen,  Theater,  Badeanstalten)  und  sozialpolitischen
  (Beamten=  und  Arbeiterwohnungen,  Krankenhäuser,  öffentliche
Anlagen  usw.)  Zwecken  verwendet  werden.  Die  meisten  Städte  verdanken
ihren  glänzenden  wirtschaftlichen  Aufschwung  größtenteils  einer  vernünftigen
Anlehenspolitik,  die  es  ihnen  erst  ermöglichte,  bei  der  raschen  Zunahme
ihrer  Aufgaben  und  Bevölkerungszahl,  sowie  bei  ihren  knappen  finanziellen
Mitteln  die  Einnahmen  mit  den  Ausgaben  einigermaßen  in  Einklang  zu
bringen  und  von  der  Erhebung  einer  allzu  hohen  und  sprunghaften
Umlage  abzusehen.  Die  Wirtschafts=  und  Finanzpolitik  einzelner  Stadtverwaltungen
  (Karlsruhe,  Heidelberg,  Freiburg)  scheint  allerdings  zeitweise
in  zu  starkem  Maße  von  dem  Bestreben  beeinflußt  gewesen  zu  sein,  im  Hinblick
  auf  die  Konkurrenz  anderer  gleichartiger  Städte,  die
Umlage  niedrig  zu  halten,  um  wohlhabende  Familien,  Rentner
und  Pensionäre  zu  dauernder  Niederlassung  in  ihrem  Gemeindegebiet  zu
veranlassen.  Zu  diesem  Zweck  wurden  möglichst  viele  außerordentliche
Ausgaben  auf  Anlehen  genommen,  nur  geringfügige  Reserven  angesammelt
und  die  in  einem  Jahr  erzielten  Wirtschaftsüberschüsse  als  Deckungsmittel
für  das  Budget  des  folgenden  Jahres  verwendet.  Größere  Ausgaben
wie  die  der  Straßenpflasterung  wurden  bisweilen  jahrelang  hinaus-