24.  [u  Deutschland  setzt  sich  in  Noten  an  die  anderen  Großmächte  für  Lokalisierung  des
ästerreichisch»serbischen  Streitfalls  ein.  [181]

Rußfand  und  Frankreich  suchen  Sir  Edward  Grey  zu  bestimmen,  ofkzieli  eine
entschiedene  Stellung  einzunehmen.  Grey  lehnt  ab.  [182]

Der  russische  Außenminister  Sasonow  erklärt,  daß  die  russische  Mobilmachung
auf  jeden  Fall  durchgeführt  werden  müsse.  [183]

Sasonow  sagt  dem  serbischen  Gesandten  in  Petersburg,  daß  Rußland  keine  aggresiven
  Handlungen  Österreichs  gegen  Serbien  zulassen  könne.  [188]

Der  französische  Botschafter  teilt  der  russischen  Regierung  mit,  daß  Frankreich
nötigenfalls  alle  durch  das  Bündnis  bedingten  Verpflichtungen  erfüllen  werde,  [185]

Nachmittags.  Ministerrat  in  Petersburg.  Feststellung,  daß  Rußland  zum  Kriege
bereit  und  gewillt  sei,  Serbien  zu  unterstützen.  [186]  Beschluß,  eine  Verlängerung
der  Serbien  von  Österreich-LIngarn  gesetzten  Frist  durchzusetzen.  [187]

25.Jut  In  einer  Beratung  in  Krasnoje  Selo  unter  Vorsitz  des  Zaren  wird  die  Teilmobilmachung
  (Militärbezirke  Kiew,  Moskau,  Odessa  und  Kasan)  gegen  Österreich  beschlossen,
  falls  Österreich  offensiv  gegen  Serbien  vorginge.  [188]

Sasonow  erklärt  dem  englischen  Botschafter,  daß  Rußland,  wenn  es  der  Hilfe
Frankreichs  sicher  sei,  das  gesamte  Risiko  des  Krieges  auf  sich  nehme.  [189]

3°  nachmittags.  Mobilmachung  Serbiens.  [190]

Grey  schreibt  an  den  englischen  Botschafter  in  Petersburg:  Er  glaube  nicht,  daß
die  öffentliche  Meinung  Englands  es  billigen  würde,  daß  es  wegen  des  serbischen
Streites  zum  Kriege  käme.  Wenn  es  aber  zum  Krieg  käme,  könnte  England  durch
andere  Erwägungen  sich  in  denselben  bineingezogen  sehen.  [11]

Anordnung  zur  Auffüllung  der  Führerstelfen  in  der  englischen  Flotte.  [192]

6°  nachmittags.  Überreichung  der  serbischen  Antwort  auf  das  österreichische
Ultimatum.  Abbruch  der  diplomatischen  Beziehungen  Österreichs  zu  Serbien.  [193]

9%  abends.  Teilmobiimachung  Österreich-LIngarns  gegen  Serbien  {zz  Infanterieund
  2  Kavalieriedivistonen),  [19%]

11  abends,  In  Rußland  Anordnung  des  Rücktraasportes  der  Truppen  aus  den
Lagern  in  ihre  Standorte.  [195]

Der  französische  Botschafter  in  London,  Paul  Cambon,  in  Paris  —  bis  27.  Juli,  [196]

Auf  Grund  der  ihm  vorliegenden  Nachrichten  tritt  der  deutsche  Kaiser  die  Rückkehr
  von  der  Nordlandsreise  an.

26.Jul.  4*  morgens.  Erklärung  des  Kriegszustandes  für  die  russischen  Festungen,  [187]
3°:  morgens.  Offizielles  Inkrafttreten  der  Kriegsvorbereitungsperiode  für  das  gesamte
  europäische  Rußland,  also  auch  gegen  Deutschland.  [198]

Suchemlinow  gibt  dem  deutschen  Militärattach€e  in  Petersburg  sein  Ehrenwort,
daß  noch  keine  Mobilmachungsorder  ergangen,  kein  Pferd  ausgehoben,  kein  Reservist
eingezogen  sel.  [12P]

Warnung  der  deutschen  Regierung  an  die  russische:  Russische  Mobllmachungs»
maßnahmen  gegen  Deutschland  müßten  die  deutsche  Mobilmachung  zur  Folge
haben.  [200]

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