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        <title>Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1818.</title>
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            <idno>gs_preussen_1818</idno>
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        Gesetz-Sammlung 
für die 
Königlichen Preußischen Staaten. 
1 8 18. 
  
Enthälr 
die Verordnungen vom #u#ten März 1818. bis zum loten 
Dezember 1818. mit Inbegriff von 5 Verordnungen aus 
dem Jahre 1817. 
(Von No. 456. bis No. 505.) 
No. I. bis ind. 16. 
Cierzu gehbre noch der Anhang, enehaltend die in Verfolg der Pariser Friedens= und 
Wiener Kongreß-Akte mit mehreren auswärtigen Hofen abgeschlossenen Traktate 2c.) 
  
Berlin, 
gedruckt bei Georg Decker, Königl. Geheimen Oberhofbuchdrucker.
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        Chronologische Uebersicht 
der in der Gesetz-Sammlung fuͤr die Koͤniglichen Preußischen Staaten 
vom Jahre 1818. 
enthaltenen Verordnungen. 
  
  
  
  
Vunde nicht gehoͤrigen Preußischen Provinzen. 
  
  
  
Datum Ausgege- No.No. 
des ben zu Inhalt. des ddes Ge-Seite. 
Gesetzes. Berlin. Stücks.setzes. 
25. Okt.Juan. Erklärung wegen Ausdehnung der seit 1872. mit! 
1877. 1818. der Schweizerischen Eidgenossenschaft bestehen- 
den Freizügigkeits-Ucbereinkunft auf sämmt- 
liche jetzige Könlgl. Preußische und zur Schwei- 
zerischen Eidgenossenschaft gehbrige Lande 1 1 456 
31. Ott. — — Hartel-Konvention it Lippe-Detmodl . ! a 457 
—— Nor-ax. März. Gränz-Vertrag mit Rußland. Ratiftzirt am . 
30. Oftober. , 
Istancbkuar1818.............»4244Co« 
.I·Dezbk.g7..JsUI·Erklärungwegeadekmitdekaniglich-Würtem-- « 
bergischen Regierung verabredeten Freizügig= D 
keit, in Betreff der zum deutschen Bunde nicht 
gehörigen Prcußischen Prorinzzen 4268 
2. Dezbr.— — AMllerböchste Kabinetsorder, daß auch das Gehalt 
der mobilen Milltairbeamten keinen Abzug 
erteiden fll. 1 4% 
1 I. März3. April.]Vrrordnung über die Lehen und Fidcikommisse in 
1918. den jenseits der Elbe gelegenen Provinzen 3 46u 17 
— —— — i Verordnung uͤber die Anwendung des 8g. 19. der; 
Kriminal-Ordnung auf die Untergerichte in . 
· den wiedervereinigten und neuen Provinzen 4 402 
16. März.— — HDerordnung wegen des bffentlichen Aufgebots des 
1 Gesindes. 4 468 20 
21. März.) Mai. Erklärung wegen der mit der Fürslich= Schwarze 3 
burg -Rudolstädtschen Regierung verabredeten « 
Freizügigkeit, in Betreff der zum demschen 
1 463 ##
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        IV 
  
Datum 
des 
Gesetzes. 
Ausgege- 
ben zu 
Berlin. 
  
  
Inhalt. 
No. 
des 
No. 
des Ge- 
Stücks.setzes. 
Seite. 
  
31. März. Mai 
1818. 
4. April. 
1818. 
1. Mai. 
#a I. April.]. Juni. 
3. Mai. 
4. Mal. 
7. Mai. 
9. Mai. 
16. Mai. 
11. Juni. 
1. Juni. 
20. Oklt. 
  
23. April. 
  
Bekanntmachung in Beziehung auf die #xtratt- 
“s 
unterm 11ten Fe- 
bruar d. J. mit der Großherzoglich = Hessen- 
Darmstädtschen Regierung abgeschlossene Kar- 
tel-Konvention.. 
Patent wegen Wiederherstellung des Hppotheken- 
wesens in dem Großherzogthum Posen, dem 
Culm= und Michelauschen Kreise und der Stadt 
Thon 
Verordnung wegen der zu leistenden Entschädi- 
’gungen für die bei der Brand-Sozietät des 
Kerzogkhums Westphalen versicherten brand- 
gefährlichen Gebaude 
Deklaration der, die Verschuldung der Lehen und 
Fideikommisse betreffenden Verordnung vom 
1Isten August 1817.... ............ 
Kartel-Konvention mit der Großherzoglich-Meck- 
lehburg = Schwerinschen Regierung 
Kartel-Konvention mit dem Senate der freien 
Hansestadt Hambueg . 
2 22 
Bekanntmachung über die Kartel-Konvention mit 
Schaumburg-ippde. 
Allerhochste Kabinetsorder, daß die in den Festun- 
gen befindlichen Baugefangenen mit doppelt- 
farbiger Kleidung versehen werden sollen. 
Verordnung über die Verschuldung der Lehen und 
Fidcikommisse bei Auseinandersetzung der Guts- 
herren mit den Baueen 
Konvention wegen gegenseitiger Aufhebung des 
Abschosses und Abfahrtsgeldes zwischen der 
Koniglich-Preußischen und der Regierung des 
Reiches beider Sizilinn. 
Be- 
  
466 
464 
a467 
468 
469 
470 
475 
44 
473 
489 
  
  
26 
26 
28 
29 
30 
37 
45 
43
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        Datum 
des 
Gesetzes. 
Ausgege- 
ben zu 
Berlin. 
Inhalt. 
No. 
des 
Stücks. 
No. 
des Ge- 
setzes. 
Seite. 
  
19. Mai 
1818. 
21. Mai. 
25. Mai. 
26. Mai. 
17. Juni. 
25. Juni. 
  
1. Juni 
1818. 
T. Aug. 
1 1. Juni. 
5. Sept. 
28. Dezbr. 
1. Juli. 
  
Bekanntmachung über die it den Hanse-Städten 
Hamburg, Lübeck und remen abgeschlossenen 
Kartel-Konventionen 
Ratifikations-Urkunde der mit Baiern am gten 
Mai d. J. abgeschlossenen Uebereinkunft wegen 
wechselseitiger Uebernahme der Vagabunden und 
Ausgewiesenen . .. . . .... 
Verordnung wegen Einführung des Allgemeinen 
Kandrechts und der Allgemeinen Gerichtsord- 
nung in den mit den Preußischen Staaten ver- 
einigten, zwischen den ältern Provinzen bele- 
genen Distrilten und Ortschaften, und wegen. 
Einrichtung des Hppothekenwesens in denselben 
Gesetz über den Joll und die Verbrauchssteuer 
von ausländischen Waaren und über den Ver- 
kehr zwischen den Provinzen des Staats, mit 
den dazu gehbrigen Tarifen 
Joll= und Verbrauchssteuer-Ordnung 
Verordnung über transitorische Bestimmungen 
in Absicht des innern Verkehrs und der Nach- 
steucr von ausländischen Waaren 
Erklärung wegen der mit der Großherzoglich= 
Hessen-Darmstädtschen Regierung verabredeten 
Freizügigkeit, in Betreff der zum deutschen 
Bunde nicht gehörigen Preußischen Provinzen. 
Ratifikations = Urkunde der mit Baiern unterm 
roten Dezember 1817. abgeschlossenen Kartel- 
Konventtooooaon 
Handels-Traktat mit Dänemark. 
Bekanatmachung über die Kartel- it 
Churhesdsen 
Bekanntmachung über die Kartel-Konvention mit 
Mecklenburg-Strelitz 
16 
  
  
471 
478 
475 
482 
483 
484 
  
42 
45 
65 
49
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        Datum Ausgege- No. No. 
des ben zu Inhalt. des des Ge- Seite. 
Gesetzes. Berlin. Stücks.] setzes. 
J. Juli. August Vekanntmachung über die Kartel-Konvention mit 
1818. 1818. Hannover.... ... .... s 480 
3. Juli. 1. Okt. Gesez wegen Einführung eines Fabrikzeicheus in 
# deu Provinzen Schleßen, Posen, Preußen, 
Wesipreußen, Pommern, Brandeuburg und 
Sachsen, auf dem daselbst verfertigten Stab- 
Eisen ·6 I 466 
20, Juli,. Tuq.Bekanntmachung über die Karkel-Konvention mit 
6 Hessen-Homburg r%o "7 8 481 64 
26. Aug. 1. Olt. Bekanntmachung über die Kartel-Konvention mit 
Sachsen-Hildhurghausen *dh 487. 
29. Aig. — — Mllerhochste Kabineksorder, die Theilnahme des 
Militairs bei der Feuerpolizei betreffend 10 488 155 
15. Sept. 15. Dezbre. Verordnung wegen Aufhebung des Edikts vom 
aten Juli 18123. und wegen der Auswande- 
rungen übcrhaupt ——* 4 15 498 
— — — — mrerdnung wegen der für die Aufhebung des 
Mahl= und Getränkczwanges nach dem Epikt 
vom 28sten Oktober 1810. zu leistenden Ent- 
schadigunen .. 15 H100 
19. Sept.20. Hlt.] Vekanntmachung ü#ber die Kartel-Konvention mit 
Sachsen-Gotha und Altenburg · 490 
12. Okt Verordnung uͤber die Aufloͤsung des Indults im 
Großherzogthum Posen, und in den mit der 
Provinz Westpreußen vereinigten Distrikten, 
· dem Culm= und Michelauschen Kreise und der 
Stadt Thorn mit ihrem Gebiette 12 491 
22. Okt.|]). obr. Bekenntmachung über die Kartel-Konvention mit 
Sachsen-Weimar und Eisenah 13 492 
— ——Whhanntmachung über die Kartel-Kenvention it 
Sachsen-Meiningen .... 493 
Be-
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        VII 
  
  
  
Datum Ausgege- No.o. 
dess ben zu Inhal (. des des Ge= Seitc. 
Gosetzes.] Berlin. Stücks.etzes 
— Nodbr.] Bekanntmachung über die Karkel-Konvention mit 
1818. 1818. Schwarzburg-Rudolstadt 13 494 
— — — — — — — mit Anhalt-Bernburg 13 495 
6. Nobbr.20. Novbr. — — — — Anhalt-Köthen 14 406 
— —— — — — — — — Neug-Plauen .. 407 
16. Noobr.]5. Deh,.— — — — Schwarzburg-Sonders- 
hausen 500 
16. Dez. 28. Dez. — — — — Sachsen-Koburg-Saal- 
· feld......·... 16 502 
— —— —. — — — — Anhalt-Dessau 16 503 
  
  
  
  
  
Druckfehler. 
Seite 2 66. Jeile 9. von unten im &amp;. 9. sub No. 6. ist auf die Worke: Wenn nach §. 8 No. 7. 
statt der Gläubiger, Schuldner u. . w. zu lesen.
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        — 1 — 
Gesetz-Sammlunsg 
fuͤr die 
Königlichen Preußischen Staaten. 
  
—— No. 1. — 
  
(No. 456.) Erklärung wegen Ausdehnung der seit 1813. zwischen der Königl. Prrugtschen 
Regierung und der Schweizerischen Eidgenossenschaft bestehenden Freizb- 
gigkeits -Uebereinkunft? auf sämmtliche jetzige Königl. Preußische und 
zur Schweizerischen Eidgenossenschaft gehbrige kande. De dato den 
25sten Oltober 1819. 
D. Königl. Preußische Regierung und die Schweizerische Eidgenossenschaft 
sind mit einander dahin übereingekommen und erklären hiermit: daß gegen- 
seitig der Abschoß bei Erb= und Vermächtnißfällen und das Abfahrtsgeld in 
allen denjenigen Fallen, in welchen die Auswanderungen aus den Königl. 
Preußichen Staaten in die Schweiz und aus der Schweiz in die Königl. 
Preußische Staaten erlaubt sind, ohne Unterschied, ob die Erhebung dem 
Fiskus oder Privatberechtigten, Kommunen oder Patrimonial-Gerichten zu- 
stehe, aufhören soll, und daß die dieserhalb im Jahre 181 2. zwischen Seiner 
Majestät dem Könige von Preußen und der Schweizerischen Eidgenossenschaft 
algeschlossene Uebereinkunft auf sämmtliche jetzige resp. Königl. Preußische und 
zur Schweizerisehen Eidgenossenschaft gehörige Lande Anwendung finden soll, 
daß mitbin in allen denjenigen, innerhalb der resp. Königl. Preußischen und 
zu der Schweizerischen Eidgenossenschaft gehörigen Landen, jetzt etwa anhäu- 
gigen und künftig vorkommenden Erbschafts-, Vermächtniß= und Vermögens- 
Verabfolgungs-Fällen aus dem einen in den andern Staat, in Gemaßheit 
jener# Uebereinkunft verfahren werden soll. 
Gegenwärtige Erklärung soll, nachdem sie in gleichlautenden Erempla- 
rien von dem Königl. Preußischen Ministerium und von Seiten der Schweize= 
rischen Eidgenossenschaft vollzogen und ausgewechselt worden, durch öffentliche 
Bekanntmachung in den beiderseitigen Landen Kraft und Wirksamkeit erhalten. 
Urkundlich ist diese Erklärung mit dem Königlichen Insiegel bedruckt, 
nd von mir, dem Staatskanzler, unterzeichnet worden. 
Berlin, den 25sten Oktober 1817. 
(I. S.) C. Furst v. Hardenberg. 
Jahrzang 1118. A (VNo. 457.) 
(Ausgegeben zu Berlin den 7 sten Januar 1813.)
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        — 2 .— 
(No. 457.). Kautel-Konvention zwischen Preußen und #ippe-Detmold. Vem Jsten 
Oktober 1817. 
Wi Friedrich Wilhelm von Gottes Gnaden Koͤnig von Preußen ꝛc. ꝛc. 
und Ihro Durchlaucht, die Fuͤrstin Regentin zu Lippe sind uͤbereingekommen, 
eine Kartel-Konvention abzuschließen, in deren Folge Nachstehendes zur ge- 
nauesten Befolgung hierdurch bekannt gemacht wird: 
Artikel I. 
Alle in Jukunft, und zwar vom Tage der Bekanntmachung der Konven- 
tion an gerechnet, von Unseren Arneen und den Truppen Ihro Durchlaucht 
desertirende Militairpersonen sollen gegenseitig ausgeliefert werden. 
Artikel 2. 
Als Oeserteurs werden, ohne Unterschied des Grades oder der Waffe, 
alle diejenigen angesehen, welche zu irgeno einer Abtheilung des stehenden Hee- 
res oder der bewaffneten Landesmacht nach den gesetzlichen Bestimmungen 
eines jeden der beiden Staaten gehören, und derselben mit Eid und Pfllicht ver- 
wandt sind, mit Inbegmi# der bei der Artillerie oder sonstigem Fuhrwesen ange- 
stellten Kirechte. 
Artikel 3. 
Sollte der Fall vorkommen, daß ein Deserteur der hohen kontrahirenden 
Mchre früher schon von einer andern Macht desertirt wäre; so wird dennoch, 
selbst wenn mit der Letzteren ebenfalls Auslieferungs-Verträge beständen, die 
Auslieferung stets an denjenigen der hohen Kontrahirenden erfolgen, dessen 
Dienste er zuletzt verlassen hat. Wenn ferner ein Soldat von den Truppen eines 
der paciscirenden Souverains zu denen eines Drikten, und von diesen wiederum 
in die Lande des andern paciscirenden Somwerains oder sonst zu dessen Truppen 
desertirt; so kommt es darouf an, obletzterer Sonverain mit jenem Dritten ein 
Kartek har. Ist dieses der Fall, so wird der Deserteur dahin abgeliefert, woher 
er zuletzt entwichen ist, im entgegengesetzten Falle aber wird er dem paciscirenden 
Souverain, dessen Oienste er zuerst verlassen hat, ausgeliefert- 
Artikel 4. 
Nur folgende Fälle werden als Gründe, die Auslieferung eines Desen- 
teurs zu verweigern, ancrkannt: 
a) wenn der Deserteur aus den Staaken des jenseitigen hohem Sonverains, 
so wie sie durch die neuesten Verträge begrenzr sind, gebürtig. ist, und also 
vermittelst der Deserlion nur in seine Heimath zurückkehrt:; 
d) wenn ein Deserreur in dem Sctaate, in welchen er entwichen ist, ein Ver- 
brechen begangen hat, dessen Bestrafuong vor seiner Auslieferung die Lan- 
des-
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        — 3 –. 
desgesetze erfordern. Wenn nach überstandener Strafe der Deserteur aus- 
geliefert wird, sollen die denselben betreffenden Umersuchungsakten, ent- 
weder im Original, oder auszugsweise und in beglaubten Abschriften über- 
geben werden, damit ermessen werden kann, ob ein dergleichen Deserteur 
voch zum Militairdienst geeignet sen, oder nicht. 
Schulden oder andere von einem Deserteur eingegangene Verbindlichkei- 
ten geben dagegen dem Staat, in welchem er sich aufhält, kein Recht, dessen 
Auslieferung zu versagen. 
Artikel 5. 
Die Verbindlichkeit zur Auslieferung erstreckt sich auch auf die Perde, 
Sattel und Reitzeug, Armatur= und Montirungsstäcke, welche von den Deser- 
teurs etwa mitgenommen worden sind, und tritt auch dann ein, wenn der De- 
serteur selbst, nach den Bestimmungen des vorhergehenden Artikels, nicht aus- 
geliefert wird. 
Artikel 6. 
Um durch die möglichste Regelmaßigkeit die Auslieferung zu beschleuni- 
gen, werden beide hohe kontrahirende Theile wegen bestimmter an ihren 
Grenzen belegener gegenseitiger Ablieferungsorte übereinkommen, an welchen 
eine gegenseitig bekannt zu machende Behörde mit der Empfangsnahme der 
Deserteurs und sofortiger Bezahlung aller in den nachfolgenden Arcikeln 10. 
und 12. stipulirten Kosten beauftragt seyn wird. 
Artikel 7. 
Die Auslieferung geschieht in der Regel freiwillig, und ohne erst eine 
Requisition abzuwarten. Sobald daher eine Militair-oder Ciovilbehörde einen 
jenseitigen Deserteur entdeckt, wird derselbe, nebst den etwa bei sich haben- 
den Effekten, Pferden, Waffen 2c. 2c. sofort, unter Beifügung eines aufzu- 
nehmenden Protokolls, an die jenseitige Behörde im nächsten Ablieferungsorte, 
gegen Bescheinigung, übergeben. 
Artikel 8. 
Sollte aber ein Deserteur der Aufmerksamkeit der Behörden desjenigen 
Staates, in welchen er übergetreten ist, entgangen seyn, so wird dessen Aus- 
lieferung sogleich auf die erste desfallsige Requisition erfolgen, selbst dann, 
wenn er Gelegenheit gefunden hätte, in dem Militair-Dienste des gedachten 
Staaks angestellt zu werden. Nur wenn über die Richtigkeit wesentlicher in 
der Requisition angegebener Thatsachen, welche die Auslieferung überhaupt 
bedingen, solche Zweifel obwalten, daß zuvor eine nähere Aufklärung dersel- 
ben zwischen der requirirenden und der requirirten Behörde nöthig wird, ist 
der Auslieferung Anstand zu geben. 
A 2 Artikel
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        —- 4.— — 
Artiket 9. 
Die ümn vorfkehenden Artikel enwahnten Requisitionen ergehen Preußi- 
scher Seits an die Lippesche Vormundschaftliche Regierung, und Lippescher 
Seits in Hinsicht schon zum Dienste angenommener Deserkeurs, an das Ge- 
neral-Kommando der Provinz, worin sich der Deserteur befindet, in allen. 
übrigen Fallen an die betreffende Preußische Provinzial-Regierung. 
Artikel 10. 
An Unterhaltungskosten werden der ausliefernden Seite für jeden De- 
serteur, vom Tage seiner Verhaftung an, bis zum Tage der Auslieferung 
einschließlich, für den Tag Drei Groschen Preußisch Ke#ranc, für ein Perd 
aber täglich Sechs Pfund Hafer, Acht Pfund Heu, und Drei Pfund Stroh, 
Berliner Gewicht, den Zentner zu 110 Pfund, gut gethan. 
Die Berechnung der Futterkosten geschiehet nach den Marktpreisen des 
Orts, oder der nächsten Stadt, wo die Arretirung geschehen ist, und die Be- 
zahlung erfolgt, ohne die geringste Schwierigkeir, gleich bei der Auslleferung. 
Wenn auf die auszuliefernden Deserteurs, nach ihrer zum Zweck der 
Auslieferung erfolgten Verhaftung, wegen Krankheit höhere Verpflegungs- 
kosten haben verwendet werden müssen; so werden diese ebenfalls sosleich bei 
der Auslieferung, jedoch auf den Grund einer mitzutheilenden besonderen Be- 
rechnung, erstattet.. 
Artikel II., 6 
Außer biesen Kosten und der im nachfolgenden Artikel 12. bemerkken Br- 
lohnung, kann ein Mehreres unter irgend einem Vorwand, wenn auch gleich 
der auszuliefernde Mann unter den Truppen des Souverains, der ihn auszu- 
liefern hat, angeworben seyn sollte, etwa wegen des Handgeldes, genossener 
Löhnung, Bewachung und Fortschaffung, oder wie es sonst Namen habem. 
mogte, nicht gefordert werden. 
Artikel 12. 
Dem Unterthan, welcher einen Desertkeur einlieferk, soll eine Gratisskas 
tion von Fünf Thalern Preuß. Kourant für einen. Mann ohne Pferd, und von- 
Zehn Thalern- Preuß. Kourant für einen. Mann mit dem Pferde gereicht, vo#n 
d#em ausliefernden Theile vorgeschossen und sofort bei der Auslieferung wieder- 
erstattet werden. In Rücksicht anderer ausgetretener. Militairpflichtigen, die- 
nicht nach Arkikel 2. in, die Klasse der eigentlichen Deserteurs gehoͤren, faͤllt: 
dieses Kartelgeld weg. 
Artikel 13:. 
Ueber den Empfang’der, Artikel 16 und 12., gedachten Kosten und'- 
Gratiffkations-Erstattung hat die ausliefernde Behörde zu guiliren. Desi 
etwar
        <pb n="13" />
        etwa nicht sofort auszumittelnden Betrages der zu erstattenden Unkofken halr 
ber, ist aber die Auslieferung des Deserteurs, wenn derselben sonst kein Be- 
denken entgegensteht, nicht aufzuhalten. 
Artikel 14. 
Allen Behörden, besonders den Grenzbehörden, wird es strenge zur 
Mlicht gemacht werden, auf die jenseitigen Deserteurs ein wachsames Auge 
zu haben, und daher einen jeden, aus dessen Aussagen, Kleidung, Waffen, 
oder andern Anzeichen sich ergiebt, daß er ein solcher Deserteur sey, sogleich, 
ohne erst eine Requisition deshalb abzuwarten, unter Aufsicht zu stellen, oder 
nach Umständen zu verhaften. 
Artikel 15. 
Alle nach der Verfassung, der beiderseitigen. Staaten, Reserve= oder- 
Landwehr= und überhaupt militairpflichtige Unterrhanen, welche sich von Jeit 
der Publikation dieser Konvention ah, in die Lande des andern Souverains 
oder zu dessen Truppen begeben, sind auf vorgängige Reklamation, der Aus- 
lieferung ebenfalls unterworfen, und es soll mit dieser Auslieferung im übri- 
gen, sowohl in Hinsicht der dabei zu beobachtenden. Form, als auch wegen 
der zu erstattenden Verpflegungskosten, eben so gehalten werden, wie es wegen- 
der Auslieferung militairischer Deserteurs in dieser Konvention bestimmt ist. 
Bei allen solchen Auslieferungen aber, welche von der Obrigkeit auf 
jenseitige Requisition bewirkt werden, wird ein Kartelgeld nicht entrichtet- 
Artikel 16. 
Tiejenigen Indivibnen, welche nach den Gesetzen elnes jeden der pa- 
eiscirenden Staaten im militairpflichtigen Alter sind, und bei Ueberschreitung: 
der gegenseitigen Grenzem, ohne eine hinreichende Legitlmation vorzeigen zu 
können, den Verdacht auf sich ziehen, daß sie sich der Militairpflicht gegen. 
ihren Staat entgiehen wollen, sollen sofort zurückgewiesen, und dergleichem 
Personen weder Aufenthalt noch Zuflucht in dem jenseitigen Staate gestattei- 
werden.- 
Artikel 17. 
Den beiderseitigen Behörden und Unterthanen wird strenge untersägt: 
werden, Deserteurs oder solche Militairpflichtige, die ihre desfallsige Be- 
freiung nicht hinlänglich nachweisen können, zu Kriegsdiensten anzunehmen, 
deren Aufenthalt zu verheimlichen, oder dieselben, um sie erwanigen Rekla- 
mationen zu entziehen, in entfekhtern Gegenden zu befördern: Auch soll es 
nicht gestattet werden, datß von irgend einer fremden Macht dergleichen In- 
Boiduen innerhalb der Staaten der hohen Souverains angeworben werden. 
Artikell
        <pb n="14" />
        Artikel 18. 
Wer sich der wissentlichen Verhehlung eines Deserteurs oder Militair- 
pflichtigen und der Beförderung der Flucht desselben schuldig macht, wird mit 
einer nachdrücklichen Geld-oder Gefängnißstrafe belegt. 
Artikel 19. 
Gleichmäßig wird es den Unterthanen beider hohen Kontrahirenden 
untersagt werden, von einem jsenseitigen Deserteur Pferde, Sartel und Reit- 
zeug, Armatur und Montirungsstücke zu kaufen oder sonst an sich zu bringen. 
Der Uebertreter dieses Verbots wird nicht allein zur Heransgabe dergleichen 
Lan sich gebrachter Gegenstände, ohne den mindesten Ersatz, oder zu Erstat- 
tung des Werths angehalten, sondern noch überdem mit willkührlicher Geld= 
oder Gefängnißstrafe belegt werden, wenn bewiesen wird, daß er wissentlich 
von einem Deserteur etwas gekauft oder an sich gebracht hat. 
Artikel 20. 
Indem auf diese Art eine regelmäßige Auslieferung der gegenseitigen 
Deserteurs und Militairpflichtigen eingeleitet ist, werd jede eigenmächtige 
Verfolgung eines Deserteurs auf jenseitigem Gebiete als eine Verletzung des 
Letztern streng untersagt, und sorgfältig vermieden werden. Wer sich dieses 
Vergehens schuldig macht, wird, wenn er dabei betroffen wird, sogleich ver- 
haftet, und zur gesetzlichen Bestrafung an seine Regierung abgeliefert werden. 
Artikel 21. 
Als eine Gebietsverletzung ist jedoch nicht anzusehen, wenn von einem. 
Kommando, welches einen oder mehrere Deserteurs bis an die Grenze ver- 
folgt, ein Kommandirter in das jenseitige Gebiet gesandt wird, um der näch- 
sten Orts-Obrigkeit die Desertion zu melden. 
Diese Obrigkeit mug vielmehr, wenn der Deserteur sich in ihrem Be- 
reiche findet, denselben sofort verhaften, und wird in diesem Falle, wie über- 
haupt jedesmal, wenn ein Oeserteur von der Obrigkeit verhaftet wird, kein 
Kartelgeld gezahlt. Der Kommandirte darf sich aber keinesweges an den 
Deserteur vergreifen; widrigenfalls er nach Artikel 20. zu behandeln ist. 
Artikel 22. 
Jede gewaltsame oder. heimliche Anwerbung im jenseitigen Territori, 
Verführung jenseitiger Soldaten zur Desertion, oder anderer Unterkthanen zum 
Austreten, mit Verletzung ihrer Milikairpflicht, ist kreng untersagt. Wer eines 
solchen Beginnens wegen in dem Staate, wo er sich vessen schuldig gemacht, er- 
griffen
        <pb n="15" />
        griffen wird, ist der gesetzlichen Bestrafung desselben unterworfen. Wer sich 
aber dieser Bestrafung durch die Flucht entzieht, oder von seinem Vaterlande 
aus auf obige Art auf jenseltige Unterrhanen zu wirken sucht, wird auf desfall- 
sige Requisition in seinem Vaterlande zur Untersuchung, und nachdrücklichen 
Stvrafe gezogen werden. 
Artikel 23. 
Diejenigen, welche vor Bekanntmachung dieser Konvemion von den Trup- 
pen des einen der hohen kontrahswenden Theile desertirt sind, und entweder bei 
denen des andern Souverains. Militairdienste genommen haben, oder sich, ohne- 
dergleichen wieder ergriffen zu haben, in dessen Landen, aufhalten, sind der Re- 
klamation und Auslieferung, nicht unkerworfen. 
Artikel 24. 
Den Landeskindern beider Theile, welche zur Zeit der Publikation wirk- 
lich in dem Milikairdienst des andern Souverains sich befinden, soll die Wahl 
freistehen, entweder in ihren Geburtsort zurück zu kehren, oder in den Diensten, 
in welchen sie sich befinden, zu bleiben. Doch müssen sie sich längstens bin- 
nen einem Jahre, nach Pyublikation gegenwärtiger Konvention, diesfalls be- 
stimmt erklären, und es soll denjenigen, welche in ihre Heimath zurückkehrem 
wollen, der Abschied unweigerlich ertheilt werden. Bei freiwilligen Kapitu- 
lanken treten diese Bestimmungen erst nach Ablauf der Kapitulation ein. 
Artikel 25. 
Gegenwärtige Konvention wird von den hohen Kontrahirenden, Beider- 
seits zu gleicher Zeit zur genauesten Befolgung publizirt werden, und ist gültig 
und geschlossen auf Sechs Jahre, mit stillschweigender Verlängerung bis zu 
erfolgender Aufkündigung, welche sodann jedem der hohen kontrahirenden 
Theile ein Jahr voraus freisteht. 
Wann auf dem Bundestage jedoch allgemeine Beschlüsse gefaßt würden, 
welche mit den vorstehenden Bestimmungen unvereinbar sind, so wird das. 
bundesschlußmäßige Verfahren künftig an die Stelle kreten. 
Urkundlich von Uns Höchsteigenhändig unterschrieben und mit Unserm 
Königlichen Insiegel bedruckt. 
Gegeben Berlin, den 31sten Oktober 1817. 
(L. sS.) Friedrich Wilhelm. 
C. Fuͤrst v. Hardenberg. 
  
(No. 458.)
        <pb n="16" />
        (Vo. 458.) Erklärung wegen der zwischen der Kbnigl. Preupischen und Königl. Würtem- 
bergischen Regierung verabredeten Freizügigkeit, in Betreff der zum deut- 
schen Bunde nicht gehbôrigen Prrußischen Porinzen. De dato den 
Bten Dezenmber 1811. 
N die Königl. Preußische Regierung mit der Königl. Würtembergi- 
schen dahin übereingekommen ist, gegenseitig den Abschoß und das Abfahrts- 
geld auch in Beziehung auf die nicht zum deutschen Bunde gehbrigen Preußi- 
schen Provinzen nach ihrem gegenwärtigen und künftigen Umfange aufzuheben, 
so erkldren beide gedachte Regierungen hiermic, daß sie statt einer besondern 
Uebereinkunft dieserhalb, lediglich den Inhalt des ##un Protokolle der deutschen 
Bundesversammlung vom 23ästen Juni d. J. befinblichen Beschlusses, wegen der 
unter sämmtlichen deutschen Bundesstaaten festgesetzten Nachsteuer= und Ab- 
zugsfreihcit, auch auf die nicht zum deutschen Bunde gehörigen Preußischen 
Provinzen nach ihrem gegenwértigen und künftigen Umfange ausdehnen wollen. 
Gegenwärtige, im Namen Seiner Majestät des Königs von Preußen 
und Seiner Majestät des Königs von Würtemberg zweimal gleichlautend aus- 
gefertigte Erklärung soll, nach erfolgrer gegenseiriger Auswechselung, sogleich 
Kraft und Wirksamkeit erhalten, und in den beiderseitigen Landen offentlich 
bekannt gemacht werden. 
Gegeben Berlin, den g#en Dezember 1817. 
(L. S.) Der Staatskanzler 
C. Fürst v. Hardenberg. 
  
(No. 459.) Allerhdchste Kabinetsorder vom austen Dezember 1817., daß auch das Ge- 
halt der mobilen Militair-Beamten keinen Abzug erleiden soll. 
A. Ihre Ansrage vom I1I##en April d. J. setze Ich hierdurch fest: daß die 
Bestimmung, wornach bei eintretender Mobilmachung der Armce, jeder Ofs-= 
zier den vollen Betrag seines Gehalts behalten muß und zu solcher Zeit einen 
Abzug davon nicht erleiden kann, auch auf die mobilen Militair-Beamten, 
welche nicht zu der Zahl der Offiziere gehören, Anwendung finden soll. 
Berlin, den au#sten Dezember 1817. 
Friedrich Wilhelm. 
An die Staats-Minister von Kircheisen 
und von Bopen.
        <pb n="17" />
        — 
9 — 
Geset= Sammlung 
für die 
Königlichen Preußischen Staaten. 
  
—Ê No. 2. — 
  
(No. 460.) Traité de li ites, conciu 
entre la Prusse et la Ruseie le 
II Novembrse 1817. 
75 Orichre 
A. nom de la tris vainte et indivi- 
eible Triniré! 
Lar####te premier du Traité con- 
Slu 4 Vienne le 2. Mil- hus 
cent-duinze, ayant présenté des di#- 
ficulkés dane son applicarion, les han- 
tes Parties comractantes 26 om dé 
cidées à les lever à&amp; PTamiable par une 
convention 86parée. Elles ont muni 
Acet ### de leure Pleins-pouvoirs, 
tavoir: 
Sa Majestéie Hoi de Prusse, 
Grand-Duc de Posen ec. erc. 
le Prince de Hardenberg, Son 
Cbhancelier 4Etat erc. 
et Sa Majenté TEmpereur de tou- 
tes les Russies, HRoi de Pologne erc. 
le Sieur David d’Alopens, Son Con- 
seiller privé, Chambellan actuel, En- 
voy· e Ktraordinaire et Ministre plé- 
nipotentiaire esc. 
#2#le Sier Frédéric Auguste d'Au- 
vray, Lieutenant- Général de Ses 
armées etc. 
lesquels, après avoir éCchangé leurs 
Fleins-Pouvoirs trouv#s en bonne er 
doe forme, sont convenus des ar- 
tiches suivans: 
Fahrgang 1814. 
(No. 460.) Gränz-Ver#rag zwischen Preu- 
ßen und Rußland, abgeschlossen am 
#m“ 1817. 
J. Namen der hochheiligen und un- 
theilbaren Dreieinigkeit! 
Daseich Schwierigkeiten bei der An- 
wendung des ersten Artikels des zu 
Wien am 2-7 1815. abgeschlosse- 
nen Staatsvertrages zeigten; so haben 
die hahen contrahirenden Mächte be- 
schlossen, sie freundschafftlich durch eine 
besondere Uebereinkunft zu heben, und 
zu diesem Jwecke mit Ihren Vollmach- 
ten versehen: 
Se. Majestät der König von Preu- 
ßen, Großherzog von Posen 2c. 2c. 
den Fuͤrsten von Hardenberg, 
Ihren Staats-Kanzler 2c. 
und Se. Masestät der Kaiser aller Reu- 
Ben, König von Polen 2c. 2c. 
den Herrn David von Alopens, 
Ihren Geheimen Rath, wirklichen 
Kammerherrn, außerordentlichen 
Gesandten und bevollmächtigten 
Minister rc. 
und den Herrn Friedrich August 
d’'Auvray, Generallientenanr in 
Ihren Armeen 2c. 
welche, nachdem ihre Vollmachten aus- 
Kewechselt und in zuter und gehöriger 
Form befunden worden, über folgende 
Areikel übereingekommen sind. 
B
        <pb n="18" />
        Article premier. 
En portant de la fromière de la 
Prusse orientaie pres de N lo 
premier poteau sera placé à la re- 
doute suédoise, d’ou Ton buĩvra la 
frontière de la Prusse occidema'te 
Jusqu’au point ou elle louche la ri- 
vière de Drewenz, telle du’ellca 
subsiste depuis. Mil-sept-Cent-soi- 
xante-dix-sept jusqu's la paix de Til- 
Sit. De ce poim le halweg de la 
Drewenz lera là frontière josgun 
Leibitz. Polni- chi L Leibi#z sur la rive 
Bauche de la Drewenz, reste aurro- 
Jaume de Pologne. Deutsch-Lei- 
Ditz sur la rive droite de cette ri- 
vière appartiendra comme par le 
Passé à, à la Prusse occidentale. Guant 
aux moulins situés sur la Dreuenz 
entre ces deux villages, létat de, 
Possession de Nil - sebpt - Cent -doi-, 
Xante- din sept est rétabli. 
De leibuz la lrontière sera di- 
ritt##en sorte, die Gomewo, No- 
wawies, Kompanis, bUrillowo, Gra- 
bowicc erSilno, avec leurs banlit ues, 
resient Ala Prusse, tandisque Fustel- 
nick, Opalniewo, Wrotyny, Obory, 
Smolnicki, lipowiec et Osiek aec. 
leurs bauliz= urs demeurem au Ho- 
yaume de Polosne. 
A Partir du poiut sur la rive 
droite de la Vistule on louche la fron- 
tière entre les banlieues de Silno et 
Osiek, jusqui'au poini sur la rive ga-- 
che de la.Vistule, on lombe le ruis- 
seau Tonzyna (Kut sur la carte de 
Cuh) il sera tiré, une ligne droite à 
travers le lit de ce lleuve; toutes les 
Larues er lles de la Vinule au nord 
de ceite ligne apartiendront à la 
Prusse, comme celles au Sud de la. 
Erster Artikel. 
Ausgehend vonder Gränze Ostoreu- 
ßens bis Neuhoff, wird der ersie Gränz- 
pfahl an der schwedischen Redoute ge- 
setzt werden, und man wird von da der 
Gränze Westpreußens, wie sie vom 
Jahre 1777. bis zum Tilsiter Frieden 
bestanden hat, bis dahin folgen, wo sie 
den Fluß Orewenz berührt. Von die- 
sem Punkte an, bis Leibitz, wird der. 
Thalweg der Drewenz die Gränze ma- 
chen. Polnisch-Leibitz auf dem linken 
Ufer der Orewenz wird dem Königreiche 
Polen verbleiben; Deutsch-Leibitz auf 
dem rechten Ufer dieses Flusses wird, 
wie vormals, zu Westpreußen gebhbren. 
In Rücksicht der auf der Orewenz zwi- 
schen diesen beiden Obrfern belegenen 
Mühlen wird der Besitzstand von 1777. 
wieder hergestellr. 
WVoneibitz ab wird die Gränze der- 
gestalt gezogen, das Gomovo, Nowa- 
wies, Kompania, Griflowo, Grabo= 
wiec und Silno, mit ihren Feldmarken, 
Preußen verbleiben, während Pustel- 
nick, Opalniewo, Wrotyny, Obory, 
Smoeinikki, Lipowice und Ostek, mir ih- 
ren Feldmarken, dem Königrefehe Po-- 
len angehören. 
Von dem Punkte auf dem rechten- 
Ufer der Weichsel, wo die Gränze zwi- 
schen den Feldmarken von Silno und 
Oliek sie berührt, bis zu dem Punkte 
auf dem linken Ufer der Weichsel, wo. 
der Bach Tonzyna (Kuf auf der Gilly- 
schen Charte) in sie fällt, wird eine ge- 
rade Linie queek über das Strombettege- 
zogen. Alle Theile des Weichselstroms 
und seiner Inseln, nordwärts deeser Li- 
nie, werden Preußen angehören, und
        <pb n="19" />
        dire ligne resteront au royan ie de 
Pologne. 
La frontiète remonte ensnite 14 
Tonzyna jusqus Pendroit, oß l’an- 
cienne lronticte du district de la 
Netze tonche ce ruisscau enire Neu- 
Grabia et Goscieiewo. 
Dece point d’intersection entre la 
fromiêre du district de la Neize et la 
Tonzyna, la fromière suit Pancienne 
limite de ce méme district, telle qu- 
elle a &amp; réglée en mil-sept-Cent-- 
Soixante -seize, jusqu’d Nllecze-Hol-- 
länder situé sur le lac prés du bourg 
de Wo)tayn. 
Du milien de celac la Irontière ira 
en partageamt les eaux ou leurs con- 
munications jusques vis-à- vis du vil- 
lage de (#zymachowo) Folanowo, près 
de Powidz, dans le lac de ce nom. 
Mlecze-Holländer, Suszowe, Sczydlo- 
wiec, Smolmiki, Kunkolewo, Husin- 
Holländer et Werder-Holländer, Ut- 
ta- Powidska, Przyhrodeyn, Powidz, 
Polanowo ct Brymachowo, 3Pa#— 
rtiendront à la Pusee, et Kon naly, 
(Kornaty) Mror- F, -Holländer, Swiet- 
ne (Swinki) Trenbr Holländer, Gos- 
cincmykh, Kania, Kiers (on Stude) Ko- 
rowo et Koscgwo demeureront au ro- 
Jaume de Pologue. 
Depuisle lac deDowid, jusqurn la 
Warthe, la fronticère est fiade de ma- 
nière due Siudziniec, Chochowo, Ni- 
Kchgoca-ztelanhh Cienna, Pietrowi- 
Dbe, Slupce, Wierrhberiece, Cionzyn, 
Pietrzykono, Kmaie, luskow, Pey- 
sern (bredryr larnowo tombent A 
la Pölogne, ei Rudlowo on cmbe-- 
rowo, Babil#kie-Holländer, Bubin, 
Slomczyce, Leuncze-Holländer, Ste 
zalkowo, Porus#gewo, dokarboszrewo, 
Chv#alibogo, Collunezxewo, Sramar-- 
7ewo, Borkowo, Borzxkowo, Libobry, 
Cieslewielkie, Ciesléimaly, Splowie et 
Wodziwko tomben: la Prusse. 
Depuis le conllneunt de la Drosna 
X 
alle südwärts derselben einie werden der 
Königreiche Polen verbleiben. 
Hierauf ge#nt die eänze in der Ten- 
zvna aufwärts bis badin, wo die ali 
Gränzlinie des Netzdittrik.s zwicchen 
Neu-Grabia und Goe##e## diesen 
Bach trifft. v 
Von diesem Durchschnitts-Punkte 
zwischen der Gränzlinie des Netzdistrikts 
und der Tonzyna, bis Mlerze Hollän= 
der, an dem See bei dem Flecken Woy- 
ceiyn belegen, folgk die Gränze der alten 
ränze des Netzdistrikts so wie sie im 
Jahre 1770. bestimmt worden ist. 
Von der Mikte des Sees bei Woy- 
czyn bis in den Powiezer See, gegen 
über dem Dorfe (Rzymachowo) Mola- 
nowo, dei der Stadt Powidz, gehr die 
Gränze in den Gewässern und ihren Ver- 
bindungen fork, sie stets an beide Liänder 
vertheilend. Mlecze-Holländer, Sueê= 
zowe, Szydlowicc, Smolniki, Kunko-= 
lewo, Rusin Holländer und Werder- 
Holänder, Utta-Pewidzka, Prwbrod-= 
zon, Powid;, Polanowo und Rzyma- 
chowo wer.en Preußen angehören, und 
Kownaty (Kornaty), Mrowky -Hollän= 
der, Swietne (Swinki) Trenby-Hollän= 
der, Goscinczyk, Kania, Kiers (oder 
Stude), Krrowo und Kosewo werden 
dem Konigreiche Polen verbleiben. 
Von dem Powidzer See, bis zur 
Warre, wird die Gränze dergestalt be- 
stimm#, daß Studzinicc, Chochowo, 
Niedizgoda-Holländer, Ciosna, Pie- 
trowice, Slupce, Vierzbociece, Cionzyn, 
Pietrzoyufowo, Raraie, Dluskow, Per- 
sern (Pyzdry) und Tarnowo an Polen 
fallen; und Radlowo oder Szembero- 
wo, Babinskie-Holl ind.r, Babin, 
Slomczyce Lenzecz-Holldnder, Strzal. 
kowo, Poruszewko Skarboszewo, 
Chwalibogo, Gollonczewo, Szamar- 
zewo, Berfowo, Borzykowo, Libobry, 
Cieslewielkie, Cieslemaly, Splowie und 
Wodziwko an Preußen fallen. 
9# Wartefluß, unterhalb des Ein- 
2
        <pb n="20" />
        et de la Wartha, cette dernière rivière, 
en la descendant, appartiendra avec 
ses deux rives àla Prusse, quand meéme 
la banlieue de Tarnowo *'#tendroit. 
dans la méme direction. 
DepuieTembouchure de laProsn#a 
dans la Wartha, la frontière remonte 
le cours de la Prosna jusqu'd Pextré- 
miré septentrionale du territoire de 
Koscielnawies (Kirchdorf). 
Dece point la irontière passe entre 
Podlesie, Gluski et Koscielnawies; en- 
tre Trkusow, Baczkow er Biskupice; 
entre Podkoce, Monczniki et Szczy- 
Pitracz entre Wengri, Cholow et Su- 
islawice, enbin entre Osiek et Zydou, 
où elle rejoint la Prosna. Podlesie, 
Gluski, Tirkusow, Baczkov, Podkoce, 
Monczniki, Wengri, Cholow ei Osiek 
appamiendront Ala Prusse, er Kosciel- 
nawies, Biskupice, Szzypierno, Sulis- 
lawice et Zydow appartiendront au 
Royaume de Pologne. 
La frontière continugrade M Are- 
monter le cours de la Prosna jusqu’au. 
point on elle atteint les frontières de 
La Sülésie pres du village de Gola. 
Article second. 
Partout oü la frontière ci-dessus 
marquée est formée par unerivière, 19c 
Thalweg de Feau marquera les Kmites 
emtre bes deux Etats, Tapres lateneur 
duttraité de Vienne du mil huit- 
cem-quinze; maislä, on manquecette 
mmdication, les frontiéres territoriales 
feront les limites, en tant dwune er- 
ceplion m’est Pas mentionnée expres- 
"Gment à l’article premier. 
Article troisieme. 
La stipulation de Tartiche Préc#. 
dent ne pourra cependant s'étendre 
auk villes, villages et possessiom due 
Partage la Tonzyna, (Kufs, sur la carte 
de Gilly) er il est Convenu que dans 
e Cas, comme aussi dans celui, on les 
frontiéres territoriales feront les limi- 
tes, les dépendances contigues d’une 
12 
flusses der Prosna in denfelben, wird mit 
seinen beiden Ufern Preußen angehören, 
wenn auch die Feldmark von Tarnowo 
sich noch bis dahin erstrecken sollte. 
Von der Einmündung der Prosna 
in die Warte steigt die Gränze in dem 
Bette der Prosna aufwärts, bis sie die 
Nordseite der Feldmark von Koscielna- 
wies (Kirchdorf) trifft. 
Vondiesem Punkteabgeht die Gränze 
bindurch zwischen Podlesie, Gluski und 
Koscielnawies; zwischen Trkusow, Bacz- 
kow und Biskupice; zwischen Podkoce, 
Monczniki und Szczypierno; zwischen 
Wengri, Cholow und Sulislawice, end- 
lich zwischen Ostek und Zydow, wo sie 
wieder an die Prosna stößt. Podlesie, 
Gluski, Trkusow, Baczkow,, Podkoce, 
Monczniki, Wengri, Cholow und Osiek 
werden Preußen angehören, und Kosciel- 
nawies, Biskupice, Szczypierno, Su- 
lislawice und 3pdow werden dem König- 
reiche Polen angehören. 
Die Gränze wird hierauf ferner in 
dem Bette der Prosna aufwärts steigen, 
bis an den Punkt, wo sie die Gränze 
Schlesiens bei dem Dorfe Gola erreicht. 
Zweiter Artikel. 
Ueberall, wo die vorbemerkte Gränze 
durch Gewässer gebildet wird, soll der 
Thalweg des Wassers, nach dem Indalte 
des Wiener Staarsvertrags vom 1 
1815, die Gränze beider Staaten be- 
zeichnen; aber da, wo eine solche Gränz- 
bezeichnung feblt, sollen die Gränzen der 
Feldmarken die Landesgränze in so weit 
bilden, als eine Ausnahme nicht aus- 
drücklich in dem ersten Mrkikel erwähnt ist. 
Dritter Artikel. 
Die Bestimmung des vorstehenden 
Arrikels soll zrdoch nicht auf die Städte, 
Dörfer und Besitzungen angewendet wer- 
den, welche die Tonzyna (Kuf auf der 
Gillpschen Charte) durchscheidet, und c6. 
ist anerkannt, daß in diesem Falle, wie 
auch in demjenigen, wo die Graͤnzen der 
Feldmarken die Landesgraͤnze bilden,
        <pb n="21" />
        propriété, snivrom le sort de leur 
chel- lieu. 
Article quatrième. 
Sontcompris sous ladénomination 
de dépendances: les fermes (Vorwerl) 
du méeme nom, les bergeries, les ca- 
barets isclés, les Holländers (colons) 
portant le nom ducheslieu, les mai- 
Sons et établissemens des gardes-loré- 
stiers et des gardes-cChampétres, les 
tuileries ou briqueries, les verreries, 
les zoudronneries, les Papéteries et 
les moulins; tous portant le nom du 
chel-lieu ei dont les fromieres sont 
en contack avec lui. 
Les lermes (Vorwerk) ainsi que les 
villages duelconques ayant un nom a 
eux quoiqdu’appartenant zuméme pro- 
Priétaire sont expressément eremptés 
de la Cathégorie des dépendänces. 
Article cinquième. 
Les dépendances détachéesseront 
remises à la puissance dans le terri- 
toire de laquelle elles sont enclavées. 
Article siziéme. 
G'il existoit un donte pour unchef- 
lieu, dui ne Püt Etre levé par les ar- 
ticles préecédens, il sera tiré une ligne 
Oroitc entre les deux endroits bes plus 
proches le long de le frontière, dont 
la possession n’est pas douteuse er 
Tendroit en litige passera d’aprés les 
Principes ci-desens Stablis à la puis- 
sance du cöté de laquelle la hgne 
Taura delimité. 
Anrticle septicme. 
Les foréts et päturages seront ré- 
unis aux chef-lieux auxquels ile appar- 
riennent en propriét, en cas dulsse 
trouvent en contiguiné, daprés le ca- 
dastre lait pendam er aprés Tannde- 
mil-huit-Cent -sept. 
Article huitième. 
Les foréts et päturages apparte- 
13 
derjenige Zubehör einer Besttzung, der 
mit ihr unmittelbar zusammenhängt, da- 
Hin fallen soll, wohin der Hauptort fällt. 
Vierter Artikel. 
Unter der Benennung von Zubehör 
sind begriffen: die Vorwerke gleichen 
Namens, die Schöfereien, die abgeson- 
dert liegenden Krüge, die Holländer 
(Kolonisten), welche den Ramen des 
auptorts tragen, die iuser und 
irthschaften der Waldwarte und Feld- 
wächter, die Mauer= und Dachstein- 
Ziegeleien, die Glashütten, die Theer- 
öfen, die Papierfabriken und die Müh- 
len; alle jedoch nur, sofern sie den Na- 
men des Hauptorts tragen und unmit- 
telbar mit seiner Feldmark gränzen. 
Die Vorwerke, wie auch alle andere 
Ortschaften, welche einen besonderen 
Namen haben, sind, obwohl sie auch 
dem Besiger des Hauptorts gehören. 
dennoch ausdeücklich von der Klasse des 
Zubehörs ausgeschlossen. 
Fünfter Artikel. 
Die von der Feldmark des Hauptorts 
abgesondert liegenden Zubehdrungen sol- 
len derjenigen Macht überlassen werden, 
in deren Gebier sie eingeschlossen sind. 
Sechster Artikek. 
Wennein Zweifel wegen eines Haupt= 
orts emsstehen sollre, der durch die vor- 
stehenden Rrtikel nicht gehoben werden 
könmte: so soll eine gerade Linie zwischem 
den beiden nächsten Oertern, deren Besit 
unzweiselhaft ist, gezogen werden, und 
der strittige Ort soll, nach den oben 
bestimmten Geimdfätzen, an diejenige 
Macht fallen, auf deren Seite er, i 
Bezug auf die gedachte Linie, liegt. 
Siebenter Arrtikel. 
Die Forsten und Weideländereien sol- 
len, nach dein während des Jahrs 1807. 
und spärer ausgenommenen Kataster, dem. 
Hauptorte beigelegt werden, zu dem sie 
als Eigenrhum gehören, falls sie unmit- 
telbar an die Feldmaark desselden steßen. 
Alchter Arrikel. 
Die Forsten und Weddeländereien,
        <pb n="22" />
        a#nts dine vilhe, bou#g. Sllage, ba- 
meau, ou ferwe (Vorwerk: en conti- 
hatharee eua, seront pattie de leurs 
é4pendancdes, sur le sort desdquelles il 
a #% statuck A Fartiche iroin. 
Article neuvieme. 
Les foréts et päturages formam la 
Propriété commune d’one seigneurte 
du dun domeine dela conronne, avec 
lesdquels ils sont en comtignité er dui 
sg trouverdient partagés sur la ligne 
de la fromtiére, seront répartis en raf- 
sen de Pimpöt foncier due payent les 
eendroits éCchus respechtvement, seit à 
la Prusse, soit &amp; la Pologne, d4’présle 
cadaare de mil-huit-Cent-sept. 
Article dixième. 
I.es stipalationsci-dessus mention- 
nées ne sont pas apphables aux an- 
ciennes limites, qui par la présente 
convemionseront rétablies purement 
et simplement, sans le moindrechen- 
gement. 
Article onziéeme. 
D’sbord apres la ratitkration de la 
pPrésente convention la commission 
désignée pour le travail de la démer- 
cation, se rendra sur les lienx pour 
plaqer les poteaux sur la srontière et 
en le ver la carte, ainsi que l'établit 
L'article quarante· un du traitè signé à 
Vienne le mil huit-cent · quinze. 
Article douzième. 
1| sers nommé une commission 
d’experts, Pour juger si la Drewenz 
est susceptible dune navigation. Dans 
ce cas T’echuse de Leibitz sera suppri- 
me, ou bien il sera creusé, à frais 
communs, entre les deux Etats un 
Canal de navigation pour lourner Te- 
cluse. Dansle cas Contraire I’écluse 
sera entretenue au##frais des hautes 
Parties Contractantes. 
14 
— 
1 
welche zurwinzelmen Seädten, 
Dörfern, Höfen oder p 
ren und umnirtelbar an ihrr Feldmarken 
stoßen, sollen als ein Zubehbr derselben 
angesehen und als solches nach dem drit- 
ten Art#ikel behandelt werden. 
Neunter Artikel. 
Die Forsten und Weideldndereien, 
welche zu dem Ganzen einer durch die 
Lande#sgränze getheilten Herrschaft oder 
landesherrlichen Domaine gehören, und 
an deren Felder unmittelbar stoßen, sol- 
len unter die einzelnen Ortscha'ten, die 
einerseits an Preußen, andererseits am 
Polen gefallen sind, im Verhaͤltnisse der 
Grundsteuer, welche diese Ortschaften, 
nach dem Kataster von 1807, zu zahlen 
haben, vertheilt werden. 
Sehnter Artikel. 
Die vorerwähnten Bestimmungen 
sind jedoch nicht amnwendbar auf vorma- 
lige Landesgränzen, welche vielmehr 
durch gegenwär#ige Uebereinkunft gera- 
dehin, ohne die geringste Aenderung, 
wiederhergestellt werden. 
Eilfter Artikel. 
Sogleich nach der Ratiffcation der 
d#egenwärtigen Uebereinkunft wird die zu 
Bezeichnung der Gränze best. minte Kom- 
misson sich zur Stelle begeben, um auf 
der Gränzlimie Pfähle zu setzen, und eine 
Charte bavon aufzunehmen, wie dies der 
alste Ark k.l des zu Wien am 
181 3. unterzeichneten Staatsverages 
bestmiume. 
Zwelfter Artikel. 
Es seil eine Commmsston von Sach- 
verständigen ernannt werden, um zu pr#- 
fen, ob die Orewenzschiffbar zu machenist. 
In diesem Falle soll die Freischleuse bei 
Lebetzwegqeschaffl oder ein schiffbarer Ka- 
nal zwischen beiden Staaten, durch wel- 
chen sie unm fahren werden kann, auf ge- 
mcunchaftliche Kostin gegraben werden. 
Im entgegengesetzten Falle soll die Frei- 
schlense auf Kosten der hohen contrahi- 
renden Michte unterhakten werden.
        <pb n="23" />
        — 
Article treizièmo. 
Immsediatement apres T’échange 
des ratilications de la Présente con- 
vemion, et au Plus tard quatresemai- 
nes àd dater de cet Schange, les 
troupes et employés d’une des hautes 
arties Contractantes, dui occupent 
es districts Cchus à Tautre, les éva- 
cueront de suite., 
Article duatorzième. 
Les titres domaniahx, archives et 
autres documens publics et partcu- 
liers qui assureim la Propriété, seront 
remis dans l’espace de trois mois aux 
Commissaires du Bouvernement au- 
duel 1 reriennent, et du'en dési- 
Snera pour cet eflet. 
Article duinzieme. 
Toutes les recrues, due Pune des 
Luissances contractantes aura lev#ées 
dans le territoire de Tautre, tel du’il 
sera delimité apres la conclusion de la 
Présente convention, serom renvo- 
Jées dans leurs loyers, dans le zerme 
de trois mois apres Techange des ra- 
tisications. 
Article seizième. 
Le bureau des postes Irontiéres 
Prnussiennes, dui se trouve achuelle- 
mem Aglepce, ser#s transléré à Strzal- 
kowo on on Gtablbfra dans la.suite la 
Pre fromière de la brusse. 
Articke diz-septième. 
La présente convention æua rati- 
fiée et les ratifications en seront 
échangées dans Pespace de deux 
mois, ou plutdi, si faire se peut. 
En soi de quoi les Plénipoten- 
tiaires respectifs ont signé la présente 
convention et 7 om apposé le cacher 
de leurs armes. 6 
Fair 4 Berlin, le # lan 
de grece mil-huit cenr-dix- sept. 
(CS.) le Prince de Hardenberg- 
(LC 8S.) D. Albcpeus. 
(L. s.) F. d'Auvray. 
15 
Dreizehnter Artikel 
Unmntelbar nach der Auswechselung 
der Raliftcarionen der gegemwärtigen Ue- 
bereinkunft, und spchlestens vier chen 
nachher, werden die Truppen und Offi- 
zianten jeder der beiden hohen contrahi- 
renden Mächte die der anderen zugefalle- 
nen, von ihnen noch besetzten Landes- 
theile rdumen. 
Vierzehnter Artikel. 
Die Grundbücher, Urkunden und an- 
dere öffenrliche und Privat= Dokumente, 
die über das Eigenthum sprechen, sollen, 
auf den Grund emes deshalb aufzuneh- 
menden Verzeichnisses, innerhalb drei 
Monaten den Commissarien der Regie- 
rung, welcher sie zustehen, ausgeh#ndi- 
get werden. 
Fun zehnter Artikel. 
Alle Rekruten, welche eine der hohen 
comrahirenden Mächte in dem Gebiete 
der andern, so wie es durch gegenwärtige 
Uebereinkunft begränze wird, ausgehoben. 
haben könnte, werden binnen drei Mona- 
ten, nach Auswechselung der Ratificatio- 
nen, in ihre Heimath zurückgesandt. 
Sechszehnter Artikel. 
Das Preußische Gränzpostamt, wel- 
ches sich jetzt zu Slupce befindet, soll 
noch Serzaskowo verlegt werden, wo 
künftig das Preußische Gränz-Postamt 
schn wird. 
Siebenzehnter Artikel. 
Die gegenwästige Convention soll 
rafifiziret, und vie Ratificarionen inner- 
halb zwei Menaten, oder eher, wenn es 
seyn kann, ausgewechselt werden. 
Des zu Urkund haben die beiderseiri- 
gen-Bevollmächrigten diese Uebereinkunft 
unterzeichner und mit ihren Wappen be- 
siegelt. 
Geschehen zu Berlin, den 
des Jahres 1817. 
(L. 8) Der Fürst v. Hardenberg. 
(L. 8S.) D. Alopcus. 
(I.S.) F. d'’Auvray.
        <pb n="24" />
        — 
Articles séparés. 
Article premier. 
Les droits de souveraineté et de 
7“n—m— eexercés par la Prusse sur 
e baillage de Jemelin et ses dépen- 
dances, sont reconnus. 
Article second. 
La Prusse ne consent à la cession. 
du village de Koscielnawies (Kirch- 
dorf) dans les environs de Kalisch, 
du'd condition quon abandonnera 
aux créanciers prussiens des cCapitaux 
lacés en lypothéque sur le dit vil- 
age, dopter 
Frils veulent conserver leur droit 
d'hypothèque tel du’il existe main- 
tenant, ou bien 
Sils prélérent d’etre remboursés en 
obligationsde la banque prussienne 
Par le gouvernement russe-Polo- 
nois, contre cession de leurs droite 
à Pépoque de la remise du dit 
village. 
Messienrs les plénipotentiaires 
russes acceptent ceite condition. 
Article troisieme. 
Les Présents articles 2éparés se- 
ront ratifiés et les ratiklications en se- 
ron éhangées en meme tems avec 
la convention de ce jour. 
En foi de qducoi les plénipotentiai- 
res respectils les ont signés er y ont 
apposé le cachet de leurs armes. 
Fait à Berlin, ie## a 
de sräce Mil-huitzCCent- din-sept. 
(L. S.) Le Prince de Hardenberg. 
(L. S.) D. Alopeus. 
L. S.) F. d'Auvray. 
16 
Separat-Artikel. 
Erxrster Artikel. 
Die Sorweraincts= und Eigen- 
thums-Rechte, welche Preußen über das 
Amt Jemzlin und dessen Zubehoͤrungen 
ausg.uͤbt hat, sind anerkannt. 
Zweiter Artikel. 
Trcußen willigt nur unter der Be- 
dingung in die Adtretung von Kosciel- 
nawies (Kirchdorf) in der Gegend von 
Kalisch, dat den Preußischen Gldubi-= 
ern, deren Kapitale auf besagte Ort- 
chaft eingetragen sind, die Wahl gelas- 
sorsbesrnpoiher 
ob sie ihr Hypothekenreche, wie es jetzt 
besteht, behalten, oder jet 
ob sie gegen Abtretung ihrer Rechte, 
so wie sie bei Uebergabe des gedachten 
Dorfes bestehen, von der Russisch- 
Polnischen Reglerung Bezahlung in 
Preußischen Banko-Obligationen an- 
nehme wollen. 
Die Russischen Herren Bevollmäch- 
tigten nehmen diese Bedingung an. 
Dritter Areikel. 
Diese Separax-Arrikel sollen ralifi- 
irt s vi Rarsfiearionen zugleich mir. 
er Uebereinkunft vom heutigen Ta 
ausgewechselt werder. beutig “ 
es zu Urkund haben die beiderseiti. 
gen Bevollmächtigten sie unterzeichnet 
und mit ihren Wappen besiegelt. 
Geschehen zu Berlin, den # 
1817. 
(L. 8.) Der Fürtk v. Hardenberg. 
(L. 8.) D. Mopeus. 
I. 8.) F. d'Auvray. 
  
Die Auswechselung der Ratisicationen der vorstehenden Uebereinkunft 
und der derselben ungehängten Separat-Artikel ist den 18#en Febmar 1818. 
zu Berlin vollzogen worden. 
Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten.
        <pb n="25" />
        — 17 — 
Gesetz-Sammlung 
fuͤr die 
Königlichen Preußischen Staaten. 
  
— No. 3. *.— 
  
(No. 461.) Verordnung über die Lehen und Fideikommisse in den jenfeits der Elbe ge- 
legenen Provinzen. Vom 1####ten März 18738. 
Wir Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden, Koͤnig von 
Preußen x. ⁊. 
Thun kund und fuͤgen hiermit zu wissen: Da in denjenigen Unserer jen- 
seits der Elbe gelegenen Provinzen, in welchen die franzoͤsische Gesetzgebung 
eingefuͤhrt war, gegenwaͤrtig aber Unser allgemeines Landrecht eingefuͤhrt ist, 
uͤber die Fortdauer der agnatischen Erbfolgerechte in Lehen und Fideikommissen 
Zweifel entstanden sind; so verordnen Wix hierüber, nach Anhörung Unsers 
Staatsraths, wie folget: 
&amp;. #1. 
Diejenigen Lehen und Fideikommisse, welche vor der Einführung Unsers 
allgemeinen Landrechts, nach dem Inhakt westphälischer oder franzöfischer 
Verordnungen, bereits völlig aufgehoben und in freies Eigenthum verwandelt 
waren, bleiben auch fernerhin freies Eigenthum. 
é4. 2.#. 
Wenmn dagegen nach dem Inhalt jener sremden Verordnungen die Ver- 
wandlung in freies Eigenthum erst bei einem künftigen Sukzessionsfall eintre- 
ten sollte, und wenn dieser vorbehaltene Sulzessionsfall zur Zeit der Einfüh- 
rung Unsers allgemeinen Landrechts noch nicht eingetreten, wohl aber stets 
möglich geblieben war; so sollen die vor der fremden Gesetzgebung geltend ge- 
wesenen Erbfolgerechte der Agnaten hierdurch von neuem bestatigt seyn. 
3. 
Wenn in diesem zweiten Falle, vor der Einführung Unsers allgemeinen 
Landrechts, der Besitzer das Lehen oder Fideikommig ganz oder zum Theil ver- 
dußert oder verpfänder, oder demselben Lasten irgend einer Arr aufgelege hat; 
so sind dadurch nur diejsenigen Mitglieder der Familie gebunden, welche 
entweder selbst eingewilligt haben, oder nicht in dem Falle waren, daß 
’- in jenen fremden Verordnungen vorbehaltene Sukzession auf sie fallen 
onnte. 
J#a 137. C S. 4. 
(Ausgegeben zu Berlin den 23sten April 1818.)
        <pb n="26" />
        Wenn in einem solchen Fale seit der Einführung Unsers allgemeinen 
Landrechts bereits neue Familien -Bestummungen getroffen worden s#end, ün- 
gleichen wenn in einem solchen oder einem ##ndern Falle künfrig ein Fideikom= 
miß neu errichtet, oder die Lehen= oder Fideikommitz= Sukzession abgeändert 
werden soll; so ist die Gültigkeit aller dieser Handlungen lediglich nach Unserm 
allgemeinen Landrecht zu beurtheklen. 
.5. 
Wenn ein vormaliges Lehen oder Fideikommiß durch Unsere gegenwär- 
tige Verordnung als freies Eigenthum eines Mitgliedes der Familie anerkannt 
ist; so hat dieser gegenwaͤrtige Eigenthuͤmer, nebst seinen Nachkommen, das 
Erbfolgerecht in die bleibenden Lehen und Fideikommisse derselben Familie verloren. 
g. 0. 
Dieser Verlust tritt auch dann, wenn ein solches Gut durch einen laͤ- 
stigen Vertrag bereits veraͤußert ist, zum Nachtheil desjenigen Fa:niliengliedes 
(mit Emschluß seiner Nachkommen) ein, welches den Werth des veräußerten 
Gutes in sein Vermögen bekommen bet 
g. 
Dieser Verlust kann jedoch W abgewendet werden, daß binnen 
einem Jahre, vom Tage der gegenwärtigen Verordnung an gerechner, das 
vormalige Lehen oder Fideikommiß entweder in demselben Gute, oder in einem 
andern Gute von gleichem Werkhe, wiederhergestellr wird, in welchem letztern Falle 
der gleiche Werth des Gutes von zwei Anwärtern in Gemäßheit Unsers allgemei- 
nen Landrechts Th. 2. Tik. J. F. 87. u. f. gerichtlich ancrkannt seyn muß. 
§#. 8 
Soll bei der künftigen Erbfolge in ein Lehen oder Fideikommiß ein 
Mitglied der Familie in Gemäßheit der gegenwärtigen Verordnung F. #. und 
6. ausgeschlossen werden; so har derjenige, welcher diese Ausschliehung behaup- 
kek, die Thatsachen zu beweisen, worauf dieselbe gegründet werden muß. 
. D. 
Im uͤbrigen wird Unsere Kabinetsorder vom 28sten Dezember 1809., 
welche die Erbfolge damals westuhaͤlischer Unterthanen in diesseirs der Elbe 
gelegenen Lehen und Fideikommissen zum Gegenstande hat, hierdurch außer 
Kraft gesetzt. 
So geschehen Berlin, den 1 ###en März 1818. 
Friedrich Wilhelm. 
C. Fürst v. Hardenberg. v. Altenstein. 
Beglaubigt: 
Friese.
        <pb n="27" />
        — 4% — 
(No. 462.) Veror# 29 über die Anwendong des §. r9. der Kriminal-Ordnung auf die 
Untergerichte in den wiedervereinigten und neuen Provinzen. Bom 
itten Mörz 13138. 
Wier Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden, König von 
Preußen rc. v.# 
verordnen, bis zur endlichen Bestimmung der Gerichts-Verfassung in Unsern 
Staaten, auf den Antrag Unsers Staats-Ministeriums „ nachdem Wir daruͤ- 
ber Unsern Staats-Rath mit seinem Gutachten gehört haben, wie folget: 
. 1. 
Die Vorschrift Unserer Kriminal-Ordnung §. 10: 
Ist ein Untergericht der Inguisitoriats-Einrichtung beigetreten, so 
bleibt demselben nur in solchen Sachen, wobei eine Geldstrase bis 
Funfzig Thaler, oder vierwöchentliches Gefängniß, oder leichte 
körperliche Züchtigung Statt findet, die Untersuchung und die Ab- 
fassung des Erkenntnisses erster Instanz überlassen; 
soll auch auf die Untergerichte in den wiedervereinigten und neuen Provinzen 
Anwendung finden, wo bei. Wiedereinführung oder Einführung des Allge- 
meinen Landrechts und der Kriminal-Ordnung) den Untergerichten die Kri- 
minal- Geérichtsbarkeit nicht beigelegt worden ist. 
Die von denselben innerhalb der Grenzen dieser WVorschrift geführten 
Untersuchungen und darin gesprochenen Urtel, sollen eben so gültig seyn, als 
wenn die Untergerichte wirklich zu Ausübung der Kriminal-Gerichtsbarkeit 
befugt wären. 
6. 2. 
Von dieser Vorschrift bleiben indessen die Patrimontalgerichte ausge- 
schlossen, welche weder als Gesammtgerichte mehrerer Juricdiktionen, noch 
von einem Gerichtsherrn, zu einem Kollegium eingerichtet worden. 
-An deren Stelle treten die zunächst belegenen gehörig eingerichteten 
Untergerichte, welche Unser Justiz= Ninister dazu bestimmen lassen wird. 
Auch findet diese Vorschrift auf 2 Großherzogthum Posen, bei der 
abweichenden dortigen Justiz-Verfassung, keine Anwendung. 
Gegeben Berlin, den I Iten März 1818. 
(L. S.) Friedrich Wilhelm. 
C. Fuͤrst v. Hardenberg. v. Altenstein. 
Beglaubigt: 
Friese. 
C 2 (No. 163.)
        <pb n="28" />
        (No. 463.) Verordnung wegen des bffentlichen Aufgebots des Gestades. Vom #16ten 
März 1818. 
Wir Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden, Koͤnig von 
Preußen rc. 2c. 
verordnen, nach erfordertem Gutachten Unsers Staatsraths, daß die Be- 
stimmung des allgemeinen Landrechts Theil II. Tit. 1. K. 142., nach welcher 
das Gesinde, welches noch nirgend einen festen Wohnsitz aufgeschlagen hat, 
sich außer seiner gegenwärtigen Parochie, auch an dem Orte seiner Geburt, 
ohne Unterschied der Zeit seiner Entfernung von demselben, aufbieten 
lassen soll, 
wie hiermit geschiehet, aufgehoben und vielmehr das Gesinde in der demselben 
durch den §. 275. des allgemeinen Landrechts Theil II. Tit. 2. zugewiesenen 
Parochie, und im Fall es in seinem gegenwärtigen Aufenthaltsorle sich noch 
nicht ein Jahr befunden hat, nach Vorschrift des allgemeinen Landrechts 
Theil II. Tit. 1. §. 141. auch an demjenigen Orte, wo es sich das letzte 
Jahr aufgehalten hat, proklamirt werden soll. 
Gegeben Berlin, den 16ten März 1818. 
Friedrich Wilhelm. 
C. Fürst v. Hardenberg. v. Altenstein, 
Beglaubigt: 
Friese. 
  
GCGo. 464.) Patent wegen Wiederherstellung des Hppothekenwesens in dem Großherzog= 
thum Posen, dem Culm= und Michelauschen Kreise und der Stadt Thorn. 
Vom 4ten April 1818. 
Wir Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden König von 
Preußen rc. 7c. 
Da Wir in den, wegen Wiedereinführung Unserer Gesetze und Gerichtsver- 
fasslung in das Großherzogthum Posen und in die mit Westpreußen vereinigten 
Distrikte, den Culm= und Michelauschen Kreis und die Stadr Thorn, erlas- 
senen Patenten vom oten November v. J. verordnet haben, daß das Hypothe= 
kenwesen in diesen Provinzen wieder nach der Hypothekenordnung vom gosten 
Dezember 1783. eingerichter werden soll; so bestimmen Wir, nach eingehol- 
tem Gutachten Unsers Staatsraths, Solgendes: 
K 
Alle von Seiten der ehemaligen We. und Südpreußischen Hypotheken- 
Behörden bis zu ihrer im Jahre 1806. oder später erfolgten Auflösung in 
den
        <pb n="29" />
        den vorschriftsmaͤßig angelegten Hypothekenbuͤchern vewirkte Eintragungen 
und Loͤschungen der Hypothekenrechte, und alle daruͤber ertheilte Hypotheken- 
scheine werden als vollkommen rechtsbestaͤndig und guͤltig angesehen, und es 
bedarf wegen aller hiernach schon eingetragenen Realrechte keiner neuen An- 
meldung und Eintragung. 
g. 2. 
Dagegen muͤssen die nach der Aufloͤsung der Preußischen Behoͤrden von 
den Gerichten oder Hypotheken-Konservatoren des Herzogthums Warschau 
vorgenommenen Berichtigungen der Besitztitel erneuert, und die eingetragenen 
Anspruͤche, zur Erhaltung ihres Realrechts, von neuem angemeldet, und in 
die Hypothekenbuͤcher eingetragen werden. Sind aber Forderungen, deren 
Eintragung in die Hypothekenbuͤcher vor dem gedachten Zeitpunkte geschehen 
ist, nach demselben, wieder geloͤscht worden; so muß nachgewiesen werden, 
daß dabei die gesetzlichen Vorschriften beobachtet sind. 
g. 3. 
Da, wo ein nach den Vorschriften der Hypothekenordnung eingerich- 
tetes Hypothekenbuch noch gar nicht vorhanden ist, muß die Einrichtung des- 
selben nachgeholt werden. 
1 
Die Wieder-Einrichtung des Hypothekenwesens soll in dem Groß- 
Herzogthum Posen in Absicht der vormals eximirten Grundstücke durch 
zwei besondere Kommissionen erfolgen, von denen die eine zu Posen für den 
Posener Regierungsbezirk, die andere zu Bromberg für den Bromberger Re- 
gierungsbezirk eingerichtet werden wird. Die vollständig wieder hergestellten 
Hypothekenbücher werden von den Kommissionen an die Landgerichte, zur fer- 
neren Besorgung der Hypothekengeschäfte, abgegeben. Bei allen übrigen 
Grundstücken soll die Wiederherstellung oder erste Einrichtung des Hypotheken- 
wesens von den Landgerichten, in deren Bezirk sie belegen sind, bewirkt werden. 
. 5. 
In den zu Westpreußen geschlagenen Distrikten, dem Culm- und Mi- 
chelauschen Kreise und der Stadt Thorn, geschieht die Wiedereinfüh- 
rung des Hypothekenwesens von eximirten Grundstücken bei dem Ober-Lan- 
desgerichte zu Marienwerder, von allen übrigen bei den kompetenten Land- 
und Stadtgerichten. 
.6. 
Ein jeder Besitzer eines unbeweglichen Eigenthums, oder einer zur 
Eintragung in das Hypothekenbuch sich eignenden Gerechtigkeit, die für 
sich selbst besteht, und ohne den Besitz eines Grundstücks aus- 
geübt werden kann, ist, in sofern sein Eigenthum nach §F. I. nicht schon 
eingetragen worden, schuldig, sich bei der Hypothekenbehörde zu melden, den 
Rechtsgrund nachzuweisen, worauf sich sein Eigenthum und der Besitz gründet, 
und
        <pb n="30" />
        — 22 — 
umd die daräber sprechenden Urkunden, Kumf-, Tausch-, Erb-, Zins- 
oder Erbpachtskontrak!:, Tetamente, Erbtheilungen, oder wic sie sonst Na- 
men laben, in beweisender Form vorzulegen. 
Wer dieser Auftage bis zum isten Jumus 1810. kein Genüge leistet, sol 
durch fiakalische Strafe zu seiner Olliegenheit angehalten werden, und der 
Erleichterungen verlustig geben, welche dieses Patent den Interessenken, na- 
neutlich in Hinsicht der Kosien und Stempel, gewährt. Außerdem bleibt er 
den nachtheiligen Folgen solcher Maaßregeln ausgesetzt, die ein von den Preu- 
ßischen Behorden in die Hypothekenbücher eingelragener Vorbesitzer vorneh- 
men mögte. 
§. 7. 
Alle diesenigen, welche an ein Grundstück, oder an eine zur Eintra- 
gung ins Hypotbekenbuch sich eignende Gerechtigfeit, seit der Auflösung der 
ehemaligen Prenßischen Hypothekenbehörden, einen Realanspruch erworben 
zu haben behaupten, werden hierdurch aufgefordert, diesen Anspruch unge- 
säumt und spälestens bis zum 1sten Junius 1810. bei der kompetenten Be- 
hörde anzumelden and nachzuweisen. Diejenigen Gläubiger, welchen eine 
Gencralbppothek verschrieben ist, müssen die Grundstücke ihres Schuldners, 
auf welche solche eingetragen werden soll, namentlich angeben und genau be- 
zeichnen; diese igen aber, welche die Eintragung gesetzlicher oder süllschwei- 
gender Hypotheken begehren) müssen zugleich den Grund beschemigen, auf 
welchem das angemeldete Pandrecht beruhen soll. 
1 
Die gegenwärtige Aufforderung betrifft nicht blos diejenigen, welche 
Geldansprüche, es sey aus Hypotheken, oder wegen rückständiger Kauf-, 
Ehe= oder Erbgelder, oder aus irgend cinem andern Grunde zu haben ver- 
meinen, sondern auch diejenigen, welche einen Eigentuums= oder Substitu- 
tionsanspruch, ein dingliches Nutzungsrecht, Grundabgaben, oder andere der- 
gleichen Befugnisse, wodurch das Gigenthum oder die Disposttion des der- 
maligen Besitzers eingeschränkt wird) zu haben behaupten. 
. 9. 
Dagegen liegen bloße persèönliche oder bloße Wechselschulden außer 
dem Gesichtekreise dieser Verordnung, so wie überhaupt alles, was sich zur 
Eintragung in die Hypothekenbucher nicht eignek. 
§. 10. 
Diejsenigen Realansprüche, welche nach dieser Aufforderung in der be- 
stimmten Frist bis zum lsten Junius 1810. gebührend angemeldet und nach- 
gewiesen werden, sollen nach der Zeilfolge ihrer Anmeldung in die Hypothe- 
kenbicher eingetragen, und ihnen dadurch alle Rechte, welche die gegenwär- 
tigen Gesetze mit einer solchen Eintragung verbinden, beigelegt werden. 
§. II.
        <pb n="31" />
        · Ihn 
Es stehet jedoch jedem Realberechtigten, der durch die frühere Anmel- 
dung eiaro andern gefäyrdet zu seyn vefarchter) frei, sein vorzüglicheres 
Recht nach den bisherigen Gesetzen im gerichtlichen Verfahren ausmitteln, 
und danach die Reihe der Eintragungen im Hypothenbuche bestimmen zu las- 
sen. Der Antrag auf eine solche Ausmittelung muß aber bis zum usten Oczem- 
ber 1810. angemekdet werden. Geschiehet dies nicht; so hat es für immer 
bei der Folgereihe, in welcher die Posten im Hypothekenbuche nach der Zeit 
der Anmeldung eingetragen worden, sein Bewenden, und die künftigen Alasi-= 
fikationen müssen sich danach allein richten. 
§. 12. 
Uebrigens entscheidet die Zeit der Anmeldung die Reihefolge der Eintra- 
gungen, nur bei denjenigen Realrechten, welche zur Zeit der Publikation 
dieses Patents wirklich schon vorhanden gewesen; die später entstandenen, 
müssen den ältern nachstehen. 
§. 13. 
Diejenigen, welche sich nicht melden, behalten zwar ihre Rechte gegen 
die Person ihres Schuldners, oder gegen dessen Erben, und können sich auch 
an das ihnen verhaftete Grundstück, in sofern solches noch in den Haͤnden des 
gegenwärtigen (das heigt, des im Präklusionstermine das Grundstück inne- 
habenden) Besitzers befindlich ist, balten. Gegen einen Drilten aber, und zu 
dessen Nachtheil soll ein solcher Gläubiger kein Realrecht an das Grundstück 
auszuüben im Stande seyn. 
. 14. 
Wenn daher Jemand erst nach dem isten Junins 1819. mit einer Vin- 
dikationsklage, oder mit andern Eigenthumsanspruͤchen an ein Grundstuͤck 
hervortritt; so kann er damit nur gegen den jetzigen Besitzer, falls das Gut 
noch in dessen Haͤnden ist, gehoͤrt werden, und muß auch, wenn er obsiegt, 
alle bis dahin auf das Grundstück eingetragene Hypotheken anerkennen, und 
den Inhabern solcher Forderungen aus dem Gute eben so gerecht werden, als 
wenn er ihnen ihre Rechte selbst eingerdumt härte. 
X. 1. 
Wird aber ein anderer Rcalanspruch, der nicht das Eigenhum be- 
trifft, nach dem Isten Junius 1819. angemeldet, und das Grundstück befin- 
det sich noch in den Händen des gegenwärtigen Besitzers; so soll zwar ein 
solcher Gläubiger gegen den Besitzer ebenfalls noch — und ihm gestartet 
werden, sich an das verhaftete Grundstück zu-halten. Er muß aber aller bis 
dahin im Hypethekenbuche schon eingetragenen Forderungen nachstehen, und 
kann zum Nachtheil derselben von seinem erstrittenen Realrechte keinen Ge- 
krauch machen. 
S. 16.
        <pb n="32" />
        . 16. 
Ist das Gut nach dem isten Junius 1819. an einen dritten Besitzer ver- 
dußert; so haben die, welche ihre Realansprüche anzumelden unterlassen, ih- 
re Rechte gegen das Gut ganz verloren, und dürfen weder der drute Besitzer, 
noch die, welche von ihm ihre Rechte herleiten, deshalb im geringsten beun- 
ruhiget oder in Anspruch genommen werden. Der säumige Realglubiger 
kann seine Rechte nur gegen seinen Schuldner, dessen Erben und deren son- 
stiges Vermögen verfolgen. 
§. 17. 
Vom Asten Junius 1810. sollen die Hypotheken-Geschäfte lediglich nach 
Vorschrift der Hypothekenordnung vom 20 sten De, einber 178 J. und nach den 
dahin einschlagenden neuern Verordnungen bearbeitet werden. Wenn indes- 
sen die Führung des Ingressationsbuchs sich durch die Erfahrung als entbehr- 
lich bewiesen hat; so wird in diesem Punkte die Hypothekenordnung abgean- 
dert. Es bedarf daher künftig der Haltung besonderer Ingrossationsbücher 
nicht. 
#. 18. 
Zur möglichsten Erleichterung der Interessenten, wollen Wir allen die 
Hypotheken-Einrichtung betreffenden Verhandlungen, so weit si bis zum Isten 
Junius 1 819. vorfallen, die Stempelfreiheit zusichern, sie auch von Erlegung 
der in der Sporteltaxe vorgeschriebenen Taxen und Gerichts-Gebähren be- 
freien. Nur zu den unvermeidlichen baaren Auslagen, deren Vorschuß Un- 
sere Kassen erforderlichen Falls übernehmen werden, soll den Gutsbesitzern 
und Real-Prätendemen ein nach dem Objekt zu bestimmendes geringes Pausch- 
quantum abgefordert werden. 
Schließlich befehlen Wir hierdurch Unserm Ober-Appellations-Gerichte 
zu Posen, und Unserm Ober-Landesgerichte zu Marienwerder, dieses Unser 
Patent zur allgememen Wissenschaft des in= und ausländischen Publikums un- 
verzüglich zu befördern, und sich bei Regulirung des Hypothekenwesens nach 
dem Inhalte desselben nicht allein pflichtmaßig zu achten, sondern auch darauf 
zu halten, daß diese Vorschriften von sämmtlichen gerichtlichen Behlrden ge- 
hörig befolgt werden. 
Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhandigen Unterschrift und Beidrak- 
ng Unsers großen Königlichen Instegels. 
Gegeben Berlin, den #ten April 1818. 
(L S.) Friedrich Wilhelm. 
C. Fürst uv. Hardenberg. v. Altenstein. 
Beglaubigt: 
Friese.
        <pb n="33" />
        — 325 — 
Gesetz-Sammlung 
für die 
Königlichen Preußischen Scgaaften. 
  
No. 4. 
  
[No. 465.) Erklkrung wegen der zwischen der Königlich -Preutzischen und der Fürstlich- 
Schwarzburg-Rudolstädtschen Regierung verabredeten Freizügigkeit, in 
Betreff der zum deutschen Bunde nicht gehlrigen Prcußischen Provinzen. 
Vom austen März 1818. 
N die Königlich-Preußische Regiereung mit der Fürstlich-Schwarzburg- 
Rudolstädtschen dahin übereingekommen ist, gegenseitig den Abschoß und das 
Abfahrtsgeld auch in Beziehung auf die nicht zum deutschen Bunde gehörigen 
Preußischen Provinzen, nach ihrem gegenwärtigen und künftigen Umfange 
anfzuheben; so erklären beide gedachte Regierungen hiermit, daß sie, stott 
einer besonderen Uebereinkunft vieserhalb — lediglich den Inhalt des im Proto- 
kolle der deutschen Bundes-Versammlung vom 2ästen Juni v. J. befindlichen 
Beschlusses, wegen der unter sämmtlichen deutschen Bundesstaaten festgesetzten 
Nachsteuer= und Abzugsfreiheit, auch auf die nicht zum deutschen Bunde gehs- 
rigen Preußischen Provinzen nach ihrem gegenwärtigen und künftigen Umfange 
ausdehnen wollen. " 
Gegenwärtige, im Namen Gr. Majestät des Königs von Preußen 
und Sr. Durchlaucht des Herrn Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt zwei- 
mal gleichlautend ausgefertigte Erklärung soll, nach erfolgter gegenseitiger 
Auswechselung, sogleich Kraft und Wirksamkeit erhalten und in beiderseitigen 
Landen öffentlich bekannt gemacht werden. 
Gegeben Schloß Engers, den 21sten Maͤrz 1818. 
Der Staats-Kanzler 
C. Füärst v. Hardenberg. 
  
Jabtgant #s D (No. 466.) 
(Ausgegeben zu Berlin den usten Mai 1818.)
        <pb n="34" />
        (No. 466.) Bekanntmachung vom 3usten März 18 1., in Beziehung auf die-#trakkelse= 
« ,u11tekm11tenFebruard.J·müder-Großherzoglich- 
Hessen-Darmstädtschen Regierung abgeschlossene Kartel-Konvention. 
— Königlich-Preußischen und der Großherzoglich-Hessen-Darm- 
städtschen Regierung ist unter dem IIten Febmar d. J. eine Kartel-Konven- 
tion abgeschlossen worden, welche mit der, durch die Gesetz-Sammlung 
No. 421. publizirten Kartel-Konvention vom 18ten April 1817. mit dem 
Königreiche Sachsen, mit Ausnahme der in der Anlage besonders abgedruckten 
Artikel 6., 9., 1c. und 12., völlig gleichlautend ist. 
Indem diese Konvention, welche vom Tage der beiderseits zu gleicher 
Zeit zu bewirkenden Publikation an, in Kraft tritt, hierdurch zur allgemeinen 
Kenmuoiß gebracht wird, ist es der Wille Sr. Majestet des Königs, daß 
dieselbe von allen Militair= und Civil-Behörden, wie auch von sämmtlichen 
Allerhöchst Ihren Unterthanen, in allen Stücken auf das Genaueste befolgt 
werde. 
Engers, den 3usten März 1818. 
C. Fürst v. Hardenberg. 
* 
* 
Auszug 
aus der zwischen der Königlich-Preußischen und Großhergoglich= 
Hessen-Darmstädeschen Regierung unterm 1i1ten Februar 1818. 
abgeschlossenen Kartel-Konvention. 
* 
Artikel 6. 
U. durch die möglichste Regelmaßigkeit die Auslieferung zu beschleunigen, 
sind beide kontrahirende Theile wegen bestimmter gegenseitiger Ablie- 
ferungsorte dahin übereingekommen, daß die Großherzogliche Stadt und 
deutsche Bundesfestung Mainz auch für beide kontrahirende Staaten zur 
Empfangnahme der Deserteurs und zur sofortigen Bezahlung aller, in den 
folgenden Artikeln 10. und 12. stipulirten Kosten bestimmt, und den in Mainz 
sich befindenden Behörden dazu der besondere Auftrag ertheilt werden soll. 
Artikel. 0. 
Die im vorstehenden Artikel erwähnten Requisitionen ergehen Preußischer 
Seits an das Großherzogliche Ober-Kriegs-Kolleg, oder an die Provinzial- 
Kantons-Kommandeurs zu Darmstadt, Gießen und Worms, und Hessischer 
Seits an die nächste Preußische Provinzial-Regierung, oder das nächste Kö- 
nigliche General-Kommando der Prcupischen Provinz, wohin der Deserteur
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        — 27 — 
sich begeben. Bon den Milltair-Behörden werden diejenlgen Desertems, 
welche erwa zum Dienste angenommen seyn sollum#, von drn Civil-Behörden 
aber diejenigen, bei denen dies der Fall nicht ist, ausgeliefert. 
Artikel 10. 
An Unterhaltungskosten werden der ausliefernden Macht für jeden 
Deserteur vom Tage seiner Verhaftung an, bis zum Tage der Auslieferung 
keinschließlich, für den Tag Drei Groschen Preußisch Kourant, oder Dreizehn 
und ein halber Kreuzer im 24 Guldenfuß; für ein Pferd aber täglich Sechs 
MPund Hafer, Acht Pfund Heu und Drei Pfund Seroh Berliner Gewiche, 
den Zeniner zu einhundert. und zehn Pfund, gut gethan. 
Die Berechnung der Futterkosten geschiehet nach den Marktpreisen des 
Orts oder der nächsten Stadt, wo die Arretirung geschehen ist, und die Be- 
zahlung erfolgt) ohne die geringste Schwierigkeit, gleich bei der Auslieferung. 
Artikel 12. 
Dem Unterthan, welcher einen Deserteur einliefert, soll eine Gratiflka- 
tion von Fünf Thalern Preußisch Kourank, oder Neun Gulden im 24 Gulden- 
fuß für einen Mann ohne Pferd, und von Zehn Thalern Preußisch Kourant 
oder Achtzehn Gulden im 24 Guldenfuß für einen Mann mit dem Perde 
gereicht, von dem ausliefernden Theile vorgeschossen, und sofort bei der 
Auslieferung wieder erstattet werden. In Rücksicht anderer ausgetretener 
Militairpflichtigen, die nicht nach Artikel 2. in die Klasse der eigentlichen. 
Deserteurs gehbren, fäallt dieses Kartelgeld weg. 
(Ne. 407.)
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        (No. 4567.) Berorduung wegen der zu leistenden Entschäbigungen für die bei der Brand- 
Sozietät des Herzogthums Westphalen versicherten brandgefährlichen 
Gebäude. Vom 4ten April 1918. 
Wr Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden, König von 
Preußen #r. 2c. 
In der Erwägung, daß die in der Verordnung vom 144ten Mai 1808. 
getroffenen Modißtkkationen der für das Herzogkhum Westphalen unterm 2osften 
Juni 1778. erlassenen Brand-Sozietäts-Ordnung, nach welcher von den Be- 
sitzern der brandgefährlichen Gebäude nicht nur erhöhete Entschabigungs-Bei- 
träge geleistet werden, sondern auch die Eigenthöümer bei dem Abbrennen der- 
selben, beziehungsweise nur Zwei Drittheile oder Drei Viertheile des abge- 
schätzten eigentlichen Werths wieder erhalten sollen, dem Interesse der Sozie- 
tätsmitglieder in sofern entgegen ist, als solche dadurch außer Stand gesetzt 
werden, sich für den vollen Werthsbetrag ihrer Gebäude zu versichern; erach- 
ten Wir es, nach erfordertem Gutachten Unseres Staatsraths, für nothwendig, 
diese Bestimmung dahin abzuändern: 
daß jeder Eigenthümer versicherter Gebäude aller Art, ungeachtet 
des, nach der mehreren oder minderen feuergefährlichen Bauart der- 
selben, darin festgesetzten Unterschiedes der Entschldigungsbeiträge, 
den vollen Betrag des abgeschätzten eigentlichen Werths, in Gemäß-= 
heit der Vorschriftren der Brand-Sozietäts-Ordnung vom 2osten Juni 
1778, ohne Abzug erhalten soll. 
Diese Verordnung tritt vom Usten Januar 1817.,ab, in Wirksamkeit. 
So geschehen und gegeben Berlin, den Aten April 1818. 
(L. S.) Friedrich Wilhelm. 
C. Fürst o. Hardenberg. v. Altenstein. 
Beglaubigt: 
Friese.
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        ## 29 — 
Gesetz-Sammlung 
für die 
Königlichen Preußischen Staaten. 
  
— No. 5. 
  
VNe. 468.) Deklaration der, die Verschuldung der Lehen und Fideikommisse betreffenden 
Verordnung vom rsten August 2 817. De dato den 2#sten April 1818. 
Wir Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden, König von 
Preußen rc. v. 
baben in Unserm Edikt vom oten Oktober 1807. S. 8., und der Deklaration 
vom Zosten Januar 1808., die Verschuldung der Lehen und Fideikommisse 
wegen der aus den Jahren 1806. und 1807. herrührenden Kriegsschäden und 
Kriegslasten dergestalt nachgelassen, daß die Rückzahlung solcher Schulden nach 
drei Jahren mit ##tel des Kapitals anfangen, und damit jährlich in gleicher 
Summe forltgefahren werden sollte. Wir haben in der Folge, burch die 
drückenden Zeitumstände bewogen, den Anfang dieser Rückzahlung für Schle- 
sien auf den 2 usten Junius 1815. hinausgesetzt, und zuletzt in Unserer Ver- 
ordnung ## f.-.K : ?% &amp; C. vleien lesscheb#ansh auf lUnsere übrige 
Provinzen erstreckt. Da Uns aber angezeigt worden ist, daß mehrere Güter- 
besitzer durch die Folgen der Kriegesjahre außer Stand gekommen sind, die 
bisher fälligen Zahlungen zu leisten; so verordnen Wir hierüber, nach einge- 
boltem Gutachten Unsers Staaksrathes, wie folget: 
S. I. 
Diejenigen Besitzer von Lehen= und Fideikommiß= Gütern, welche mit 
der Rückzahlung der aus den Jahren 1306. und 1807. herrührenden Kriegs- 
Schulden noch nicht den bisher vorgeschriebenen Anfang gemacht haben, sind 
dazu, vom 24#en Junius 1818. ab, unabänderlich verpflichtet. 
g. 2. 
Die gänzliche Beendigung dieser Schuldentilgung foll spätestens den 
2asten Junius 1831. erfolgen. 
I# 1½. E g. 3. 
(Lusgegeben zu Berlin den v'#ten Funk 7818.) 5%
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        — 30 — 
r 3. 
Wir verordnen daher, daß das ganze Kapital, oder der noch rück- 
ständige Theil desselben in vierzehn gleiche Theile vertheilt, und dag am 
24Ssten Junius jedes Jahres ein solcher Theil abgetragen werdc. 
So geschehen und- gegeben Berlin, den àlsten April 1818. 
(IL. S.) Friedrich Wilhelm. 
C. Fürst v. Hardenberg. v. Altenstein. 
Beglaubigt: 
Friese. 
  
(No. 469.) Kartel-Kenventien zwischen der Königlich-Preußischen und der Großhergoglich= 
Mecklenburg= Schwerinschen Regierung. Vom Zten Mai 1818. 
Zhichen der Königlich-Preußischen Regierung einer Seits, und der Groß- 
herzoglich-Mecklenburg-Schwerinschen Regierung andrer Seiüts, ist nachste- 
hende Kartel-Konvemion verabredet und geschlossen worden. 
Artikel I. 
Alle von den Truppen der beiden hohen kontrahirenden Theile unmit- 
telbar oder miltelbar in des andern Lande oder zu dessen Truppen, wenn 
diese auch außerhalb ihres Vaterlandes sich befinden sollten, desertirten 
Militairpersonen sollen gegenseitig ausgeliefert werden. 
Altikel 5 *m 
Als Deserveurs werden ohne Unterschied des Grades oder der Waffe 
alle diejenigen angesehen, welche zu irgend einer Abtheilung des stehenden 
Heeres oder der bewaffneten Kandesmacht, nach den gesetzlichen Bestimmungen 
eines Jeden der beiden Staaten, gehören, und derselben mit Eid und Pflicht 
verwandt sind, mit Inbegriff der bei der Artillerie oder sonstigem Fuhrwesen 
angestellten Knechte. 
Artikel 3. 
Sollte der Fall vorkommnen, daß ein Deserteur der kontrahirenden 
Mächte früher schon von einer anderen Nacht deserrirt wäre, so wird dennoch, 
selbst wenn mir der letzteren ebenfalls Auslieferungsverkräge beständen, die 
Auslieferung stets an diejenige der kontrahirenden Mächte erfolgen, deren 
Dienste er zuletzt verlassen hat. Wenn ferner ein Soldat von den Truppen 
einer der paziszirenden Mächte zu denen eines Drikten, und von diesen wie- 
„derum in die Lande des andern paziszirenden Souverains, oder sonst zu dessen 
Truppen, deserlirt; so kömmt es darauf an, ob letzterer Sonverain mit jenem 
Drikeen
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        Dritten ein Kartel hat. Ist dieses der Fall, so wirb der Deserteur dahin 
abgeliefert, woher er zuletzt entwichen ist; im entgegengesetzten Fall aber wird er 
dem paziszirenden Souverain, dessen Dienste er zuerst verlassen hat, ausgeliefert. 
Artikel 4. 
Nur folgende Fälle werden als Gründe, die Auslieferung eines Deser- 
tems zu verweigern, anerkannt: 
a) wenn der Deserteur aus den Staaten des jenseitigen Souverains, so 
wie sie durch die neuesten Verträge begrenzt sind, gebürtig ist, und also“ 
vermirtelst der Desertion nur in seine Heimath zurückkehrt; 
wenn ein Deserteur in dem Staate, in welchen er entwichen ist, ein 
Verbrechen begangen hat, dessen Bestrafung vor seiner Auslieferung die 
Landesgesetze erfordern. Wenn nach überstandener Serafe der Deserteur 
ausgeliefert wird, sollen die denselben hetreffenden Untersüchungsakten 
entweder im Origjnal oder auszugsweise und in beglaubigten Abschriften 
übergeben werden, damit ermessen werden kann, ob ein dergleichen 
Deserteur noch zum Militgirdienst geeignek ist., oder nicht. 
Schulden oder andere von einem Deserteur eingegangene Verbind- 
lichkeiten, geben dagegen dem Staate, in welchem er sich aufhält, kei 
Recht, dessen Auslieferung zu versagen. 
· " Artikel 5. 
Die Verbindlichkeit zur Auslieferung erstreckt sich auch auf die Pferde, 
Saͤttel- und Reitzeug, Armatur- und Montirungsstuͤcke, welche von den Deser- 
teurs etwa mitgenommen worden sind, und tritt auch dann ein, wenn der 
Deserteur selbst, nach den Bestimmungen der vorhergehenden Artikel, nicht 
EEXIXIIII 
Artikel 6. 
Um durch die möglichste Regelmägigkeir die Auslieferung zu beschleunigen, 
werden beide kontrahirende Theile wegen bestimmter, an ihren Grenzen belegener, 
gegenseitiger Ablieferungsörter (wozu solche Stadte gewählt werden sollen, in 
welchen sich Garnison befindet) übereinkommen, an welchen eine gegenseitig bekannt 
zu machende Behörde mit der Empfangsnahme der Deserteurs und sofortigen 
Bezahlung aller, in den nachfolgenden Artikeln 1I I. und 13. Kipulirten Kosten 
beauftragt seyn wird. « 
b 
Artikel 7 
Die Auslieferung geschieht in der Regel freiwillig, und ohne erst eine 
Regquisition abzuwarten. Sobald daher eine Militair= oder Civil-Behörde 
einen jenseitigen Deserteur entdeckt, wird derselbe, nebst den etwa beisich habenden 
Effekten, Pferden, Waffen rc. sofork, unter Beifügung eines aufzunehmenden 
Protokolls, an die jenseitige Behèrde im nächsten Ablieferungsorte gegen Be- 
scheinigung übergeben. 
E 2 Artikel g.
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        — 32 — 
Artikel g. 
Sollte aber ein Deserteur der Aufmerksamkeit der Behoͤrden desjenigen 
Staates, in welchen er übergetrelen ist, entgangen seyn, so wird dessen Aus- 
lieferung sogleich auf die erste desfallsige Requisition erfolgen, selbst dann, 
wenn er Gelegenheit gefunden hatte, in dem Militairdienste des gedachten 
Staates angestellt zu werden. Nur wenn über die Richtigkeit wesentlicher, 
in der Requisition angegebener Tharsachen, welche die Auslieferung überhaupt 
bedingen, solche Zweifel obwalten, daß zuvor eine nähere Aufklärung dersel- 
ben zwischen der requirirenden und der requirirten Behorde nöchig wird, ist 
der Auslieferung Anstand zu geben. 
Artikel 9. 
Die im vorstehenden Artikel erwaͤhnten Requlsitionen ergehen von Seiten 
der betreffenden Preußischen Militair- oder Civil--Behoͤrden unmittelbur an 
die Grohherzoglich-Mecklenburg-Schwerinsche Regierung, und vom Seiten 
der Großheroglichen betreffenden Behörden unmittelbar an die nächste Provin- 
zial-Regierung, oder an das General-Kommando der Preußischen Provinz, 
wohin der Deserteur sich begeben hat. 4 
Von den Milltair-Behörden werden diejenigen Deserkeurs, welche 
elwa zum Dienste angenommen seyn sollten, von den Eivil- Behbrden aber 
diejenigen, bei denen dies der Fall ulcht ist, ausgeliefert. 
Artikel 10, » 
Sollten zwischen Seiner Majestät dem Könige von Preußen und an- 
deren deurschen Bundesstaaten, welche durch die Großhenzoglich-Mecklenburg- 
Schwerinschen Staaten von dem Prengischen Gebicte getrennt sind. Kortel- 
Konventionen bestehen oder noch geschlossen werden, in deren Folge Anslie- 
ferungsfälle Preußischer Deserteurs vorkommen; so sind die Großherzoglich= 
Mecklenburg-Schwerinschen Behörden verpflichter, wenn die Preußischen De- 
serteurs auf dem geraden Wege durch die Großherzoglichen Lande zu trans- 
portiren sind, dergleichen Desextcurs von solchen hinterliegenden dritten Staa- 
ten anzunehmen, und den weiteren Transport nach den in Gemäßheit des 
Artikels 6. zu bestimmenden Preußtschen Ablieferungs-Oertern in eben der 
Art zu veranstalten, als ob solche Deserteurs innerhalb der Großherzoglich- 
Mecklenburg-Schwerinschen Staaten selbst zuerst ergriffen worden wären. 
Eine gleiche Verpflichtung findet auf Seiten der Königlich-Preußischen 
Behörden statt, wenn in ahnlichen Fällen auf dem Grunde zwischen der Groß.- 
herzoglich-Mecklenburg-Schwerinschen Regierung und anderen deutschen Bun- 
desstaaten bestehender Kartel-Konventionen, Großherzoglich-Mecklenburg- 
Schwerinsche Deserkeurs das Königlich-Preußische Gebiet passiren müssen, 
um ihre Auslieferung zu bewirken. « 
Artikel 11.
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        Artikel II. 
An Unterhaltungskosten werden der ausliefernden Macht für jeden 
Deserteur vom Tage seiner Verhaftung an, bis zum Tage der Auslieferung 
einschließlich, für den Tag Drei Groschen Preußisch Kourant, für ein Pferd 
aber täglich Sechs Pfund Hafer, Acht Pfund Heu und Drei Pfund Stroh 
Verliner Gewicht, den Zentner zu einhundert und zehn Pfund, gut gethan. 
Die Berechnung der Futterkosten geschiehet nach den Marktpreisen des 
Orts oder der nächsten Stadt, wo die Arretirung geschehen ist, und die Be- 
zahlung erfolgt, ohne die geringste Schwierigkeit, gleich bei der Auslieferung. 
Artikel 12. 
Außer diesen Kosten, und der im nachfolgenden Artikel r3. bemerkten 
Belohnung, kann ein Mehreres unter irgend einem Vorwande, wenn auch 
gleich der auszuliefernde Mann unter den Truppen des Souverains, der ihn 
ausuliefern hat, angeworben seyn sollte, etwa wegen des Handgeldes, ge- 
nossener Löhnung, Bewachung und Fortschaffung, oder wie es sonst Namen 
haben möchte, nicht gefordert werden. 
Artikel 13. 
Dem Unterthan, welcher einen Deserteur entdecke und zur Haft bringen 
Iétt, oder selber verhaftet, soll, sobald die Auslieferung wirklich geschieht, 
eine Gratifikation von Fünf Thalern Preußisch Kourant für einen Mann ohne 
Pferd, und von Zehn Thalern Preußisch Kourant für einen Mann mit dem 
Pferde gereicht, von dem ausliefernden Theile vorgeschossen, und sofort bei 
der Auslieferung wieder erstatter werden. 
In Rücksicht anderer ond0e##refener Militairpflichtigen, die nicht nach Art. 2. 
in die Klasse der eigentlichen Deserteurs gehbren, fällt dieses Kartelgeld weg. 
Artikel 193. 
Ueber den Empfang der, Artikel I. und 13. gedachten Kosten und 
Gratifikations-Erstattung, hat die ausliefernde Beh#rde zu quittiren; des 
elwa nicht sofort auszumittelnden Betrages der zu enstattenden Unkosten halber, 
ist aber die Auslieferung des Deserteurs, wenn derselben sonst kein Bedenken 
entgegen steht, nicht aufzuhalten. 
Artikel 15. 
Allen Behörden, besonders den Grenz-Behörden, wird es strenge zur 
Pflicht gemacht werden, auf die jenseitigen Deserteurs ein wachsames Auge 
zu haben, und daher einen Jeden, aus dessen Aussagen, Kleidung, Waffen 
oder anderen Anzeichen sich ergiebt, daß er ein Deserteur sey, sogleich, ohne 
erst deshalb eine Requisition abzuwarten, unter Aufsicht zu stellen, oder nach 
Umständen zu verhaften. 6 
Artikel 16.
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        Artikel 16. 
Alle nach der Verfassung der beiderseitigen Staaten Reserve = oder 
kandwehr-, und überhaupt Militairpflichtige Unterkhanen, welche sich in die 
Lande des andern Sonverains oder zu dessen Truppen begeben, find auf vor- 
gängige Reklamatien der Auslieferung ebenfalls unterworfen, und es soll mit 
dieser Auslieferung im übrigen, sowohl in Hinsicht der dabei zu beok achtenden 
Form, als auch wegen der zu erstattenden Verpflegungskosten, eben so ge- 
halten werden, wie es wegen der Auslieferung der Militair-Desertenrs in 
dieser Konvention bestimmt ist. 
Bei allen solchen Auslieferungen aber, welche von der Obrigkeit auf 
jenseitige Reqguisttion be irkt werden, wird ein Kartel-Geld, nicht entrichtet. 
Artikel 17. 
Diejenigen Individuen, welche nach den Gesetzen eines jeden der pazis- 
zirenden Staaten im militairpflichtigen Aller sind, und bei Ueberschreitung der 
gegenseiligen Grenzen, ohne eine hinreichende Legitimarion vorzeigen zu können, 
den Verdacht auf sich ziehen, daß sie sich der Militairpflicht gegen ihren Staat 
entziehen wollen, sollen sofort zurückgewiesen, und dergleichen Personen weder 
Aufenthalt noch Zuflucht in dem jenseitigen Staate gestattet werden. 
Arcikel 198. .Q 
Den beiderseitigen Behörden und Umerthanen wird strenge untersagt 
werden, Desertcurs oder solche Milikairpflichtige, die ihre desfallsige Befreiung 
nicht hinlänglich nachweisen können, zu Kriegsdiensten anzunchmen, deren 
Ausenthalt zu verheimlichen oder dieselben, um sie etwanigen Reklamationen 
zu enlziehen, in entferntere Gegenden zu befördern. 
Auch soll os niche Festarret werden, daß von Irgend rinci fremden 
Macht dergleichen Individuen innerhalb der Staaten der hohen Souverains 
angeworben werden. 
Artikel L1o. 
Wer sich der wissentlichen Verhehlung eines Deserteurs oder Militair= 
pflichtigen, und der Beförderung der Flucht desselben schuldig machr, wird 
mit einer nachdrücklichen Geld= oder Gefängnißstrafe belegt. 
Artikel 2o0. 
Gleichmäßig wird es den Unterthanen beider kontrahirenden Mächte 
untersagt werden, von einem jenseiligen Deserteur Pferde, Sättel= und Reit- 
zeug, Armatur= und Montirungsstücke zu kaufen oder sonst an sich zu bringen. 
Der Uebertreter dieses Verbots wird nicht allein zur Herausgabe dergleichen 
an sich gebrachter Gegenstände, ohne den mindesten Ersatz, oder zur Erstattung 
des Werths angehalten, sondern noch #berdem mit willkübrlicher Geld-oder 
Gefängnißftrafe belegt werden, wenn bewiesen wird, daß er wissentlich von 
einem Deserteur etwos gelauft oder an sich gebracht hat. 
« Artikel 21.
        <pb n="43" />
        Artikel 21. 
» Indem auf diese Art eine regelmaͤßige Auslieferung der gegenseitigen 
Deserteurs und Militairpflichtigen eingeleilet ist, wird jede eigenmächtige 
Verfolgung eines Deserteurs auf jenseitigem Gebiete, als eine Verletzung 
bes letzteren, streng untersagt und sorgfältig vermieden werden. Wer sich 
dieses Vergehens schuldig macht, wird, wenn er dabei betroffen wird, sogleich 
verhaftet,, und zur gesetzlichen Bestrafung an seine Regierung abgeliefert werden. 
Artikel 22. 
Als eine Gebietsverletzung ist jedoch nicht anzusehen, wenn von einem 
Kommando, welches einen oder mehrere Deserreurs bis an die Grenze ver- 
folgt, ein Kommandirter in das jenseitige Gebiet gesandt wird, um der 
nächsten Ortsobrigkeit die Oesertion zu melden. 
Diese Obrigkeit mutß vielmehr, wenn der Deserteur sich in ihrem Be- 
reiche befindet, denselben sofort verhaften, und wird in diesem Falle, wie 
überhaupt jedesmal, wenv ein Deserteur von der Obrigkeic verhaftet wird, 
kein Kartelgeld gezahlt. Der Kommandirte darf sich aber keinesweges an den 
Deserteur vergreifen, widrigenfalls er nach Artikel 2 I. zu behandeln ist. 
Artikel 23. 
Jede gewaltsame oder heimliche Anwerbung im jenseitigen Territorio, 
Verführung jenseitiger Soldaken zur Desertion, oder anderer Unterthanen 
zum Austreten mit Perletzung #hrer Militairpflicht, ist streng untersagt. 
Wer eines solchen Beginnens wegen in dem Staate, wo er sich dessen schul- 
dig gemacht, ergriffen wird, ist der gesetzlichen Bestrafung desselben unter- 
worsfen. Wor sich aber dieser Bestrafung durch die Flucht entzieht, oder von 
leinrem Waterlande aug auf ahige oAr#e auf jenseitige Unterthanen zu wirken 
sucht, wird auf desfallsige Requisition in seinem Vaterlande zur Unkersuchung 
und nachdrücklicken Strafe gezogen werden. 
Artikel 24. 
Indem die gegenwärtige Kartel-Konvention an die Stelle der zwischen 
den beiderseitigen Ministerien resp. unker dem 3ten und IIten August 1813. 
getroffenen Vereinigung wegen Auslieferung der Deserteurs und mihsoiryn- 
tigen Unterthanen tritt, sind nur diejenigen Deserteurs der Reklamation und 
Auslieferung nicht unterworfen, welche bereits vor dem Zeitpunkte der letzt- 
gedachten Vereinigung von den Truppen eines der hohen kontrahirenden Theile 
ent ichen sind, und bei dem anderen Souverain Dienste genommen haben, 
oder sonst in dessen Landen sich aufhalten. Desgleschen sollen solche militair- 
pflichtige Untrerthanen, welche zwar erst nach dem vorstehend erwähnten Zeit- 
punkte ausgetreten sind) jedoch nachweisen können, daß sie vor Publikation 
der gegenwärtigen Konvention bereirs drei Jahre hindurch in dem jenseitigen 
Gebiete ansässig gewesen sind) von der Reklamation ausgenommen seyn. 
Artikel 25.
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        — 36 — 
Artikel 25. 
Den Landeskindern beider Theile, welche zur Zeit der Publikation 
wirklich in dem Militairdienst des andern Souverains sich befinden, sol die 
Wabl frei stehen, entweder in ihren Geburtsort zurückzukehren, oder in den 
Diensten, in welchen sie sich befinden, zu bleiben. Doch müussen fie sich 
längstens binnen einem Jahre, nach Publikation gegenwärtiger Konventidn, 
desfalls bestimmt erklären, und es soll denjenigen, welche in ihre Heimath 
zurückkehren wollen, der Abschied unweigerlich ertheilt werden. 
Bei freiwilligen Kapitulanten treten diese Bestimmungen erst nach Ab- 
lauf der Kapitulation ein. 
Artikel 26. 
Gegenwärtige Konvention wird von den beiderseitigen Regierungen zu 
gleicher Zeit zur genauesten Befolgung publizirt werden, und ist gültig und 
geschlossen auf Sechs Jahre, mit stillschweigender Verlängerung bis zu erfol- 
gender Aufkündigung, welche sodann jederzeit jedem der hohen kontrahirenden 
Theile ein Jahr voraus freisteht. · 
Sollten jedoch auf dem Bundestage allgemeine Beschluͤsse gefaßt werden, 
welche mit einzelnen Bestimmungen der vorstehenden Konvention unvereinbar 
sind, so wird das bundesschlußmaͤßige Verfahren an die Stelle der letzteren treten. 
So geschehen und unterzeichnet Berlin, den Zten Mat 1818. 
(L. S.) 
Königl. Preuß. Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten. 
von Jordan. 
Vorstehende Kartel-Konvention wird, nach dem Willen Seiner Maje- 
stät des Kdnigs, zur allgemeinen Achtung und Befolgung hierdurch bekanur 
gemacht. 
Berlin, den gten Mai 1818. 
Der Staakts-Kanzler 
C. Fürst v. Hardenberg. 
  
VNe. 470.)
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        ([No. 470.) Karkel-Konventson zwischen der Kdniglich-Preußischen Reglerung und dem 
Senate der freien Hansestadt Hamburg. Vom 3ten Mai r818. 
Zhischen der Koͤniglich- Preußischen Regierung und Einem Hochedlen Rath 
der freien Hansestadt Hamburg, ist folgende Kartel-Konvention verabredet 
und geschlossen worden. 
Artikel 1. 
Alle in Zukunft, und zwar vom Tage der Bekanntmachung der Kon- 
vention an gerechnet, von den Armeen Sr. Majestaͤt des Koͤnigs von Preußen, 
und den Truppen der freien Hansestadt Hamburg desertirende Militairpersonen, 
sollen gegenseitig ausgeliefert werden. 
Artikel 2. 
Als Deserteurs werden, ohne Unterschied des Grades oder der Waffe, 
alle diejenigen angesehen, welche zu irgend einer Abtheilung des stehenden 
Heeres oder der bewaffneten Landesmacht, nach den gesetzlichen Bestimmungen 
eines jeden der beiden Staaten, gehören, und denselben mit Eid und Pflicht 
verwandt find, mit Inbegriff der bei der Arktillerie oder sonstigem Fuhrwesen 
angestellten Knechte. 
Artikel 3. 
Sollee der Fall vorkommen, daß ein Deserteur der kontrahirenden 
Theile früher schon aus einem anderen Staate desertirt wäre; so wird dennoch, 
selbst wenn mit dem letztern ebenfalls Auslieferungs-Verträge bestanden, die 
Auslieferung sters an denjenigen kontrahirenden Theil erfolgen, dessen Dienste 
er zuletzt verlassen hat. Wenn ferner ein Soldat von den Truppen eines der 
paziszirenden Staaten zu denen eines dritten, und von diesen wiederum in 
die Lande des andern paziszirenden Staats, oder sonst zu dessen Truppen 
desertirt, so kommt es darauf an, ob letzterer Staat mit jenem Drikten ein 
Kartel hat. Ist dieses der Fall, so wird der Deserteur dahin abgelieferr, 
woher er zuletzt entwichen ist; im entgegengesetzten Falle aber wird er dem 
praziszirenden Seaat, dessen Dienste er zuerst verlassen hat, ausgeliefert. 
Artikel 
Nur folgende Fälle werden als Gründe, die Auslieferung eines Deser- 
teurs zu verweigern, anerkannt: 
a) Wenn der Deserteur aus den Staaten Sr. Majestät des Königs von 
Preußen, so wie sie durch die neuesten Vertrage begrenzt sind, oder der 
freien Hansestadt Hamburg und deren Gebiet gebürtig ist, und also ver- 
mittelst der Desertion nur in seine Heimath zurückkehrt. 
b) Wenn ein Desertenr in dem Staate, in welchen er entwichen ist, ein 
Verbrechen begangen hat, delsen Bestrafung vor seiner Auslieferung die 
Jahrgaus 1884. "64 Lan-
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        bandesgesetze erfordern. Wenn nach überstandener Strafe der Deserteur 
ausgeliefert wird, sollen die denselben betreffenden Untersuchungsakten 
entweder im Original, oder auszugsweise und in beglaubten Abschriften 
übergeben werden, damit ermessen werden kann, ob ein dergleichen De- 
serteur noch zum Militairdienste geeignet sey, oder nichr. 
Schulden oder andere von einem Deserteur eingegangene Verbindlich- 
keiten geben dagegen dem Staate, in welchem er sich aufhält, kein Recht, 
dessen Auslieferung zu versagen. 
Artikel 5S. 
Die Berbindlichkeit zur Auslieferung erstreckt sich. auch auf die Perde, 
Sattel= und Reitzeug, Armacur= und Montirungsstücke, welche von den Deser- 
teurs etwa mitgenommen worden sind, und ktrict auch dann ein, wenn der 
Deserteur selbst, nach den Bestimmungen des vorhergehenden Artikels, nicht 
ausgeliefert wird. 
" Artikel 6. 
Die Auslieferung geschieht in der Regel freiwillig, und ohne erst eine 
Regquisition abzuwarten. Sobald daher eine Militair= oder Civilbehörde einen 
jenseitigen Deserteur entdeckt, wird sofort die Auslieferung desselben, so wie 
der bei ihm etwa vorgefundenen Effekten, Pferde, Waffen 2c. veranlaßt. 
Artikel 7. 
Sollte aber ein Deserteur der Aufmerksamkeit der Behörden desjenigen 
SEtaates, in welchen er übergetreren ist, entgangen seyn, so wird dessen Aus- 
lieferung sogleich auf die erste desfallsige Requisition erfolgen, selbst dann, 
wenn er Gelegenheit gefunden hätte, in dem Militairdienste des gedachten 
Staates angestellt zu werden. Nur wenn über die Richtigkeit wesentlicher 
in der Requisition angegebener Thatsachen, welche die Auslieferung überhaupt 
bedingen, solche Zweifel obwalten, daß zuvor eine nähere Aufklärung derselben 
Koischen der requirirenden und der requirirten Behörde nöthig wird, ist der 
Auslieferung Anstand zu geben. 
Artikel 8. 
Die im vorstehenden Artikel erwähnten Requisitionen ergehen Preußischer 
Seits, in Hinsicht bereits zum Dienste angenommener Deserteurs, an den 
jedesmaligen Militair-Chef der Hamburger Garnison, in allen übrigen Fällen 
aber an den dortigen Polizeiherrn, und Hamburgischer Seits in Hinsicht schon 
zum Dienst angenommener Deserteurs, an das General-Kommando der Pro- 
vinz, worin sich det Deserteur befindet; in allen uͤbrigen Faͤllen aber an die 
betreffende Preußische Provinzial-Regierung. 
Artikel 9.
        <pb n="47" />
        — 39 — 
Artikel 9. 
An Unterhaltungskosten werden der ausliefernden Seite fuͤr jeden De 
serteur, vom Tage seiner Verhaftung an bis zum Tage der Auslieferung ein- 
schließlich, fuͤr den Tag Drei Groschen Preußisch Kourant, fuͤr ein Pferd 
aber taͤglich Sechs Pfund Hafer, Acht Pfund Heu und Drei Pfund Stroh, 
Berliner Gewicht, den Zentner zu 110 Pfund, gut gethan. Die Berechnung 
der Futterkosten geschieht nach den Marktpreisen des Orts oder der naͤchsten 
Stadt, wo die Arretirung geschehen ist, und die Bezahlung erfolgt, ohne die 
geringste Schwierigkeit, gleich bei der Auslieferung. Wenn auf die auszu- 
liefernden Deserteurs, nach ihrer zum Zweck der Auslieferung erfolgten Ver- 
haftung, wegen Krankheit höhere Verpflegungskosten haben verwendet werden 
müssen, so werden diese ebenfalls sofort bei der Auslieferung, jedoch auf den 
Grund einer mitzutheilenden besonderen Berechnung, erstattet. 
Artikel 1o. 
Außer diesen Kosten, und der im nachfolgenden Artikel II. bemerkten 
Belohnung, kann ein Mehreres unter irgend einem Vorwande, wenn auch 
gleich der auszuliefernde Mann unter den Truppen des Staates, der ihn 
auszuliefern hat, angeworben seyn sollte, etwa wegen des Handgeldes, ge- 
nossener Löhnung, Bewachung und Fortschaffung, oder wie es sonst Namen 
haben möchte, nicht gefordert werden. 
Artikel II. 
Dem Unterthan, welcher einen Deserteur einliefert, soll eine Gratifika- 
tion von Fuͤnf Thalern Preußisch Kourant fuͤr einen Mann ohne Pferd, und 
von Jehn Thalern Preußisch Kourant für einen Mann mit dem Pferde ge- 
reicht, von dem ausliefernden Theile vorgeschossen, und sofort bei der Aus- 
lieferung wieder erstattet werden. 
In Rücksicht anderer ausgetretener Militairpflichtigen, die nicht nach Arc. 2. 
in die Klasse der eigentlichen Deserteurs gehören, füällt dieses Kartelgeld weg. 
Artikel 12. 
Ueber den Empfang der Artikel 0. und 11. gedachten Kosten- und 
Gratifikations-Erstattung hat die ausliefernde Behörde zu quittiren. Des 
etwa nicht sofort auszumittelnden Betrages der zu erstattenden Unkosten halber 
ist aber die Auslieferung des Deserteurs, wenn derselben sonst kein Bedenken 
entgegen steht, nicht aufzuhalten. 
Artikel 13. 
Allen Behörden, besonders den Grenzbehörden, wird es strenge zur 
Pflicht gemacht werden, auf die jenseitigen Deserteurs ein wachsames Auge 
zu haben, und daher einen jeden, aus dessen Aussagen, Kleidung, Waffen 
82 oder
        <pb n="48" />
        — 40 — 
oder anderen Anzeichen sich erglebt, daß et ein solcher Desertenr sey, sogleich, 
ohne erst eine Requisttion deshalb abzuwarten, unter Aufticht zu euen, 
oder nach Umständen zu verhaften. 
Artikel 14. 
Alle nach der Verfassung der beiderseitigen Staaten Referve= oder 
Landwehr= und überhaupt Milikairpflichtige Unterthanen, welche sich von Zeit 
der Publikation dieser. Konvention an, in die Lande ESr. Majestát des Knigs 
von Preußen, oder in das Gebiet der freien Hansestadt Hamburg, oder zu 
den Truppen eines der paziszirenden Staaten begeben, sind auf vorgänsige 
Reklamation der Auslieferung ebenfalls unterworfen, und es soll mil dieser 
Auslieferung im übrigen, sowohl in Hinsicht der dabei zu beobachtenden Form, 
als auch wegen der zu erstattenden Verpflegungsrofe en, eben so gehalten 
werden, wie es wegen der Auslieferung militairischer Deserteurs in dieser 
Konvention bestimmt ist. · 
Bei allen solchen Auslieferungen aber, welche von der Obrigkeit auf 
jenseitige Requisition bewirkt werden, wird ein Kartelgeld nicht entrichtet. 
Artikel 15. 
Den beiderseitigen Behörden und Unterthanen wird strenge untersags 
werden, Deserreurs oder solche Militairpflichtige, die ihre desfallsige Be- 
freiung nicht hinlänglich nachweisen können, zu Kriegsdiensten anzunehmen, 
deren Aufenthalt zu verheimlichen, oder ditselben, um sie etwanigen Rekla- 
mationen zu entziehen, in entferntere Gegenden zu befördern. Auch soll es 
nicht gestartet werden, dag von irgend einer fremden Macht dergleichen Indi- 
iduen innerhalb der Staaten der kontrahirenden Theile angeworben werden. 
Artike! 10. 
Wer sich der wissentlichen Verhehlung eines Deserkenrs oder Militair= 
pflichtigen, und der Beförderung der Fuucht desselben schuldig macht, wird 
mit einer nachdrücklichen Geld= oder Gefängnißstrafe belegt. 
Artikel 7. 
Gleichmäßig wird es den Unterthanen beider kontrahirenden Staaten 
amtersagt werden, von einem jenseitigen Deserkeur, Pferde, Sartel= und. 
Reitzeng, Armatur= und Montirungsstücke zu kaufen, oder sonst an sich zu 
bringen. Der Uebertreter dleses Verbots wird nicht allein zur Herausgabe 
bergleichen an sich gebrachter Gegenstände, ohne den mindesten Ersatz, oder 
zu Erstamung des Werths angehallen, sondern noch überdem mit willkührli- 
cher Geld= oder Gefängnißstrafe belegt werden, wenn bewiesen wird, daß er 
wissentlich von einem Deserteur elwas gekauft, oder an sich gebracht hat. 
Artikel 18.
        <pb n="49" />
        — 41 — 
Artikel 18. 
Jebe gewaltfamt oder heimliche Anwerbung im fenseitigen Territorio, 
Verführung jenseitiger Soldaten zur Desertion, oder anderer Unterthanen 
zum Auotreken mit Verletzung ihrer Militairpflicht, ist streng untersagt. Wer 
eines solchen Beginnens wegen in dem Staale, wo er sich dessen schuidig 
gemacht, ergriffen wird, ist der gesetzlichen Bestrafung desselben unterworfen. 
Wer sich aber dieser Bestrafung durch die Flucht eniziehr, oder von seinem 
Vaterlande ans auf obige Arr auf jenseitige Unterrhanen zu wirken secht, 
wird auf desfallsige Requisition in seinem Vaterlande zur Untersuchung und. 
nachdrücklichen Strafe gezogen werden. 
Artikel 70. 
Diejenigen, welche vor Bekanntmachung dieser Konvention von den 
Truppen des einen der kontrahirenden Staaten desertirt sind,, und entweder 
bei denen des andern Staats Militairdienste genommen haben, oder sich, 
ohne dergleichen wiederum ergriffen zu haben, in dessen Terricorio aufhalten, 
sind der Reklamation und Auslieferung nicht unterworfen. 
Artikel 20. 
Den Landeskindern beider Theile, welche zur Zeit der Pubkikation 
wirklich in dem Militairdienst bes andern Staats sich befinden, soll die Wahl 
freistehen, entweder in ihren Geburtsort zuruͤckzukehren, oder in den Dien- 
sten, in welchen sie sich befinden, zu bleiben. Doch muͤssen sie sich laͤngstens 
binnen einem Jahre, nach Publikatson gegenwärtiger Konvention, desfalls 
bestimmt erklären, und es soll denjenigen, welche in ihre Heimath zurückkeh- 
ren wollen, der Abschied unweigerlich ertheilt werden. Bei freiwilligen 
Kapitulanten treten diese Bestimmungen erst nach Ablauf der Kapitulation ein. 
Artikel 21. 
Gegenwärtige Konvention wird beiderseits, zu gleicher Zeit, zur genaue- 
sten Befolgung publizirt werben, und ist gülkig und geschlossen auf Sechs 
Jahre, mit stillschweigender Verlängerung, bis zu erfolgender Aufkündigung, 
welche sodann jederzeit jedem der kontrahirenden Theile ein Jahr voraus 
freisteht. 
Wann auf dem Bundestage jedoch allgemeine Beschlüsse gefaßt wär- 
den, welche mit den vorstehenden Bestimmungen unvereinbar sind, so wird das 
bundesschlußmäßige Verfahren künftig an die Seelle treten. 
So geschehen und ee Berlin, den Zten Mai 1818. 
Koͤnigl. Preuß. ninn der auswaͤrtigen Angelegenheiten. 
von Jordan. 
  
[Ne. 472.)
        <pb n="50" />
        No. 477.) Bekanntmachung über dile- wischen Preußen und den Hansestädten Hamburg, 
#beck und Bremen abgeschlossenen Kartel-Konventionen. Vem 19ten 
Mai 1818. 
D. vorstehende Kartel-Konvention mit der freien Hansestadt Hamburg 
wird nach dem Allerhöchsten Willen Sr. Majestät des Königes mit dem 
Beifügen hiermit zur öffentlichen Kenntniß und allgemeinen Beachtung publi- 
zirt, daß auch mit den freien Hansestädten Lübeck und Bremen ähnliche Kar- 
tel-Konventionen abgeschlossen, und von dem Ministerio der auswärtigen 
Angelegenheiten resp. unter dem Zten und 10ten d. M. vollzogen worden 
sind. Da die einzige Abweichung derselben von dem Inhalte der vorstehen- 
den Kartel-Konvention nur darin besteht, daß statt der im Artikel 8. genann- 
ten besonderen Behörden, die Senate zu Lübeck und resp. zu Bremen selbst 
als diejenigen Behörden bezeichnet sind, an welche die diesseitigen Requisitio= 
nen in Auslieferungs-Angelegenheiten ergehen sollen; so dient Gegenwärtiges 
zugleich statt der ausführlichen Publikation der beiden genannten, übrigens 
wörtlich gleichlautenden, Kartel-Konvemionen. 
Berlin, den loten Mai 1818. 
Der Staats-Kanzler 
C. Fürst v. Hardenberg. 
  
(No. 472.) Bekanntmachung über die Kartel-Konvention zwischen Preußen und Schaum- 
burg -elppe. Vom 4ten Mai 1818. 
—— der Königlich-Preußischen und Fürstlich-Schaumburg-Lippeschen 
Regierung, ist unter dem 10ten Februar und den dten dieses eine Kartel- 
Konvention abgeschlossen worden, welche mit der in Nr. 457. der Gesetz- 
sammlung publizirten Kartel-Konvention mit der Fürstlich-Lippe-Detmoldischen 
Regierung völlig gleichlautend ist. 
Indem diese Konvention, welche vom Tage der beiderseits zu gleicher 
JZeit zu bewirkenden Publikation an in Kraft tritt, hierdurch zur allgemeinen 
Kenntniß gebracht wird, ist es der Wille Seiner Majestät des Königs, daß 
dieselbe von allen Militair= und Civil-Behörden, wie auch von sämmtllichen 
Allerychst-Ihren Unterthanen in allen Stücken auf das Genaueste befolgt werde. 
Berlin, den Aten Mai 1818. 
C. Fürt v. Hardenberg. 
— J 
(No. 473.)
        <pb n="51" />
        [o. 473.) Berordnung bber die Verschuldung der Lehen und Fideikommisse bei Ausein- 
andersetzung der Gutsherren mit den Bauern. Vom gien Mai 1818. 
Wir Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden, Koͤnig von 
Preußen r. #1 
In Unserm Edikt vom läáten September 1811., die Regulirung der 
gutsherrlichen und bäuerlichen Verhältnisse betreffend, haben Wu §. ö6. ver- 
ordnet, daß die Besitzer von Lehen und Fideikommissen gewisse Verfügungen 
über die von ihnen besessenen Güter auch ohne Konsens der Agnaten vorku- 
nehmen befugt seyn sollen. 
Wir haben diese Verordnung in Unserer Deklaration vom 20sten Mai 
1816. Art. 50 — 30. dahin näher bestimmt, dat die unbedingte Gültigkeit 
solcher Verfügungen von dem nachfolgenden Beweise wirklicher Verwendung 
des eingenommenen Darlehns oder Kaufgeldes abhängig seyn solle. Da sich 
aber bei der Anwendung dieser letzten Vorschrift große Schwierigkeiten gefunden 
haben, indem Gläubiger und Köufer in ein solches Geschäft von ungewisser 
Gültigkeit sich einzulassen Bedenken tragen; so verordnen Wir hierüber, nach 
erfordertem Gutachten Unsers Staatsraths, wie folgt: 
5. I. 
Wenn der Besitzer eines Lehen= oder Fideikommiß-Gutes die ihm in 
den genannten Verordnungen verstattete Verpfändung oder Verdußerung vor- 
nehmen will; so hat er zuvor die Festsetzung seines Geldbedarfs durch die 
General= Kommist on in der Art zu bewirken, wie sie in der Deklaration vom 
29sten Mai 1816. Art. 54. vorgeschrieben ist. 
S. 2. 
Ist diese Festsetzung erfolgt, und von der General-Kommission artestirt; 
so muß die Hypothekenbehoͤrde jede innerhalb der festgesetzten Summe vorge- 
nommene Verpfäncung oder Verdußerung unbedingt eintragen, dergestalt, 
daß die Sicherheit des eingetragenen Gläubigers oder Käufers von dem Be- 
weise wirklicher Verwendung des Geldes völlig unabhängig ist. 
§. 3. 
Die General-Kommission ist aber berechrigt und verpflichtet, den Guts- 
besitzer zur gesetzlichen Verwendung des Geldes anzuhalten, und sie ertheilt 
demselben nach gefuhrtem Beweise, oder nach befundener Richtigkeit der An- 
gabe bei angestellter Revision, ein Atest über diese Verwendung. 
. 4.
        <pb n="52" />
        9. 4. 
Alle Agnaten oder Anwaͤrter, denen ein Sukzessionsrecht in dieses Lehen 
oder Fideikommiß zusteht, sind berechtigt, sich die Beobachtung der im §. 3. 
gegebenen Vorschrift nachweisen zu lassen. 
g. 5. 
Durch gegenwärtige Verordnung wird demnach Unsere Deklaration vom 
29sten Mai 1816. K. 56 — 59., insofern darin von Lehen= und Fideikommiß-= 
gütern die Rede ist, außer Kraft gesetzt. 
Urkundlich haben Wir diese Verordnung Höchsteigenhändig vollzogen, 
und mit Unserm Königlichen Insiegel bedrucken lassen. 
Gegeben Berlin, den oten Mai 18193. 
(L. S.; Friedrich Wilhelm. 
C. Fü#rst v. Hardenberg. o. Altenstein. 
WBeglaubigt: 
Friese.
        <pb n="53" />
        = 45 — 
Gesetz-Sammlung 
für die 
Königlichen Preußischen Staaten. 
  
SJNo-. 6.— 
  
(No. 474.) Allerhöchste Kabmetsorder vom 7ten Mai 1318., daß die in den Festungen 
befinduchen Bau-Gefangenen mit doppeltfarbiger Kleidung versehen wer- 
den sollen. 
- 
Ich habe auf Ihren, in Gemeinschaft mit dem Justizminister von Kircheisen, 
erstatteten Bericht vom I zten Januar d. J., die vorgeschlagene Maaßregel, 
dag sämmtliche in den Festungen der Monarchic befindliche Baugefangene, um 
sie im Entweichungsfalle zu erkennen, mit doppeltfarbiger Kleidung versehen 
werden sollen, genehmigt. Nach Ihrem weitern Antragr überlasse Ich Ihnen, 
zu beiden Farben grau und gelb zu bestimmen. 
Berlin, den vten Mai 1818. 
Friedrich Wilhelm. 
An 
den Kriegsminister, Generallieu##enant v. Boyen. 
  
Jo. 475.) Verordnung wegen Einführung des Allgemeinen Landrechts und der Allgemeinen 
Gerichts-Ordnung in den nut den Preußischen Staaten vercinigten, zwi- 
schen den ältern Provinzen belegenen Oisterikten und Ortschaften, und we- 
gen Einrichtung des Hypotbekenwesens in dersäben. Vom 25flen Mai 1818. 
Wir Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden, Koͤnig von 
Preußen ꝛ. ꝛ. 
Thun kund und fuͤgen hierdurch Jedermann zu wissen: 
In verschiedenen mit Unserm Staate neuvereinigten einzelnen Distrik- 
ten und Ortschaften, welche von größern Uns zugehörigen Landes-Theilen 
umschlossen sind (Enklaven), ist die Einführung Unserer Gesetze, obgleich die 
Jabrgang 1818. 6 Publi- 
(Ausgegeben zu Berlin den riten Juni 1818.)
        <pb n="54" />
        Publikations-Patente vom oten September 1814., 22sten April, Oten und 
Ioöten November 18106. auf selbige sich nicht beziehen, durch vorläusige An- 
ordnungen bereits erfolgt; in andern sind die unter den vorigen Regterungen 
bestandenen Gesetze bisher noch gültig geblieben. 
Zur völligen Bestimmung der neuen Rechtsverhältnisse in den vorge- 
dachten Bezirken und Ortschaften, verordnen Wir nach erfordertem Gutachten 
Unjers Staatsraths Folgendes: 
§. I. 
In denjenigen jener Distrikte und Ortschaften, welche im Jahre 1813. 
mit den mit Unserm Staate wiedewereinigten Provinzen zwischen der Elbe 
und dem Rbein zugleich oder auch erst im Jahre 181 4., in Besitz genommen 
und darauf in Gemäßheit der Wiener Kongreßakte, mit Unserm Staate ver- 
einigt worden sind, namentlich: 
dem Fürstenthum Corvey; 
den Besitzungen der Fürsten von Salm-Salm, Salm-Korburg, und Salm- 
Horstmar, wie auch des Herzogs von Croy; 
dem Preußischen Antheile der Besitzungen des Herzogs von Looz-Corswaren; 
den Grasschaften Riltberg, Steinfurt, Hohen = Limburg und Oortmund, 
Recklinghausen, Barby und Gommein nebst Elbenau; 
den mit dem aufgelöseten Königreich Westphalen vereinigt gewesenen Thei- 
len des vormals sachsüchen. Antheils der Grafschaft Mansfeld; 
der vormaligen Reichs-Baronie Schauen; 
den Herrschaften Rheda und Gütersloh, Anpholt, Werth und Gehmen; den 
Aemteen Broich und Stprum; Treffurth und Dorla, sächsischen Antheils 
und so welter, 
hat es bei den Bestimmungen des Patenks vom oten September 1814., init 
Näcksicht auf welche Unsere Gesetze, rach Anleitung der Kabinetsorder vom 
20 sten Nevember 1813.. bereits seit dem sten Januar 1815. eingeführt sind, 
sein Bewenden. 
Ein Gleiches findet in Absicht der Stadt Lippstadr, zufolge der Ver- 
einbarung mit der Fürstlich-Lippe-Octmoldschen Regierung, Slakt. 
2. 
In denjenigen später, in Gemäßheit der Wiener Kongreßakte, und be- 
sonderer Staats= Berträge mit den Königreichen der Niederlande und Hanno- 
ver, mit dem Großherzoge zu Sachsen-Weimar und mil dem Fürsten zin 
Schwarz-
        <pb n="55" />
        — ar — 
Schwarzburg, zu Unserm Staat gekommenen Laͤndertheilen und Ortschaften, 
weiche nachstehend benannt sind, naͤmlich: 
den vormals Hannoͤverschen Aemtern Reckenberg und Klötze, und den Dör- 
fern Rüdigershagen und Göänseteich; 
dem Amte Bodungen, den Gerichten Allersberg und Hainröden, und den 
Ortschaften Utterode und Bruchstädt, welche aus Schwarzburg-Sonders- 
hausenscher Landeshoheit an Unsern Staat übergegangen sind; den vor- 
mals zum Königreich Böhmen gehörigen, in den Preußischen Antheil der 
Oberlausitz eingeschlossenen Orschaften Güntersdorf und Nieder-Ger- 
clachsheim, mit deren Zubehör; 
dem vormals Schwarzburg= NRudokskabtschen Dorfe Wohlkramshausen; 
den Aemtern Heringen und Kelbra; 
dem vormals Sachsen-Weimarschen Dorfe Ringleben, und den durch den 
Grenz-Rezeß vom 7ten Oktober 1810. auf dem rechten Rheinufer von 
dem Königreiche der Niederlande zu Unserm Sctaate gekommenen Ort- 
schaften, 
sollen das Allgemeine Landrecht und die Allgemeine Gerichts-Ordnung nebst 
den nachher erfolgten abändernden, erganzenden und erlduternden Bestimmun- 
gen vom IAsten Oktober dieses Jahres an, gesetzliche Kraft haben. 
. 3. 
Es finden dabei die Bestimmungen der Patente wegen Eiführung Un- 
serer Gesetze in den mit Unserm Staate vereinigren vormals sächsischen Pro- 
vinzen vom 22sten April und 15ten November 1816. Anwendung, so weit 
sich selbige nicht auf den darin festgesetzten Termin der eintretenden Gesegzes- 
kraft, so wie auf die eigenthümliche Verfassung der gedachten Provinzen, be- 
zieben. In Absicht der Niederländischen Abtretungen dient das Patent vom 
oten September 181.1. zur Richsschnur. 
#. 4. 
In saämmtlichen, I#. 1. und 2. genannten Distrikten und Ortschaften sol- 
len die Vorschriften des Hypotheken-Parents vom. 2sten Mai 1815., in so- 
fern es noch nicht geschehen ist, ebenfalls zur Ausführung gebracht werden. 
Die in den. 9&amp;#. 2- und 3. dieses Patents bestimmte Frist zur Nachweisung 
des Besitzritels, und zur Anmeldung der Real-Ansprüche, wird bis zum Isten 
Mai 18190. und die im §. 7. nachgelassene Frist zur Provokation auf die 
Ausmictelung, des Vorzugsrechts wird bis zum Tsten November 1810. hinaus- 
gesetzt. 
Wir
        <pb n="56" />
        Wir befehlen allen und jeden Unserer Unterthanen in den §&amp;6. 1. und 2. 
genannten Distrikten und Ortschaften besonders den Gerichten und Beamten, 
sich nach dieser Verordnung genau zu achten. 
Des zu Urkund haben Wir gegenwärtige Verordmmg Hochsteigenhäu- 
dig vollzogen und mit Unserm größern Königlichen Insiegel bedrucken lassen. 
Gegeben Potsdam, den 25sten Mai 18138. 
(L. S.) Friedrich Wilhelm. 
C. Fürst v. Hardenberg. v. Altenstein. 
Beglanbigt: 
Friese.
        <pb n="57" />
        Geset-Sammloyng 
für die 
Königlichen Preußischen Staaten. 
  
No. 7.— 
  
(No. 476.) Bekanntmachung über die Kartel-Konvention Fischen Preußen und Ehur= 
Hessen. Vom assten Imi 1818. 
Zhicchen der Koͤniglich-Preußischen und der Churfuͤrstlich-Hessischen Regierung 
ist unter dem 13ten Mai und 2ten Junlus d. J. eine Kartel-Konvention 
geschlossen worden, welche mit der, in No. 421. der Gesetzsammlung publi- 
zirten, Kartel-Konvenkion mit dem Königreiche Sachsen vom I ten April 1817., 
in allen Punkten, bis auf folgende Modifikationen, übereinstimmt. 
Irm Artibel 6. sind diesseits PHaderborn und Heiligenstadk, jenseits 
aber Witzenhausen und Hofgeismar zu Auslieferungs -Orten bestimmt 
worden. 
Im Artikel 0. ist Churfürstlich-Hessischer Seits das General-Kriegs- 
Kollegium zu Cassel, als diejenige Behörde bestimmt worden, an welche die 
diesseitigen Requisitionen in Auslieferungsfällen zu richren sind. 
Im Artikel r. ist Casseler Gewicht, den Zencner zu Einhunbdert und 
Acht# Pfund, bei Festsetzung der zu vergütigenden Rationen für die Pferde der 
Deserteurs angenommen worden. 
Indem auf diese Art die Bestimmungen der gedachten, mit der Chur- 
fürstlich= Hessischen Regierung abgeschlossenen, Kartel -Konvenrion zur al- 
gemeinen Kenntniß gebracht werden, ist es der Wille Sr. Majestät des Käm gs, 
daß dieselbe vom Tage ihrer Publikation an, in völlige Kraft trete, und von 
Jahrhang 1818. 5 allen 
(Ausgegeben zu Berlin den rsten Juli 2####8.)
        <pb n="58" />
        — 50 — 
allen Militair= und Civil-Behörden, wie auch von sämmtlichen Allerhöchst- 
Ihren Unterthanen in allen Stücken auf das Genaueste befolgt werde. 
Berlin, den 25sten Juni 1818. 
Der Staatskanzler' 
C. Fürst v. Hardenberg. 
No. 477.
        <pb n="59" />
        No. 477.) Bekanntmachung uͤber die Kartel-Konvention zwischen Preußen und Mecklen- 
burg-Strelitz. Vom 25sten Juni 1818. 
Zoishen der Käniglich-Preußischen und der Großherzoglich-Mecklenburg- 
Sctrelitzschen Regierung, ist unter dem 28sten Mai d. J. eine Kartel-Konven- 
tion abgeschlossen worden, welche in allen wesentlichen Bestimmungen mit 
der, durch die Cesetzsammlung No. 460. publizirten, Kartel-Konvention 
vom Zten Mai d. J. mit der Großherzoglich-Mecklenburg = Schwerinschen 
Regierung gleichlamend ist. Statt des vollständigen Abdruckes derselben, 
genügt zur nädhern Kenntniß der Verschiedenheir, daß 
1) der Lote Artikel der Konvention vom 3Zten Mai, als in besonderem 
Verhältnisse begründet, in der Kartel-Konvencion mit der Großherzog= 
lich-Mecklenburg-Strelitzschen Regierung gänzlich fehlt, und daher die 
Artikel 10. bis 25. der letzteren mit den Artikeln II. bis 26. der ersteren 
übereinstimmen; 
2) Statt der im Artikel 21. der Konvention vom Zten Mai erwähnten 
früheren Ministerial -Vereinigung vom Zten und IIten August 1813., 
in der Konvention mit Mecklenburg-Strelitz auf die Vereinigung vom 
Tten Julius 1813. Bezug genommen worden ist; 
3) im Artikel 6. Königlich-Preußzischer Seits die Stadt Prenzlau, und 
Großherzoglich-Mecklenburg-Strelitzscher Seics die Residenzstadt Neu- 
Strelitz zu Ablieferungsorten bestimmt sind. 
Indem diese Konvention, welche vom Tage der beiderseits zu gleicher 
Zeit zu bewirkenden Publikation an, in Kraft trilt, hierdurch zur allgemeinen 
Kenntniß gebracht wird, ist es der Wille Seiner Majestär des Königs, daß 
dieselbe von allen Militair= und Civil-Behörden, wie auch von sämmtlichen 
Allerhochst-Ihren Unterthanen in allen Stücken auf das Genaueste befolgt werde. 
Berlin, den 25fü#en Juni 1818. 
Der Staakskanzler 
C. Farst v. Hardenberg,
        <pb n="60" />
        <pb n="61" />
        — 53 
Gesetz-Sammlung 
fuͤr die 
Königlichen Preußischen Staaten. 
  
— No. 8. —. 
  
Ne. 478.) Katifkatlons, Urkunde der zwischen Seiner Milestät dem Kbnige von Preu- 
Hhen und Seiner Majestät dem Könige von Baiern am sten Mai 18138. 
abgeschlossenen Uebereinkunft wegen wechselseitiger Uebernahme der Va- 
tabuuden und Ausgewiesenen. De dato ben alsten desselben Monats. 
Wi Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden, Koͤnig von 
Preußen ꝛc. x. 
Thun kund und fuͤgen hiermit zu wissen: 
Daß, nachdem Wir von der zwischen Uns und Sr. Majestaͤt dem Roͤnige 
von Baiern amoten Mai d. J. abgeschlossenen Uebereinkunft, wegen wechselseitiger 
Uebernahme der Vagabunden und Ausgewiesenen, welche wörrlich also lautet: 
Seine Majestät der König von Preußen, und Seine Majestat der Koͤ- 
nig von Baiern, uͤberzeugt von der Nothwendigkeit, in Räcksicht der wech- 
selseitigen Uebernahme der Vagabunden und Ausgewiesenen, Sich über 
gewisse Grundsätze zu vereinigen, haben die unterzeichneten Bevollmäch= 
rigte, und zwar Seine Majestät der König von Preußen: 
Allerhöchst-Ihren wirklichen Geheimen Legations-Rath, Chef der zweiten 
und dritten Section des Ministeril der auswärtigen Angelegenheiten, Rirter 
des rothen Adler-Ordens zweiter Klasse mit Eichenlaub, Inhaber des ei- 
sernen Kreuzes zweiter Klasse, Rilter des Kaiserlich-Russischen St. Annen- 
Ordens erster Klasse, Großkrenz des Civil-Verdienst-Ordens zur Baierschen 
Krone, Nitter des Königlich= Schwedischen Nordstern-Ordens erster Klasse, 
Commandeir des Kaiserlich-Oesterreichischen Leopold-Ordens, Commandeur 
des Königlich= Dänischen Dannebreg-Ordens, Ritter des Kaiserlich-Rufsi- 
schen St. Wladimir-Ordens dritter Klasse, Ritter des Spanischen Ordens 
Carl des III., Ludwig von Jordan; 
Seine Majestt der König von Baiern aber: 
Allerhöchst-Ihren Kämmerer, General-Lieutenant. außerordemlichen Ge- 
sandten und bevollmächtigten Minisier am Königlich-Preußischen Hofe, Kom- 
menthur des Johanniter-Ordens, Großkreuz des Baierschen Civil-Ver- 
dienst-Ordens, Rilter des Militair-Mar-Joseph-Ordens, Großkrenz des 
Jabrsang 18618. J Kai- 
(Ausge. in den isten Annud 1818.)
        <pb n="62" />
        — 44 — 
Kalserlich-Rufsischen St. Annen-Ordens, Offizier des Khniglich-Franzes- 
sehen Ordens der Ehrenlegion, Grafen Joseph von Rechberg-Ro- 
thenlöwen, 
zur Unterhandlung über diesen Gegenstand beauftragt; von welchem hierauf, 
nach Auswechselung ihrer respektiven Vollmachten, folgende Uebereinkunft, 
unter Vorbehalt Allerhöchster Genehmigung, abgeschlossen worben ist. 
#. I. Es soll in Zukunft kein Bagavunde oder Verbrecher in das Ge- 
biet des aondern der beiden hohen kontrahirenden Theile ausgewiesen werden, 
wenn derselbe nicht entweder ein Angehöriger desjenigen Staates ist, welchem er 
ugewiesen wird, und in demselben sein Heimwesen zu suchen hat, oder doch 
durch das Geiet desselben, als ein Angehöriger eines rückwärts liegenden 
Staates, nathwendig seinen Weg nehmen muß. 
#&amp;#. 2. Als Staatsangehbrige, deren Uebernahme gegenseitig nicht ver- 
agt werden darf, sind anzusehen: 
2) alle diejenigen, deren Bater, oder, wenn sie außp#er der Ehe erzeugt wur- 
den, deren Mutter, zur Zeil ihrer Geburt in der Eigenschaft eines Unter- 
thans mir dem Staat in Verbindung gestanden hat, ader, welche aus- 
drücklich zu Unterrhunen aufgenommen worden sind, ohne nachher wie- 
der aus deim Unterthansverbande entlassen warden zu seyn, oder ein an- 
derweitiges Heimathrecht erworten zu haben; 
P) diejenigen, welche von heimathlosen Eltern zufällig innerhalb des Staars- 
gebiets geboren sind, so lange sie nicht in einem andern Staate das Unter- 
thanenreche, nach dessen Versassung, erworben, oder sich daselbst mit An- 
legung einer Wirthschaft verheirathet, oder darin, unter Zulassung der 
Obrigkeit, Zehn Jahre lang gewohnt haben; 
O diejenigen, welche zwar weder in dem Staategebirte geboren sind, noch das 
Unterthaneurecht, nach dessen Verfessung, erworben haben, hingegen 
vach Auxrgebung ihrer vorherigen sta###sbürgerlichen Vrrhältnisse, ader 
Aberhaupt als. heimathlos, dadurch in naͤhere Vervindung mit dem 
Staate getreten stud, daß sie sich daselbst unter Amegung einer Wirth- 
schast verheta haben, oder, daß ihnen während eines 3 Uuranme von Zehn- 
IJlhren stillschweigend gestattet worden ist, darin ihren Wohnsitz zu haben. 
K. 3. Wenn ein Landstreicher ergriff. n wiro welcher in dem einen Sma# 
Mfällig geboren ist, in cinem andern aber das Unterthanenrecht ausdrückluch er- 
worben, oder mit Anlegung einer Wirthschaft sich verheirathet, oder durch 
zernjährigen Aufenthalt sich einheimisch gemacht h.u## so ift der letztere Staat, 
vorzugsweise, ihn aufzunehmen verbenden. Trufft has auedrücklich erworbene 
Unrerthanenrecht in dem einen Staate, mit der Verheirathung oder ; bnjäh- 
rigen Wahnung in elnem andern Stafe, zusam'en; so ist das ersten. Ver- 
altniß entscheidend. Ist ein Heimathl ser in oein einrn Staaft in oie Uhe- 
Frtreten, in emem andern aber nach teiner Verheirarhung, wäyrend des be- 
fiimm
        <pb n="63" />
        stunmten Zeitramys von zehn Jahren, geduldet worden; so muß er in dem 
Ltein vei#h#e# serrden. 
&amp;. 4. Sind bei einem Vagabunden oder auszuweisenden Verbrecher keine 
der in den vorstehenden Paragraphen entrhaltenen Bestimmungen anwendbar, se 
muß derjenige Staat, in welchem er sich befindet, ihn vorläufig beibehalten. 
S S.Verheirathete Personen weiblichen Geschlechts, sind demjenigen 
Staate zuzuweisen, welchem ihr Chemann, vermäöge eines der angeführten Ver- 
bältnisse, zugehört. Wittwen sind nach eben denselben Grundsätzen zu be- 
handeln; es wäre denn, daß während ihres Wiftwenstandes eine Verände- 
rung eingetreten sey, durch welche sie nach den Grundsätzen der gegenwärtigen 
Uebereinkunft, einem andern Scaate zufallen. 
. 6. Befinden sich unter einer heimathlosen Familie Kinder unter 
14 Jahren, oder welche sonst wegen des Unterhalts, den sie von den Eltern ge- 
nießen, von denselben nicht gerreunt werden können, so sind solche, ohne Rücksicht 
auf ihren zufälligen Geburtsert, in denjenigen Staat zu verweisen, welchem, 
bei ehelichen Kindern der Vater, oder bei unehelichen die Multer, zugehört. 
Wenn aber die Mutter unehelicher Kinder nicht mehr am Leben ist, und letz- 
tere bei ihrem Vutex befindlich sind, so werden sie von dem Staate mit uͤber- 
nommen, welchem der Vater zugehörr. 
#. 7. Hat ein Staatsangehbriger durch irgend einc Handlung sich seines 
Bürgerrechts verlustig gemacht, ohne einen andern Staat zugehörig geworden zu 
seyn, so kann der erstere Staat der Beibehaltung oder Wiederannahme dessel- 
ben sich nicht entziehen. 
## 8.Handlungsdiener, Handwerksgesellen und Dienstboten, welche, 
ohne eine selbstständige Wirthschaft zu haben, in Diensten stehen, imgleichen 
Zöglinge und Studierende, welche der Erziehung oder des Unterrichts wegen, 
irgendwo verweilen, erwerben durch diesen Aufenthalt, wenn derselbe auch län- 
ger als Zehn Jahre dauern sollte, kein Wohnsitzrecht. 
K. . ODenjenigen, welche als Landstreicher, eder aus irgend einem an- 
dern Grunde ausgewiesen werden, hingegen in dem benachbarten Staate nach den, 
in der gegenwärtigen Uebereinkunft, festgestellten Grundsätzen, kein Heimwe- 
fen anzusprechen haben, ist letzterer, den Eintritt in sein Gebiet zu gestatten, 
nicht schuldig; es würde denn urkundlich zur völligen Ueberzeugung dargethan 
werden können, daß das zu übernehmende Individuum einem rückwärts lie- 
genden Staate zugehöre, welchem dasselbe nicht wohl anders, als durch das 
Gebeet des ersteren, zugeschickt werden kann. 
## 10. Säm##tlichen betreffenden Behörden wird es zur strengen Pflicht 
gemacht, die Absendung der Bagabunden in das Gebiet des andern der hohen 
kontrahirenden Theile, nicht blos auf die eigene unzuverlässige Angabe der- 
selben zu veranlassen, sondern, wenn das Verhältniß, wodurch der andere 
Staat zur Uebernahme eines Vagabunden konventionsmäßig verpflichtet wird, 
J a2 nicht
        <pb n="64" />
        nicht aus einem emverdächtigen Passe, oder aus andern völlig glanbhaften 
Urkunden, hervorgeht, oder, wenn die Angabe des Vagabunden nicht durch 
besondere Gründe und die Verhäli#nisse des vorliegenden Falles unzweifelhaft 
gemacht wird, zuvor die Wahrheit sorgfältig zu ermitteln, und nöthigen Falls 
bei der, vermeintlich zur Aufnahme des Vagabunden verpflichteten Behörde, 
Erkundigung einzuziehen. 
X II. Sollte der Fall eintreten, daß ein, von dem einen der hohen kon- 
trahirenden Theile dem andern Theile zum weitern Transporte in einem rückwärts 
liegenden Staat, zufolge der Bestimmung des §F. 0., zugefühmer Vagabunde, 
von dem letztern nicht angenommen würde, so kann derselbe wieder in denjc- 
nigen Staat, welcher ihn ausgewiesen hatte, zur vorläufigen Beibehaltung 
Frückgebracht werden. 
g. 2. Far die beiderseitigen Rheinlande werden Königlich-Preußischer 
Seits Saarbrück und Kreuznach, Königlich-Baierscher Seits Blies kastel 
und Alsey, zu Uebernahmsorten bestimmt. In solchen Fällen, wo aus und 
nach andern Provinzen der beiden hohen kontrahirenden Theile, der Transport 
von Vagabunden erforderlich wird, werden letztere an die nächste Polzzeibehörde 
desjenigen zwischenliegenden Seaats abgeliefert, durch dessen Geb#et der gerade 
Weg vom Orte der Ergreifung aus nach der Grenze des zur Uebernahme ver- 
ptchesen Staats führr. 
§. 13. Die Ueberweisung der Vagabunden geschieht in der Regel ver- 
mittelst Transports und Abgabe derselben an die Polizeibehörde desjenigen Ortes, 
wo der Transport als von Seiten des ausweisenden S#aats beendigt anzusehen 
ist. Mit den Vagabunden werden zugleich die Beweisstücke, worauf der 
Transport konventionsmägig gegründet wird, übergeben. In solchen Fällen, 
wo keine Gefahr zu besorgen ist, können einzelne Vagabunden auch mittelst 
eines Laufpasses, in welchem ihnen die zu befolgende Route genau vorge- 
schrieben ist, in ihr Vaterland gewiesen werden. 
Es sollen auch nie mehr als drei Personen zugleich auf den Transport 
gegeben werden, es wäre denn, daß sie zu einer und derselben Familie gehs- 
ren, und in dieser Hinsicht nicht wohl getrennt werden können. 
Größere, sogenannte Bagantenschube, sollen künftig nicht statt finden. 
kb 14. Da die Ausweisung der Vagabunden nicht auf Regquisition des zur 
Annabme verpflichteten Staats geschieht, und dadurch zunächst nur der eigne 
WVorhheil des ausweisenden Staates bezweckt wird, so können für den Trans- 
port und die Verpflegung der Vagabunden, keine Anforderungen an den über- 
nehmenden Staat gemacht werden. 
Wird ein Auszuweifender, welcher einem rückwärts lisgenden Staate 
zugeführt werden soll, von diesem nicht angenommen, und deshalb nach F. II. 
in denjenigen Staat, welcher ihn ausgewiesen hatte, zurückgebracht; so muß 
letzterer auch die Kosten des Transporrs und der Verpflegung erstatten, wel- 
ch# bei der Zurückführung aufgelaufen sind. S. 15.
        <pb n="65" />
        g. 15. Vorstehende Uebereinkunft soll, nach erfolgter beiderseitiger 
Raristkation, in den Seaaten der hohen kontrahirenden Theile, zur genaus- 
sten Befolgung bekannt gemacht werden. 
Zur Beglaubigung dessen haben die respektiven Bevollmächtigten die- 
selbe unterzeichnet und besiegelt. 
So geschehen Berlin, den gten Mai 1818. 
(I. S.) Ludwig v. Jordan. (IS#.) Joseph Graf v. Rechberg. 
Kenntniß genommen und sie in allen ihren Punkten Unserm Willen gemäáß 
befunden, Wir die gedachte Rebereinkunft genehmiget und ratifiziret haben, 
wie Wir sie durch die gegenwärtige Urkunde genehmigen und ratifziren; 
Wir geben Unser Königliches Worrt,für Uns und Unsere Nachfolger, diese 
Uebereinkunft zu erfüllen und aufrecht zu erhalten, auch keine Eingriffe in 
dieselbe zu gestatten. 
Des zu Urkund haben Wir die gegenwärtige Ratifikation eigenhändig 
unterschrieben und mit Unserm Königlichen Insiegel versehen lassen. 
Gegeden Berlin, den Zsten Mai 1818. 
(I. 8.) Friedrich Wilhelm. 
C. Fürst v. Hardenberg. 
  
(Wo. 479.) Erklrung wetzen ber, zwischen der Königlich, Vrrußischen und Großhergog 
lich= Heisen = Darmstädrischen Regierung verabredeten Fretzügigkeir, in 
Betreff der zum deutschen Bunde nicht gehörigen Prcußischen Pro- 
vinzen. Wom Iten Juni 18218. 
- die Königlich-Preußische Regierung mit der Großherzoglich= 
Hessen-Darmstädtischen dahin übereingekommen ist, gegenseitig den Abschog 
und das Abfahrksgeld, auch in Beziehung auf die, nicht zum deutschen Bunde 
gehdrigen Preußischen Provinzen, nach ihrem gegenwartigen und künftigen 
Umfange, aufzuheben; so erklären beide gedachte Regierungen hiermit, daß 
sie, statt einer besondern Uebereinkunft dieserhalb, lediglich den Inhalt des, 
amn Protokolle der deutschen Bundesversammlung vom 23en Juni v. J., be- 
findlichen Beschlusses, wegen der unter sämmtlichen deutschen Bundes-Staaten 
festgesetzten Nachsteuer= und Abzugsfreiheit, auch auf die nicht zum deutschen 
Bunde gehörigen Preußischen Provinzen, nach ihrem gegenwärtigen und künf- 
tigen Umfange, ausdehnen wollen. 
Gegenwärtige, un Ramen Seiner Majestät des Königs von Pren- 
ßen, und Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs von Hessen-Darm- 
stadt, zweimal gleichlautend ausgefertigte Erklarung soll, nach erfolgter 
gegen-
        <pb n="66" />
        gegenseitiger Auswechselung, sogleich Kraft und Wirksamkeit erhalten, und 
ãn den beiderseitigen Landen oͤffertiich betanni geinacc: werden. 
Gegeben Berlin, den Zten Juni 1818. 
Der Staatskanzler 
C. Farst v. Hardenberg. 
  
(No. 490.) Bekanntmachung der Nartel -Konvention zwischen Preußen und Hannover. 
Vom usten Juli 18318. 
Zec der Königlich-Preußischen Regierung einer Seits, und der König- 
lich-Großbritannisch-Hannöverschen Regierung andrer Seits, ist nachstehende 
Kartel-Konvention verabredet und geschlossen worden. 
Artikel. 1. 
Alle in Zukunft, und zwar vom Tage der Publikation gegenwärtiger 
Konvwention an gerechnet, von den. Armeen der beiden hohen kontrahirenden 
Theile, unmittelbar oder mittelbar in des andern Lande oder zu dessen Trup- 
pen, wenn diese auch außerhalb ihres Vaterlandes sich befinden sollten, deser- 
tirende Militairpersonen, sollen gegenseitig ausgeliefert werden. 
Artikel 2. 
Als Deserteurs werden, ohne Unterschieb des Grades oder der Wasfe, 
alle diejenigen angesehen, welche zu irgend einer Abtheilung des stehenden 
Heeres oder der bewaffneten Landesmacht, nach den gefetzlichen Bestimmungen 
eines Jeden der beiden Staaten, gehdren, und denselben mit Eid und Pflicht 
verwandt sind, mit Inbegriff der bei der Artillerie oder sonstigem Fuhrwesen 
angestellten Knechte. 
Artikel 3. 
Sollte der Fall vorkommen, daß ein Deserteur der hohen kontrahirenden 
Mächte früher schon von einer andern Macht desertirt wärc; so wird dennoch, 
selbst wenn mit der letztern ebenfalls Auslieferungsverträge beständen, die 
Auslieferung sters an dicjenige der hohen kontrahirenden Mächte erfolgen, 
deren Dienste er zuletzt verlassen hat. Wenn ferner ein Soldat von den 
Truppen eines der hohen paziszirenden Souverains zu denen eines Dritten, 
und von diesem wiederum in die Lande des andern paziszirenden Souverains, 
odrr sonst zu dessen Truppen, desertirt; so kömmt es darauf an, ob letzterer 
Souverain mit jenem Dritten ein Kartel hat. Ist dieses der Fall, so wird 
der Deserteur dahin abgeliefert, woher er zuletzt entwichen ist; im entgegen- 
gesetzten Falle aber wird er dem paziszirenden Souwerain, dessen Dienste er 
zuerst verlassen hat, ausgeliefert. 
Artikel 4.
        <pb n="67" />
        [çs- 90 — 
Artikel 4. 
### solgende Fchlle werden als Gründe, die Anslieferung eines Deser- 
##s zu verweigern, anerkannt: 
a) wenn der Deserteur aus den Staaten des jenseitigen hohen Souverains, 
so wie sie durch die neuesten Berträge begränzt sind, gebürtig ist, und 
also vermittelst der Desertion nur in seine Heimach zurückkehrt; 
5) wenn ein Deserteur in dem Staate, in welchen er entwichen ist, ein 
Verbrechen begangen hat, dessen Bestrafung vor seiner Auslieferung die 
Landesgesetze erfordern. Wenn nach überstandener Strafe der Desem##u## 
ausgeliefert wird, sollen die denselben betreffenden Untersuchungeakten, 
entweder im Original oder auszugsweise und in beglaubten Abschriften, 
übergeben werden, damit ermessen werden kann, ob ein dergleichen 
Deserteur noch zum Militairdienst gerignet sey, oder nicht. 
Schulden oder andere von einem Deserteur eingegangene Verbindlich- 
keiten, geben dagegen dem Staate, in welchem er sich aufhält, kein Recht, 
dessen Anslieferung zu versagen. 
Artikel 5. 
Die Verbindlichkeit zur Auslieferung erfkreckt sich auch auf die Perbe, 
Söttel= und Reitzeng, Armatur= und Montirungsstücke, welche von den Oeser- 
teurs etwa mitgenommen worden sind, und tritt auch dann ein, wenn der 
Deserteur selbst, nach den Bestimmungen des vorhergehenden Artikels, nicht 
ausgeliefert wird. 
Artikel 6. 
Um durch die möglichste Regelmäßigkeit die Ansliferung zu beschlennigen 
werden beide hobe kontrahirende Theile wegen bestimmter, an ihren Grenzen 
lelgenen, gegenseitigen Ablieferungsorte (wozu solche Stdte gewählt werden 
sallen, in weichen sich Gurnison befinder) übereinkommen, an welchen eine 
gegenseuig bekann# zu machende Behdr#e mit der Empfangsnahme der Drser- 
murs und sofortiger Bezahlung aller in den nachfolgenden, Artikelm 1 I. und 12— 
stipulirten Kosten beauzmagt seyn wird. 
Artikel 7. 
Die Aunlieferung geschiehr in der Regel frei illig, und ohne erst eine 
Requifition abzuwarten. Sovald daler eine Militair= oder Civil-Behörde 
einen jenseirigen Oeserteur enrdeckt,, wird derselbe, nebst den erwa bei sich 
habenden: Effekten, Pferden, Waffen 2c. sofort, unter Beifügung eines auf- 
zunehmendem Protokolls, an die jenseierge Behorde, im nächsten Ablief#nungs 
orte gegen. Bescheinigung ubergeben. 
Artikek 8g. 
Soller aber ein Deserreur der Aufmerksamkeit der Behärden desjenigen 
Staates, in welckren er über##emeten inn, enrgangen seyn, so wird dessen Aus- 
Referung soglrich auf die erste desfallsige Requtsition exfolgem, selbst dann. 
Wete
        <pb n="68" />
        — bo — 
wenn er Gelegenheit gefunden hätte, in dem Militairdienste des gedachten 
Staates angestellt zu werden. Nur wenn über die Richtigkeit wesentlicher, in 
der Requisition angegebener Thatsachen, welche die Auslieferung überham#t 
bedingen, solche Zweifel obwalten, daß zuvor eine nähere Aufklärung der- 
selben zwischen der requirirenden und der requirirten Behörde nöchig wird, ist 
der Auslieferung Anstand zu geben. 
Artikel 0. ·- 
Die in vorstehendem Artikel erwaͤhnten Requifitionen ergehen Koͤniglich- 
Preußischer Seits an das Koͤniglich-Hannoͤversche Generalkommandv zu 
Hannover, oder aber an die Provinzial-Regierung derjenigen Provinz, wohin 
der Deserteur sich begeben hat; und Kbniglich = Hannsverscher Seits an die 
nächste Provinzial-Regierung oder an das Generalkommando der Preußischen 
Provinz, wohin der Deserteur sich begeben. Von den Militairbehörden wer- 
den diejenigen Deserteurs, welche etwa zum Dienst angenommen seyn sollten, von 
den Civil-Behörden aber diejenigen, bei denen dies der Fall micht ist, ausgeliefert. 
Artikel 10. 
Sollten zwischen Seiner Majestät dem Könige von Preußen und andern 
deutschen Bundesstaaten, welche durch die Köôniglich-Großbritannisch-Hanns- 
verschen Staaten von dem Preußischen Gebiete getrennt sind, Kartel-Kon- 
ventionen bestehen oder noch geschlossen werden, in deren Folge Auclieferungs- 
fälle Preußischer Deserteurs vorkommen; so sind die Königlich= Großbritan= 
nisch -Hannoverschen Behörden verpflichtet, dergleichen Deserteurs von solchen 
hinterliegenden dritten Staaten anzunehmen, und den weitern Transport nach 
den in Gemäßheit. des Arifels 6. zu bestimmenden Preußischen Ablieferungs-= 
orten in eben der Art zu veranskalten, als ob solche Oeserteurs innerhalb der König- 
lich-Großbritannisch-Hannoverschen Staaten selbst zuerst ergriffen worden wären. 
Eine gleiche Verpflichtung findet auf Seiten der Königlich-Preußischen 
Behörden statt, wenn in ähnlichen Fällen, auf dem Grund zwischen der 
Königlich = Großbritannisch= Hannöverschen Regierung und andern deutschen 
Bundesstaaten bestehender Kartel-Konventionen, Koniglich = Hannöversche 
Deserteurs das Königlich = Preußische Gebiet passiren müssen, um ihre Aus- 
lieferung zu bewirken. 
Artikel II. 
An Unterhaltungskosten werden der ausliefernden Macht für jeden De- 
serteur, vom Tage seiner Verhaftung an, bis zum Tage der Auslieferung 
einschließlich, für den Tag Drei gute Groschen Preußisch Kourank, für ein Perd 
aber täglich Sechs Pfund Hafer, Acht Pfund Heu, und Drei Pfund Stroh, 
Berliner Gewicht, den Zentner zu einhundert und zehn Pfund, gut gethan. 
Die Berechnung der Futterkosten geschiehet nach den Markspreisen des 
Orts oder der nächsten Stadt, wo die Arrctirung geschehen ist, und die Be- 
zahlung erfolgt, ohne die geringste Schwierigkeit, gleich bei der Auslieferung. 
Artikel 12.
        <pb n="69" />
        — 61 — 
Artikel 12. 
Außer diesen Kosten, und der in nachfolgendem Artikel 13. bemerkten 
Belohnung, kann ein Mehreres unter irgend einem Vorwande, wenn auch 
gleich der auszuliefernde Mann unter den Truppen des Souverains, der ihn 
auszuliefern hat, angeworben seyn sollre, etwa wegen des Handgeldes, ge- 
nossener Löhnung, Bewachung und Forrschaffung, oder wie es sonst Namen 
haben möchte, nicht gefordert werden. 
Artikel 13. 
Dem Unterthan, welcher einen Deserteur einlieferk, soll eine Gratifika- 
tion von Fünf Thalern Preußisch Kourant für einen Mann ohne Pferd, und von 
Zehn Thalern Preußisch Kourant für einen Mann mit dem Pferde gereicht, 
von dem ausliefernden Theile vorgeschossen und sofort bei der Auslieferung 
wieder erstattet werden. In Rücksicht anderer ausgerretenen Militairpflichti- 
gen, die nicht nach Ark. 2. in die Klasse der cigentlichen Deserteurs gehbren, 
fällt dieses Karrelgeld weg. 
Artikel 1. 
Ueber den Empfang der, Artikel 11I. und 13., gedachten Kosten= und 
Gratifikations-Erstartung, hat die ausliefernde Behbrde zu quittiren. Des 
etwa nicht sofort auszumittelnden Betrages der zu erstattenden Unkosten hal- 
ber, ist aber die Auslieferung des Desertenrs, wenn derselben sonst kein Be- 
denken entgegensteht, nicht aufzuhalten. 
Artikel 15. 
Ailen Behörden, besonders den Grenzbehrden, wird es strenge zur 
Plicht gemacht werden, auf die jenseitigen Deserteurs ein wachsames Auge 
zu haben, und daher einen Jeden, aus dessen Aussagen, Kleidung, Waffen 
oder andern Aßzeichen sich ergiebt, daß er ein solcher Deserteur sey, sogleich, 
ohne erst eine Requisition deshalb abzuwarten, unter Aufsicht zu stellen, oder 
nach Um##l#nden zu verhaften. 
Ar#tel 106. 
Alle nach der Verfassung der beiderse'tigen Staaten, Reserve= oder 
kandwehr-, und uberhaupt imutlitaurpflichtige Umerthanen, welche sich 
von Zeit der Puellfation bieser Konvemion an, in die Lande des andern Sou- 
verains oder zu bessen Truppen legeben, sind, jedoch nur auf vorgän- 
lgige Rellamation, der Auslieferung ebenfalls unterworfen, und es foll 
mit dieser Anslieferung im Uebrigen, sowobl in Hinsicht der dabei zu beobach- 
tenden Form, ais auch ##egen der zu erstattenden Verpflegungskosten, eben 
so gehalten werden, wie cs wegen der Auslieferung anilitairischer Deserleura# 
in dieser Konvenlion bestimmr ist. 
Bei allen solchen An#liefemungen aber, welche von der Obrigkeit auf 
jenseitige Reguisuiion bewirkt werden wird ein Kar##lgeld nicht enrrichter. 
Jahrgang #818. K Artit
        <pb n="70" />
        Artikel 17. 
Diejenigen Individnen, welche nach den Gesetzen eines jeden der pa- 
ziszirenden Staaten im militairpflichtigen Alter sind, und bei Ueberschreitung 
der gegenseitigen Grenzen, ohne einen obrigkeirlichen Paß oder eine sonstige 
binreichende Legitlmation vorzeigen zu können, den Verdacht auf sich zieher, 
daß sie sich der Militairpflicht gegen ihren Staat entziehen wollen, sollen so- 
fort zurückgewiesen, und dergleichen Personen weder Aufenthalt noch Zuflucht 
in dem jenseitigen Staate gestattet werden. 
Artikel 18. 
Den beiderseitigen Behörden und Unterthanen wird strenge untersagt 
werden, Deserteurs oder sonstige Militairpflichtige, die ihre desfallsige Be- 
freiung nicht hinlänglich nachweisen können, zu Kriegsdiensten anzunehmen, 
deren Aufenthalt zu verheimlichen, oder dieselben, um sie etwanigen Rekla- 
mationen zu entziehen, in entferntere Gegenden zu befördern. Auch soll es 
nicht gestattet werden, daß von irgend einer fremden Macht dergleichen Ju- 
dividuen innerhalb der Staaten der hohen Souverams angeworben werden. 
Artikel 10. 
Wer sich der wissentlichen Berhehlung eines Deserteurs oder Militair- 
pslichtigen und der Beförderung der Flucht desselben sch. ldig inocht, wird mit 
einer nachdrücklichen Geld= oder Gefängnißstrafe belegt. 
Artikel 20. 
Gleichmäßig wird es den Unterthanen beider hohen kontrahirenden Mäch- 
te untersagt werden, von einem jenseitigen Deserteur Pferde, Sättel= und 
Reitzeung, Armatfur= und Montirungsstücke zu kanfen, oder sonst an sich zu 
bringen. Der Uebertreter dieses Verbots wird nicht allein zur Herausgabe 
dergleichen an sich gebrachter Gegenstände, ohne den mindesten Ersatz, oder 
zur Erstatturg des Werths angehalten, sondern noch überdem mit willkührlicher 
Geld= oder Gefängnißstrafe belegt werden, wenn bewiesen wird, daß er wis- 
sentlich von einem Deserteur etwas an sich gebracht oder gekauft hat. 
Artikelt 21. 
Indem auf diese Art eine regelmäßige Auslieferung der gegenseitigen 
Deserteurs und Militairpflichtigen eingeleitet ist, wird jede elgenmächtige 
Verfolgung eines Desercreurs auf jenseitigem Gebiete, als eine Verletzung des 
letztern streng untersagt und sorgfaltig vermieden werden. Wer sich dieses- 
Vergehens schuldig macht, wird, wenn er dabei betroffen wird, sogleich ver- 
haftet und zur gesetzlichen Bestrafung an seine Regierung abgeliefert werden. 
Artikel 27. 
As eine Gebietsverletzung ist jedoch nicht anzusehen, wenn von einem 
Kommando, welches einen oder mehrere Deserteurs bis an die Grenze ver- 
folgt, ein Kommandirter in das jenseitige Gebiet gesandt wird, um der näch- 
stem Ortsabrigkeic die Desertion zu melden. Diese Obrigkeit muß vielmehr, 
wen
        <pb n="71" />
        wenn der Deserteur sich in ihrem Bereiche sindet, denfelben fofort verhaften, 
und wird in diesem Falle, wie überhaupt jedesmal, wenn ein Deserteur von 
der Obrigkeit verhaffet wird, kein Kartelgeld bezahlt. Der Kommandirte 
darf sich aber keinesweges an den Deserteur vergreifen, widrigenfalls er nach 
Art. 21. zu behandeln ist. 
Artikel 23. 
Jede gewaltsame oder heimliche Anwerbung im jenseitigen Territorium, 
Verführung jenseitiger Soldaten zur Desertion, oder anderer Unterthanen zum 
Auskreten, mit Werletzung ihrer Milikairpflicht, ist streng untersagt. Wer 
eines so“ chea Beginnens wegen in dem Staate, wo er sich desfen schuldig ge- 
macht, ergriffen wird, ist der gesetzlichen Bestrafung desselben unterworfen. 
Wer sich aber dieser Bestrafung durch die Flucht entzieht, oder von seinem 
Vaterlande aus auf obige Art auf jenseitige Unterthanen zu wirken sucht, wird 
auf deßfallsige Requisition in seinem Vaterlande zur Untersuchung und nach- 
drücklichen Serafe gezogen werden. 
Artilel 24. 
Diejenigen, welche vor Bekanntmachung dieser Konvention von den 
Truppen der einen der hohen kontrahirenden Mächte desertirt sind und entweder 
bei der Armee des andern Souverains Militairdienste genommen haben, oder 
sich, ohne dergleichen wiederum ergriffen zu haben, in desfen Landen guf- 
halten, sind der Reklamation und Auslieferung nicht unterworfen. 
Artikel 25. 
Den Landeskindern beider Theile, welche zur Zeie der Publikation wirl- 
lich in dem Militairdienst des andern Souverains sich befinden, soll die Wahl 
freiftehen, entkweder in ihren Geburksort zurückzukehren, oder in den Dien- 
#tten, in welchen sie sich befinden, zu bleiben. Doch müssen sie sich längstens 
binnen einem Jahre, nach Publikation gegenwärtiger Fonvention, diesfalls be- 
stimmt erklären, und es soll denjenigen, welche in ihre Heimath zurückkeh- 
ren wollen, der Abschied unweigerlich ertheile werden. 
Bei freiwilligen Kapitulanten kreten diese Bestimmungen erst nach Ab- 
lauf der Kapitulation cin. 
« Artikel 20. 
Es versteht sich, und wird hierdurch noch ausdruͤcklich erklaͤrt, daß 
durch keine der vorstehenden Bestimmungen den künftigen erwanigen Beschlus- 
sen des Bundescages über einen allgemeinen Termin der Milikairpflichrigkeit 
vorgegriffen, oder die bundesmäßige Auswanderungsfreiheit der Unterthanem 
beschränkt werden soll. 
Artikel 27. 
Gegenwärtige Konvention wird beiderseiks, zu gleicher Zeit, zur genaue- 
sten Befolgung. publizirt werden, und ist galtig und geschlossen auf Sechs 
Jahre, mit stillschweigender Verlängerung bis zu erfolgender Aufkündigung, 
welche-
        <pb n="72" />
        —. 4 * E— 
welche sodann jederzeit jedem der hohen kontrahlrenden Theile Ein Jahr vot- 
aus freisteht. · 
So geschehen und unterzeichnet Berlin, den Zten Mai 1818. 
(I. S.) 
Konigl. Preußisches Ministerium der nuswärtigen Angelegenheiten. 
von Jordan. ** 
Vorstehende Kartel-Konvention wird, nach dem Willen Seiner Majestät 
des Königs, zur allgemeinen Achtung und Befolgung hiermit bekannt gemacht. 
Berlin, den IUsten Juli 1818. « ’ -" 
C. Fürst v. Hardenberg. 
  
(No. 481.) Bekanntmachung über die Kartel-Konvention zwischen Preutzen und Hessen= 
Homburg. Vom. 2# en Juli 1818. 
Zoicchen der Koͤniglich-Preußischen und der Landgraͤflich-Hessen-Homburgi- 
schen Regierung, ist unterm # Zten Mai c. eine Kartel-Konvemion geschlossen 
werden, welche mit der, in No. 421. der Gesetzsammlung publizirten, Kartel- 
Konvention mit dem Königreiche Sachsen vom 1 8ten April 1817., in allen 
Punkten, bis auf folgende Modifkationen, übereinstimmt. 
» Im Artikel 10. ist nach den Worten: Drei Groschen Preußisch 
Keurank, hinzugefügt: oder Dreizehn und einen halben Kreuzer 
im 24 Gulden Fuß. Ferner ist in demselben Artikel Berliner Gewicht, 
den Zentner zu Einhundert und Zehn Pfund, bei Festsetzung der zu vergiri- 
genden Rationen für die Perde der Deserteurs angenommen worden. 
Im Areikel 12. ist nach den Worten: Fünf Thaler Preußisch 
Kourank, hinzugefügt: oder neun Gulden im 24 Gulden Fuß; und 
nach den Worten: Zehn Thaler Preußisch Kourant, ist hinzugefügt: 
oder Achtzehn Gulden im 24 Gulden Fuß. 
Indem auf diese Art die Bestimmungen der gedachten, mit der Land- 
gräflich-Hessen-Homburgischen Regierung abgeschlossenen Kartel-Konvention 
zur allgemcinen Kenninis gebracht werden, ist es der Wille Sr. Majestät des 
Kbnigs, daß dieselbe vom Tage ihrer Publikation an, in pöllige Kraft trote, 
und von allen Militair= und Civil-Behörden, wie auch von scummtlichen Aller- 
höchst-Ihren Unterthanen in allen Stücken auf das Genaueste befolgt werde. 
Bielefeld, den 20sten Juli 18 8. 
Der Staatskanzler 
C. Forst v. Hardenberg.
        <pb n="73" />
        65 
Gesetz-Sammlung 
für die 
Königlichen Preußischen Staaten. 
  
No. 9. 
  
(No. 482.) Gesetz über den Zoll und die Verbrauchs-Steuer von ausländischen Waaren 
und über den Verkehr zwischen den Provinzen des Staats. Vom 23östen 
Mai 1 818. 
Wie Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden, Kbnig von 
Preußen ꝛc. 7. 
Haben bereits durch die Finanz-Gesetze vom 27sten October 1810. und 
Vten September 181I. die Vorzüge einer einfachen Steuerverfassung aner- 
kannt. Eine gründlich verbesserte Finanz-Gesetzgebung kann sich jedoch um 
so mehr nur allmählig entwickeln, als der Staatsbedarf niemals dem Zufalle 
preisgegeben werden darf. 
Die bisher erwogene Verbesserungen des Steuerwesens beruhen auf be- 
sondern Verhältnissen des Innern, und unterliegen noch der naähern Prüfung. 
Allgemein und klar zeigt sich aber schon jetzt das Bedürfniß, die Beschränkun- 
gen des freien Verkehrs zwischen den verschiedenen Provinzen des Staats selbst 
aufzuheben, die Zoll-Linien überall auf die gegenwärtigen Grenzen der Monar- 
chie vorzurücken, auch durch eine angemessene Besteuerung des außern Handels 
und des Verbrauchs fremder Waaren, die inländische Gewerbsamkeit zu schüz- 
zen, und dem Staate das Einkommen zu sichern, welches Handel und Luxus, 
ohne Erschwerung des Verkehrs, gewähren können. 
Wir haben alle sich hierauf beziehenden und zu Unserer Kenntniß ge- 
kommenen Verhälknisse sorgfaltig prüfen lassen, und verordnen, nachdem Wir 
darüber das Gutachten Unsers Staatsraths vernommen haben, deshalb nun- 
mehr wie folget: 6 
§. I. Alle fremde Erzeugnisse der Natur und Kunst können im ganzen 1. erkebe mit dem Aus- 
Umfange des Staats eingebracht, verbraucht und durchgeführt werden. 1. Allsemeine Grundscte. 
a. Einsuabend Verbrauch 
mier Waren. 
§. 2. Allen inländischen Erzeugnissen der Natur und Kunsi wird die Fns Furlung. inländischer 
Ausfuhr verstattet. Grzeu 
Jahrgang 1848. 2 . 3. 
(Uusgegeben zu Berlin den 5ten September 1818.)
        <pb n="74" />
        a. Ausnabmen —* h. 3. Ausnahmen hiervon sind zulässig aus polizeilichen Rücksichten, 
a. allgemeine wegen po- - «- 
tizestkchekacüapchkemundauf.bestuninte3ect. 
heb-HEFT für Salzund &amp;. 4. Der Verkehr mit Salz und Spielbarten ist, nach den besondern 
"# Anordnungen deshalb, zu beurtheilen. 
3. Besondere Verhaͤltnisse K. 5. Die vorstehend ausgesprochene Handelsfreiheit soll den Verhand- 
veeifere s ziugelnen lungen mit andern Staaten in der Regel zur Grundlage dienen- 
a. Welch b dendiesseitigen Erleichterungen, welche die Unterthanen des Staats in andern Ländern 
Handel erleichten, bei ihrem Verkehr genießen, sollen, soweit es die Verschiedenheit der Verhält- 
nisse gestartet, erwiedert, und zur Beförderung des wechselseitigen Verkehrs, 
sollen, wo es erforderlich und zulässig, besondere Handelsverträge geschlossen 
werden. 
— —im · Dagegen bleibt es aber auch vorbehalten, Beschränkungen, wodurch der 
Verkehr der Unterthanen des Staats in fremden Ländern wesentlich leidet, 
durch angemessene Maaßregeln zu vergelten. 
m—eese &amp;. 6. Bei der Einfuhr wird von fremden Waaren ein Joll erhoben, 
der in der Regel einen halben Thaler für den Preußischen Zentner beträgt. 
Die Waaren, welche, von dieser Regel ausgenommen, zollfrei eingehen, 
oder mit niedrigern oder höhern Zollsätzen belegt sind, weiset der Tarif (die 
Erhebungs-Rolle) besonders nach. 
3 
( Einfubrhon. 
. Ausfubrhon. §. 7. Bei der Ausfuhr gilt die Zollfreiheit als Regel. Die Ausnah-= 
men ergiebe der Tarif. 
erdrauchssteuer. #. 8. Außer dem Einfuhrzolle soll von mehreren fremden Waaren des Aus- 
landes, bei deren Verbleiben im Lande, eine Verbrauchssteuer erhoben werden. 
Diese Steuer soll bei Fabrik= und Manufaktur-Waaren des Auslandes, 
Zehn vom Hundert des Werths nach Durchschnittspreisen, in der Regel, 
nicht übersteigen; sie soll aber geringer sepn, wo es, unbeschadet der inlen- 
dischen Gewerbsamkeit, geschehen kann. 
Die Maaren, elche der Verbrauchssteuer unkerworfen sind, benennet 
der Tarif. 
EEIIIEI.SIII .O. Di beb teser Gefa chiebt nach Gewicht, M 
gepieereefe Aegobem. od J.? Die Erhebung dieser Gefaͤlle geschieht nach Gewicht, Maaß 
Erhebungsart. oder Stuͤckzahl. 
b. Siegel und Jettelgel- .□. Außer den Gefällen sind, wenn Waaren nach den Vorschriften 
tr. 
der besondern Zoll= und Stener-Ordnung mit Begleitscheinen versehen, oder 
mit Verschluß belegt werden, die im Tarife besttmuten Zeitel- und Siegel- 
gelder zu enlrichlen. 
e. Tawie. F. 11. Nach diesen Grundsätzen ist: 
ein Tarif für die ölllichen Provinzen,
        <pb n="75" />
        — 67 — 
naͤmlich: Prenßen, Westpreufen, Brandenburg, Pommern, Shhlesien, 
¶Vosen und Sachsen, unter 4.; 
½% Tarif für die westlichen Provinzen, 
d nemlich: Westphalen, Cleve, Juͤlich, Berg und Niederrhein, unter B.; 
eine Zoll= und Verbrauchssteuer-Ordnung, 4. ZJol- und Verbrauchs- 
welche die Maaßregeln zur Sicherung der Einnahme und zum Schutze — 
des inländischen Gewerbfleißes durch Aufsicht an den Grenzen, und 
die dabei statefindenden Komrollen und Formen, auch die Folge der 
Uebertretung dieser Vorlschrifken bestimmt, 
vollzogen, und gegenwärtigem Gesetze beigefügt worden. 
§. 12. Von Gegenstaͤnden, die nicht im Lande bleiben, sondern blos 4. Beenln des Tran- 
durchgeführt werden, wiro als Durchführabgabe nur der Einfuhr= und Ausfuhr= sito · ut 
Zoll nach dem Tarif erboben. 
§. 13. Gegenstände der Durchfuhr können innerhalb des Landes unter Erleichterunz * 
der geordneten Aufsicht umgeladen, auch, der Spedition oder des Zwischenhan= 3. rürch Erlaubniß zum 
dels wegen, gelagert werden, ohne deshalb eine Verbrauchssteuer zu zahlen. Umladen und Lagern, 
§. 14. In nachstebenden Fällen findet ausnahmsweise eine Vermi bö. durch Ermaeigung 
derung der Jollgefälle bei der Durchfuhr statt: nr wrl n 
a. In den öfstlichen Provinzen sollen alle Gegenstände, welche im Tarife 
mit mehr als einem halben Thaler Zoll für den Zentner, sey es bei der 
Einfuhr oder bei der Auofuhr, oder bei beiden zusammen genommen, oe- 
legt sind, dennoch überhaupt nur einen halben Thaler für die Durchfuhr 
entrichten, wenn sie links der Oder eingehen, und entweder unmittelbar, 
oder auch nach vorgangiger Lagerung, zur Spedition oder zum Zwi- 
schenhandel auch wiederum links der Oder ausgeführt werden. 
Bei der Landfracht kann dieser verminderte Zoll, wo es zu- 
lässig befunden wird, nach Pferdeladungen bestimmt und erhoben 
werden. 
b. Eben diese Ermäßigung des. Jolls gilt für Waaren, die mit der Be- 
stimmung zur Frankfurter und Nanmburger Messe links der Oder einge- 
hen, und von dieser Messe auch wiederum links der Oder ausgeführt 
werden. 
Pc. Auch gilt dieselbe Ermäßigung für Waaren, welche seewärks durch die 
Odermündungen cinkommen, und links der Oder ausgehen. 
§. 16. Wo außerdem in Folge besonderer Oertlichkeit eine Ermaßi- 
gung der Jollgefélle bei der Waaren-Durchfuhr begründet ist, wird solche 
besonders angeordnet und bekannt gemacht werden. 
. 10. Oer Verkehr im Innern soll frei seyn, und keine Beschrän= II. Verkehr im Innern. 
kungen desselbe zwischen den verschiedenen Provinzen oder Landestheilen des öreihelt behelben. 
Staats künftig stalt finden. 
2„2 K. 17.
        <pb n="76" />
        — 68 — 
. Aufbebung der Binnen· K. 17. Alle Staats-, Kommmal= und Prioat-Binnenzölle, welche 
Wlebenenen dandel, hin und wieder noch bestehen, fallen daher weg, und zwar mit dem Tage, 
ber Binnenzee, wo dieses Gesetz in Kraft trikk. 
d. der Kommunal- und 6 1.Auch auf Kommunal= oder Privat-Handels= und Konsumtions= 
Privat Abgaben, po ' 
www-undmpFAbgabenvonausländischenWaaremerstrecktstchdievorbestimmteAufhebnnH 
Konsumtion, . 
s.o·tp-amiiemschödss H.I9.JstindcssendieKommunaboberPkivat-Erhebung(g.17. 
MS mwnvwsspund 18.) durch spezielle laͤstige Erwerbs-Titel begruͤndet; so wird dafuͤr sofort 
ein Ersatz nach dem Durchschnitts-Betrage des reinen Einkommens aus den 
drei letzten Jahren ermittelt, und zur Zahlung in monatlichen Raten auf 
die Regierungs-Kassen angewiesen. 
3. Vorbehalkt wegen Ent- &amp;. 20. Die Rhein-Octroi-Gefälle, die Elb= und Weser-Zölle, und 
sihlung ders Lommunt, alle andere wohlbegründete Erhebungen und Leistungen, welche zu Unterhal- 
tung der Stromschiffahrt und Flößerei, der Kanäle, Schleusen, Brücken, 
Fähren, Kunststraßen, Wege, Häfen, Leuchtthürme, Seczeichen, Krahne, 
Waagen, Niederlagen und anderer Anstalten für die Erleichterung des Ver- 
kehrs bestimmt sind, gehbren nicht zu den F. 17. und 18. aufgehobenen 
Abgaben, und bleiben vielmehr für jetzt ausdrücklich vorbehalten. 
4. Vesondere Vorschriften &amp;#. 21. Wird der in den westlichen Provinzen gewonnene Wein aus 
ir s Bergeber zuischtn diesen zur Verzehrung in die estlichen Provinzen versendel, so wird ausnahms- 
% Vrr4 weise Javon in letzteren ein Nachschuß an Verbrauchssteuer von Zwei und einem 
vaes Anhegeue„halben Thaler vom Eimer erhoben, so lange eine Gleichstellung der Steuer von 
fremden Weinen in beiden Landestheilen, aus Rücksichten auf den Weinhan- 
del, nicht thunlich ist. "“ 
b. wegen fremder Waa- #. 22. Fremde, blos zollpflichtige Gegenstände, die den völligen tarif- 
we Weihe,inen mäigen Einfuhrgoll, und fremde zugleich auch verbrauchssteuerpflichtige Gegen- 
dern übergeben. stände, welche auch die Verbranchssteuer kn den östlichen oder in den westlichen 
# Verbrauch. Provinzen entrichtet haben, werden bei der Versendung aus einem dieser beiden 
Haupltheile des Staats in den andern, wie einländische angesehen und be- 
handelt. 
Jp. zur Durchfabr. §. 23. Fremde, blos zur Durchfuhr durch beide Ländertheile bestimmte 
Gegenstände erlegen nur einmal den Ein= und Ausfuhrzoll, und zwar nach 
dem vollen Tarifsatz derjenigen Provinz, welche sie bei der Einfuhr und bei 
der Ausfuhr zuerst berühren. 
S. Besomere Vorschriften &amp;#. 24. Abgesondert gelegene, auch vorspringende Landestheile, für 
wode Ven rgeen, age welche besondere Verhältnisse es erfordern, können von Entrichtung des Jolles 
und der Verbrauchssteuer für fremde Gegenftände ausgeschlessen bleiben, und 
in dieser Beziehung eigenc, der Oertlichkeit angemessene Verfassungen erhalten. 
Der Verkehr solcher Landestheile mit dem übrigen Inlande, unterliegt 
den Beschränkungen, welche dieses Berhäleniß erfordert. 
g. 25.
        <pb n="77" />
        — 69 — 
k. 25. Waͤnderungen des Tarifs können, der Regel nach, nur nach ulleigemetne Bestim- 
den in diesem Gesetz ausgesprochenen Grundsätzen geschehen. ' ,»Rwisi»«mkwisp» 
Mit Ruͤcksicht hierauf und auf die Veraͤnderungen der Waarenpreise soll 
der Tarifsatz alle drei Jahr berichtiget, und der Tarif selbst alsdann jedesmal 
landesherrlich vollzogen und vollständig von neuem herausgegeben werden. 
6. 26. Erläuterungen des Tarifs, welche von Einfluß auf die Steuer--. zuläuterungen tes % 
pflichtigen sind, sollen nur jährlich auf einmal ausgesprochen, wenigstens acht 
Wochen vor dem Isten Januar zur öffentlichen Kenntniß gebracht, und erst von 
diesem Tage ab, angewandt werden. 
s. 27. Eine Befreiung von den durch dieses Gesetz bestimmten Abgaben,seng der Exem- 
eder eine Schadloshaltung wegen etwa behaupteter Eremtionen, findet nicht stutt. 
§. 28. Bei der Auslegung dieses Gesetzes und seiner Beilagen soll % Guslegung dieses Ge- 
nirgend auf die altern Steuergesetze zurückgegangen, sondern nur in Anwen- 
dung gebracht werden, was wegen Auslegung zweifelhafrer Gesetze im Allge- 
meinen vorgeschrieben ist. 
§6. 20. Die Anordnungen dieses Gesetzes kreten in den drei westlichen s. Vollziehung befselben. 
Provinzen, sobald das Gesetz bekannt gemacht worden, in den sieben östlichen 
Provinzen aber erst mit dem Tage in Kraft, welchen eine besondere Bekannt= 
machung des Staats-Ministeriums annoch bestimmen sou. 
Wir befehlen allen Unsern Unterthanen und Beamten, sich nach dem 
Inhalte dieses Gesetzes in allen Punkten genau zu achten. 
Urkundlich ist dasselbe von Uns eigenhändig vollzogen, und mit Unserm. 
Königlichen Insiegel bedrückr worden. 
Gegeben Berlin, den 26ften Mai 1818. 
(L. S.) Friedrich Wilhelm. 
C. Fürst v. Hardenberg. Altenstein. 
Beglaubigt: 
Friese.
        <pb n="78" />
        — % — 
A. 
Zoll= und Verbrauchs-Steuer-Tarif 
für die Provinzen 
Preußen, Westprcußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien, Posen und Sachsen. 
Erste Abtheilung. 
Gegenstände, welche gar keiner Abgabe unterworfen sind. 
Ganz frei von dem Jolle und der Verbrauchs= Steuer bleiben: 
1) Bäume, zum Verpflanzen, und Reben; 
2) Bienenstocke mir lebenden Bieuen; 
3) Branntweinspülich; 
4) Dunger (Lbieristher oder Stall. di 
) Eier 
Eczeäznisse des Ackerbaucs und der Biehzucht, eines einzelnen, von der Grenze durchschnlt- 
kenen Landguts; 
1 Fes#yr n' Krrose (krische); 
805 tersriar und Heu; 
0) artengewächse keische), alle Blumen, Gemüse und Krautarcen, Cichorien (ungetrocknete), 
Kartaffeln und Rüben; 
10) Geflügel und kleines Wildprekt aller Arcz 
110 Gold und Silber, gemanzt, in Barren und Bruch; 
12) Hefen oder Bärme; 
13) Hausgeräthe (gebrauchtes), von Anziehenden zur eigenen Benußung; 
14) Holz (Brenn= und Ruszholz)) welches zu tande verfahren wird, und usche nach einer Holz= 
ablage zum Verschiffen bestimme ist, Reisig und Besen daraus, Flecheweiden; 
15) Kleidungsstuͤcke der Reisenden, auch deren Reisegeraͤthe und Victualien zum Reiseverbrauch; 
16) Lobkuchen, (ausgelaugte kohe als Brennmaterial); 
17) Milchz; 
18) Obst Giisch-: 
10) Nohr und Schilf; 
20) Säimereien, für wolsche nicht namentlich ein Darifsaß ausgeworsen ist; 
2I) Sand, Lehm, Mergel, und andere gewöhnliche Erdarten, die niche mit einem Jolle nament- 
lich betrossen sind; 
) Steine (alle behauene und unbehauene Bruch,), Schlefer,, Jiegel- und Mauerstelne, bei dem 
tandtrausporc, in sofern sie nicht nach einer Ablage zum Verschiffen bestimmt sind; 
23) Stroh 
22
        <pb n="79" />
        23) 
71 
Stroh, Spreu, Haͤckerling;. 
24) Thiere (alle lebende), für weiche kein Tarifsatz ausgeworfen ist; 
25) 
20) 
Torf und Braunkohlen; 
Trebern, Trestern. 
Zweite Abtheilung. 
Gegenstände, welche dem Jolle und welche der Verbrauchssteuer 
unterworfen sind. 
Zwöälf gute Groschen, oder ein balber Thaler vom Preußlschen Zentner, wird in der Negel bei 
dem Eingange an Zell, und weiter gar keine Abgabe, weder bei der Wiederausfuhr, noch bei dem Ver- 
brauche im tande erhoben. 
Ausnahmen hievon cereten bei allen Gegenständen ein, welche entweder nach dem Vorbergeben- 
den ganz frei, oder nach dem Folgenden, anderen Abgabe= Sägßen namentlich unterworfen sind. 
Zu den letztern geböen diesenigen Gegenstände, welche 
a) einem geringeren oder häöheren Einfadrzolle, als einen halben Thaler, vom Zentner unterworfen 
sind, oder auch #ri der Einfner unbrsaster bleiben sollen; 
b) bei der Auefuhr mit einem Zolle belegt sind; 
0) bei dem Verbleiben im Lande, neben dem Einganaszolle mit einer besonderen Berbrauchssteuer 
belastet sind. 
Es sind folgende Gegenstaͤnde, von welchen die beigesetzten Gefaͤlle erhoben werden: 
  
Abgaben-Saͤtze. 
  
  
  
Maaßstab 
Os- der Zoll beim er- 
Gegenstände. Verue — ES— 
rung. JEingange. Ausgange. Steuer- 
Ntl. (Gr. Pf. Ril. Gr. f#Kkl. Gr Pf. 
1. Abfaͤlle von Gerbercien (Leimseder), von Sei— 
fensiedereien, Vitriolfabriken, Glashuͤtten und der 
Fabrikacion der Salpecersärer Zentner. fret. ++ 
2. Aaaunmnmnmnn .... ... Jeurner. — —18 
5.Apotheker= und Droguertc-Waaren: 
Chemische Fabrikace für den Medizinal= und Ge- 
werbe gebrauch, und Präparate, welehe in diesem 
Da if nicht namentlich genanne sind, als: Aeibe- . 
rische Oehle, wehlriechende Wasser, Sämen, 
Salze u. trroooeee .. Zenenerh 21 412-
        <pb n="80" />
        Maaßstab Abgaben-Säge. 
+. der Zoll beim Ver- 
Ge 1 st aͤnde. Versteue — brauchs- 
rung. Eingange. Ausgange. Steuer. 
« ILXLGLPLMLGLHPf.Ntl.Gk.Of. 
Anmerkung. Von rohen Erzeugnissen des 
Thier- und Pflanzenreichs zum Medizinal- 
gebrauche, welche in diesem Tarif nicht 
ausgenommen sind, wird blos der gewöhn= 
liche Zoll von 12 gGr., und keine Ver- 
brauchssteuer bezahlk. 
4. Baumwolle, 
a) roHH ZZZemnecner.—4— 112 – 
b) Baumwollen Garn, 
1) weißes und Watten .LZentner. — 
H gefarbtes .. 
c) Baumwollene Waaren, 
1) weiße einfarbige und mehrfarbig ceet 
öSot -(ouumwolene, mie Wolle, 
Haaren oder teinen gemisst Pfund. 0 
2) gedruckte und feine weiße, als: Mousselln, 
Gaze, Mull und dergleichen brochirte- und 
gestickte Waaren, Petinec und alle Serumpf, 
waanen: .. fkund. 1— – 
7. Deschwor „ Kienruß, „Seeinkohlenruß. .. ... An — 4 —1 12 — 
· lei 
„in Bloͤcken und altes ........ JZenener.4 16— 
ü„ Waaren, grobe, als: Kessel, Nötren, Schrooo, 
Platten ꝛc. .... ............. Zenknek.—12 I—-—-· 
feine, als: Spielzeug csieh- ordinaire 
kurze Waaren) 
* wei ... ... . Zentner. —8 161.— 
7. Buͤrstenbinder- und Siebmocher= Waaren, 
a) groboboon .... . . . .. Zentner. I 1 11 
b) feine Getbe kurze Waaren). 
8. Eisen, " 
¾ Guß in Gänsen und Masselen, Rohbeisen, 
alces Brucheisen, Eisenfeile, Hammerschlag.. emtner. frei.12 — 
  
  
  
b) ge-
        <pb n="81" />
        73 
  
  
  
  
Maaßstab Abgaben-Saͤtze. 
' der oll beim * - 
Gegenstände. Vetem. m 
rung.Eingange. Ausgange.)] Seencr. 
Rtl. Gr. Pf.]Ril. Gr. Pf.]Rtl. Gr. M. 
b) geschmiederes, als: Stab oder Stangen, 
Reifen, Schlösser, Reck, Kneip, Band, 
JZain, Kraus, Bolzen, Wellen...Henn.0 –18 — 
) Eisenblech, 
1) Schwarz- und Sturzblech aller Art. . . . Zentner. -18 —111 
2) Weißblech aller Arc Zentner. 2 — 121 
d) Eisendrath und Anker ..... .„. . . Zentner. 1 —11Z 
e) Waaren: 
1) grobe Gußwaaren in Oefen, Platten, 
Gittern u. s. w. . . . ............ ... JZennee.—+60 —–3 
2) grobe, die aus geschmiedetem Eisen, Ei- 
senblech, Scahl und Eisendrath gefertige 
sind, als: Hespen, Aerte, Stemmeisen, 
Sensen, Sicheln, Degenklingen, Tuchma, 
cher, und Schneider-Scheeren, Halfterker- 
ten, Kaffeetrommeln und Mühlen, Brat- 
pfannen, Schaufeln, Pletteisen, Suiegeln- 
Holzschrauben, Nägel . 
Ferner: Zentner. 2 1 
grobe Waagebalken, Schraubstoͤcke, Schloͤs Pfund. 1 
ser, Feilen, Haͤmmer, Zangen u. s. w. 
35) feine: Werkzeuge der letztern Art und andere 
feine Eisenwaaren (siehe ordin. kurze Waaren.) 
Erden, 
a) (Farbe) gelbe Erde, Braunroth, Ocker, Um- 
bra, grüne und rothe Erde, Rothstein, Kreideß Zentner-—1114 
b) (andere) 
aàa) Walkeredddie Zentner. frei. 1— 
bb) Töpfer= und Pfeifentbon) desgleichen 
für Steinauc, und Porcellan-Fabriken.. Benener. frei. — 
Erze aller Art, als: Eisen= und Srablstein, Siu- 
sen, Braunstein, Reiß, und Wasserblei, Kobalr, 
Galmei, und alle, die nicht namentlsch in diesem 
Tarif aurgenommen sind Senener. frei. 1
        <pb n="82" />
        74 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Maaßstab Abgaben, Satze. 
der Zoll beim Ver- 
G. e 4 e n st 4 N d e. Versteue= brauchs, 
rlung. Eingange. Ausgange.Sleuer. 
M#nNJNNEN93 
** *—5 
!a) Maler- und Waschfarben, welche in diesem 
Darif nicht namentlich genannt sind Zentner. 116 112— 
b) Miniatur, Pastel-Farben und Tusche, in 
Blasen, Flaschen, Gläsern, Dafelchen und 
Kästchen (wie ordinalre kurze Waaren) 
12. Farbe- und Gerbekräuter, Wurzeln, Rinden, 
Bläcter, Krapp, Waid, Sumach, Knobpern, 
Gallaͤpfel, Kurkume, Querzitron. ... ... Zentner. frei. 
Anmerkung. Alle übricgen zahlen den 6.. 
wöhnlichen Eingangszoll. 
13. Flachs, Hanf, Werg, Heedd Zentner. frei. I — 
Ausnahme: seewärtts. Zentner. frei. I - 611— 
I4.Getränke,, Eßwaaren und Spezerelen. 
Tonnen 
9 von 100 
a) Biere aller Art in Faͤssern (auch Meth). . . Quar..— 
Quart. ——14 
b) Brannewelne aller Arc 
auch Arrack, Rum, Franzbrannewein und 
Eimer von 
versetzte Branntweine in Fässen 60 Quart.l [ 
" Quart.——H——933 
c) Welne und Most in Fässern, 
Ka) fremde aller Urt l Sier-. iex #—3# 3 — 
bb) aus den westlichen Provinzen, zahlen 
beim Uebergange in die östlichen Provinzen 
einen Nachschuß vgoa ... Quar————— 
d) Esüg aller Arc in Fässen Eimer 1—1— 
e) Speiseohl aller Art in Fässen Jentne.—□□—————1— 
1) Mineralwasser in Krügen und Flaschen Zenener. 56•1 —
        <pb n="83" />
        M Abgaben-Sätze.) 
Gegenist a n de. K. Varseug. kee. buer 
rung. Eingange. Ausgange.Sreuer. 
Ge. MA1# Gr. „KMIZ Gr. .Er. W#. 
5 Alle andere Flüstigkeiten zum Tofelgenuß, « 
welche in Flaschen, Glaͤsern und Kruken ein- 
gehen, als: Liqueure, feine Weine, Biere, Es- 
sige, Oehle und Eingemachtes .......... . Zentner. 1 — — 
und nach der Wahl des Steuernden entweder Pfund. 1 
oeer Quart. –1 
ha) Fleisch, frisches, ausgeschlachretes, gesalzenes, 
geräuchertes, auch Schinken, Speck, Wurste, 
desglelchen großes Wll. 5# Temner. 2 — 
dishe Pfund. 6 
a a) Heringe aller Att .. . . . .. .. . . . . ..Tonne. s8 8— 
bb) Alle andere gesalzene, getrocknete oder 
geraucherte Fische .Zemner. — 
k) Austern, Muscheln, Hummer Zenener — — r121— 
1) Mehl aller Arr, Graupe, Grutze, * 
Kraftmehl, Stärke, Puder, Reiß Zentner. — 12 11—— 
m) Butter und Kaͤse allet Art. . .. .. .. .... Zentner. 1 — 
n) Syrup. ..... ....... .. .... . . . .. Zentner. -121 -1 1121— 
o) Rosinen, Korinthen, Kastanien, torbeeren 
und torbeerblarter, Auis, Cirronen, limonien, ZFentner « 
PommekaazemOrang.n............. IV v« —l2-—·«'-—— 
Verlangt der Steuerpflichtige die Auszaͤh- Pfund. 8 
lung der frischen Sudftuchte, so zohlt er für das! Stück— ——.s 
Verdorbene blriben unversteuert, wenn sie in " 
Gegenwart des Steuer, Amtes weggeworfem, 
werden. 
pzKaffee und alle Kassee= Surrogate mit Ein- „! ’ 
schluß des Cichorienpulvers, Kakdo, Mandeln, 
Feigen; Datteln, Kubeben, trockne Orangen, 
Orange und Cüronenschalen, Pfeffer, Rl-sl- . 
mentoderatglischeserüq,JngtveyGalgam Name-' 1 — 
9) Zucker alltr Art, Zuckerwerk, trockne Konfi- Pfun M. 1I1II 
t okolate ago apern 55 
———————————— 
n HNM□99 10 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
M 2
        <pb n="84" />
        76 
Gegenstände. 
  
  
  
  
Fur die inländische Raffinerien geber aller 
rohes Zucker ohne Unrerschied ein, für nebenste- 
bende Joll, und Verbrauchs, Steuersätze 
a) Thee, Muskatennüsse und Blumen (Mozis 1 
Nelken, Zimmt, Kassia, Kardamommen, 
Vanille, Safen 
s) Taback, 
1) fabrizirker und unfabrizirter aller Art 
2) für Fabrikanten zahlt ausländischer Taback 
in ungedrehren Blättern und Stengeln. RX 
H Getreide, Huͤlsenfruͤchte und Saͤmereien. 
a) Waizen und Kleesaamen 
b) Leinsaat 
oder in Donnen verpacke) welche nach der Maaß. 
und Gewichtsordnung vom ibten Mai 1816. 
373 Metzen enthalten sollen 
c) Erbsen, Bohnen, Linsen, Spelz.. 
d) Roggen, Gerste, Malz, Hirse, Schwaden 
und Buchwaizen 
e) Hafer und Wicken 
s) Ruͤbsaat, Raps, Leindotter oder Doͤder, Hanf- 
saamen, Mohn 
6) Wacholderbeeren 
Alle vorgenannte Getreidearten, Sämereien 
und Hülsenfrüchre sind ganz zollfrei, wenn die 
Quantitäc zwei Scheffel niche übersteigr. 
*) Anmerkung. Die mit einem Stern hier 
und sonst bezeichneten Gegenstände gehen an 
der Grenze mit Sachsen und Schwarzburg 
frei ein und aus. 
— 2 —2 2222222222222222 222 2242 
·e 
16G las, 
grünes Hohlgllss 
dasselbe beim Dransito zu Wasser von Mecklen- 
burg nach der Elbe ins Ausland 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Maaßstab Abgaben= Sätze. 
der Zoll beim Ver[ 
Lerfsteue brauchs- 
rung. Eingange. Ausgange. Steuer. 
Resl. Gr. Pf.]Rtl. Gr. Pf. Vtl Gr. f. 
Zennr.0 – 
Pfund—— 8 
Zentner 11□ — — 
Pfund. 12 26 
Zentne. - - – 
Pfund.— ———— 
ZentnerB110— — — 
Pfund. — — — 8 
Scheffel.—H—1|— 
Scheffel.—0———I 
Tonne.16—2 
Scheffel. — 1 —1 —112 
Scheffel. — —.. 
Scheffel.— 3— 11—— 
Scheffel.—11—1 — 
Scheffel.—— □1 — 
Jenener.—8— 18— 
l—— 4
        <pb n="85" />
        77 
  
  
  
Maaßstab Abgaben-Säßze. 
der oll beit * 
Gegenstände. ———— 
rung. Eingange. Ausgange. Steuer. 
Rtl. Gr. Pf. Xtl. Ge Vf. IRtl. Gr. Pf. 
Anmerkung. Bei loser Verpackung werden 
54 Kub. Fuß zu einem Zentner veranschlagt. 
b) weißes Hodlglas, Dafelglas ohne Unterschied 
der Fareeeee#6 Jeuene.—— 
*. geschliffenes und massives Glcs, Glosperlen 
und Behönge . . .. .. . . .. Jentner. I1 
d) Spiegelglas, belegtes oder unbelegtes 1 Pfund——1— 
„ (1) wenn das Srück niche einen 
pi CSuß Oberfläche bak.4# 4r 1 — 
F# oleK. ven 144□I3ed. bis 30 ff 
feiglas) Oberflaͤche einschließli ). . . . . Etuͤck. ——— 
5) über 500 U□goll bis Soo U□ZollSeue# pr. — — □ 
Geaaossenes (4) über 60% □g8. bis roo #S#.S#.e–—3 
und Gebla- l à ½ % J. bis 1400 J□N..SStück. ner 88— 
*pm aune 8 öber 1700 HN. bis 900. 83. tüc. 4% —–I - 
uterschie 8) über 1900 □3. bis 2200 □3. S.ülk. ——18| 
und alle welche eine größere Höhe und Vreite 
baben. I 
e)GlasschekbmundBkuch......»...... Zentner. frii. 1 
7. Glätte (Blei-, Gold- und Silber-)...... .. . Zentner. — 8— — 1| 
18. Häute und Feile 
rohe) grüne und trockne zur Gerberei asgleichen 
Haate aller Art) ... . . . . Zentner. frei. 1121—– 
Ausnahme. Scewärrs über Danzig, vi B5 
lau, Memel und landwärts nach Polen Zentner. frei. 
10. Holz, Holzosthe, Holzwaaren 
a) alle Farbeboͤlzer in Dloͤcken und geraspelt, (mit 
Ausuahme des Fernambuck) desgleichen Kork, 
Pockholz und Burboaon Zentner. frei. 8S 
(Fernambuck und alle außereuroydische Tischter- 
dölzer sind dem gewöhnlichen Joll von 12 Gr. 
teim Eingang unterworfen.) 1
        <pb n="86" />
        78 
  
  
  
Maaßstab Abgaben--Saͤtze. 
der · 
Gegenst ände. Versteue- — *** 
" rung. Eingange. Ausgange.Sceuer. 
Ril. Gr. Pf. Rtl. Gr. Pf.Rtl. Gr. Pf. 
*I#b) Brenn= und Nußbolz, 
1) Brennholz in Bäumen, Kloben oder Schei- 
ten. ... Klasceer.— 
2) Stangen, Bandstöcke und dergleichen.Schok.——1— 
3) Spieren) Buchspriete ....... Stück.1— 
4)Masten................. ...... Stück.t.I2-— 
5) Bohlen, Bretter ohne Unterschied der Länge, 
Breite und Dicke 
ee. von Tannen- und Kiehnenholz.. . . .. 4 Stuͤck. -1 — — 
G. von Eichen- und Hartholz........ 5 Stück.— 
6) Balken 
Z. von Tannen= und Klebnenholl. Scück.— — 
G. von Eichen= und Harthol Scück.— 
7) Klapp= und Miepenholz, Staabholz, Bo- 
denstite. 233# #386.15. ii — 
3) Kommen vorstehend niche benannte Nut,,K tast 
holz - Gattungen, als: Latten, Splitthoh, à 4000 
Schindeln ꝛc. vor, so wird davon erhoben — 42 
oder 
pro Pferds, 
c) Asche (tobe) ladung.3 – 
e..... . · 
4) Waaren, Jerbe..2 
grobe, Böetcher, Drechsler, Korbflechter, 
Stellmacher, Dischler, Wagner und alle 
robe Holzwaaren, welche nicht bemale, ge, 
beitzt, lackirt oder polirt sind, tragen blos 
den gewoͤhnlichen Zoll. 
feine 5 (siehe kurze Waaren) 
20. Hoͤrner, Hornspitzen, Klauen und Knochen .. .. J Zentner. .52— 
21. Körner, , (geßilzttg Iicne- —F 4 — 
22. Instrumente musikalische, mechanische, mathe- 8— 
matische, optische, astronomische, chirurgische. Zentner. 2 —
        <pb n="87" />
        Maaßstab Abgaben-Sätze. 
Gegenständec. Ves Zell dein Va- 
ersteue- . brauchs- 
mng.Eingange. Ausgange.) Steucn. 
Rtl. Gr. Pf.] Rtl. Gr. Pf.] Rtl. Gr. Pf. 
die 
23.]) Kalk und Gips (gebranncer) ame 
oder 
*) stehe Anmerkung No. 15. 4Scheffe.—4 dW4 
24.Karden oder Weberdistenn Jencnerse. - 
25.Kleider (fertige neue) Pfund. — — 408 — 
26. .Kohlen, · —112 
Pferds- 
a) Holzkohlen ladung 
oder ro 
Zentner. frei. 
9 HBMerds- 
b) Sten##und Gruß ladung 
oder 10 
27. Kupfer E — 
Garkupfer und altes Bruchkupfer, Aupferfeilel ier 1 
b) geschmiederes, gewalztes, geschlagenes, Ge- zenener. „————— 8 
schirrkupfer, Bleche, Dachplatten, Nferdrach. eaf und. 11 —1 
a28.Kurze Waaren, 4 
a) grobe, aus Messing, Kupfer, Zinn, Blei, 
gewöhnlichem Stahl, unvergoldet oder unver- 
silbert, ferner aus Porzelan) Glas, Holz, 
Horn, teder, tack; 
Nüruberger Waaren, feine Drechsler- und 
Tischlerwaaren, Spielzeug, Klavierdrath, Sie 
gellack, Blei= und Rotystiste, feine Bimsten, 6 
Scecknadeln, Nähnadeln, Kuspfe u. s. w.; " 
Weffen aller AUrc, feine Schlösser, feine ! 
Eisengußwaaren, seine Sattler= und Riemer= 
arbeilen, Sattel, und Reitzeuge, Peitschen 
Briestaschen, ordinaire lackirte Waaren, Röhre D4 
und Stöcke, Brillen, Dosen, Kämme, feine 
Seife, Parfümersewaaren, Messer, Schee-
        <pb n="88" />
        80 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Maaßstab Abgaben-Säse. 
der Soll beim 
Ge gen st aͤnde. Bersteue- ’ 
rung.Eingange. Ausgange.Stener. 
Ril. Grx. Pf. IRtl Gr. Vi. IRtl. Gir. f. 
ren, Ringe, Schnallen, Fingerhuͤte, Pfei- 1 
fenröhre, Knöpfe, feine Werkzeuge, welche 
aus den i#m Eingange genannten Urstoffen ge- # 
ferrige sind DPfnd.. ——5— 
b) feine, alle Waaren, welche zum Dheil oder " · 
ganz aus Gold, Silber, Platina mit Gold- 
oder Silber, Belegung, oder aus Semilor, 
Bronce und andern feinen Metallgemischen, n 
oder aus feinem Steabl, Alabaster, Elfenbein 
Schildpart, Perlmutter, Bernstein, unächten 
und achten Steinen und Derlen, Kristall, ge- 
fertigt sind, michin außer den in der vorigen 4 
Rubrik zuletzt genanmten Waaren; 
Uhrketten, Flakons, Etuis, Degengehaͤat; 
Etu verl · bolbblatt, feine lockirte Waaren. 
Maͤnner- und Frauenputz, gehaͤkelt, gestrickt, 
gestickt, Bonnets, Fächer, Blumen, Schmuck, 
federn, Bast= und Strebhüce, feine Posa- 
mencier-Waaren, Tressen, Tragebänder, seine 
* lederne Handschuhe, Perückenmacher, 
rbeit 
PDfund. 
20. Leder. 
Alles #eder ohne Unterschsed, lohgares, welßgares, 
sämischgares, Juchten, Korduan, Safstan, Ma,! 
rockanisches u. s. w. EEEIEEEEEEEEE 
30. einengern Pfund.— + 
a) robes .. . 
seewaͤrts ausgehend uueeer er 2 5551 
b.) gebleiches Jennee.i 4 
() gefärbtes und Zws# Zenner *“ — 
3r.Leinwand, « · — I 
a) graue Packleinwand und Segeltuch Jenener.— " —
        <pb n="89" />
        Maaßstab Abgaben-Saͤtze. 
der o « 
Gegenstände. ————— 
frung. Eingange. Ausgange.Soeuer. 
m—m—F(ül-NMENENMNECI 
b) robe ungebleichte teinwand und Drillich Zentner —2 —111 - 
Ausnahme. Behmische teinwand, roh und 
halbgebleicht, auf der Grenzlinie von Leob- 
schüs bis Seidenberg, beide einschließlich, 
geht zum Markrverkehr und für Schlesische 
teinwandhändler frei ein. 
P) gebleichte, gefärbre und gedruckte keinwand, 
Zwillich und Drillich, Tischzeug, Sterumpf- 
waaren, Bänder, Bateist, Kammertuch, tinon Pfund. 4 —L 
32.] Lohe und Borke von Eichen, Fichtcen und BirkenHBenener. frei.—2 — 
33. Lumpen . Zentner. frei 2— 
e s 5 nach Pohlen Zentner. 6 · 
34.Matten (von Bast) Zentner.————— 
36.Mennige Jenner.—4 | 
30.Messing, 
a) robes und Bruchmessing, Glockengut, Mes 
singfeile Z Zentner. 1— — 
b) gewalztes, gedaͤmmertes, gezogenes, in Ble- Pfund. 8 
Zenmer.2——— 
chen und Drath d. 
37. Metallwaaren. Pfund. — 
Ganz grobe aus Kupfer, Mesiing und Jinn, ge- 6 
gostene und geschlagene, als: Kessel, Pfannen, 
Töpfe) Mörser, Teller, Schüsseln, töffel und 
dergleichen, die nicht unter den groben kurzen 
Waaren begriffen sind Pfan — — 
38. Mineralalkali, · »—--"—19 
1)Soda(ungeteh-kgke) Zenkner.—8 — 
2) gerelnigte (Mineralalkali) Zentner. -12 1 
39. Papier, 
a) raues tösch und Packpapler . Jencne.— 
b) alle Paplergattungen und Pappdeckel mie 
Ausnahme des grauen tösch= und Packpapiers Zeue#ner.——11 
c) Papier,Tapeten nar % r 
  
Jahrgang 181# 
  
N
        <pb n="90" />
        Maaßstab Abgaben-Säbe. 
der oll beim 
Gegenstände. Verstur.— s5½ 
rung. Eingange. Ausgange.Steuer. 
Ril. Gr. Pf.]Rtl. Gr. Pf.Rél. Gr. Yf. 
40. Pelzwerk, 
a) (halbgares) auch gegerbte Schaaf- und täm Zentner. 1 1— — 
merfelle, imgleichen Schaafpelze „Pfund. !1 # 
b) andere Kürschnerarbeic, Rauchwaaren Aier: 2 —.x 2 3 
u.] Poliermittel, als: Bolus, Bimmstein, Blur, « ·- 
stein, Schachtelhalm, Schmirgel, Tripel Zentner. frel. — 
42. Pottasche, Waidasche u. s w. Zentner. - 4265 — 
Anmerku Waidasche ist frei vom Ausfuhtzoll, 
wenn selbige über See ausgeführt wird. 
43.Riemer-, Sarcler-, Schuhmacher, Waaren: 
grobe Handwerks-Waaren dieser Arr, desgleichen Zentner, — 
Wagen, die niche zu den Arbeiten 19 d. Lchven Pfund. ——6 
feine (siebe kurze Waaren) 
44. Salz (Kochsalz, Sceinsalz) zum Verbrauch im 
tande einzuführen, verboten, bei gestattecer Durch- 
fubr wird der allgemeine Jollsaß erhoben. 
45.Salzsäure . Jeucner.—12 
46 Schließpulver Zen##er.———1 
47. Schmalte „Cblaue Farbe;, Blauseh JZentner.—4 121— 
48. Schwefel Zentner. — 8 — 1 
49. Seide, 
a) rohe= Seide Zentner.—L—512 
b) gezwirnte und Mäzeide, gefaͤrbt und ungefärbe Pfund 10.— 
c) balbseidene Waaren aller UAlier Pfund 16 — 
d) seidene Zeuge aller Art, glatte und brochirte, Tofe, 
Arlas, Samme u. s.#w., wie auch Strumpf- 
und Bandwaaren und Petinet von Seide Pfund- 
50. Seife. " 
a) gemeine, gruͤne und schwarze Zentner. — 8 —. 
b) weiße, französische, spanische Sentner.2— 
*is Spiclkarten, zum Verbrauch im ande einzufübren, 
« verboten; beim Transito wird der gewoͤhnliche Zoll 
à 12 Gr. pro Zentner beim Eingange an der 
Grenze erhoben.
        <pb n="91" />
        Maaßstab Abgaben-Saͤtze. 
der oll beim 
Gegenstände. a#ffk — 9 
rung. Eingange. sAusgange. Steuer. 
Ril. Or. Pf. IRtl. Gr. Pf. Rtl. GOr. Pf. 
52. Spießglanz (Antimonium) . Zentner. — 81 8— 
53.Spitzen aller Arr, geklöppelr, gestickt, gewebt und 
Blonden Pfund141———10 
54.Stahl, NRohstabl-Eisen, Stablkuchen Zentner. frei. 1 
Rohstahl . Zentner-O —18.... 
Raffinirter Stahi Zentner. J- 6. — 
Scahldrath Zentner. 11 112— 
55. Steine, 
*) a) Bruchsteine und behauene Steine aller Art, 
Muhlen= und Schleifsteine, Tuff, Draß beim 
Dransport zu Wasser . Last-s — 
b) Ziegel- und Backsteine aller Art bei dem 1000 
Dranspore zu Wasser Stuct. - 8 - — — — 
c) Flintenstelne und Wetzsteine Zeucner.—0 6– — 
*) siehe Anmerkung No. 15. 
56. Talg und üuchre, 
a) Talg Zentner. -12 1— 
b) siche Zentner. — 12 112— 
57. Terpenthinöhl (Kiehnöbh Zentner. —8 —- 
58. Theer, Daggert und Pech Zenuer.— 
50. Thran " Zentner.9— — 
bo. Tdpferwaaren, 
a) gemeine Taopferwaaren, Fliesen, Schmelztiegele Lentner — 
b) Steingut, Fayance, irdene Pfeiffen uien T 8 — J 
c) Porzelan, weißes * 12 *1 2 – 
1 Jenntce.1———— 
d) farbiges pfm.— +— 
e) - bemaltes und vergoldetes Ferr 1□q 
61. Uhren, (Taschenuhren) —... 
a) von Gold Dubend.————20 
· .Dutzeud.——— 8 
b) von Silber, Tomback u. s. w. l Sent#er. □□□□□ – 
  
  
N2
        <pb n="92" />
        Maaßstab Abgaben-Sätze. 
2 der oll beim — 
Gegsenstände. —— — 
rung. JEingange. Ausgange. Steuer. 
Etl. Gr. Vf I. Gi. es.Ii. Ge 
62. Vicech, « 
a) Pferde, Maulesel, Maulthiere, Esel Stuͤck. 11 12— — 
b) Ochsen und Stieren. . -Stück.—1ci·8 —- 
Anmerkung. Vorgenannte Thiere sind steuerfrei, wenn 
aus dem ebrauch, der von ihnen beim Eingange ge- 
macht wird, hervorgehet, daß sie nicht des Handels we- 
gen, sondern als Zug= oder Lastthiere 2c. eingehen. 
c) Kühe und Fersen Stüäkk.81—— 4 — 
d) kleines, als Schweine, Schaafe, Hammel « 
und Ziegen Stuͤck. —2 1 — 
63. Vitriol, 
a) grüner (Eisenvitrios) Jeun.|—— — 
b) weißer C(Zinkoltriol) und gemischrer Kupfer, 
und Eisenvitriol NFeutner.——2 —8 
) blauer cyprischer ( Kupfervitriol) Zentner.—12|ö 10|— 
64. Vitrioloͤhl alsche Schwefelsaͤure) Sen#ner.—12—— 8— 
65.]Wachsfabrikare, Zen#nee. 1UO□- 
a) Wachsleinwand 6 Pfund. %% 
Sentner. dd.* 
b) Wachskafft Pfendo.□E 1 
c) Wachs, und Wallraehlichte Jen#er. 2————1|12s 
66.Wolle, 
#a) rohe Zentner. srei 381— — 
b) wollenes und Kameelgarn gefärbtes . e 2 
c) wollene Waaren, " 
1) alle gewalkte und ungewalkte wollene Tu- 
che und Jeuge von 1 Breite und darunter, 
Strümpfe, Bänder, Borten, Schnüre und 
! Fuo#bdecken oder Teoppiche Pfund.— — 40 
2) seines Tuch, geralktes und ungewalttes 
von 2 Breite und darüber, Kasimir, Digogne 
Zr und Merinos • Pfund. — 99 
67.Zink, 
a) roher. Zeutner. J-12 — 2 
b) in Blechen Zentner. n —
        <pb n="93" />
        85 
Dritte Abtheilung. 
Gebuͤhren fuͤr Zettel, Siegel und 
Es wird bezahlt 
Ein Begleltschein mit 
Bleie. 
Ein Blei No. 1. zur Verschließung von Wagen und Schifen mir 
Ein Blei No. 2. zu den Kollis von und über einem Jentner mie 
Ein Blei Ne. 3. zu den Kollis unfer einem Jencner mie 
Ein Siegel zum Verschluß mit 
Vierte Abtheilung. 
2 Groschen. 
2 Groschen. 
1 Groschen. 
4 Pfennigen 
2 Pfennigen 
Von der Verbrauchssteuer-Berechnung nach dem Gevichte. 
  
  
Tarif 
für die Thara. 
Art Thara 
Benennung der Gegenstände. der von 100 Pfun 
Verpackung. Brutto-Gewick 
Kaufmanns-Waaren, als: 
Kaffee, Anls, Inqgwer, Lorbeeren, Citronen= und Pommeranzen-)] In Fässern 12 Pfund. 
Schaalen, Mandeln, Rosinen, Pfeffer, Piment, Zimmt, in Säcken 3s Pfund. 
Syrup, Butrter und dergleichen mehr in kleinen Ballen 6 Pfund. 
Speiscöble in Faͤssern 15 Pfund. 
Vittiol, Wachs, Talg, Weinstein und Alaun in Faͤssern 10 Pfundb. 
in Kisten 20 bis 
Thee, mit Ausnahme des russischen Karavanen Thees nebsh Blei 25 Pfund. 
* in Fässern to Pfund. 
Dabacksblätt und Stengel in Ballen 5 Pfum. 
„ .. in Faͤssern 
Daback, bolléndischer Preßcaback und Kisten 10 Pfund. 
Jucker, roher weißer in Fässern 12 Pfund. 
Jucker, roher gelber und brauner in Fässern 15 Pfund.
        <pb n="94" />
        — 86 — 
Allgemeine Bestimmungen. 
1) Der Joll wird vom Brutto-Gewicht, die Verbrauchssteuer-Abgabe aber vom Netto-Gewicht erhoben. 
2) Es bleiben bei der Zoll- und Steuer-Erhebung außer Betracht, und werden nicht verzollt oder versteuert: 
2) Duartäten unter &amp; Zentner, wenn der Joll und der Steuersatz einen halben Thaler oder weniger 
beträgt; 
b) Quantitkten unter J Zentuer, wenn die Abgabensätze über einen halben Thaler bis 4 Thaler betragen; 
D) Quantitéten unter einem Pfünde, auch bei höher besteuerten Gegenständen; 
d) Quantitäten von einem Quart bei Flüssigkeiten, welche nach Maaß versteuert werden. 
3) Die Jahlung der Gefälle geschieht unter 5 Thaler ganz in Silbergeld. Wenn aber 5 Thaler oder mehr 
in einer Post zu zahlen ist, muß der Joll, so wie die Verbrauchssteuer halb in Golde (den Friedrichs- 
d'or zu 5 Thaler gerechnet) halb in Silbergeld entrichtet werden. Bei der Ausmittelung des Goldantheils 
dürfen beide Arten von Gefällen nicht zusammen gerechnet werden. Zwischen, Summen, welche in Golde 
nicht zahlbar sind, werden nicht zur Berechnung des Goldantheils gezogen. 
Gegeben Berlin, den 36sten Mai 1818. 
(L. S.) Friedrich Wilhelm. 
C. Fuͤrst v. Hardenberg. v. Altenstein. 
Beglaubigt: 
Friese.
        <pb n="95" />
        B. 
Zoll= und Verbrauchs-Steuer-Tarif 
für die Provinzen 
Westphalen, Cleve, Jülich, Berg, und Riederrhein. 
Erste Abtheilung. 
Gegenstände, welche gar keiner Abgabe unterworfen sind. 
Ganz frei von dem Zolle und der Verbrauchs-Steuer bleiben: 
1) Bäume, zum Verpflanzen, und Reben; 
2) Bienenstöcke mir lebenden Bienen; 
3) Branntweinspülich; 
4 Dünger (tbierischer oder Stall) 
5) Eier; " 
0) Erzeugnisse des Ackerbaues und der Viehzucht, elnes einzelnen, von der Srenze durchschnte, 
tenen zandgurs; 
7) Fische und Krebse (selsche); 
8) Futterkräuter und Heu; 
0) Gartengewächse (#rüche) alle Blumen, Gemüse und Kraurarten, Echorien (ungetrocknete), 
Kartoffeln und Rüben; 
10) Geflügel und kleines Wildprett aller Art; 
11) Gold und Silber, gemünzt, in Barren und Bruch; 
12) Hefen oder Bärme; 
13) Hausgeräthe, (gebrauchtes), von Anziehenden zur eigenen Benußtzung; 
14)0 Holz, (Brenn= und Nußbols), welches zu tande verfahren wird) und niche nach einer Holz, 
" ablage zum Verschiffen bestimmt ist. Reisig und Besen daraus, Flechtweiden; 
15) Kleidungsstuͤcke der Reisenden, auch deren Reisegeräth und Viktualien, zum Reiseverbrauch: 
16) Lohkuchcen, (ausgelaugte Lohe als Brennmaterial); 
17) Milch; 
18) Obst, (srisches); 
10) Rohr und Schilf; 
20) Sämereien für welche keln Tarlfsohß namenrlich ausgeworfen ist; 
21) Sand, Lehm, Mergel und andere gewöhnliche Erdarcen, die niche mic elnem Jolle namene 
lich betrossen sind; 
22) Steine) (alle bedauene und unbebauene Bruch-) Schiefer-, Ziegqel- und Mauerstelne bei den 
tandtransport, insofern sie nicht nach einer Ablage zum Verschiffen bestummt sind; 
23) Strol
        <pb n="96" />
        88 
23) Stroh, Spreu, Häckerling; 
24) Thiere, (alle lebende), für wesche kein Tarifsah ausgeworfen ist; 
255 Torf und Braunkohlen; 
20) Trebern, Trestern. 
Jweite Abtheilung. 
Gegenstände, welche dem Jolle und welche der 
uUnterworfen sind. 
Zwölf gute Groschen, soder eln halber Thaler vom Preuhischen Zenener wird in der Regel bei 
dem Eingange an Loll, und weiter gar keine Abgabe, weder bei der Wiederaussuhr, noch bei dem Ver- 
brauche im tande erhoben. 
Anuswahmen hiervon treten bei allen Gegenständen eln, welche eneweder nach dem WVorhergeben, 
Ten ganz frel, oder nach dem Folgenden andern Abgabe-Süäben, namenclich unterworfen sind. 
Zu den letztern gehören dlesenigen Gegenstände, welche 
a) einem geringeren oder böhern Einfuhrzolle als einen halben Thaler vom Zenener unterwor- 
fen sind, oder auch bei der Einfuhr unbelastet bleiben sollen; 
b) bel der Ausfuhr mit elnem Folle belege sind; 
P) bei dem Verbleiben im tande, neben dem Eingangszolle mic elner besondern Verbrauchssteuer be- 
lastee sind. 
Es sind folgende Gegenstände, von welchen die beigesetzten Gefälle erhoben werden: 
Verbrauchssteuer 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Maaßstab Abgaben-Sätze. 
[— 
der ll bei Ver- 
Gegenstände. ————— , 
rung. Eingange. Ausgange.S#euer 
Rtl. Gr. Pf.el. Gr. Pf. Rll. Gr. Pf. 
1. Abfälle von Gerbereien (elmleder) von Sein I 
fensiedereien, Vitriolfabriken, Glashuͤtten und der 
Fabrikation der Salpetersaͤure ......... .. . Zentner. fret.—½ — 
2.Alaun .............. is Zentner.—12——-———18— 
3.Apothekcr-undDroguerce-Waaren: 
ChemischesabrikarefurdenMedizinaliuudGe- 
werbsgebrauch, und Praͤparate, welche in diesem 
Tarif nicht namentlich genannt sind, als: aͤtherische 
Oehle, wohlriechende Wasser, Säuren, Salze u. .s. Zenener.—2——|ö 
Anmerkung. Von rohen Erzeugaissen des Thier- 
und Pflanzenreichs 2c#. c. zum Medizinal-Ge- 
brauche, welche in diesem ar nicht ausge- 
nommen sind, wird blos der Zoll von zwolf 
Groschen bezahlt. 
  
  
  
  
  
  
J) Baum-
        <pb n="97" />
        Maaßstabl. Abgaben-Saͤtze. 
der - . 
Gegenstände. V»»««»ZO««"" »Es-Hm 
rung. JEingange. Ausgange. Steuer. 
INtt. Gr. pf. IRtl. Gr. Pf. IRtl. Gr. Vf. 
4.Baumwolle, 
a) robe #.— Zentner. — 4—— 81 — 
b) Baumwollengarn, 
1) weißes und Watten . . . . .. Zentner. 1 1 — 
2) gefärbtttton i utne 1 — 
c) Baumwollenwaaren, « ——l— 
1) weiße einfarbige, und mehrfarbig gewebte, 
A#mgleichen balbbaumwollene, mit Wolle, gentner. ——.— 
Haaren oder teinen gemischt Pfund.J — — 
2) gedruckte und seine weiße als Mousseline, und. 0 
Gaze, Mull und dergleichen brochirte und « 
gestickteWaaren,PetinekunyalleStrumpfiZenknek,2— ·—-— — 
waaren .·............ Pfund. ——2 
5..Beinschwarz, Kiehnruß, Steinkohlenruß.Sen#ne————0□0/□ 0 
6. Blei 
In Blöcken, und altes —2 —2 —2 22 22220222 224 Zentner. — 8 — 161 — 
Waaren: 
grobe, als: Kessel, Roͤhren, Schroot, 
Platten ꝛc. . . . . . . . . . .. . . ... Zentner. — 12 -1211211 — 
seine, als: Spielzeug (siehe ordinaire 
kurze Waaren). 
wei56 Iemner.———60— 
7. Bürstenbindere und Sikimeg, Wetn 
a grobl enuene—— 
b) feine (siehe kurze Waaren.) 
8. Eisen, 
a) buß in Gaͤnsen und Masselen, Roheisen, altes * 
Brucheisen, Eisenfeile, Hammerschlag Zentuer. frei. 
b) geschmiedetes, als. Stab, oder Stangen,, · 
steifen-,Cd)ldnirRck-,Knetp-B.md-, 
Zain-, Kraus= Bolzen-, Wellen- Sencner.———□PE6| 
c) Eisenblech; 
1) Schw erz- und Sturzblech aller Art. JZenener. —2— 112— 
2) Weißblech aller Art. ... .... ....... -3enkner.-—12————-2—— 
d)EisendrathundAnkck................ Zenkucr.-—12—— 112— 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Jahrgang-In- O
        <pb n="98" />
        Gegenstände. 
Maaßstab 
der 
Versteue- 
rung. 
Abgaben-Saͤtze. 
  
Zoll beim 
  
Eingange. 
Rtl. Gr. Pf. 
  
  
10. 
II. 
12. 
  
e) Waaren: 
1) grobe Gußwaaren in Oefen, Platten, 
Gittern u. s. w. ... 
2) grobe, die aus geschmiedetem Eisen, Eisen- 
blech, Stahl und Eisendrath gefertigt sind, 
als: Hespen, Aexte, Stemmeisen, Sensen, 
Sicheln, Degenklingen, Tuchmacher, und 
Schneiderscheeren, Halfrerketren, Kaffectrom, 
meln und Mühlen, Brarpfannen, Schaufeln, 
Mierteisen, Serlegeln, Holsschrauben, Naͤgel 
erner: 
grobe Waagebalken, Schraubstoͤcke, Scher 
ser, Feilen, Hämmer, Jangen u. s. w. 
5) feine Werkzeuge der letztern Art, und an- 
dere seine Sisenwaaren (siehe ordinalre kurze 
Waaren.) 
Erden, 
a) (Farbe) gelbe Erde, Braunreth, Ocker, Umbra, 
grüne und rorhe Erde, Rothstein, Kreide 
b) andere: 
aa) Walkererde 
bb) Töpfer= und Pfeifenthen, desgleichen 
für Sreingut, und Porzelan-Fabriken. 
Erze aller Arr, als Eisen= und Stahlstein, Stufen, 
Braunstein, Reiß= und Wasserblel, Kobalt, Gal- 
mei und alle, die niche namentlich in diesem Tarif 
ausgenommen sind 
Farbewaaren, 
a) Maler, und Waschfarben, welche in diesem Da- 
rif nicht namentlich genannt sind 
b) Minlarur= Pastel- Farben und Tusche, in Bla- 
sen, Flaschen, Gläsern, Täfelchen und Kästchen 
(wie ordinaire kurze Waaren.) 
Farbe= und Gerbefräurer, Wurzeln, Rinden, Blät= 
ter, Krapp, Waid, Sumach, Knoppern, Galläpfel, 
Kurkume, Querzicron 
Anmerkung. Alle ubrigen zahlen den gewöhnli- 
chen Eingangs-Joll. 
— 2 2 22 222 222 2232224 
  
Zentner. 
Zentner. 
Pfund. 
Zentner. 
Zentner. 
Zentner. 
Zentner. 
Zentner. 
Zentner. 
Ausgange. 
Rtl. Gr. Pf. IRtl 
Ver- 
brauchs- 
Steuer. 
  
12 
  
  
  
  
  
  
frei. 
1I 
frel. 
frei. 
frel. 
  
  
12 
  
12
        <pb n="99" />
        91 
  
  
  
  
  
O 2 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Maaßstab Abgaben- Saͤtze. 
der Zoll beim Ver- 
Ge gemn st aͤnde. Verstene- brauchs- 
rung. Eingange. Ausgange. Steuer. 
Rel. Gr. Pf. IRtl. Gr. Pf.Rel. Gr. Bf. 
13.Flachs, Hanf, Werg, Heede .. Zenkner.fkei.—16 
I4. Getränke, Eßwaaren und Spezereien, Tonne 
a) Biere, aller Art, in Fässern (auch Mech)4 uare“ 1 — —— 
b) Branntweine aller Art; auch Arrak, Rum, Quart. 1— 
Franzbranntweine und versehte Branntweine in Eimer von „ 
Fäassen .. . .... 60 Quatt. s-16 ¼ 
c) Weine und Most in Fässern: #or- *1rz 533 
imen— — — 
aa) fremde aller Art. ... ............ 9 
Ausnahme: Franken-, Pfälzer. und Rheln. uart. 23 
Weine und Most, welche über die Grenze 
mit Baiern, Darmstadt und Nassau zu 
Lande, oder auf dem Rbein zwischen Blucrimee.+——□ 
gen und Ehrenbrelcenstein eingehen Quart. —13 
d) Essig, aller Arc, in Fässen Eimer. 6 1 
e) Speiseöbl, aller Arr, in Fässeen Zeurner.2 —1–— 
f) Mineral, Wasser in Krügen und Flaschen. Henener.— — 
) Alle andere Fluͤssigkeiten zum Takelgenuß, wel- 
che in Flaschen, Glaͤsern und Kruken eingehen, 
als Liqueure, feine Weine, Biere, Esñge, Oehle 
und Eingemachttes ... Zentner.——-0□O’. 
und nach der Wahl der Sceuernden, entweder Pfund— —13 
oderl Quatt. — 4—. 
D) Fleisch, frisches, ausgeschsachtetes, gesalzenes, - 
geraͤuchertes, auch Schinken, Speck, Wuͤrste, Zentner. -12 —. 
desagleichen großes Wild ....... . . . ... pPf und 5 
i) Fische, · 
sa)HeringeallerArt............... Tonne.—8--———8- 
bb) Alle andere gesalzene, getrocknete oder ge- 
raͤucherte Fische .. ... ............ Zentner.—4 — 
k) Austern, Muscheln, Hummer Jentuerl—12 1112 
1) Mehl, aller Art, Graupe, Grüte, Gries, 
Kraftmebl, Stärke, Puder, Rei. Jentner.21 1 1.—— 
m) Buceer und Käfe aller Arc Zentner. — 12 — 1— 
n) Syruo ............. Zenkner.—12—— 112—
        <pb n="100" />
        Maaßstab Abgaben-Saͤtze. 
der ol beim 
Gegenstände. Vesceue — D 
rung. JEingange. Ausgange. ] Steuer. 
Rtl Gr. pf.Itl Gr Vt. IRtl. Gr. Vi. 
0) Rosinen, Korinthen, Kastanien, Lorbeeren und 
gtorbeerbläcrer, Anis, Jitronen, timonien, Pom- 
meranzen, Oranggenn Zentner. — 12 — – 
Verlange der Steuerpflichtige beemürtln Pfund –•. 8 
der frischen Südfrüchte, so zable er für das Stück.—————————2 
Verdorbene bleiben unversteuere, wenn sie in 
Ge Lhemwar des Steneramts weggeworfen werden. 
nmerkung. Kastanien, welche über die südliche 
Grenze zwischen der Mosel und dem Rheine, 
wie auch durch das Herzogkhum Nassau eingehen, 
sind, wie frisches Obst, Fruerftei 
P) Kaffee, und alle Kaffee-Surrogace, mit Ein- 
schluß des Cichorienpulvers, Kakao, Mandeln, 
Felgen, Datreln, Kubeben, trockne Orangen“ 
HOrangen, und Zitronenschaalen, Pfeffer, Pi- Jencner.— —e 
ment oder englisches Gewürz, Ingwer, Geigone fund -si-is * 
FJucker aller Arc, Juckerwerk, crockne Konftüren, Zeniner % s——--- 1— 
Cbekolate, Sago, Kapern, Oliven, Aupian Me#no 4 2 — 
Für die inländischen Raffinerien geht aller Pfund, — 1 
rohe Zucker ohne Unterschled eln für nebenste- Zenener.—2 
bende Zoll= und Verbrauchs-Steuersätze 4 v 
g) Thee, Muskatennüsse und Blumen Eere Nel, Pfund———— 8 
ken, Zimmet, Kassia, Kordemommen, Vaniu, Jentner□—— 
Saftnanananan 1 pfun ——65% 
2 Zenner.1——— 
1) fabrizirter und unfabrizirter aller Art. 5 |5 —lel- 
2) für Fabrikamten zahlt ausländischer Taback Pfun ie les# 26 
in ungedrehten Bläctern und Stengeln. Zutuer. 1 **m 
5. Getreide. , Hülsenfrüchte, Sämereien. Pfund. 8 
a) Waißen und Kleesaanen Scheffel.M||A11 — 
b) Leinsaat ..... E Scheffel.— 6——I 
oder in Donnen verpackt, welche nach der Maag, 
und Gewichtordnung vom 164en Mals 1816. 
50)3 Meßzen entbalten sellen Tonne. 0|—21—–— 
c) Erbsen, Bohnen, tinsen, Spelsz Schefsel.——1—- 
d) Roggen, Gerste, Malz, Hirse, Schwaden 
und Buchwasen ..... ..... Scheffel.—I1—— HT
        <pb n="101" />
        93 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Maaßstab Abgaben, Sätze. 
der oll beim - 
G e 9 en st aͤ n d e. Versteue- 8 E 
rung.Eingange. Ausgange.) Sreuer. 
Rtl. Gr. Pf.] Rtl. Gr. Pf. Gr. Pf. 
e) Hafer und Wickken Scheffel. 3 1 
f) Ruͤbsaat, Raps, Leindotter oder Doͤder, Hanf- 
saamen, Mohn ............... Scheffel.—--—I—I 
)Wacholderbeeren...-............... Scheffel.——l—1— ——« 
Alle vorgenannte Getreldearten, Sämereien 
und Hülsenfrüchte sind ganz Jollfrei, wenn die 
Quancität 2 Scheffel nicht überstelge. 
Glas, 
a) grünes Hoblgllss SZenenee.4 18— 
b) weißes Hoblglas, Tafelglas ohne Unterschied 
EEL # Zenener.—12 — — — 
—— — 
Pfund. — 1— 
d) Spiegelglas, beläigtes oder unbelegtes 4 
1) wenn das Stück nicht 1 □#uß —i . 
Gegossenes Oberfläche boar Ten 2 L 1— 
(geblasenes 5 von 1 44 □goll bis 300 IZoll Pfund. 
wie Tafel,Oberfläche einschließlich Stuͤck. — 10— 
glas).) von 300 IZoll bis 600 IZoll 
Oberflaͤche einschließlich ..... Stuͤck. pro-———114| 
4) von 600 □)I. bis 1100 ..S.Stêück. Zen.—- 
*ss— 5) von 1100 □3. bis r400 UlS.Slrück. ner———8|1– 
penes opne 6) von 1400 ʒ. bis 100 J#.rück.% 1312— 
Unterschiev J) von 1760 □3. bis 1900 .S.Srock. ————–22%% — 
"6 8) von 1900 □3. bis 2200 □IS./0lck. 2881— 
und alle, welche eine größere Höhe und Breite 
baben. 
ee) Glasscherben und Bruch .......... Zentner. frei. —2 — 
Glätte (Biei-, Gold= und Silber-.4 NFentner.— 8|— — 
Häute und Felle (rohe zur Gerberei) desgl. Haare, · 
a)ktockne,amerikanischeoderandreHäute».Zentner frei.— 13 — 
b) gruͤne oder gesalzene Haͤute, so wie alle Felle 
und Haare ohne Unterschid#. Zentner. frei. —
        <pb n="102" />
        94 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Maaßstab Abgaben-Saͤtze. 
der Zoll beim Ver— 
G egen st aͤ nde. Verstene- Bers 
rung.Eingange. Ausgange.) Secener. 
Ril. Gr. Pf.1Ktl Gr.f. Rtl. Gir Pf, 
10.Holz, Holzasche und Holzwaaren, 
a) alle Farbehölzer in Blöcken und geraspele (mir 
Ausnayme des Fernambuck) desgleichen Kork, 
holz, Pockdolz und Burban Zentner. frei. 6— 
(Fernambuck und alle auHereuropätsche Disch- 
lerhölzer sind dem gewöhnlichen Zollsatz von 12 
Groschen belm Eingange uncerworfen.) 
b) Nutz- und Bauholz in Blöcken oder geschnitten, 
als: Brercer, Faßbolz (Dauben), Bandstöcke, 
Stangen, Faschinen, Pfahlbolz, Flechewei- 
den, Reisig u. #. w. 
bei dem Wassereransport die tast von 4000 Pf. dast.—□q — 
Anmerkung. Bei den Flbssen in Blbcken werden 
80 Kubikfuß auf eine Last gerechnet. Wird 
Holz zur Ablage gefahren, so wird auf 4 Pferde 
eine Last gerechnet. 
c) Brennholz in Kloben zu Wasser Klaster.— 1—83|—/ 0□0) 
4) Asche (rohe) Zentner,free.—— 
e) Waaren, 
grobe, Boͤttcher, Drechsler, Korbflechter, 
Stellmacher, Tischler Wagner und alle rohe 
Holzwaaren, welche nicht bemalt, lackirt, ge- 
beitzt oder politt sind, tragen blos den gewoͤhn- 
lichen Zoll. 
feine (siehe kurze Waaren.) 
20. Hörner, Hornspitzen, Klauen und Knochen.entner.]ei.2— — 
al. Hutmacherarbeit Ges#ztete l- 2— –0 
22. Onstrumente, musfskalische, mechanische, marhe- 
matische, optische, astronomische, chirurgische. Lencner.2 ———— 
die Tonne 
23.| Kalk und Gips (gebrannter). ..... . .... oder 4 
Scheffel. —– — 
24. Karden oder Weberdisteln......... .Herner. frei. 4——–— 
- , entner. — — 
25. Kleider (fertige venee 1 anner 2 –
        <pb n="103" />
        95 
Gegenständec. 
  
  
  
26. 
27. 
28. 
  
Kohlen, 
a) Holzkohlen .. . .... 
b) Steinfohlen ............. ... .. ... 
(Pferde, welche Kohlen tragen, [Saum- 
kblere ) werden zu 3 Zencner angeschlagen). 
Kupfer, 
a) Garkupfer und alces Bruchkupfer, Kupferfeile, 
Kupfermüngeg 
b) geschmiederes, gewalztes, geschlagenes, Ge- 
schirrkupfer, Bleche, Dachplarten, Jupferdroch 
Kurze Waaren: 
a) grobe, aus Messing, Kupfer, Ilnne Blei, 
gewöhnlichem Srabl, unvergoldet oder unver 
stlbert; ferner: aus Porzesan, Glas, Holz 
Horn, teder, tack; 
Nürnberger Waaren, seine Drechsler- und 
Tischler= Waaren, Spielzeug, Klavierdratb, 
Siegellack, Blei und Rothstifte, felne Bürsten, 
Scecknadeln, Nähnadeln, Knöpfe u. f. w.; 
Waffen aller Arc, feine Schlösser, feine Eisen- 
gußwaaren, feine Sartler und Riemer- Arbeiten, 
Sarcel= und Relrzeuge, Peieschen, Briefraschen 
ordinaire lackirte Waaren, Röhre und Stöcke) 
Brillen, Dosen, Kämme, feine Seife, Par- 
fümerie Waaren; 
Messer, Scheeren, Ringe, Schnallen, Finger, 
büte, Pfeisenröbre, Knöpfe, feine Werkzeuge, 
welche aus den im Eingange genanncen Urstoffen 
gefertigt sind 
feine, alle Waaren, welche zum Theil oder 
ganz aus Gold, Silber, Plarina mir Gold, 
2 2 22 —2 2 2 2 2 222 222 222 
b 
oder Silberbesegung, oder aus Semilor, Bronce 
umd andern feinen Metallgemischen, oder aus 
seinem Sradle, Alabaster, Elfenbeln, Schild. 
f 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Maaßstab Abgaben--Sätze. 
der Zoll beim Ver- 
Versteue- brauchs- 
rung. JEingange.Ausgange. Steuer. 
I#ntl. Gr. Pf. [A. Gr. pf. et. Gr. Vf 
die Pferde 
ladung 
oder 0 — 
Jenener. frel. 116 — — 
die Pferde- 
ladung 
oder 10 
Zentner. /-4 
Zentner. -12 — 
Zenenee.—2—— 
Pfund. —— 
3 
Zentner. 2 1 
Pfund. — "1 — 4— 
. 
1 1
        <pb n="104" />
        Maaßstab Abgaben-Saͤtze. 
der « bei 
Gegenstände. Bani — NPT% 
rung. Eingange. Ausgange.Steuecr. 
Nel. Gr. Af. ##el. Gr. W.Rel. Gr. Ml. 
patt, Perlmutter, Bernstein, unaͤchten und 
aͤchten Steinen und Perlen, Krystall, gefertigt 
sind; mithin außer den in der vorigen Rubrik 
zuletzt genannten Waaren: 
Uhrkeccen, Flakons, Etuls, Degengebänge, 
Stuß= und Pendul= Uhren, Kronenleuchter, 
Goldfäben, Goldblate, feine lackirte Waaren; 
Männer, und Frauenpuß, gehäkelt, gestrick, 
gestickc, Bonners, Fächer, Blumen, Schmuck- 
federn, Bast- und Stroh, Hüce; 
feine Posamencier-Waaren, Tressen, Trag- 
bänder, feine Schube, lederne Handschuhe, Zent 
Peruͤckenmacher-Arbeit. .. ... .. .... ... pfam. 2———— 
20.Leder, fund. 10— 
allek Leder ohne Unterschled, lobgares, weißgares, 
sämtschgores, Juchren, Korduan, Saffian, Maro- Zentner. 2— —— 
kanisches u. k.tvrrrr. Pfunn. 14 
3o. Leinengarn, " 
a) rosss . Zentner. frei — 12 
b) gebleichtes, gefärbres, auch Zwirn ....... Zentner. J 1 — — — 
z1. Leinewand und teinen-Waaren, 
a) graue Packleinewund und Seegeleuch Zeenener.— 
b) robe unglbleichte teinewand und Drillich. Zencne.——60112| 
Anmerkung: Geht für inländische Vleicherrien frei 
von Zoll- und Verbrauchssteuer ein. 
) gebleichre, gefärbre und gedruckte telnewand, 
Zwillich und Drillich, Tischzeug, Strumpfwaa- Zentner 2 — 
ren, Bänder, Bartist, Kammerruch, tinon ftnd. +– 
32.] Lohe und Borke von Sichen, Flchten und Birken.. Zenrner.f.——1 
33. Lumbden. Zentner. frei. 2— — 
34.Matten (von Bast .Semntner.— — — 
35. Mennige. Zentner.— 8— 10| 
30.Messing 
a) 545% und Bruch= Messing, lockenzur, e 
#ungseiillelell ..· Zenkaer.— — 1——— 
b) gewalz-
        <pb n="105" />
        Maaßstab Abgaben-Sätze. 
. der oll beim ger- 
Gegenstände. Vesuc — Ver, 
rung. Eingange. Ausgange. Sterer. 
Rtl. Gr. Pf. IRtl. Gr. Pf. Rtl. Gr. Pf. 
b) gewalztes, gehaͤmmertes, gezogenes, in Blechen, IEEEEEEEEE 
und Drath .. ... .................. Pfund. · ——l 
37sMctallwaarm, 
ganz grobe aus Kupfer, Messing und Zinn, gegos- 
fene und geschlagene, als Kessel, Pfaunen, Toͤpfe, 
doͤrser, Teller, Schuͤsseln, öffel und derg'eichen, die Gäen#er.————— 
nicht unrer den groben kurzen Waaren begriffen ** Mund.————□1 ü# 
38.Mineralalbalt, 
a) Soda (ungereinigte) Zentner.89————— 
b) Soda (gereinigte) Mineralalkall.. Zentner.— 1 – 
30. Papier, 
a) graues tösch= und Pack-Papier Zencner—— — — 
b) alle Papiergattungen und Parpdeckel *- 
Ausnahme von grauem tösch= und Packpapier),enner. 1121— 
Zentner.—2 * 
c) Papiertapeten ............... Pfund. — —6 
40. Pelzwerk, 
a) (halbgares), auch gegerbte Schaaf- und Laͤm— Sentner.——□□ 
mer-Felle, imgleichen Schaafpele Pfund. — ½% 
Zentner.—2 — — — 
b) andre, Kürschner, Arbeic, Rauchwaaren. Miund. – 
41. Polier- Mittel, als: Bolus, Bimstein, Vlusstein, 
Schachtelhalm, Schmirgel, Tripel ...... ... Zentner. frei. — 8 — 
42. Pertacche, Waidasche u. s. w. ...... ... ..Dencner.—1—8 — 
43. iemer-, Sattler,, SchumacherWaaren: "„# 
grobe: Handwerkswaaren dieser Arr; desgleichen Zentner.—2— 
Wagen, die nicht zu den Arbeiten 19e. getbrnl Pfund. . □1 6 
feine: (siehe kurze Waaren). 
44 Salz, (Kochsalz, Sceinsalz,) zum Verbrauch im 
tande einzuführen verboten; bei gestarteter Durch= i 
fuhr, wird der allgemeine — erdoben. 
45. Salzsäurrer ..Venner.— N—8NB 
46.Schießpulver. .................. . . ... Zentner. ———- 
47., Schmalte kblaue Farbe Jenner. +81———1„ 
48.Scchwefsffee .. .NZeuener.1—N 
Jahegang 1618.
        <pb n="106" />
        Gegenstöände. 
Maaßstab Abgaben-Saͤtze. 
  
  
  
49. 
50. 
51. 
52. 
53#. 
54. 
Seide, 
a) rehbe Seided ............. 
b) gezwirnte und Naͤhseide, gefaͤrbt und ungefarbts 
c) halbseidene Waaren aller Art....... . 
d. Sridenzeuge aller Urt, glatte und brochtrre, 
. Taffr, Atlas, Sammt u. s. w., wie auch 
Stumof= us und Bandwaaren und Perinet von 
Sn%iddöM .... . ... .. 
Seife, 
a) gemeine, gruͤne und schwarze. . ...... ... 
b) weiße, französische und spanische 
Spielkarten, zum Verbrauch im Lunde einzuführen 
verboten. 
Beim Dransieo wird der gewöhnliche Zoll von 
12 Groschen pPr., Zentner bem Eingange an der 
Grenze erhoben. 
Spießglanz (Animonium)) .. 
Spitzen aller ucl gelldppel/ sestict gewebt, 
und Blonden. . 
Stahl, Noznehh ein, Stazlluchen .. 
Rodstahl. .. ... ... ................. 
AassnurtekSmhl.................. 
Stahldcath...... «..... . 
szi,Stcine, 
a)Bkuchstesneu-IdbchaueneSteineallcrAkn 
Muͤhlen- und Schleifsteine, Tuff / Duck- und 
Weibersteine, Traß, beim Trausport zu Wasser 
b) Ziegel- und Backsteine aller Ant- bei dem 
Dransport zu Wasser 
c Flintensteine und Wehsteinn . .. 
Talg und üuchte, 
4 DTlagn 
d tichte ............ .. . ... 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
der Zoll beim Ver- 
Versteue- — brauchs= 
rung. JEEingange. Auodgange. Sttuer. 
Rtl. Grx. Pf. INtl. Gr. Vi.IRtl. Gr. pf. 
Zentner. % M1I--. 
Zentner. 1 
Pfund. 100 
Zenener— — — 
Pfund——————0 
1 
Jentner.2———— 
Pfund.— ——— 
Zeucner.–-) 
Zeg##ner.— 12 ——— 
Zentner.— — 
Zeucner.— 
Nund.———————10— 
Zentnet. feei.2 — 
Zentner.——6———0|— 
Zen##ner.5 12 
Jens.2 —111 
tast.-.,1t– 
1000 
Sck.— 8 — 
Jeucner.—%½61——— 
Zencnrer.— 1— 
Sena##.—1
        <pb n="107" />
        Maaßstab Abgaben--Statze. 
der Zoll beim 
Gegenstände, erstene, ders, 
rung. Eingange. Ausgange.SSeer. 
Rtl. Gir Pf. IRtl. ve. »f IRtl. Gr. Pf. 
57. Terpentinöhl (Kiehnsbl) Zem##nce.9 
58. Thert, Daggert und NPc Jene... — 
50. D##n. ................... ....... Zetctnes-.—8——· -- 
Opfctwaarcm 
s)gemeineTöpferwaakemFliefetySchmelzttegelZenk-;ek.-8———— — — 
„ 6. Jenee.—81——— 
b) Seeingur, Fayence, irdene Pfeisen Pond. +–□□ 
i Zennere.2 — — 
c) Porgzelan, weißes......... ......... Pfund. „— 
. Zemuek--12-———-—-.—-, 
chPokzelamfakbtges................. fund. 5 —*z6 
e) Potzelan, bemahltes und vergoldetes ... ae —12 — . — 
61.Uhren (Taschennhren) « — 
a) von Goldddd . . ... Dugtend. 11120 
b) von Silber, Tomback u. s. w. ....... *- *# * 8— 
62. Vieh, 12 
a) Pferde, Maulesel, Maulthiere, Esel . . . . ] Stuck. —12 
b) Ochsen und Seirer Stuck. — 1168 
Anmerkung. Vorgenannte Thiere sind steuerfrei, 
wenn ans dem Gebrauche, der von ihnen, beim D 
Eingange gemacht wird, hervorgebt, daß sie nicht 
des Handels wegen, sondern als Zug= oder Last- 
thiere cingehen. 
c) Kühe und Feren Stück. 81——4□— 0- 
d) kleines, als: Schweine, Schaafe, Hammel, 
Siieggggggegaaa Stück. 2 —ê 
63.] Vitriol, · 
a)gsuncr(usenvtkktol).»...........·.. Zustand-h — 
b) weißer (Zinkvitriol) und gemischrer Knpfet- 
und Eisenvitriol .................. , Zenkuer.——12—-————18- 
c)blauerzypuscher(Kupfervtmol).».»... »Zei!kner.-—12"—-———10— 
64. Vitrioloͤhl Cenglische Schwefelfaͤure) —.—————.— 
bs. Wachsfabrikate, Zentner. -121 I1 1 
. à) Wachsleinwannndnd . . ... Plund. % 
  
  
P 2
        <pb n="108" />
        100 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Maaßstab Abgaben-Saͤtze. 
der Zoll beim Ve 
G egen st aͤ n d e. Versteue- brauchs, 
rung. Eingange. Ausgange.Seeuer. 
Rtl. Gr.f. Rtl. Gr. Af. INtl Gr. Vf. 
Zennere.—2———— 
b) Wachskafffeeee: Mfund. 1 
c) Wachs-= und Wallrarhliche Jenere. —1 
66. Wolle, 
a) rohe Zentner. frel. 38——— 
4% s t . — — — 
b) wollenes und Kameelgarn, gefaͤrbtes ... .. . z un . 2 EEE 
c) wollene Waaren, 
1) alle gewalkte und ungewalkte wollene Tuche 
und Zeuge von 2 Breite und darunter, 
Ströümpfe, Bänder, Borten, Schnüre, Zentner. — 
und Fußdecken oder Teppiche .. . .. ... Rfund. B5 6 
2) seines Tuch, gewalkres und ungewalktes « 4 
von &amp; Breite und darüber, Kasimir. Pi- 
gogne und Merino's. Tur- 21— dii 
67. Zink, Pfünd. — 
a) ror . . . . .. . Zentner. J-12 — 12— 
b) in Blechen Zennr.1————1— 
  
Dritte Abtheilung. 
  
  
  
  
Gebühren für Zettel, Siegel und Bleie. 
Es wird bezahlte: 
Ein Begleicschein mit 
Ein Blei No. 
— 2 2 22 2 2—2 2 22 2—22 22 2 2 22 2 22 222 222 22222222—2 
zum Verschließen von Wagen und Schiffen mit 
Ein Blei No. 2. zu den Kollis von und uͤber einem Zentner mit 
Ein Blei No. 3. zu den Kollis unter einem Zentuer mit 
Ein Siegel zum Verschluß mit 
2222202222222 
  
  
  
  
  
  
2 Groschen. 
2 Groschen. 
1 Groschen. 
4 Pfennigen. 
2 Pfennigen.
        <pb n="109" />
        — IOI. — 
Vierte Abtheilung. 
Von der Verbrauchssteuer-Berechnung nach dem Gewichte. 
Tarif 
für die Thara. 
  
  
4 
  
  
,„ Art Thara 
Benennung der Gegenstände. der von 100 Pfund 
Verpackung. Brutto-Gewicht. 
Kaufmanns,= Waaren, als: · . 
Kassee,21nis,Stigma-,LorbeeiemZikrdnemuadPommetanzm in Faͤssern 12 Pfund. 
Schaalen, Mandeln, Rosinen, Pfeffer, Piment, Zimmt, in Saͤcken 5 Pfund. 
Syrup, Butter, und dergleichen mehr. .... .......... inkleinenBallen6Pfund. 
Speiseöhle....... ........ ..... . ..... ... in Faͤssern 15 Pfund. 
Vitriol, Wachs, Talg, Weinstein und Alaun in Fässern to Pfund. 
# !81—“ in KRisten 20o bis 
Thee, it Ausnahme des russischen Karavanenehees nebst Biei 25 Pfand. 
· in Faͤssern 10 Pfund. 
Tabacksblätter und Steezzzz ..... . .. in Ballen 5 Pfum. 
., «, in Faͤssern 
Taback, bollaͤndischer Preßtaback ... ....... ... ... und Kisten 20 Pfund. 
Zucker, roher weißer... .... .. . ... ............ ..... in Foͤssern 12 Pfund. 
Jucker, roher gelber und braurtr .... in Fässern 15 Pand. 
Allgemeine Bestimmungen. 
Der Joll wird vom Brutto-Gewicht, die Verbrauchssteuer-Abgabe aber vom Netto-Gewicht erhoben. 
Es bleiden beu ver Zoll= und Steuer-Erhebung außer Betracht und werden nicht verzollt oder versteuert: 
a) Quantiäten unter ## Zentner, wenn der Joll= und der Steucrsatz einen halben Thaler oder weniger be- 
tragt; « 
h)OI-stiititdtenuntcrxszZenhnywcnndic Abfabcnsälze über einen halben Thaler bis 4 Thaler betragen; 
Wc) Onantuckten unter einem Pfunde auch bei höher besteuerten Gegenständen; 
a#I) Quantitäten von einem Quart bei Flüslgkeiten, welche nach * leat versteuert werden. 
Die Zahlung der Gefälle geschteht unter 5 Thaler ganz in Silbergeld ; wenn aber 5 Thaler oder mehr in einer 
Post zu zahlen ist, muß der Zoll, so wie die erbrauchszkeuer, halb in Golde (den Friedrichsd'or zu 5 Thaler 
erechnet) halb in Silbergeld entrichtet werden. Bei der Ausmittelung des Goldantheils dürfen beide Arten von 
Gefauen nicht zusammengereilurt werden. Juischensummen, welche in Golde nicht zahlbar sind, werden nicht 
zur Berechnung des Goldantheils-gerogen. " 
Ergeven Berlin, den 20filen Mai 1818. 
(L. S.) Friedrich Wilhelm. 
C. Fürst v. Hardenberg. v. Alkenstein. 
Beglarbigt: 
Friese.
        <pb n="110" />
        — 102 — 
(No. 433.) Joll= und Verbranchs-Stener-Ordnung. Bem 36sten Mal 1818. 
Uebersicht des Inhakts. 
I. Aufsicht zur Sicherung des richtigen Einzangs der Steuern. 
1) Orte wo eine besondere Aufsicht statt findet 
) Erenzbezirr### . .. . · S. 1. 2. 
1) Jollstraßen und Nebenwegge FKKBV. 3. 4. 
P) Transport im Grenzbezirk 
—— — E 2222222222222222232722 K 5. 
bb) auf Nebenwegen 
222) Poä . 
bbb) am Seestrauddme .. skukkbr. 7. 
eac) Beschränkung desselben auf die Togesslundes . ... ...-... .. . F. # 
2) Aufsichtsbehbrden · 
a) zur Grenzaufsicht Ö HH#a 
3a) Jollämter, Ansageposten, Kontrollämter und —— 2 K 9. 
aaa) Legitimation derselben durch Bezeichnung und Bekauntmachueig . ... . .. . . .. 10. 
bbh) Befugnisse der Hauptzollaͤmter 
Nebenzolluͤmter ister Klasse .... ,- . 
NebenzvllännekUekmasse·». .»·.-.».-· .·...»,.-...»... on. 
Konkkollämter».......... ' 
Grenzausseher s.Gs—8—.—.—.Pç.-.çx . 22 22 2 ... . . s. 12. 
bb) durch Polizel- und Forsibeamte - .... .. . ..... J. 13. 
b) zur Aufsicht im Innern 
durch Steucrämter Ister Klasse ·6———————— 3 22 8. 14. 
durch Steucrämter 2ter Klasse 
3) Verfahren bei Ausübung der Aufsicht 
a) über verdächtige Waarenlaorgen:: K. 1 
und heimliche Mihrru ...». 
b) im Grenzbezirk ... ... ..... 
aa) bei Aransperten, 1 .. .. ... ... . F. 16. 
durch Erforderung besonderer Vegitimakion 
bb) beim Betriebe der Gewere .. . . . . .... 4. 17. 
ch wegen Waaren, die zwar angegeben, aber noch nicht oustänoig verlleuert find 
aa) Waarenverschluß . .. . . .. .... .... .. ... ... ... ... ... K. 18. 
##a#a) was darunter verstanden wind .......... 
bbb)weiiiiekstattsiiidet.»» ......... .......,.......... .....H.19. 
ccc)iiiidivieci-ansiilegeiiist......... ..·........ ......... 20 
ddd) Kosten desselben . . ... -. ...... ...... J. a21. 
eee) Felgen zufölliger Verletzung des Verschlufses. be½. 25 
Bb) Waarenrevision. 
aaa) Zweck derselden, 
allgemeine Revisson, 
besondere Revision. 
SÖÖÖ KK 1i113.— — 23.
        <pb n="111" />
        — 1o0o3 — 
###b) Obliegenhelten des Stenerpstichtigen bei der Revisseon .... . . . 8. 
ecc) Fälle, worin es nur der allgemeinen Kevision bedarf, 
bei Transitonnt L. 5. 23 
bei verbrauchssteuerpflichtigen Waaren 
beim Ausgaoneee — 
ec) Begleitscheine . 26 
a)Sweck "· % % o vele.l]rrl —2 2 2 ole s ·*· % “ 
dbb)) und wesentlicher Inhalt verselbben SEG. 27. 
ccec) Perpflichtung des Waarenführers aus dem Begleitscheinn 2 
ddd) Nachweisung daß dieselbe erfüllt worden seeeen - . 20. 
ese) Erleichterungen hierbe .. .... ... . ... .. . . . G. 30. 
flI) Verfahren mit den Begleitscheinn .... 31 
wenn die Ladung an verschiedene Orte oder Empfaͤuger bestimmit ist 6 31. 
wenn die Bestimmung der ganzen Ladung unterweges vcrändert wird 4K. 32= 
wenn eine Ladung unterweges getheilt werden mut. EHEHS. 33. 
14) Porhöftet 464646464.34 
aaa) Ertlärung was packhise 
Niederlagerecht, kagerfrist und Lagergeke 
bbb) Regeln, wem das Niederlagereccbt iI. 55. 
und auf wie lange die Lagerfrist zu gestatten ist. 
ercc) Ausnahmen hiervon für den JZolll 95. 36 3 
in den Handeksplätzen an und links der Obrr. . 
für den Speditionshandel von Stettin insbesondren ... ... h. 40. 
fuͤr Handelsptaͤtze links der Weser....... EaEu. 41. 
add) Betrag des Lagergeldes in Packhoferzumen, 
die Eigentham des Staacts finnnn E. 42. 
die Privateigenthum iidddddddd b 43. 
eee) Rechte des Staats auf die Waaren im % 4 iot S. 44. 
.) Verfahren auf den Packhöfeen ..... ... ..... 
beim Eingange und der Versendung der Waaten. im Allgemeinen 6. 45. 
dei der Revision von Waaren ......... Ho» 
diezurweitekeaVekseavqugsogleichangegebeawekben« 
die vorerst am Abladtorte bleiben EEIEIIEEIEIIEIIII .. . .. .. ... . .. . 5. 47. 
bei der Bearbeitung der Waaren auf dem kager .. . .. .... .. ..... . . . g. a48. 
Besondere Packhofsreglemenss 6E6 . 40. 
Verpstichtungen der Verwaltung in Rücksi 46 der lagernden Wana &amp;. 50. 
Verfahren mit unabgeholten Waaren, 
deren Eigenthumer unbekannt ist, ... . . . .. . . . .F. l. 
deren Eigenthuͤmer bekannt ist. 
seg) Bestimmung, welchen Hondelsplätzen das Niederlagerecht zustehen — . 52 
und Bedingung wegen Gewaͤhrung des Packhofsraums daselbst ... ... 
e#i) Privatkagrreeerrrrrnr . .. ...... 5 
aaa) was unter dieser Benennung vverstanden irdiii . G. 
bdbd) wem Privatlager gestattet werden . ..... K. 54. 
ece) Perpflichtungen, welche dem Inhaber eines Peivattagers obliegen. .. ... .. . 8. 56.
        <pb n="112" />
        —— 104 — 
.Erhebung der Steucen. 
1. Bei der Steuererhebung anwendbare Maaße. ...... 
a) Versteuerung nach Gewichtt .... « . 
aa) Anwendung des Bruttogewichts auf die Berzollung. .. . ... E 
des Nettogewichts auf die Entrichtung der Perbrauchsabgaben 
bb) Thara 
ana) verhältnißmäßige Vertheilung derselben bel zusammengepockter, ver- 
schicden bezollter Waaren 
bbb) Ausmittelung derselben bei Entrichtung der erbrauchsstener durch den Tharatarif 
durch unmittelbare Verwicgung. 
b) Versteucrung nach Maaßen für Flüssgketen 
2) bei der Verzolllnggg sisssss—s—- 6. 59. 
bb) bei Entrichtung der Verbrauchssseeeer s6565. öo. 
a. Steuerpslichtigkeit. 
a) Von welchen Waaren Steuer erhoben wird. ... 
aa) allgemeiner Grundsatz fuͤr eingehende Waaren 
bb) Ausnahmen hiervon 
aaa) bei der Einfuhr im Allgemeinen zur Erleichterung des- Verkehrs 
. 58. 
... .... . ..... . . . 5. G1. 
Faͤlle worin Statt findet: 285. 62. 
ein Erlaß aller Einfuhrabgben 
eine Ermäßigung der Eingangsgeslll fA63. 64. 
ein Erlaß der Verbrauchssteuer . ............565 
bhb)bndemEm-undAuSgangcfolchek fremden Waaren, dien nur wegen besonderer 
Verhältnisse der Seefahrt * Gebiet des Staats berühten 
in Schiffen. K. 66. 
deren Ladung nur zum Theil für das 7 beslimme ist... 4(. 67. 
die Winterlager halten .... . . . . . . F. 68. 
cccc) wegen erst nach erfolgter Einfuhr entstandener erminderung der Waare.. (J. 69. 
b) wo die Steüer zu entrichten tt) » 
aa) allgemeine Verpflichtung, beim Eingange zu EI g. 70. 
bb) Ausnahme hieron 
aaa) fuͤr den Zoll. ## *7*o⅝"’"„ ss——— 4W.— Deee.e“ 4— 
Fälle worin sie Statt fiuden 
Bedingungen doiiiiiiiii e.... u u bubob(b(„(. 72. 
bbl.) für die Verbrauchssteuerl 
Fäle worin chern5 73. 
Bedingungen dabl . . . . . . F. 74. 75. 
uKc) besondere Begünstigung des Meßguiss bb6b6b6b(. 76. 
3. Verfahren bei der Verlleuernnzzzz .. . ... . . . ... 
a) allgemeine Vorschriften... . ... 
aa) für eingehende Waarnen . . .. 8. 717. 
aaa) Verhalten beim Eingange über die Grenzlinie, bis zur Erreichung des Grenz= 
Jollamts unmitteleernrnrnrnynn .. ... 
oder nach vorgängiger Anmelduns bei den etwa vorliegenden Unsageposten. .. F. 78. 
bbb) De-
        <pb n="113" />
        Lbb). D.klaration bei bem Greuz-Zollamt . -— H 
mündliche Deklaration. 222 222222 22222222222 n " 78. 
schriftliche — 5. 8. 
Inhalt derselbeen ...§§§.§§§§.ö+.§### r** 
Ausfertigung derselben 22 2 222 222 222 2282 222 222 222 220 . . . S. B1 — 83. 
cec) Revision auf den Grund der Deklaration und Vertteneruns in Sels derfelben X 
in wiefern die Reoision abgelehnt werden kaun ... ... 1 
Ausnabme in letzterm Falle, wegen Verdacht eines beabsi schligten Perbrrchens . . 8s. 
ddd) Abfertigung nach voustandiger Versteueruns 
Quittuen 
Anweisung wegen des weelteren Verhaltens GErenzbezirkkeee . 87. 
oee) Anmeldung bei dem — 5.88. 
bei Landtrauẽporten. ...... . . . I 
bei Wasertransporten 2 222 222 222 222 223 222222 ... ... ...8. .89. 
Ef. Abaͤnderung des vorstehend vorgeschriebentu Verfahrens: 
wenn von verbrauchssteuerpflchtigen Wa#zren nach “ 73. beos der Eingangshode 5. 90. 
an der Grenze entrjchtet wird. .. .......-. 
wenn steuerpflichtige Wnaren auch ohne Zahlung dses Eingangszoues an der Grenze · 
nachs- 71. eingelassen werden 4..§..# . di. 
ub) für ausgehende Waaren 
aua) wenn Ausgangszoll vavon entrichtet wird 
am Absendungsorte ————— 66565655. 92. 
im Kontrollamte. 642 
im Erenz-Jellameeen 
bbb) wenn der Beweis der wirklich erseiglen üussfbr zu führen ist , . 93 
vorschristsmätige Förmlichkeiten dieses Bewelsses 9. 
wie zufällige Mängel daran zu ergaͤnzen sind............. . .. . . . 8. 94. 
babweichende Vorschriften für besondere Läll. 5. 55 
aa) Gepuͤck der Reisenden, wenn sie nicht mit der Post reiseonnnn. H 
bb) Postgt "HDoodeee 
aan) Orbinaire Posten. .. ... 
inkartirtes Postgut .. ... 
Passagiergut. K.. 2 22 222 22222 2 2 22 222 222 222 222 ien 96. 
bbb) Ertraposten 
die Reisende führen 
die Kaufmannsgöter führen 
aoc) Ubgabenfreie Gegenftände 
— beim ingange. . #§————— –rs. 97. 
bbb) beim Ansgange. .. 
4d) Waaren die einem geringern, als bem gewöhalichen Zolle unterworfen sind. . . . 5. ob. 
ee.) inneres Berkehr, wobei das Ausland berührt wird +. 
ana) allgemeine Grunosätze für dassele 6. v5· 
bbb. S#nsa- Auwenoung bri dem Verkehr zwischen beiden wrrtüerriteien 5. 1009 
Besondere Vorschriften in Hiusicht auf Mchgntt.2 
und auf fremde völlig versteuerte und inlänsische. Wohren, In uwueng o 6 
K. vort 
Eingangszol 
Auasgangszool sit-- 
Jabrgang 1818.
        <pb n="114" />
        — 100 — 
Verbrauchssteuer e· ese oso osssededreaeeoeoeroerdres "5.#— 102. 
und den von Westen nach Osten gehenden inländischen Weinen EG. 103. 
eecc) Fbrmmlichkeiten beim Uebergange steutrpflichtiger Waaren aus einem Hauptlan- 
destheile in den andrrn. 
ddd) Anwendung der Vorschriften unter bbb. und ccs. auf den Verkehr anderer 
Landestheile mit einander, sofern dabei fremdes Gebiet berührt mird S. 
K 101. 
105. 
.Allgemeine Verpflichtungen sämmrlicher Steuerbeamten bei Ausubung ihres Dienstes 
gegen das Pubukum. 
H Bereite Abfertigung ————————. oe#erreeeeedededoedbreode * 
) Anßndige Behandlung, besonders 
2) Beschen##enhit bei den Nachfragen und Revisioen: 
Wbleh#en aller Privatrenrunerationen ober Geschenkss ... 
106. 
e) wetche auch nichs angeboten werden dürfen 207. 
FErleicheerung des Anbringens von Beschwerden über das Betragen der Steuerbeamten. 
e) Gegenseitige Pflicht des Publikums, sich eanstinois zegen die Steuerbeamten zu betragen 
3) duchtige Berechnung und Erhebung der GSefaͤlle. .... ... .. . .. . 5. 108. 
. Uebertretung der Steurrgesetze und deren Strafen. 
1) Dienftverghe der Beamen 2323. 
a) JZoll- und Stenerverbrachen .56 
Strafen derselben §§. —— .° — 2û 64 LII. 
Schaͤrfung derselben 
beit Wiederholungen... .. G. 113 — 
aus erschwerenden Umstenden 33535—9 
Strufe beim Verkebr mit fremden Spielkacten ....... .. . . ... ....... H. 
«..heklaeWaqukb-echen«..........«..«... ...·............W.1its. 
BefousekeVokschrtstra.««« 
a)Pfl-chtdte Stettikgcsegeznkmnm ·«·««««««««·«·"«"««« ". 
b). die Waaren bei der Ein= oder Uusfuhr gebdrig anzuzrigrrer LFEK. 11. 
6 ) für Fälle die beun Waarentransport im Grenzbezirk als ein brüsürts:. Verbrechen an- 
zunehnen 4864 
Wenn eine Perletzung der für den Waarentransport im (GErenzbe#urk“ heltenden Bestim- 
mungen bios mit einer Ordnungsstrafe zu ahndend 3#. 
e.. Wiefern Jurückschaffung verbotener Waaren zuläsfsig * 8. 725 — 
4) Bestimmungen wegen der Konfiskotion der Maarngnen 583535"58W 130.— 
5) Verrretungsverbindlichkeit für die verwirkten. Geldstrafen ...... . ... . . 6. 
6) Besondere Strafen der Gewerbetreibenden wegen Unlcischleifen 1 it Woaren, welche ihnen, 
zur Erleichterung ihres Gawerbedetriebs, verabfolgt................ .. .. . . . 5. 
oder unversteuert anvertrauet werddean 5656E—lr. 
7) Konkurrenz mehrerer Verbrechen « , 
OWMWkaMM«»«H. 
d)OmfekmikutmendkkFalsch-sagen....».,.. 
wenn verfälschte oder unrichtige Papiere-grbraucht 
e##r der Waarenverschluß verletzt worden aasaEseé. 144. 
&amp; Selrrafe der Bestechung der Steuerdeamteen ........ . ... . .9. 
9) Strafe der Widersetzlichkeit gegen Steuerbramtt. gs.7 — 
to) Anlegung des Beschlags und Verfahren wegen Kontraventionen. . . 15a — 157 un 
11) Unwendung dieser Oreungggaga u 6656868686. 
.44E.- 
  
109. 
110. 
112. 
17 /. 
I16. 
117. 
L19. 
120. 
122. 
123. 
124. 
129. 
733. 
139.
        <pb n="115" />
        Wir Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden, Koͤnig von 
Preußen rc. #. 
Die Bestimmungen, welche der Zoll= und Verbrauchs-Steuer-Ordnung 
im F. 11. des Gesetzes über den Zoll, die Verbrauchs-Steuer von aus- 
ländischen Waaren und über den Verkehr zwischen den Prooin= 
zen des Staats vorbehalten worden, ertheilen Wir, nach erfordertem Gut- 
achten si Staatsraths, hiermit wie folge: 
Zum Schutze des inländischen Gewerbfleißes, und zur Sicherun 2. Außiichr#ur Sicherung 
der Abdba, soll eine besondere Aufsicht laͤngs der Landesgrenze einem its ð 2— der 
me Statt finden, dessen Breite nach der Oertlichkeit bestimmt wird. n ru- 
§. :. Dieser Raum heißt der Grenzbezirk; seine Begränzung gegen das — Erenh-Bezir 
Ausland die Grenzlinie, und gegen das Inland die Binnenlinie. 
§. Z. Durch den Grenzbezirk führen besonders bezeichnete Jollstraßen. v. — und Neben. 
Alle andere Wege durch denselben sind Nebemwege. 
## 4. Gewässer, auf welchen Güter Versendungen Statt finden,, sind 
als Jollstraßen anzusehen; wenn sie den Grenzbezirk durchschneiden. 
Die Häfen am Meere, mit den polizeilich dazu angewiesenen Ein- 
fahrten, sind die Zollstraßen an der Seeseire. 
K. S. Der Transport über die Grenze und im Grenzbezirke von allen Krazsport im Grens-= 
Heentnen ohne Unterschied, darf in der Regel nur auf den Zollstraßen Statt ahanp Zelstrazßen, 
nden. 
H. 6. Als Ansnahme von der Regel ist der Transport auf Nebenwegen e# aul. Wehree. 
nur zulässig: S# 
a) bei Gegenständen, welche völlig abgabenfrei (Tarif Abtheilung I.) und 
zugleich unverpackt sind, oder dergestalt vor Augen liegen, daß deren 
Beschaffenheit ohne Weitläuftigkeit sogleich erkannt werden kann; 
b) bei rohen Erzeugnissen des Bodens und der Viehzucht einer und der- 
selben Landwirthschaft, welche entweder ganz im Grenzbezirk liegt, oder 
von der Binnenlinie, oder von der Landesgrenze durchschnitten wird, im 
letzten Falle jedoch nur unter besonderen, von den Regierungen nach 
der Oerklichkeit vorzuschreibenden Aufsichtsmaaßregeln; 
) bei völlig abgabefreien Gegenständen, welche verpackt und nicht unter 
der Ausnahme zu a. begriffen sind, desgleichen bei fremden abgabe- 
pflichrigen und inländischen lecchnamigen Gegenständen, welche ihre 
Bestimmung nach einem Orte im Grenzbezirke haben, der außer der 
Jollstraße liegt; 
d) bei der Aucfon solcher Waaren, von welchen weder ein Ausfahrzoll 
erhoben, noch die Ausfuhr erwiesen werden muß. 
Q 2 In
        <pb n="116" />
        — 108 — 
In den unter c. und d. aufgestellten Faͤllen, muß jedoch der Waaren- 
fuͤhrer, welcher im Grenzbezirke Waaren von einem Orte zum anderen in 
groͤßerer Entfernung als eine Viertel Meile, oder aus einem Orte im Grenz- 
bezirke ins Binnenland, oder ins Ausland, oder durch den Grenzbezirk, oder 
aus dem Auslande (welches aber nur über ein Grenz-Zollamt geschehen 
darf) nach einem Bestimmungsorte im Grenzbezirke transportirt, sich durch 
besonders vorgeschriebene Bescheinigungen gegen die Beamten ausweisen können, 
daß ihm die Erlaubniß ertheilt worden, die gehörig bezeichnete Waare in 
einer gewissen Frist auf einem bestimmten Wege im Grenzbezirke unverkheilt 
transportiren zu mögen. 
bbb. am Seestrande. #. 7. An der Küste leidet die Bestimmung C. J. und §.), daß Waaren 
nur in bestimmte Häfen einzuführen sind, Ausnahme: 
a) bei Fischerfahrzeugen, welche blos frische Produkte des Meeres einführen; 
d) bei der Bergung des Strandguts. 
4. t n deetde #&amp;## 8. Der Transport von abgabepflichtigen ausländischen und gleichna- 
8 migen inlaͤndischen Gegenstaͤnden, uͤber die Grenzlinie und innerhalb des Grenz- 
bezirks, ist nur in den Tagesstunden erlaubt. Als Tagesstunden sollen in 
dieser Beziehung angesehen werden: 
in den Monaten Jannar, Februar, Oktober, November, Dezember, die 
Zeit von 7 Uhr Morgens bis 6 Uhr Abends; 
in den Monaten März, April, August, September, die Zeit von § Uhr 
Morgens bis 8 Uhr Abends; 
in den Monaten Mai, Juni, Juli, von 4 Uhr Morgens bis 10 Uhr Abends. 
Ausnahmen hiervon finden nur Statt: 
) in Ansehung der Waaren, welche mit den gewöhnlichen Posten ver- 
sandt werden, oder welche Reisende mit Ertrapost bei sich führen, wel- 
ches sich aber auf Transport von Kaufmannsgutern durch Extrapost 
nicht erstreckt; 
b) wemn in außerordenklichen Fällen die Erlaubniß des betreffenden Haupt- 
Zollamts oder Neben-Zollamts erster Klasse, so weit dieses an sich zur 
Expedition der Waarentransporte kompetent ist, vor der Ueberschreitung 
der Grenz= oder der Binnenlinie ertheilt worden, welche Erlaubniß den 
Waarenführer, die Waare selbst, die Straße und die Zeit, für welche 
solche gilt, benennen muß. 
ua, §. O. Zur Aufsicht sollen auf der Grenzlinie oder zunächst derselben Joll- 
Släter, Asage amter und Ansageposten, auf der Binuenlinie selbst aber, wo es fuͤr noͤthig er- 
— achtet wird, noch Kontrollaͤmter errichtet werden. Im Grenzbezirke selbst sollen 
Grenzaufseher in allen Richtungen zu Pferde und zu Fuß patrouilliren. 
2 riuiabi io. §. 10. Ein jedes Amt und jeder Ansageposten soll ein Schild mit dem 
Adler und einer Inschrift erhalten, woraus hervorgeht, welche Behörde dort 
lhren Sitz hat. 
Die
        <pb n="117" />
        Die Grenzaufseher sollen mit einem durch die Oberkleidung bedeckten 
Brustschilde (worauf der Königliche Namenszug, die Umschrift: Grenzauf- 
seher, und einer Nummer) versehen seyn. 
Der Minister der Finanzen soll eine, die ganze Monarchie umfassende 
Bekanntmachung erlassen, woraus sich ergiebt, welche Zollstraßen gebildet 
worden, wo sich die Ansageposten, die Haupt-Zollamter und Neben-Zoll- 
dmteg erster Klasse, so wie die Kontrollämter an denselben befinden. 
K. II. Die Erhebung des Zolles und der Verbrauchssteuer bei dem Ein- 
gange über die Grenzlinie, oder des Ausfuhrzolles bei dem Ausgange, geschieht 
durch die Zollämter; sie sind entweder Haupt-Zollämter, oder Neben-Joll- 
ä4’mter erster oder zweiter Klasse, oder endlich Kontrollämter. 
Bei den Haupt-Zollmtern ist jede Zoll= und BVerbrauchssteuer-Enc- 
richtung zulässig, sie mag noch so bedeutend seyn, die Einfuhr oder Ausfuhr 
betreffen. Sie sind in der Regel an den Grenzen allein ermächtigt, Begleit- 
scheine (F. 20. u. f.) zu ertheilen, so wie die Eingangs= und Ausgangs- 
Bescheinigungen über Waaren, welche aus einem Länudertheile in den andern 
übergehen, und zugleich fremdes Gebiet berühren. Sie allein ertheilen die 
Ausgangs-Bescheinigungen über steuerpflichtige unversteuerte Waaren. 
Bei den Neben-Zollämtern erster Klasse können nur solche Gegenstände 
ohne Unterschied ein= und ausgeführt werden, welche blos den Einfuhrzoll 
oder den Ausfuhrzoll entrichten, tragen sie aber auch Verbrauchssteuer, nur 
dann, wenn diese von einer ganzen Ladung unter zehn Thaler, oder wenn 
die Verbrauchsabgabe, womit der Gegenstand betroffen ist, nicht über einen 
Thaler vom Zentner beträgt. Begleitscheine und Ein= oder Ausgangs-Be- 
scheinigungen, dürfen sie nur dann ausnahmsweise ausstellen, wenn sie durch 
den Minester der Finanzen besonders dazu ermächtigt sind. 
Wo örtliche Verhältnisse Neben-Zollämter zweiter Klasse für den 
kleinen Grenzverkehr erforderlich machen, sollen deren Erhebungs-Befugnisse 
bestimmt, und der Umgegend bekannt gemacht werden. 
Kontrollämter haben nur die Befugniß zur Erhebung des AusfuhrzJolles. 
K. I2. Die Grenzaufseher sollen sich durchaus mit keiner Gelderhebung 
befassen: sie verrichten ihren Dienst nur auf den Ansageposten, oder durch 
patrouilliren. 
Ansageposten werden da errichtek, wo das Haupt-Zollamt nicht nahe 
an der Grenzlinie, sondern weiter in den Grenzbezirk hinein liegt. 
Bei den Ansageposten geschieht die Anmeldung eines Waarentrans- 
ports, und die Begleitung desselben bis zum Grenz-Zollamte. 
Durch den Dienst der Parrouillen, soll die Grenzlinie, der Grenzbezirk 
und die Binnenlinie in allen Richtungen ununterbrochen unter Aufsicht gehal- 
ken werden. 
Die 
und Bekanntmachung. 
bbb. Befsfugnise der- 
Haupt-3Z°##Mmter. , 
Reben-Jolldmter er- 
der Klasse. 
Neben Zollämter zwei- 
ter Klasse. 
Kontrollamter. 
Grenzausseher.
        <pb n="118" />
        — 110 — 
Die Grenzaufseher, welche sich als solche nach §F. 10. ausweisen, 
sind befugt: 
a) Frachtfuhrwerke und Heerdenführer anzuhalten, sich ihre Zettel voxzei- 
gen zu lassen, und sie, dei Augenscheine nach, mit den Ladungen zu 
vergleichen. Stimmen diese nicht überein, so behalten sie die Bezette- 
lung an sich, und begleiten die Gegenstände in der Richtung, worin 
sie selbige finden, bis zu dem nächsten Grenz= oder Steueramete. 
b) Reisende zu Wagen mit Gepäck, oder zu Pferde und zu Fuß mit 
Felleisen und dergleichen, welche sie auf einer Zollstraße in der unbe- 
zweifelten Richtung nach dem Grenzamte finden, dürken sie gar nicht 
anhalten. 
It das Grenz-Jollamt aber im Rücken; so können sie, mit Aus- 
nahme der mit gewöhnlichen Posten oder Erxtrapost Reisenden, den 
Nachweis der geschehenen Meldung fordern. Erfolgt dieser, so müssen 
sie Personen und Sachen ohne Störung reisen lassen; im entgegen- 
gesetzten Falle aber zum Jollamte zurückführen. 
c) Kiepen= und Packenträger, Handfuhrwerke, Banerfuhrwerke, beladene 
Lastthiere, welche nicht verpackte Waaren führen, sind sie auf der 
Stelle zu revidiren befugt, in sofern es erforderlich ist, um sich Ueber- 
zeugung zu verschaffen, daß entweder keine steuerbaren Gegenstände 
geladen, oder diese gehörig angemeldet sind. Bei förmlich verpackten 
Waaren verfahren sie, entweder wie oben unter a. vorgeschrieben ist, 
oder führen solche zur Obrigkeit des nächsten Orts, um mit dieser eine 
Nachsuchung vorzune men. 
4) Ledig angegebenes Fuhrwerk ohne Ausnahme können sie anhalten, um 
Ueberzeugung zu nehmen, daß es wirklich unbeladen ist. 
e) Fährer von Schiffsgefäßen, welche weniger als fünf Lasten tragen kön- 
nen, sollen auf ihren Anruf, sobald wie zulassig, anhalten, und, je 
nachdem die Grenzaufseher es verlangen, entweder deren Ankunft auf 
Zollböten abwarten, oder dem Ufer zusteuern, und dort an dazu schick- 
lichen Stellen anlegen. 
OSteuerbare Gegenstände, welche nicht mit dem vorgeschriebenen Ausweis 
versehen sind, damit nicht übereinstimmen, oder auf einer Straße angetrof- 
f#een werden, welche von der darin norgeschriebenen abweicht, sind von 
den Grenzaufsehern in Beschlag zu nehmen, und in das nächste Amt ab- 
zuliefern. 
Wer Fuhrwerk, Gepäck oder steuerbare Gegenstände führk, ist den 
Grenzaufsehern bescheiden Folge zu leisten, und dasjenige zu unterlassen 
verpflichtet, wodurch er sie in Ausübung ihres Amts hindern würde. 
§. 13.
        <pb n="119" />
        — 111 — 
. 13. Polizei= und Forstbeamte werden hierdurch ausdrücklich verpflich- 
tet, die Grenzbesetzung thätig zu unterstützen. Sie haben insbesondere Ver- 
letzungen der Steuergesetze, welche bei Ausübung ihres Oienfkes zu ihrer Kennt- 
niß fommen, möglichst zu hindern, und auf jeden Fall zur näheren Untersuchun 
sogleich anzuzeigen. 
Um dieser Berpflichtung vollständig zu genügen, haben sie die Befugniß, 
bei erheblichem Verdachte, daß eine Verletzung der Steuergesetze beubsichtigt 
werde, Personen und Waaren in soweit anzuhalten, als di#eses den Grenzauf- 
sehern selbst verstattet ist. Sie müssen jedoch entweder in ihrer Unifo#rm geklei- 
der, oder durch ihre Bestallungen oder durch Brustschilde (F. 10.) sich sogleich 
zu legitimiren im Stande seyn. 
é. 14. Im Innern werden Steuerämter erster und zweiter Klase gebil- 
det, wetchen die Erhebung des Zolles und der Berbrauchssteuer, und die Auf- 
sicht auf die Steuerpflichtigen übertragen wird. 
Steuerämter erster Klasse sind zu jeder Erhebung des Eingangszolles und. 
der Verbrauchssteuer von fremden Gegenständen befugt, welche gesetzlich im 
Innern geschehen darf. 
Sie nehmen den Auefuhrzoll ein, wenn ihn der Versender im Absen- 
dungsorte zahlen will; sie sind im Innern in der NRegel allein befugt, Begteit- 
scheine zu ertheilen. 
Steuerämter zweiter Klasse dürfen den Ausfichrpoll ohne Ausnahme 
erheben. 
Den Einfuhrzoll und die Verbrauchssteuer von fremden Waaren sollen 
sie, wenn auch die Entrichtung im Innern erlaubt ist, nur dann erheben, wenn 
letzterc Abgabe für Einen Empfänger in Einem Transporte nicht über Ein Hun- 
dert Thaler betnigt, und derselbe im Bezirk des Steuerames wohnhafft ist. 
Für Orte, welche der Sitz eines lebhaften Verkehrs mit gewissen. Ge- 
genständen sind, wird der Minister der Finanzen angemessene Ausnahmen ver- 
statten. 
Zur Extheilung von. Begleitscheinen sind sie ohne Genehmigung der Re- 
gierung nicht ermächtigt, es sey denn, daß die Theilung eined Waarentrans- 
poris nach F. 33. nöthig würde. 
§5. 75. Smi Grünve vorhanden, zu vermmhen, daß ein Gewerbtrei- 
bender sich einer Uebertrekung der Steuergesetze schuldig gemache habe; so sind 
zu deren Ausmittelung Revisionen der Waarenlager und Untersuchungen uͤber die 
erfolgte Versteuerung der vorgefundenen Waaren, und selbst Hausvisitationen 
zulaͤsig. Es muß jedoch ein dem Steueraufseher vorgesetzter Steuerbeamter nach 
Pr#ungdrr Verdachtsgründe die Reoisionoder Bisiration des Waarenlagers keiten; 
bei Hausvisit kbingegenein Beamter der Komunatbehorde zugezogen werden. 
Ist 
  
i 
rel 
d. Zur Aufsicht im J 
nern. 
Durch Steuerämte 
ersler Klasse. 
urch Steuer#mten 
DuschlS Klasse. 
3. Verstdernte bei Nusübn 
#A. ##nr ver achtige W. 
renlager,
        <pb n="120" />
        — 112 — 
—an- Nlcher- Ist begründeter Verdacht vorhanden, k i86 andere Personen ein steuer- 
· pflichtcgcssGewerbeheimkehrte-demoderhennuchNiederlage-istetxekpsicchtcgek 
Waaren halten, solche bei sich bergen oder dulden, so sollen Nachsuchungen un- 
ter Beobachtung obiger Förmlichkeiten, jedoch nur auf schriftliche Anweisung 
eines Oberbeamten oder einer höhern Behörde und nur von Sonnenauf= bis 
Sonnenuntergang geschehen können. 
Leeneenu F. 16. „Die zum Transport von Waaren in und durch den Grenz-Joll- 
Seserung wrhurh bezirk auf Nebenwegen erforderlichen Bescheinigungen, werden ertheilt: 
rer Legitimation; a) über Gegenstände, welche aus der Fremde eingehen, von dem Grenz- 
Sellamte; 
b) über Gegenstände, welche aus dem Innern des Landes in den Grenzbe- 
zirk eingehen, um darin zu bleiben, oder um ausgeführt zu werden, von 
jedem Steueramte oder von einem Kontrollamte auf der Binnenlinke; 
P) über Gegenstände, welche von einem Orte des Grenzbezirks zum andern, 
aus dem Grenzbezirk über die Landesgrenze ins Ausland, oder über die 
Binmenlinie landeimwärts gebracht werden, von dem Jollamte im Absen- 
dungsorte, oder in dessen Ermangelung, von dem zunachst belegenen; 
) in besonderen Fällen kann verstattet werden, daß die Cigenthümer gewisse 
Gegenstände selbst mit Legitimationen versehen, oder daß die Legitima- 
tionsscheine von der Ortöbehörde ausgestellt werden. Der Minister der 
Finanzen soll hierüber die näheren Bestimmungen treffen. 
——7 Betriebe der K 17. Innerhalb des Grenzbezirks können früher bestandene Gewerbe 
* mit verbrauchssteuerpflichtigen fremden oder gleichnamigen inländischen Gegen- 
ständen nur fortgesetzt und neue nur angefangen und betrieben werden, unter. 
Beobachlung derjenigen Vorschriften, welche die Regierung nach der Oertlichkeit 
anordnen wird, um das Gewerbs= und Abgaben-Interesse zu sichern. 
Die deshalb zu erlassenden Verfügungen sollen von beiden Abtheilun- 
gen der Regierungen gemeinschaftlich erwogen werden. 
#ten Waaren, kie §S. 18. Unter dem Waarerverschluß wird der Verschluß der Waare 
. iisr zu dem Zweck verstanden, sich bei Ortsveränderungen sicher zu stellen, daß die 
ersber gna:nMeaare dieselbe bleibt. 
au. waf darumter ver. Er beschränkt sich nicht allein auf das Verbleien (PMombage), sondern 
standen wird; begreift auch die Anwendung eines jeden andern passenden Verschlußmitrels, 
z. B. Versiegelung, in sich. Die Bestimmungen der Amtsinstrukrionen, welche 
ie Waarenverschluß betreffen, sollen durch die Amtsblatter zur Kenntniß der 
teuerbehörden und des Publikums gebracht werden. 
*— er Statt 10. Der Waarenverschluß muß, so weit die Natur der Waare es 
V zulaßt, dann Stätt finden: 
wenn Waaren unversteuert versendet werden, deren Menge und besondere 
Art, bei Ertheilung eines Begleitscheins, nicht so bestimmt ausgedrückt 
werden kann, daß eine Verkauschung unmeêglich wäre. 9 
r
        <pb n="121" />
        — 113 — 
Er kann nach der Willkuͤhr des Versenders statt finden: 
wenn es bei vollkommen bekannten Waaren, welche zum Ausgang dekla- 
rirt werden, auf den Beweis der wirklich erfolgten Ausfuhr ankommt. 
Dem Grenz-Zollamte verbleibt indessen die Befugniß zur nochmaligen 
Revision, wenn dasselbe dazu eine Veranlassung findet. 
# 20. Das Abfertigungsamt bestimmt allein, welche Art des Verschlus- 
ses angewendet werden soll, und welche Zahl von Bleien, Siegeln u. s. w. an- 
zulegen ist. Es kann von dem Waagenführer fordern, daß er diejenigen Vor- 
richtungen treffe, welche es für nöthig hält, um den Verschluß anzubringen. 
Wie die Emballagen, Behufs des Waarenverschlusses, beschaffen seyn 
müssen, ergiebt der Inhalt der Amts-Instruktionen der Zollbehörden, welche 
nach §. 18. bekannt gemacht werden. 
# 21. Das Material an Blei, Lack und Licht, liefert das Abfertigungs- 
amt ohne weitere Vergürung, gegen Bezahlung der im Tarif bestimmten Säthze. 
Das übrige zu diesen Verrichtungen erforderliche Material muß der Waaren- 
führer liefern. 
#. 22. Wird der Verschluß durch zufällige Umstände verletzt, so kann der 
Inhaber der Waare bei dem nächsten Steueramte erster Klasse auf genaue Unter- 
suchung der Thatsache, Revision der Waare und auf neuen Verschluß antragen. 
Er läßt sich die darüber aufgenommenen Verhandlungen zustellen und giebe sie 
im weiteren Ammeldungsorte ab. Die Regierungen werden alsdann entscheiden, 
in wiefern die Wirkungen des verletzten Waarenverschlusses zu mildern sind. 
Trifft die unter Verschluß gesetzte Waare ohne, oder mit verletztem Ver- 
schluß im Anmeldungsorte ein; so folgt daraus, im Fall des nothwendigen 
Waarenverschlusses, das Rechr des Staats, die Emrichtung des höchsten Zoll- 
und Verbrauchs-Steuer-Satzes zu verlangen, im Fall des willkührlichen Ver- 
schlusses aber die genaueste Revision der Ladung. 
g. 23. Die Beamten sollen sich vermöge der Revision, entweder durch 
den Augenschein, oder durch Werkzenge, die Ueberzeugung verschaffen, daß die 
Gegenstände nach Gat#ung, Zahl, Maaß und Gewicht mit der Angabe überein- 
stunmen, und daß, — wenn die Revision der Gefälleberechnung wegen 
geschieht — kein mit einer höhern Abgabe belegter Gegenstand, als der ange- 
zeigte — wenn es aber auf eine Ausgangsbescheinigung ankommt — daß kein in 
der Abgabe niedriger belegter Gegenstand als der angegebene, vorhanden ist. 
Geschieht die Vergleichung nach Zahl, Gewicht und Menge, ohne Eröff- 
nung der Kollis, Fässer u. s. w., so ist die Waarenreviston blos cine allgemeine. 
Fludet außerdem noch Eröffnung Stattc, um sich die Ueberzeugung zu ver- 
schaffen, daß dieselbe Gattung Waare, und daß sie in ihrer ursprünglichen 
Beschaffenheit vorhanden ist; so ist dieses eine spezielle Waarenreoision. 
g. 24. Der Steuerpflichtige muß den Beamten die Waaren in einem 
Zustande darlegen, worin sie sich obige Ueberzeugung verschaffen, können, und 
Jsbegang 1018. R die 
oce. und wie ee 
—□— " 
4dd. Koften desselben; 
eee. Nolgen Ket##ter 
Berles es Ver- 
schlusses. 
bb. Waarenrevision. 
ana. Aord derselben. 
Allgemeine Revision. 
Besondere Revision.
        <pb n="122" />
        . Faͤlle, worin es nur 
vr Augepweipen Re- 
vision b 
16 5t warn 
d&amp; verbrauchsstener- 
Ulichtigen Waarrn; 
beim Ausgange. 
et. Begleitschelne; 
—— eck, 
dbb. umnd wesenti#t 
cher 
Inhalt derselben. 
— 114 — 
die dazu erforderiichen Handleistungen, nach der Anweisung der Beamten, auf 
elgene Gefahr und Kosten verrichten. 
h. 25. Bei Transitogut unterbleibt die spezielle Revision im Ein= und 
Ausgange dann, wenn die Waaren entweder auf denjenigen Straßen transpor- 
tirt werden, fuͤr welche kein Unterschied in der Abgabe den Gegenstaͤnden nach 
Statt findet, oder aber, wenn der Einbringer den hoͤchsten Satz an Eingangs- 
zoll entrichtet; jedoch in beiden Faͤllen unter der Boraussetzung, daß sie — wel- 
ches das Jollamt zu beurtheilen hat — unter völlig sichern Waarenverschluß ge- 
nommen werden können, und mit diesem dergestalt im Ausgangsamte anlangen, 
das dies keinen Verdacht einer vorgenommenen Verranschung hegen darf. 
Verbiuchssteuerpflicheige Waaren sind alsdann von der speziellen Re- 
vision im Eingangsamte frei, wenn deren Versendung nach einem Packhofe 
oder Steueramte, ohne Emrichtung der Verbrauchssteuer, zulässig. ist, und ein 
völlig sicherer Waarenverschluß, nach dem Ermessen des Abfertigungsamtes, 
Sctatt finden kann. 
Die spezielle Revision bei dem Ausgange der Waaren findet nur dann 
Statt, wenn es auf den Beweis des richtigen Ausganges ankommr, indem nur 
wenige Gegenstände mit tinem Ausfuhrzolle belegt sind, und diese sich leicht von 
selbst unterscheiden. Wählt der Absender den Verschlus im Absendungsorte; 
so erleichtert dies die Revision. 
#. 20. Begleitscheine sind Dokumente, welche von den Behbrden in der 
Ablicht ausgestellt werden, den richtigen Eingang im inländischen Bestimmungs-= 
orte, oder die wirklich erfolgte Ausfuhr außer Landes bei solchen Gegenständen 
nachzuweisen, von welchen 
àa) die Verbrauchsstwuer noch nicht erhoben ist; 
b) von welchen die Jollgefälle gar nicht, oder nur nach geringeren Sätzen, die 
in bestimmten Fällen statt finden, entrichtet sind; 
JP) auf welchen bei der Bestimmung außerhalb Landes ein Gefäll-Erlaß oder 
eine Ausfuhrprämie ruht. 
#. 27. Der Begleilschein soll ein genaues Verzeichnit, der Waaren, 
worauf er lautet, nach Maaßgabe der vorhandenen Deklaration, die Zahl der 
Kollis, Fässer u. s. w. und deren Bezeichnung, ferner den Bestimmungsort, so 
wie den Zeitraum enthalten, für welchen er gültig ist, oder innerhalb dessen der 
Beweis der erreichten Bestimmung geführt werden muß. 
Der nach Umständen und Entfernung zu bestimmende Zeitraum der Gül- 
tigkeit des Begleitscheins, soll jedoch in der Regel für den Transport zu Lande 
und auf Strômen, nicht vier Monate, beim Transport uͤber See aber nicht 
sechs Monate uͤberschreiten. In ungewoͤhnlichen Faͤllen bestimmt die Regie- 
rung, ob, wenn der vorgeschriebene Zeitraum nicht beobachtet wird, die gesetz- 
lichen Folgen dieser Versaͤumniß sogleich eintreten sollen, oder eine weitere 
Nachsicht zu gestatten ist. 
Auch
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        — 115 — 
Auch soll in den Begleitscheinen bemerkt werden, ob und durch welche 
Pfaͤnder oder Buͤrgschaften Sicherheit fuͤr die Erreichung des Bestimmungs- 
ortes geleistet ist, so wie ferner: welche Art des Waarenverschlusses gewaͤhlt, 
und wie sie angelegt ist. 
&amp;. 28. Der Waarenführer uͤbernimmt aus dem Begleitscheine die Ver- 
pflichtung, fuͤr die Gefaͤile zu haften, und dieselbe Waare in dem bestimmten 
Zeitraume, an dem angegebenen Orte zur Revision und weitern Abfertigung un- 
veraͤndert zu gestellen. 
F. 29. Diese Verpflichtung erlischt nur dann, wenn dem Waarenfuͤh- 
rer durch das ihm bestimmte Amt bescheinigt wird, daß er allen jenen Obliegen- 
heilen völlig genügt habe, worauf sodann die Löschung der geleisteten Bürg- 
schaft oder Sicherhen erfolgt. 
6. 30. Findet sich im Ausgangsamte, in der Packhofsstadt oder im 
Versteuerungsamte, eine Abweichung von zwei vom Hundert mehr oder minder, 
als in den Begleitscheinen angegeben ist; so soll sie, um den Verkehr nicht mit 
Kleinigkeiten zu belästigen, zum Vortheil der Staatskassen nicht in Anspruch 
genommen werden. " 
Sollten Naturereignisse oder Unglücksfälle den Waarenführer bei dem 
Transport innerhalb Landes verhindern, seine Reise fortzusetzen, und den Be- 
stimmungsort in dem durch den Begleitschein bestimmten Zeitraum zu erreichen; 
so ist er verpflichtet, dem nächsten Steueranme Anzeige davon zu machen, wel- 
ches entweder den Aufenthalt auf dem Begleitscheine bescheinigen, oder, wenn 
die Fortsetzung der Reise ganz unterbleibt, die Waare unter Lageraufsicht neh- 
men muß. 
Privatzeugnisse sollen jene amtliche Bescheinigung nicht ersetzen können. 
§#. 31. In Rücksicht der Bestimmungen (F. 20.) braucht der Waaren- 
führer so viele verschiedene Begleitscheine, als er Abladcorte für seine Fracht 
hat; und die Aemter sollen ihm selbige hiernach, und wenn er es verlange, so- 
gar für jeden Waarenempfänger besonders ausstellen. 
§. 32. Wenn eine Waarenladung, worüber mi#r ein Begleitschein er- 
theilt worden, eine veränderte Bestimmung erhält, so muß dies sofort dem 
nächsten Steueramte angezeigt werden, welches den abgeänderten Bestimmungs- 
ort auf der Rückseite des Begleitscheins nachrichtlich bemerkt. 
# 33. Machen besondere Verhältnisse es nörhig, daß eine Waaren- 
ladung, worüber nur ein Begleitschein ausgefertigt ist, während des Trans- 
ports, der Kolliszahl nach, (nicht aber nach dem Inhalte der Fastagen, wel- 
ches nicht erlaubt ist) getheilt werden muß; so soll dem Waarenführer frei stehen, 
den Begleitschein bei dem nächsten Steueramte erster Klasse abzugeben, und die 
Ladung daselbst so unter besondere Lageraufsicht zu geben, daß neue Begleit- 
scheine auf einzelne Theile der Ladung ausgeferligt, werden können. 
R 2 8. 34. 
cr. Dersftichtung des 
Waarenführers aus 
dem Begiei: scheine; 
ddd. Nachweisung, dan 
bieselbe erfüllt wor. 
den seo; 
#ee. Erleichterungen 
bierbei; 
tif. Verfahren mit den 
Begleitscheitten: 
wenn die Ladung 
an verschiedene Ort#e 
oder Emofenger b-. 
Kimmt ic# 
wenn die Bestim- 
mun 
Ladung unterweges 
verändert wird; 
wenn eine Ladan 
unterweges getkheilt 
werden muß;
        <pb n="124" />
        Dagh Bn &amp; 34. Oeffentliche Niederlagen, in welchen fremde Waaren, von de- 
Faabife. 8, wa /nen die Steuer gar nicht, oder nur zum Theil entrichtet ist, unter Aufsicht des 
Staats aufbewahrk werden, heißen Packhöfe. 
Adelasescht, . 35. Das Recht, fremde unversteuerte Waaren auf gewisse Zeit in 
2 ; einem Packhofe niederzulegen, heißt das Niederlagerecht, diese Zeit, die Lager- 
frist, und die Gebuͤhr fuͤr die Benutzung, das Lagergeld. 
W— Das Niederlagerecht kann nur Kaufleuten und Spediteurs bewilligt wer- 
" “ den. Auf Wein soll es ausnahmsweise nur dann Anwendung finden, wenn 
dazu geeignete Räume im Packhofe vorhanden sind, und die Weine keinc Be- 
handlung erfordern. 
Auf Zoll findet in der Regel gar kein Niederlagerecht Start. 
Sof ie tange Auf Verbrauchssteuer aber soll die Lagerfrist zwei Jahre nicht über- 
hatten itt schreiten. 
Ausnahme Fert §. 36. Als Ausnahme von der Regel, daß es für den Zoll kein Nieder- 
*5s t-W lagerecht giebt, soll zur Erleichterung des Handels und zur Vermeidung von 
Vand unig der Ruͤckzahlung, wenn die Waaren westlich der Oder wieder ausgefuͤhrt werden, 
zu Stettin, Berlin, Frankfurth, Breslau, Magdeburg und Naumburg, fuͤr 
solche Waaren, welche nur dem Zoll, jedoch mit mehr als zwoͤlf guten Groschen 
unterworfen sind, ein sechsmonatliches Lager gestattet seyn. 
Der Eingangszoll wird alsdann erst bei Herunternahme der Waarc 
vom Packhofe, auf jeden Fall aber nach Ablauf der sechsmonatlichen Frist auch 
dann entrichtet, wenn das Niederlagerecht in Bezug auf die Verbrauchssteuer 
noch länger dauert. 
&amp;#. 37. Wird die Waare innerhalb der Lagerfrist zum Ausgange dekla- 
rirt und abgeführt, nach einer Richtung, für welche im Gesetze eine Erleichre- 
rung im Joll vorgeschrieben ist; so wird der Eingangszoll darnach erhoben. 
Der Versender haftet aber für die volle Abgabe, bis der wirkliche 
Ausgang vorschriftsmäßig erwiesen ist. 
&amp; 38. Wird verbrauchssteuerpflichtige Waare, nach verstrichener La- 
gerfrist für den Zoll, aus dem ferneren Lager für Verbrauchssteuer nach einer 
im Zoll erleichterten Richtung versandt; so kann, nach in gehöriger Form ge- 
führtem Beweise der Ausfuhr, ein Anspruch auf Vergütung der mehr gezahlten 
Jollgefälle gemacht werden. 
&amp;. 30. Wird die Waare aus dem Packhofslager nach einer anderen 
Packhofsstadt deklarirt und abgeführt, so ist das Niederlagerecht für den Zock 
erloschen. 
1 Spetlon. ### 40. Für den Speditionshandel von Stektin ist jedoch gestatter, die 
Hsstesondere; Waare, bis drei Wochen nach der Einlagerung, nach Frankfurth, Berlin und 
Breslau als Speditionsgut zu deklariren und abzuführen, dergestalt, daß das 
sechsmonatliche Lagerrecht, vom Eingange der Waare in der zweiten Packhofs- 
stadt an, gerechnet wird. 
F. 4I.
        <pb n="125" />
        — 117 — 
8. 41. Erfordert der Handel einiger Staͤdte in den Provinzen links der 
Weser aͤhnliche Ausnahmen; so bleibt deren Bewilligung den Ministern der 
Finanzen und des Handels vorbehalten. 
§. 42. Die Entrichtung des Lagergeldes soll nach folgenden Sätzen 
geschehen: 
Für das Lager bis zu drei Monaten einschließlich wird nichts entrichtet. 
Für das Lager bis zu einem Jahre, vom ersten Tage des vierten 
Kalendermonals an monatlich: 
bei trockner Waare vom Zentner sechs Pfennige, 
bei nasser Waare vom Zentner einen Greschen. 
Für das Lager bis zu zwei Jahren, für die zweiten zwölf Monate 
monatlich: 
bei trockner Waare vom Zentner ein Groschen; 
bei nasser Waare vom Zentner zwei Groschen 
Kollis unter einem Zentner, werden zur Enmichtung gleich solchen von 
einem Zentner gezogen. 
Bei schwereren Kollis werden die Zwischensummen in Pfunden nicht 
mit zur Berechnung gebracht. 
Jeder Monat wird nach dem Kalender und für voll gerechnet, wenn 
die Lagerfrist auch unter einem Monat dauert. 
&amp;# 43. Wo der Packhofsraum Privateigenthum ist, und der Staat nur 
die Aufsicht auf das Lager und die Verwaltung führr, wird das Lagergeld nach 
dem örtlichen Kostenbedarf für das Gelaß und die Ausfsicht festgestellt. 
§. J4. Die im Packhofslager befindliche Waare haftet dem Staate un- 
bedingt für die davon schuldigen Gefälle nach demjenigen Tarif, der am Tage 
der Versteuerung gültig ist. Eine Herausgabe der Waare kann in keinem Falle, 
auch nicht von den Gerichtshöfen bei Konkursen, eher verlangt werden, bis die 
Gefälle bezahlt find. 
# 45. Beim Eingang von Gegenständen auf Packhöfen und bei Ver- 
sendung von denselben, finden im Allgemei#en dieselben Vorschriften Statt, 
welche für die Einfuhr von Waaren über die Grenze ohne Entrichtung der 
Sceuer, und für die Ertheilung von Begleitscheinen, gegeben werden, und wo- 
bei besonders die künftige Bestimmung der Waare, ob sie zur Versendung, zum 
Mackhofs= oder Privatlager, ooer zum Verbruuch bestimmt ist, berücksichtigt 
werden muß. 
#. 40. Transitogut und andere Waaren, welche zur weiteren Versen- 
dung angegeben sind, brauchen in den §. 25. bemerkten Fällen nur dann einer 
speziellen Revision unterworfen zu werden, wenn der Empfänger es wünscht, 
oder Verdacht einer Vertauschung vorhanden ist. 
§. 47. Waaren, welche zur Konsumtion im One, zur Niederlage, 
oder zum Privaklager bestimmt sind, sollen innerhalb der in den Packhofs Re- 
glements 
“*B 
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keers — 
räum 
Kuen Jas— desn. 
Staats siud; 
NMechrwateigenthum 
sind; ts 
eee. Richte des Staats 
auf die Waaren im 
Packhofslager; 
-*'v*“ 5 eebeen auf den 
0 Sn: und 
der Versendung der 
Waaren im e- 
meinen; 
der BRecision von 
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kats E7' 
die vorerst am ##b- 
ladeorte bleiben;
        <pb n="126" />
        glements zu bestimmenden Zeit nach ihrer Ankunft, in Gegenwart des Empfän- 
gers, speziell revidirt werden. Ueber dielenigen, welche zur Niederlage kom- 
men, erhält er einen Niederlageschein, welcher bei der Verabfolgung der Waa- 
ren zuruͤckgegeben wird, und es stehet ihm frei, die Waare seinerseits zu ver- 
schließen. 
Dem Ermessen der Stenerbehörde bleibt es überlassen, in welchen 
Fällen sie den Waarenverschluß der lagernden Waaren nolhig crachtet. 
Melder sich der Empfänger nicht innerhalb der bestimmten Zeit nach 
Ankunft der Waare, uin jenen Verhandlungen beizuwohnen; so kann das 
Verfahren ohne ihn geschehen. 
#t4 lwukee, K. 48. Den Eigemhümern und Disponenten der lagernden Güter steht 
Lager 6 frei, auf der Nieverlage, unter Aufsicht der Beamten, die Maaßregeln zu 
rreten, welche die Erbaltung der Waare nörbig macht, sie zu dem Ende umzu- 
stürzen, anders zu vexpacken, oder aufzufüllen. 
Das Nertogewicht, oder der Indalt der Waaren bei der ersten Revi- 
sion, darf aber durch dergleichen Maaßregeln nie vermindert werden; so wie 
auch bei der Herunternahme der Waare, keine Vergütung für versteuerte 
Waare erfolgt, welche zur Ergaͤnzung der unversteuerten gedient hat. 
Veränderungen des Gewichts der Thara sund unter obigen Umständen 
erlaubt. 
Die besonderen Packhofsreglemenks bestimmen nach den örtlichen Be- 
dürfnissen, in wie weit Bearbeitungen der auß# dem Packhofe lagernden Waa- 
Fen auch für andere Zwecke, als den der bloßen Erhaltung, statt finden können. 
Besondere Packhofs- K. 40. Für eine jede Packhofsstadt soll, nach Maaßgabe der örtlichen 
“ms Umstände, ein besonderes Regulativ von dem Minister der Finanzen ertheilr, 
und dem Handelsstande daselbst bekannt gemacht werden. 
Verostichtungen, der F. 5. Die Packhofsverwai#tung muß für die wirthschaftliche Erhaltung 
fet de Egernden der Packhofsraume in Dach und Fach, füur sichern Verschluß derselben, für Ab- 
en. wendung von Feuersgefahr eder Brandstiftung aus Unvorsichtigkeit im 
Innern des Gebäudes und seiner nächsten Umgebungen, und für Aufrechter- 
chaltung von Ruhr und Ordnung unter den im Packhofe beschäftigten Perso- 
nen, dem im vorigen F. erwähmen besonderen Packhofsregulativ gemdß, 
sorgen, und haftet für Beschädigungen der lagernden Waaren, die aus einer 
Unterlassung oder Vernachlässigung dieser Fürforge entstehen. 
Andere Beschädigungen der lagernden Waaren, und dieselben treffen- 
Den Unglücksfälle, hat sie dagegen nicht zu vertreten. 
Bsohren Mlt unab- S. 51. Sind Güter, deren Eigenthümer und Empfänger unbekannt sind, 
rei Wann , ein Jahr im Packhofe geblieben; so soll diee und einegenaue Bezeichnung dersel- 
unbekannt is, ben, durch die Amts-, Intelligenz- und Zeilungs-Blätter der Provinz, zu zwei 
verschiedenen Malen von vier zu vier Wochen bekannt gemacht, und ein drei- 
monatlicher Termin anberaumt werden, nach dessen Ablauf die Packhofsverwal- 
tuna.
        <pb n="127" />
        tung, wenn sich niemand meldet, berechtigt ist, die Güter öffentlich in Gegen- 
wart eines oberen Steuerbeamten meistbierend zu verkaufen. Der Ertrag soll 
nach Abzug des Lagergeldes und der Abgaben, Neun Monate hindurch deponirt 
bleiben, nach deren Ablauf aber der Armenkasse verfallen. 
Sind dergleichen Güter einem schnellen Verderben ausgesetzt; so kann 
in früherer Verkauf mir Genehmigung der Regierung in der Art geschehen, 
daß der Lizitationstermin im Orte zu zwei verschiedenen Malen innerhalb acht 
Tagen öffentlich bekannt gemacht wird. 
Ist der Eigenthämer bekannt, so soll er aufgefordert werden, die län- 
ger als zwek Jahr lagernden Güter in einer bestimmmten Frist vom Pack- 
bofe herunter zu nehmen, welche vier Wochen nicht überschreiten darf, wi- 
drigenfalls damit, wie vorhin bemerkt, zum Verkauf geschritten, und der Er- 
trag, nach Abzug aller Kosten und Abgaben, dem Eigenthümer zugestellt 
werden soll. 
#. 52. Welchen Handelsplätzen das Niederlagerecht un#edingt, und wel- 
chen es bedingt auf gewisse Gegenstände zugestanden werden soll, bestimmt das. 
Ministerium des Handels. 
An Orten, wo keine Packhbfe, und keine dem Staate zugehbrigen Ge- 
baude vorhanden sind, welche zu einer Packhofsanlage benutzt werden kön- 
nen, ist es Sache der Kaufmannschaft oder Kommune, welche eine solche- 
Anlage wünschen, den nöthigen sicheren Raum zur Benutzung, des Staats. 
zu stellen, und wenn die Berwaltungskosten die Einnahmen an Lagergeld- 
übersteigen, den Mehrbetrag zu decken- 
K. ö3. Privaklager heißt die einem Privatmanne zugestandene Befügniß. 
Waarer bei sich zu lagern, von welchen Gefälle noch nicht enrrichtet sind. 
. S4. Das Privatlager soll bei solchen Waaren nicht Statt finden, bei 
„welchen es auf die Identitäkt ankommt; es soll Niemand Anspruch darauf ha- 
ben, sondern lediglich von dem Ermessen der Verwaltung, abhängen, wo, 
wann und unter welchen Bedingungen sie das Privatlager zu bewilligen, 
-aufzuheben oder zu beschränken für gut findet. 
· Es bleibt fuͤr Wein in den Provinzen oͤst lich der Weser, allen denen 
oausdrücklich versagt, welche mit Landwein haudeln, diesen in ihrem Gewerbe 
brauchen oder Weinberge in der Nähe ihres Wohnorts besitzem. 
K öSDer Inhaber eines Privatlagers baftet für die ihm. in Rechnung: 
gestellten Gefälle von den darim niedergelegten Waaren, in sofern er deren Ent- 
rrichtung an andern Orren, oder die Ausfuhr der Waaren in vorgeschriebener- 
Art, nichr nachzuweisen vermag. 
S. Sn. Der Zoll wird nach dem Brutkogewichk, die- Verbrauchsff 
nach dem Nettogewicht berechuet und erhoben. 
deren Eigenthämer 
bekanne ## 
##. Bettlmmum, wek- 
chen Handelsplaten 
das Nlederlagerecht 
zustehen soll, 
and Bedingung we- 
en Gewoͤrrung des 
au a- 
elbst; 
en Prlvatlager: 
aas, was ,uünter dlesen 
Benennung veruͤan- 
den wird; 
bbb. wem Privatlager 
gestattet werden; 
ecc. Verpflichtungen, 
welche dem Inl#deké 
eines Pr aAlgn 
abliegen.
        <pb n="128" />
        — 120 — 
4 #been nach Ge- Unter Bruttogewicht wird das Gewicht der Waare in völlig ver- 
a#nme#dungd# et Packkem Zustande, mithin mit ihrer gewöhnlichen Umgebung für die Aufbewah= 
enihw sfdie er rung, und mit ihrer besondern für den Transport, verstanden. 
Das Gewicht der für den Transport nöthigen besondern Gußern Umge- 
bung wird Thara genannt. 
Ist die Umgebung für den Transport und für die Aufbewahrung nothwen- 
dig, ein und dieselbe, wie es z. B. bei Oehl die gewöhnlichen Fässer sind, so ist 
ihr Gewiche die Thara. 
zir Ncenth zet Das Nettogewicht ist das Gewicht nach Abzug der Thara. Die klei- 
Verbrauchsabgaben, neren, zur unmittelbaren Sicherung der Waaren nöthigen Umschließungen (Pa- 
pier, Pappen, Bindfaden und dergleichen) werden bei Ermittelung des Netto- 
gewichts nicht in Abzug gebracht, so wenig als Unreinigkeit und fremde Befland- 
theile, welche der Waare beigemischt werden könnten. 
bb. rher: nlmast % +#. 57. Sind Waaren, welche mit verschiedenen Jollsätzen belegt sind, 
r““ bessche in einer und derselben Umgebung verpackt, und ist der Inhaber nicht erbötig, die 
ben brie nbelng Gefälle nach dem Zollsatze für die darin befindliche am höchsten besteuerte Waare 
berschieden bepollier zu entrichten; so wird die Thara nach dem Verhältnisse der verschiedenen Gegen- 
ren; staͤnde vertheilt. 
bbb. Ausmittelung der-- g. 58. Dem Abgabentarif, welcher dieser Zollordnung beiliegt, ist ein 
— Tharatarif zur allgemeinen Richtschnur beigefuͤgt. Bei Fluͤssigkeiten, welche 
durchden Thoratarif, nach dem Gewichte in der Steucr angesetzt sind, und andern Gegenständen, 
welche ohne Unbequemlichkeit nicht netto dargestellt werden können, soll die 
Thara nach diesem Tarif berechnet werden, und der Steuerpflichtige hat 
kein Widerspruchsrecht gegen dessen Anwendung. 
durch unmittelbare Bei andern Gegenständen ist es der Wahl des Steuerpflichtigen überlas- 
##hung. 
Verwiegung; sen, ob er den Tharakarif gelten lassen, die Waare netto verwiegen, oder das 
Nettogewicht durch Verwiegung der Thara ausmitteln lassen will. 
Bei Gegenständen, für welche kein Satz in dem Tharatarif ausgeworfen 
ist, als Zeugwaaren, Hutzucker, gewöhnlicher Rollenkanaster u. s. w., wird die 
Thara durch Verwiegung ausgemittelt. 
b aun ch g. 59. Bei denjenigen Fluͤssigkeiten, welche nach Eimern oder Tonnen im 
Sliissig Zolle veranschlagt sind, geschieht die Verzollung nach dem innern Rauminhalt 
#abet der Verzollung, der Gebinde. 
Dieser wird alsdann durch dußere Visirung der Gebinde ermittelt, wenn 
die Uebereinstimmung des Inhalrs mit der Deklaration durch den Augenschein 
nicht unbezweifelt feststeht. 
Behauptet der Waarenführer, daß bei dem ganzen Transpork über zehn 
vom Hundert Abgang sey; so kann er innere Visirung der Gebinde verlangen, 
und die Vergzollung geschieht dann, in sofern jene Behauptung richtig hefunden 
wird, nach dem wirklichen Befunde. 
Eine
        <pb n="129" />
        — 121 — 
Eine solche Ausmittelung muß aber jederzelt im ersten Abfertigungsamte 
geschehen, und der Waarenführer muß sich bequemen, weniger aufhaltende Ab- 
fertigungen anderer vorangehen zu lassen. 
# c. Nur von der in einem Gefäße wirklich vorhandenen Flüssigkeit 
hat der Steuerpflichtige die Verbrauchsabgabe zu entrichten. Das Gefäß wird 
indessen in allen Fällen für voll angenommen, wo der Stenerpflichtige nicht aus- 
drücklich das Gegentheil behauptet, und die innere Vistrung verlange, welche 
alsdann im ersten Ab= oder Umladeorte erfolgen muß. 
Ist diese dem Steuerpflichtigen dort nicht genehm, so tritt Versteuerung 
nach dem Rauminhalte der Gebinde ein. 
K. ö1I. Eine jede Waare, welche aus dem Auslande eingehet, wird als 
fremde betrachtet. 
§. 62. Zum Besten des inländischen Gewerbefleißes und Verkehrs sollen 
folgende Ausnahmen hiervon Statt finden können: 
à) für Fabrikanten, welche mit eignen Fabrikaten, die kein Gegenstand der 
Verzehrung sind, ausläurische Messen besuchen, und den unverkauften 
Theil dieser, erweislich eignen Fabrikate zurückführen; 
b) für Professtonisten, welche die Märkte benachbarter Grenzörter mit ihrer 
eiqgnen Handwerksarbeit bereisen, für denselben Fall; 
Fß%) Gegenstände, welche aus einem einheimischen Seehafen unmitrelbar nach 
einem andern inländischen Seehafen, desgleichen Waaren, welche auf 
Grenzstremen, ohne Bestimmung nach dem Auslande, verschifft werden; 
d)) Gegenstände, welche vom Inlande zum Inlande durch das Ausland 
verfahren werden; 
eE) inländische Strandgüter von Schiffen, welche nach dem Auslaufen verun- 
glückten, wenn die Thatsache vollständig nachgewiesen, und die Bergung 
und Tagerung des Guts unter Aufsicht von Beamten geschehen ist. 
In den zu a. und b. bemerkten Fällen kann jedoch der Minister der Fi- 
nanzen und des Handels noch besondere Sicherungsmaaßregeln durch Waaren- 
bezeichnung r2c. 2c. anorönen; auch kann die Zollbehörde, wenn sie zweifelhaft 
darüber ist, ob ein Ritzbrauch Statt gefunden hat, in allen Fdllen auf Nieder= 
legung oder Sicherftellang der Gefälle bis zur ausgemachten Sache bestehen. 
§ 0 3. Gegenstänbde, welche zum Verarbeiten oder zur Veredlung mit 
der Bestimmung, die daraus gefertigte oder verbesserte Waare wiederum auszu- 
führen, eingehen, können in der Steuer erleichtert werden. 
In besondern Fällen kann dies auch geschehen, wenn Gegenstände zum 
Verarbeiten oder zur Veredlung nach dem Auslande gehen, und in verarbeite- 
tem oder verbessertem Zustande zurückkommen. 
Nähere Bestimmungen dieferhalb zu ertheilen, bleibt vorbehalten. 
. 04. Auf Gegenstände der Verzehrung findet die bewilligte Ausnahme 
S. 63. keine Amwendung. 
Iöbrgang 1418. S K. 65. 
bb.4 4 Sleicheen der 
Verbrauchene#n 
s Skeseppmchemelk 
cheaWcuves 
Steuer erhoben wird; 
aa, allgemeiner Gruny. 
#n Wd eingebende 
und Narsabmen blervon= 
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Allgemeinen gur Er- 
nei rung des Ver- 
lÜ#, worin 
1 Endet: 
ein Erlaß aller Ein“ 
fubrabgaben; 
einermaͤßi der 
#nhe,
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        — 122 — 
gun Fe Ver- K. 65. Fremden Gewerbtreibenden, welche inländische Märkke besuchen, 
"6 soll von ihren unverkauften Waaren, Erlaß der Verbrauchsabgaben bei der Wie- 
derausfuhr, gewährt werden, wenn die nöthigen Maaßregeln getroffen sind, 
und man sich die Ueberzeugung verschafft hat, daß es dieselben Waaren find, 
welche zum Mark'verkehr eingingen. 
bn. Wul d K. Oe. Güter auf Schiffen, welche in einem Nothhafen einlaufen, sind 
remdem W. aa, die imm Ein= und Ausgang zollfrei, wenn die Ladung des Schiffes, welches den 
eren geson eer Nothhafen erweislich zu suchen gezwungen ist, nach einem andern Hafen be- 
7 ½ ut des stimmt war, und wieder ausgeht, ohne daß etwas davon im Orte abgesetzt oder 
  
in Schisen Verkehr damit getrieben worden. 
19t — Ist das Schiff so beschddigt, daß es die Ladung nicht wieder einnehmen 
kann, so ist der zollfreie Transport nach einem andern Hafen i in andern Schiffen 
verstattet. Die Ausfuhr dahin muß aber laͤngstens in einem Jahre erfolgen, 
und die Waare bis zur Ausfuhr in einem Packhofe gelagert haben. 
una g. 67. Seeschiffe, welche mit Frachten für in= und ausländische Häfen 
*8 beummt einlaufen, zahlen von demjenigen Theile der Ladung, welcher nach einem frem- 
e den Hafen bestimmt ist, dann keinen Zoll, wenn diese Bestimmung unbezweifele 
nachgewiesen ist, kein Berkehr mit der Waare im Hafenplatze gerrieben wird, 
« und die Waare unberührt bleibt. 
1½1. S. 68. Hiernach sind auch Seeschiffe zu behandeln, welche nach einem 
andern Hafen bestimmt sind, aber in der Absicht zu überwintern einlaufen, und 
davon gleich bei dem Eingange Anzeige machen. 
ie — nacht r. K 60. Eine Verminderung der eingegangenenfremden Waaren soll dann 
kiandener hahs. Anspruch auf Steuererlaß begründen, wenn sie erweislich im Packhofslager 
Wung der Wiarr; durch zufällige Ereignisse Statt gefunden hat. 
*. ——i*- ent- S 70. Die Abgaben, welche von der aus dem Auslande eingefähren 
—. Alloemeine Vervgich-Waare zu erlegen sind, sollen in der Regel an der Grenze erhoben werden. So 
———7 lange die Abgaben noch nicht völlig bezahlt, oder die Ausfuhr in den dazu ge- 
eigneten Fdllen nachgewiesen worden, haftet die Waare den Staatskassen. 
Podg ubenin K. 71. Von der vorstehend ausgesprochenen allgemeinen Regel, daß 
jür den 304 per Eingangszoll im Grenz-Zollamte zu entrichten ist, können zur Begünstigung 
des Verkehrs folgende Ausnahmen eintreten: 
Vä#e, werin ste gat= 1) für die Seeplätze mit besondern Vorhäfen, als: Stettin mit den Oder- 
— ausmündungen; Danzig mit Neufahrwasser; Königsberg und Elbing mit 
Pillau; 
2) für den Waareneingang über Wittenberge und die Havel aufwärts; 
3) für den Landeingang und für den Srromeingang auf der Memel mit rufsi- 
schen und polnischen rohen Produklen und mir der Bestimmung nach Kö- 
nigöberg und Memel; 
sfar den Waareneingang elbauf= und abwärts, mit der Deklaralion nach 
Magdeburg; 
5) für
        <pb n="131" />
        5) für den Waareneingang rheinauf= und abwärts, mit der Bestimmung 
nach solchen Orten, wo die Nangsah Srt verfassungsmäßig ist; 
6) in denjenigen Fällen, in welchen ein unperzollter Waarcntransport aus 
der Bewilligung des Packhofrechts für den Zoll, jetzt nach den Bestimmu- 
gen §. 30— 40. ober k#tig nach §. . zulädssig ist. 
§. 72. In den Fällen von 1 — 5. des vorftehenden §. geschieht die Ve 
zollung im ersten Ab= oder Umladeorte. 
Diie Leichterung auf der Rhede und in den Vorhäfen wird, in Bezug auf 
die Verzollungspflicht, nicht als Umladung betrachtet. 
Gehen Waareneransporte ein, für welche Stundung des Eingangsze Wes 
aus den zu 6. G. 71.) bemerkten Gründen verlangt wird; so muß der Waaren- 
führer seine Bestimmung durch ein von dem Empfänger ausgestelltes, und vo 
dem Steueramte seines Wohnorts bescheinigtes Zeugnig nachweisen. 
§. 73. Eine Versendung ohne Cntrichtung der Verbrauchssteuer, ist 
von der Grenze aus (und gleichmäßig bei Versendungen von Packhöfen, nach 
K. 4s.) zulässig, wenn die Waare versandt wird, 
a) zum Durchgange, 
b) nach einer Packhofsstadt, 
c) zur Versteuerung bei einem dazu berechtigten Konsumtions-Steueramte in 
Innern. 
Sie ist aber auch in den Fällen b. c. unzulässig, wenn die Verbrauchs- 
stener von der ganzen Ladung unter drei Thaler beträgt. 
74. In allen jenen Fällen C. 73.) muß der Deklarant für die Ver- 
brauchssteuer entweder: durch einen sichern Bürgen, der sich als Selbstschuldner 
verpflichtet, oder: durch sonstige Kaution, durch Niederlegung der Gefälle, 
durch Begleitung der Waare auf seine Kosten, Sicherheit gewähren. 
Die Pandlegung oder Bürgschaft muß, wenn die Waare genau bekannt 
ist, auf die zu berechnenden Gefälle, wenn dies nichr der Fall ist, auf den höch- 
sten Abgabensatz gerichtet werden. 
Von der Bestimmung der Steuerbehörde hängt es ab, in welchen Fällen 
sie die Begleitung der Waare nöthig erachtet. 
Bekannten sichern In= und Ausländern kann die Waare auch ohne jene 
Eicherheitsmaaßregeln, überhaupt nach dem Ermessen der Steuerbehörde, über- 
lassen werden. 
S. 75. Aus der Bewilligung steuerfreier Versendungen folgt die Erthei- 
lung der Begleitscheine, worüber das Nöthige oben vorgeschrieben ist. 
§. 70. Die Ausnahmen von den allgemeinen Vorschriften für die Ve- 
steuerung, so wie die besondern Bestimmungen über die Amwendung der vorge- 
dachten Ausnahmen, sollen, so weit sie den Meß verkehr von Frankfurth an der 
Oder und Naumburs bekreffen, in eine Meßordnung gefaßt werden. 
· S 2 Dieser 
vb. fuͤrdie 
llexe#; 3 
Faͤlle, werin ste Otatt 
fsinden; 
Beri
        <pb n="132" />
        4. e bel der Ver- 
a —* Vorschrif- 
Ffür eingehende Waa- 
n: 
à Verbalten beim 
ingange über die 
"1 rethhline bis zur 
Erreichung des Gren 
- Vamsint- 
ar; 
  
ader nach vorhöngt- 
er Mimelbung 
bem etwa wurs- Age 
n Ansageposte 
a##b. Deklarartion dei 
dem Grenz-Jollamee. 
Mündliche Deklara- 
tion. ’Pri 
Scheiftliche Dcklarn- 
Ilin: derselben. 
Dieser Meßordnung werden auch die Vestimmungen fuͤr den Falt vorbe- 
halten, wenn inländische Waaren dahin und von dort zurückgeführt werden, 
und es auf den Beweis ankommt, daß keine Verkauschung mit fremden gleich- 
artigen Waaren vorgefallen ist. 
&amp;. 77. Bei dem Eingange der Waare muf die Jollstraße bis zum Grenz- 
Zollamte genau eingehalten, und die Ladung unberührt gelassen werden. Ein 
Jeder, welcher die Zollstraße zu halten verpflichtet ist, soll vom Eingange über 
die Grenze grade auf das Grenz-Zollamt zufahren und daselbst anhalten, ohne 
sich unterweges willkührlich aufzuhal#en. 
Weas Seeschiffer beim Einlaufen auf den Rheden und in den Häfen und 
Binnengewässern zu beobachten haben, enthalten die Hafenordnungen, auf 
welche hwrter verwiesen wird. 
§ 78. Liegt das Grenz-Zollamt nicht unmittelbar an der Grenzlinie, 
so findet obige Vorschrift auf den vorliegenden Ansageposten Amwendung. Der 
Waarenführer übergiebt säimtliche, seine Ladung betreffende Papiere, welche 
in seiner Gegenwart eingesiegelt und an das Grenz-Zollamt adressirt werden 
müssen, und sagt überdies an: die Zahl der Wagen und Pferde, wo möglich 
auch die der geladenen Stücke. Die eingesiegelten. Dokumente werden einem 
Grenzaufseher überliefert, so wie ein, auf den Grund der Ansage, ausgefer- 
tigter Ansagezettel zur Ablieferung an das Amt, wohin der Aufseher das Fuhr- 
werk oder Schiffsgefäß begleiter. 
Diese Begleitung soll regelmaßig ausgeführt werden, und so oft gesche- 
hen, als es die Beschaffenheit des Verkehrs, die Stärke der Grenzbesetzung, 
und die Enfernung des Grenz-ZJollamts irgend zuläßt;. wenigstens aber müssen 
täglich vier Stunden bestimmt werden, in welchen die Ladungen pünktlich von 
den Ansageposten abgehen. 
§. 70. Bei dem Grenz-Jollamteübergiebt der Waarenführer seine sämme- 
lichen, die Ladung betreffenden Papiere, in sofern kein Ansageposten vorhanden ist- 
Betragen die Zollgefaͤlle einer Ladung nicht uͤber fuͤnf Thaler, und die 
faͤlle auch nicht mehr, so ist der Waarenfuͤhrer nur zu einer 
Angade (Dektaration) von dem Inhalte derselben nach den Vor- 
schriften des folgenden F. verbunden. 
&amp;K 80. Die schriftliche Deklaration soll enthalten: 
a) die Zahl der Wagen und Pferde, aus welchen der Transport besteht; 
b) den Namen des Fuhrmanns (bei Schiffen den Namen oder die Num- 
mern des Schiffsgefäßes und den Namen des Schiffsführers); 
c den Namen der Waarenempfänger und deren Wohnart C(nach den 
Frachtbriefen); 
d) die Zahl der Kollis und Fastagen, und die Jeichen und Nummern 
derselben; 
  
e) die
        <pb n="133" />
        — 125 — 
e) die Gattung und die Menge der Waaren, nach den Maaßstaͤbben, welche 
der Tarif angiebt; 
H die Bescheinigung des Waarenfuͤhrers, daß seine Angabe richtig sey, und 
dessen Unterschrift. 
g. 81. Besitzt der Waarenfuͤhrer nicht die hierzu erforderlichen Faͤhig- 
keiten, so entbindet ihn dieses nicht von der Fertigung der Angabe an solchen Or- 
ten, wo sich Privatpersonen Gollabrechner oder Guͤterbestaͤtiger) mit diesem 
Geschaͤfte befassen. 
Auch soll der Waarenführer in Fallen, wo die Fertigung, der Angabe 
durch das Grenz-Zollamt nach dem folgenden §. zulässig ist, sie dann selbst ma- 
chen, wenn verschiedene Angaben für jeden Waarenempfänger nothwendig sind, 
um nach F. 31. und 86. verschiedene Begleitscheine oder Quittungen zu erlangen. 
&amp;. 82. Die Anfertigung der Angabe durch das Grenz-Zollamt tritt ein: 
1) wenn die Unfähigkeit des Waarenführers nicht durch einen Zollabrechner 
erganzt werden kann; 
2) wenn der Waarenführer keine Frachtbriefe, oder andere über seine Ladung 
sprechende Briefschaften besitzt, oder zu besitzen vorgiebt, und die Ladung 
zugleich nicht genug zu kennen behauptet,, um die verlangte Angabe zu fer- 
ligen oder fertigen zu lassen.. 
In diesen Fällen fertigt das Grenz-Jollamt die Angabe, auf den Grund 
ber übergebenen Papiere oder der mündlichen Anzeige, unentgeldlich aus; 
der Waarenführer bescheinigt deren Richtigkeit, und unterschreibt die Bescheini- 
gung. Ist er des Schreibens nicht kundig; so muß er sein gewöhnliches Hand- 
zeichen oder Kreuz nach vorheriger Vorlesung beifügen. Zwei Beamte beschei- 
nigen die Richtigkeit der Unterzeichnung.. 
In dem Falle zu 2. muß der Waarenführer seine Behauptung an Eides- 
statt bekrafrigen. 
Giebt er sich als Eigenthämer an, so wird die schriftliche Angabe auf den 
Grund einer genauen speziellen Reofsfion der Waare, in seiner Gegenwart und 
in einer darüber aufzunehmenden Verhandlung, gefertigk., 
Giebt er sich als Frachtführer an, so hat er die Wahl, sich ein gleiches 
Verfahren gefallen zu lassen, oder den höchsten Zollsatz zu erlegen, und Kau- 
tipn für die höchst mglichen Konsumtions-Steuergefälle zu stellen,, worauf der 
Waarewverschluß und die Verabfolgung der Waare eintreten kann, oder aber 
einen Zeitraum zu bestimmen, innerhalb dessen er die Deklararion nachbringen 
will, und bleiben sodann die Waaren bis dahin im Gewahrsam des Antes. 
g. 83. Die nöthigen gedrucklen Formulare zu den Angaben sollen den. 
Steuernden auf Verlangen von den Aemtern unentgeldlich verabreicht, und An- 
stalten geroffen werden, daß solche bei den preußischen Konsuln im Auslande 
zu erhalten sind. 
. 84. 
Ausfereigung 
ben. 
bersel-
        <pb n="134" />
        — 126 — 
ec. Revision auf den K. 84. Auf den Grund der mündlichen oder schrkftlichen Anzabe wird 
d der Ceklur. 
un nnt Vrrtut- zur Revision der Waare geschrikten, und wenn jene durch diese als richtig be- 
w##sn n Jolge der. stätigt wird, erfolgt die Emrichtung der schuldigen Gefélle. 
n Wunscht der Waarenführer, daß ein Theil der Ladung nicht revidirt wer- 
en fam de; so kann hierin gegen Entrichtung des höchsten Abgabensatzes im Tarif ge- 
willfahrt werden. 
Ausnahme in lehterm K. 80. Ist indessen Berdacht vorhanden, daß unter dem Schutze des 
Faeisg h- Privatverschlusses Verbrechen beabsichtigt werden, z. B. Einbringung falscher 
igten Verbrechens. Münzen, nachgemachten Stempelpapiers u. s. w., so haben die Grenz-Jollämter 
gleich den Polizeibehörden die Verpflichtung, dem nächsten Gerichte davon An- 
zeige zu machen, und vorläufig zu sorgen, daß der verdächtige Gegenstand der 
Untersuchung nicht entzogen werden könne. 
#dl. Abfertigung nach §. 80. Nach erfolgter Abgabenzahlung soll dem Waarenführer eine 
Pkdie Ver. Quitkung über den Zoll, und eine * die Verbrauchssteuer, erstere auf dem 
Quntunsen; Duplikat der Angabe, wenn schriftlich angemeldet ist, ausgehändigt werden; so“ 
wie er sämmtliche überlieferte Papiere, ein jedes Stück mit dem Zollstempel ver- 
sehen, zurück erhalten muß. 
Wünscht der Waarenführer statt dieser allgemeinen Quittung besondere 
Quiktungen für jeden Waarenempfänger; so soll seinem Antrage gewillfahrt wer- 
den, wenn er nach F. 81. für jeden Theil der Ladung, für welchen er eine beson- 
dere Quittung wünscht, eine besondere schriftliche Angabe eingereicht hat. 
8— Tdeet K. 87. Außer der Quittung soll auf dem Duplikat der Angabe bemerkt 
Grenzbaicte; werden, innerhalb welcher Frist und auf welcher Straße die Waare durch den 
Grenz-Zollbezirk zu führen, ob sie in keinem, oder in welchem Kontrollamte 
anzumelden ist. Bleibt die Waare imn Grenzbezirke; so ist hiernach das Nöthige 
zu bemerken. 
kn Ammmekh vel g. 88. Ist die Anmeldung in einem Kontrollamte vorgeschrieben; so 
eskanherenporten; werden demselben die Quittungen und Duplikate der. Angaben abgegeben, die 
Ladung wird von ihm einer allgemeinen Revision unterworfen, und wenn sich 
ierbei nichts zu erinnern findet; so erhalt der Waarenführer obige Papiere, mit 
der Bescheinigung, daß die Mumeldung geschehen ist, und mit ciner Anmeldungs- 
Nummer versehen, zurück. Das Koutrollamt hat indessen auch die Befugniß- 
zu speziellen Revisionen bei erheblichen Grönden. 
bei Wassertranspor- §. 80. Versendungen auf großen Serômen in Gefäßen, welche in der 
“% Regel zum Transport gebraucht werden, sind nur zu einer einmaligen Anmel- 
dung un Grenz-Zollamte, und nicht zu einer zweiten im Grenz= Kontrollamte, 
verpflichtet. Oagegen unterliegen Versendungen in Gefäßen, die nicht 5 Lasten 
zu 4000 Pfund tragen können, wie bei dem Straßenverkehr, einer zweifachen 
Anmeldung und Revision, wenn Komtrollmmter vorhanden sind. 
g. 90.
        <pb n="135" />
        . I0. In denjenigen Faͤllen, in welchen es zälässig ist, nur den Zoll 
nicht aber die Verbrauchssteuer i im Grenzamte zu entrichten, dndert sich das vor- 
her bestimmte Berfahren nur in Absicht der Revision. 
Letztere erstrickr sich atcdann nothwendig nur so weit, als zu Ermittelunz 
bes Zollsatzes erforderlich ist. In Bezug auf die Verbrauchssteuer steht es dem 
Waarenführer fret, ob er die Waaren zugleich einer solchen Revision unterwer- 
fen will, wonach letztere Steuer mit Ueberzeugung richtig berechnet werden kann, 
oder ob er den Waarerverschluß vorzieht. 
Bei dor Abfertigung tritt hier das Begleitschein-Verfahren nach den Vor- 
schriften 9. 20. ein. 
&amp;. I. Der Fall, daß weder Zoll noch Verbrauchssteuer an der Grenze 
entrichtet wird, rritt nur als Ausnahme nach F. 71. ein, und soll der Minister 
der Finanzen deshalb das Nähere nach der Oertlichkeit anordnen, in sofern die 
vorher, wegen blos verbrauchssteuerpflichtiger Transporte gegebenen Vorschrif- 
ton nicht ausreichen, oder nicht ohne Beldstigung anwendbar seyn sollten. 
§. 0oz. Werden Waaren ausgeführt, welche mit einem Ausgangszolle 
belegt sind; so kann derselbe nach der Wahl des Versenders oder Waarenfuͤh- 
rers, jevoch in jedem Falle unter Gestellung der Waare zur Revision, entweder 
im Steueramte des Absendungsortes — wenn ein solches vorhanden ist — oder 
beim Kontrollamte, und in dessen Ermangelung, entweder in dem Steueramte) 
welches zuletzt vor Erreichung des Grenzbezirks bei dem Transporte berührt 
wird, oder in dem Gtenx-Jollamte, über welches die Waare ausgeht, entrich- 
tet werden. 
Ist der Ausfuhrzoll im Amte des Absendungsorts entrichtet; so erhält der 
Führer eine Quittung über die geschehene Zahlung, worin bestimmt ist, auf wie 
lange sie gültig sind, und welche Straße nach seiner Angabe befahren werden 
muß. Det Waarenführer ist dann weder an Einhaltung eines Kontrollamtes, 
noch des Grenz-Zollamtes gebunden. 
Ist die Verzollung im Kontrollamte, oder bei einem Steueramte an der 
Binnenlinie geschehen; so ist der Waarenführer an Einhalmung des Grenz-Joll- 
amtes nicht gebunden. 
Mählt er die Verzollung im Grenz Jollamfe; so I er jedesmal zur An- 
meldung und Gestellung der Waare im Kontrollamte, oder in dessen Ermange- 
lung, in dem zunächst vor dem Grenzbezirke belegenen Steueramte verpflichtet. 
Er stellt dort Sicherheit für die Entrichtung der Gefälle im Grenz-Jollamte, 
und löset einen Legitimationsschein über die Waare, um sich un Grenzbezirk 
ausweisen zu können. Die erfolgte Steuerberichtigung wird von dem Grenz- 
Jollamte auf dem Legitimationsscheine bemerkt, und dient zur Einlöfung des 
Pandes im Kontrollamte. 
&amp;8 3A# Im Fall es auf den Beweis der wirklich erfolgten Ausfuhr an- 
kommt, muß der Waarenfüyrer die Waare mit einem Begleitscheine versehen, 
· diesen 
Klt. Abänderung des 
vorchend vocgc. 
4hrirsenen Verfah- 
* von vbe- 
brauck Fäen reiinl. 
särn Waoreu###nß 
bles der Ein 
9 zoll an der 
G ee entrichtet 
*2 — 
  
Wenn generosschse 
Waaren auch ohn 
enze nach S. 7ein? 
geiepie werden; 
bb. #rausgchende. Waa- 
a#zKk% wenn Ausgangas. 
zoll davon entrichtet 
am Absendungsort## 
im Kontrollamte., 
im Grenz Jollamte; 
bbb. wenn der Bewels 
der wirklich eriola: en 
Ausuhr zu fuͤhren ist;
        <pb n="136" />
        Berschriftsmahige Viesen von dem Kontrollamte (wenn eins an der Jollstraße liegt) bescheinigen 
suicheen die · lassen, und die Waare daselbst zur allgemeinen Revision gestellen. Hierauf, 
oder, wenn kein Rontrollamt vorhanden ist, muß die Waare in demjenigen 
Hauptgrenzzollamte angemeldet und gestellt werden, uͤber welches die Ausfuhr 
laut Bescheinigung geschehen soll; und dieses bewirkt die Abfertigung, nachdem 
res sich durch genaue Revision der Waare die Ueberzeugung verschafft hat, daß 
diejenigen Gegenstände vorhanden sind, worauf der Begleitschein lautet. 
rwerfirge A *. 94. Ist eine dieser Förmlichkeiten übersehen; so bleibt es dem Er- 
fer# # ersnten messen des Ministers der Finanzen überlassen, ob der Ausgang, im Bezug auf 
das Steuerwesen, als erwiesen, anzunehmen sey. 
uv eschee Ver &amp;. Oo. Reisende, welche Gepäck bei sich führen, und nicht mit der Post 
P—2. Gepäck der Reisen: oder mit Extrapost reisen, sind der Anmeldung nach den Vorschriften des K. 77. 
— li 78. unterworfen, mit dem Unterschiede, daß sie dem Ansageposten nur 
ihren Namen, Stand und Wohnort, so wie den des Fuhrmanns anzeigen, und 
einen Schein darüber erhalten, womit sie sich bis zum Grenz-Zollamte ausweie 
sen, bei welchem er abgeliefert wird. 
Nur in besondern Fällen kann der Ansageposten, wenn er es nöthig er- 
achtet, den Reisenden begleiten lassen, jedoch ohne Aufenthalt. 
Ueber die geschehene Meldung im Zollamte erhält der Reisende eine Be- 
scheinigung, um sich im Grenzbezirk für den Fall auszuweisen, daß dies nicht 
durch eine Steuerquittung geschehen kann. 
bb. Peslsüter: &amp;. 00. Die orbinairen Posten sollen im ersten Stationsorte, in Absicht 
v at io des Postgurs, blos in der Beziehung revidirt werden, ob nichr Sachen beigela- 
den worden, awelche nicht inkartirt sind; für das gehdrig inkartirte Poügut haf- 
tet die Postbehbrde in sofern, daß, ohne vorheriges Mitwissen und Zuziehung 
der Steuerbehb#rde, nichts verabfolgt oder direkt transportir#t werden soll. 
Passaglergut; Das Pussagiergut soll hingegen im ersten Stationsorte revidirt, und 
nach den in gegenwärtiger Zollordnung enthaltenen VWorschriften versteuert 
werden. 
. Das Reisegepäck der mit Ertrapost Reisenden soll im ersten Stations- 
orte oder im ersten Zollamte, welches für die verschiedenen Eingangsstraßen in 
der §. 10. gedachten Bekanntmachung zu bestimmen ist, revidirt, und die Steuer 
von steuerbaren Gegenständen erhoben werden. 
Gegen Leistung vollständiger Sicherheit für den höchst möglichen Ge- 
fälleberrag kann die Revision im Grenzzoll-Amte unterbleiben, der Waaren- 
Verschluß muß aber angelegt, und die weitere Behandlung dem inländischen 
Bestimmungsorte, oder dem Ausgangs-Amte vorbehalten werden. 
die Kaufmannss#- Extraposten mit Kaufmannswaaren sind den allgemeinen Vorschriften 
zer führen uncerworfen; sie werden jedesmal im Haupt-Grenz-Zollamte, ohne Rück- 
sicht auf den Stationsort, revidirt, gehen aber in der Abfertigung anderen 
Waaren vor. 
S. 97.
        <pb n="137" />
        120. 
. 07. Die Anmeldung bei dem Eingange abgabenfreier Gegenstände 
soll bei dem Ansageposten oder Grenz-Zollamte geschehen, um sich durch eine 
Bescheinigung darüber im Grenzbezirk ausweisen zu können. 
Bei dem Ausgange zollfreier Waaren bedarf es einer Anmeldung nur 
in sofern, als sie verpackt sind, welchen Falls sie den F. 0. vorgeschriebenen 
Förmlichkeiten unterworfen sind. Das gewöhnliche Reisegepäck eines Rei- 
senden ist bei dem Ausgange keiner Reviston unterworfen. 
&amp;. 08. Bei Waaren, dic nach F. I4. des Gesetzes über den Zoll und 
die Verbrauchssteuer einem geringern als dem gewohnlichen Jolle unterworfen 
sind, soll nur insofern ein abweichendes Verfahren eintreten, daß die zu lei- 
stende Sicherheit, bei Ertheilung des Begleitscheins, auch auf den Unterschied 
zwischen dem geringeren und dem gewöhnlichen Zoll zu richten ist. 
§&amp;. 00. Die allgemeinen Grundsätze, welche in dem Gesetze über den 
Zoll und die Verbrauchssteuer für den innern Verkehr, wobei das Ausland 
berührt wird, enthalten sind, sollen, wie folgt, in Ausübung gesetzt werden. 
#K# o. Fremde Waaren, welche blos durch beide Ländertheile gehen, 
zahlen den Eingangszoll der Provinzen, wo sie--zuerst eingehen. 
Int die Waare zugleich dem Ausgangszolle unterworfen; so bezahlt sie 
diesen in demjenigen Lbändertheile, wo sie zuerst eingeht, und die Bescheini- 
gung darüber befreit sie von jeder fernern Zahlung der Ausgangsabgabe. 
' EincAusnahmehicwonistdurchdkng.98.inAbsichtderWaatenbe- 
gruͤndet, welche zur Messe in Frankfurth an der Oder oder Naumburg transitiren. 
§. 101. Fremde zollpflichtige Waaren, von welchen der Zoll und die 
Verbrauchssteuer, oder bei blos zollpflichtigen Gegenstaͤnden der Zoll allein, 
Behufs des innern Verkehrs, entrichtet ist, so wie inlaͤndische Waaren ohne 
Unterschied, gehen nachschußfrei von einem Laͤndertheile in den andern ein. 
Ist solche Waare einem Ausgangszolle unterworfen, so wird dieser 
bei einem der F. 0z. bestimmten Aemter pfandweise niedergelegt, oder sonst 
sicher gestellt, und ein Freischein darauf ertheilt, der die Förmlichkeiten der 
Begleitscheine erfüllt. Die Bescheinigung des richtigen Eingangs der Waare 
auf dem Freischeine bewirkt die Löschung der gestellten Sicherheit. 
##. Verbrauchssteuerpflichtige Waaren, es mögen inländische oder 
im freien Verkehr befangene — mithin vollständig versteuerte — ausländische 
seyn, sind bei der Versendung aus einem Hauptländertheile in den andern ei- 
nem Steueramte erster Klasse oder einem Haupt-Zollamte zu deklariren und zur 
Revision zu gestellen. Dieses ertheilt die Ausfuhrbescheinigung, auf deren 
Grund die gedachten Waaren nicht nur zollfrei, sondern auch frei von Ver- 
brauchssteuer und ohne allen Nachschuß in den andern Hauptländertheil ein- 
geben, sobald ihre Uebereinstimmung mit der Ausfuhrbescheinigung erwiesen 
ist. Der Eingang kann jedoch solchergestalt auch nur über ein Hauptgrenz- 
Jollamt Statt finden. 
Jssbraans 1678. T #. 103. 
ec. Ngabenstete Gegen- 
#": 
ana. beim Eingange, 
bbb. beim Ausgange; 
dd. Waaren, die einem 
Heringern, als dem ge- 
wöhnlichen Jolle un- 
terworfen sind: 
ee. inneres Verkebr, wo- 
bei das Ausland be- 
rübrt wird: 
aa. allgemeine Grund- 
sae für dasselde, 
bbb. deren Anwendun 
det dem Verkehr zwi- 
1#%½ beiden Haupt- 
ndertheilen. 
Aeonber, tcorn 
en in Hinsicht 
en 7 sicht auf 
und auf fremde voll- 
ständig versteuerte 
und imländische Waa- 
— 
Ausgangsjoll 
Verbrauchssteuer
        <pb n="138" />
        — 130 — 
-* ##en s 6. 103. Nur Weine, welche mit der vorgedachten Ausfuhrbescheini- 
un ndischen Wei= gung C. 102.) aus dem westlichen Haupt- Ländertheile in den östlichen über- 
nen; gehen, sind einem Nachschusse von zwei und einem halben Thaler vom Eimer 
zur Ergänzung der Verbrauchssteuer unterworfen, ohne Unterschied, ob sie in- 
ländisches oder ausländisches Erzeugniß sind. 
in lichkeitene,e In allen diesen Fällen finden bei ber Absendung, dem Ein- 
erpsiichtiger Waaren gange und Ausgange die allgemeinen Vorschriften Anwendung, welche über 
Sateinem guntlan die Revision, über die genaue Bestimmung der Gattung und Menge der Waa- 
dern. ren in den sie begleitenden Dokumenten, über die Bescheinigung des Ein= und 
Ausganges und der etwa geleisteten Sicherheit uͤber die Begleitscheine, uͤber 
den Waaren-Verschluß u. s. w. allgemein ertheilt sind. 
44 e ne der g. 105. Die obigen Grundsaͤtze fuͤr den Verkehr zwischen den oͤstlichen 
bb. und cce. uf und westlichen Provinzen sind auch in anderen Faͤllen zu beobachten, wenn das 
den Beßehe anderer Ausland bei dem innern Verkehr beruͤhrt wird, oder Waaren durch Küstenfahrt 
dn — l von einem Hafen des Inlandes zum andern gebracht werden. 
S. 100. Die Steuerbeamten in den sämmtlichen Grenzzoll-, Kontroll- 
n n und Steuer-Aemtern sollen in folgenden Dienststunden zur Abfertigung der 
Warrnes une Steuerpflichtigen im Geschäftslokal gegenwärtig seyn. 
das Publikur In den Wintermonaten Oktober bis Februar einschließlich, Vormittags 
Winisees-s von 71 bis 12 Uhr, und Nachmittags von # bis 57 Uhr. 
In den übrigen Monaten Vormittags von 7 bis 12, und Nachmittags 
von 2 bis 8 Uhr, 
Bei lebhaftem Verkehr, besonders i in den Sommermonaten, muß, wenn 
es noͤthig ist, mit der Abfertigung fruͤher angefangen und spaͤter damit fort- 
gefahren werden. 
Die Abfertigung soll ohne Aufenthalt geschehen, und kein Steuerschul- 
diger dabei ungebuͤhrlich aufgehalten werden. 
2. Anf tndise Bebandluns/ K. 107. Es ist Pflicht eines jeden Steuerbeamten, den Steuerschuldi- 
a. un den gen anständig zu behandeln, bei seinen Dienstverrichtungen bescheiden zu ver- 
Pachtragen und Repi fahren, und seine Nachfragen und Revisionen nicht über den Zweck der Sache 
auszudehnen. 
b. Ablehnen aller Privat- « - . . 
ijsllsmrwms W« Insbesondere duͤrfen die Steuerbeamten unter keinen Umstaͤnden fuͤr 
eschente; irgend ein Dienstgeschaͤft, es bestehe in Nachfragen, Revisionen, Ausfertigen 
u. s. w. ein Entgelt oder Geschenk, es sey an Geld, Sachen oder Dienstlei- 
stung, es habe Namen wie es wolle, verlangen oder annehmen. 
id denndtnh Reisende und andere Steuerpflichtige duͤrfen dergleichen dagegen unter. 
keinen Umständen und unter keinerlei Vorwand. geben oder nur antragen, 
ohne sich straffallig zu machen. 
Erlelchterung der eln- Damit gber gegründete Beschwerden der Steuerpflichtigen, besonders 
den Uber das Betragen an den Grenzen, wo der Fremde keine Zeit zu einem umständlichen Verfah= 
iir iunrbeamern" ren hat, zur Kenntniß der vorgesetzten Behörden kommen, soll in einem je- 
den
        <pb n="139" />
        den Grenzzoll= und Kontroll-Amte ein Beschwerderegister vorhanden seyn, 
welches von dem Beamten einem Jeden, welcher sich zur Revision im Amte 
melder, er mag Stener zu bezahlen haben oder nicht, unaufgefordert vorge- 
legt werden muß. 
Der Beschwerdeführer kann seinen Namen, Stand und Wohnort in 
dieses Register, so wie seine Beschwerden, eintragen. 
Die Thatsache, welche eingetragen wird, muß von ihm richtig darge- 
stellt, und daß dieses geschehen, an Eidesstatt versichert werden. Bei Be- 
schwerden gegen Grenzaufseher, deren Namen ihm unbekannt sind, reicht es 
hin, die Nummern des Brrustschildes anzuführen, welches derselbe vorgezeigt 
haben muß, um sich als Beamter auszuweisen. 
Hat ein Steuerpflichtiger oder Reisender Grände, seine Beschwerden 
nicht in das Beschwerderegisier einzutragen, so kann er sie bei irgend einer 
Regierung anbringen. 
In solchen Fällen soll der Anzeigende durch keine weiteren Unterfu- 
chungen belästiget, sondern die Anzeige dazu benutzt werden, die Beamten 
bei der monatlichen Reoision des Beschwerderegisters zur Rechenschaft zu 
fordern, sie genauer zu beobachten, oder für das Publikum unschädlich zu 
machen. 
Uebrigens wird von den Reisenden und Steuerschuldigen erwartet, daß #nsn 28 
sie ihrerselts zu keinen Beschwerden über ihr Betragen gegen die Stenuerbe= ks9 gegen die Steuerbe= 
amten Anlaß geben werden, nachdem das Verfahren bei der Versteuerung i 1 betragen. 
so sehr zu ihrer Erleichterung vereinfacht ist. 
. 108. Die Beamten müssen bei der ihnen anvertrauten Zoll= und z. m th aean 
Steuer-Erhebung sich genau nach den vorgeschriebenen Sätzen richten, und fi# 
sind dafür verankwortlich. 
Die bei gehöriger Aumeldung zoll= oder verbrauchsskeuerpflicheiger. 
Waare durch die Schuld der Hebungsbehörden gar nicht, oder unzureichend 
erhobenen Gefälle sollen daher nicht von den Steuerschuldigen, sondern von 
den Erhebungsbeamten eingezogen, und diesen soll nur das Recht zur Erstat- 
tung gegen jene vorbehalten werden. Zu viel erhobene Gefälle sollen dage- 
gen aus der Staatskasse zurückgezahlt werden, wenn binnen Jahresfrist, vom 
Tage der Versteuerung an gerechnek, der Anspruch auf den Ersatz angemeldet 
und becheinigk wird. Geschieht dies nicht, so geht nach Ablauf dieser Frist 
der Anspruch verlohren. 
. 169. Die Vergehungen der Zoll= und Steuerbeamten sollen nach Sluerzutehertre der 
den Vorschriften des Allgemeinen Landrechts Theil II. Titel 20. Abschnitt g., Si 
und nach den spaͤter erfolgten Abaͤnderungen und Deklarationen dieser Vor- a 
schriften, bestraft werden. 
g. 110. Auch in Absicht der Vergehen der Steuerpflichtigen, selten 1. zet; und Stenerverhre 
die Vorschriften des Allgemeinen Landrechts Tbeil II. Titel 20. K. 277. b 
T 2 3ra. 
ip der Be- 
iut
        <pb n="140" />
        — 132 — 
31.3. Anwendung finden, jedoch mit den Erlaͤuterungen, Abaͤnderungen und 
hinzugefuͤgten Bestimmungen, wie sie hier folgen: 
Etrafen derselben, K. 1II. Wer es unternimmt, Waaren oder Sachen, deren Einfuhr 
oder Ausfuhr der Staat verboten hat, dem Verbote zuwider, ins Land zu brin- 
gen oder herauszuschaffen, oder bei der Einfuhr oder Ausfuhr an sich erlaubter 
Waaren, die dem Staate davon zukommenden Zoll= oder Verbrauchssteuer- 
Gefalle, demselben zu entziehen, der hat außer der Konfiskation der Waaren 
oder Sachen, woran die Kontravention verübt worden, eine Geldstrafe ver- 
wirkt, welche für die verbotenen Gegenstände dem doppelten Werthe dersel- 
ben, oder wenn dieser weniger als zehn Thaler beträgt, dieser Summe gleich 
kommen, für die erlaubten Gegenstände aber den vierfachen Betrag der be- 
trüglicherweise vorenthaltenen Gefalle ousmachen soll. Diese Gefälle siud 
büberdem von der Strafe unabhängig nach dem Tarife zu enrrichten. 
&amp;. 112. Wenn zugleich Zoll und Verbrauchssteuer vorenthalten wor- 
den, sollen beiderlei Gefälle, auch bei Bestimmung der Geldstrafe zusammen 
gerechnek, und es soll die Entschuldigung, daß der Gegenstand nur zur Durch- 
fuhr brstimmt gewesen, nicht angenommen werden. 
Schi urh Tlelben, " g. 113. Im Wiederholungsfalle, nach vorhergegangener Bestrafung, 
soll die fuͤr das neue Vergehen eintretende Geldbuße verdoppelt, anstatt der- 
selben aber jedesmal dem Schuldigen eine verhaͤltnißmaͤßige Gefaͤngniß--, Zucht- 
haus= oder Festungsstrafe, die jedoch eine zehnjährige Oauer nicht überschrei- 
hen darf, auferlegt werden. 
&amp;. II4Im drilten Falle soll der Uebertreter, nachdem er si ch durch 
zweimalige Bestrafung nicht hat abhalten lassen, mit zwei bis zehnjaͤhriger 
Zuchthaus= oder Festungsstrafe belegt, für einen, der aus dergleichen betrü- 
gerischen Handlungen ein Gewerbe macht, angesehen, und seiner ekwanigen 
Befugniß zur Treibung des Gewerbes, wobei das Verbrechen begangen wor- 
den, verlustig erklärt werden. 
Auch soll in diesem Falle auf die öffentliche Bekanntmachung seines 
Namens, jedoch nur vom Richter, erkannt, und selbige bei Wollstreckung 
des Straferkenntnisses bewirkt werden. 
g. 115. Bei weitern Wiederholungen des Verbrechens, ist zwar die 
Strafe zu schärfen, doch soll eine zehnjährige Zuchthaus= oder Festungsstrafe 
das höchste Maaß bleiben. 
l nden #. 110. Wer als Anführer einer Gesellschaft erkannt wird, welche, um 
Waaren gegen ein Verbot ein-oder auszuführen, oder um dem Staate den Zoll 
oder die Verbrauchssteuer zu entziehen sich verbunden hatc, soll schon bei dem 
ersten Betretungsfalle mit der §. 1.4. verordneten Strafe belege werden. 
Sttaft bei. Wellelr §. I17. Wegen des Verkehrs mit fremden Spielkarten bleibt es bei 
ien, der Verordnung in dem Stempelgesetze, daß wer fie einbringte, vertheilt, oder 
besitzt,
        <pb n="141" />
        besitzt, außer der Konfiskation, zehn Thaler Strafe fuͤr jedes Spiel erlegen soll. 
Auch macht es hierbei keinen Unterschied, ob das Verbrechen zum ersten, 
zweiten oder dritten Male veruͤbt worden. 
#. II8. Wer Andere, zur Ein- oder Ausfuhr verbotener Gegenstaͤnde, 
oder zur Berweigerung oder Unrerschlagung ihrer schuldigen Abgaben mit Rath 
und That beistehe, oder die dahin abzielenden Unterschleife begünstigt,, soll 
mit dem Hauptverbrecher gleiche Strafe leiden. 
Es versteht sich jedoch von selbst, daß Jemand, der zum erstenmale an 
einem von einem Andern wiederholten Steuervergehen Theil nimmt, doch nur als 
einer, der zum erstenmale das Verbrechen begangen hat, bestraft werden kann. 
&amp;. 110. Wer von einem Verbrechen, wodurch die Staatseinkünfte, sey 
es durch Einfuhr oder Ausfuhr verbotener Waare, oder durch Entziehung der 
Gefälle, einer erheblichen Gefahr ausgesetzt werden, vor der Ausführung Wis- 
senschaft erhält, ist schuldig, das Verbrechen durch Anzeige bei der Obrigkeit, 
oder Benachrichtigung des nächsten Zoll= oder Steuer-Amts, zu verhindern. 
Fehlt es ihm an Zeit und Gelegenheit, das Verbrechen durch obrig- 
keitliche Hülfe oder durch Benachrichtigung der Steuerbehörden zu hintertrei- 
ben; so muß er selbst, so weit es ohne eigene oder eines Dritten erhebliche 
Gesahr geschehen kann, dasselbe zu hintertreiben bemüht seyn. 
Wer das Verbrechen auf vorgeschriebene Art zu hindern unterläßt, ist, 
wenn er überführt werden kann, davon zuverlässige Kunde gehabt zu haben, 
nicht nur zum Schadenersatze verbunden, sondern er muß auch nach Verhältniß 
seiner Bosheit oder Fahrlässigkest bestraft werden. 
&amp;. I20. Wer in seinem Gewerbe reiset, er sey Einheimischer oder 
Fremder, kann sich mit der Unwissenheit der auf dieses Gewerbe sich erstrecken- 
den allgemeinen und besondern Gesetze des Staats nicht entschuldigen. 
. 121. Gewerbtreibende und deren Frachtführer, welche die des Ge- 
werbes wegen ein= oder auszuführenden Waaren bei den Grenzzoll= oder 
Steuerämtern entweder gar nicht, oder in Ansehung der Beschaffenheit oder 
des im Tarif bestimmten Maaßstabes unrichtig angeben, verfallen schon da- 
durch in die Strafen der Uebertretung der Waarenverbote, oder der Verkür- 
zung der Gefälle. (F. 111. und folgende). 
. 122. Andere Personen, Einheimische oder Fremde, welche Waaren 
bei sich führen, sind des Verbrechens schuldig, wenn sie die verbotenen oder zur 
Versteuerung bestimmten Gegenstände bei der Revision verheimlichen oder der 
Revision auszuweichen suchen. Jedoch steht es ihnen frei, auf die Frage der 
Steuerbeamten: ob sie verbotene oder abgabepflichtige Waaren bei sich führen? 
sich stait einer bestimmten Antwort sogleich der Visitation zu unterwerfen. In 
diesem Falle sind sie nur für diejenigen Waaren verantwortlich, welche sie durch 
getroffene Anstalten zu verheimlichen bemüht gewesen sind. 
K. 123. 
Besondere Vorschristen: 
. Pflicht die Steuerge- 
sehe zu kennen; 
b. die Waaren beider Ein. 
oder Ausfuhr gehtrig 
anzuzeigen;
        <pb n="142" />
        — 134 — 
ortueee Benn &amp;. 123. Bei dem Waarentransporte soll die Waarenkontravention alcs 
bezure als einwobfähl. vollbracht angenommen werden, und die #m §. 111. und den solgenden be- 
110 Verbrechen anzuneb stimmte Strafe eintreten, sobald dem ersten Deklarirungsamte vorübergefahren, 
oder der Transport auf einem von demselben abführenden Seitenwege betroffen 
worden, oder auch, wenn der Waarenführer in dem Grenzbezirke außer der 
Tageszeit (F. 8.) oder auf Nebenwegen zur Tageszeit sich befindet, ohne auf 
die vorgeschriebene Art sich legitimiren zu können. 
. E rlde lchun §. 124. Kann jiedoch in vorgenannten Fällen (. 123.) der Waaren- 
#rinspert im Grenzbe- führer einen vollständigen Beweis darüber führen, daß er nicht Gegenstande, 
sari geltenden usin die mir einem Verbote betroffen sind, ein= oder auszuführen, oder dem Staate 
s JOHN-Mk- mahn- Gefälle entziehen gewollt oder gekonnt habe; so soll nur eine nach den Umstän- 
den zu ermessende Ordnungsstrafe von einem bis zu zehn Thalern, oder verhält- 
nißmäßige Gefängnißstrafe, statt finden. 
* waierbnachnfun #. 125. Wird die zur Einfuhr oder Ausfuhr verbotene Waare gleich 
« bei dem Grenzzollamte angezeigt; so muß sie auf Kosten des Eigenthuͤmers zu- 
ruͤckgeschafft werden. (Allg. Landrecht Theil II. Titel 20. F. 286.) 
&amp;#. 126. Hat Jemand, der kein Gewerbtreibender ist, verbotene Waa- 
ren oder Sachen bei dem Grenz-Zollamte zwar nicht ausdrücklich angegeben, 
aber sich doch zur Visitation gehörig gemeldet; so findet ebenfalls nur die Zu- 
rückschaffung auf seine Kosten statt. (Ebendaselbst &amp;. 287.) 
K. 127. Eben dieses ist zu beobachten, wenn Waaren, deren Einfuhr 
verboten ist, mit der Post ankommen, und der an welchen sie gesendet sind, einer 
beabsichteten Kontravention nicht überführt werden kann. (Ebendas. F. 288.) 
K. 123. Finden sich bei der Visitation erlaubter und auswärts ver- 
schriebener Waaren verbotene mit eingepackt; so sind diese verfallen. (Eben- 
daselbst §. 289.) 
Eé 120. Der inländische Empfänger bleibt aber von aller Strafe frei, 
wenn er durch Vorlegung seiner Korrespondenz, oder auf andere Art, nachweisen 
kann, daß die Beipackung ohne sein Vorwissen geschehen sey. (Ebendas. S. 200.) 
4. eesieoe de &amp;. 130. Der aus einer Uebertretung der Steuergesetze als eine unmik- 
Waaren; kelbare Folge derselben entstehende Verlust der Waaren oder Sachen, trifft 
jedesmal den Eigenthümer. 
&amp;. 131. Es macht dabei keinen Unterschied, ob derselbe die Uebertre- 
tung unmittelbar begangen hat, oder ob sie durch seine Angehbrigen, Hand- 
lungsbediemten, Gewerbsgehülfen, oder andere in seinem Dienst stehende Per- 
sonen verübt worden ist. (Allg. Landrecht Theil II. Titel 20. JF. 202.) 
§. 132. Gewerbtreibende müssen für ihr Gesinde, ihre Diener, Ge- 
werbsgehülfen und ihre im Hause befindlichen Ehegatten und Verwandte ohne 
Uncerschied haften. (Ebendaselbst §. 203.) 
. 133. Andere Personen haften nur für die Kontraventionen ihrer 
Ehegatten und Kinder, in sofern diese bei Gelegenheit solcher Geschäfte, wozu sie 
dieselben zu brauchen pflegen, von ihnen verübt worden sind. (Ebendas. F. 294.) 
. 131J
        <pb n="143" />
        — 135 — 
&amp; 134. Haben blos Waarenführer, denen der Transport der Waa- 
ren allein anvertraut worden, die Kontravention ohne Theilnehmung und Mit- 
wissen des Eigenthümers begangen, so geht das Eigenrhum der Waaren nicht 
verloren. (Sbendaselbst §. 205.) 
. 135. Vielmehr muß alsdann der Waarenführer außer der sonft 
verwirkten Strafe den Wereh der Waare statt der Konfiskation entrichten. 
(Ebendaselbst §S. 206.) 
136. Das Eigenthum der verfallenen Waare geht auf den Staat 
oder den von diesem Berechtigten, sogleich und ohne Rücksicht auf die Zeit der 
Publikation des Straferkenn#enisses, über. (Ebendaselbst K. 207.) 
g. 137. Dergleichen Waare oder Sache kann vdaher, auch wenn sie 
schon von dem Zoll- oder Steueramte weggebracht worden, gegen den bisherigen 
Eigenthuͤmer, so lange er solche besitzt, vindicirt werden. (Ebendas. §F. 208.) 
§. 138. Gegen einen dritten redlichen Besitzer hingegen ist die Vindi- 
kation nur in so weit, als sie überhaupt nach allgemeinen gesetzlichen Vorschrif- 
ten gegen einen solchen Besitzer Statt finden kann, zulässig, und der Uebertre- 
ter haftet hauptsächlich für den Werth. (Ebendaselbst F. 200.) 
§&amp;#. 130. Was jedoch F. 132 und 133. von der Verpflichlung Gewerb- 
treibender und anderer Personen für ihre Gewerbsgehülfen, Gesinde, im Hause 
befindliche Ehegarten, Kinder und Verwandte in Ansehung der Konfiskation 
verordnet ist, gilt auch von der verwirkten Geldstrafe (Deklaration vom 
10ten Oktober 1812.), doch nur dann, wenn die wegen Unvermoͤgens des 
eigentlichen Verbrechers oder im Wiederholungsfalle an die Stelle der Geld- 
strafe zu erkennende Gefängniß-, Festungs-, oder Zuchthausstrafe, gegen die 
eigentlichen Verbrecher nicht zur Vollziehung gebracht werden kann. 
S. 140. Gewerbtreibende, denen zur Begünstigung ihres Gewerbes 
steuerbare Gegenstände, entweder ganz frei, oder gegen eine geringere Abgabe, 
unter der Bedingung des Verbrauchs zu dem begünstigten Zwecke verabfolgt wor- 
den, sind nicht nur der Strafe derjenigen, welche dem Staate die Verbkauchssteuer 
beirüglich vorenthalten, unterworfen, sondern auch der Befugniß zur Treibung 
des Gewerbes verlustig, wenn sie die zum erwähnten Zwecke ihnen überlassenen 
Gegenstände ohne vorhergegangene Berichtigung der Gefälle, anderweitig ver- 
wenden, Pwrt verdußern. 
. 1 Personen, welchen Waaren unversteuert anvertraut worden, und 
die mie dirlen. Waaren Unterschleif treiben, oder zu treiben verstatten, sollen nicht 
allein deshalb, nach Maaßgabe des Unterschleifs und der dabei begangenen Untreue, 
nach den allgemeinen Kriminalgesetzen bestraft werden, sondern auch für immer 
von der Befugniß ausgeschlossen bleiben, Waaren ohne Entrichtung der Ver- 
brauchssteuer zu erhallen oder zu versenden. 
K 142. Konkurriren bei einer Kontravention gegen die Steuer-Gesetze 7. 
andere Verbrechen; so kommen die Vorschriften des Mugemeinen Landrechts 
Theil 20. . ö 4. bis 57. in Anwendung. K. 143. 
5. Vertuaseverbolich. 
dle verwiriten 
a . 
6. Besondere HSrrefen der 
Gewerbetreibenden we- 
en Unterschleijs mit 
aaren, welche ihnen, 
zur Erleichterung ihres 
erbehetrieb, verab- 
gt,/ 
Konkar#en) mehrerer 
rbre 
a. allgemeiner rundsat,
        <pb n="144" />
        b. Serafe konkurrirender 
Flschungen, 
wenn verfälschte oder 
unrichtige Papiere ge- 
aucht, 
oder der Waarenver= 
schlus verleyt worden. 
#S#. Strafe der Bestechung 
der Steuerbeamten; 
s. Strafe der Widerseh- 
lichteit gegen Steuerbe- 
amte; 
— 136 — 
&amp;. 143. Wer, um Waaren, einem Verbotgesetze zuwider, ein- oder aus- 
zufuͤhren, oder um dem Staate die schuldigen Gefaͤlle zu entziehen, sich falscher 
Fracht-briefe, verfälschter Begleitscheine, und überhaupt unrichtiger Papiere be- 
dient, soll außer der ihn treffenden Strafe der geschehenen Uebertretung der 
Steuergesetze, mit der durch die allgemeinen Strafgesetze für solche Fälschungen 
geordneten Ahndung, durch das Gericht, welchem die Kognition über derglei- 
chen Vergehen zusteht, belegt werden. 
6é. 144. Die vorstehend G. 143.) bestimmte Strafe trifft auch denjenigen, 
welcher in gleicher Absicht durch Abnahme, Verletzung, oder durch sonstige Un- 
brauchbarmachung des amtlichen Waarenverschlusses mit, oder auch ohne An- 
legung anderer Siegel, eine Fälschung begehet. 
. H,145.AußerdiesemFalleziehetdieVerletzung.des.Waarenverschcusses, 
bei welcher der Verdacht einer Steuerkontravention nicht obwaltet, eine Geld- 
strafe nach sich, welche dem fechsten Theile der Verbrauchssteuer, womit die 
Waare belegt ist, oder bei verbotenen Gegenständen dem sechsten Theile des 
Werths der Waare gleich kommt, in sofern nicht glaubwürdig bescheinigt wird, 
daß die Verletzung durch einen von dem Steuerschuldigen nicht verschuldeten 
Zufall entstanden ist. 
. 146. Wer einen zur Wahrnehmung des Steuerinteresse verpflichteten 
Beamten, mit welchem er im Amte zu thun hat, Geld oder Geldeswerthzum Ge- 
schenke anbietet, oder wirklich zum Geschenke macht, soll den vier und zwan- 
zigfachen Betrag des angebotenen oder gegebenen Geschenks zur Strafe erle, 
gen; ist über den Betrag gar nichts auszumitteln, so tritt eine Geldbuße von 
zehn Thalern ein. . 
5.I47.EinejedeWideksctzlichkeitgegendieSteuet-undanderezur 
Wahrnehmung des Steuerinteresse verpflichteten Beamten, soll in Folge der recht- 
mäßigen Ausübung ihres Amts an den Schuldigen mit einer Geldbuße von zehn 
bis funfzig Thalern, oder mit verhältnißmaáßiger Gefängnißstrafe geahndet 
werden. Die Wahl der Strafgattung bleibt, nach den Umständen eines jeden 
einzelnen Falles, der Behörde überlassen, welche in der Sache selbst zu ent- 
scheiden hat. 
Sind aber: it einer solchen Widersetzlichkeit zugleich wirkliche oder thar- 
liche Beleidigungen verübt; so treten die dafür geltenden allgemeinen Straf- 
bestimmungen in Kraft. 
Jeder etwanige Mißbrauch der Amtsgewalt von Seiten der Beamten 
wirkt eine Milderung der Strafbarkeit desjenigen, der sich widersetzt hat. 
48. Ein Jeder ohne Unterschied, er sey Einheimischer oder Fremder, 
welcher bei Verübung von Steuer-Kontraventionen Gewehr, oder andere gleich 
schädliche Werkzeuge zum Widerstande gegen die Beamten des Scaats bei sich 
führt, soll außer der verwirkten ordentlichen Strafe, mit dreisährigem Festungs= 
arreste belegt werden. (Allgem. Landr. Theil II. Tit. 20. F. 30.0.) 
S. 40.
        <pb n="145" />
        4. 149. Wenn Personen, welche keine beftimmte Nahrung oder Hand- 
thieruug nachweisen koͤnnen, und schon zweimal bei Veruͤbung einer Kontraven- 
tion betroffen worden., verboteme #oder Kouerpflichteige Waaren bei sich führen, 
sich aber der Visitationen der dazu bestellten Beamten entziehen oder widersetzen; 
so sollen sie nach Vorschrift des §. 148. bestraft werden, wenn auch der Um- 
sstand, daß sie sich des Gewehrs zum Widerstande gegen die Beameen haben 
Wedienen wollen, nicht erwiesen ist. 
g. 150. Wer sich des Gewehrs gegen die Offfzianten oder Soldaten, 
welche chn anhalten wollen, wirklich bedient, hat eine zehnjährige Festangsstrafe 
wverwirkt. (Allgem. Landr. Theil II. Tit. 20. K. 312.) 
. 1 F . Ist bei einem solchen bewaffneten Widerstande ein Beamter 
verwundet, oder sonß erheblich beschädigt worden, so soll der Thäter mit lebens- 
wieriger Festungsstrafe belegt, bei wirklich erfolgter Tödtung aber, als ein Mor- 
2e#r nach §. 877. Theil II. Tit. 20. des Allgem. Landrechts bestraft werden. 
((Ebendaselbst §. 313.) 
§. 152. Sobald ein Uebertreter der Steuergesetze betroffen, oder auf 
audere Weise eine Kontravention zuverlassig bekannt wird, müssen die Joll= oder 
Stenerbeamten ohne deitverlust der Waaren und Sachen, woran das Ver- 
ibrechen verübt worden, durch Beschlagnahme sich ve#sichern, auch wenn es 
zur Slcherstellung der zu erlegenden Gefülle der wahrscheinlich verwirkten 
Strafe und der Kosten der Untersuchung erforderlich ist, den Beschtag auf die 
Transportmittel ausdehnen. Fremde und unbekannte Personen können in er- 
heblichen Fällen, bis sie sich legitimiren, oder vollständige Sicherheit bestellt 
haben, an das nächste Gericht zur einstweiligen Verwahrung übergeben 
werden. 
K. 153. Eine Freilassung vor ausgemachter Sache ist bei den in Be- 
schlag-genomnenen Waaren oder Transportmitteln überhaupt #aur zuldssig, wenn 
eine Verdunkelung des Sachverhüältnisses davon nicht zu besorgen ist. 
Alsdann ist in Ansehung der Transportmittel, solche durch die Grenz- 
zoll-- und Steuer-Aemter ohne Verzug zu werfügen, wenn entweder nach dem 
ebwaltenden Verhälunisse wahrscheinlich ist, daß der Kontravenient dem Straate 
auch ohne Sicherheitsleistung werde für das Vergehen gerecht werden können, 
oder aber, wenn genägende Sicherheit auf Höhe des Betrags der Gefälle, 
Strafe und Kosten, oder auf Höhe des Werths der Transportmittel, wenn 
dieser geringer, geleister ist. 
In Ansehung der in Beschlag genommenen Waaren, woran eine Kon- 
travention verübt wird, sindet eine vorlaäufige Verabfolgung durch die Joll- 
oder Steueraͤmter in der Regel nur Statt, bei geringen Vergehen, welche keine 
Waarenkonfiskation nach sich ziehen, wenn die wahrscheinliche Summe der 
Strafe und Kosten, und in allen andern Faͤllen, wenn der anerkannte, oder 
gehoͤrig ermittelte volle Werth der Waaren, einschließlich der Gefaͤlle, entwe- 
der baar deponirt, oder voͤllige Sicherheit auf andere Art dafuͤr geleistet wird. 
Jahrgang 3518. « U « H.154. 
10. Anlegung des Be- 
schlags und Verfabren 
wegen Koutraventionen;
        <pb n="146" />
        9. 154. Sofern nicht nach F. 153. die in Beschlag genommenen Trans- 
portmiltel, als Zugthiere 2c. 2c. innerhalb acht Tagen freigegeben werden können, 
und deren Pflege und Unterhaltung Kostenaufwand der Steuerbehörden erfordert, 
oder in sofern in Beschlag genommene Waaren dem Verderben bei der Aufbe= 
wahrung unterworfen sind, muß deren Veräußerung alsbald veranlaßt werden, 
und der Kontravenient sich dieses gefallen lassen. 
K. ISSBei der Untersuchung und Bestrafung der Steuervergehen fin- 
den die darüber in der Verordnung wegen Einrichtung der Provinzialbehörden 
vom Psten Dezember 1808. K. 34. und 45., welche als Beilage zur Regie- 
rungs-Instruktion neuerdings publizirt worden, und die in dem Anhange zur 
allgemeinen Gerichtsordnung §§. 243. 244, 250, 251 und 253. enthaltenen 
Vorschriften, welche dieser Ordnung angehängt sind, Anwendung, jedoch mit 
folgenden Modifikationen: U 
a) Die Hauptzollämter führen die Instruktion der Sache und können Straf- 
resolute abfassen, in sofern die gesetzliche Strafe zehn Thaler oder weni- 
ger beträgt. 
Uebersteigt diese aber den Betrag von zehm Thalern, so gebührt die 
Entscheidung der Regkerung des Bezirks. 
Dem Angeschuldigten steht es frei, während der summarischen Untersu- 
chung zu jeder Zeit bis zu deren Schluß auf gerichkliche Untersuchung und 
Abfassung eines förmlichen Erkenntnisses anzutragen. 
Dem Angeschuldigten ist auch unbenommen, binnen zehn Tagen gegen 
ein Resolut des Zollamts, den Rekurs an die vorgesetzte Regierung, und 
gegen ein Resolut der Regierung den Rekurs an das Ministerium der 
Finanzen zu ergreifen. Hat jedoch der Angeschuldigte einmal diesen Weg 
gewählt, so muß er bei dem, was auf den eingelegten Rekurs festgesetzt 
wird, sich beruhigen, und kann nicht weiter auf den Antrag einer gericht- 
lichen Untersuchung zurückgehen. 
In den Rheinprovinzen, sofern dort noch eine abweichende Gerichtsver- 
fassung bestehet, desgleichen im Großherzogthum Posen, ist indessen die 
F. 250. des Anhangs der allgemeinen Gerichtsordnung angeordnete Kom- 
petenz der Untergerichte nicht anwendbar. Es wird daher den dortigen 
Justizbehörden zur Pflicht gemachr, dergleichen Steuer-Kontraventions-= 
Sachen, wenn die Akten von den Regierungen an sie abgegeben werden, 
an diejenigen Gerichte zu verweisen, welche nach dortiger Verfassung da- 
für kompetent sind. 
g. 156. Bei der Publikation eines Jeden Straferkenntnisses oder Re- 
soluts ist der Denunziat auf die Erhöhung der Strafe aufmerksam zu machen, 
welche er nach gegenwärtiger Verordnung, im Falle einer Wiederholung sei- 
nes Vergehens zu erwarten hat, und, daß dieses geschehen, in der Publikations= 
Verhandlung zu erwähnen. 
b 
*“ 
% 
d 
Wird
        <pb n="147" />
        — 139 — 
Wird solches unterlassen, so hat die Behörde eine Ordnungsstrafe von 
fünf bis zehn Thalern verwirkt, den Verbrecher trifft aber bei einer Wieder- 
holung des Verbrechens alsdann nur die erhöhete Geldstrafe. 
#. 57. Die Vollstreckung rechtskräftiger Erkenntnisse geschieht von 
den Gerichten, die der Resolute aber von der Steuerbehörde. Die letzte kann 
nach Umständen die Erekution sistiren, und die Gerichte haben einer deshalb 
von ihr ergehenden Requisition Folge zu leisten. 
. 1508. Wenn ein Unbekannter, welcher auf einer Uebertretung der 
Steuergesetze betroffen ist, sich mit Zurücklassung der Waaren oder Sachen, wor- 
an die Kontravention verübt worden, entfernt hat; so findet das Verfahren 
Anwendung, welches in der allgemeinen Gerichtsordnung Theil I. Tit. 51. 
K. 180. und 181., und in dem Anhange zur allgemeinen Gerichtsordnung 
. 30 Css. Beilage) vorgeschrieben ist. 
S. 150. Alles, was vorstehend in dieser Ordnung festgesetzt worden, 
bezieht sich nur auf die Steuerverfassung beim aäußern Verkehr, und komme also 
nur in dem Maaße zur Vollziehung, als jene Steuerverfassung selbst zur 
Ausführung gelangt. 
Dagegen aber sollen diese Vorschriften auch in allen Provinzen ohne 
Ausnahme befolgt, und es muß auch in den Provinzen, worin das allgemeine 
Landrecht, die allgemeine Gerichtsordnung, und die allgemeine Kriminalord- 
nung noch nicht eingeführt sind, nach den in dieser Ordnung aufgenommenen 
Vorschriften erkannt werden. 
Wir befehlen Unsern Unterthanen und Behörden, sich nach den hierin ertheil- 
ten Bestimmungen genau zu achten, und tragen Unsern Ministern der Finanzen, 
des Handels und der Justiz auf, für die Vollziehung derselben zu sorgen. 
Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beige- 
drucktem Königlichen Insiegel. Gegeben Berlin, den 26ften Mai 1818. 
(L. S.) Friedrich Wilhelm. 
C. Fürst v. Hardenberg. v. Altenstein. 
Beglaubigt: Friese. 
Au s z#u 8 
aus 
der allgemeinen Gerichts-Ordnung fuͤr die Preußischen Staaten und aus dem 
Anhange zu derselben. 
Als Beilage zu der Zoll= und Verbrauchssteuer-Ordnung vom 26sicn Mai 1818. 
Anha n 9. 
  
. 243. 
B. Koneraventionen gegen Finanz= und Polizei= und andere zum Ressorc der Regie- 
rungen gehdrigen Gesetze, imgleichen bei Defraudationen landesherrlicher, den Regie- 
rungen zur Verwaltung übergebenen, Gefälle und nutbaren Regalien, sind die Regie- 
1 rungen 
11. Amwendung dleser Ord- 
nung.
        <pb n="148" />
        rungen berechtigt, nach einer summarischen Untersuchung die Sache durch eine Resolu- 
tion zu entscheiden, auch die festgefetzte Strafe vollstrecken zu lassen, wenn der Beschul- 
digte nicht binnen zehn Tagen nach Empfang der Resolution auf foͤrmliches rechtliches 
Gehoͤr und Erkenntniß bei dem kompetenten Qbergerichte antraͤgt. Zu dem Ende muß 
es in der Resolurion ihm auch jedesmal bekanmt gemacht werden, daß er diese Befugniß 
habe, ihrer aber verlustig gehe, wenn er blnnem Fhn Tagen vom. Empfange keinen Ge- 
brauch davon mache. 
Geschiehe aber dieses, oder will die Finanz-Behdrde ihre Befugniß, die Sache 
durch eine Resolution zu entscheiden, nicht au#üben, so werden die Akten sogleich an 
das Landesjustiz-Kollegium zur weiteren rechtlichen Einleirung abgegeben. Die Regie- 
rungen können jedoch im ersfern Falle die nbehigen Verfögungen wegen Sichenst,llung 
der vortäufg festgesetzten Geldstrafe, creffen, wenn sie solches für nbthig eracheen. Zu 
diesen Versügungen sind selbige auch dann noch berechrigt, wenn, die Akten schon an 
das Gericht abgegeben worden, und die Juskizbehdrden sind schuldig, ihnen bei der 
Beitreibung der Geldstrafen den erforderlichen. Beistand zu leisten. 
#. 244. Auch bei den von Milicaingersonen begangenen Kontraventionen und 
Defraudotionen stehe den Civilbehbrden nach K. 39. dan Anhangs die Kognition zu, 
unter folgenden Cinschränkungen: " 
1) Wenn von der Bestrafung eines Offiziers die Rede ist und diefe niche blos in Geld- 
buße und Konfiskation der defraudirten Sachen bestehet; die begangene strafbare Hand- 
lung vielmehr Gefaͤngniß- oder Feftungsstrafe, oder gar die Kasfation nach sich zie- 
het, so müssen sich die Civilbehdrden alles Verfahrens enthalten, und die Sache den 
Militairgerichten überlassen. 
2)) In allen Föllen, in welchen sich die Angeschuldigren-bei den von den Regierungen sest- 
gesesten Strasen, beruhigt haden, oder in welchen von den Justizkellegien auf Strafe 
erkannt worden, geschieht die Vollstreckung nicht von Seiten der Civilbehèrden. Cs 
muß vietmehr deshalb in Absichte der Osßziere das kompetente Militairgericht, und in 
Absiche der Unceroffiziere und gemeinen Soldaten, der Kemmandeur einer selchen 
Militairperson requirirt werden. Letererer har aldann ein Stand-oder Kriegesgericht 
nach Befinden anzuordnen, von welchem die gegen einen Unteroffzier oder gemeinen 
Soldaten festgesetzte Strase in eine verhälmißmäßige Militainstrase verwandelt wer- 
den muß, wovon der Regierung oder dem Justtzkollegio Rachricht zu geben ist. Bei. 
dieser Verwandlung darf sich jedoch das Stand= oder Krieges-Gerickt auf keine wei- 
tere Beurkheilung der schon entschiedenen Strassälligkeit der Handlung einlassen. 
5) Hat sich ein Unkerofßzier oder gemeiner Soldat außer der Kontravention oder De- 
fraudatien noch eines andern Vergeheuo schuldig gemacht, so gebühre die Untersus 
chung und Bestrafung desselben der Milirairbehörde. 
4) Bel der Untersuchung wider cinen Unteroff zier oder gemeinen Soldaten soll, zur Er- 
haltung der Ordnung, ein von dem Kemmandem einer solchen Milkrairperson ka#n- 
mandirter Vorgesetzter des Denunziaten zugezogen seyn. 
5) In Ansehung der Unterstaabsbedienten tritt das bei den Osfizieren vorgeschriebene 
Verfahren ein. 
&amp;. 250. Ueber Defraudationen landes= und grundherrlicher Nutzungen, über- 
haupt wegen Vergehungen gegen Finanzgesetze sind die Untergerich#e die Unsersuchungt 
zu führen, und zu erkennen berecheigt, wenn 
1) die darauf gesetzte Strafe incl. des Werths des Consiskati nicht funfzig Thaler 
Geld= oder eine dieser gleich gestellte Gesängnißstrafe überschreitet, 
2) der
        <pb n="149" />
        — 141 — 
2) der Koncravenene niche für seine Person unter dem Obergerichte stehet, und 
5) die Finanzbehbrde von der ihr nachgelassenen Befugnißt 
die Sache durch eine Resolution zu entscheiden, 
keinen Gebrauch gemache har. 
K. 251. Die Uncergerichte knnen, wenn dlese Sachen (F. 25% des Anhangs) 
einmal an. sie erwiesen. sind, im Falle einer Saumseeligkelt oder sonst, nur von dem 
Obergerichte mit Anweisung versehen werden. 
&amp;. 253. Bei geringeren Vergehungen, deren Strafe nach den Umständen in 
einem Verweisc einer mäßigen körperlichen Jüch,egung, einer Geldstrase von nicht mehr 
als funfzig Thalern, oder einem vierwochenrlichen Gefängniß bestehen würde, soll bei 
den Obergerichten folgendes abgekürzee Verfahren Statt finden: 
1) Sobald dem Kollegio ein dergleichen. Vergehen angezelgt wird, und aus der De- 
nunciaclon und dem derselben beigelegten Bescheinigungen der Zusammenhang der 
Sache nicht schon hinlänglich zu ersehen ist, wird deshalb der nähere Bericht der da- 
non etwa Wissenschaft habenden Königlichen in Eid und Pflicht stehenden Osfizian= 
ten erfordert, oder es ist. die Vernehmung des Denunzianten und der von ihm mit- 
zubringenden. Zengen, weshalb ihm bei der Vorladung das nothige erdffnet werden 
muß, zu verfügem Die solchergestale ndher fubstantiirte Denunziation wird dem 
Angeschuldigten zur Veranewortung, binnen einer auf 14. Tage bis 4 Wochen zu be- 
s#mmenden Frist, miegetheile 
2) Der diesfülligen Verfügung ist die Warnung binzuzusetzen, daß, wenn die Verank- 
wortung binnen der geordnetzen Frift nicht eingehen würde, dafür angenommen wer- 
den solle, der Angeschuldigte wolle es auf die gerichtliche fôrmliche Untersuchung an- 
kemmen lassen. Zugleich ist demselben zu eröffnen, daß er die Erlaubniß habe, die 
Veruntwor'ung bei der ihm zunächst wohnenden Justizperson- oder dem Kollegio 
selrst. zu Protokoll zu geben, und sich dazu durch Praoduktion, der an ihm erlassenen 
Verfügung zu legitimiren, va#mie das Protokoll sodann von dieser Justizperson an 
d#s vorgesetzte Kollegium befördert werde, wenn der Angeschuldigee Bedenken mage, 
die Verantwor#ung selbst schristlich abzufassen und an vie Behbrde zu senden. 
3) Dem Kollegio bleibe unbenommen, den Angeschuldigten unter der erwähmeen Vers 
marnung sofort zu. einem Termine zur Abgabe seiner Veranswortung vorladen zu. 
lassen, wenn voranc#zusehen ist, daß dertelbe sich schriftlich zu. verkheidigen. nicht im 
Stande seyn mochte. 
4) Nach Eingang. einer solchen schrifrlichen oder protokollarischen Veranewortung har 
nas Kollegium, ohne ein weicerro Verfahren einzulricen; sogleich nach Maaßgabe der 
Verhandlung zu besfimmen, ob und welche Strafe durch das angeschuldigte Verge- 
ben verwirkt sey, wohei auf die gesetzlichen Vorschriften, in Verbindung mit den 
konkurrirenden Umständen, vorzüglich auf die mehrere oder mindere Geisteskultur 
des Angeschuldigten, und ob er aus Vorsatz oder Unachtsamkeit gefehlt, billig Rück- 
sicht zu nehmen ist: . 
5) Die solchergestalt auf den. Vomrag ves. DL#berwenern bei dem Kollegio beschlossene 
Verfügung wird dem Angeschuldigten mit Erbffnung der Enescheidungsgrönde, mit- 
telst Resolution bekannt gemacht, nebst der Bedeutung, daß er die erwa arbitrirts 
Geldstrafe sammt Kosten binnen vier Wochen an die ihm nahmhaft zu machende 
Behöbrde, wenn er sich nicht am Orte des Kollegik beßndet, berichtigen, oder wenn 
auf Züchtigung oder auf. Gefängniß. konkludirt worden, sich binnen gleicher Frist, 
zur Erleidung der S:rafe ebenmäßig bei der ihm zu bezeichnenden Beh##rde melden 
müsse.
        <pb n="150" />
        — 142 — 
müsse. Dabei ist ihm zu erbffnen, daß es ihm frei stehe, gegen dergleichen Re- 
solution auf förmliche Unrersuchung und Entscheidung zu provoziren, wenn ihm sei- 
ner Meinung nach zu nahe geschehen sey, wcehalb jedoch die Anzeige gleichfalls bin- 
nen der bestimmten vierwochentlichen Frist bei der in der Resolurion bemerktren Be- 
hörde gescheben müsss, widrigenfalls die felkgesete Strase zur Exekution zu bringen. 
6) Zua diesem Behuf iss von der erlassenen Verfügung demjenigen Justizbedienren oder 
Unrergerichte, welches dem Angeschuldigeen in der Resolution benannt wird, mit 
der Anweisung Nachricht zu geben, die Vollstreckung der Strafe nach achttögiger 
Ankündigung zu bewiülen, wenn binnen der geordneten vierwochenrlichen Frist keine 
Anzeige des Angeschuldigten eingehe, oder derselbe noch vor Vollskreckung der Stra- 
fe auf förmliche Untersuchung provozirt, auch von dem Erfolge des Auftrags zu sei- 
ner Zeit an das kommittirende Kollegium zu bertchten. 
7) Beßndet sich der Angeschuldigte am Orte des Gerichts, welches die Strafe festsetzt, 
so muß dieses unter Beobachtung der oben beschriebenen Modalitäten für die Reali- 
s#rung der Verfügung selbst sorgen, und den Angeschuldigten zugleich bedeuten, bei 
wem er sich zu melden habe. « 
8) Eines besondern Documenti insinuationis über dergleichen an den Angeschul- 
digten zu richtende Strasverfügungen bedarf co nicht, sondern es ist hinlabch 
wenn solche zur Post gegeben und die Insinnation zu den Akten bescheinigt worden. 
9)Was die Gebühren für Verhandlungen dieser Art betrifft; so können nur die Saͤtze 
der ersten Kolonne der Sporteltare vom ###ten Augufst 1787. (23ten August 1815. 
Beilage zum 15ten Stück der Gesehsammlung 1815.) zur Anwendung kommen. 
Der Betrag derselben ist unter Beilegung einer Spezisikation dem Angeschuldigten 
zugleich in der Hauptverfügung mitzutheilen, die Zahlung auch mit Bestimmung 
einer vierwochentlichen Frist zu fordern. Gehet dagegen bei dem Kollegio die An- 
zeige ein, daß der Angeschuldigte der Strafverfügung sich nicht unterwersen wolle, 
oder ist das Vergehen, seiner aus der ersten Denunziarion zu entnehmenden Erheb- 
lichkeit wegen, zu dem eben beschriebenen Verfahren nicht geeignet, so muß dem Be- 
kbinden nach die Kriminal= oder fiskalische Unrersuchung gewöhnlichermaßen erbffnet, 
und der Salarienkasse sofort Nachricht gegeben werden, daß die etwa schon liquidir- 
ten Gebührenbio zur Beendigung der Untersuchung zu fuspendiren, wogegen die 
Kasse die Jahlung zu urgiren hat, wenn dergleichen Benachrichtigung nicht erfolgt. 
10) Die Verhandlungen über diese summarischen Untersuchungen sind gleich den Be- 
schwerdeakten nach Jahrgangen in einem Bande zu sammeln, welchem ein Register 
vorzuheften ist, worin der Inhalt nach alphaberischer Ordnung, der Namen der 
Angeschukdigten, mit Bemerkung der Seite, angegeben werden muß. 
Allgemeine Gerichtsordnung Theil I. Tit. 5r. 
# 180. Ist in cinem solchen Falle die Betreffung und der Beschlag von ei- 
nem vercideten Akzise= und Polizeibedienten n## seinen Amtseid angezeigt worden, und 
kommt es blos darauf an, die Strafe der Konfiskarion an der Waare, auf welche se 
haftet, zu vollstrecken; so ist es hinreichend, wenn der Vorfall, der Ort und die Zeit, 
wo derfelbe sich ercignet, und die Qualität der beschlagenen Waarc, in den Zeitungen 
und Intelligenzblättern der Provinz durch die Regierung, zu deren Ressort die Sache 
gehdrt, zu zweienmalen öffentlich bekannt gemacht wird. 
Meldet sich auf diese Bekanntmachung niemand innerhalb vier Wochen von 
dem Tage an, wo sie zum erstenmale in die Intelligengblätter eingerückt worden ift, so 
wird
        <pb n="151" />
        — 143 —. 
wird mie der Konfiskation, dem Verkaufe und der Berechnung an de Staatskasse, 
ohne weitern Anstand verfahren. 6 6 
§. 181. Soll aber außer der Konfiekation noch eine andere Strafe verhänge 
werden, oder sind mit der Waare, auf welcher die-Konfiskation haftet, ändere weder 
ganz verbotene, noch hoch imposkirre Waaren, die der Eigenthümer, nach Abzug der 
Gefälle und Kosken, zurückfordern könnte, oder Gelder in Beschlag genommen wor-. 
den, so muß dieser unbekannte Inhaber durch eine förmliche Ediktalzitation Vorgela- 
den, und dabei die Vorschrift des siebenten Ticels beobacheet werden. 
Anhang. 
# 594. Wenn der Werth der in Beschlag genommenen Sachen nach der 
Schägung nicht über funfzig Thaler beträgt; so bedarf es keiner Bekanntmachung und 
Edikealzication. Melder sich aber der Inhaber oder Eigenthümer innerhalb Jahres- 
frist, vom Tage des Beschlags an gerechnet, und führe seine Unschuld aus, so soll ihm 
alles, was er erftreiter, aus der Kasse ersetzt werden. 
  
(No. 434.) Verordnung über transitorische Bestimmungen in Absicht des innern Verkehrs 
und der Nachsteuer von ausländischen Waaren. Vom 26sten Mal 1818. 
Wir Friedrich Wilhelm, von Gottes. Gnaden, König von 
Preußen r. # 
Die Anwendung des Gesetzes vom heutigen Tage über den Zoll und die Ver- 
brauchssteuer von ausländischen Waaren, und über den Verkehr zwischen den Provin- 
zen des Staats, kann wegen des Zusammenhanges mit der innern Steuer-Verfassung 
nicht im ganzen Staate gleichzeitig und vollständig erfolgen. Ecs sind deohalb, imglei- 
chen über die Versteuerung der ausländischen Waaren, welche sich bei der Bekanne- 
machung des Gesetzes schon im Lande vorräthig befinden, besondere Bestimmungen er- 
sorderlich, welche Wir, nachdem wir darüber das Gutachten Unsers Staatsraths ver- 
nommen haben, hiermit ertheilen. 
I. „ In Ansehung des innern Verkehre: Z 
1) Bei dem Verkehr innerhalb der westlichen Provinzen dauern die Beschränkungen, 
weche zur Sicherung der Konsumrions-Steuern in Minden und Paderborn, und 
der Octroi-Gefälle in verschiedenen Seddten in Ansehung der inländischen skeuer- 
pflichtigen Gegenskände jetzt bestehen, noch fort, bis deren Aufhebung ausdrücklich 
verfügt wird. 
2) Bei dem Verkehr der westlichen Provinzen mie den dstlichen, werden: 
a) inländische, in den westlichen Provinzen erzeugte oder verfertigte Geträuke 
und Eßwaaren, auch Taback beim Eingange in die östlichen Provinzen in der 
bisherigen Ark noch so lange behandelr, als dieselben in beiden Landestheilen 
noch nicht nach gleichen Grundsäßen beskeucrt sind; alle anderen natürlichen 
und künstlichen Erzeugnisse der westlichen Provinzen geben dagegen auf Ur- 
sprungs-Bescheinigung schon von jetzt an frei in die öftlichen Provinzen ein; 
b) ausländische Gegenstände, welche aus den westlichen Provinzen in die oͤstli- 
chen zum Verbrauch versandt werden, und deren Einführung nicht in diesen, 
einem noch bestehenden Verbors-Gesetze zuwider ist, mie den Gefillen ferner- 
weit belege, welche darauf ruhen, jedoch nach Abzug des Beträgs der Ab- 
haben, welche in den wesklichen Provingen davon erweislich schon belehipm, 
iese
        <pb n="152" />
        Diese Festsetng gilt jeboch nur, bis auch das heutlge Gesetz uͤber den 
Zoll ic. ic. in den oͤstichen Provinzen in Kraft getreten ist. 
II. In Ansehung der Nachversteuerungt 
Die Bestände an ausländischen Waaren, wesche Gewerbtreibende in den west- 
lichen Provinzen besitzen, sind einer Nachverstenerung umterworfen, wobei folgende 
Modalitäten statt finden. · 
i)DieVewflichtuagzutEntkichmngderkRachstrunikstrccktsichnichnufdenEhi 
fuhkzolhsondernblocgufpieVerbrauchqstener,.unv.nur.quso-köche»wqchk 
zum Handel bestimmt sind, wenn solche 
a) bei Waaren, welche mie weniger abs 1 Rehlr. 12 Gr. Verbrauchssteuer 
vom Zentner belegt sind, Zehn Zenener und darüber betragen; 
b) bei Waaren, die mit 1 Rehlr. 12 gr. bis 4 Rehlr. einschließlich un Ver- 
brauchssteuer vom Zenmer belegt sind, Drei Zenener und darüber bemagen; 
) bei Waaren, die mie mehr als Vier Thaler Verbrauchssteuer vom Zentner 
belegt sind, mehr als Einen halben Zentner betragen; 
d) bei Waaren, welche nach Dutzenden iim Tarif angesetzt sind, über Ein 
Dutzend betragen; 
e.) bei Waaren, welche nach Stücken im Tarif angesetzt sind, je nachdem die 
Sreuer für das Stück über 3. Rthlr. 3. gr. oder bis 3 Rehlr. 8.gr. und we. 
niger belege R, wenn im ersten Falle drei Stücke und darüber, im zweiten 
Falle Zehn Stücke und darüber verhanden sind; 
bei Flüssigkeiten, welche nicht nach dem Gewichr verstenert werden, fnden 
die unter 3. b. c. gegebenen Bestimmungen in der Are Anwendung, daß 
dabei ein Quart für Zwei Pfunde gerechnet wird. 
2) Die Versteuerung soll auf den Grund einer Deklararion geschehen, welche di#r 
Waareninhaber binnen drei Tagen nach einer, durch die Ortsbehbrde ergehenden 
dffentlichen Aufforderung, schriftlich bei derselben einreichen, oder innerhalb der 
Zeit eine Verlängerung dieser Frist nachsuchen, und als norhwendig begründen 
muß. 
3) Revisionen der Waarenlager können bei erheblichem Verdachte durch die Behbeden 
angeordnet, und unrichtig befundene Angaben sollen nach den Bestimmungen ##e##r 
Seeuerordnung äber die Verpflichtungen richtige Deklarationen abzugeben, geahn- 
det werden. 
ur Erlegung der Steuer sollen die Regierungen billige Fristen, sedoch niche 
57 den Wblau dieses Jahres hinaus bewilligen. # Frist ½ 
5) Der Betrag der Konsumtionssteuer, welcher erweislich von vorhandenen Wos- 
ren schon an die Staatskassen entrichtetist, soll bei der Rachskeuer ubgerechner werden. 
6) Es stehet jedem Waareninhaber frei, zu erklären, daß er die vorrächige Waoren 
hach dem Auslande versenden wolle. In diesem Falle muß err solches Innerha#ß 
Sechs Monaten bewerkstelligen, oder die Waare in Packhofsstädeen auf das fe 
seurliche Lager bringen. Wird in gehdriger Zeie und Form die Wlederausführung 
der Waare beschelnige, so fälle die Erlegung der Nachsteuer davon weg. 
Gegeben Berlin, den 26fsken Mai 1818. 
(L. S.) Friedrich Wilhelm. 
C. Fürst v. Hardenberg. v. Altenstein. 
Beglaubist: Friese.
        <pb n="153" />
        Gefetz-Sammlung 
fuͤr die 
Königlichen Preußischen Staaten. 
  
No. 10.— 
  
(No. 485.) Ratifikatiens-Urkunde der zwischen Prcußen und Baiern unter dem 16ten De- 
zember 1817. abgeschlossenen Kartel--Konvention. Vom öten Juni 1818. 
Wir Friedrich Wilhelm, von Gottes Guaden, Koͤnig von 
Preußen rc. ꝛc. 
Thun kund und fügen hiermit zu wissen: 
Nachdem Wir mit Seiner Majestät dem Könige von Baiern, zur Be- 
förderung des zwischen Unsern Staaten bestehenden freundnachbarlichen Ver- 
nehmens, übereingekommen sind, eine Konvention wegen gegenseitiger Aus- 
lieferung der beiderseitigen Deserteurs und sonst austretenden milikairpflichtigen 
Mannschaft abschließen zu lassen; und die zu diesem Behuf ernannten Bevoll- 
machndse, mlich. Unfsrerseits, Unser Generallieutenant und Staateminister, 
außerordentlicher Gesandter und, bevoumach#igrer Miaist.- am Königlich-Bai- 
rischen Hofe rc. Friedrich Wilhelm von Jasirew, und Seilens Seiner 
Majestät des Königs von Baiern, Höchstdero Kämmerer, Staatsminister des 
Königlichen Hauses und des Aeußern 2c. Nlopys Franz Kaver Graf von 
Rechberg und Rothenlöwen, unter dem 161en Dezember 1317. eine 
Konvention unterzeichnet haben, welche wörklich folgendermaaßen lamet: 
Nachdem Ihre Königliche Majestcten von Preußen und von Baiern, 
zu mehrerer Beförderung des zwischen beiden Staaten bestehenden nachbar- 
lichen Vernehmens, eine Konvemion wegen gegenseitiger Auslieferung der 
beiderseitigen Deserteurs und sonst austretenden militairpflichtigen Mann- 
schaft zu errichten beschlossen haben; soe sind zu dem Ende beauftragt und 
bevollmáchtigt worden: von Geiner Majestät dem Könige von Preußen, 
Allerhöchstdessen Generallieutenant und Staatsminister, austerordentlicher 
Gesandter und bevollmächtigter Minister am Königlich -Bairischen Hofe, 
Friedrich Wilbelm von Zastrow, Ritter des großen rothen Mler- 
Ordens, des Militairverdienst = Ordens, des eisernen Kreuzes, des Kur- 
bessischen großen Löwen= und des Hessischen. Militairverdienst-Ordens; und 
Jahegang 15178. von 
(Ausgegeben zu Berlin den isten Oltober 1818.)
        <pb n="154" />
        von Sr. Majestaͤt dem Koͤnige von Baiern, Allerhoͤchstdessen Kaͤmmerer, 
Staatsminister des Koͤniglichen Hauses und des Aeußern, Aloys Franz 
Xaver Graf von Rechberg und Rothenlöwen, des Ordens vom 
heiligen Hubert Ritter, vom heiligen Georg und des Civilverdienst-Ordens 
der Bairischen Krone, und des Königlich= Ungarischen St. Stephan-Orbens 
Großkreuz 2c.; welche nachstehende Vertragspunkte, unter Vorbehalt beider- 
seitiger Allerhöchsten Ratifikation, verabredet und festgestellt haben. 
Erster Artikel. 
Alle in Zukunft, und zwar von dem Tage der Publikation gegenwär- 
tiger Konvention, nach vorausgegangener Ratifikation, an gerechnek, von 
den Armeen der beiden hohen kentrahirenden Theile, unmiktelbar oder miltel- 
bar in des andern Lande oder zu, dessen Truppen, wenn diese sich auch außer- 
halb ihres Vaterlandes befinden sollten, desertirende Militairpörsonen, sallen 
gegenseitig ausgeliefert werden. 
Zweiter Artikel. 
Als Deserteurs werden, ohne Unterschied des Grades oder der Waffe, 
alle diejenigen angesehen, welche zu irgend einer Abrheilung des stehenden 
Heercs oder der mit demselben in gleichem Verhältmisse stehenden bewaffnelen 
Landesmacht, nach den gesetzlichen Bestimmungen eines jeden der beiden 
Staaten, gehören, und demselben mit Eid und Picht verwandt 4 „mit 
Inbegriff der bei der Artillerie oder übrioem Wilies 1#en vicurmorn 
Trainsoldaten oder somrt erwa angeskellren Kuechte. 
Ein Gleiches findet auch auf die Dienerschaft der Offiziere und die mit- 
zenommenen Pferde und Effekten Pnwendung. 
Drikter Artikel. 
Sollte der Fall vorkommen, daß ein Deserteur der hohen komtrahirenden 
Mächte früher schon von einer andern Machr deserkirt wäre; so wird dennoch, 
selbst wenn mit der letztern ebenfalls Auslieferungsverträdge bestcnden, die 
Auslieferung stets an diejenige der hohen kontrahirenden Maächte erfolgen, 
deren Dienste er zuletzt verlassen hat. Wenn ferner ein Soldat von den 
Truppen eines der paziszirenden Souverains zu denen eines Dritten, oder 
von diesen wiederum in die Lande des andern paziszirenden Souverains, 
oder sonst zu dessen Truppen, desertirt; so kommt es darauf an, ob letzterer 
Sorwerain mit jenem Dritten ein Kartel hat. Itl dieses der Fall, so wird 
der Deserteur dahin abgeliefert, woher er zuletzt entwichen ist; im entgegen- 
gesetzten Falle aber wird er dem paziszirenden Souverain , dessen Dienste er 
zuerst verlassen hat, ausgeliefert. vi 
let-
        <pb n="155" />
        Vierter Artibel. 
Am folgende Fälle werden als Gründe, die Auslieferung eines Oeser- 
keurs zu verweihern, anerkanm: 
a) wenn der Deserteur aus den Staaten des jenseiligen hohen Souverains, 
so wie sie durch die neuesten Verträge begränzt find, gebürtig ist, und 
also vermittelst Desertion nmur in seine Heimath zurückkehrr; 
b) wemn ein Deserteur in dem Staate, in welchen er übergetreten ist, ein 
Verbrechen begangen hat, dessen Bestrafung vor seiner Auslieferung die 
Landesgesetze erfordern. Wenn nach überstandener Strafe, in sofern 
diese es zuläht, der Deserteur ausgeliefert wird, sollen die denselben 
betreffenden Untersuchungsakten, entweder im Origmal oder auszugs- 
weise und in beglaubten Abschriften, übergeben werden, damit ermessen 
werden könne, ob ein dergleichen Deserteur noch zum Militairdienst 
geeignet sey, oder nicht. 
Schulden oder andere von einem Deserteur eingegangene Verbindlech- 
keiten geben dagegen dem Staate, in welchem er sich aufhält, kein Rechr, 
dessen Außlieferung zu versagen. 
Fünfter Artikel. 
Die Verbindlichkeit zur Auslieferung erstreckt sich auch auf die Pferde, 
Saättel, Reitzeug, Armatur, Monkirungsstücke und sonstige berrschaftliche 
Militaireffekten, welche von dem Deserteur etwa mitgenommen worden sind, 
und tritt auch dann ein, wenn der De serteur selbst, ch den Bestemmungen 
des vorhergehenden Artikels, nicht ausgekiefert wird. 
Sechsrter Artikel. 
Um durch die möglichste Regelmäßlsgkeit die Anslieferung zu beschleunigen, 
sind beide hobe kontrahirende Theile über bestimnte, an ihren Gränzen bels- 
gene, Ablieferungsorte übereingekommen, und wird von RNöniglich-Preußischer 
Seite hierzu Saarlouis und Erfurt, und von Königlich-Bairischer Seite 
Zweibrükken und Kronach, angenommen. In diesen genannten Ablie- 
ferungsorten wird eine gegensenig bekauvnt zu machende Behorde mit der 
Empfangnahme der Deserteurs und sofortigen Bezahlung aller in den nach- 
folgenden Eilften und Dreizehnten Arkikeln stipulirten Kosten beauftragt werden. 
Siebenter Artikel. 
Die Auslieferung geschieht in der Regel freiwillig, und ohne erst eine 
Regquisition abzuwarten. Sobald daher eine Rilitair= oder Eivilbeherde 
einen jenseitigen Deserteur emdeckt, wird derselbe, nebst den etwa bei sich 
habenden Effekten, Pferden, Waffen * Pür, unter Beifägung emes auf- 
r *2 zuneh-
        <pb n="156" />
        zunehmenden Protokolls, an die jenseitige Behörde im nächsten Ablieferungs- 
orte gegen Bescheinigung übergeben. 
Achter Artikel. 
Sollte aber ein Deserteur der Aufmerksamkeit der Behörden desjenigen 
Staates, in welchen er übergetreten ist, entgangen seyn; so wird dessen Aus- 
lieferung sogleich auf die erste desfallsige Requisition erfolgen, selbst dann, 
wenn er Gelegenheit gefunden hätte, in dem Militairdienste des gedachten 
Staates angestellt, oder in diesem Staate überhaupt auf irgend eine Art 
ansässig zu werden. Nur wenn über die Richtigkeit wesentlicher, in der 
Regquisition angegebener Thatsachen, welche die Auslieferung überhaupt be- 
dingen, solche Zweifel obwalten, daß zuvor eine nähere Aufklarung derselben 
zwischen der requirirenden und der requtrirten Behörde nöthig wixd, ist der 
Auslieferung, bis zur nähern Berichtigung der angegebenen Thatsachen, An- 
stand zu geben. 
Neunter Artikel. 
Die im vorstehenden Artikel erwähnten Requfsitionen ergehen an die 
gegenseitigen Landesregierungen oder an das Generalkommando der Provinz, 
wohin der Deserteur sich begeben. Von den Militairbehörden werden die- 
jenigen Deserteurs, welche etwa zum Dienst angenommen seyn sollten, oder 
von dem Militair als solche erkannt und verhaftet werde; von den Civilbe= 
börden aber diejenigen, boi denen dies der Full nicht ist, ausgeliefert. 
Zehnter Artikel. 
Sollten zwischen Seiner Majestät dem Könige von Preußen und andern 
Staaten, welche durch die Königlich-Bairischen Staaten von dem Preußischen 
Gebiete getrennt sind, Kartel-Konventionen bestehen oder noch geschlossen 
werden, in deren Folge Auslieferungsfaͤlle Preußischer Deserteurs vorkommen; 
fo sind die Königlich-Bairischen Behörden verpflichtet, dergleichen Deserteursz 
von solchen hinterliegenden dritten Staaten anzunehmen, und den weitern 
Transpeort nach den im Sechsten Artikel bestimmten Preußischen Ablieferungs= 
orten in eben der Art zu veranstalten, als ob solche Deserteurs innerhülb'der 
Königlich-Bairischen Staaten selbst zuerst ergriffen worden wren 
Eine gleiche Verpflichtung findet auf Seiten der Königlich-Preußischen 
Behbrden statt, wenn in ähnlichen Fallen, auf den Grund zwischen Seiner 
Majestät dem Könige von Baiern und andern Staaten bestehender „Kartel- 
Konventionen, Kôniglich-Bairische Deserteurs das Königlich -Preußische Ge- 
biet passiren müssen, um ihre Auslieferung zu bewirken. . 
Eilf-
        <pb n="157" />
        Eilfter Arkikel. 
An Unterhaltungskosten werden der anslieferndern Macht für jeden De- 
serteur, vom Tage seiner Verhaftung an, bis zum Tage der Auslieferung 
einschließlich, für den Tag Drei Groschen Preußisch Kourant, oder Dreizehn 
Kreuzer Rheinisch; für ein Pferd aber täglich Sechs Pfund Hafer, Acht 
Pfund Heu und Drei Pfund Stroh, gut gethan. 
Die Berechnung der Futterkosten geschieht nach den Narkepreisen des 
Orts oder der nächsten Stadt, wo die Arretirung geschehen ist, und die Be- 
zahlung erfolgt, ohne die geringste Schwierigkeik, gleich bei der Auslieferung. 
Zwölfter Artikel. 
Außer diesen Kosten, und der im nachfolgenden Artikel bemerkten Be- 
lohnung, kann ein Mehreres unter irgend einem Vorwande, wemn auch gleich 
der auszuliefernde Mann unter den Truppen des Souverains, der ihn auszu- 
liefern hat, angeworben sepn sollte, etwa wegen des Handgeldes, genossener 
Löhnung, Bewachung und Fortschaffung, oder wie es sonst Namen haben 
möchte, nicht gefordert werden; auch findet bei dei im Vierten Artikel, 
Buchstab b., bestimmten Falle keine Vergütigung an Unterhaltungskosten für 
die Zeit statt,, welche der Deserteur wegen begangener Verbrechen in Unter- 
suchung oder im Gefängniß gewesen ist. · 
Dreizehnter Artikel. 
Dem Unterthan, welcher einen Desrricur einliefert, soll eine Gratisika- 
tion von Fünf Thalern Prcußisch Kourant, oder Acht Gulden und Fünf und 
wierzig Kreuzern Rheinisch, für einen Mann ohne Perd; und von Zehn 
Thalern Preußisch Kourant, oder Siebenzehn Gulden und Dreißig Kreuzern 
Nheinisch, für einen Mann mit dem Merde gereicht, von dem ausliefernden 
heile vorgeschossen und sofort bei der Auslieferung wieder erstattet werden. 
In Rücksicht anderer ausgetretenen Militairpflichtigen, die nicht nach 
dem Zweiten Artikel in die Klasse der eigentlichen Deserteurs gehören, fäll# 
dieses Kartelgeld weg. . 
Vierzehnter Artikek. 
Ueber den Empfang der im Eilften und Dreizehnken Artikel gehachren 
Kosten= und Gratifikationsersturtung, hat die ausliefernde Behörde zu quitiren. 
Des erwa nicht sofort amszumittelnden Betrages der zu erstattenden Unkosten 
halber, ist aber die Auslieferung des Deserteurs, wenn derselben, sonst kein 
-Dedenken entgegensteht, nicht aufzuhalten. zun 
unf-
        <pb n="158" />
        — 150 — 
Funfzehnter Artikel. 
Allen Behbrden, besonders den Gränzbehhrden, wird es strenge zur 
Psticht gemacht werden, auf die jenseitigen Desertenrs ein wachsames Auge 
zu haben, und daher einen Jeden, aus dessen Anssagen, Kleidung, Waffen 
oder andern Anzeichen sich ergiebt, daß er cin solcher Deserteur sey, sogleich, 
ohne erst eine Requisition deshalb abzuwarten, unter Aussicht zu stellen, oder 
nach Umständen zu verhaften. 
Sechszehnter Artikel. 
Alle, nach der Verfassung der beiderseitigen Staaten, milikairpflichtige 
oder zur bewaffueten Landesmacht gehörige Unterthanen, welche sich, von 
Zeit der Publikalion dieser Konvention an, in die Lande des andern Souve- 
rains oder zu dessen Truppen begeben, sind der Auslieferung ebenfalls unter- 
worfen, und es soll mit dieser Auslieferung im Uebrigen, sowohl in Hinsicht 
der dabei zu beobachtenden Form, als auch wegen der zu erstattenden Ver- 
pflegungskosten, eben so gehalten werden, wie es wegen der Auslieferung 
milikairischer Deserteurs in dieser Konvention bestimmt ist. 
Bei allen solchen Auslieferungen aber wird ein Kartelgeld nicht entrichtet. 
Siebenzehnter Artikel. 
Um den im vorstehenden Artikel enthaltenen Bestimmungen noch mehr 
entgegen zu kommen, sollen diejenigen Indioiduen, welche nach den Gesetzen 
eines jeden der paziszirenden Staaten in militairpflichtigem Alter sind und, 
bei Ueberschreitung der jenseitigen Gränze, ohne eine binraichende Legitimation 
vorzeigen zu können, den Verbachr aüf sich ziehen, daß sie sich der Militair= 
pflichrigkeit gegen ihren Staat entziehen wollen, sofort zurückgewiesen, und 
vergleichen Personen weder Aufenthalt noch Zuflucht in dem jenseitigen Staate 
gestattet werden. 
Achtzehnter Artikel. 
Den beiderseitigen Behèrden und Unterrhanen wird strenge untersagr 
werden, Deserteurs oder solche Militairpflichtige, die ihre diesfallsige Be- 
freiung nicht hinlänglich machweisen können, zu Kriegesdiensten anzunehmen, 
deren Aufenthalt zu verheimlichen, oder dieselden, um sie etwanigen Rekla- 
mationen zu entziehen, in entferntere Gegenden zu befördern. Auch soll es 
nicht gestattet werden, daß von irgend einer freutden Macht dergleichen In- 
dividuen innerhalb der Scaaten der hohen Soirwerains angeworben werden. 
Neunzehnter Arrikel. 
Wer sich der wissemlichen Verhehlung eines Deserkeurs oder Militair- 
pflichtigen und der Beförderung der Flucht desselben schuldig wacht, wird mie 
einer nachdrücklschen Geld-oder Gesängnißstrafe belegr. 
Zwan-
        <pb n="159" />
        — 151 — 
Zwanzigster Artikel. 
Gleichmaͤßig wird es den Unterthanen beider hohen kontrahirenden Maͤch- 
te untersagt werden, von einem jenseitigen Deserteur Pferde, Saͤttel- und 
Reitzeug, Armatur= und Montirungsstücke und an #re Militair-Requisiren zu 
kaufen, oder sonst an sich zu bringen. Der Uebertreter dieses Verbots wird 
nicht nur zur Herausgabe dergleichen an sich gebrachrer Gegenstände, ahne 
den mindesten Ersatz, oder zu Erstarlung des Werkhs angehalten, sondern 
noch überdies mit willkührlicher Geld= oder Gefängnipstrafe belegt werden, 
wenn bewiesen wird, daß er wissentlich von cinem Deserteur etwas gekauft 
oder an sich gebracht hat. 
Ein und zwanzigster Artikel. 
Indem auf diese Art eine regelmäßige Auslieferung der gegenseitigen 
Deserteurs und Militairpflichtigen cingeleitet ist, wird jede eigenmachrige 
Verfolgung eincs Deserteurs auf jenseitigem Gebiete, als eine Verletzung des 
letztern, streng unkersagt und sorgfälrig vermieden werden. Wer sich dieses 
Vergebens schuldig macht, wird, wenn er dabei betroffen wird, sogleich 
verhaftet und zur gesetzlichen Bestrafung an seine Regierung abgeliefert werden. 
Zwei und zwanzigster Artikel- 
Als eine Verletzung des Gebiets ist es indessen nicht anzusehen, wenn 
von einem Kommando, welches einen oder mehrere Deserteurs bis an die 
Gränze verfolgt, ein Kommandirter in das jenseitige Gebiet gesandt wird, 
um der nächsten Ortsobrigkeit die Deserlion zu melden. 
Diese Obrigkeit muß vielmehr, wenn der Deserteur sich in ihrem Be- 
reiche befindet, denselben sofort verhaften, und wird in diesem Falle, wie 
überhaupt jedesmal, wenn ein Deserteur von der Cioilobrigkeit oder der Mi- 
litairbehörde verhaftet wird, kein Kartelgeld gezahlt. Der Kommandirte 
darf sich aber keinesweges an den Deserteur vergreifen, widrigenfalls er nach 
dem Ein und zwanzigsten Arkikel zu behandeln ist. 
Drei und zwanzigster Artikel. 
Jede gewaltsame oder heimliche Anwerbung im jenseitigen Territorium, 
Verführung jenseitiger Soldaten zur Desertion, oder anderer Unterthanen zum 
Austreten, mit Verletzung ihrer Militairpflicht, ist streng untersagt. Wer 
eines solchen Beginnens wegen in dem Staate, wo er sich dessen schuldig ge- 
macht, ergriffen wird, ist der gesetzlichen Bestrafung desselben unterworfen. 
Wer sich aber dieser Bestrafung durch die Flucht emzieht, oder, von seinem 
Vaterlande aus, auf obige Art auf jenseitige Unterthanen zu wirken sucht, wird 
auf desfallsige Requisition in seinem Vaterlande zur Untersuchung und nach- 
drücklichen Strafe gezogen werden. vi 
ier
        <pb n="160" />
        Vier und zwanzigster Artikel. 
Diejenigen, welche vor Bekanntmachung dieser Konvention von den 
Truppen der einen der hohen kontrahirenden Maͤchte desertirt sind und entweder 
bei der Armee des andern Souverains Militairdienste genommen haben, oder 
sich, ohne dergleichen wiederum ergriffen zu haben, in dessen Landen auf- 
halten, sind der Reklamation und Auslieferung nicht unterworfen. 
Fünf und zwanzigster Artikel. 
Den Landeskindern beider Theile, welche zur Zeit der Publikation wirk- 
lich in dem Militairdienst des andern Souverains sich befinden, soll die Wahl 
freistehen, entweder in ihren Geburksort zurückzukehren, oder in den Dien- 
sten, in welchen sie sich befinden, zu bleiben. Doch müssen sie sich längstens 
binnen Einem Jahre, nach Publikation gegenwärtiger Konvention, diesfalls be- 
stimmt erklären, und es soll denjenigen, welche in ihre Heimath zurückkeh- 
ren wollen, der Abschied unweigerlich ertheilt werden. 
Sechs und zwanzigster Artikel. 
Gegenwärtige Konvention, deren Ratifllation binnen Sechs Wochen 
umgewechselt werden soll, wird von den hohen kontrahirenden Mächten beider- 
seils, zu gleicher Zeit, zur genauesten Befolqung pvublizirt werden, und ist 
gültig und geschlossen auf Sechs Jahre, mit süllschweigender Verlängerung 
bis zu erfolgender Aufkündigung, welche sodann jederzeit jedem der hohen 
kontrahirenden Theile Ein Jahr voraus freistebt. 
So geschehen und unterzeichnet zu München, den Llöten Dezember 1817. 
(L. S.) Zastrow. (L. S.) Graf von Rechberg. 
So haben Wir diese Konventien, nach vorheriger Durchsicht, genehmigt und 
ratifizirt, wie wir sie durch die gegenwärtige Urkunde genehmigen und rari- 
fiziren, indem Wir für Uns und Unsere Nachfolger Unser Königliches Wort 
geben, sie zu erfüllen und aufrecht zu erhalten, auch keine Eingriffe in die- 
selbe zu gestatten. 
Des zur Urkund haben Wir die gegenwärtige Ratifikation Höchsteigen- 
häándig unterschrieben und mit Unserm Koniglichen Insiegel arrsehen lassen- 
Gegeben Königsberg, den öten Juni 18198. 
(L. 8S.) Friedrich Wilhelm. 
C. Fürst v. Hardenberg. 
  
486.)
        <pb n="161" />
        — 153 
(No. 486.) Gesetz wegen Einfbhrung eines Fabrik-Zeschens in den Previnzen Schlesien, 
Posen, Preugen, Westpreußen, Pommern, Brandenburg und Sachsen, 
auf dem daselbst verfertigten Stabeisen. Vom Zten Juli 1878. 
Wir Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden, Koͤnig von 
Preußen 2c. #c. 
finden Uns veranlast, in den Provinzen Schlesien, Posen, Preußen, West- 
preußen, Pommern, Brandenburg und Sachsen, den Gebrauch besonderer 
Fabrikzeichen auf dem daselbst verfertigten Stabeisen einführen zu lassen, und 
verordnen daher, nach erfordertem Gutachten Unsers Staatsraths, für die 
gedachten Provinzen hiermit Folgendes: 
9. 1. 
Alle Besitzer von Eisenhuͤtten sind fortan verpflichtet, das auf denselben 
verfertigte geschmiedete oder gewalzte Stabeisen sogleich bei der Fabrikation 
mit einem, vom Ministerio des Handels genehmigten und bffentlich bekannt 
gemachten, Fabrikzeichen zu stempeln. 
g. 2. 
Die Belitzer der Hüttenwerke sind befugt, dies Zeichen durch die ihnen 
vorgesetzte Regierung in Vorschlag zu bringen. Keinem soll die fernere Füh- 
rung bes Zeiche### ersagt werden, das er bereits vor Bekanntmachung dieses 
Gesetzes offenkundig und unwidersprochen zu Bezelch#ng seines Sctabeisens 
gebraucht hat. Neu vorgeschlagene Zeichen sollen dagegen nicht genehmigt 
werden, wenn sie zu nachtheiligen Verwechselungen Anlaß geben. 
§. 3. 
Die genehmigten Fabrikzeichen werden in ein Register beim Ministerio 
des Handels eingetragen, und den Hüttenbesitzern wird durch die Regierung 
ein Zeugniß darüber zugefertigt. Gleichzeitig erfolgt die Bekanntmachung 
durch das Amtsblatt. Für jede Eisenhütte fängt mit dieser Bekanntmachung 
ihres Fabrikzeichens die Verpflichtung an, ihr Stabeisen nach F. I. damit zu 
bezeichnen. 
§. 4. 
Alles fertige Stabeisen., welches nach Ablauf dreier Monate, von Be- 
kanntmachung dieses Gesehzes ab, auf den Hüttenwerken ohne ihr Fabrik- 
zeichen vorgefunden oder von denselben ohne dies Zeichen verfendet wird, soll 
von den Ortspolizei-Behörden in Beschlag genommen, und nur nach vollzo- 
gener Bezeichnung frei gegeben werden. ç 
Außerdem foll der Besitzer der Hütte, wenn er die Bezeichnung, diesem 
Gesttze entgegen, unterlassen hat, für jeden Zentner unbezeichneten Stabeisens 
Jcrgens 1618. V Einen
        <pb n="162" />
        Einen Thaler Strafe erlegen, wovon zwei Driktheile demjenigen gebühren, 
der den Mangel des Fabrikzeichens entdeckt und angezeigk hat. 
S. 5. 
Wer sich auf einer Eisenhütte an dem daselbst verfertigten Stabeisen 
eines andern als des für sie genehmigten Fabrikzeichens bedient, soll nach 
Beschaffenheit der Verschuldung und des daraus entstandenen Nachtheils, mit 
Gefängniß= oder Zuchthausstrafe von sechs Wochen bis zu drei Jahren be- 
legt werden. 
Wir beauftragen Unser Ministerium des Handels, dies Gesetz zur Voll- 
Fehung zu bringen, und befehlen Unsern Polizei = und Justizbeamten, den 
Besitzern der Eisenhüttenwerke, und überhaupt allen Einwohnern Unserer 
Staaten, sich danach gebührend zu achten. 
Gegeben Se. Pekersburg, den Zten Juli 1818. 
Friedrich Wilhelm. 
C. Fürst v. Hardenberg. v. Altenstei 
Beglaubigt! 
Friefe. 
  
— — 
Ne. 487.) Bekanntmachung über die Kartel-Konventien zwischen Preußen und Sachsen- 
Hildburghausen. Vom 36sten August 1818. 
SZiche der Königlich-Preußischen und der Herzoglich- Sachsen-Hildburg- 
hausenschen Regierung ist unterm 2osten Juni d. J. eine Kartel-RKonvenrion 
abgeschlossen worden, welche in allen wesentlichen Bestimmungen mit der 
durch die Gesetzsammlung No. 400. publizirren Kartel-Konvention vom Zten 
Mai d. J. mit der Großherzoglich= Mecklenburg = Schwerinschen Reqierung 
gleichlautend ist. Start des vollständigen Abdrucks genägt zur nühern Kennt- 
niß der Verschiedenheit, daß 
I) der Lote Artikel der Konvenkion vom Zien Mai, als in besonderm Ver- 
bältnisse begründet, in der Kartel-Konvention mit der Herzoglich-Sach- 
sen-Hildburghausenschen Regierung fehlt, und daher die Ao#rikvl 20. 
bis 25. der letztern mit den Arrikeln 11I. bis 26. der erstern uͤberein- 
stimmen; 
2) im Artikel 6. Preußischer Seits die Stadt Schleusingen, und Hilb- 
burghausenscher Seits die Stadt Hildburghausen zu Ablieferungs= 
orten bestimmt sind. 
Indem
        <pb n="163" />
        Inbem diese Konvention, welche vom Täge der beiberseits zu gleicher 
Zeit zu bewirkenden Publikation an, in Kraft tritt, hierdurch zur allgemeinen 
Kenntniß gebracht wird, ist es der Wille Seiner Majestät des Königs, daß 
dieselbe von allen Militair= und Civil-Behörden, wie auch von sämmtlichen 
Allerhöchst-Ihren Unterthanen in allen Stücken auf das Genaueste befolgt 
werde. 
Spaa, den 26flen August 1818. 
Der Staatskanzler 
C. Färst v. Hardenberg. 
  
(No. 488.) Allerhöchste Kabineksorder vom agsten August 1618., die Theilnahme des 
Milltairs bet der Feuexpolizei betreffend. « 
U. die Zweifel zu heben, welche über die Theilnahme des Militairs bei 
der Feuerpolizei zwischen den Ciofl-#nd Milirairbehörden hin und wieder 
Statt gefunden haben, setze Ich, auf das darüber von dem Staatsrakh erflat- 
tete Gutachten, hiermit Folgendes fest: 
1) Das Militair nimm bei wirrlichen Feuerebransten am Löschen in der 
Regel gar nicht, oder nur dann Theil, wenn es durchaus nöthig wird, 
und die leitende Civilbehörde selbt darum ansucht. Außerdem beschränkt 
sich hier die Einwirkung des Milltairs auf Bewachung der Zugaͤnge und 
Erhaltung der Ordnung. Ausnahmen werden hauptsaͤchlich nur bei 
Koͤniglichen Magazinen, besonders wenn sie militairische Vorraͤthe ent- 
halten, vorkommen koͤnnen. 
2) Die Anordnung der Feuerlöschannstalten und die Revision derselben wer- 
den, der Ort mag eine militairicche Besatzung entkhalten oder nicht, 
durch die Eiesthehre nach den allgemeinen Vorschriften, und mit Be- 
rücksichtigung der Lokalverhältnisse, so umfassend und bestimmt, als es 
die Umsiände nur immer gestatten, entworfen und festgesetzt. 
3) Befindet sich eine militairische Besatzung in dem Orte, so werden dem 
Befehlshaber derselben, ist es ein Gouverneur oder Kommandant, die- 
sem — die entworfenen Bestimmungen mitgetheilt, und dem militai 
schen Befehlehaber steht es frei, seine Bemerkungen darüber, so wie 
etwanige Vorschläge zur Verbesserung, abzugeben, welche die Civilbehörde 
in pflichtmaßige Erwägung ziehen, und sofern sie dagegen nichts von 
Erheblichkeit zu erinnern findet, berücksichtigen muß. 
1) Köôn-
        <pb n="164" />
        — 156 [–⅝½ 
M Koͤnnen sich beide Behörden deshalb aber nicht vereinigen, so mag ber 
militairische Befehlshaber die Sache bei der nächsten vorgesetzten Civil- 
behörde zur Sprache bringen, auch nsthigenfalls dem kommandirenden 
General davon Anzeige machen, welcher alsdann über die Sache mit 
der betreffenden höhern Civilbehörde verhandeln, und so eine Entschei- 
dung bewirken wird. 
5) Die Ortspolizeibehörde muß ferner den milikairischen Befehlshaber fort- 
während in Kenntniß erhalten, daß nach den gemachten Einrichtungen 
auch unausgesetzt verfahren werde, und ihm von den periodischen Unter- 
suchungen der Feuerlöschanstalten, und was dahin gehbrt, vorher immer 
Nachricht geben. Dem militairischen Befehlshaber steht es frei, sich 
durch Hinsendung einer Militairperson von der Ausführung zu über- 
zeugen. Bei vorgefundenen Mängeln ist demselben zwar nur eine Nach- 
frage gestattet, bei nicht befriedigender Antwort darauf, ist er aber ver- 
pflichtet, die Sache in der im vorigen F. bestimmten Art höhern Orts 
zur Sprache zu bringen. 
Findet der militatrische Befehlshaber es unter besondern Umständen 
unumgänglich nöthig, selbstthänig einzugreifen; so thut er es auf eigene 
Verantwortlichkeit, und muß sich nachher ausweisen., daß solches zur 
Abwendung großer Ungläcksfälle durchaus nothwendig war. 
6) Werden Abänderungen in den gemachten Einrichtungen durch eintre- 
tende Umstände nöthig; so gehen solche von der Civilbehörde aus, und 
es wird, wie F. 3. u. und 5. verfahren. 
7) Im Kriege, besonders in bedroheten Festungen, treten natürlicher 
Weise andere Verhaltnisse ein, die sich hauptsächlich nur aus den Um- 
ständen ergeben können. 
Ich beauftrage Sie hierdurch, diesem gemáß überall das Nöthige an 
die Behörden zu verfügen. 
Berlin, den aosten August 1918. 
Friedrich Wilhelm. 
An 
den Staastskanzler Herrn Fürsten v. Hardenberg.
        <pb n="165" />
        157 
Gesetz= Sammlung 
für die 
Königlichen Preußischen Staaten. 
  
— No. 
(No. 489.) Conventĩon relative à labolition 
réẽciproque du droit de détraction erde 
Timpet d’émigration entre le Couver- 
nement Prussien et celui du Royaume 
des deux Siciles. Du 16. Mai 1818. 
8. Majesté le Roi de Prusse et Sa 
Majesté le Hoi du Royaume des deus 
Siciles, animés du déeir de faciliter 
de plus en plus les Communicatione 
entre Leurs sujei respectisls, et vou- 
lant écarter en conséquence tout ce 
duipeutymettre dueldque obstacle, on" 
résolu de conclure une Convention 
Tobjet d’abolir réciproquemem 
dans Leurs Etats les droits d’au 
baine ei de détraction, ainsi que 
Timpör d’émigration, et I#s om 
nommé 4 cet effer pour Leurs Plé- 
nipotentiaires, savoir: 
Sa Majesté le Roi de Prusse, 
Son Chambellan le Baron de Ram- 
dohr, Conseiller privé de 16ga- 
tion et Son Envoyé etraordi- 
naire et Ministre Plénipotentiaire 
à Naples, 
er Sa Majesté le Roi du Royau- 
me des deux Siciles, 
Son Excellence Mensieur D. Louis 
Loffredo Prince de.Cardito, 
Son Genmtilhomme de Chambre 
en exercice, Chevalier du grand 
ordre de St. Janvier, Conseiller 
dirigeant de Chambre du Conseil 
Jakrgang 918. 
11. –... 
(No. 439.) Konvention wegen gegenseitiger 
Aufhebung des Abschosses und Abfahrrs= 
geldes zwischen der Kbnigl. Preußeschen 
und der Reglerung des Reiches beider 
Sizilien. Vom r6ten Mai 1818. 
eine Majestat der König von Preu- 
ßen und Seine Majestaͤt der Koͤnig des 
Reiches beider Sizilien, von dem Ver- 
langen beseelt, den Wechselverkehr Ih= 
rer gegenseitigen Unterrhanen zu er- 
leichtern, und daher Willens, alles zu 
entfernen, was ein Hinderniß dagegen 
seyn könnte, haben beschlossen, eine 
Ueberelnkunft, in Betreff der gegen- 
seirigen Aufhebung des Heimfallrechtes 
und des Abschosses, so wie des Ab- 
fahrtsgeldes in Ihren Staaten, abzu- 
schließen, und zu diesem Zweck Bevoll- 
mächtigte ernannt, nämlich: 
Se. Majestätder König von Preußen, 
den Geheimen Legationsrath Frei- 
herrn v. Ramdohr, Ihren Kam- 
merherrn, außerordentlichen Gesand- 
ten und bevollmächtigten Minister 
zu Neapel,. 
und Se. Majestät der König des 
Reiches beider Sizilien, 
Se. Ercellenz den Herrn D. Ludwig 
Loffredo Prinz von Carditgy, 
Ihren di stth d Kammerherrn, 
Ritter des großen Ordens des heili 
gen Januarius, vorsitzenden Rath 
der Kammer des obersten Kanzleie 
(Ausgegeben zu Berlin den aosten Oktober 1818.)
        <pb n="166" />
        aupréme de Chancellerio et pré- 
sident de la Commission de Tin- 
struction publique, 
lesquele, aprs avoir échangé leurs 
Pleins-Pouvoirs, 1ontonvenus des Ar- 
tiches suivans. 
Article premier. 
En vertu de la Présente Con- 
vention le droit d’aubaine ([Jus Al- 
binagil) est réciproquement aboli 
entre les Etats de S. M. le HRoi de 
Prusse et ceux de S. M. le Roi du 
Hoyaume des deux Siciles. 
Article second. 
En Cas d’exportation de biens, 
argens, ou autres Propriétés mobi- 
liaires de duelqdue nature due ce 
soit, hors des Etats de S. M., le Roi 
de Prusse dans ceux de S. M. le 
Roi du Royaume des deus Siciles, 
er vice versa, il ne sera Perçu aucun 
droit de détraction (Gabella heredi- 
taria), ni impet d’émigration (cen- 
sus emigrationis) soit due Texporta- 
rtion provienne d'’émigration, succes- 
sion, legs, dot, donation, soit dwelle 
Provienne de toute autre cause. 
Article troisième. 
Cette exemption s'étendsans égard 
la disférence de religion entre les 
#eaujets des deun Etats, non seulement 
zur les droits susmentionnés à verser 
dans les caisses de IEtat ou du 
Souverain, mais aussi sur les droits 
susdits à verser dans les caisses des 
Communes, soit villes, soit bourgs, 
fondatione pieuses, 68lises, couvens, 
abbayes, ordres de Chevalerie, juris- 
dictions patrimoniales, corporations 
et corps moraux duelconques, ou 
indwidus, en sorte due ni les caisses 
de TEtat ni celles des Communes, 
158 
konsiliums und Prsidenten der Kom- 
mission für den öffentlichen Unter- 
richt, «« 
welche, nach geschehener Auswechse- 
lung ihrer Vollmachten, uͤber folgende 
Artikel uͤbereingekommen sind. 
Erster Artikel. 
Kraft der gegenwaͤrtigen Ueberein- 
kunft ist das Heimfallsrecht (Jus Albi- 
nagi#i) in den Staaten Sr. Majestaͤt 
des Königs von Preußen und in denen 
Er. Majestät des Königs des Reiches 
beider Sizilien gegenseitig aufgehoben. 
Iweiter Artikel. 
n ens -Verabfolgungs- 
Faͤllen, es sey von baarem tr, 
anderm Mobiliar = Eigemhum irgend 
einer Art die Rede, welches aus den 
Staaten Sr. Majestaät des Königs von 
Preußen in die Staaten Sr. Majestät 
des Königs der Reiche beider Sizilien, 
oder umgekehrt, gehr, soll kein Abschoß 
(abella hereditaria) ober Abfabrts= 
seib (census emigrationis) erhoben 
werden, es mag sich solcher Ausgang 
durch Auswanderung, oder Erbschaft, 
oder Vermächtniß, oder Brautschagz, 
oder Schenkung, oder auf irgend eine 
andre Art ergeben. 
Dritter Artikel. 
Diese Freizügigkeit erstreckt sich, 
ohne Racksicht auf Religions-Unter- 
schied bei den Unterthanen beider Staa- 
ten, nicht nur auf die vorerwähmen 
Abzüge, welche in die Staatls= oder 
Landesherrlichen Kassen fließen wär- 
den, sondern auch auf diejenigen vor- 
gedachten Abzüge, welche in die Kas- 
sen der Gemeinden, seyen es Staͤdte 
oder Markiflecken, der frommen Stif- 
tungen, Kirchen, Klöster, Abteyen, 
Rirterorden, Patrimonialgerichte, Kor- 
porationen und moralischen Personen 
irgend einer Art, oder der Privatbe- 
rechtigten fließen würden, so daß we- 
der die Staarskassen, noch die Kassen
        <pb n="167" />
        villes ou bourge, fondations pieuses, 
4glises, couvens, abbayes, ordres 
de Chevalerie, jurisdictions pawi- 
moniales, corporations et corps mo- 
zaux duelconques ou imdividus, ne 
pourront exiger ou lever aucun des 
droits susmentionnés, ni surles biens, 
ni sur PTargent, ni sur les Propriétés 
mobiliaires qui seront 4 exporter 
des Etate respecitifs. 
Article quatricme. 
Cette ekemption ne #'étend point 
aux taues ou impeéts qui se Event 
actuellement ou qui pourroient &amp;#tre 
mis dane la suite, non pas erclusi- 
vement sur les biens et successions, 
dui sortent du pays, mais sur tous 
les biens, argens, Propriétés mobi- 
liaires ou successions en général 
dans Pun ou Tautre des deux Etats 
Tespectifs. 
Article cin quième. 
Lexemption des drons indlduse 
dans les amicles 1. et 2. ne regar- 
dant due les biens, argent ou pro- 
Priét# mobiliaires de duelque na- 
ture due ce soit, les lois émanées 
dans les Etats de Leurs Majestés le 
Boi de Prusse et le Roi du Royaume 
des deux Siciles au sujet des indi- 
vickus émigrans, de leurs devoirs 
Personnels ei de leur sujéetion au 
servico militaire, Par lesquelles il 
est enjoint &amp; rout sujet qdui désire 
Témigrer, den demander la per- 
mission &amp; son Souverain, selon Por- 
dre Aiabli, seront maintenues en 
pleine viguenr, nonobstant la pré- 
%"rlnte convemion. 
A Tégard du service militaire ers 
des autres devoirs personnels de 
Fémigrant, il est convenu du’i ne 
159 
—— 
der Gemeinden, Stüdte, Flecken, from- 
men Stiftungen, Kirchen, Klöster, Ab- 
teyen, Ritterorden, Patrimonialgerich= 
te, Korporationen und moralischen 
Personen irgend einer Arc, oder der 
Privatberechtigten, irgend einen der 
vorerwähnten Abzüge von dem aus 
den gegenseitigen Staaten ausgehenden 
Vermögen an Gelde oder Mobiliar- 
eigenthum werden fordern oder erheben 
können. 
Vierter Artikel. . 
Diese Abzugsfreiheit erstreckt sich 
nicht auf diejenigen Taxen und Abga- 
ben, welche nicht ausschließlich von dem 
Vermoͤgen oder den Erbschaften, die 
außer Landes gehen, sondern im All- 
gemeinen von allem in den gegensei- 
tigen beiden Staaten befindlichen Ver- 
mögen, Gelde, Mobiliareigenthum oder 
von Erbschaften gegenwärtig erhoben 
werden, oder in der Folge darauf ge- 
legt werden könnten. 
Fünfter Artikel. 
Da die im IUsten und 2ten Artikel 
angegebene Abzugsbefreiung nur das 
Vermögen, Geld oder Mobiliareigen= 
thum irgend einer Art angeht, so blei- 
ben, ungeachtet dieser Uebereinkunft, 
die in den Staaten Ihrer Majestäten 
des Königs von Preußen und des Ko- 
nigs des Reiches beider Sizilien erlas- 
senen Gesetze in ihrer vollen Kraft be- 
stehen, welche die Person der Aus- 
wandernden, ihre persönlichen Pflichten 
und ihre Militairverpflichtung betreffen, 
und wodurch jeder Unterthan, der aus- 
wandern will, bei Strafe angewiesen 
ist, der bestehenden Ordnung gemäáß, vor 
der Auswanderung die Erlaubniß dazu 
von seinem Landesherrn zu erbitten. 
Was die Militairverpflichtung und 
andre persönliche Plichten des Aus- 
wandernden anlangt, so ist man über-
        <pb n="168" />
        sera apportẽ par cette stipulation 
aucune restriction aux deux Gouver- 
nemens dans le maintien et dans 
l'exercice des droits et ordonnances 
en vigueur, ni dans leur future légis- 
lation sur ces mémes objets. 
Article sixième. 
La présente Convention sera ra- 
tilée et les ratifiations seront échan- 
gées à Naples dans Tespace de trois 
mois ou plus, töt si faire se peut. 
En foi de qduoi les plénipoten- 
tiaires respectifs lont signée er y ont 
apposé le sceau de leurs armes. 
Fait à Naples, le 16. Mai 1818. 
(L. S.) Le Baron de Ramdohr. 
(L. S.) Ludovico Loffredo 
Principe di Cardito. 
160 
eingekommen, daß darch die gegen- 
wärtigen Festsetzungen keine der beiden 
Regierungen in der Handhabung ihrer 
Gesetze und Verordnungen, noch auchin 
ihrer künftigen Gesetzgebung über diese 
Gegenstände irgend beschränkt sepn solle. 
Sechster Artikel. 5 
Die gegenwärtige Uebereinkunfe 
soll ratifzirt und die Ratiftkationen 
sollen zu Neapel, in dem Zeitraum vo#n 
drei Monaten, #oder wenn möglich eher, 
ausgewechselt werden. 
Zu Urkund dessen haben die gegen- 
seitigen Bevollmächtigten dieselbe, un- 
ter Beidrückung ihrer Siegel, gezeichner. 
So geschehen Neapel, dem löten 
Mai 18198. 
(I.S.) Der Freiherr von Ramdohr. 
(I. 8.) Ludwig Loffredo Prinz 
von Cardito. 
Vorstehende Konvention ist diesseits den usten und jenseits den aten 
August d. J. ratifizirt, und die Ratifikationen sind den istan September in 
Neapel ausgewechselt worden. 
  
(No. 49°0.) Bekanntmachung über die Kartel-Konvention zwischen Preußen und Sachsen# 
Gotha und Altenburg. Vom 19#ten September 1818. 
wischen der Königlich-Preußischen und der Herzoglich = Sachsen-Gotha: 
und Altenburgschen Regierung ist unterin Zten August d. J. eine Kartel-Konven- 
tion abgeschlossen worden, welche in allen wesenklichen Bestimmungen mit der) 
durch die Gesetzsammlung No. 457. publizirten, Karrel-Konvention vom Zlsten 
Oktober v. J. zwischen Preußen und Lippe-Detmold gleichlautend ist, mit Aus- 
schluß der einzigen Sratt findenden Verschiedenheit, daß sich im 9 4. der Kartel- 
Konvention mit Sachsen-Gotha ad a., nach den Worten: „gebürtig ist“ der 
Zusatz befindet: „oder auf irgend eine rechtliche Weise das Unterthansrecht da- 
selbst erlangt hatte.“ 
Indem diese Konvention, welche vom Tage der beiderseits zu gleicher Zeit 
zu bewirkenden Publikation an, in Kraft trikt, hierdurch zur allgemeinen Kennt- 
nig gebracht wird, ist es der Wille Sr. Majestaät des Königs, daß dieselbe von 
allen Militair= und Civil-Behörden, wie auch von semmtlichen Allerhöchst-Ihren 
Unterthanen in allen Stücken auf das Genaueste befolgt werde. 
Saarbrück, den loten September 1818. 
Der Staatskanzler 
C. Fürst v. Hardenberg.
        <pb n="169" />
        161 
Gesetz-Sammlung 
für die 
Anislichen Preußischen Staaten 
  
—" No. 12. *. 
  
(Neo. 491.) BVerordnung üöber die Aufldsung des Indults im Großherzegtbum Posen, und 
in den mit der Proving Weslpreußen vereinigten Ditrikren, dem Culm- 
und Michelauschen Kreise und der Stadt Thorn mit ihrem Gebicte. Vom 
1 ten Oktober 1818. 
Wi Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden, König von 
Preußen rc. 2c. 
baben Uns in den Verordnungen, de dato Wien den I5ten Mai 1815. und 
Berlin den 1Zten Juni 1816., besondere Bestimmungen über die Verhältnisse 
zwischen den Gläudigern und ihren mit Grundeigenthum angesessenen Schuli- 
nern in dem Greßherzogthum Posen, und in den mit der Provinz Westpreußen 
wiederum vereinigten Theilen des ehemaligen Herzogthums Warschau, vor- 
bebalren. Nuchvem Wir Und von dem Zustande der Grundeigenthümer in 
Virsen Provinzen, durch die eingezogenen Nachrichten, grünolich unterrichtet 
haben, verordnen Wir, nach erfordertem Gutachten Unsers Staatsrathzs, 
Folgendes: 
ß. 
Das Edikt wegen Bestimmung ler vorlaͤufigen Verhaͤltnisse zwischen allae 
Gläubigern und ihren mit Grundeigenthum angesessenen Schuldnern in den dein W— 
an Uns zurückgrfallenen Polnischen Prooinzen, de dalo Wien den 1 Sten Mai Mats. 
1815-, wird hierdurch aufgeboben. 
g. 2. 
Vom Tage der Bekanntmachung der gegenwaͤrtigen Verordnung an, Biherder- 
sollen die allgemeinen Schuldgesetze und Vorschriften des Landrechts und derc#.# Fenheer 
Gerichtsordnung wieder in Wirksamkeit treten, und nur diejenigen Abände= Verkliniffe 
rungen Statt finden, welche die gegenwäh#tige Verordnung festsetzen wird, und Giguktarr“ 
diese Abänderungen der allgemeinen Vorschriften, sollen sowotl im Grotzber= nerumirvor. 
zogtbum Posen, als in den mit Westpreutzen wieder vereinigten Kreisen Culm, ebende 
Micholau, und der Erode Thorn mit ährem alren und nenen Gebiere, nur nen- 
bis zum 24sten Juni 1820. güältig seyn. 
—i Aa g. 3. 
(Ausgegeben zu Berkin den auffen Oktober 1818.7)
        <pb n="170" />
        Modi a- 
tionen der ge- 
blichen 
orschrift en 
r die 
Grundbe- 
Klindigun 
der Ka#sts 
lien. 
rloichte- 
rung der pe- 
Kal- und Ge- 
7 #u. Mors 
toffen. 
— 102 — 
. 3. 
Sie sollen aber nur den Eigenthümern ganzer Landgüter und einzelner 
zum Ackerbau, zur Miehzucht oder zur Forstwirthschaft bestimmten Grund- 
stäcke, mit Einschluß der Betzer ländlicher Grunostücke bei den Staͤdten, 
welche an den Natural-Kriegslieferungen des platten Landes Theil genommen 
haben, wegen der vor Publikation der Verordnung vom Töten Mai 1815. 
gemachten Schuloen, zu statten ko#emmen, und zwar nur in sofern diese Eigen- 
thümer das Grundstück vor Publikarion der Verordnung vom 15ten Mai 1815., 
bereits besessen oder von einem solchen Besitzer ererbt haben. 
1 
Sie sollen also nicht zu statten kommen: 
) den Gigenthümern städtischer Grundstücke, in. soweit sie nicht im K. J. 
begriffen sind; U„ 
b) denjenigen, welche das ländliche oder ackerstädeische Grumdstück nach 
Publikation der Verordnung vom ISten Mai 1815. erkauft haben; 
auch sind von selbst ausgeschlossen, 
c) die in Konkurs bereiks versunken sind; 
d) diejenigen, die ihre verschulocten Grundskücke verlassen habem. 
. 5. 
Vom Tage der Bekanntmachung der gegenwärtigen Vererd###g an, 
steht zwar den Gläubigern die Kündigung ihrer Kapualien wiederum frei, und 
die Schuldner sind verbunden, die gekündigten Kapitalien baar zurückzuzahlen; 
jedoch erstinach Ablauf eines Jahres, vom Tage der behändigten Kündigung an 
gerechner, auch selbst in dem Fall, wenn vertragsmaßig eine kürzere Kündigungs- 
frist festgezetzt ust. 
½ 
Diejenigen Schuldner, welche bei zulänglichem Vermögen, zur Befriedt- 
gung ihrer Gläubiger, noch einer längern Zahlungs-Nachsicht zu ihrer Erhaltung 
bedürfen, müssen nach den Vorschriften der Gerichtsordnung Tir. 47. Theil. 1. 
die Gestatlung zum Spezial= oder General-Moratorium nachsuchen. 
K. 7. 
Dieses Moratorium kann gegen Real= und Personal-Glädubiger nachgs- 
sucht werden. 
K. 8. 
Die Vorschriften der Gerichtsordnung sollen in diesem Falle bahin ahge- 
4ndert werden: 
1) bei
        <pb n="171" />
        — 163 — 
1) bei der Nachweisung der Vermögens-Suffizienz des Schuldners und der 
dem Gläubiger während des Indults zu gewährenden Sicherheit, sollen 
angenommen werden: 
A. Ländliche Grundstücke, 
a) entweder nach dem vollen Betrage einer landschaftlichen oder gericht- 
lichen Tare, oder 
b) nach dem Kapitalwerth, der zu 4 Prozent aus dem Durchschnitts- 
Ertrage der letztern sechs Jahre vor dem laufenden Wirthschaftsjahre 
berechnet wird, oder 
) auf ½ des gleichmäßig aus dem Ertrage der letzten sechs Jahre vor 
dem Kriege von 1305. berechneten Kapitalwerths, oder 
) nach dem ganzen Betrage des Erwerbungspreises aus dem Zeitraum 
vor dem Jahre 1780., oder nach den Jahre 1806., oder 
e) auf #tel des Erwerbpreises aus den Jahren 1780. bis 1800. 
oder #) auf 3cel des Erwerbpreises aus den Jahren 18 #. bis 1806. 
B. Hypotheken-Kapitalien des Schuldners, 
soweit sie innerhalb der Werkhe A eingetragen stehen. 
C. Sctaatspapiere aller Art nach dem Nominalwerth. 
D. Die ohne spezielles Unterpfand auf die gemeinsame Ver- 
eflichtung der Eingesessenen kontrahirten Aktioforderungen 
an Provinzen und Kommunen, 
in sofern dieselben von der, mit der Regulirung des Provinzial= und 
Kommunal-Schuldenwesens beauftragten, Staatsbehörde genehmigt, 
und die Mittel zur Verzinsung und sukzessiven Abbürdung solcher 
Schulden nach dem Zeugniß dieser Behörden vorhanden sind. 
E. Wegen der Zulässigkeit und des Werths anderer hier nicht 
benannten Vermögensobjekte, 
behält es bei den bestehenden Grundsätzen sein Bewenden. 
2) Bei der Werthsermittelung der Grundstücke wird in der Regel diejenige 
gewählt, die den geringsten Zeitaufwand verursacht. Sind mehrere 
Arten gleichzeitig zur Hand; so bleibt es richterlichem Ermessen über- 
lassen, ob mit Rücksicht auf den Zweck, ohne Weiktläuftigkeit den mitt- 
lern Preis des Grundstücks zu berechnen, einer oder der andern der 
Vorzug zu ertheilen, oder in wie weit dieselben zu benutzen, um die 
Resultate der einen durch die andern zu berichtigen. 
3) Den Gläubigern bleibt, gegen den bescheinigten Werth Cunter A.), 
der Nachweis vorbehalten, daß die angenommenen Preise Kmulirt worden, 
Aa 2 oder
        <pb n="172" />
        — 164 — 
oder daß in den besondern Verhaͤltnissen des Grundstuͤcks Beränderungen 
eingetreten sind, welche die beabsichtigte Anwendung nicht gestatten; 
Verluste am Inventarium eines Guts, sind in sofern zu beruͤcksichtigen, 
als es dadurch außer wirthschaftlicher Verfassung gesetzt worden, und 
der ordnungsmaͤßige Betrieb der Wirthschaft nicht schon wieder hergestellt, 
auch nicht eine bestimmte Zusicherung daruͤber bereits vorhanden ist, daß 
der Schuldner durch Unterstuͤtzung des Staats dazu werde in Stand 
gesetzt werden. 
Die aus Zerstoͤrung von Wirthschaftsgebaͤuden hervorgehenden Ver- 
aͤnderungen des Grundwerths, kommen unter gleichen Bedingungen, 
doch mit Ruͤcksicht auf die etwa noch zu erwartende Huͤlfe der Feuer- 
sozietaͤt, in Betracht. 
4) Zu C. und D. bleibt es bei der Befugniß der Glubiger, sich die, zur 
Sicherheir bestimmten Staats= oder Kommunalpapiere pfandweise über- 
geben oder abtreten zu lassen (§. 20. Tit. 47. Theil 1. der Gerichts- 
ordnung). 
5) Wenn der Schuldner die erforderliche Sicherheit nachweiset, so soll er 
mit Bescheinigung der Umstände, die es ihm unmöglich machen, seinen 
Gläubigern ohne seinen Ruin die baare Zahlung in der bestimmten Frist 
leisten zu können, daß er aber gegründete Aussicht habe, durch Verstat- 
tung der gebekenen Nachsicht in den Stand zu kommen, nicht beschwert 
werden. — Den Gläubigern aber bleidr der Nachweis der Mittel, 
aus welchen sie, ohne Ruin des Schuldners, füglich befriediget werden 
können, varbehallen. 
6) Sowohl ein Spezial= als ein Generalmoratorium, können unter diesen 
erleichterten Maaßgaben nur bis zum 2 Alen Juni 1 820. zugestanden 
werden. Winn ein Schuldner, nach F. 85. Tir. 47. der Prozeßo#dnung, 
auf einen vollständig dreifährigen General-Indule Anspruch machen will, 
so muß er, mit Adlauf des 2.##ten Juni 1820., den Erfordernissen 
der Prozeßordnumg genügen. 
2) Dem Persenatschuldner der das Spezialmoratorinm erftreitet, und mit 
eigenen ländlichen Grundstück’'’n Sicherbeit zu bestellen im Stande ist, 
kommt dasselbe auch wegen der, bis zum 2##e#n Dezember 1814 räck- 
ständigen Zinsen, zu stalten, im Fall die Sicherheir, auch diese zu docken, 
binreichend ist. 
80. Wrgen drr, vor Bekamtmachung dieser Verordnung rechtstzängig 
gewordenen, Ausprüche, finder dia Berufung auf das. Spezialmorate- 
rinum auch dann noch Statz, wenm die Hauptsache bereitc rechrskräftig 
emsschid ist. 
9) Ist
        <pb n="173" />
        — 165 — 
Ist die Berufung auf das Spezialmoratorimm gegen Hypothekengläu= 
biger landlicher Grundstücke gerichter, so ist der Schuldner, auf Antrag 
der Gldubiger, jederzeit ein eidliches Bermögensverzeichniß vorzulegen, 
verpflichter. Bei Provokarionen auf das Spezialmorarorium gegen 
persoͤnliche Glaͤubiger, hat es bei der Disposition der Prozeßordnung 
Tit. 47. 5. 14. sein Bewenden. 
10) Sucht der Schuldner das Generalmoratorium nicht gegen seine sämmt- 
lichen Gläubiger, sondern nur gegen Einen oder Einige nach, so dürfen. 
auch nur diese vorgeladen werden, und das Verfahren ist nur in Rück- 
siche auf diese, von rechrlicher Wirkung, ob schon die Sache nach den 
wegen der Generalmoratorien erlheiltren Vorschriften der Prozeßordnung, 
instruirt wird. 
Erftreiten Gläubiger, gegen welche das Moratorium nicht gerichter 
worden, hiernächst ein rechtskräftiges Urtheil, so finden wegen Wieder- 
aufhebung des Moratoriums die Vorschriften der Prozeßordn#ung d. 107. 
Tir. 47. Anwendung. 
11) Zu den Dispositionen, welche dem Schuldner während der Dauer 
des Moratoriums untersagt sind, bedarf es nur der Zustimmung der- 
aufgerufenen Glubiger. In dringenden Fällen kann zwar deren Kon- 
sens vom Gexichte, ohne weitere Rücklrage bei den Gläaubigern, ergaͤnzt 
werden; (6 wird ihnen aber gemäg d. 110. Tit. 47. der Prozeßordnung, 
der Antrag aus Wiederaufhebung des Indults verbehalten, wenn durch 
die ohne ihre Zustimmung ausgeführte Einrichtung die gesetzliche Sicher- 
beit beeinträchtigt worden ist. 
12) In soweit Realgläubiger die Veräußerung einzelner Theile der ihnen 
verpsändeten Grundstücke geschehen lassen müssen, kann eine solche auch- 
während des General-Indults vom Schuldner vorgenommen werden. 
13) Der Schuldner ist befugt, die ihm eingehenden Aktiv-Kapitalien zur Be- 
friedigung seiner hypothekarischrn Gläubiger, mir Beodachtung der Priori- 
taät der Eintragung, zu verwenden, daber in diesem Falle die gerichriiche 
Deposition solcher Kapitalien hinwegfällt. 
14)0 Wahrend der Dauer des Generalmoratoriums sind keine Kapitals-Auf- 
kündigungen von Seiten der Gläubiger, gegen welche dasselbe gerichtet ist, 
zulässig- 
15). Einem Schuldm#, welchem das Morakorium gestatret wird, sollen keine 
Gerichtskosten und Stempelgeduhren zur Last fallen, doch muß. er daare 
Auslagen, so wie Kommissions= und Mandafart#en-Gebühren, erstatten. 
Wegen der Kosten der Appellations-Instanz, hat es bei den allge- 
meinen Vorschisten sein Verbleiben. 
10) Diese.
        <pb n="174" />
        — 166. —- 
160) Diese Gebühren= und Stempelfreibeit soll auch wegen solcher Klagen 
bewilligt werden, die blos zur Erlangung eines Judikats oder eines Aner- 
kenntnisses zum Behuf des Antrages auf Erekmion angestellr werden, in 
sofern die Schuld geradehin anerkannt, oder ein Vergleich bewerfstellige 
wird. In diesem Fall sind auch dem Kläger keine Kosten anzusetzen, die 
er jedoch bezahlen muß, wenn wider ihn abweisend erkannt wird. 
F. D. 
Wegen der Zinsen gelten nachstehende Bestimmungen: 
1)) in Hinsicht auf die laufenden Zinsen seit dem asten Dezember 1814. 
hat es dabei sein Bewenden, daß solche bei Vermeidung der exekurtven 
Beitreibung pünktlich baar bezablt werden müssen. 
2) Was die Rückstände bis zum 2 Asten Dezember 1814. betrifft, so ist der 
Schuldner verpflichtet, zu Johannis jeden Jahres neben den laufenden 
Zinsen einen jährigen Zinsrückstand baar abzuzahlen, und damit Johannis 
1810. den Anfang zu machen. 
3) In Fällen, wenn das aufgekündigte Kapital früber begahlt wird, bevor 
die Zinsen-Rückstände durch jährliche Zahlung eines jährigen Rückstandes 
baben berichtigt werden können, bleibt dem Schuldner diese terminliche 
Abtragung zwar ferner gestattet, dem Gläubiger jedoch sein hypothekarie 
sches Recht vorbehalten. « 
4) Gegen die Schuldner, welche der hierin festgesetzten Verbindlichkeit, zur 
Bezahlung der rückständigen Jinsen nicht nachleben., findet die exekneive 
Beitreibung der jedesmal fälligen Raten statt. 
5) Das Spexiäl= oder General-Moratorium, welches dem Schuldner 
gegen hypothekarische Gläubiger gestattet wird C. 8.), befreiet denselben 
nicht von der Bezahlung der rückständigen Zinsen in der hier festgesetzren 
Art. Doch darf die im Moratorien= Prozeß zu bestellende Sicherheit 
auf den Betrag der rückständigen Zinfen nicht ausgedehnt werden. 
20) Wenn nach F. 8. No. 7. der Gläubiger auch wegen der rückstandigen 
Zinsen von Personal-Forderungen das Spezial-Morakorium erhält; so 
tritt auch dann die vorstehend No. 2. ertheilte Vorschrift ein. 
K. o. 
Diese in vorstebenden-S# enthaltenen Bestimmungen wegen Erleichte- 
rung der Zahlungs-Verpflichtongen, der Moratorien und der rückständigen 
Zinsen, finden auch auf die Verhälenisse des westpreußischen landschaftlichen 
Kredilsystems gegen dessen Pfandbriefsschuldner Anwendung. Jedoch behalten 
Wir Uns vor, auf den Antrag der westpreußischen General-Landschafts- 
Direk-
        <pb n="175" />
        — 167 — 
Direktion, wegen der reglements:naͤßig gefaßten oder zu fassenden Beschluͤsse 
zur Wiederherstellung und Aufrechthaltung ihres Kredits, diejenigen Maaß- 
regeln zu bestimmen, welche mit der beabsichtigten Erhaltung der Grundbe- 
sitzer bestehen koͤnnen. 
Nach dieser Verordnung habes sich alle Unsere Behoͤrden und Unter- 
thanen in dem Großherzogthum Posen, den Kreisen Culm und Michtlau und 
der Stadt Thorn mit ihrem Gebiete, so wie Alle, die es angeht, gebuͤhrend 
zu achten. 
Urkundlich haben Wir diese Verordnung Höchsteigenhändig vollzogen, 
um— mit Unserm Königlichen Insiegel bedrucken lassen. 
Gegeben Aachen, den 121en Oktober 1818. 
(L. S.) Friedrich Wilhelm. 
C. Fürst v. Hardenberg. v. Altenstein. 
Beglaubigt: 
Friese.
        <pb n="176" />
        <pb n="177" />
        169 
Gesetz-Sammlung 
fuͤr die 
Königlichen Preußischen Staaten. 
  
JN0o-. 13. —— 
  
¶dMo. 492.) Beklanntmachung uiber die Kartel-Konvention zwischen Preußen und Sachser- 
Weimar und Eisenach. Vom aasten Oktober 1878. 
—- der Koniglich= Preußischen und der Großherzeglich= Sachsen- 
Weimar = und Eisenachschen Regierung ist unterm Zten September d. J. 
eine Kartel-Konvention abgeschlessen worden, welche in allen Punkren mit 
ber durch die Gesetzsammlung No. 457. publizirten Karlel-Konvention vom 
Zsten Okrober v. J. zwischen Preußen und Lippe-Detmold, bis auf die Me- 
disikationen übereinstimmt: daß sich im Artikel 4. der Kartel. Konvention mit 
Sachsen-Weimar ad a., nach den Worken „gebürtig ist“ der Zusatz be- 
findet: „over aus irgend eine rechtliche Weise das Unterkhansrecht daseibst 
erlangt hatte“ und vä#ß in eben dieser Kartel-Konvention am Schlusse des 
Artikels, 10. der Zusatz, wegen höherer Verpflegungskosten in Krankheits- 
Fällen, und im Artikel 25. der Zusatz, wegen der die Bestimmungen der 
Kartel-Konvention etwa verändernden Bundestags-Beschlüsse, fehlt. 
Indem diese Konvention, welche vom Tage der beiderseits zu gleicher 
Jeit zu bewirkenden Publikation an in Kraft tritt, hierdurch zur allgemeinen 
Kenntniß gebracht wird, ist es der Wille Sr. Majestät des Königs, daß 
dieselbe oon allen Militair= und Civilbehörden, wie auch von sämmtlichen 
Allerhöchst-Ihren Unterthanen in allen Stücken auf das Genaueste befolgt 
werde. 
Aachen, den 22sten Oktober 1818. 
Der Staatskanzler 
C. Fürst v. Hardenberg. 
  
Ja#gns 196. Bb No. 493.)
        <pb n="178" />
        (No. 493.) Bekanntmachung über die Kartel-Konvention zwischen Preußen und Sachsen- 
Meiningen. Bom aasten Okteber 1818.T- — 
Jen der Königlich-Preußischen und der Herzoglich-Sachsen-Meiningen= 
schen Regierung ist unterm 8ten September d. J. eine Kartel-Konvention 
abgeschlossen worden, welche in allen Punkten mit der, durch die Gesetz- 
sammlung No. 457. publizirten Kartel-Konvention vom Zlusten Oktober v. J. 
zwischen Preußen und Lippe-Dekmold, bis auf die Modisikationen überein- 
stimmt: daß in der Karrel-Konvention mit Sachsen-Meiningen am Schlusse 
des Artikels 10. der Zusatz, wegen höherer Verpflegungskosten in Krankbeis- 
Fällen, und im Artikel 25. der Zusatz, wegen der die Bestimmungen der 
Kartel-Konvention etwa verändernden Bundestags-Beschlüsse, fehlte. 
Indem diese Konvention, welche vom Tage der beiderseits zu gleicher 
Zeit zu bewirkenden Publikarion an in Krafr tritt, hierdurch zur allgemeinen 
Keuntniß gebracht wird, ist es der Wille Sr. Majestat des Königs, daß 
dieselbe von allen Militair= und Ciilbehörden, wie auch von sämmtlichen 
Allerhöchst-Ihren Unterthanen in allen Stücken auf das Genaueste befolgt 
werde. 
Aachen, den 2sten Okteober 1818. 
Der Staatskanzler 
C. Färt v. Hardenberg. 
(No. 491.)
        <pb n="179" />
        — 171 — 
(No. 4o“.) Bekamtmachung öber die Kartel-Konvemtiy#n polschen Preu#e# und Schwarg= 
burg-Rudollladt. Bom a2##ten Oktober 1818. 
Joichen der Königlich-Preutzischen und der Fürstlich -Schwarzburg-Rubol- 
siddischen Regierung ist unterm gien September d. J. eine Kartel-Konvention. 
abgeschlossen worden, welche in allen Punkten mi#r der, durch die Gesetz- 
sammlung No. 457. publizirten Kartel-Konvention vom 3sten Oktober 
v. J. zwischen Preußen und Lippe-Derwold bis auf die Modifikationen über- 
einstimme: daß in der Kartel-Konvention mit Schwarzburg-Rudolstadt am 
Schlusse des Artikels 10. der Zusatz, wegen höherer Verpstegungskosten in 
Krankheitsfällen, und im Arrikel 25. der Zusatz, wegen der die Bestimm- 
gen der Kartel-Konvenston etwa verändernden Bundestags-Beschtüsse, febit. 
Indem diese Konvention, welche vom Tage der beiderseits zu gleicher 
JZeit zu bewirkenden Publikation an in Kraft tritt, hierdurch zur allgemeinen 
Kenntniß gebmaht wird, ist es der Wille Sr. Majestaͤt des Königs, daß. 
dieselbe von allen Militat- und Csl-Behbrden, wie auch von sämmtlichen. 
Allerboͤhst· Ihren Unterthanen in allen Stücken auf dus Genaneste befolyz# 
werde. 
Aachen, den 22sten Oltober 1828. 
Der Staatsłanzler 
C. Fuͤrst v. Hardenberg. 
Mo: 424.)
        <pb n="180" />
        — 172 — 
CNo. 195.) Bekanntmachung über die Kartel-Konvention zwischen Preußen und Anhalts 
Bernburg. Vom aassten Oktober 1818. 
Ja der Königlich-Preußischen und der Herzoglich= Anhakt-Bernburg- 
schen Regierung ist unterm Sten September d. J. eine Kartel-Konvention 
abgeschlossen worden, welche in allen Punkten mit der, durch die Gesetz- 
sammlung No. 457. publizirten Kartel-Konvention vom ZUsten Oktober v. J. 
zwischen Preußen und Lippe-Detmold bis auf die Modifikationen überein- 
timmt: daß in der Kartel-Konvention mit Anhalt-Bernburg am Schluß des 
Artikels 40. der Zusatz, wegen höherer Berpflegungskosten in Krankheirsfällen, 
und im Artikel 25. der Zusatz, wegen der die Bestimmungen der Kartel- 
Konvention etwa verdndernden Bundestags-Beschlüsse, fedblr. 
Indem diese Konventien, welche vom Tage der beiderseits zu gleicher 
Zeit zu bewirkenden Publikation an in Kraft trict, hierdurch zur allgemeinen 
Kenntniß gebracht wird, ist es der Wille Sr. Majestaet des Königs, daß 
dieselbe von allen Militair= und Civil-Bebörden, wie auch von sämmtlichen 
Allerhöchst= Ihren Unterthanen in allen Stücken auf das Genaneste befolgr 
werde. 
Aachen, den 22sten Oktober 1818. 
Der Staatskanzler 
C. Fürst v. Hardenberg.
        <pb n="181" />
        — 173 — 
Gesetz= Sammlung 
für die 
Königlichen Preußischen Staaten. 
—— No. 14. — 
  
(Jo. 496.) Bekanntmachung über die Kartel-Konvention zwischen Prcußen und Anhalt- 
Kothen. Vom öten November 18118. 
Z der Königlich -Preußischen und der Herzoglich-Anhalt-Kothen- 
schen Regierung ist unterm löten Oktober d. J. eine Kartel-Konvention 
abgeschlossen worden, welche in allen wesentlichen Bestimmungen mit der 
durch die Gesetzsammlung No. 457. publizirten Kartel-Konvention vom 
Zsten Oktober v. J. zwischen Preußen und Lippe-Detmold gleichlautend ist. 
Indem diese Konvention, welche vom Tage der beiderseits zu gleicher 
Jeit zu bewirkenden Publikarion an in Kraft tritt, bierdurch zur allgemeinen 
Kenntniß gebracht wird, ist es der Wille Sr. Majestaͤt des Königs, daß 
dieselbe von allen Militair= und Civilbehörden, wie auch von sämmtlichen 
Allerhöchst-Ihren Uncerthanen in allen Stücken auf das Genaueste befolgt 
werde. 
Aachen, den ölten November 1818. 
Der Staatskanzler 
C. Fürst v. Hardenberg. 
Jahrgasg 1818. Ce (No. 49P7.) 
(Ausgegeben zu Berlin den aosten November 1918.)
        <pb n="182" />
        — 174 — 
(No. 497.) Bekanntmachung üöber die Kartel-Konvention zwischen Preußen und Reuß- 
Plauen. Vom 6ten November 18138. 
Je der Krone Preußen und dem Fürstlich= Reuß-Plauenschen Ge- 
sammthause ist unterm löten Okrober d. J. eine Kartel-Konvention abge- 
schlossen worden, welche in allen wesentlichen Bestimmungen mit der durch 
die Gesetzjammlung No. 457. publizirten Kartel-Konoention vom Züsten 
Oktober v. J. zwischen Preußen und Lippe-Detmold gleichlautend ist. 
Indem diese Konventien, welche vom Tage der beiderseits zu gleicher 
Zeit zu bewirkenden Publikation an in Kraft tritt, hierdurch zur allgemeinen 
Kenntniß gebracht wird, ist es der Wille Sr. Majestat des Königs, daß 
dieselbe von allen Militair= und Civil-Behörden, wie auch von sämmtlichen 
Allerhöchst-Ihren Unterthanen in allen Stucken auf das Genaueste befolgt 
werde. 
Aachen, den öten November 1818. 
Der Staatskanzker 
C. Färst v. Hardenberg.
        <pb n="183" />
        Gesetz= Sammlung 
fär die 
Königlichen Preußischen Staaten. 
— — 
No. 15.— 
i# 
(NAo. 49#8.) Vererdnung wegen Aufhebung des Edikt# vom -ten Juli 18ra. und wegen 
der Auswanderungen Uberhuupt. De dato den a bten September 1818. 
Wir Friedrich Wilhelm, von Gottes Guoden, Abnig bon 
Preußen rc. 2c. 
Thun kund und fügen hiermit zu wissen: 
Die öfentlichen Verhältmisse, welche das Edikt vom aten Juli 1812., 
belreffend die Auswanderungen Unserer Umerthanen, veranlaßten, finden 
gegenwär#ig nach hergestelltem allgemeinen Frieden nicht mehr Statt, und 
Wir verordnen daher vunmehr, nach erfordertem Gutachten Unseres Seaats- 
raths., Folgendes: 
Alle Auswanderungen sind künftighin unter den nachstehenden Bedin- 
gungen freigegeben, und wird das Edikt vom zten Juli 1812. hiermit auf- 
gehoben, so daß fortan die Auswanderungs-Fälle nur nach den Grundsätzen 
des Allgemeinen Landrechts in allen Provinzen Unserer Monarchie behandelt 
werden sollen. 
2 
Da indeß durch das Gesetz vom Sten September 1814. wit Aufhebong 
der fräheren Kanton-Verfassung eine ganz allgemeine Militairpflichtigkeit 
eingeführt ist; so finden die Vorschriften Unsers Allgemeinen Landrechts, 
welche früher nur für die den Regimemern verpflichteren Kantonisten gegeben 
waren, nawentlich die 8#. 48. u. f. Tit. 10. Th. II. nunmehr ohne weitern 
Jahrgang 7814. Dd Unter- 
(Ausgegeben zu Berlin den 15ten Oc#ember 1611.)
        <pb n="184" />
        — 176 — 
Unterschied, auf alle diejenigen Staatsbürger Anwendung, welche nach den 
Bestimmungen des Gesetzes vom 3ten September 1814. zum Dienst im stehen- 
den Hcere verpflichtet sind. 
3. 
Mit gleicher Ausdehnung und Einschränkung sollen auch in Hinsicht des 
Verfahrens gegen ausgetretene Militairpflichtige in allen Unsern Provinzen 
die Vorschriften des Allgemeinen Landrechts Th. II. Tit. 20. S. 408 — 473. 
zur Anwendung kommen. 
4. 
Niemand darf ohne Vorwissen und Genehmigung der vorgesetzten Re- 
gierung seiner Provinz auswandern, weshalb auch alle Grsuche um Erlaubniß 
zur Auswanderung mit den obwaltenden Gründen untersiützt, bei der betref- 
fenden Regierung angebracht werden müssen. Die Regicrungen sind ermäch- 
tigt, die Erlaubniß zu ertheilen, wenn sie sonsten kein Bedenken dabei haben. 
In diesem Fall müssen sie an das Staats-Ministerium berichten. 
5. 
Bei Ertheilung der Erlaubnis haben die Regierungen jedoch folgende 
Besti mungen zu beobachten: 
6 
Ist der Auswandernde in einem Akker zwischen dem 17#t##en bis 2osten. 
Jabre; so k#nn ihm die Grlaubniß mur dann ertheilt werden, wenn er 
zuvor ein Zeu #iuih der Ersatz-Komieission seines Kreises beibringt: 
daß er nicht blos in der Absicht auswandere, um sich der Militair- 
pflicht im stehenden Heere zu entziehen. 
5) Allen im Dienste des nehenden Heeres befindlichen Personen, also auch 
den Kriegsreserove Mannschaften, kann die Auewanderung nicht eher 
gestattel wer#en, bis sie zuvor von ihrer vorgesetzten Olenstbehörde die 
Enklassung erhalten haben. 
) Dasselbe findet auf alle aktive Civil Beamte Anwendung. 
4 Denen nicht erklich #n Dienst des stehenden Heeres beu#ndlichen, son- 
dern um zu demielben, so wie zur Landwehr oder zum Landsturm, nach 
Maaßgabe des Gesetzes vom zlen September 1814., verpflichteten, oder 
zu
        <pb n="185" />
        zu den Landwehr= und Landsturms-Bataillonen vertheilten Personen, 
können die Regierungen zwar die Erlaubniß zur Auswanderung, ohne 
Mitwirkung der Militair-Behbrden ertheilen; sie müssen aber letzteren 
Kenntniß geben, wenn einem Individuum die Auswanderung gestattet 
werden soll, welches bereils einem bestimmten Landwehe-Regiment 
zugetheilt ist, und in diesem Fall zugleich dafür sorgen, daß die Stelle 
des Auswandernden bei der Landwehr ordnungsmäßig anderweit besetzt 
werde. 
6. 
Desertion wird nach den bestehenden Gesetzen bestraft, und es soll 
auch künftighin für Deserteure und Ausgetretene nie mehr ein General Pardon 
gegeben erden. · « 
7. 
Unsere Ministerien des Innern und des Krieges, sind mit der Aus- 
führung dieses Gesetzes besonders beauftrag. 
Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beige- 
drucktem Jusiegel. 
So geschehen und gegeben Verlin, den 1 ten September 18178. 
(L. S.) Friedrich Wilhelm. 
C. Fürst v. Hardenberg. v. Altenstei 
Beglaubigt: 
Friese. 
Dd 2 (No. 499.)
        <pb n="186" />
        (No. 499.) Berordnung wegen der fuͤr die Aufhebung des Mabl- und Getraͤnke-Zwanges 
nach dem Edilte vom 28flen Okltober 1810. zu leistenden Entschaͤdigun- 
gen. De dato ben #5ten September 1818. 
Wir Friedrich Wilhelm, von Gettes Gnaden, König von 
Preußen 2c. W. 
Thun kund und fügen hiermit zu wissen: 
In Unserm Edikte von 28sten Oktober 1810. wegen der Mühlenge- 
rechligkeit und Aufhebung des Mühlon-, Bier= und Vranntweinzwangs ust 
bestimmt worden, daß denjenigen vormaligen Besitzern dieser Zwangs= und 
Bannrechte, welche durch deren Aushebung erweislich Schaden erleiden möch. 
ten, dafür Entschäbigung vom Staate gewährt werden soll. 
Zur Erfüllung dieser Jusicherung verordnen Wir, nach ecrforderkem 
Gutachten Unsers Staatsraths, Folgendes: 
8. 1. 
Die Voranssetzung in dem K. 2. des Edikts vom 28sten Oktober 1810., 
daß die Aufhebung der Zwangs= und Bannrechte in der Regel keinesweges 
die Einnahme der früher Berechtigten vermindert habe, und die darauf ge- 
gründete Vorschrift des K. 3., daß nur besondere örtliche Verhältnisse einzelne 
Ausnahmen begründen können, wird hiermit aqusdrücklich destätigt. Jeder 
Entschadigungs-Anspruch muß also durch solche örtliche Verhältnisse begründer, 
und der behauptete Schaden als unmittelbare Folge der aufgehobenen Bam 
rechte, vollständig nachgewiesen werden. 
K. 2. 
Da in den Vorschriften über die Ark dieser Beweisführung, welche der 
K. 3. des Edikts vom 28sten Oktober 1810. enthält, einige nahere Bestim- 
mungen nöthig geworden sind; so setzen Wir hierdurch fest, daß der Berech- 
tigte nachweise: 
2) den Debit, welcher in den zehn Jahren von 1706. bis 1805. ein- 
schließlich, so wie 
b) den Debit, welcher in den vier Jahren 1811., 1816., 1817. und 
1818. Statt gefunden hat. 
A0) Findet sich bei der Vergleichung des Durchschnitks dieser vier Jahre 
mit dem Durchschnitt jener zehn Jahre ein Ausfall; so hat der Berech- 
kigte
        <pb n="187" />
        tigte ferner zu erweisen, daß dieser Ausfall ohne sein Verschulden und 
nicht durch Mangel an Thaͤtigkeit, Industrie und Guͤte des Fabrikats 
Statt fand, sondern lediglich als unmittelbarr Folge der aufgehobenen 
Bannrerhte weniger Getreide vermahlen, oder weniger Getränke abgesetzt 
worden ist, als im Durchschnitt der zehn früheren Jahre. Verzingerung 
des Dedits aus andern Gründen, z. B. wegen Abnahme der Menschen 
zahl, kann nicht zur Berechnung gezogen werden. 
+. 3. 
Auch find zur Nachweisung des Schadens in Fällen, wo der Ertrug 
nicht aus genau geführten Büchern erwiesen werden kann, andere gesetzliche 
Beweiemittek, nur mit Ausnahme der Eidesdelation, zulässig. 
* 
Der nach biesen Bestimmungen ausgemittelke, und nach Jofährigen 
ertlichen Durchschnittepreisen zu Gelde berechnete Ausfall macht die Entschá- 
digung der Berechtigten aus, und wird entweder als bleibende Reme, oder 
mit fünf Prozent zu Kanikal geschlagen., als Kayital vergüter. 
K 5. 
Jeder fräher zum Mühlen= oder Griränke-Zwange Berechtigte, welcher 
nach vorstehenden Bestimmungen, einen durch die Aufhebung des Zwangs- 
Rechks entstandenen Schaden nachzuweisen sich getrant, muß seinen Entschi- 
digungs-Anspruch innerhakb sechs Monaten, von dem Tage der Verköündigung 
dieser Verordnung an, bei der Kreisbehörde anmelden. Nach dieser Zeit 
soll auf keine neue Ansprüche weiter Rücksicht grnommen, und ein Jeder, der 
sich nicht gemelder hat, so angesehen werden, aks sey ihm die Aufhebung des 
Zwang= und Bannrechts nicht zum Nachrheil gewesen. 
&amp; 6. 
Die Ausmietelung des Schadens liegt der Kreisbehörde unter Leitung 
der Regierung ob. Bevor die Kreiebehörde aber zur Beweisaufnahme schreitet, 
muß sie zuerst summarisch unkersuchen: ob der Fall der Entschädigung 
durch besondere örtliche Verhältnisse als Ausnahme von der 
Regel, begründet sey! und darüber gukachtlich an die Regierung berich- 
ten, welche vorah darüber entscheidet: ob die Beweisaufnahme Statt finden, 
oder der gemwachte Anspruch sofort zurückgewiesen werden foll? 
7.
        <pb n="188" />
        180 
-i- 
Bei dem weilteren Verfahren kann die Kreisbehörde, wo sie es nöthig 
findet, oder von der Regierung dazu angewiesen wird, einen Justiz-Bedienten 
aus dem Kreise zu den Beweisaufnahmen und anderen Verhandlungen zu- 
zieben; und die Justiz-Bedienten sind verbunden, sich auf die Aufforderung 
der Kreisbehörde diesen Geschäften zu unterzieben. 
Den Negierungen bleibt vorbehalten, in einzelnen Fällen,dem Befin- 
den nach, die Ausmittelung des Schadens auch andern Kommissgrif außer 
den Kreisbehörden zu übertragen. · 
5.8. 
Bei der Ausmittelung des Schadens ist der Legitimationspunkt der zur 
Entschädigung Berechtigten nach den gesetzlichen Vorschrifren zu berücksichtigen, 
so, daß bei getheilren eigenthums= und Nutzungsrechten, nut mit Zuziehung 
aller Theilnehmer verhandelt werden kann. In Beziehung auf die vom Staate 
zu leistende Eneschädigung, sind jedoch alle Theilnehmer nur als Eine Person 
zu betrachten, und es ist ihre eigene Sache, sich gütlich oder im Wege Rech- 
tens auseinander zu setzen. 
§. 0. 
Nach dem Abschlusse des Verfahrens reichl. die Krcisbehbrde die ge- 
sammten Verhandlungen der Regierung ein, welche jedoch in Fduen, wo von 
Entschädigung eines Domainen-Grundstücks, oder eines Domainen-Pächters 
die Rede ist, nach vorheriger Anfrage bei dem Finanz-Ministeri m. durch 
einen Beschluß in Pleno die Entschädigungs-Summe festsetzt. 
g. 
Der Rechtsweg findet gegen die Entscheidungen der Regierung (. 6. 
und o.) nicht Statt. Dem Berechtigten stehet aber binnen zehn Tagren nach 
der förmlichen Bekanntmachung derselben der Rekurs dagegen an das Mini- 
sterium des Innern und das Ministerium für die Gewerbe und den Hamcl frei. 
K. 
ç Bei demjenigen, was von diesen Ministerien gemeinschaftlich auf den 
eingelegten Rekurs beschlossen wird) behält es unabänderlich sein Bewenden. 
. 12.
        <pb n="189" />
        — 181 —. 
8. 12. 
Die gegemwärtige Berordnung findet übrigens nur auf diejenigen Pro- 
vinzen um Theile Unserer Monarchie Anwendung, welche bei der Bekannt- 
machung des. Edikts vom 28sten Oktober 1810. mit derselben vereinigt waren. 
Wir befehlen Unserm Staats-Ministerium, Unsern Regierungen und 
Kreiabehbrden, diese Verordnung ihrem ganzen Inhalte nach zur Ausführung 
zu bringen. 
Urkundlich unter nserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und Bei- 
drückung Unsers Königlichen Insiegels. 
Gegeben Berlin, den 15ten September 1818. 
L. 8S.) Friedrich Wilhelm. 
C. Fürst v. Hardenberg. v. Altenstei 
Beglaubigt: 
Friese. 
(No. 300.)
        <pb n="190" />
        Wo. 50%.) Bekammmachang köer die Kartel-Konvention zwischen Prrugen und Schwärz- 
burg= Sondershausen. Vom 16ten November 16.r8. 
Joishen der Roniglich-Preußischen und der Fürstlich-Schwarzomg-Son- 
dershausenschen Regierung ist unter dem 101en d. M. eine Kartel-Konven- 
tion abgeschlossen worden, welche in allen wesentlichen Bestimmumgen m# 
der durch die Gesetzsammlung No. 457. pubkizirten Kartel-KRonvention vom 
ZIsten Oktober v. J. zwischen Preußen und Lippe-Detmolb gleichlamend ist. 
Indem diese Konvention, welche vom Tage der beiderseits zu gleicher 
Zeit zu bewirkenden Publikation an in Kraft tritt, bierdurch zur allgemeinen 
Kenntniß gebracht wird, ist es der Wille Sr. Majestat des Königs,, daß 
dieselbe von allen Militair= und Civil-Behörden, wie auch von sämmrlichen 
Allerhöchst-Ihren Umerthanen in allen Stäcken auf das Genaueste befolgt 
werde. 
Aachen, den Jten November 1818. 
Der Staatskanzler 
C. Farst v. Harden berg.
        <pb n="191" />
        Geset- 
183 
Sammtüng 
für die 
Königlichen Preußischen Staaten. 
— Mo. 16. — 
  
½ 
(No. 50rL.) Traité de commerce entre Sa 
Majesté le Roi de Prusse ei Sa Alai-s# 
le Roi de Danemarc, conclu à Copen- 
hague le 17me Juin 1818. 
Au nom de la tres-sainte et indivi- 
6 sible Trinite- 
a Majesté le Roi de Prusse et Sa 
Majené le Roi de Danemarc, ayant 
également à coeur de resserrer de 
Plus en plus I’amitié dui subeiste en- 
#Elles, et d'’étendre les relatione 
vommerciales entre Leurs Etats res- 
pectifs, vont convenues de conclure 
un traité de commerco fondé sur des 
bases réciproquement avantageuses. 
Ea conséquence Leurs Majestés 
ont ehoisi et nommé pour Leurs Plé- 
nipotentiaires, savoir: 
Sa Majesté le Roi de Prusse, 
le Sieur Guillaume Henri Ma- 
1ximilien, Bourgtgrave et Comee 
de Dohna, Conseiller imime 
d’ambassade, Son Envoyd entra- 
ordinaire et Ministre plénipoten- 
tiaire près Sa Majesté Danoise, 
Chevalier de l'Ordre de l'aigle 
rouge de la troisième classe; 
et Sa Majesté le Hoi de Dane- 
marc, 
le Sienr Niels de Hosenkrantz, 
Son Minietre dEtat intime er chef 
Jahrgang 1818. 
— — J 
No. 501.) Uebersetzung des zwischen Seiner 
Majestaͤt dem Koͤnige von Preußen und 
Seiner Majestät dem Kdnige von Däne- 
mark, zu Kopenbagenden r#ten Juni 1918. 
geschlossenen. Handels-Traktats. 
Im Namen der hochheiligen und un- 
theilbaren Dreieinigkeit! 
— Majestät der König von 
Preußen und Seine Majestat der König 
von Dänemark, von gleichem Verlan- 
gen beseelt, die zwischen Ihnen beste- 
hende Freundschaft immer mehr zu be- 
festigen und die Handelsverbindungen 
MWischen Ihren beiderseiligen Staaten 
zu erweitern, sind übereingekommen, 
einen auf gegenseitig vortheilhaften 
Grundlagen sich stützenden Handelsver- 
trag abzuschließen. 
Dem zufolge haben Ihre Majeste- 
ten zu Ihren Bevollmächtigten erwählt 
und ernannt, nämlich: 
Se. Majestätder König von Preußen, 
den Herrn Wilhelm Heinrich 
Maximilian, Burggrafen und 
Grafen zu Dohna, Ibren Gehei- 
men Legationsrath und außerordent- 
lichen Gesandten und bevollmächtig- 
ten Minister bei Seiner Majestärdem 
Kônige von Dänemark, Ritter des 
rothen Adlerordens dritter Klasse; 
und Seine Majestat der König von 
Daͤnemark, 
den Herrn Niels von Rosenkrantz, 
Ihren Geheimen Staatsminister und 
Ee 
(Ausgegeben zU Berlin den 28sten Dezember 1878.)
        <pb n="192" />
        du département des affaires étran- 
gères, Chevalier de lOrdre de l'élo- 
phant, Grand-croix do lOrdre de 
Danebrog, de POrdre de St. Etien- 
nede Hongrie, des Ordres de Paigle 
noir et rouge etc. 
lesquels, après avoir échangé entre 
eux leurs pleins-pouvoirs tronvés en 
bonne et due forme, ont arrété er 
conclu les Articles suivans: 
Art. 1. Amitié. 
Iyaura une pain inviolable er 
une amitié sincère et parfaite entre 
Sa Majesté le Roi de Prusse, Ses hé. 
ritiers, successeurs et sujets ’une 
Part, er# Sa Majesté le Roi de Dane- 
marc dautre part, sans exception de 
Personnes ou de lieux. 
Art. a. Tmaitement des eujets rci- 
Piodues. 
Les sujets Prussiens en Danemarc 
et les sujets Danois en Prusse seront 
Constamment regardés er traités com- 
me les individus des nations les plus 
favorisées, Cconformément aux traités 
de commerce subsistant entre les 
bautes parties contractamtes er d’au-- 
tres Puissances. Leurs Majestés S’en- 
GCagent en outre 4 accorder 4 Leurs 
eunjets respectils toutes les lacilus er 
assistances et tous les avantages de 
commerce, dui peuvent naturelle- 
ment émaner d’une telle prélérnce; 
bien entendu cependant que les 
e ujets Prussiens ou Danois se sau- 
meitem# dans leur Commerce ou trafic 
aux ordonnances ei lois du pays. 
184 
— 
Chef des Ministeriums der auswaär- 
tigen Angelegenheiten, Ritter vom 
Elephantenorden, Großkreunz des 
Danebrogordens, Ritter des Unga- 
rischen St. Stephanordens, der Preu- 
Hischen schwarzen und rothen Adler- 
orden 2c. 
welche, nach Auswechselung ihrer in 
guter und gehöriger Form befundenen 
Bollmachten, folgende Artikel verab- 
redet und festgesetzt haben: 
Art. 1. Freundschaft. 
Es soll ein unverbrüchlicher Friede 
und eine aufrichtige und vollkommene 
Freundschaft zwischen Sr. Majestaärdem 
Könige von Preußen, Ibren Erben, 
Nachfolgern und Unterthanen, einer 
Seits, und Sr. Majestät dem Königevon 
Dänemark, andrer Seits, ohne Ausnah- 
me von Personen oder Orten, bestehen. 
Art. 2. Behandlung der gegenseltigen 
Unterthancn. 
Die Preußischen Unterthanen in 
Dänemark und die Dnischen Unter- 
thanen in Preußen, sollen steks den In- 
dividuen der, nach Maaßgabe der zwi- 
schen den hohen kontrahirenden Theilen 
und andern Mächten bestehenden Han- 
delsverträge, am meisten begünstigten 
Nationen gleichgeachtet und behandelt 
werden., Ihre Majestäten machen Sich 
außerdem verbindlich, Ihren beider- 
seitigen Unterthanen alle diejenigen Er- 
leichterungen, Unterstützungenund Han- 
delsvortheile zu gewähren, welche aus 
einem Vorzuge, der Natur der Sache 
nach, fließen können; es verstehr sich je- 
doch, daß sowohl die Preußischen als Da- 
nischen Unterthanen sich in ihrem Handel 
und Verkehr den Landesgesetzen und 
Verordnungen zu unterwerfen haben.
        <pb n="193" />
        Art. 3. Douanes et droits de port. 
Les avantages des nations le plus 
HKvorisées, accordés selon F’artinle 
Prácédent aux sujets respectifs, #9 
tendent de méme aux marchandises 
et aux vaisseaux des sujets des deux 
hautes Puissances contractantes. Pour 
favoriser le rommerce autantque pos- 
sible, on Conbient due les vaisseausx 
Danois jouiront dans les ports des 
Etais de Sa Majesté Prussienne des 
mémes prérotgatives, dont jouissein 
les batimens nationanux, ei qdue ce 
meme avantage sers accorde aux vais- 
sesux Prussiens dans les ports des 
Etats de Sa Majesié le Roi de Dune- 
marc, exception der lees de Faro&amp; 
et d’'lslande, de la Groenlande ei des 
Celonies Danoises. 
Les navires Prussiens nepayeront 
point dans les ports Danois les 50 
Pour cent en sus du taril ordinaire. 
Les paye"nens de droits de Pon, de 
droits dentrée et de sortie ou de la 
douane sur les marchandises, ainsi 
due les redevances des navires dans 
les ports seront les memes dans les 
Etats de Sa Majesté Danoise pour les 
batimens Prussiens due pour les na- 
tionauk. Tous Cces avantages sont 
accordés de meme aux vaisseaux Da- 
nois dans les Ports de la Monarchie 
Prussienne. 
Art. 4. Douanes au Passage du Sund, 
des deusx Belts et du Canalde Holstein. 
Les vaisseaut Prussiens payeront 
les droits du Sund er des deux Belts 
de la meme manieère due ces droits 
som payés par les bäumens des na- 
185 
Art. 3. Joll= und Hafengelber. 
Die in dem vorhergehenden Artikel 
den beiderseitigen Unterthanen zuge- 
standenen Vorkheile der am meisten 
begunstigten Nationen, erstrecken sich 
gleichfalls auf die Waaren und Schiffe, 
welche den Uncerthanen der kontrahi- 
renden Mächte zugehören. Um den 
Handel soviel als möglich zu begünsti- 
gen, ist man übereingekommen, dag 
die Oämschen Schiffe in den Häfen der 
Staaten Seiner Majestct des Königs 
von Prenßen derselben Vorrechte, 
deren sich die Nartionalschiffe zu er- 
freuen haben, genießen sollen, und 
daß gegenseitig ein Gleiches den Pre- 
Hischen Schiffen in den Häfen Seiner 
Majestät des Königs von Dänemark, 
mit Auenahme der Farber Inseln, der 
Insel Island so wie Grönlands und der 
Dänischen Kolonien gestattetwerden soll. 
Die Preußischen Schiffe sollen in 
den Dänischen Häfen die c0 Prozent 
über den gewoonllchen Tarif nicht be- 
zahlen. Die Entrichtung der Hafen- 
gelder, der Eingangs= und Ausgangs- 
abgaben oder des Zolls von Waaren, 
so wie auch der von den Schiffen in 
den Häfen zu zahlenden Gebühren, 
soll in den Staaten Seiner Majestst 
des Königs von Dänemark für die 
Preußischen Schiffe dieselbe seyn, als 
für die Naiionalschiffe. Alle diese 
Vortheile sind ebenfalls den Dänischen 
Schiffen in den Häfen der Preußischen 
Monarchie bewilligt. 
Art. 4. Sundzoll, Joll in den beiden 
Belten und in dem Hollsteinischen Kanal. 
Die Preußischen Schiffe sollen die 
Abgaben im Sunde und in den beiden 
Belten eben so erlegen, wie diese Ab- 
gaben 4 den Schiffen der in Däne- 
e 2
        <pb n="194" />
        tions les Plus favorisées en Danemarc. 
L en sera de mme des marchandises 
et denrées Prusrsienmnes, dui passem 
le Sund et les Belts 4 bord de vais- 
senun érangers er privilégiés. 
La deuene du Sund sera payée 
selon le tarif de PTannée 1645., ou 
de telle manière domnt par des con- 
ventions uliérieures le Danemarc 
Pourra tomber Taccord avec les na- 
tions les plus favorisées. 
Quant aux marchandises, dont il 
n'est pas fait mention dans le tarif, 
les sujets Prussiens ne payeront duun 
Four cent, Ccomme cela se fait de la 
Pa#t des nations les plus favorisées. 
Le payemen du Rosenoble erdes 
24 Shillings, auquel les sujets Prus- 
gs iens K#oient soumis jusqu#ci dans le 
Sund, tant pour le vaissenn due pour 
la cargaison, cessera tout à sait. 
Ies redoevances en faveur des 
Préposés de la douane (Sporteln) er 
amres dépenses dans le Sund seront 
acquittéees Par les sujets Prussiens sur 
le meme pied, due par les nations 
les plus favorisées Par les stipulations 
des traiés de commerce conclusavec 
le Danemarc. Ce sera de ceite mé- 
me manieère due les sujets Prussiens 
Payeront les impens pour le passage 
du canal de Hals: ein. 
Ari. 5. Exemption de visitation. 
On ne visitera point au passage 
du Sund, ni à celli des Belts et du 
canal de Holstein, les vaisseaus et 
marchandises qui appartiennent auf 
sujets Prussiens; mais Ton serzä tenu, 
duasm 4 Tacquit des droits 4 payer 
pour ces mémes navires et marchan- 
dises, dr’ajouter foi aux certilicats et 
186 
mark am meisten beguͤnstigten Natio- 
nen entrichtet werden. Ein Gleiches 
soll ruͤcksichtlich der Preußischen Waa- 
ren und Gäterstatt finden, welche durch 
den Sund und die Belte am Bord fremder 
und privilegirter Schiffe geführt werden. 
Der Sundzoll soll nach dem Tarif 
vom Jahre 10.15., oder in solcher Art 
erlegt werden, wie Dänemark sich 
darüber mit den am meisten begünstig- 
ten Nationen durch anderweite Ver- 
träge einigen wird. 
Rücksichtlich der in dei Tarif nicht 
aufgeführten Wa ren, sollen die Preu- 
Hischen Unterthanen nur Ein Prozent 
bezahlen, wie dieß von Seiren der am 
meisten begünstigten Nationen geschiehr. 
Die Bezahlung des Resenobel und 
der 24 Schillinge, welcher die Preußi- 
schen Unterthanen bisher im Sunde, 
sowohl für Schiff als Ladung, unter- 
worfen gewesen, soll gänzlich aufhèren. 
Die zum Besten der Jollbeamten 
bestimm'en Sporreln und andere Un- 
kosten im Sunde sollen von den Preu- 
ßischen Unterthanen in derselben Art 
entrichtet werden, wie es von den, 
durch abgeschlossene Handelsverträge 
mu Dänemark am meisten begünstig- 
ten Nalionen geschieht. Auf eben 
diese Ark sollen die Preußischen Unter- 
khanen die Abgaben für die Durchfahrt 
durch den Hollsteinischen Kanal erlegen. 
Art. #. Befreiung von der Visttation. 
Bei der Fahrt durch den Sund, 
durch die Belte und den Hollsteinischen 
Kanal sollen die Schiffe und Waaren, 
welche Preugischen Unterthanen zuge- 
hören, nicht vifitirt werden, sondern 
man wird, hinsichtlich der Entrichtung 
der von diesen Schiffen und Waaren 
zu zahlenden Abgaben, den von dem
        <pb n="195" />
        Passeports en bonne forme, due les 
Capitaines de vaisseaux Prussiens se- 
Trent dans le cas de produire dumegi- 
strat ou de la douane de Tendroit 
Ton üls sont partis, sans exiger au- 
cun. Cclaircissement ulérieur sur les 
marchandises qdui formeront la car- 
bBaison de ces navires, et en se rap- 
Fortam, duant à leur poids, mesure, 
dualié er emballage, à ce dui sera 
marqdué IA-dessus dans les dites lettres 
et passeports; bien entendu cepen- 
dant, due si Ton s'appercevoit de 
duelque fraude commise Aeit 4gard, 
Ton avisera, 4 la première ráquisi= 
tion qui en sera faite, aus moyens 
d) remédier et de les Prévenir à 
Tavenir. 
Art. 6. Acquit du douane en dtail. 
La douane du Sund, dans ’acquit 
du payement des droits, sera obligée 
de donner chaque fois le dérail sp- 
cifé des droits perçus sur chaque 
espece des marchandises, afin due 
l'on puisse vérilier et constater de 
cette façon, si rien n'y aura été exigé 
de trop, et il ne sera point permis à 
la dite douane de déroger à cet usa- 
ge, à moins que les capitaines ces 
navires, pour accélérer leur expédi- 
rion, ne se contentent eux- mémes 
d'’un acqutt en gros des droits pay“8 
pour toute leur cargaison. 
Expédiion des valsseans- 
au Suned. 
Les vaisseaux Prussiens serom 
expédiés au Sund sans retard, er la 
douane royale ne donnera pPas lapré- 
férence à d'autres vaisseaux, à moins 
187 
Magistrate oder dem Zollamte des 
Orts, von welchem die Schiffe abge- 
gangen sind, in behoͤriger Form aus- 
gestellten und von den Preußischen 
Schiffskapitainen vorzuzeigenden Zeug- 
nissen und Pässen, Glauben beimessen, 
ohne eine weitere Auskunft über die 
Waaren, aus welchen die Ladung be- 
steht, zu verlangen, es auch in Anse- 
hung des Gewichts, des Maaßes, der 
Qualitäht und des Einballens der Waa- 
ren, lediglich auf den Inhalt dieser 
Zeugnisse und Pässe ankommen lassen. 
Es versteht sich jedoch hierbei von 
selbst, daß wenn man einen in dieser 
Hinsicht begangenen Unterschleif ge- 
wahr werden sollte, man auf den er- 
sten Antrag dieserhalb auf Mittel be- 
dacht seyn wird, demselben abzuhelfen 
und ihm für die Zukunft vorzubeugen. 
Art. 6. Jollqulttung. 
Das Jollamt des Sundes hat auf 
der Quirtung über die bezahlten Zolle 
die von einer jeden Gattung von Waa- 
ren erhobenen Zoölle jedesmal einzeln 
anzugeben, damit auf diese Weise be- 
wahrheitet und festgestellt werden 
kann, obnicht zuviel gefordert worden; 
und es soll dem gedachten Zollamte 
nicht gestattet seyn, diesem Gebrauche 
zuwider zu handeln, es sey denn, daß 
die Schiffskapitaine selbst, um ihre 
Abfertigung zu beschleunigen, mir ei- 
ner allgemeinen Bescheinigung der für 
die ganze Ladung bezahlten Zölle zu- 
frieden seyn wollten. ·" 
Art.7.AbfckkigungdckSchiffe 
Sund. 
Die Preußischen Schiffe sollen im 
Sunde ohne allen Verzug abgefertigt 
werden, und die Kbnigliche Zollkam- 
mer soll andern Schiffen nicht den Vor-
        <pb n="196" />
        derll#ne soient arrivé#s les pre- 
miers. 
Art. 8. Le vaisseaux Prussiens ne 
pourront Pas payer une seconde fois. 
Les vaisscaux Prussinns, aprs# 
avoir Ppayé# les droits du Sund, soit en 
sortam de la Baltique, soit en en- 
trant dans cEtte mer, s'ils étoient 
obligés par tempéte, vent contraire 
ou autrement de revenir dansle Sund, 
ne seront pas tenus de payer une se- 
conde fois les mémes droits. 
Art#. Navigation sur IElbe. 
Les valsseaux Prussiens. qui pas- 
#eront devamt la forteresse de Gluck- 
etadt et autres places due le Dane- 
marc possede sur IElbe, ne seront 
Ppoint visités, ni retenus ou induictecs, 
4 moins duen tems de guerre il n'y 
ait des soupçons avé#é, due ces ba- 
timens portent de la contrebande mi- 
litsire à Pennemi. Les bätimens Prus- 
eiens seromt traités sur IElbe comme 
des nationaux. 
Krt. 10. Refuge des vaissenuxen danger. 
Les bätimene Prussiens, qui se- 
ront contraints par tempéte, vent 
Contraire ou autre accident de mer à 
se réfugier dans quelque port de la 
Monarchie Danoise, y pourront li- 
brement ancrer, séjourner et se ra- 
douber eans payer de douane pour 
leurs marchandises, tant que celles- 
i ne seront nidébarqutes nivendues. 
1 en sera de méme des vaisseaux Da- 
nois dans les porte Prussiens. 
Art. 11. Exemption de saisie. 
Aucun navire, ni marchand ni 
de guerre, appartenant aux sciets 
de Tune des deux Puissances con- 
188 
zug geben, es sey denn, daß diese zu- 
erst angekommen wären. 
Art. 8. Die Preußischen Schiffe wer- 
den nicht zweimal zahlen. 
Preußische Schiffe, welche den 
Sungzollerlegt haben, sey es wenn sie 
von der Ostsee kommen, oder wenn 
sie nach der Ottsee gehen, können nicht 
angehalten werden, denselben noch 
einmal zuerlegen, falls sie durch Sturm, 
widrige Winde, oder auf andere Art 
genöthigt werden sollten, in den Sund 
zurüctzukehren. 
Art. 0. Schifffahrk auf der Elbe. 
Preußische Sch-ffe, welche vor 
der Festung Glückstadt und andern Dä- 
nemark gehörigen festen Plätzen an der 
Elbe vorbeisegeln, sollen weder visitirt 
noch aufgehalien oder beunruhigt wer- 
den, es sey denn, daßi in Ar iegszeiten 
erwiesene Verdachtsg 
daß diese Schiffe dem Feinde Kiegs- 
kontrebande zuführen. Die Preußi- 
schen Schiffe werden auf der Elbe gleich 
den Narionalschiffen behandelt. 
Art. 10. Zuflucht in der Gefahr. 
Preußische Schiffe, welche durch 
Sturm, widrige Winde, oder andere 
Seezufälle genöthigt werden, ihre Zu- 
flucht in irgend einem Hafen der Däni- 
schen Monarchie zu nehmen, können 
daselbst ungehindert Anker werfen, sich 
anfhalten und ausbessern, ohne für 
ihre Waaren, so lange diese nicht aus- 
geschifft oder verkauft werden, Zoll zu 
erlegen. Ein Gleiches soll rücksichrlich 
der Dänischen Schiffe in den Preußischen 
Hafen statt finden. 
Art. 11. Befreiungvonder Beschlagnahme. 
Kein Schiff, es seny Kauffar- 
thei-oder Kriegsschiff, welches den Un- 
terthanen einer der beiden kontrahiren-
        <pb n="197" />
        tractantes, ne pourra Stre arrété, ni 
les marchandises saisies danslesports 
de Pautre. Ce qui toutefois ne W’'###e#n# 
dra pas aux saisies ou arréts de justi- 
e, Provenant de dettes. 
Art. 12. L’Embargo. 
Aucun de ces navires ne sera for- 
ßc% de servir en guerre, ni 4 aucun 
autre transport dquelconque, contre 
son gré. 
Art. 13. Importation et exportation. 
Chacune des deux nations aura 
le droit d'importer ses propres pro- 
ductions et marchandises, et les pro- 
ductions et handises étrangères, 
bordde ses propres bätimens dansles 
Etats de l’autre Puissance contractan- 
te, er de #aire un Commerce pareil à 
bordde vaisseaux Ctrangers. Lessujets 
respechis seront cependant toujours 
obligés de se soumettre aux réglemens 
et ordonnances par lesquels limpor- 
tation ou Pexportation de duelque 
denráe ou marchandise sera, ou tout- 
4 fait défendue dans Etat en le com- 
merce se fait, ou accordée de prélé- 
rence 4 une société ou commune. 
Les sujets respectils faisant le 
commerce, se conformeront &amp;gale- 
ment aux anciennes lois et usagesdes 
villes, dane lesquelles üs font leur 
trallc, ei par lesquels une branche 
du commerce est plus ou moins réser- 
v e aux habitans de ces villes, Com- 
me c'est le cCas à Könitsberg, à El- 
bing er à Danzic, au sujet du trafic 
avec les denrées Polonoises et Russes. 
Art. 14. Libertée pour le chargement 
ei déchargement. 
Les marchande, capitaines et com- 
mandans des vaisseaux, et autres su- 
189 
den Mächte gehört, kann in den Häfen 
der andern angehalten, noch können die 
Waaren in Beschlag genommen wer- 
den. Dieses ist jedoch nicht auf gericht- 
liche Beschlagnahmen und Arreste we- 
gen Schulden auszudehnen. 
Art. I12. Enbargo. 
Keines von diesen Schiffen kann 
zum Kriegesdienste, oder zu irgend ei- 
nem andern Transport, wider seinen 
Willen, gezwungen werden. 
Art. 13. Ein= und Ausfuhr. 
Jede der beiden Nationen soll be- 
rechtigt seyn, sowohl ihre eignen als 
fremden Erzeugnisse und Waaren, auf 
eignen Schiffen in die Skaaten der an- 
dern kontrahirenden Macht einzufüh- 
ren, auch einen gleichen Handel am 
Berd fremder Schiffe zu treiben. Die 
beiderseitigen Unterthanen sind jedoch 
stets verbunden, sich den Vorschriften 
und Verordnungen zu unterwerfen, 
wodurch die Einfuhr oder die Ausfuhr 
gewisser Güter und Waaren, in dem 
Staate, wo der Handel getrieben wird, 
entweder gänzlich verboten, odrr vor- 
zugsweise einer Gesellschaft oder Ge- 
meine überlassen worden ist. 
Auch haben die beiderseitigen han- 
deltreibenden Unterthanen sich nach den 
alten Gesetzen und Gebrauchen der 
Städte zu richten, woselbst sie Handel 
treiben und Kraft welcher ein Handels- 
zweig den Einwohnern dieser Städte 
mehr oder minder vorbehalten ist, wie 
dieß in Königsberg, Elbing und Danzig, 
rücksichtlich des Handels mir Polnischen 
und Russischen Waaren, statt findet. 
Art. 14. Freiheit des Ladens und Ab- 
ladens. 
Die Kaufleute, Kapitaine, Befehls- 
haber der Schiffe und andre Untertha-
        <pb n="198" />
        seru de chacune des deux nations, ne 
aeront pas forcés dans les ports do 
Tautre de décbarger aucune sorte de 
Mmarchandise dans d’autres vaisseau, 
ni de les reoevoir # berd de leurs na- 
vires, ni canendre leur chargement 
Plus longtems du’il ne leur plaira. 
. Art. 15. Cemmerce en teme de guerre. 
DL’'une des deur Puissances con- 
tractantes, venant 4 avoir la guerre 
ave une Puissalloe tierce, elle n’en 
donnera pas moins de son c6 des 
preuves de la continuation de son 
amitié à l’autre, sans euiger Telle 
aucune Plection qui scit prájudi- 
ciable aus intérets Propres et au re- 
pos de celle qui est re##é#e neutre, es 
qui jouira, particulièremen de la 
part de celle qui est devenue belligé 
rante, d’une reconnoissance pleine 
et emtière de tous les droits que lui 
assure la neutralité, moyennant qu'el- 
le en obsere ausei strictement les 
sobligations. 
Art. 16. Navigation des neutres. 
En conséquence de larticle pré- 
cédent tous les vaiaseaux des Puissan- 
ces contractantes pourrorit naviguer 
Lbrement de port en port, et sur les 
cötes des nations en Bnerre. 
Art. 17. Marchandises à3 bord de 
vaisseaux neutres. 
Les hautes Puissances contractan- 
tes ayant réschu de meitre sous une 
sauvegarde seuftisante la liberté du 
Ccommerce er de la navigation de Leurs 
sujers, dans le cas on l'une d'entre 
Elles seroit en guerre tendis due au- 
tre resteroit neture, Elles sont con- 
venues, due leseffets embarqutssurles 
vaisseaux neutres, serontlibres àex- 
ception de la contrebande de guerre. 
nen einer jeden der beiden Rurionen, 
können in den Häfen der andern weder 
gezwungen werden, irgend eine Art 
Waare in andre Schiffe zu laden, oder 
sie an Bord ihrer Schiffe aufzunehmen, 
noch länger auf die Verladung zu war- 
ten, als sie es für gut befinden. 
Art. 15. Handel in Kriegszeiten. 
Gerth eine der beiden kontrahi- 
venden Mächte in einen Krieg mit einer 
dritten Mache, so wird solche dennoch 
ihrerseits der andern Macht Beweise 
ihrer fortdauernden Freundschaft geben, 
ohne irgend eine Begünstigung zu for- 
dern, welche dem eignen Imkeresse und 
der Ruhe der neutral gebliebenen Macht 
nachtheilig werden könnte; vielmehr 
wird sich letztere, von Seiten der krieg- 
führenden Macht, des vollen Anerkenns= 
nisses aller, ihr durch die Neutralitaͤt 
gesicherten, Rechre zu erfreuen Vaen, 
wogegen sie aber auch ihrerseilts vie da- 
mit verbundenen Mlichten strenge zu 
erfällen hat. 1. 
Art. 16. Schifffahrt der Neutralen. 
In Folge des votrhergehenden Ar- 
tikels können alle Schiffe der konkrahi= 
renden Mächte ungehindert von Hafen 
zu Hafen, und auch nach den Küsten der 
kriegfübrenden Nationen segeln. 
Art. 17. Waaren am Berd nentraler Schiffe. 
Da die hohen kontrahirenden 
Mächte beschlossen haben, die Freiheit 
des Handels und der Schifffahrt Ihrer 
Unterthanen, in dem Falle, wo dle 
eine im Kriegszustande sich befinden, 
während die andere neutral bleiben 
würde, unter hinreichenden Schutz zu 
stellen, so sind Sie übereingekommen, 
daß alle auf neutralen Schiffen verla- 
dene Waaren, mit Ausnahine der 
Kriegskontrebande, frei seyn sollen. 
« Es
        <pb n="199" />
        I se aussi Üibre au# susers neu- 
tres de transporter Pour leur compte 
les marchandises du produit, du cru 
ou de la manufacture des pays en 
Bucrre, qui aurofhn 4644 acquises Par 
des sujets de la Puissanee neutre. 
La memec liberté s#'étendra aun 
Personnes qdui sont à Dord d’'un vais- 
seau neutre, duand meme elles se- 
roient ennemies de I’autre parie, e- 
cepté due ce fussent des gens de 
guerre, achuellement au serrice de 
Tennemi. 
PFour obvier à tous les inconv#- 
niens qui peuvem provenir de la 
mauvaise foi de ceux dui se 2ervent 
du pasillon d’une nation sans lui ap- 
Parteuir, on, Convient d'’#ablir pour 
retle inviolable „ duun bärimem. 
dquelconque, Pour 4tre regardé com- 
me propricte dupays dort il portele 
pävrllon-, doit avoir 4 son bord’e 
Capitaime do vaissedu et la moitié de 
1#qupage des gens du pays, er les 
papiers et passeports en bonne et 
due sorme, d'après les ordonnances 
du gouvernement dont il se réclame; 
mais tout hätiment qui m’observe pas 
cete rtgle, et qui Contrevriendra aux 
ordonnances publiées 4 cet effer, 
Perdra tous les droits à la protection 
des Puissances contrackantes. 
Art. 18. Ports bloqucs. 
Le commerce des vaisseaux de 
la Puissance neutre ne se fera cepen- 
K#ant pas dans les ports bloquss. Oa 
convient de ne regarder un lieu 
Comme assistzé ou bloqué, à moins 
du# ne sott tellenem fermé du c#é 
de la mer Paz deus vaissenux, ou du 
T# # 
191 
Es steht mithin den neutralen Un- 
terthanen frei, für ihre Rechnung, die 
von ihnen erhandellen Erzeugnisse des 
Grand und Bodens oder der Manufak- 
turen des kriegführenden Landes zu 
transportiren. 
Dieselbe Freiheit soll sich auch auf 
die am Bord eines neutralen Schiffes 
befindlichen Persönen erstrecken, selbst 
wenn sie Feinde des andern Theiles 
wären, dech mit Ausnahme der im 
feindlichen Dienst noch wirklich stehen- 
den Kriegslemc. 
Um allen Nachkheilen vorzubeugen, 
die aus der Unredlichkeit derjenigen er- 
wachsen können, welche sich der Flagge 
einer Nation bedienen, der sie nicht an- 
gehören, ist man übereingekommen, als 
unabweichliche Regel festzustellen: daß 
auf jedem Schiffe, um als das Eigen- 
thum des Landes, dessen Flagge es 
führt, becrachret werden zu können, der 
Kapitain und die Hälfteder Mannschaft 
aus Inländern bestehen, und die Schiffs- 
papiere und Pässe in guter und gehdri- 
ger Form, nach Maaßgabe der Verord- 
nungen der Regierung ausgefertigt, 
welcher das Schiff anzugehören vor- 
giebe, befunden werden müssen. Jedes 
Schiff, welches diese Regel nicht beob- 
achtet und dem in dieser Hinfiche bekan# 
gemachten Verordnungen zuwider han- 
delt, gehet aller Rechte auf den Schutz 
der kontrahirenden Mächte verlustig. 
Art. 13. Blokirte Häfen. 
Die Schiffe der neutralen Macht 
sollen jedoch in blokirten Häfen keinen 
Handel treiben. Man ist darin überein- 
gekommen, nur solchen Ort als belagert 
oder blokirt zuerachten, welcher von der 
Seeseite durch zwei Kriegsschiffe, und 
vonder Landseice durch eine Batterie Ka- 
Sf
        <pb n="200" />
        côté de la terre par une batterie de 
canons, due 20on entrée ne peut éire 
hasardée, sans Vexposer au danger 
évideni d'une décharge de canons. 
Art. 19. Visitation sur mer. 
Les navires marchands des su- 
jets respectits, naviguant seuls, et 
lorsqu’ils serom iencontrés sur les 
Cö#res odu en Pleine mer par les vais- 
sequx de guerre ou armateurs parti- 
culiers de 'une ou de Pautre des 
deux Puissainces contractantes, enga- 
e dans une guerre avec duelque 
autre Etat, en subiront la vieite. 1 
sera interdit en ce cas aux Capitaines. 
er- Conductenrs des dits navires mar- 
chands de ne rien jerer de leurs pa- 
Piers en mer. Les vaisseaux de guer- 
gnre ou armateurn susdits resterom de 
leur coté constamment hors de la 
Portée du ceznon des navires mar- 
chanda; et pour obvier, entièrement 
à tout desordre et violence, il est 
convenu que les premiers ne pour- 
ront jamais envoyer audelà de deux 
ou trvis ; erso: nes dans leur chaoupe 
à berd de, derniers, pour faira exa- 
miner les pa#seporis et leitres demer 
dui constaterum la propriété er les 
chargemens de ces navires; supposé 
toutelois due de tels navires mar- 
chands se ir mrassem escortés par 
un ou E#lusien# vaisseaux de guerre, 
la simple déclaration de Toflicier 
Commandam l’eecone, due Ces na- 
vires ne portent poim de costreban- 
de, deit éGire enrisagée comme plei- 
nement Rullisante, ei aucune visite 
n’aura plus heu. 
Art. 30. Vaisseaux surpris en con- 
trebande mililaire. 
Dans le cas durun vaisseau visité 
192 
nonen dergesialt eingeschlossen ist, daß der 
Eingang nicht gewagt werden kann, ohne 
sib der augenscheinlichen Gefahr einer 
Beschießungmit Kanonen Preiszugeben. 
Art. 10. Misitation auf der Sce. 
Die Kauffartheischiffe, welche allei 
segelnd, an den Küsten oder in offener 
See, auf Kriegsschiffe oder Privatkaper: 
der einen oder der andern kontrahiren- 
den Macht stoßen, welche mit irgend ei- 
nem andern Staate in Krieg verwickelt 
ist, haben sich der Visikation zu unter- 
werfen. In diesem Falle ist es den Ku- 
pitainen und Führern der gedachten 
Schiffe untersagt, irgend etwas von ih- 
ren Papieren über Bord zu werfex. 
Gedachte Kriegsschiffe oder Privatkaper 
sollen sich jederzeit einen Kanonenschuß 
weit von den Kauffartheischiffen ent- 
fernt halten; und um gänglich jeder Un- 
ordnung und Gewaltthätigkeit vorzubeu- 
gen, ist man übereingekommen, daß er- 
stere niemals mehr als zwei oder drei 
Mann in ihrer Schaluppe an Bord der 
Kauffartheischiffe senden dürfen, um die 
Pässe und Seebriefe zu prüfen, welche 
das Eigenthum uno die Lidung dieser 
Schiffe bewahrheiten. In den Fällen 
aber, wo die Kauffartheischiffe unter 
dem Geleit eines oder mehrerer Kriegs- 
schiffe segeln, soll die einfache Erklärung 
des befehlshabenden Oestziers Lerselben, 
daß jene Schiffe keine Konrrebande am 
Bord haben, völlig genügen und keine 
Visitation weiter statt finden. 
Art. 20. Schiffe, welche mit Kriegs-., 
Kontrebande angetroffen werden. 
Im all daß bei der Visikatkon ei
        <pb n="201" />
        te trouve surpris en contrebande mi- 
litaire, le capteur sabstien dra de toute 
violencs à son égard. Il sera cependant 
en droit de l'amener dans un port, 
où, après linsiruciion du procès selon 
les lois, et apres due la sentence dé- 
finiive sera poriée, la marchandise 
de contrebande militaire sera conbs- 
duée, pendant due les autres eslets 
deront rendus, sans due lon puisse 
jamais retenir ni vaisseaux ni eileis 
sous prètexte de frais ou damende. 
Pendant la durée du procès, le capi- 
taine, aprés avofr déliv#é la maur- 
chandise reconnue pourcontrebande 
militaire, ne sera point obli#é mal- 
eré lui dGauendre la fin deson aflaire; 
mais il pourra se mettre en mer avec 
son vaisseau et le reste de sa cargai- 
son, duand bon lui semblera. 
Si la surprise de contrebande se 
fain en pleine mer. le Capitaine du 
vaisseau, sur lequel se trouve lacon- 
trebande militaire, peut, siil le juge 
4 propos, abandonner ceite comtre- 
bande A son capteur, lequel devra 
se Contenter de cet abandon volon- 
taire, sans inqduiéter en aucune lacçon 
le navire. 
Art. 21. Contrehande militairc. 
Sous la ddnominalion de mar- 
chandise de contrebande miliraire 
sont comp'ris seulement les armes à 
eu ct antres instrumens hostiles avec 
T„leurs assortimens, comme canons, 
’mousduets, #inortiers, PKtards, bom- 
: bes, Grenades, aflüts, lusils, Pisto- 
leis, boulets, balles, pierres à feu, 
méches, poudre, salpétre, soufre, 
cuirasses, Piqucs, 4p#es, Ceinturons, 
Poches à#cartouches, vselles et brides, 
193 
Schiff mit Kriegskontrebande angetrof- 
fen wird, soll sich der Raper aller Gewalt- 
thaͤtigkeit gegen dasselbe enthalten. Er 
ist aber berechtigt, das Schiff in einen 
Hafen zu bringen, wo, nach anhaͤngig 
gemachtein gesetzlichen Verfahren und 
nach gefaͤlltem Endurtheile, die Waaren, 
welche Kriegskontrebande sind, konfis- 
eirt, die andern Güter dagegen zurück- 
gegeben werden sollen, ohne daß man 
semals weder das Schiff noch die Güter, 
unter dem Vorwande von Kosten oder 
Geldbußc, zurückhalten darf. Im Laufe 
des Prozesses ist der Kapitain, nachdem 
er die für Kriegskontrebande anerkann- 
ten Güter ausgcantwortet hatc, nicht 
weiter verpflichtet, das Ende seiner An- 
gelegenheit abzuwarten, sondern kann, 
wenn er es für gut findet, mit seinem 
Schiffe und dem Reste seiner Ladung 
wieoer in See gehen. 
Geschieht die Emdeckung der Kon- 
trebande auf offener See, so kann der 
Kapitain des Schiffs, an dessen Bord 
sich die Kontrebande befindet, nach Gm- 
fünden diese Kontrebande dem Kaper 
überlassen, welcher sich alodann mie die- 
ser freiwilligen Uebergabe begungen 
muß, ohne das Schiff auf irgend eine 
Art weiter zu beunrubigen. 
Art. 27. Koentrebarde. 
Unter der Benennung von KRriegs- 
kontrebande werden blos Fenergewehre 
und endere Waffen mit deren Zubeher 
verstanden, als: Kanonen, Muekeren, 
Mörser, Petarden, Bomben, Granaten, 
Laffeten, Flinten, Pistolen, Stück= und 
Kleingewehrkugeln, Fluntensteine, Lun- 
ten, Pulver, Salperer, Schwefel, Ku- 
rasse, Lanzen, Oegen, Degenkuppeln, 
Patrontaschen, Sättel und Zaume; doch 
soll von diesen Sachen dasjemge aus- 
F' 2
        <pb n="202" />
        en encaptant toutefois: de Ces elfets 
Ge### nd46essair Poor Ia détense 
du wassenn et de von &amp;Gquipage. Ces 
marchundisen ne veront répurées con- 
mebande militsire due dans le css 
du’on les porte danas dueldque paysen- 
nemi. Toutes les autres marchan- 
dises, dui ne sont pas indiquées dans 
ert article, ne peuvem pas étre consi- 
d#r#es comme comtrebande milttaize. 
Art. a. Cos#e en mer. 
Les encouragemens due les or- 
donnances sur la Course en mer de 
celle des deux parties, dui est devenue 
belligérante, pPeurront accorder aur 
4duipages des ses vaisseaux de guer- 
re et à ses sujets, qui auront arms 
des vaissenur en eourse, ue Peurront 
en aucun cas &amp;#r#e appliquss aun ba- 
timens marchands de Fautre Puis- 
" ance qui est restée neutra. 
Art. 823. Proteetion des vaisseaux 
zespectif##. 
Chacune des deuxt parties con- 
tractantes tüchera de protéger er de 
défendre. tons les kaisseaun #et autres 
ellete. appartenant aux sujets de Fau- 
ire, et se trouvant dana l'étendue do 
ta jurisdiction par mer et par terre. 
Les Puissances ne souffriront par 
conséquent pas, que sur les còtes, 
dans les ports, havres et rivières de 
leurs dominations, les navires et 
marebandises des zujets respecktil6 
soient pris par des vaisseaux de gner- 
re ou autres batimens d'une Puissancs 
tierce; et vi le cas n'en veneir pas 
moins &amp; exister, et due la protection 
went pas pu avoir lieu, les Puissances 
eEonm#eientes employeront reut leur 
Pouvoir pour faire resthuer le bati- 
Mmens pris, et pour obtenir pleine e 
entièze restitution de tout dommage. 
194 
genommen seyn, waszum Vertheidigung 
des Schiffs und dessen Mannschaft er- 
forderlich ist. Diese Waaren werden 
indeß nur in dem Falle als Kriegskon- 
trebande erachtet, wenn sie in feindlichos 
Land eingeführt werden. Alle andere 
Waaren, welche in diesem Artikel nicht 
aufgeführt sind, können als Kriegskon= 
trebande nicht betrachtet werden. 
Art. 22. Kaperei. 
Die Aufmunterungen, welche von 
demjenigen beider Thaile, der Kritg 
fuͤhrt, in seinen Verordnungen uͤber Ka- 
perei, den Besatzungen seiner Kriegs- 
schiffe und seinen Unterthanen, welche 
Kaperschiffe ausgeruͤstet haben, etwa 
bewilligt werden, sind in keinem Falle 
auf Kauffartheischiffe der neutral ge- 
bliebenen Macht anzuwenden. 
Art. 23. Schutz der gegenseitigen. Schiffe. 
Jeder der beiden kontrahirenden 
Theile wird bemuͤht seyn, alle in dem 
Bezirk seiner Gerichtsbarleit zu Wasser 
und zu Lande befindlichen Schiffe und 
andere Gäter zu beschützen und zu ver- 
theidigen. Diese Mächte wollen demnach 
nicht dulden, daß die Schiffe und Waaren 
ihrer beiderseitigen Uncerthanen, an den 
Küsten und in den Häfen, auf den Rhe- 
den und in den Strömen, die unter ih- 
rer Herrschaft Kehen, von den Kriegs- 
schiffen oder andern Fahrzeugen einer 
dritten Macht weggenommen werden, 
und in dem Falle, wo dieß doch geschaͤ- 
he und der Schutz nichthatte statt sinden 
können, werden die kontrahirenden 
Theile alle ihre Macht anwenden, um 
die Zurückgabe des weggenommenen 
Schiffes und den vollständigen Ersatz al- 
les Schadens zu bewirken.
        <pb n="203" />
        Art. 24. Quaransaine. 
Quant à. Ia quarantaine qui pour- 
roit ire ordomnée dans certaines oc- 
casions dans les Etats de l'une ou de 
Fautre des deux parties Contractantes, 
teurs sujets navigateurs s'y consor- 
meront respeetivement de la mémæe 
manière que les nationaux et ceux 
des antres nations amies; mais aussi 
tes ordonnances à cet égard seroar 
unisormes et sans faveur ou défaveur 
pour l'une ou Tautre nation. 
Art. a6. Naufrage. 
Si les navires des sujets des deux 
hautes parties contractantes échou- 
oient ou faisoient naufrage sur les 
côtes de l'une ou de Fautre, les su- 
jets respectiss jouiront, tant pour 
enx-mémes due pour leurs navires 
et effets, de tous les seceurs et assie- 
tances Poseibles, comme les habi- 
tans des pays euxn-memes, en payau 
cependamt les mémes frais et droits 
anzquels sont assujelis en pareil cas 
les Prepres aujets de TEtat, sur les 
eôtes duquel ils auroient échoué ou 
fait naufrage. 
Dans le cas qu'il se trouve sur les 
cétes Prussiennes eu Danoises un 
vaisseau naufragé, sans du’on Puisse 
apprendre le nom du propriétaize 
du bätiment, le gouvernememn fera 
insérer trois fois de suite dans les 
feuilles publiques du pays, ainsi due 
ans celles de Hambourg, une des- 
cription du vaisseau naufragé, pour 
due le propristaire Puises faire les 
réclametions nécessaires, eit ce ne. 
sera du’un an aprs du'une publi- 
cation pazeille reste sams effet, cnm 
705 
Nrt. 24. Quarantainr. 
In Ansehung der Quarantajns, 
welche in gewissen Fällen in den Staa- 
ten des einen oder des andern der kon- 
krahirenden Theile verordnet werden 
kann, haben sich darnach ihre schifffahrt- 
treibenden Unterthanen gegenseitig in 
derselben Art, als die Eingebornen und 
die Unterthanen andrer befreundeter Na- 
tionen, zurichten; doch sollen die Verord- 
nungen in dieser Hinsicht gleichfèrmig 
und ohne Begünstigung oder Vorrecht 
für die eine oder andere Nation seyn. 
Art. 25. Schiffbruch 
Wenn Schiffe der Unterthanen der 
beiden kontrahirenden Theile stranden, 
oder an den Kusten des einen oder des 
andern Schiffbruch leiden, so sollen die 
beidesseitigen Unterthanen, sowohl für 
sich selbst, als in Hinsicht ihrer Schiffe 
und Güter, jede mögliche Hülfe und jeden 
Beistand, so wie die Landeseingebornen 
genießen; doch haben sie auch dafür 
dieselben Kosten und Abgaben zu entrich- 
ten, welchen in solchen Fällen die ei- 
genen Unterthanen des Staateé, an dessen 
Küsten sie gestrandet sind oder Schiff- 
bruch gelitten haben, unterworfen find. 
In dem Falle, wenn an den Preu- 
Kischen oder Oadnischen Küsten ein Schiff, 
welches Schiffbruch erlitten, gefunden 
werden sollte, ohne daß man den Na- 
men des Eigenthümers erfahren kann, 
wird die Regierung dreimal hinterein- 
ander in den öffentlichen Blättern des 
Landes, so wie auch in der Hamburger 
Zeitung, eine Beschreibung des verun- 
glückten Schiffes bekannt machen lassen, 
damit der Eigenthümer die nöthigen 
Reklamationen anbringen kann; und 
nur erst nach Ablauf eines Jahres nach
        <pb n="204" />
        disposein du bärimemt naufrag# selon 
les lais du pays. 
Art. a6. Coneuls. 
TLes Puissances contractantes ont 
Gtabli dane leurs Etats réciproques 
des Consuls, dans le bur d’assister. 
leurs eujets respectils, e#r de faciliter 
les relations de commerce, qui exi- 
eient entre les deuk nations. 8i les 
circonstances rendoient désirable L4- 
tablissement de Consuls, Vice-Con- 
suls ou Agens de commerce des par- 
lies contrathtantes dans des ports 
Prussiens ou Danois en Europe, on 
il y en a pas encore, Pon ne #) 
opposera pas. 
Art. 27. Sujets respectiss. 
Les eujets Prussiens Gisblis en 
Danemarc, et les sujels Danois éta- 
blis en Prusse, conserverom toujours 
la libend de duimter le pay)s du’ils ha- 
bitem, pourru du’ils s’acquittent de 
leurs dettes et autres obligations se- 
Ion les lois de IEtat, dans lequel i18 
3e trouvemt. 
Arr. 28. Rupture. 
Si malgré les sentimens sincères 
et les effons mutuels des bautes par- 
ties Contractantes, de maintenir la 
paix ontre Elles, il survenoit mal- 
heureusememnt Cce du’a Dien ne plaise) 
duelque opture on meme une Buer- 
fre ouverte entre Elles, Leurs sujerts 
respectifs, dui se iroureront récipro- 
duement dans les Etats de l'une ou 
de Tautre Puissance, nien seront pas 
moins scrs dans leure Personnes e 
leurs Propriétés 
einer solchen Bekanntmachung soll, 
wenn sie ohne Erfolg geblieben ist, über 
dat verunglückte Schiff, nach den Lan- 
deßgesetzen, verfügt werden können. 
Art. 26. Konsuln. 
Die kontrahirenden Mächte haben 
in ihren gegenfeicigen Staaten Konfsuin 
angestelle, um ihren beiderseitigen Un- 
terthanen mit Rath und That an die 
Hand zu gehen, und die zwischen beiden 
Nationen bestehenden Handelsverbin- 
dungen zu befördern. Sollten Umstau- 
de die Anstellung von Konsuln, Vice- 
Konsuln oder Handelsagenten der kon- 
trahirenden Theile in denjeulgen Preu- 
KPischen oder Dänischen Europäischen 
Häfen, in welchen sich noch keine befin- 
den, wünschenswerth machen, so wird 
man solcher nicht entgegen sepn. 
Art. 27. Respektive Untcrehanen. 
Oie Preußischen Unterthanen, wel- 
che in Dänemark, und die Dünischen 
Unterthanen, welche in Preußen sich 
niedergelassen haben, sollen stels die 
Freiheit behalten, das Land, welches 
sie bewohnen, zu verlassen, wofern sie 
ihre Schulden bezahlen und andern 
Berpflichtungen, nach den Gesetzen des 
Staats, in welchem sie sich befinden, 
Genuge leisten. 
Art. 29. Buuch. 
Sollte ungeachtet der aufrichtigen 
Gesinnungen der hohen komrahirenden 
Theile, und Ihres gegenseitigen Bestre- 
benä, den Frieden unter Sich aufrecht 
zu halten, es ungläcklicher Weise (was 
Gott verhüren wolle!) zu einem Bruch 
oder wohl garzu cinem offenbaren Kriege 
zwischen Ihnen kommen, sowerden den- 
noch Ihre beiderseitigen Umerthanen, 
die sich in den gegenseitigen Staaten be- 
finden, sowohlin Ansehungihrer Person 
als ihres Eigenthums sicher seyn.
        <pb n="205" />
        I auront une annde de tems 
pour liquider leurs affaires et pour re- 
tirer leurs biens et effets, en quoi 
ils jouiront ceune emticre liberté, er 
il leur sera Prété tout secours ettoute 
Protection. La justice leur sera admi- 
nistrte comme avam la guerre, et 
l'anuée étant éCcoulée, on leur slourni- 
ra les passeports nécessaires pour 
#ren retourner sürement et librement 
en leur patrie avec leur famille, leurs 
bjons e#t elfets, marchandises et vais- 
seaux. 
Art. 20. Durde du Traité. 
Le présent Tmité durera pendant 
vingt ans, b## tout ce qui s'y trouve 
abretée doit &amp;ire obseive inviolable. 
mentppendanr cet intervalle, er ené— 
cuté danstouteshteneur; bienemen- 
du du’lavant lexpiration du terme 
du dit Trajsté, l dépendra du bon 
Plaisir des denx Pautès Darties con- 
tractantes de convenir sur sa ꝑro- 
longstion- 
# s ----- 
Art. 30. Ratifcation. 
Le présent Traité sera ratiß, er 
les ratilications SCchangées dans TFes- 
Ince de Geux mois, à compter du 
jour de la siznalure, ou plutöt, si 
#ire se Peut- « 
Enfoickcqnoipousssomsignös, 
envernjdenosplcsins—pouvoir«s 
aævons signé le présent Traité, et y 
avons apposeẽ le cachet de nos armes. 
EFait à Copenhague le dix- sept 
Iuin Mil - huĩt- cent · dix-huit. 
(L. S.) Eisné ) Le Comte Dohna. 
(I. S. )Geigné N. Rosenkrantz. 
197 
Eie sollen eine einjaͤhrige Frist ha- 
ben, um ihre Angelegenheiten in Rich- 
rigkeit zu bringen und ihre Güter und- 
Effekten fortzuführen, wozu sie vollkom- 
mene Freiheit genießen, und Hülfe und 
Schutz erhalten sollen. Rechtspflege 
wirdihnen nach wie vor dem Kriege ver- 
waltet, und nach Ablauf der einjährigen 
Erist wird man ihnen die erforderlichen 
Pässe ertheilen, damit sie sicher und frei 
mitihren Familien, ihren Gütern, Effek- 
ten, Waaren und Schiffen in ihr Va- 
terland zuräkkehren können. 
Art. 20. Dauer des Vertrags. 
Gegenwärtiger Traktat soll Zwan- 
zig Jahre bestehen, und alles was 
darin bestimmt worden, während die- 
ses Zeitraums treulich beachtet und sei- 
nem ganzen Inhalte nach vollzogen 
werden; auch soll es vor Ablauf des 
gedachren Zeitraums, von dem Gutbe- 
finden der beiden hohen kontrahirenden 
Theile abhangen, über die Berlänge- 
rung des Traktats mit einander über- 
einzukommen. 
Ark. 30. Ratifilation. 
Gegenwärtiger Traktat soll ratifl- 
eirt werden, und die Ratifikationen sind 
in Bertauf von Zwei Monaten, vom 
Tage der Umerzeichnung desselben an. 
gerechnet, oder wo moglich noch frü- 
her, auszuwechseln. 
Zu Urkunde dessen haben wir umO 
terschriebene, kraft unferer Bollmach= 
ten, denselben unterzeichnet und mit 
unsern Wappen besiegelt. 
Geschehen zu Kopenhagen den Sie- 
benzehnten Juni Eintausend Achthun- 
dert und Ach'zehn. 
(#. 8) (g63) Graf zu Dohna. 
(L. 8.) (gez.) R. Rosenkrantz.
        <pb n="206" />
        — 198 — 
BDie Auswechsclung der Rafifikationen des vorstehenden Traktats isi den 
gien Oktober 1818. zu Kopenhagen vollzogen worden. 
Ministerium der auswaͤrtigen Angelegenheiten. 
——. — 
INo. 502.) Bekanntmachung uͤber die Kartel-Konvention zwischen Preußen und Sachsen- 
Vom 16ten Dezember 1 813. 
6„ oburg= Saalfeld. 
Ze der Köôniglich-Meußischen und der Hexzeglich-Sachsen-Koburg-Saal- 
feldschen Regicrung ist unter dem 100en d. M. eine Kartel= Konvention abge- 
schlassen worden, welche in allen Punkten mit der durch die Gesetzsammlung 
JIo. 457. publizirten Karkel= Konvention vom Zlsten Oktober v. J. Frischen 
Preußen und Lippe-Detmold bis auf die Modiffkationen übereinstimmt, daß am 
Schluß des Artikels 1#. der Zusatz, wegen höherer Verpflegungskosten in Krank- 
heitsfällen, und im Artikel 25. der Zufatz, wegen der die Bestimmungen der 
Fartel-Konvention cava verändernden Biazwestagsbeschlässe, sehlt. 
Indem diese Konvention, welche vom Tage der beiderseits zu gleicher Zeit 
zu bewirkenden Bublikatiun au, in Krafr tritt, hierdunch zur allgemeinen Kennt- 
nig gebracht wird, ist es der Wille Seiner Majestät des Königs, dag dieselbe 
von allen Militair= und Civilbehörden, wie auch von sämmtlichen Allerhöchtt- 
Ihren Unterthauen in allen Stücken auf das Genaueste befolgt werde. 
« Berlin, den 16ten Dezember 1818. 
  
Der Staats-Kanzler 
C. Fars v. Hardenberg. 
  
. 1 . 
(No.503.)BekamckmachuugMet-dkscctelssonventionwischmpktuscuusbsnhalts 
3 Dessau. Vom a6ten Dezember 1818. 
wischen der Königlich -Preußischen und der Herzoglich-Anbakt-Dessauischen 
Regierung ist unrerm 104en d. M. cine Kartel-Konvention abgeschlossen worden, 
welche in allen Punkten mut der durch die Gesetzsammlung No. 457. publizirten 
Kartel-Konvention vom 31i1#ten Oktober v. J. zwischen Preußen und Lippe-Doc- 
mold bis auf die Modifikationen übercinstimmt, daß in der Kartel-Konvention 
mit Anhalt-Dessau am Schluß des Arcikels 10. der Zusatz, wegen höherer- Ver- 
Pflegungskosten in Krankheitsfällen, und iim Arrikel 2 5. der Zusatz, wegen der 
die Bestimmungen der Kartel -Konvention etwa verändernden Bundeslagsbe- 
schlüsse, fehlt. 
Indem diese Konvention, welche vom Tage der beiderseits zu gleicher Zeit 
zu bewirkenden Publikation an, in Kraft tritt, hierdurch zur allgemeinen Kennt- 
niß gebracht wird, ist es der Wille Seiner Majestät des Königs, daß dieselbe 
von allen Militair= und Civilbchörden, wie auch von sämmrlichen Allerhöchst- 
Ibren Unterthanen in allen Stücken auf das Genaueste befolgt werde. 
Berlin, den lten Oezember 1818. · 
Der Staats-Kanzler 
C Farst v. Hardenberg.
        <pb n="207" />
        S 
*i 
— 
— 
2 
Sammlung 
für die 
Königlichen Preußischen Staaten. 
1 8 I 3. 
  
  
Enthaͤlt 
die in Verfolg der Pariser Friedens= und der Wiener Kongreß-Akte mit mehreren aus- 
wärtigen Höfen abgeschlossenen Traktate, imgleichen die Deutsche Bundes-Akte. 
(Von No. I. bis 23.) 
  
  
  
Berlin, 
gedruckt bei Georg Decker, Königl. Geheimen Ober-Hofbuchdrucker.
        <pb n="208" />
        <pb n="209" />
        Anhang 
zur 
Geset= Sammlung 
für die 
K.öniglich en Preußischen Stgaten. 
Enthäle: 
die in Verfolg der Pariser Friedens= und der Wiener Kongreß-Akte mit mehreren 
auswärtigen Höfen abgeschlossenen Traktaten. 
—. — — 
(No. 1.) Traiié conelu ontre S. M. le Koi de Prusse ot 
S. M. lo Roi de Sardaigne, 4 Vienne le ao. May 
□— 
Au nom de la très sainte 
et indivisible Trinic! 
8S. Majesté le Roi de Sardaigne etc. etc. Stant 
rem#rée dans la pleine et enticre possession de Ses 
Etats de terre ferme, de lamememaniere qu’Elle 
les possedoit au premier Janvier mil-sept-Cent- 
duatre- vingtdouze et dans leur totalite, à la#ré- 
serve de la partie de la Saveie cédée à la France 
Par le traite de Paris du trente May mil-huit-Cent- 
duatorze; I 
·’Deschangemensayante"tödepuisconvenus 
kcndant lecongråsdevienne,kelatjvementå 
I’etendue et aux limites de ces memes Elats; 
Sa Majestée le Roi de Prusse ei Sa Majestele 
BRoi de Sardaigne voulont confirmer et éCtablir.pa. 
un traite formel tout ce qui est relatif à ces objets, 
ont en conséquence nominé pour Leurs pleni- 
Potentiaires; savoir: 
Sa Majeste le Roi de Prusse, le Prince 
de Hardenberg, Son Chancelier d’Etat, Che- 
valier des grands ordres de I’algle noire, de 
PTaigle rouge, de celui de St. Jean de lerusa- 
lem et de la croir de fer de Prusse; de ceux 
de St. André, de St. Alezandre Newakn ei de 
Ste. Anne de la premieére classe de Russie; 
Grand Croixz de PTordre royal de St. Etienne de 
Hongrie, Grand Aigle de la Légion d’honneur, 
Grand Croix de Tordre de St. Charles d’Espagne, 
  
Frankreich überwiesen worden, 
— —. 
e 1.) Uebersetzung des zwischen S. M. dem Könige 
von Preußen und S. M. dem Könige von Sardinien 
Wien den gosten Mal 1515. geschlossenen Traktats. 
Im Namen der hochheiligen 
und untheilbaren Dreieinigkeit! 
N. Seine Majestät der Kdnig von Sardi- 
Nen 2c. . in den völligen und gäzhüichen Besitz Ihrer 
Staaten vom festen Lande, auf eben die Art und in 
dem ganzen Umfange, wie Sie selbige am ersten 
Januar tausend slebenhundert zwei und neunzig be- 
saßen, jedoch mit Ausnahme desjenigen Theils von 
Savoyen, welcher durch den Pariser Traktat vom 
dreißigsten Mai tausend achthundert und vierzehn an 
wieder eingctreten. 
  
sind; und da hiernächst, während des Wiener Kon- 
gresses, in Beziehung auf die Ausdehnung und die 
Grenzen derselbigen Staaten anderweite Abänderun- 
gen getroffen worden; so haben Seine Majestät der 
König von Preußen, und Seine Majestät der Ki- 
nig von Sardinien, alles was sich aufriene Gegen- 
Nände bezieht, durch einen förmlichen Traktat besti- 
tigen und festsetzen wollen, und demnach zu Ihren 
Bevollmächtigten ernannt, nemlich: « . 
Seine Majestaͤt der Koͤnig von Preußen, Ihren 
Staatskanzler, den Fuͤrsten von Hardenberg, 
Ritter des großen schwarzen und rothen Adler-, 
des preußischen St. Johanniter- und des eisernen 
Kreuzes-Ordens, Ritter des russischen St. Andreas-, 
St. Alexander-Newski= und St. Annen-Ordens 
erster Klasse, Großkreuz des Ungerischen St. Ste- 
phans-Ordens, Groß-Adler der Ehrenlegion, Groß- 
kreuz des spanischen St. Carls-Ordens, Ritter des 
hohen sardinischen Annunciaden-, des Schwehischen 
9 erge
        <pb n="210" />
        de l'ordre suprême de l'annonciade de Sardaĩgne, 
Chevalier de Tordre des Séraphins de Suede, 
de celui de IEléphant de Dannemarc, de Taigle 
dor de Wurtemberg et de plusieurs autres, 
Son premier plenipotentiädire au congres; et 
le Sieur Charles Guillaume Baron de 
Humboldt, Son Ministre d’Etat, chambellan, 
envoyé extraordinaire et Ministre plénipoten- 
tiaire pres de Sa Majené LmpertaIp et Royale 
Apostolique, Chevalier du grand. ordre de 
Taigle rouge, de celui de la croix de fer de 
Prusse, ei de celui de Ste. Anne de la premiére 
classe de Russie, second plénipotentiaire de 
Sa dite Majeste au congres de Vienne; 
Et Sa Majeste le Roi de Sardaigne etc. etc. 
les Sieurs Don Antoine Marie Philippe 
Aeinari Marquis de St. Marsan ei de Ca 
Tail, Comte de Costigliole, Crtosio et 
Castelletto Val d’Erro, chevalier grand 
eroix de Pordre militaire et religieux des Saints 
Maurice et Lazare, de-ceux de Taigle noire 
et de D’aigle rouge de Prusse, Géneral Mejor 
de Cavallerie, Son Ministre d'’Etat et premier 
L#e#crétaire de la guerre, et Son premier pléni- 
Potentiaire au tongres, et Comte Don Joa- 
chim Alexandre Rossi, Chevalier Grand 
Croix et Commandeur de ordre royal mili- 
mire des Saints Maurice et Lazare, Conseilles 
de Sa Majeste et Son Envoyé etraordinaire 
et Ministre plénipotentiaire auprés de la cour 
Imperiale et Royale Apostolique, et son se- 
éond plénipotentiaire au econgres; 4 
Lequels en vertu des pleinpouvoirs pro- 
uiss par eux au congres de Vienne et trouves 
en bonne et due forme, sont convenus des 
articles zuivans: 
Article premier. 
Les limites des Etats de Sa Majesté le Roi 
e Sardaigne, seront- 
Du cété de la France, telles qu’elles exi- 
dicient au premier Janvier mil-sept-Cent- quatre- 
vingt-douze à Texc ption des changemens por- 
tes Par le traite de Paris du trente May mil. 
huit-Cent-duatorze. 
Du co#té de la Confédération helvétique 
telles dü’elles exzinoicnt au premier Janvier 
mil-sept-Cent- quatre vinge-donze, 4 Texcep. 
tion du changement opéré par la cession sfaite 
en favein du Camon de Geneve, telle que 
GCeite cession se trouve specifice dane T’arücle 
%pucme ci-apres. 
— 
Seraphinen-, des dänischen Elephanten-, des Wür- 
tembergischen goldenen Adler= und mehrerer anderer 
Orden, Ihren ersten Kongreß-Bevollmächtigten, und 
den Freiherrn Carl Wilhelm von Humboldt, 
Ihren Staats-Minister, Kammerherrn, außerordent- 
lichen Gesandten und bevollmächtigten Minister bei 
Ihro Kaiserlich -Königlichen Apostolischen Majestät, 
Ritter des großen rothen Adler= und des preußischen 
eisernen Kreuzes-Ordens, des russischen St. Annen- 
„Ordens erster Klasse, zeite Bevollmächtigten Se. 
besagten Majestät am Wiener Kongreß; 
und Se. Majestät der König von Sardinien rc. w. 
den Herrn Don Anton Maria Philipp Asinari 
Marquis von St. Marsan und von Carail, 
Graf von Costigliole, Cartosio und Castel- 
letto Val d’'erro, Ritter Großkreuz des geistlichen 
Militair-Ordens der heiligen Moritz und heiligen Laza- 
rus, des preußischen schwarzen und rothen Adler-Or- 
dens, Generalmajor der Kavallerie, Ihren Staatsmi- 
nister, ersten Krieges = Sekretair und ersten Bevollmäch= 
tigten am Fongreß, und den Grafen Don Joachim 
Alexander Rossi, Ritter Großkreuz und Komman- 
deur des Koͤniglichen Militair-Ordens der heiligen Ma- 
ritz und heiligen Lazarus, Seiner Majestät Raeh, 
Ihren außerordentlichen Gesandten und bevollmäch- 
tigten Minister bei dem Kaiserlich = Königlichen apeo- 
stolischen Hofe, und zweiten Bevollmächtigten am 
Kongreß; 
Welche kraft der von ihnen auf dem Wiener 
Kongreß vorgezeigten und in gehbdriger For befun- 
denen Bollmachten, über folgende Artikel hbereinge- 
kommen sind: · 
Erster Artikel. 
Die Grenzen der Staaten Sr. Majestät des 
Kdnigs von Sardinien werden seyn: 
Von der Seite Frankreichs, so wie fie am ersten 
Fanuar tausend siebenhundert zwei und neunzig be- 
standen, mit Ausnahme der durch den Pariser Trak- 
kat vom dreihig en Mai tausend achthundert vierzehn 
getroffenen Abänderungen. 
Von der Seite des Helvetischen Bundes, so wie 
sie am ersten Januar tausend siebenhundert zwei und 
neunzig bestanden, mit Ausnahme der Abänderung, 
welche durch die zu Gunsten des Genfer Kancons 
verabredete Abtretung erfolget, und in dem unten 
folgenden siebenten Artikel bezeichnet stehet.
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        –——!I 
Du eöté des Etats de Sd Majesté IEmpe- 
reur d-Autriche, telles qu'relles existoient au 
premier Janvier mil-sept-Cein- quatre- vingt- 
douze; et la Convention conclue entre Leurs 
Majestés I'Impératrice Marie Thérese et le Rei 
de Sardaigne le quatre Octobre mil-sept-cent. 
einqguante- un, sera maintenue de part et d’au- 
### dans toutes ses stipulations. « 
DucötådesEtatsstloPatmeet·dePlai— 
sance, la limite pour ce qui concerne les an- 
Eciens Etats de Sa Majeste le Roi de Sardaigne 
Eontinuera à étre telle qduelle existoit au pre- 
mier Janvier mil-sept-cCcent-quatre-vingt-douze. 
Les limites des cidevant Etats de Genes 
et des pays nommés fiefs imperiaux réunis aux 
Etats de Sa Majestée le Roi de Sardaigne d’a- 
pres ls articles zuivans, seront les mémes qui 
Ie premier Janvier mil-sept-Cent- duatre- vingt- 
douze séparoiem ces pays des Etau de Parme 
et de Plaisance ei de ceux de Toscane et de 
Massa. 
L’iisle de Capraja zyant appartenu 4 Tan. 
eienne République de Cénes est comprise dans 
la cession des Ela#s de Genes à Sa Majeste le 
Roi de Sardaigne. 
Article tecond. 
Les Etats qui ont composch la ei. devant 
Bépublique de Génes sont réunis à perpéetuité 
aux Etats de Sa Majeste le Roi de Sardaigne 
Pour eire comme ceux-Ci possedés par Elle en 
toute propriété, souverainete et hérédité de 
male en male parordre de primogéniture dansiles 
deux branches de sa maison, savoir la branche 
royale, et la branche de Savoie-Carignan. 
Artiche rroisieme. 
Sa Majesté le Roi de Sardaigne joindra à 
Ses titres actuels celui de Duc de Genes. 
Article quatrieème. 
Les Géneis jouiront de tous les droits et 
Priviléeges spécifés dans T’acte intitulé „ A. A. 
Conditions dui doivent servir de bases 4 la 
" Gunien des Euts de Genes à ceux de Sa Ma- 
jeste Sarde,“ ei le dit acte zera considerée com- 
me partie integrante du preésent traité et aura la 
meme force et valeur qdue s'’il étoit 2rextuslle. 
ment insré dans Tarticle présent. 
3 
thums- 
— 
Von der Seite der Staaten Seiner Majestätk 
des Kaisers von Oesterreich, so wie sie am ersten 
Januar tausend siebenhundert zwei und neunzig be- 
standen. Auch wird die zwischen Ihren Mazestzten 
der Kaiserin Maria Theresia und dem Könige von 
Sardinien am vierten Oktober tausend feebenhundert 
ein und funfzig abgeschlossene Konvention, von bei- 
den Theilen in allen ihren Bedingungen aufrecht ge- 
halten werden. . 
Auf der Seite der Staaten Parma und Piacenza, 
wird die Grenze der vormaligen Koͤnigl. Sardint- 
schen Staaten fortdauernd so verbleiben, wie sie am 
ersten Januar tausend siebenhundert zwei und neun- 
zig bestand. 
Die Grenzen der ehemaligen Staaten von Ge- 
nua und der unter dem Namen Kaiserliche Lehne 
bekannten Länder, welche laut der folgenden Artikel 
mit den Staaten Seiner Majestät des Kônigs von 
Sardinien vereinigt werden, verbleiben eben so, wie 
sie am ersten Januar tausend siebenhundert zwei 
und neunzig jene Länder von den Scaaten Parma 
und Piacenza und von den Staaten Toskana und 
Massa trennten. V 
Die vormals zur Republik Genua gehbrige 
Insel Capraja ist in der Sr. Majestät dem Köni 
von Sardinien überwiesenen Abtretung der Genness= 
schen Staaten, mit einbegriffen.  
Zweiter Artikel. 
Die Staaten, aus welchen die ehemalige Repu- 
blik. Genua bestand, werden auf ‚ʒewige Zeiten mit 
den Staaten Sr. Majestät des Königs von Sardi- 
nien vereinigt, und sollen wie diese, im vollen Eigen- 
Souverainetäts= und Erbrechte, in männ- 
licher Erbfolge, und nach der in die beiden Linien 
Ihres Hauses, nemlich die Königliche und die Sa- 
voye-Carignansche Linie, eingefüuhrten Primogenitur- 
ordnung, besessen werden. " 
Dritter Artikel. 
Seine Majestät der Kinig von Sardinien, wirt 
seinen bisherigen Titeln, den Titel eines Herzogs 
von Genug hinzufügen. 
Vierter Artikel. * 
Die Genueser genießen alle Rechte und Hrivile- 
zien, welche in der unter der Rubrik „A. A. Be- 
dingungen, die bei der Vereinigung der genuesischen 
„mit den Kdnigl. sardinischen Staaten zur Grund- 
plage dienen sollen“ beiliegenden Akte aufgeführt 
1 Besagte Akte wird als ein integrirender Theil 
des gegenwärtigen Traktats angesehen, und hat die- 
selbe Kraft und Gültigkeit, als wenn sie in den &amp;— 
genwärtigen Artikel Wort für Wort eingeschaltet wäre. 
a 2 Fuͤnfter
        <pb n="212" />
        — 4 
Artiche cinquiame. 
Les pays nommés fiefs impériaux qui avoient 
E#té réunis à la ci- devam République ligurienne, 
sont réunis definitivement aux Etats de Sa 
Majestée le Boi de Sardaigne de la mèeme ma- 
nière et ainsi dque le reste des Etats de Génes, 
ee les habitans de ces pays jouiront des memes 
droits et priviléeges due ceux des Etats de Génes 
désignés dans Darticle précedent. 
Artiche sirieme. 
La faculte due les Puissances contractantes 
du traite de Paris da trente May mil-huit-cent 
aduatorze se sont réservée par Particle troisieme 
du dit traité, de fortifier tels points de Leurs 
Etats qu’Elles jlugeromnt convenables pour leur 
sureté, est Sgalement réservée sans restriction 
4 Sa Majeste le Roi de Sardaigne. 
Arriche sepfieme. 
Sa Majeste le Roi de Sardaigne ceède au 
Canton de CGeneve les districts de la Savoie 
"Pécifés dans l’acte ci-joint intitule „B. B. 
Cession faite par Sa Majeste le Roi de Sar: 
daigne au Canton de Genève,“ et aux condi- 
tions spéecifiéces dans le meme acte. Cet acte 
sera considéré comme partie intégrante du pré. 
sent traité, et aura la meme foree et valeur 
due s'il étoit textuellement insré dans l'article 
Present. 
Article huitiéme. 
Les Provinces du Chablais et du Faucigny, 
et tout le territoire de Savoie au nord d'’Ugine 
appartenan à Sa Majeste le Roi de Sardaigne 
feront partie de la neutralité de la Suisse telle 
dqu'elle est reconnue et garantie par toutes les 
Puissances. En conséquence toutes les fois 
due les Puissances voisines de la Suisse se trou- 
veromt en Etat d’hostilités ouvertes ou immi- 
nentes, les troupes de Sa Majeste le Roi de 
FLardaigne qui pourroient se trouver dans ces 
Provinces, se retireront, et pourront à cet effer 
Passer par le Valais, si cela devient nécessaire; 
aucunes autres troupes armees d’aucune autre 
Puissance ne pourront traverser ni stationner 
dans les Provinces et territoires susdits, sauf 
celles due la confederation Suisse jugeroit à 
Propos d’'y placer. Bien entendu due cct état 
de choses ne géne en rien Hadministration de 
ces pays, ou les agents civils de Sa Majeste 
le Roi de Sardaigne pourront aussi emplopyer 
he garde municipale pour le maintien dn bon 
ordre. 
Fänfter Artikel. 
Die sogenannten Kaiserlichen Lehne, welche 
mit der ehemaligen ligurischen Republik vereinigt 
waren, werden beim jetzigen Finalabschluß mit den 
Staaten Sr. Majestät des Kodnigs von Sardinien 
auf eben die Art und eben so, wie die übrigen genue- 
sischen Staaten vereiniget, und die Einwohner die- 
ser Länder genießen mit den Einwohnern der im vor- 
hergehenden Artikel benannten genuesischen Staaten 
gleiche Rechte und Vorrechte. 
Sechster Artikel. 
Die Befugnß, welche die kontrahirenden Mächte. 
des Pariser Traktats vom wesfigsten Mai tausend 
achthundert vierzehn, sich durch den dritten Artikel 
vorbehalten haben, etwanige Punkte Ihrer Staaten, 
die Sie für Ihre Sicherheit dienlich halten mochten, 
zu befestigen, wird gleichfalls ohme Einschränkung 
Seiner Mäiestzt dem Könige von Sardinien vorht= 
halten. .- 
Siebenter Artikel. 
Seine Majestät ber Kdnig von Sardinien tritt 
dem Genfer Kanton diejenigen Savoyeschen Distrikte 
ab, die in der sub titulo B. B. beigefügten Ces- 
sions-Acte Sr. Majestät des Kdnigs von Sardinien 
an den Kanton Genf aufgeführt sind, und zwar 
unter den in selbiger festgesetzten Bedingungen. Diese 
Akte wird als ein integrirender Theil des gegenwär- 
tigen Traktats angesehen, und erhält dieselbe Krafe 
und Göültigkeit, als wenn sie von Wort zu Wort in 
den gegenwärtigen Artikel eingeschaltet wäre. 
Achter Artikel. 
Die Sr. Majestät dem Könige von Sardinien 
zugehdrigen Provinzen Chablais und Faucigny und 
das ganze Savoyesche Gebiet im Norden von Ugina, 
werden einen Theil der Schweizer Neutralität aus- 
machen, so wie 1 von allen Mächten aner- 
kannt und gewährt ist. Dem zu Folge müssen jedes- 
mal, wo die nachbarlichen Mächte der Schweiz sich 
in einem offenen oder nahe bevorstehenden Kriegs- 
Lustande befinden, die in jenen Provinzen stationirten 
ruppen Sr. Majestät des Kdnigs von Sardinien 
abtreten, und konnen alsdann ubthigenfalls sich 
durch das Walliserland zurückziehen. 
Keine andre bewaffnete Truppen irgend einer 
andren Macht dürfen durch die vorbenannten Pro- 
vinzen und Gebiete marschiren, noch dorthin verlegt 
werden, und nur die schweizerische Eidgenossenschaft 
selbst, kann, wenn sie es für gut findet, diese Län- 
der mit Truppen besetzen. Es soll jedoch dieses Ein- 
verständniß die innere Verwaltung jener Länder in 
nichts stbren, sondern den Civilbehdrden Sr. Maje- 
stät des Kdnigs von Sardinien frei stehen, zur Auf- 
rechthaltung der guren Ordnung sich auch der Munit- 
zipalgarde zu bedienen. · 
Neunter
        <pb n="213" />
        Article neurième. 
Le présent traité fera partie des stipula- 
tions définitives dua Congres de Vienne. 
Arciche dixieme. 
Les ratifications du present traite seront 
GEchangées dans le terme de six semaines, ou 
Plutöt si faire se peut. 
En foi de qduci les Plénipotentiaires re- 
spectifs ont signé le présent traite et y ont ap- 
Posé le cachet de leurs armes. 
Fait à Vienne le vingt May de Tan de 
Sräce mil-huit-Cent- quinze. 
Cignés:) 
(L. S.) Le Prince de Hardenberg. 
¶L. S.) Le Baron de Humbol dt. 
(L. S.) Le Marquis de St. Marsan- 
(L. S.) Le Comte Hossi. 
Neunter Artikel. 
Gegenwärtiger Traktat wird einen Theil der 
Definitiv -Stipulationen des Wiener Kongresses 
ausmachen. 
Zehnter Artikel. 
Die Ratifikations-Urkunden des gegenwärtigen 
Traktats sollen binnen sechs Wochen, oder wenn 
es seyn kann, noch früher ausgewechselt werden. 
Zur Urkunde dessen haben die gegenseitigen Be- 
vollmächtigten selbigen unterzeichnet, und nut Ihren 
Wappen besiegelt. 
So geschehen zu Wien, den zwanzigsten Moi, 
im Jahre Christi tausend achthundert funfzehn. 
unterzeichnet:) 
(L. 8S.) Fürst v. Hardenberg. 
(L. 8.) Bar. v. Humboldt. 
(L. S.) Margq. v. St. Marsas, 
(L. S.) Gr. Rossi. 
  
A. A. 
Annexe de l'article 4. du traité 
du 20. Afal 1815. 
s———— 
Conditions qui doivent servir de bases à 
la réunion des Etats de Génes 4 ceux 
de Sa Majesté Sarde. 
Article premier. 
Les Génois seront en tout assimilés auxr 
autres sujets du Roi. IlIs participeront com- 
me eux aux emplois civils, judiciaires, militai- 
res et diplomatiques de la monzarchie ; et sauf 
es privileges qui leur sont ci-apres concedés 
wie diese, an den civi 
A. A. 
Bellage zum vierten Artikel des mit dem 
Könige von Sardinien geschlossenen Traktats, 
vom gosten Mai 1815. 
  
Bedingungen, welche der Vereinigung der genue- 
sischen mie den Kbnigl. sardinischen Staaten 
zu Grundlagen dienen sollen. 
Erster Artikel. 
Die Genueser werden den übrigen Kbniglichen 
Unterthanen in allem gleich gestellt. Sie werden, 
4, militair, richterlichen und 
diplomarischen Aemtern der Monarchie Antheil haben, 
und sie bleiben, mit Vorbehglt der ihnen weiter zani
        <pb n="214" />
        et assurés, ils seront soumis aux memes loixz 
set veglemens avec les modifications due Sa 
Majesté jugera convenables. 
La noblesse Génoise zera admise comme 
celle des autres parties de la monarchie aux 
grandes charges et emplois de la Cour. 
Artiche seconchk. 
Les militaires Génois composant actuelle- 
ment les troupes Cénoises, seront incorporés 
dans les troupes royales; les offiers et sous- 
oflciers conserveront leurs grades respectifs. 
4 Artiche troisieme. 
Les armoiries de CGénes entreront dans- 
T’cusson royal, et ses couleurs seront dans le 
Pavillon de Sa Meajesté. 
Acrticle quatrieme. 
Le port franc de Cenes sera rétahli avec 
les reglemens qui existoient sous l'ancien Gou- 
vernement de Genes. 
Toute facilite sera donnde par le Roi pour 
le transit par ses Etats des marchandises sor- 
tant du port franc en prenant les précautions 
due Sa Majesté jugers convenables pour due 
"es memes marchandises ne soyent pas vendues 
ou consommées en contrebande dans l’interieur. 
Elles ne seront assujetties du’s un droit mo- 
dique d’'usage. 
Artiche cinquierne. 
#11 sera Etabli dans chaque arrondissement 
d’'Intendance un Conseil provincilal composé de 
trente membres choisis parmi les notables des 
différentes classes, sur une liste des trois cents 
plus imposés de chaque arrondissement. Ils 
seront nommés la premiére fois par le Roi et 
renouveles de meme par cinquième tous les 
deux ans; le sort décidera de la sortie des 
duatre premiers cinquièemes. 
T’'organisation de ces Conseils sera réglée 
rar Sa Majesté. 
Le Président nommé par le Roi pourra 
dtte pris hors du corheil; en ce cas il n’ura 
pas le droit de voter. 
Les membres ne pourront ére choisis de 
Aaouveau que quatre ans après leur sortie. 
bewilligten und versicherten Privilegien, eben den- 
selben Gesetzen und Verordnungen mit den Modifika- 
tionen, welche Seine Majestät für zweckmäßig hal- 
ten wird, unterworfen. « 
Der Genuesische Adel wird eben so, wie der 
Adel der übrigen Theile der Monarchie zu den ho- 
hen Würden und Aemtern des Hofes zugelassen. 
3Sweiter Artikel. 
Die gennesischen Militairpersonen, aus welchen 
die genucsischen Truppen bestehen, werden den 
Kdniglichen Truppen einverleibt. Die OÖffiziere und 
Unteroffiziere behalten ihren respectiven Grad. 
Dritter Artikel. 
Das genuesische Wappen wird in den Kbnigli- 
chen Wappenschild, und dessen Farben in die Kdnig- 
liche Flagge aufgenommen. 
Vierter Artikel. 
Der Freihafen von Genna wird mit denen unter 
der ehemaligen genuesischen Regierung bestandenen 
Vorschriften wieder hergestellt. " 
Der König wird dem Transitohandel durch seine 
Staaten für die aus dem Freihafen kommenden 
Waaren alle mdgliche Erleichterung angedeihen las- 
sen, jedoch mit Anwendung solcher Vorsichtsmaaßre-= 
geln, die Se. Majestät für zweckmäßig halten, um 
zu verhindern, daß dergleichen Waaren nicht durch 
Schleichhandel im Innern des Landes verkauft oder 
verbraucht werden. Sie werden nur einer mäßigen 
üblichen Abgabe unterworfen seyn. 
Fänfter Artikel. 
In jedem Intendantschaftsbezirk wird ein Pros 
binzlalrath niedergesetzt, der aus dreißig Mitgliedern 
bestehet, und diese werden unter den Angeschensten 
aus den verschiedenen Volksklassen, und zwar auf 
den Grund einer Liste von sdreihundert Männern ge- 
wählt, die in jedem Bezirk am meisten zu den öffent- 
lichen Abgaben beitragen. Sie werden das erstemal 
vom Kbnige ernannt, und eben so alle zwei Jahre 
im Fünftel erneuert; das Loos wird über das Aus- 
scheiden der ersten vier Fünftel bestimmen. 
Die Organisation dieser Provinzialräthe wird von 
Seiner Majestät vorgeschrieben. 
Der vom Könige ernannte Präsident kann außer 
dem Rathskollegio Lenommen werden, und in diesem 
Falle hat er kein Stimmrrecht. v 
Die Mitglieder konnen nur vier Jahre nach ihrem 
Ausscheiden wiederum gewählt werden. D 
er
        <pb n="215" />
        Le Conseil ne’pourra s'occuper due des 
besoins et des réclamations des communes de 
Tintendanee pour ce qui concerne leur admi- 
nistration particulière et pourra faire des repre- 
sentations 4 ce sujet.. 1I se réunira chaque 
année au chef lieu de IIntendance 4 l’époqdue 
ei pour le tems due Sa Majeste déterminera. 
Sa Majesté le réunira d’ailleurs extraordinaire-- 
ment si Elle le juge convenable. 
LInendant de la province ou celui qui 
Ie remplace, assistera de droit aux séances, 
eomme Commissaire du Roi. 
Lorsque les besoins de IEtat exigeront 
PTétablissement de nouveaux impots, le Roi 
réunira les différens Conseils provinciaux dans 
telle ville de l’ancien territoire Génois du'II 
désignera et seus la presidence de telle per- 
sonne qu’'IlI aura déléeguée à cct esset. 
e Presickent quand 1l sera pris hors des 
Conseils, n'aura point voix deliberative. 
Le Roi wWwenverra 4 Tenrégitrement du 
Sénat de Genes aucun edit portant création. 
d’impôts extraordinaires qu’apres avoir regçu le 
Vote approbatif des Conseils provinciaux réunis 
omme ci-dessus. % 
La majorité Crune voix déterminera le 
vote des Conseils provinciaux assemblés s#pa- 
76meni ou reunis. 
Article sirieme. 
Le maximum des impositions qdue Sa Ma- 
jeste pourra établir dans IEtat de Cénes sans. 
consulter les Conseils provinciaux réunis, ne 
Pourra excêéder la proportion actuellement Eta- 
blie pour les autres parties de Ses Etats; les 
impositions maintenant pergçues seront amendées 
ce taux, et Sa Majeste se réserve de faire 
les modifications due Sa sagesse et Sa bonte 
envers Ses sujets Génois pourront Lui dicter 
à l'égard de ce qui peut eire réparti, soit sur 
les charges fonrieres, soit sur les Perception= 
directes ou indirectes. —- 
Le maximum des impositions Ctant ainsi 
régle, toutes les fois que le bésoin de l'Etat 
pourra exiger qu'il soĩt assis de nouvélles im- 
Positions ou des charges extraordinaires, Sa 
Majsesi demandera le vote approbatif des Con- 
seils provinciaux pour la somme qu’'’Elle jugera 
eonvenable de proposer et pour T’espoce d’im- 
Dosition 4 Ctablir. 
7 — 
Der Provinzialrath kann sich nur mit den Be- 
d#rfnissen und den Forderungen der Intendant- 
schaftsgemeinden beschäftigen, in sofern selbige ibre 
besondere Verwaltung betreffen, und Er kann dieser- 
halb Vorstellungen machen. Er versammelt sich alle 
Jahre in dem Hauptorte der Intendantschaft zur 
Jeit und auf so lange, als es Sceine Majestät be- 
stimmen werden. Ueberdies werden Seine Majestät 
wenn sie es für dienlich halten, ihn außerordentlich 
zusammen berufen. 
Der Intendant der Provinz, oder dessen Stell- 
vertreter, wird von Rechtswegen als Kdniglicher 
Kommissarius den Sitzungen beiwohnen. 
Sollten die Staatsbedürfnisse die Einführung 
neuer Auflagen erheischen, so wird der Kduig die 
verschiedenen Provinzialräthe in einer von Ihm zu 
bezeichnenden Stadt des chemaligen Genneser Ge- 
biets, und unter dem Vorsitz eines dazu besiimmten 
Abgeordneten zusammen berufen. 
Ist der Präsident außer den Rathskollegien genom- 
men worden, so hat er keine berathschlagende Stimme. 
Der König wird beim Genueser Senat kein Ge- 
setz wegen Einführung außcrordentlicher Auflagen 
eintragen lassen, wofern es nicht vorher die beifäl- 
lige Stimme der wie oben versammelten Provinzial- 
räthe erhalten hat. 
Die Mehrheit einer Stimme wird das Votum 
der einzeln oder vereinigt versammelten Provinzial- 
räthe bestimmen. 
Sechster Artikel. 
Das Maximum der Auflagen, welche Seine 
Majestät in den genuesischen Staat ohne vorherige 
Anfrage bei den vereinigten Provinzialräthen wird 
einführen können, darf nicht das # die übrigen 
Theile Seiner Staaten eingeführte Verhältniß über- 
steigen. Die gegenmürtig erhobenen Auflagen sollen 
auf diesen verhältnißmäßigen Satz gebracht werden, 
und Seine Majestät behalten sich vor, diejenigen 
Modifikationen zu treffen, die Ihre Weisheit und Ihr 
Wohlwollen gegen die genueser Unterthanen Ihnen 
hinsichtlich dessen eingeben wird, was auf die Grund- 
abgaben, oder auf direkte oder indirekte Auflagen 
vertheilt werden kann. 
Nachdem das Maximum der Aussagen olcher- 
gestalt regulirt worden, werden Se. Majestät, so 
oft das Staatsbeduͤrfniß neue Abgaben und außeror- 
dentliche Lasten erheischt, das beifällige Votum der 
Provinzialräthe sowohl über den vorzuschlagenden 
Betrag, als über die Gattung der einzuführenden 
Auflage, einfordern. 
Siebenter
        <pb n="216" />
        Arriche seprichme. 
La dette publique telle qdu’'elle existoit 
JIégalement sous le dernier Gouvernement fran- 
Saiis est garantie. 
Article huitième. 
Les pensions civiles et militaires accordées 
par IEtat d’apres les loix et les reglemens sont 
maintenues pour tous les sujets Génois habi- 
tant les Etats de Sa Mäjeste. - 
Sont maintenues sous les memes condi- 
tions, les pensions accordées 4 des Ecclésia- 
stiques ou à d’anciens membres de maisons re- 
ligieuses des deux sexes de meéme que celles qui 
sus le titre de secours, ont é6t16 accordees d des 
nobles Génois par le Couvernement frangois. 
Article neuvieme. 
II y aura à Geénes un grand corps judiciaire 
ou tribunal suprème, ayant les méêmes attribu- 
tions ei privileges dque ceux de Turin, de Sa- 
voie et de Nice, et qui porte comme eux le 
nom de Senat. 5 
Areicke dixieme. 
Les monnoyes courantes d’or et Targent 
de Tancien Etat de Genes actuellement exi- 
stantes scront admises dans les Caisses publiques 
concurremment avec les monnoyes piémon- 
toises. 
Article onzieme. 
Les levées d'homines dites provinciales 
dans le pays de Génes, n'excéderont pas en 
proportion les levées qui auront lieu dans les 
autres Etais de Sa Majesté. 
Le service de mer sera comptée comme 
eelui de terre. 
Artiche douzjeme. 
Sa Majesté créera une compagnie Génoise 
de gardes du Corps laquelle formera une qua- 
tnieme compagnie de Ses gardes. 
Article freizieme. 
Sa Majeste Elablira 4 Genes un corps de 
ville composé de quaramnte nobles, vingt bour- 
geois vivant de leurs revenus ou exergant des 
arts liberaux, et vingt des principaux negocians. 
Les nominations seront faites la prémiere 
fois par le Roi, e les remplacemens se feront 
à la nomination du corps de ville meme, sous 
a réserve de I’approbation du Roi. 
Ce corps aura ses réglemens particuliers 
donnés par le Roi pour la présidence et pour 
Ja division du travail. 
Les Présidens prendront le titre de Syn- 
dics et seront choisis parmi ses membres. 
Siebenter Artikel. 
Die dffentliche Schuld, so wie sie unter der 
letzten franzôsischen Regierung gesetzlich bestand, 
wird garantirt. 
Achter Artikel. 
Die vom Staate nach den Gesetzen und Vor- 
schriften bewilligten Civil= und Militair-Pensionen 
werden für alle in den Foniglichen Landen wohnhafte 
genuesische Unterthauen beibehalten. Die Pensionen 
der Geistlichen oder ehemaliger Mitglieder von geist- 
lichen Stiftungen beider Geßheechten, imgleichen alle 
von der franzdsischen Regierung der genuesischen Edel- 
leute als Beisteuer bewilligte Pensionen, werden 
unter denselben Bedingungen beibehalten. 
Neunter Artikel. 
Es soll zu Genua ein großer Gerichtshof oder 
Obertribunal mit denselben Attributionen und Pri- 
vilegien, als die zu Turin, Savoyen und Nizza, 
eingesetzt werden, und, wie diese, den Namen 
Senat führen. 
Zehnter Artikel. 
Die gegenwärtig kursirenden Gold= und Silber- 
münzen des ehemaligen genuesischen Staats, sollen 
gleich den piemontesischen Mönzsorten in den bffent- 
lchen Kassen angenommen werden. 
Eilfter Artikel. 
Die Cgenanuten Provinzial-Truppenaushebun- 
gen im Genuesischen werden die in den übrigen, 
Hniglichen Staaten statt findenden Aushebungen im 
Verhältniß nicht übersteigen. 
Der Seediensi wird dem Landdienst gleich ge- 
rechnet. 
Zwoölfter Artikel. 
Geine Majestät werden eine genuesische Garde- 
da-Corps-Kompagnie errichten, welche eine vierte 
Kempagnie Ihrer Garden bilden wird. 
Dreizehnter Artikel. 
Seine Majestät werden zu Genua ein Stadt- 
kollegium errichten, das aus vierzig Edelleuten, 
zwanzig Bürgern, die von ihren Einkünften leben 
oder Sreie Künste treiben, und zwanzig der vornehm- 
sten Kaufleute, bestehen soll. 
Die Ernenmingen geschehen das erstemal durch 
den Kdnig, die Ergänzungen aber auf Ernennung 
des Stadtkolleg#i selbst, mit Vorbehalt der Koniglie 
chen Bestätigung. 
Dieses Kollegium erhält seine eigenen Vorschrif- 
ten, die in Betreff der Präsidentur und der Ver- 
theilung der Arbeit vom Konige gegeben werden. 
Die Prasidenten führen den Titel Syndici, und 
werden unter den Mitgliedern gewählt. 
Der
        <pb n="217" />
        — 
Le Roi se réserve, wutes les fois qu’'Il le 
Jra i propos, de faire présider le corps de 
Ville par un personnage de grande distinction. 
Les attributions du corps de ville seront 
T’administration des revenus de la ville, la 
zurintendance de la petite police de la ville 
et la surveillance des établissements publics de 
charité de la ville. 
Un Commissaire du Roi assistera aux s6.- 
ances et délib Crations du corps de ville. 
Les membres de ce corps auront un costume 
et les Syndics le privilége de porter la Simarre 
rou Toga, comme les Présidens des tribunaux. 
Articke guntorzieme. 
Luniversitec de Cenes sera maintenue et 
jouira de mémes priviléges que celle de Turin. 
Sa Majesté avisera aux moyens de pourvoir 
4 Ses besoins. 
Elle prendra cet éCtablissement sous Sa pro- 
eection spéciale de méeme due les autres insti- 
tuts d'iinstruction, d’éducation, de belles lettres 
et de charite dqui seront aussi maintenus. Sa 
Majeste conservera en faveur de Ses sujets 
Génois les bourses, du’ils ont dans le college 
dit Lycê&amp;e, à la charge du GCouvernement, se 
réservant d’'adopter sur ces objets les régle- 
mens- du Elle jugera convenables. 
Arricle quinzieme 
Le Roi conservera 4 Genes un ribunal 
et une chambre de commerce avec les attribu- 
tions actuelles de ces deux établissemens. 
Areicl: seizieme. 
Sa Majestée prendra particuliècrement en 
Cconsidération la situation des Employés actuels 
de I’Etat de Genes. 
Articke dixseptieme. 
Sa Majesté accueillera les plans et propo- 
sitions qui Lui seront présentéees sur les moyens 
de rétablir la banqdue de St. George. 
Pour copie conforme à l'’original déposé 
à la Chancellerie intime de Cour et d’Etat 4 
Wienne. 
(signé:) 
(L. S.) Le Prince de Metternich. 
Der König hehält sich vor, so oft Er es für 
dienlich hält, einer Person vom hohen Range das 
Präsidium des Stadtkollegii zu übertragen. 
Zur Instanz des Stadtcolleg## gehören die Ver- 
waltung der Stadteinkünfte, die Oberaufsicht der klei- 
nern Stadtpolizei, und die Aufsicht auf die milden 
Stiftungen der Stadt. 
Ein Königlicher Commissarius wird den Sitzungen 
und Berathschlagungen des Stadtcollegi#i beiwohnen. 
Die Mitglieder desselben erhalten eine Anttstracht, 
und die Syndici das Vorrecht, gleich den Tribunals= 
Präsidenten die Simarre oder Toga zu tragen. 
Vierzehnter Artikel. 
Die Universität zu Genna behält und genießt mit 
der zu Turin gleiche Vorrechte. Seine Majesiät wer- 
den auf die Mittel bedacht seyn, für ihre Bedürfnisse 
zu sorgen. · 
Sie werden diese oͤffentliche Anstalt unter Ihren 
besondern Schutz nehmen, so wie auch die übrigen 
Unterrichts-, Erziehungs-, schoͤnwissenschaftliche und 
milde Anstalten, welche gleichfalls beibehalten werden. 
Seine Majestät werden zu Gunsten Ihrer genuest- 
schen Unterthanen die Stipendien, die sie in dem so- 
gemannten Lpceo auf Kosten der Regierung besitzen, 
eibehalten, und behalten Sich vor, über diese Ge- 
genstände solche Anordnungen zu treffen, die Sic für 
dienlich achten werden. 
Funfzehnter Artikel. 
Der König wird eine Handelskammer und Tri- 
bunal mit den gegenwärtigen Attributionen dieser bei- 
den Anstalten beibehalten. 
Sechszehnter Artikel. 
Seine Majestät werden die Lage der gegenwär- 
tigen Offizianten im Genuesischen Staate in beson- 
dre Erwägung ziehen. 
Siebenzehnter Artikel. 
Seine Majestät werden die Pläne und Vor- 
schläge zur Wiederherstellung der St. Georgenbank 
günstig aufnehmen. 
Dem in der Geheimen ofe und Staatskanzlei 
zu Wien niederlegten Original gleichlautend. 
(unterzeichnet:) 
(I. S.) ODer Fürst von Metternich.
        <pb n="218" />
        — 
B. B. 
Annexe de l'articleo. dit traiteè 
du 20. Mai 18g15. 
Cession faite par Sa Majesté le Rei de 
Sardaigne au Canton de Geneve. 
Article premier. 
Sa Majesté le Roi de Sardaigne met à la 
disposition des hautes puissances alliées Ia par- 
lie de la Savoie dui se trouve entre la rivièére 
d’Arve, le Rhöne, les limites de la partie de 
la Savoie occupée par la France, et la mon- 
tagne de Saleve jusqu'a Veiry inclusivement, 
Plus celle qui se tronve comprise ntre la grande 
route dite du Simplon, le lac. de Geneve et 
le territoire actuel du Canton de Geneve de- 
uis Vezenas jusqu'au point ou la riviéère 
diHermance traverse l susdite route ei de 1# 
continuant le cours de cette rivière jusqu’à son 
mbouchure dans le lac de Geneve au levam 
du village dHermance; la totalite de la route 
dite du Simplon comtinuant 4 eire possédée par 
Sa Majesté le Roi de Sardaigne, pour qdue ces 
pays soient réunis au Canton de Geneve, sauf 
àdterminer Plus Precisément la limite par des 
Commissaires respectifs, surtout pour ce. qui 
concerne la delimitation en dessus de Veiry et 
sur la montagne de Saléve. 
Dans tous les lieux et territoires rompris 
dans cette démarcation, Sa Majesté renonce 
pour Elle et ses successeurs 4 perpetuite à tous. 
droits de souverainete et autres qui peuvent 
lui appartenir, sans exceptions ni réserves. 
Article second. 
Sa Majesté accorde la communication entre. 
le canten de Geneve er le Valais, par la route 
dite Simplon de laméme maniére due la France 
J’a accordée entre Geneve ei le pays de Vaud 
Par la route qui passe par Versoix. Sa Majeste 
u#ccorde de meme en tout tems une communi- 
calion libre pour les milices Génevoises entre 
le territoire de Genéète et le mandement de 
Jussy et les facilités qui pourraient etre neces- 
saires A Toccasion pour arriver par le lac à la. 
susdite route dite du Simplon. 
lo 
B. B. 
Beilage zum vten Artikel des mit dem Könige 
von Sardinien geschlossenen Traktats, vom 
20sten Mai 1815. 
  
Abtretung von Seiten Seiner Majestät des Kö- 
nigs von Sardinien an den Canton Genf. 
Erster Artikel. 
Seine Majestät der König von Sardinien über- 
läßt zur Disposition der hohen allürten Mächte den 
Theil von Savopen, der zwischen dem Fluß Arve, der 
Rhone, den Grenzen des von Frankreich besetzten An- 
theils von Savoyen, und dem Salcveschen Geböürge 
bis einschließlich Veiry liegt, ferner den der enthalten 
ist zwischen der großen sogenannten Simplonstraße, 
dem Genfer See, und dem gegenwärtigen Gebiet des 
Cantons Genf, von Vezenas an, bis auf den Punkt, 
wo der Fluß Hermance gedachte Straße durchschneie 
det, und von da längs des Laufes dieses Flusses bis 
zu seiner Mündung im Genfer See, dstlich von Her- 
mance. Indem also die ganze sogenannte Simplon- 
straße fortdauernd im Besitz Seiner Majestät des Ko- 
nigs von Sardinien verbleibt, werden die hier oben 
aufgeführten Länder mit dem Canton Gerf vereinigt; 
jedoch mit dem Borbehalte, durch respektive Kommis- 
sorien die Grenze genauer bestimmen zu lassen., und 
besonders die Grenzen oberhalb Veiry und auf dem 
Saleveschen Gebürge genau zu berichtigen. 
In allen Ortschaften und Gebieten, die in dieser 
Demarkationslinie begriffen sind, begeben Sich Seine 
Majestät für Sich und Ihre Nachkommen, aufewige 
Zeiten und ohne irgend eine Ausnahme oder Vorbe- 
halt aller Souverainctäts= und andrer ihnen etwa zu- 
stehenden Rechte. 
" Zweiter Artikel. 
Seine Maiestät bewilligen die Communikation zwi- 
schen dem Canton Genf und dem Walliser Land, mit- 
telst der sogenannten Simpkonstraße, auf dieselbe Art 
und Weise, als Frankreich sie zwischen Genf und dem 
Woatlandeemitkels4 der Straße, die durch Versoir läuft, 
bewilligt hat. Eben so bewilligen Seine Majestätk je- 
derzeit für die Genfer Miliz eine freie Communikation 
zwischen dem Genfer Gebiet und dem Gerichtsspren- 
el von Jussy; und es sollen auch gelegentlich zum 
Kranspork über den See nach der Sunplonstraße alle 
erforderkiche Erleichterungen geleistet werden. 
ritter
        <pb n="219" />
        Article troisieme. 
Dlautre part Sz Majeste ne pouvant se ré- 
soudre 4 consentir du'fune partie de son terri- 
toire solt réGunie 4 un Etat o0 la religion do- 
minante est différente, sans procurer aux kabi- 
tans du pays qu’Elle céde la certitude qu’ils 
jouiront du libre exercice de leur religion. qu’ils 
continueront à avoir les moyens de fournir aux 
fraix de leur culte et 3 jouir cux-memes de la 
Plénitnde des droits de citoyen, 
1 est convenu due: 
I. La religion catholique romaine sera 
maintenue et protegée de la meme maniere 
durelle Pest maintenant dans toutes les com- 
munes cédées par Sa Majeste le Roi de Sar- 
daigne et qui seront réunies au Canton de 
Cenéve. 
5. 2. Les Paroisses actuelles qui ne se 
touveront ni démembrées ni séparées par la d. 
limitation des nouvelles frontièéres, conserveront 
leurs circonscriptions actuelles et seront desser- 
vies par le meme nombre d’ecclésiastiques, e 
duam aux portions démembrécts qui seraient 
trop faibles pour. Constituer une paroisse, on 
5 adressera à I’Evedque diocésain pour obtenir 
du’elles soient anncxécs à qduclque aute Pa- 
roisse du-Canon de Geneve. 
5. 3. Dans les memes communes cédées 
Par Sa Majestée, si les habitans protestans n’éga- 
lent point en nombre les habitans Catholiques 
romains, les maitres d'’école seront toujours 
Catholiques romains. II ne sera établi aucun 
temple protestant à Hexception de la ville de 
Carouge, qui pourra en avoir un. 
Les ofhciers municipaux seront toujours 
au moins pour les deux tiers ocatholiques ro- 
mains et specialemem sur les trois individus 
qui occuperont les places de Maire et des deux 
adjoints, il 7en aura toujours deux catholiques 
romeins. 
En cas que le nombre des protestans vint 
dans duelque commune à#éégaler celui des ca- 
Uioliques romains, l’'égalite et I’alternative sera. 
éCtablie tant pour la formation du conseil mu- 
nicipal que pour celld de la Meirie. 
EFn ce cas cependant il y aura toujours un 
matre d’école catholique romain, qguand meme 
on en établirait un protestant. 
On n’entend pas par cet article empecher 
due des indi ides protestans habitam une Com- 
mune catholique romaine, ne puissent pas, 
Fils le jugent à propos, y avoir une chapelle 
Particulier- pour T’exercice de leur culte, établie 
à leurs fraix, et y avoir Ögalement à leurs frai 
I1 
zu irgend einem andern Kirch 
Deritter Artikel. · 
Da indessen Seine Majestaͤt Sich nicht entschließen 
koͤnnen, einen Theil Ihres Gebiets einem Staate abzu- 
treten, dessen herrschende Religion verschieden ist, so 
wollen Sie den Einwohnern des von Ihnen überwiese- 
nen Landes die Gewißheit verschaffen, daß selbige die 
freie Ausübung ihrer Religion genießen, daß sie fort- 
während die Maorel erhalten, die Kosten ihres Gottes- 
dienstes zu bestreiten, und daß sie des vollen Genusss 
der bürgerlichen Rechte sich erfreuen. 
Zu dem Ende wird 9 endes festgesetzt: 
K. #L. Die rbmesch -katholische Religion soll auf 
dieselbe Art beibehalten und beschützt werden, als sie 
wirklich gegenwärtig in allen Gemeinden beibehalten 
und beschützt wird, welche von Seiner Majestät dem 
Könige von Sardinien abgetreten und mit dem Can- 
ton Genf vereinigt werden. · 
H.2.Diegegcnwärtigenerchs:ele,welchedurch 
den neuen Grenzzug weder zerstuͤckelt noch getrennt 
worden, sollen ihren gegenwärtigen Umkreis behalten, 
und mit der jetzt vorhandenen Anzahl Geistlichen be- 
setzt dleiben. Wegen der abgetissenen Theile, die zu 
schwach wären, ein Kirchspiel zu bilden, wird man sich 
an den Bischof des Kirchsprengels wenden, damit sie 
spiel des Canton Genf 
geschlagen werden. 
3.Wenn in denselben von Seiner Majestät 
abgetretenen Gemeinden, die protestantischen Ein- 
wohner den romisch-katholischen an Zahl nicht gleich 
kommen, so werden die Schulmeister stets rdmisch- 
katholisch seon. Es soll keine protestantische Kirche 
angelegt werden, außer in der Stadt Carouge, die 
eine solche haben darf. » 
Von den Municipalbeamten werden immer we- 
nigstens zwei Drittheile römisch-katholisch seyn, und 
insbesondere werden von den drei Individuen, welche 
die Stellen des Maire und seiner beiden Adjuncten 
besetzen, immer zwei romisch-katholisch sepn. 
Auf den Fall, daß die Zahl der Protestanten 
in irgend einer Gemeinde den rbômisch-katholischen 
gleich käme, wird bei der Bildung des Munzzwal= 
raths sowohl, als der Mairie, Gleichheit und Alter- 
nirung statt finden mussen. * 
In diesem den , und wenn schon ein protestan- 
tischer Schulmeister angestellt wäre, soll dennoch im- 
mer ein röômisch-katholischer eintreten. 
Durch diesen Artikel ist nicht gemennt, den 
protestantischen Einwohnern einer katholischen Ge- 
meinde zu verwehren, daß sie nach Gutbefinden ihre 
besondere und auf ihre eigenen Kosten errichtete Ka- 
pelle zur Ausübung #ihres Gottesdienstes halten, und 
sich ebenfalls auf ihre Kosten einen protestantischen 
b 2 Schul-
        <pb n="220" />
        un maitre Técole protestant pour linstruction 
Particulière de leurs enlans. 
F. 4. II ne sera point toucheé soit pour les 
fonds ei revenus, soit pour l’administrauon, 
aux donations ei fondations pieuses existantes, 
·t on n'empérhera pas les particuliers d’en 
Lire de nouvelles. 
5. 5, Le Gouvernemem fournira aux mémes 
fraix due fournit le Gouvernement actuel, pour 
Tentretien des ecclesiastiques et du cuke. 
6. 6. I#’glise catholique romaine actuelle- 
ment existante 4 Genéve, y7 sera maintenue 
telle qu’elle existe à la charge de I’Etat, ain- 
si due les loix eventuelles de Ia constitution de 
Geneve l’avaient deja decreteéc. Le curé sera 
loge ei dotée convenablemem. 
6. 7.. Les communes catholiques romaines 
et la Paroisse de Genéve comtinueront à fire 
Partie du diocése dui régira les provinces du 
Chablais et du Faucigny), sauf du’'il en scit 
regle autrement par Dautorite du Saint-Siege. 
5 S. Dans tous les cas IEveque ne sera 
jamals troublée dans les visites pastorales. 
5. .Les habitans du territoire cédée sont. 
pleinement assimiles pour les droits civils er 
politigues aux Genevois de la ville; ils les 
e#.erceront concurremem avec eux, sauf la 
reserve des droits de proprieté, de cite ou de 
commune. 
ö6. 10. Les enfans cstholiques romains se- 
ront admis dans les maisons d’éducation pu.- 
blique; PTenseignemem de la religion, n’'y aura 
pas lieu en commun, mais séparement, et on. 
emploiera à cet effet pour Ls catholiques ro- 
mains, des ecelésiastiques de leur communion. 
8. 11. Les biens communaux ou proprié- 
tes appartenantes auf nouvelles communes, 
leur seront conserves) et elles continueront à 
les administrer comme par le passé ei à en 
employer les revenus à leur proftt. 
é4 12. Les memes communes ne seront 
point sujeittes à des charges plus considerables 
due les anciennes communes. 
6. 13. Sa Majeste le Roi de Sardaigne se 
reserve de porter à la connaissance de la Dicte 
helvétique et d’appu#er par le canal de ses 
agens diplomatiques aupres d'’elle, toute récla- 
mation à laquelle Iine: écution des articles ci- 
dessus pourrait donner lieu. 
Article quatrieme. 
Tous les titres terriers ei documens con- 
ernant les choses cédées, serom remis par Sa 
17 
Schulmeister für den besondern Unterricht ihrer Kin- 
der beilegen. · . ’ 
s.4.WederinhinsichtderliegendenGründe 
und Einkünfte, noch in Hinsicht der Verwaltung, dür- 
fen die jetzt bestehenden Schenkungen und milden 
Stiftungen angegriffen werden, und cs soll Niemand 
gehindert werden, dergleichen serner zu machen. 
. 5. Zum Unterhalt der Geistlichen und des 
Cultus, wird die künftige Regierung eben so viel, als 
bisher die jetzige, beitragen. 
F. 65. Die gegenwärtig zu Genf bestehende ka- 
tholische Kirche wird, so wie sie jetzt bestehet, und 
zwar auf Kosten des Staats, wie die eventuellen Ge- 
setze der Genfer Verfassung es bereits verfügt hatten, 
ferner dort beibehalten. Der Parrer soll eine an- 
standige Wohnung und Einkünfte erhalten. 
F. 7. Die ro#sch-katholischen Gemeinden, und 
das Genfer Kirchspiel, werden fortdauernd cinen Theil 
des Kirchsprengels ausmachen, der die Provinzen von 
Chablats und Faucigny verwalten wird; es müßte denn 
der päbstliche Stuhl ein Anderes darüber verfägen. 
C. 8. Oer Bischof soll nie in seinen Amtsvisita- 
tionen gestört werden. 
9H. 9. Die Einwohner des abgetretenen Ge- 
biets werden, in Betreff der Civil= und politischen 
Rechte, den städtischen Genfern ganz gleich gestellt; 
sie werden selbige gleich ihnen, auenben; jedoch blei- 
ben die Eigenthumsrechte von Stadt oder Gemein- 
den vorbehalten. 
S. 10. Die rämisch-katholischen Kinder werden 
in die öffentlichen Ecziehungshauser aufgenommenz 
der Unterricht in der Religion wird dort nicht gemein- 
schaftlich, sonoera getrennt statt sinden, und es wer- 
den zu diesem Behuf für die roômisch-katholischen 
Geistliche dieses Glaubens genommen. 
s. 11. Die den neuen Gemeinden zugehdrigen 
Gemeindegüter oder Eigenthum, sollen ihnen verblei- 
brn. Sie werden selbige wie ehemals verwalten, und 
die Eintünfte zu ihrem Vortheile verwenden. 
. 12. Dieselben Gemeinden sollen keinen hi- 
hern Lasten unterworfen seyn, als die ältern Ge- 
meinden. 
C. 13. Seine Majestät der Kbnig von Sar- 
dinien werden die Reklamationen, welche die Necht- 
ausführung der obigen Artikel veranlassen möchte, 
zur Kenntusß der schweizerischen Tagsatzung bringen, 
und durch die bei ihr angestellten diplomatischen Agen- 
ten unterstützen. « 
Vierter Artikel. 
Die Grundtituln und Ookumente über die ab- 
getretenen Gegenstände sollen, sobald es thunlich ist, 
von.
        <pb n="221" />
        Majesté le Roi de Sardaigne au canton de 
Geneve le plutet due faire se pourra. 
Article cinqujeme. 
Le traité conclu 4 Turin le trois du mois 
de Juin mil-sept-Cent-cinquante- quatre entre 
Sa Majeste le Roi de Sardaigne et la republique 
de Geneve, est maintenu pour tous les articles 
auxquels il n'est . derogé par la présente 
transaction; mais Sa Majeste voulant donner au 
canton de Geneve une preuve particulière de 
sa bienveillance, consent néanmoins à annuller 
la parlie de l’article treizième du susdit traité 
dul interdisait aux citoyens de GCencve, qui se 
trouvaient des-clors avoir des maisons et biens 
situé“ en Savoie, la faculté d’'y faire leur habi- 
tation principale. 
Article sirieme. 
Sa Majeste consent par les mémes motifs 
àa prendre des arrangemens avee le canton de 
Genceve pour faciliter la sortie de ses états des 
denrées destinées à##la consommation de lL 
ville et du canton. 
Articie septicmme. 
II est accorde exemption de tout droit de 
transit à toutes les marchandises, denrées etc. 
dui en venant des états de Sa Majeste et du 
port franc de Genes traverseront la route dite 
du Simplon dans toute son étendue par le Va- 
lals ei I’état de Genéve. II est entendu due 
cette enemption ne regarde due le transit er 
ne s'éetend pas ni aux droits. Etablis pour le 
mzintien de la route, ni aux marchandises et 
denrées destineées à etre vendues ou consom- 
mees dans l’interieur. 
Ceitte réserte s'applique Egalement à## la 
communication accordee aux Suisses entr##le 
Walais et le canton de Genéve, ét les gouverne- 
mens prendront à cei eflet de commun accord 
les mesures qu’ils jugeront nécessaires soit pour 
da take, soit pour empecher la contrebande, 
dchacun sur leur territoire. 
Pour copie conforme à Toriginal déposé 
&amp; la chancellerie intime de cour et. Gectat 4. 
MWienne. 
" (signé:) 
. S.) Le Prince de Metternickl.. 
13 
von Sciten Seiner Majestät dem Kdnig von Sardi, 
nien dem Genfer Canton übergeben werden. 
Fünfter Artikel. 
Dier in Turin am dritten des Juni-Monats Ein 
Tausend sicbenhundrrt vier und funfzig zwischen Seir 
ner Majestät dem Könige von Sardimen und der 
Genfer Republik abgeschlossene Traktat, wird in Be- 
treff aller Artikel, die durch den gegenwärtigen Ver- 
tra nicht ufgehoben worden, beibehalten: Da in- 
dessen Seine Majestät dem Genfer Canton einen beson- 
dern Beweis Ihres Wohlwollens zu geben wünschen, 
so willigen Sie nichts desto weniger ein, den Theil des 
dreizehnten Artikels besagten Traktats zu annulliren, 
welcher denen Genfer Bürgern, die damals in Saveyen 
belegene Häuser und Güter besaßen, die Befugniß 
untersagte, dort ihre Hauptwohnung aufzuschlagen. 
Secheèter Artikel. 
Seine Majestät willigen aus denselben Beweg- 
gründen, ein, daß mit dem Genfer Canton Einrcch= 
tungen getroffen werden, um die Ausfuhr der zur 
Consumtion der Stadt und des Cantons bestimmten 
Waaren aus seinen Staaten zu erleichtern. 
Siebenter Artikel. 
Alle Waaren, Lebensmittel r., welche aus den 
Staaten Semer Majestät und aus dem Freihafen 
Genua kommend, die sogenannte Simplonstraße in 
ihrer ganzen Ausdehnung durch das Walliserland 
und den Genfer Staat passiren, sollen von jedwe- 
der Transitoabgabe frei seyn;. Wohlverstanden, da 
diese-Befreiung blos das Transito betrifft, und si 
weder auf die zum Uiterhalt der Straße, noch auf 
die zum Berbrauch und Verkauf im Innern bestimm- 
ten. Waaren und. Lebensmitel erftreckt. 
Dieser Vorbehalt findet gleichfalls UAnwendung auf 
die den Schweizern bewilligte Communikation zwischen 
dem Walliser Lande und dem Genfer Canton, und die 
Regierungen werden zu diesem Behuf gemeinschaftlich, 
eine jede auf ihrem Gebiet, die Maaßregeln treffen, 
welche sie, sowohl in Ansehung des Tarifs, als zu Ver- 
hätung des Schleichhandels,, für dienlich achten. 
Dem in der geheimen Hof= und Staatskanzlei 
zu Wien niedergelegten Original gleichlautend. 
Cunterzeichnet:). 
(L.-S.) Färst von Metternich. 
———““--...———— —— 
(No- 2.)
        <pb n="222" />
        .. 2.) Traité concln entre S. M, le Roi de Pruse 
et le Royaume d’Hannovre, 4 Vienne le. a9. Mai 
1815. 
Au nom de la frs gainte 
et indivisible Trinitèé! 
S. Majesté le Roi de Prusse et Sa Majesté 
le Roi du Royaume uni de la Grande-Bretagne 
et d’Irlande, Roi d’Iannovre désirant de con- 
esigner dans un Traité particulier les stipulations 
contenues dans les procêés verbaux du 13. et 21. 
Fevrier mil-huit-cem- quinze du Comite des 
Plénipotentiaires de I’Angleterre, de 1’Autriche, 
de la Russie, de la Prusse et de la France, 
à I’effet de mettre en Gxréchtion les dispositions 
du Traité conclu 4 Reichenbach le duatorze 
Juin mil-huit-cent- teize, et d’effectuer les 
arrangemens territoriaux qui sont une Suite de 
vet engagement pris par Sa Majeste Prussienne, 
les deux Souverains ont nommé des Plenipo- 
tentiaires pour concerter, arreter et signer tout 
ce qui est relatif A cet objet, savoir: 
Sa Majesté le Roi de Prusse, le Prince 
de Hardenberg, son Chancelier d’Etat, Che- 
vValier des grands ordres de I’aigle noire, de 
l’aigle rouge, de celui de Set Jean de Jérusa- 
dem et de la croix de fer de Prusse, de ceux 
de St. André, de St. Alexandre-Newsky ei de 
Ste. Anne de la premiere classe de Russie;, 
Grand-CTroix de Tordre Royal de St. Etienne 
de Hongrie, Grand-cordon de la legion d’hon- 
neur, Grand-croix de Tordre de St. Charles d' Es- 
Pagne, de celui de St. Hubert de Baviere, de 
Tordre supreme de lannonciade de Sardaigne, 
Chevalier de Tordre des Séraphins de Suede, 
de celui de I’Elepham de Danemarc, de l’aigle 
dor de Wurtemberg ei de plusieurs autres, 
son premier Plénipotentiaire au congres de 
Wienne; et le Sieur Charles Guillaume 
Baron de Humboldt, Ministre d’Etai de Sa 
dite Majestée, Son Chambellan, Envoyé eaxtra- 
ordinaire et Ministre plénipotentiaire pres Sa 
Majeste Imperiale et Ropyale Apostolique, 
Chevalier du Grand-ordre de ’aigle rouge, 
de celui de la croix de fer de Prusse ei de 
celui de Ste. Anne de la premiere classe de 
Russie, son second Plénipotentiare au congres 
de Vienne; 
et Sa Majeste le Roi du Royaume uni 
de la Grande- Bretagne et d’Irlande, Roi 
’Hannovre, le Sieur Erneste Frédéric 
14 
(No. 2.) nebersetung des wischen S. M. dem Känice 
von Preußen und dem Königreich Hannover zu Wien 
den a#tten Mai 1815 geschlossenen Traktats. 
Im Namen der hochheiligen 
und untheilbaren Dreieinigkeit! 
eine Majestät der König von Preußen, und Seine 
Majestät der Kdnig des vereinigten Königreichs Groß- 
brittannien und Irland, Kdnig von Hannover, wün- 
schen die in den Protolollen des Ausschusses der Be- 
vollmächtigten Englands, Oesterreichs, Rußlands, 
Preußens und Frankreichs, vom 13ten und alsten Fe- 
bruar Ein Tausend achthundert und funfzehn enthal- 
tenen Bedingungen in einem besondern Traktat aufzu- 
zeichnen, um die Bestimmungen des zu Reichenbach 
den vierzehnten Juni Ein Tausend achthundert und 
dreizehn abgeschlossenen Traktats in Ausführung zu 
bringen, und die in Folge jener von Seiner Kdniglich 
Preußischen Majestät übernommenen Verpflichtung ent- 
stehenden Territorial-Anordnnngen zu bewerkstelligen. 
Beide Souverainehaben daher Bevollmächtigte ernannt, 
um alles was auf besagten Gegenstand sich beziehet, zu 
verabreden, festzusetzen und zu unterzeichnen, nemlich: 
Seine Mjestät der König von Preußen, Ihren 
Staatskanzler, den Fürsien von Hardenberg, 
Ritter der großen schwarzen und rothen Adler-, 
des Preußischen St. Johanniter= und des Preußj- 
schen eisernen Kreuzes-Ordens, Ritter der Kaiserl. 
Russischen St. Andreas-, St. Alerander Newsky- 
und St. Annen-Ordens erster Klasse, Großkreuz 
des ungarischen St. Stephan-Ordens, Groß-Adler 
der Ehrenlegion, Großkreuz des spanischen St. 
Carls-, des Baierschen St. Hubert-, des hoben 
Sardinischen Annunciaden-, des Schwedischen Se- 
raphinen-, des Döänischen Elephanten-, des Wuür- 
tembergischen goldenen Adler= und mehrerer andern 
Orden, ersten Bevollmächtigten am Wiener Con- 
greß; imgleichen, den Freiherrn Karl Wilhelm 
von Humboldt; Ihren Staatsminister, Kam- 
merherrn, außerordentlichen Gesandten und bevoll- 
mächtigten Minister bei Ihro Kaiserl. Königl. apo- 
stolischen Majesiät,, Ritter des großen Preußischen 
rothen Adler= und eisernen Kreuzes-Ordens, und 
des Russischen St. Annen-Ordens erster Klasse, 
zweiten Bevollmächtigten am Wiener Kongreß; 
und Seine Majestät der König des vereinigten 
Kbnigreichs von Großbrittannien und Irland, Ki- 
nig von Hannover, den Herrn Ernst Friedrich 
Herberth,
        <pb n="223" />
        Herberth, Comte de Munster, Land-maré- 
chal héreditaire du Royaume, Grand-CTrok de 
TUordre royal de Set. Etienne Son Ministre 
d’Eta## et du Cabinet et Ministre plénipoten- 
tiaire au congres de Vienne; et le Sieur 
Erneste Chrétien George Auguste 
Comte de Hardenberg, CErand-croisr de 
Tordre de Léopold d’Autriche et de T’aigle 
rouge de Prusse, Chevalier de Tordre de 
St. Jean de Jerusalem, Son Ministre d'’Etat et 
du Cabinet, Envoyé extraordinaire et Ministre 
plénipotentiaire prés Sa Nlajeste Imperiale e 
Royale Apostolique, et Son. Ministre plénipo- 
tentiaire au congrés de Vienne; 
Lesquels après avoir échangé leurs pleins- 
Pouvoirs trouves en bonne et due forme, sont 
convenus des articles suivans: 
Article premier. 
Sa Majesté le Roi de Prusse cède à Sa 
Nfajeste le Roi du Royaume uni de la Grande- 
Bretagne et d’Irlande, HKoi d’Hannovre, pour 
eire possédé par Sa Majeste et ses Successeurs 
en toute proprieté et souverainete: 
I) La Principauté de Hildesbeeim, qui pas- 
sera sous la domination de Sa Majesté avec 
tous les droits et toutes les charges avec les- 
duels la dite Prinçipauté a passé sous la domi- 
nation Prussienne; 
2) La ville et le territoire de Goslar; 
3) La Principaute de la Frise orientale, 
Compris le pays dit le Harlinger-Land, sous 
es conditions reciproquement steipulées à Tar- 
ticle cing pour la navigation de Ems et le 
commerce par le port d’Emden. Les Ett 
de la Principaute conserveront leurs droits et 
Priviléges; . 
Le Comtée inférieur (niedere Grafschaft) 
de Lingen ei la parlie de la principaute de 
Munster Prussienne qdui est siuée entre ce 
Comte et la partie de Rheina-Wotbeck, occu- 
pée par le Gouvernememn Hannovrien. Alais 
comme les deux hautes parties contractantes 
sont convenues due le Royaume d’Hannovyre 
obtiendra par Cceite cession un agrandissement 
renfermant une population de vingedeux-mille 
ames, et due le Comte inférieur de Lingen ei 
la pamie de la principaute de Munster ici men- 
tionnés pourroicem ne pas repondre à. cette 
çondiien, Sa Majeste le Roi de Prusse s'en- 
gage à faire étendre la ne de demarcation. 
dans la principaute de Munster amant qu’il 
s#e#r#DéCessaire pour renfermer la dite popula- 
45 
Herberth, Grafen von Müönster, Erblandmare 
schall des Königreichs, Großkreuz des Kdniglichen 
St# Stephans-Ordens, Ihren Staats= und Kabi- 
netsminister und bevollmächtigten Minister am Wie- 
ner Kongreß; imgleichen den Herrn Ernst Chri- 
stian Poorg August Grafen von Harden- 
berg, Großkreuz. des Oesierreichischen Leopolds 
und des Preußischen rothen Adler-Ordens, Ritter 
des St. Johanniter-Ordens; Ihren Staats= und 
Kabinetsminister, auch außerordentlichen Gesandten 
und bevollmächtigteu Minister bei Ihro Kaiserl. Kd- 
nigl. apostolischen Majestät, und Ihren bevollmäch- 
tigten Minister um Wiener Kongreß; 
Welche, nachdem sie ihre in guter und gehbr 
riger Form befundenen Vollmachten ausgewechselt ha- 
ben, über folgende Artikel übereingekommen sind: 
Erster Artikel. „ 
Sein= Majestät der Kdnig von Preußen tritt ab 
an Seine Majestät den Kdnig des vereinigten König- 
reichs von Großbriktannien und Irland, Kdnig von Han- 
nover, um von Ihnen und Ihren Nachfolgern im vollen 
Eigenthum und mit voller Landeshoheit und Oberherr= 
lichkeit besessen zu werden: 
) das Fürstenthum Hildesheim, welches mit 
allen Rechten und Lasten, die zur Zeit, als es unter 
Preußischer Herrschaft kanr, darauf hafteten, jeetzt 
ebenfalls zu Seiner Majestät Herrschaft überge- 
hen wiedz 
2) die Stadt und das Gebiek von Goslar; 
3) das Förstenthum Ostfriesland, das soge- 
nannre Kiinger Land mit einbegriffen, unter den 
in Betreff der Emsschiffahrt und des Handels durch 
den Emdener Hafen, im fünften Artikel gegenseitig 
festgesetzten Bestimmungen. Die Stände des Für- 
stenthums behalten ihre Rechte und Privilegien; 
4) die niedere Grasschaft Lingen und den zwi- 
schen dieser Grafschoft und dem von der haundver- 
schen Regierung besetzten Theike von Rheina-Wol- 
beck belegenen Theil des Fürstenthums Preußisch-= 
Münster. Da jedoch beide hohe contrahmende 
Theile übereingekommen sind, durch diese Abtre- 
tung dem Königreiche Hannover eine Landeserwei- 
terung mit einer Volksmasse von zwei und zwanzig 
tausend Seelen zuzuwenden, und die hier erwähnte 
Nieder-Grafschaft Lingen nebst dem besagten Theile 
des Furstenthums Münster dieser Bedingung nicht 
entserechen möchten, so verpflichtet Sich. Seine Ma- 
jestät der König von Preußen die Demarkations-Linie 
in dem Fürstentbum Münster- um sol viel zu erwei- 
tern, als zur Erreichung der versprochenen Volks- 
Jahl erforderlich sepn wird. Die Commission, welche 
die
        <pb n="224" />
        #— 
dion.- La eommission due les Gouvernemens 
Prussien et Hannovrien nommeront incessam- 
mem pour procéder à la flzation exacte des li- 
mites, sera specialement chargée de P’execution 
de ceite disposition. 
Sa Majeste Prussienne renonce 1 perpé- 
tuite pour Elle, tous ses descendans et succes- 
aeurs, aux provinces et territoires mentionnes 
dans le present artiche, ainsi qu'z tous les 
droits qui y sont relatifs. 
Artiche second. 
Sa N#lajeste le Roi de Prusse renonce 4 per- 
Pétuité pour Lui, ses descendans et successeurs, 
à tout droit et prétention duelconque due Sa 
MXlaseste pourroit en Sa dualité de Souverain de 
Eichsichd former sur le chapitre de St. Pierre 
dans le bourg de Noerten, ou sur ses dépen- 
dances situées dans le territoire Hannovrien. 
Article froisieme. 
Sa Majeste le Roi de Prusse #ngage à 
disposer moyennam des compensations à four- 
nir sur la masse des pays dont la possession z 
eté assurée 4 Sa Majeste Prussienne par les 
stipulations faites au congrés de Vienne, 
I) Son Altesse Royale I’Electeur de Hesse, 
4 ceder à Sa Majesté, Ie Roi du Roxyaume uni 
de la Grande-Bretagne et d’Irlande, Roi d’Han- 
novre, pour etre possedés par Lui et ses euc- 
cesseurs en toute souveraineté et proprictc, les 
trois baillages de Uechte, Freudenberg et Au- 
bourg, autrement dit Wagenfeld, avec les dis- 
tricts et territoires qui en dépendent, ainsi due 
Ja partie que Son Altesse Royale possède du 
Comtée de Schaumbourg, et les Seigneuries de 
Plessen et de Neuengleichen; 
2) Son Altesse Sérénissime le Landgrave 
de Hesse-Rothenburg, à renoncer 4 perptuite 
aux droits du’il possède dans la dite Seigneurie 
de Plessen, pour qdue ces droits passent à Sa 
Maieste Britannique, Rol d’Hannovre. 
La cession de la part de Son Altesse Ro- 
vale I’Electeur de Hesse et la renonciation du 
Landgrave de Hessen - Rothenburg ci-dessus 
&amp;noncces, n’'ayam pas &amp;&amp; obtenues dans le 
terme de trois mois, Prescrit dans I’article qdua- 
rante du procés- verbal du treize Février, et 
les cessions réciproques ayant en vertu de Tar- 
üche mentionne du eire mises en exécution 
sous la reserve, due tandis que la Prusse con- 
Uünue à jouir du territoire qu'elle auroit destin 
16 
— 
die preußische und hanndversche Regierungen unver- 
üglich ernennen werden, um zur genauen Grenz- 
erichtigung zu schreiten, wird mit der Vollstreckung 
dieser Bestimmung besonders beauftragt werden. 
Seine Kdniglich Preußische Majestät leisten auf 
ewige Jeiten für Sich, alle Ihre Nachkommen und 
Nachfolger, auf die im gegenwärtigen Artikel er- 
wähnten Provinzen und Gebiete, so wie auf alle sich 
darauf beziehende Rechte, Verzicht. 
Zweiter Artikel. 
Seine Majestät der Khnig von Preußen entsagen 
zuf ewige Jeiten für Sich, Ihre Nachkommen und Nach- 
folger, allem und jedem Rechte, und jedweder Forde- 
rung, welche Seine Majestät in Ihrer Eigenschaft als 
Souverain vom Eichsfeld auf das Kapitel St. Peter 
im Flecken Norten, oder auf die im haundveceschen 
Gebiet belegenen Pertinenzstücke desselben geltend 
machen könnten. 
Dritter Artikel. 
Seine Majestät der König von Preußen ver- 
flichten Sich mittelst Ersatzleistungen aus der Ge- 
ammtmasse der Länder, deren Besitz durch die auf 
dem Wiener Kongreß festgesetzten Bedingungen Al- 
lerhöchst Ihnen zugesichert ist, 
1) Seine Kbnigliche Hoheit den Kurfürsten von 
Hessen dahin zu bewegen, daß Sie Seiner Mcjestät 
dem Könige des vereinigten Kdnigreichs von Großbrit- 
tannien und Irland, Kdnig von Hannover, die drei Aem- 
ter Uechte, Freudenberg und Aubourg, sonst auch Wagen- 
feld genannt, mit den davon abhängenden Bezirken und 
Gebicten, so wie auch den Seiner Kdniglichen Hoheit 
zuständigen Theil von der Grasschaft Schaumburg, 
und die Herrschaften Plessen und Neuengleichen ab- 
treten, um von Seiner Majestät und Ihren Nach- 
folgern in vollem Eigenthums-, Landeshoheits= und 
Oberherrlichkeitsrechte besessen zu werden. 
Seine Durchlaucht, den Landgrafen von Hessen- 
Rothenburg dahin zu bewegen, daß sie den Rechten, die 
Ihnen in besagter Herrschaft Plessen zustehen, auf ewige 
Zeiten entsagen, und diese Rechte Seiner Königlich 
Großbrittanmsch-Hanndverschen Majestät überweisen. 
Da die oben erwähnte Abtrekung von Seiten Sei- 
ner Kbniglichen Hoheit des Kurfürsten von Hessen und 
die Verzichtleistung des Landgrafen von Hessen-Rothen- 
burg nicht binnen der im vierzigsten Artikel des Pro- 
tokolls vom dreizehnten Februar vorgeschriebenen drei- 
monatlichen Frist erlangt worden sind, und da Kraft 
des erwähnten Artikels, die gegenseitigen Abtretungen 
mit dem Vorbehalte in Ausführung gebracht werden 
sollen, daß während Preußen fortdauernd im Genuß 
des dem Kurfürsten von Hessen und Landgrafen von Ro- 
· thenburg
        <pb n="225" />
        à satisfaire PERlecteur de Hesse et le Landgrave 
de Rothenbourg, le Hannovre retiendroit de 
son coté la. partie du-Duché de Lauenbourg, 
dom il a été disposé par T’article duatre en sa- 
veur de Sa Majeste Prussienne, Cet arrange- 
ment comntinuera d’avoir lieu jusqu’i ce due le 
Hannovre ait effectivement obtenu les dites 
cessions et renonciations Hessoises, ou due les 
Gouvernemens de Prusse et d’Hannovre solent 
convenus sur les indemnités Ggales à la dimi- 
nution qui résulteroit pour le Hannovre de la 
perte des territoires Compris dans la dite ces- 
sion et renonciation, indemniblés qdui doivent 
eire prises sur 1 Eichsfeld et sur la partie Prus- 
sienne du Comté de Hohenstein. 
Ouant aux autres Ccessions à faire en vertu 
des stipulations consigndes dans le procés-ver- 
bal du treize Février mil-huit-Cent- quinze, le 
consentement de Sa Majeste Prussienne ei de 
Son Altesse Royale le Prince régent de la 
Grande-Bretagne et d’Hannovre ayam deéjd à 
ce###effet 6%½ obtenu, les deux hautes parties 
contractantes donnerom les ordres necessaires 
Pourqu’'elles soient effectudes en huit semaines 
à dater de la signature du présent traié. 
Article quatrieème. 
Sa Majesté le Roi du Royaume uni de la 
Grande-Bretagne et d'Irlande, Roi d'Hannovre 
céde à Sa Majesté le Roi de Prusse pour étre 
ossé de en toute propriété et souveraineté par 
Lui et ses successcurs, · 
1) La partie du Duché de Lauenbourg si- 
tuée sur la rive droite de I’Elbe avec les vil- 
lages Lunebourgeois situés sur la meme rive. 
La partie de ce Duché situse sur la rive 
*r e demeure au Royaume dl’Hannovre. 
es Etats de la partie du Duché qui passe 
sous la domination Prussienne, conserveront 
leurs droits et privileges, et mommemeent ceuz 
fondés sur le reccs provincial du qduinze Sep- 
tembre mil- sept-Cent-deux, confirmé par Sa 
Majeste le Roi de la Grande-Bretagne, actuelle- 
ment régnant, en date du vingt- un Juin mil- 
"sept-Cent-soixante cindq; 
2) le bailliage de Kloetze; 
3) le bailliage d’Elbingerode; 
4) les villages de Rudigershagen et Caense- 
teich; 
5) le bailliage de Reckeberg. 
Sa Majeste Britannique, Roi d’Hannovre 
renonce à perpétuité pour Elle, ses descendans 
17. 
thenburg als Schadenersatz zugedachten Gebiets ver- 
bleibt, Hannover seiner Seits den Theil des Her- 
zogthums Lauenburg zurückbehalten soll, über wel- 
chen vermittelst des vierten Artikels zu Gunsten Sei- 
ner Koniglich Preußischen Majestät disponirt worden 
ist, so wird diese Anordnung fortwährend so lange 
Statt finden, bis daß Hannover besagte hessische A 
tretungen und Verzichtleistungen wirklich erlangt ha- 
ben wird, oder die preußische und hanndversche Re- 
gierungen über einc verhaltnißmäßige Entschädigung 
einverstanden seyn werden, welche den für Hannover 
aus dem Verluste der in gedachter Abtretung und 
Verzichtleistung beguffenen Gebiete entstehenden Ab- 
gang aufwiege. iese Entschädigung würde aus 
dem Eichsfeld und dem preußischen Antheil an der 
Grafschaft Hohenstein zu leisten sepn. 
Da, betreffend dic übrigen Abtretungen, welche 
Kraft der im Protokoll vom dreizehnten Heebe#ar Ein 
Tausend achthundert und funfzehn Statt finden sol- 
len, die Genehmigung Seiner Königlich Preußischen 
Majestät und Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen 
Regenten von Großbritannien und Hannover, zu 
desem Behuf bereits erfolgt iist, so werden beide 
hohe contrahirende Theile die nöthigen Befehle er- 
lassen, damit jene Abtretungen binnen acht Wochen. 
von der Unterzeichnung des gegenwärtigen Tractats 
an gerechnet, vollzogen werden. " 
» Vierter Artikek. 
Seine Majestät der König des vereinigken Ko- 
nigreichs Großbrittannien und Irland, König von 
Hannover, tritt Seiner Majestät dem Knige von 
Preußen ab, um von Ihm und Seinen Nachfolgern 
in vollem Eigenthums-, Landeshoheit und Oberherr- 
lichkeitsrechte besessen zu werden: 
1) den auf dem rechten Elbufer gelegenen Theil 
des Herzogthums kauendurg mit den auf demselben 
Ufer gelegenen Lüneburgischen Obrfern. Der auf 
dem linken Ufer gelegene Theil dieses * thums 
verbleibt dem Kdnigreich Hannover. ie Staͤnde 
des zur preußischen Herrschaft uͤbergehenden Theils 
des Herzogthums behalten ihre Rechte und Vorrechte, 
und namentlich diejenigen, welche auf den von Sei- 
ner jetzt regierenden Königlichen großbritannischen 
Majesiät unter dem ein und zwanzigsten Juni Ein 
Tausend siebenhundert fünf und seche bestätigten 
Provinzial-Rezeß vom funfzehnten September Ein 
Tausend siebenhundert und zwei gegründet sind. 
2) das Amt Klotze; 
3) das Amt Elbingerode; 
4 die Ddrfer Rüdigershagen und Gärseteich; 
5) das Amt Reckeberg. 
Seine Königlich großbritannisch-hannbversche 
Mjestät entsagen auf ewige Zeiten für Sich, zi 
c achr
        <pb n="226" />
        et successeurs aux provinces et districts com- 
pris dans le présent article, ainsi qu'à tous les 
droits qui y sont relatifs. 
Article cinquieme. 
Sa Majeste le Roi de Prusse et Sa Majesté 
Britannique, Roi d’Hannovre, animés du dé- 
sir de rendre entièrement égaux et communs 
4 leurs sujets respectils les avantages du com- 
merce de I’Ems et du port d’Emden, convien- 
nent à cet égard de ce qui suit: 
I) Le Gouvernement Hannovrien s’engage 
faire exécuter à ses frais dans les années de 
mil-huitcent quinze et seize les travaux qu’une 
Commissiom mirxte d’experts, qui sera nommée 
immediatement par la Prusse et le Hannovre, 
jugera nécessaires pour rendre navigable la 
partie de la rivière de 1’Ems, de la frontiére 
de la Prusse jusqu’à son embouchure, et d’entre. 
tenir aprés Texecution de ces travaux constam- 
ment ceite Partie de la rivière dans I’état dans 
lequel des dits travaux l’auront mise pour 
Tavantage de la navigation. # # 
3) 11 sera lbre aux sujets Prussiens d’im- 
porter et dexporter par le port d’Emden 
tontes denrées, productions et marchandises 
uelconques tant naturelles du’'artificielles, et 
de tenir dans la ville d’Emden des magasins 
Pour y deéposer les dites marchandises durant 
deux ans à dater de leur arriyée dans la ville, 
sans due ces magasins solent assujettis à une 
autre inspection due celle à laquelle som sou- 
mis ceux des sujets hannovriens eux memes. 
3) Les navires Prussiens, ainsi que les né- 
gocians Prussiens ne payerom pour la navige- 
üon, Texportation ou l’importation des mar- 
chandises, ainsi que pour le magasinage, d’au- 
tres péages ou droits duelconques due ceux 
auxquels seront tenus les sujets hannovriens 
euxmeèémes. Ces péages et droits seront ré- 
gles d’un commun accord entre la Prusse et 
le Hannovre, et le tarif ne pourra etre chan- 
aé en suite due d’'un commun accord. Les 
Prérogatives et libertées speciftés ici s'étendent 
Ggsalement aux sujets hannovriens, dui navi- 
gueroient sur la partie de la riviere de TEms, 
dui reste à Sa Majeste Prussienne. 
4) Les sujets Prussiens ne seront point 
18 
Nach= und Thronfolger, den in dem gegenwärtkigen. 
—# 
#rt 
Artikel enthaltenen Provinzen und Bezirken, so wie 
auch allen sich darauf beziehenden Rechten. 
Fünfter Artikel. 
Seine Majestät der Kdnig von Preußen, und 
Seine Konigl. Großbritannisch-hanndversche Majestät 
vom Munsche beseelt, die Vortheile des Handels 
auf der Ems und im Emdener Hafen für Ihre re- 
sbeetwen Unterthanen ganz gleich und gemeinschafe- 
ich zu stellen, kommen in dieser Rücksicht über fol- 
gendes überein: 
1) die hannbversche Regierung verpflichtet sich 
in den Jahren Ein Tausend achthundert funfzehn 
und sechszehn auf ihre Kosten die Arbeiten vollführen 
zu lassen, welche eine von Preußen und Haunover 
unmittelbar ernannte zusammengesetzte Commission 
Sachkundiger Männer für udthig halten wird, un 
den Theil des Emsflusses von der preußischen Grenze 
an bis zu seiner Mündung schiffbar zu machen. Nach 
Vollführung dieser Arbeiten wird die hanndversche Re- 
ierung diesen Theil des Flusses beständig- in dem 
Sustanke erhalten, in welchen besagte Arbeiten ihn 
zum Vortheil der Schiffahrt werden gebracht haben. 
2) Es wird den preußischen Unterthanen freige- 
lassen, durch den Emdener Hafen alle und jedwede 
Waaren, Erzeugnisse, Natur= und Kunstprodukte ein- 
und auszuführen, und in der Stadt Emden Vor- 
raths= oder Lagerhäuser zu halten, um während 
zweier Jahre von ihrer Ankunft in der Stadt an ge- 
rechnet, gedachte Waaren darin niederzulegen, ohne 
daß jene Vorraths= oder Lagerhäuser einer andern 
Aufsicht unterworfen syen als die, welcher die Vor- 
raths= und Lagerhäuser der hanndverschen Untertha- 
nen selbst unterworfen sind. 
3) Die preußischen Schiffe und preußischen Kauf- 
leute sollen für die Schiffahrt, die Aus= und Ein- 
fuhr der Waaren, so wie für die Zeit, während wel- 
cher letztre in dem Lagerhause liegen bleiben, keinen 
andern Zoll oder irgend andere Abgaben entrichten, 
als die, zu deren Entrichtung die hanndverschen Un- 
terthanen selbst verpflichtet Koo. Dergleichen Zolle 
und Abgaben sollen durch ein gemeinschaftliches Ueber- 
einkommen Preußens und Hannovers festgesetzt wer- 
den, und der Tarif kann nachher nur durch eine 
ähnliche Uebereinstimmung beider Theile abgeändert 
werden. Die hier aufgezeichneten Prärogativen und 
Freiheiten erstrecken sich gleichfalls auf die hanndver= 
schen Unterthanen, welche den Seiner Kbnigl. Preu- 
Hischen Majestät verbleibenden Theil des Emsflusses 
eschiffen werden. 
4) Die preußischen Unterthanen sollen nichk ge- 
tenus de se servir des négocians d’Emden Ppour halten seyn, sich Emdener Kaufleute für den Han- 
le trafic qdu’ils font poux le dit port, er il leur del zu bedienen, den sie nach besagtem Hafen trei- 
ben,
        <pb n="227" />
        rera libre de faire le négece avec leurs mar- 
chandises A4 Emden soit avec des habitans de 
cette ville, soit avec des 6trangers, sans payer 
d’autres droits due ceux auxquels seront sou- 
mis les sujets hannovriens et qui ne pourront 
##tre hausses que d’'un commun accord. 
Sa Majesl le Roi de Prusse de son c6té 
engage 4 accorder aux sujets hannovriens la 
libre navigation sur le canal de la Stecknitz, 
de maniere du’ils n#'y seront tenus dqu’aux me- 
mes droits qui seront payés par les habitans 
du Duché de Lauenbourg- Sa Majeste Prus- 
sienne s'’engage en outre d’assurer ces avanta- 
ges aux sujets hannovriens, aussi dans le cas 
due le Duché de Lauenbourg fut cédé par 
Elle 1 un autre Souverzin. 
Arriche strieme. 
Sa Majeste le Roi de Prusse et Sa Meajes- 
té le Koi du royaume uni de la Grande-Bre- 
tagne et d’Irlande, Rei d’Hannovre, consen- 
temi mutuellement 4ce qdu’il existe trois routes 
militaires par Leurs Etats respectifs, savoir: 
1) Une de Halberstadt par le pays de Hil-- 
desheim à Minden; 
2) Une seconde de la vieille marche par 
ECifhorn et Neustadt à Minden; 
3) Une troisièeme d’Osnabrück par Ippen- 
büren et Rheina 4 Bemheim. 
Les deux premicres en faveur de la Prus- 
#e et la troisième en faveur du Hannovre. 
Les deux Gouvernemens nommeront sans 
délai une Commission pour faire dresser d’un 
commun eaccord les réglemens necessaires pour 
les dites routes. 
Ariicle sepfichne. 
Les militaires en activi#é de service au- 
pres de l’'une et de ’autre des deux hautes 
Puissances contractantes et nalifs des pays cé- 
deés par Tune de celles-#i à l’autre en vertu 
de la présente convention, seront renvoyés 
dans leur patrie dans ’espace d’un an à dater 
de L’échange des ratifcations de la présente 
Convention; les officiers de tout grade peur- 
ront, s'ils le préferent, continuer le service 
auquel ils sont actuellement attachés. 
Les pensions des militaires de tout grade 
continueront à4 eire paycees par celle des Puis- 
%sances dui les a accordees. 
Article Auitieme. 
„ Lies hautes Parties contractanten s#engagem 
Gr 
19 
len, und es bleibt ihnen frei gestellt, den Handel 
mit ihren Waaren in Emden, entweder mit Ein- 
wohnern der Stadt, oder mit Fremden zu trei- 
ben, ohne andre, als m# solche Abgaben zu zahlen, 
denen die hanndverschen Unterthane selbst unter- 
worfen sind, und die nur in Uebereinstimmung bei- 
der Theile erhdht werden koönnen. 
Seine Majestät der König von Preußen ver- 
pflichten Sich Ihrer Seits, den hanndverschen Un- 
terthanen die frele Schiffahrt aus dem Stecknitzer 
Canal zu bewilligen, und zwar so, daß sie nur zu 
denselben Abgaben gehalten seyn werden, welche die 
Einwohner des Herzogthums Lauenburg entrichten. 
Seine Kdnigl. Preußische Majestät verpflichten Si 
ferner, den hanndverschen Unterthanen jene Vor- 
theile selbst in dem Fall zu sichern, wo Sie das 
Herzogthum Lauenburg einem andern Landesherrn ab- 
treten sollten. 
Sechster Artikel. 
Seine Majesiöt der Kdnig von Preußen und 
Seine Majestät der Kdnig des vereinigten Kdnigreichs 
Großbritannien und Irland, Kdnig von Hannover, 
willigen gegenseitig ein, daß drei Militairstraßen 
durch Ihre respectiven Staaten bestehen: 
1) eine von Halberstadt durch das Hildesheim- 
sche nach Minden; 
2) eine zweite von der Altmark aus, durch 
Eifhorn und Neustadt nach Minden; 
3) eine dritte von Osnabrück durch Ippenbüren. 
und Rheina nach Bentheim. « ·, 
die 
Die beiden ersten zu Gunsten Preußens, 
dritte zu Gunsten Hannovers. 
Beide Regierungen werden unverzüglich eine 
Commission ernennen, um die udthigen Anordnun- 
en und Vorschriften in Ansehung best ter Militair= 
Krazen, gemeinschaftlich entwerfen zu lassen. 
Siebenter Artikel. 
Die bei der einen und der andern der beiden 
hohen contrahirenden Mächte dienstthuend und 
aus den Kraft dieser Convention gegenseitig abgetre- 
tenen Ländern gebürtigen Militairpersonen, sollen 
innerhalb eines Jahres, von der Auswechselung der 
Ratifications-Urkunden an gerechnet, in ihr Vater- 
land zurück geschickt werden. # 
Die Offiziere von jedwedem Grade, können, 
wenn sie es vorziehen, fortwährend in dem Dienste, 
worin sie jetzt stehen, verbleiben. 
Die Pensionen der Militairpersonen jedes Ran- 
v“ sollen von derjenigen Macht, welche sie bewil- 
igt hat, fortdauernd gezahlt werden. 
Achter Artikel. 
Die hohen contrahirenden Theile verpflichten sich, 
e 2 saͤmmt-
        <pb n="228" />
        4 se remettre réeciproquement les titres doma- 
niaux, documens et papiers relatils aux pro- 
vinces et districts réciproquement cédés, dans 
le terme de deux mois à dater du jour de la 
remise de chacune des dites Provinces ou di- 
stric#tz. La meme disposition s'étendra aux 
plans et cartes des villes et pays ci- dessus 
mentionnes. 
Article neuvieme. 
Dans tous les pays cédés ou échangés par 
la préèsente. Convention, le nouveau possesseur 
"x chargera des dettes spécialement hypothé- 
quées sur le sol des dits pays et de celles contrac- 
teèkesz pour des dépenses faites pour ’ameliora- 
tion effective de ces pays. Les dettes controc- 
aces constitutionellement au nom du pays, 
articuliècrement celles qui dans le Duché de 
auenbourg ont 66 faites depuis mil- sept- 
cent - quatre- vingt- dix-huit, pour subvenir 
nux frais de la Uigne de démarcation et à ceux 
gausés par T’occupation frangoise, seront re- 
connues dettes du pays; eit il sera avisé avec 
le concours des-Etats Provinciaux, auxf moyens 
Pour le remboursemen prompt et exact des 
GCapitaux ei des intiérets. 
Article dirieme. 
.2 
DTe bailliage de Meppen appartenant au 
Duc d'Aremberg ainsi due la partie de Rheina- 
Wolbeck appartenänt au Duc de Looz-Cors 
waren, qui dans ce momem' se trouvent pro- 
visoirement occupés par le Couvernement 
Hannovrien, serom placés dans les relations 
avec le Royaume d’Hannovre, qdue la consti- 
mnion fédérative de I’Allemagne réglera pour 
les territoires médiatisss. Les Gouvernemens 
Prussien et Hannovrien s'étant néanmoins ré- 
servé dans T’article duarante - trois. du proccés- 
verbal du treize Feéevrier mentionne, de con- 
venir dans ## suite; #il ECtoit necessaire, de 
Ta fxation d’une autre frontiere par rapport au 
Comte eappartenant au Duc de Looz-Corswa- 
ren, les dis Gouvernemens chargeront la com- 
mission, quils nommeront pour la dlimita 
rtion de la partie du Comtée de Lingen Ccédée 
au Hannovre, de s'occuper de Tobjet susdit 
ei de fixer definitivement les frontiéres de la 
Partie du Comte appartenam au Duc de Looz- 
Corswaren, qui doit, ainsi qu’il est dit, éeire 
occupéee par le Gouvernemem Hannovrien. 
Les rappoxts entre le Gouvernement d’IHan-- 
novre gt le Cbus de Bentheim resteront tels 
20 
sämmtliche auf die abgetretenen Provinzen und Be- 
zirke sich beziehende Dominial-Tituln, Dokumente 
und Papiere gegenseitig auszuliefern, und zwar bin- 
nen zweimonatlicher Frist, vom Tage der Ueberga- 
be einer jeden dieser Provinzen oder Bezirke an ge- 
rechnet. Dieselbe Verfügung betrifft auch die Pläne 
und Charten oberwähnter Städte und Länder. 
Neunter Artikel. 
In allen durch gegenwärtigen Vertrag abge- 
tretenen oder vertauschten Ländern, wird der neue 
Besier- die auf den Grund und Boden besagter Län- 
der haftenden Spezial-Hopotheken, und auch dieje- 
nigen Schulden übernehmen, welche zur Bestreitung 
der Ausgaben für die wirkliche Verbesserun der Län- 
der contrahirt worden sind. Die im Namen des 
Landes perfassungsmäßig contrahirten Schulden, be- 
sonders diejenigen, welche seit Ein Tausend sieben- 
hundert acht und nrunng im Herzogthum Lauenburg 
zur Bestreitung der Unkosten der Demarcations-Li- 
nie, und der durch die franzdsische Occupation verr 
anlaßten Ausgaben gemacht worden, sollen, als Lan- 
desschulden anerkannt, und es soll mit Zuziehung 
der Provinzialstände auf Mittel zur schleunigen und 
geuauen Abtragung der Capitale und Zugen Ber 
dacht genommen werden. 
Zehnter Artikel. 
Das dem ge#n von Aremberg zugehbrige Amt. 
Meppen, sowohl als der dem Herzog von Loo 
Corswaren zugehdrige Theil von Rae-Wolbck 
welche beide 16tt eben von der hanndverschen Regie- 
rung provisorisch besetzt worden, sollen gegen das. 
Köngreich Hannover in den nemlichen Verhältnissen 
zu stehen kommen, als die Bundesverfassung für 
die mediatisirten Gebiete festsetzen wird. Da indessen 
die preußische und hanndversche Regierungen sich in 
dem drei= und vierzigsten Artikel des Protokolls vom 
dreizehnten Februar, vorbehalten hoben, ndthigen- 
falls in der Folge, bber eine andre Grenzberichtigung 
der dem Herzog von Looz-Corswgagaren gehbrigen 
Grafschaft übereinzukommen, so werden besigte Re- 
gierungen die mit der Abgrenzung des dem Hannb- 
verschen abgetretenen Theils der Grafschaft Lingen 
beauftragte Commission anweisen, sich mit obbesag- 
tem Gegenstande zu beschäftigen, und die Grenzen 
des, dem Herzog von Looz-Corswaren gehbrigen 
Antheils, welchen, wie gesagt, die hanndversche Re- 
gicrung besetzen wird, definitiv zu bestimmen. 
Die Vehhältnisse zwischen der hanndverschen Re- 
gierung und der Grafschaft Bentheim, berbleiben 
o
        <pb n="229" />
        — 
qu'ils sont- regles par les traites Thypothéedue 
existans entre Sa Majeste Britannique et le 
Comtc de Bentheim et aprés due les droits qui 
deécoulent de ce Traité, seront éteints, le Com- 
té de Bentheim se trouvera envers le Royau- 
me d’Hennovredans les relations due la con- 
stitution fédérative de I1’Allemagne reglera pour, 
les territoires meédiatisés. 
Abticle onzieme. 
Sa Majeste le Roj de Prusse désirant faire 
qduelques echanges de territoire avec. Son Al- 
tesse Sérénissime le Duc de Bronsvic pour pu- 
rifter leurs territoires respectifs, Sa Majesté 
le Roi du Royaume uni de la Grande-Bretagne 
et d’Irlande, Roi d’Hannovre, s'engage 4 fai- 
re tout ce qdui dépendra de Lui pour porter 
Son Altesse Sérénissime à ces arrangemens er 
pour les faciliter, et consent d'avance aux ces- 
sions desquelles les deux Parties pourroient 
convenir. Le présent article s'’étendra particu- 
lierement sur Calvoerde et Walkenried, sans 
étre absolument restreint à ces deux endroits. 
Article dourzieme. 
Sa Majesté Britannique, Roi d'’Hannovre, 
asim de concourir au voeu de Sa Majesté Prus- 
sienne, de procirer un arrondissement de ter- 
ritoire convenable à Son Altesse Sérénissime 
le Duc d'Oldenbourg, promet de lui céder un 
district renfermam une population de cind Mälle 
babitans.: 
2m Arricke rreizime. 
Le présent Traité sera ratifc et les actes 
de ratification en seront échanges dans le ter- 
me de quatre semaines ou plutot si faire se 
pourra. 
En foi de quoi les Plénipotentiaires ves. 
Pectifs Tont signeé et muni du cachet de leurs 
armes. Z . 
Fait à Vienne le vingt- neuf Mai, l'an de 
gràce mil · huit -· cent · quinze. 
(signé:) 
(L. S.) Le Prince de Hardenberg. 
(I. S.) Le Baron de Humbold.t. 
(L. S.) Le Comte de Mänster. 
(L. S.) Le Comte de Hardenberg. 
21 
—— 
sso wie sie durch die zwischen Seiner großbrikanni- 
schen Maiestäat und dem Grafen Bentheim bestehen- 
den hypothekarischen Verträge regulirt worden sind, 
und nachdem die aus diesem Tractat erwachsenen 
NRechte erloschen seyn werden, kömmt die Grafschaft 
Bentheim Tcen das Königreich Hannover in die 
nämlichen Verhältnisse zu siehen, welche Deutschlands 
Bundes-Verfassung für die mediatisirten Gebiete fesi- 
setzen wird. 
b EEilIfter Artikel.) 
Da Seine Malestät der Konig von Preußen 
mit Seiner Durchlaucht dem Herzog von Braun- 
schweig zum Behnf einer gegenseitigen Gebiets-Säu= 
derung, einige Territorial-Auswechselungen zu treffen 
wünschen, 8 verpflichten Sich Seine Majestaͤt der 
König des vereinigten Kdnigreichs Großbritannien 
und Irland, Kdnig von Hannover, alles, was von 
ihnen abhängt, anzuwenden,um Seine Durchlaucht 
zu diesen Ausgleichungen zu bewegen, und selbige 
zu erleichtern. Auch willigen Sie zum Voraus in 
die Abtretungen ein worüber beide Theile uberein- 
kommen koͤnnten. · 
· Gegenwärtiger Artikel soll besonders auf Cal- 
vörde und Walkenried Bezug haben, ohne sich blos 
auf diese beiden Ortschaften zu beschränken. 
Iwölfter Artikel. * 
Zur Befdrderung des von Seiner Königlich Preu- 
Khischen Majestät geäußerten Wunsches, versprechen 
Seine. Königlich Großbritannisch-Hanndversche Ma- 
jestät Seiner Durchlaucht dem Herzog von Olden- 
burg eine angemessene Terrikorial-Erweiterung zuzu- 
wenden, und Ihm zu dem Ende einen Bezirk mit 
fünftausend Einwohnern abzutreten. "" 
Dreizehnter Artikel. 
Gegenwaͤrtiger Tractat soll ratificirt, und die 
Ratifications-Urkunden binnen vier Wochen, oder 
früher, wenn es seyn kann, ausgewechselt werden. 
Zu Urkund dessen haben ihn die Bevollmächtig- 
ten mit Beidruckung ihrer Wappen unterzeichnet. 
Geschehen zu Wien, am neun und zwanzigsten 
Mai, im Jahre Christi Ein Tausend achthundert 
und funfzehn. 
(1rnterzeichnet.) 
(L. S.) Fürst von Hardenberg. 
(L. 8S.) Baron von Humboldt. 
(L. 8.) Graf Münster. 
(LI. 8.) Graf von Hardenberg. 
sa—t—-———.““.““ 
(No. 3.)
        <pb n="230" />
        (No. 3.) Traité conck# entre S. M. le Roi de Prusse 
"eei S. M. le Roi des Pays-Bas, 4 Vienne le 31. Mai 
4815. 
Au nom de la tres tainte 
et indivisible Trinité. 
S. Majesté le Roi de Prusse et Sa Majesté 
ie Roi des Pays-Bas desiram de mettre en 
exécution et de completter les dispositions du 
traite du paix conclu à Paris le 30. Mai 1814, 
dui, afin d’etablir un juste éEquilibre en Europe 
et de constituer les Provinces unies dans des 
proportions dui les mettent à meme de soute- 
nir leur indépendance par leurs propres moyens, 
deur assure les pays compris entre la mer, les 
frontieères de la France et la Meuse, mais qui 
ne détermine point encore leurs limites sur la 
FTrive droite de ce fleuve; et Leurs dites Majes. 
tés ayant résclu de conclure pour cet eflet un 
traité particulier conforme aux stipulations du 
rongres de Vienne, Elles ont nommé des plé. 
nipotentiaires pour concerter, arreter et signer 
tout ce qui est relatif 4 cet objet, savoir: Sa 
Majeste le Roi de Prusse, le Princçe de Har- 
denberg, Son chancelier d’état, chevalier des 
srands ordres de l’aigle noire, de Taigle rou- 
ge, de celui de St. Jean de Jerusalem er de 
I croix de fer de Prusse; de ceux de St. An- 
dré, de St. Alexandre-Newsky et de Ste. Anne 
de la premièere classe de Russie, grand-Croix 
de Tordre royal de St. Etienne de Hongrie, 
grand-Ccordon de la legion d’honneur; grand- 
croix de Tordre de St. Charles d’Espagne, de 
Tordre supreme de Dannonciade de Sardaigne 
ei de celui de St. Hubert de Baviere, che- 
walier de l’ordre des Séraphins de Suede, de 
celui de IEléphant de Danemarc, de Taigle 
dor de Wurtemberg et de plusieurs autres, 
Son premier Plenipotemtiaire au congres de 
Wienne; et le Sieur Charles Guillaume Baron 
de Humboldt, ministre d’'’état de Sa dite Ma- 
jeste, Son Chambellan, Envoyé extraordinire 
et ministre plenipotentiaire Prés Sa Majesteé 
Impériale et Royale apostoliqdue, chevalier du 
grand ordre de T’aigle rouge, de celui de la 
croix de fer de Prusse ei de celui de Ste. Anne 
de la premieére classe de HRussie, Son second 
Plénipotemtiaire au congres de Vienne; 
et Sa Majeste le Roi des Pays-Bas, le 
Sieur Gerhard Charles Baron de Spaen de 
Voorstonden, membre du corps des nobles 
22 — 
(No. 3.) Rebersetzung des zwischen S. M., dem Könige 
von Preußen und S. M. dem Könige der Niederlande 
in Wien den 31. Mai 1818 abgeschlossenen Tractats. 
Im Ramen der hochheiligen 
und untheilbaren Dreieinigkeit! 
S##e Majestät der König von Preußen und Seine 
Majestät der König der Niederlande wünschen die Be- 
stimmungen des am Zosten Mai Ein Tausend achthun- 
dert vierzehn zu Maris abgeschlossenen Friedenstractats 
in Ausführung zu bringen und zu vervollständigen, da 
selbiger in der Absicht ein gehdriges Gleichgewicht in 
Europa einzuführen und die vereinigten Provinzen in 
ein Verhältniß zu bringen, das sie in den Stand setzt, 
durch ihre eignen Mittel ihre Unabhängigkeit zu be- 
haupten, ihnen zwar die zwischen dem Meere, den frau- 
zesischen Grenzen und der Maas enthaltenen Länder 
zusichert, jedoch noch nicht ihre Grenzen auf dem rech- 
ten Ufer dieses Flußes bestimmt. Weil nun Ihre be- 
sagten Majestäten beschlossen haben, zu jenem Behuf 
einen besondern, den Stipulationen des Wiener Con- 
Fresses gemäßen, Tractat abzuschließen, so haben Sie, 
um alles was sich auf diesen Gegenstand bezieht, zu 
verabreden, festzusetzen und zu unterzeichnen, zu Ih- 
ren Bevollmächtigten ernannt, nämlich: 
Seine Majestät der König von Preußen, Ihren 
Staatskanzler, den Fürsten von Hardenberg, Ritter 
des großen preußischen schwarzen und rothen Adleror= 
den, des preußischen St. Johanniter und eisernen 
Kreuzes Ordens, Ritter der kaiserlich rußischen St. An- 
dreas-, St. Alerander-Newsky, und St. Annen-Or- 
dens erster Klasse, Großkreuz des kôniglich hungarischen 
St. Stephans-Ordens, Großkreuz der Ehrenlegion, 
Großkreuz des spanischen St. Carls-Ordens „Ritter 
des sardinischen hohen Annunciaden-, des baierschen 
St. Hubert-, des schwedischen Seraphinen-, des da- 
nischen Elephanten-, des würtembergischen goldnen 
Adler= und mehrerer anderer Orden, Ihren ersen Be- 
vollmächtigten am Wiener Kongreß, und den Herrn 
Carl Wilhelm Freiherrn von Humboldt, Staatsmini- 
sstr Seiner besagten Majestät, Ihren Kammerherrn, 
außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Mi- 
nister bei Ihro Kaiserlich Königl. Apostolischen Maje- 
stät, Ritter des großen rothen Adler-, des preußischen 
eisernen Kreuzes-Ordens, und des kaiserlich grußischen 
St. Annen-Ordens erster Klasse, Ihren zweiten Be- 
vollmächtigten am Wiener Congreß, ' 
und Seine Majestaͤt der Koͤnig der Niederlande 
den Herrn Gerhard Carl Freiherrn van Spaen van 
Voorstonden, Mitstand der Ritterschaft der Provinz 
Geldern, außerordentlichen Gesandten und bevollmäch= 
tigten
        <pb n="231" />
        de k# Province de Gueldre, Envoyé xtraor. 
dinaire et Ministre plénipotentiaire de Sa Ma- 
jeste le Roi, des Pays-Bas, Prince d’Orange- 
sau, Grand Duc de Luxembourg, pres la 
cour de Vienne, et I’un de Ses plénpotentiai- 
res au congres; et le Sieur Hans Christophe 
Erneste Baron de Gagern, grand-croix des 
ordres du lion de Hesse et de la fidelite de 
Bade, Plenipotemiaire de Sa dite Majeste au. 
congres; « » 
,Les-quel-sprö-avoirächangöleurspleins—. 
pouvoirsttouvåsenbonneetdüelotmd,sont 
convenus des articles suivans: 
Article premier. 
Les anciennes Provinces unies des Pays- 
Bas et les ci- devant provindes belgiques, les, 
unes et les autres dans les limites fiNées par. 
T’article suinam,, formeront conjointement avec 
les pays et territoires désignés dans le meme 
article, sous la souverainete de Son Altesse 
Royasle le Prince d’Orange-Nassau, Prince 
Souverain des Provinces-unies, le Royaume des. 
Pays-Bas, héréditaire dans Tordre de succes- 
sion déja établi par l’acte de constitution des 
dites provinces- unies. Sa Majeste Prussienne 
reconnoit le titre et et les prérogatives de 
la dignité royale dans la maison d’Orange- 
Nassau. 
Article second. 
La ligne comprenant les territoires qui 
eomposeront le royaume des Pays-Bas est de- 
terminée de la maniéère suivante: Elle part de 
la mer et s'éetend le long des frontières de la 
France du cot&amp;é des Pays-Bas, telles qu’'’elles 
ont eté rectifices et sixées par ’article trois du 
trauckh de Paris du 30. Mai 1814 jusqu't la 
Meuse, et ensuite le long des mémes frontie. 
res jusqu'aux anciennes limites du Duché de 
Luxembourg. De l#aelle suit la direction des 
Iimites entre ce Duché et I’ancien Eveché de 
Liege, jusqu’a ce qdu’elle rencontre (au midi 
de Deiffelt) les limites occidentales de ce can- 
ton et de celui de Malmedy, jusqu’au point 
ou ceitte derniere atteint les limites entre les 
anciens departements de I'’Ourthe ei de la 
HRoer; elle longe ensuite ces limites jusqu' 
ce qu’felles touchent à celles du canton ci-de- 
Vant frangois d’Eupen dans le Duché de Lim- 
bourg, et en suivant la limite occidentale de 
ce canton dans la direction du nord, laissan 
à droite une petite partie du ci devant canton. 
frangois d’Aubel, se joint au point de coptack 
23 
tigten Minister Seiner Majestät des Kdnigs der Nie- 
derlande, Fursten von Nassau-Oranien, Großherzogs 
von Luremburg, am Wiener Hofe, und einen Ihrer 
Bevollmächtigten am Congreß, und den Herrn Hans 
Christoph Ernst Freiherrn von Gagern, Großkreuz des 
hessischen Ldwen-Ordens, und des badenschen Ordens 
der Treue, Bevollmächtigten Seiner besagten Majestät 
am Congreß, welche, nachdem sie ihre in guter und 
ehbriger Form befundenen Vollmachten ausgewech- 
!§ haben, über folgende Artikel übereingekommen 
ind. 
Erster Artikel. 
Die ehemaligen Provinzen der vereinigken Nieder- 
lande, und die chemaligen belgischen Prorinzen, wer- 
den zusammen in den durch folgenden Artikel bestimm= 
ten Grenzen, nebst den im selbigen Artikel bezeichneten 
Ländern und Gebieten unter der Landeshoheit und 
Oberherrlichkeit Seiner Königlichen Hoheit des Fürsten 
von Nassau-Oranien, Souverainen Fürsten der ver- 
einigten Provinzen, das Erb-Kdnigreich der Nieder- 
lande bilden, und als ein solches in der durch die Ver-. 
fassunge= ur unde der besagten vereinigten Provinzen 
ereits festgesetzten Erbfolge-Ordnung bestehen. Seir 
ne Kdniglich Preußische Mäiestät erkennen den Titul- 
und die Vorrechte der Königlichen Würde in dem Nas- 
sau-Hranischen Hause. 
Zweiter Artikel. 
Die Grenz-Linie welche die Gebiete enthält, aus 
denen das Königreich der Niederlande bestehen soll, wird 
auf folgende Art bestimmt: Sie geht vom Meere aus, 
und erstreckt sich langs den Grenzen Frankreichs von 
der Seite der Niederlande, so wie diese Grenzen durch 
den dritten Artikel des Pariser Tractats vom dreißigsten 
Mai Em Tausend achthundert und vierzehn berichtigt 
und festgesetzt worden sind, bis zur Maas, und hier- 
nächst, längs eben den Grenzen bie zu den ehemaligen 
Grenzen des Herzogthums Luremburg. Von da folgtk 
sie der Richtung der Grenzen zwischen diesem Herzog- 
thum und dem ehemaligen Bisthum Lüttich, bis sie im 
Süden von Oeiffelt mit den westlichen Grenzen dieses 
Cantons und des Cantons Malmedy zusammentrifft, 
und geht bis auf den Punct, wo letztere die Grenzen- 
zwischen den ehemaligen Ourthe= und Roer-Departe- 
mentern erreicht. Hiernächst zieht sic sich längs diesen. 
Grenzen bis sie die Grenzen des ehemaligen franzdsi- 
schen Cantons Eupen im Herzegthum unburg. berüh- 
ret, und indem sie der westlichen Grenze jenes Cantons 
in nbrdlicher Richtung folgt, und zur rechten Seite eis 
nen kleinen Theil des ehemaligen franzbsischen Cantons. 
Aubel liegen läßt, vereinigt sie sich mit dem Berüh= 
rung
        <pb n="232" />
        .— 24 
des trois anciens deépartements de IOurthe, de 
la Meuse inférieure et de la Roer; en partant 
de cce point, la, dite ligne suit celle qui sépa- 
re ces deux derniers départemens jusques là, 
ou elle touche à la Worm (rivière ayant son 
embouchure dans la Roer) et longe cette ri- 
vière jusqu’au point ou elle atteint de nou- 
veau la limite de ces deux départemens; pour- 
suit cette limite jusqu'au midi de Hillensberg 
(ancien département de la Roer) remonte de 
Ia vers le Nord, et laissant Hillensberg à droi- 
te et coupant le canton de Sittard en deuxz 
Pparties à peu prées égales, de maniere due Sit- 
tard et Susteren restent 4 gauche, arrive à 
Uancien territoire Hollandois; puis laissant ce 
territoire 4 gauche, elle en suit la fronticre 
orientale jusqu'’an point on cçelle-Ci touche 4 
J’ancienne Principauté autrichienne de Guel- 
dre, du cöté de Ruremonde, et se dirigeant 
vers le point le plus oriental du territoire 
Hollandols au Nord de Swalmen, continue à 
embrasser ce territoire. 
Enfin, elle va joindre, en partant du point 
le plus oriental, ceite autre partie du territoi- 
P e Hollandois ou se trouve Venloo: elle ren- 
fermera ceite ville et son territoire. De l 
jusqu'a l’ancienne frontiére Hollandoise prés 
de Mook, situé au dessous de Gennep, elle 
suivra le cours de la Meuse, 4 une distance 
de la rive droite, telle, due tous les endroits 
qui ne sont Pas cloignes de ceite rive de plus 
de mille perches d’Allemagne (Nheinländische 
Ruthen) dont royo Cquivalent à la quinzieme 
parie d'un degre du meridien, appartiendront 
avec leurs banlieues au royaume des Pays.Bas, 
bien entendu toutefois, duant à la réciproci- 
teè de ce principe, qu’aucun point de la rive 
de la Neuse ne fasse Partie du territoire prus- 
sien dui ne pourra en approcher de huit-cent 
Perches d’Allemagne. 
Du point ou la ligne qui vient l’6tre de. 
crite, atteint Pancienne frontiere Hollandoise 
jusqu'au Rhin, cette frontière restera pour 
I-essentiel telle qu'’elle éioit en dix-sept-Tent- 
quatre- vingt quinze entre Cleves et les Pro- 
vinces-unies. Elle sera examinée par la com- 
mission dui sera nommée incessament par les 
deux gouvernemens pour procêéder à la deter- 
mination exacte des limites tant du Royaume 
des Pays- Bas due du grand Duchée de Luzem- 
bourg désignées dans UDartiche quatre, et cette 
commission réglera à l’aide d’experts toht ce 
dui concerne les constructions hydrotechni- 
dues ei autres points suivant-I’avamlage mutuel 
— 
—- 
rährungs-Puncte der drei ehemallgen Ourthe-, Nie- 
der-Maas= und Roer-Departementer. Von jenem 
Puncte aus, folgt besagte Linie derjenigen welche beide 
letztere Departementer trennt bis da wo sie den Worm- 
fluß berührt (der in die Roer fällt) und ziehe sich längs 
diesem Fluße bis an den Punct) wo sie wiederum die 
Grenze jener beiden Departements erreicht. Sie ver- 
folgt diese Grenze bis im Süden von Hillensberg (im 
ehemaligen Roer-Departement) steigt dann wieder 
ndrdlich hinauf, läßt Hillensberg rechts liegen, durch- 
chneidet den Canton Sittard in zwei beinah gleiche 
heile, so daß Sittard und Suskeren links bleiben, und 
erreicht dann das ehemalige holländische Gebiet; hier- 
nächst läßt sie dies Gebiet links liegen, folgt dessen 
dstlicher Grenze bis auf den Punct, wo diese das ehe- 
malige bsterreichische Fürstenthum Geldern von der Ru- 
remonder Seite berührt, und nimmt ihre Richtung 
nach dem dstlichsten Punct des holländischen Gebiets 
im Norden von Swalmen, so daß sie ununterbrochen 
dies Gebiet umfaßt. 
Endlich, indem sie von dem dfstlichsten Puncte 
ausgeht, erreicht sie jenen andern Theil des helländi- 
schen Gebiets, wo sich Venloo befindet, und schließt 
diese Stadt und ihr Gebiet mit ein. Von dort an bis 
zur ehemaligen holländischen Grenze ohnweit der unter- 
halb Gennep gelegenen Ortschaft Mook, folgt sie dem 
Lauf der Maas in einer solchen Entfernung von dem 
rechten Ufer, daß alle Ortschaften die von diesem Ufer 
nicht weiter als tausend rheinländische Ruthen (deren 
tausend neunhundert siebenzig dem funfzehnten Theil 
eines Grades des Meridians gleich gelten) entlegen 
sind, mit ihren Bezirken dem Königreich der Niederlau- 
de angehdren werden; wobei jedoch als Reziprocitt 
dieses Grundsatzes wohl zu versiehen ist, daß kein 
Punct des Maas-Ufers einen Theil des preußischen. 
Gebiets ausmachen kann, da selbiges wenigstens acht- 
seuddert rheinländische Ruthen davon entfernt bleiben 
oll. 
WVon dem unrcte an wo die eben beschriebene Li- 
nie die alte holländische Grenze bis zum Rhein erreicht, 
soll jene Grenze im wesentlichen so verbleiben, wie sie 
zwischen Cleve und den vereinigten Provinzen im Jahre 
Ein Tausend sieben hundert fünf und neunzig bestand. 
Sie soll durch die Commission untersucht werden, wel- 
che zur genauern Bestimmung der im vierten Artikel be- 
seschneten Grenzen des Konigreichs der Niederlande 
owohl, als des Großherzogthums Luremburg von beie 
den Regierungen unverzüglich ernannt werden wird, 
und diese Commission soll auch mit Zuziehung von 
Sachverständigen, alles was die hydrotechnischen An- 
lagen und andre Eeenfnd betrifft, zum gegenseiti- 
gen Vortheil der hohen contrahirenden Theile auf die 
billigste
        <pb n="233" />
        des deux hautes Parties comtractantes eat de la 
maniere la plus Cquitable et la plus convena- 
ble. Ceite meme disposition s’étend sur la si- 
Zaticn des limites dans les distric# de Kyfwaerd, 
Lobitz et de tout le territoire jusqu' Kekerdom. 
Les enclaves Huissen, Malburg, lc Ly. 
mers avec la ville de Sevenacr et la seigneu- 
rie de Weel feront partie du royaume des 
Pays bas, ei Sa Majesté Prussicenne y7 renonce 
4 perpetuitc pour Elle et tous ses deecendans 
et successeurs. 
Arriche Froisicme. 
La partie de D’ancien Duché de Luzem- 
bourg, comprise dans les limites specifiées par 
Tartce suivant, est SCgalement cédée au Prince 
souversin des provinces unies, aujourd’hui 
Roi des Pays-Bas, pour éire possédéec à per- 
Pétuité par Lui et ses successeurs en toute 
Eeepriee# et Souversinetéc. Le seuverain des 
-ay#s# Bas ajoutera 4 ses titres cclui de Grand- 
Duc de Luxembourg, et la faculté est réser- 
v#oe 4 Sa Majend de faire relauv#ment à la 
ancession dans le GCrand-Duché tel arrange- 
mem de famille entre les Princes, ses üls, 
qu’'Elle jugera conforme aux intérets de Sa 
Mmonarchie et A4 Ses intentions paternelles. 
Le Grand-Duché de Luxembourg servant 
de compensation pour les principautées de Nas- 
Gaus Dillenbourg, Siegen, Hadamar et Dietz 
formers un des Eta# de la conféddration ger- 
manique, et le Prince, Roi des Pays- Bas, 
entrera dans le systeme de ceite confédération 
eomme Crand-Duc de Lexcmbourg, avec tou- 
nutes les prérogatives et privileges dont joutront 
les aurres princes allemands. 
UL ville de Luxembourg sera considérée 
S#ous le rapport militaire comme forteresse de 
lJa confédeération. Le Crand-Duc aura toute- 
fois le droint de nommer le gouvernceur etcom-. 
mandant milinire de ceite Jç/orteresse, sauf 
Lpprobation du ponvoir erxcutif de la confeé. 
deralicn, et sous telles autres conditions qu’il 
ser#a jugé nécessaire d'établir en conformite de 
la constitution fu#ure de la dite confédération. 
Article quatrième. 
. Le Grand-Duché de Luxembourg se com- 
posera de tout le territoire situé entre le royau- 
m des Pays Bas, tel qu'’il a 66 désigné par 
TJarticie denxq, ln Francc, la Moselle, jusqu'a 
I1°embouchure de la Sure, le cours de la Sure 
zusäurau conffuem de IOur; er le cours de 
zelte derniere riviére jusqu’aux limites du ci- 
. 
25 
billigste und zweckmäßigste Weise reguliren. Dieselbe 
Maaßregel erstreckt sch auf die Abgrenzung t 
Bezirken der Ortschaften Kyfwaerd) Looitz und des 
ganzen Gebiets bis Kekerdom. 
Die Enklaven Huissen, Malburg, Lymers mük 
der Scadt Sevenaer uno der Herrschaft Weel sollen ei- 
nen Theil des Königreichs der Niederlande ausmachen, 
und Seine Königl. Preußische Majestät leisten auf ewins 
ß Zeiten fuͤr Sich und alle Ihre Nachkommen unb 
tachfolger darauf Verzicht. 
Dritter Artikel. 
Der in den im folgenden Arkikel bezeichneken 
Grenzen entbaltene Theil des ehemaligen Herzogthums 
Luremburg, wird dem souverainen Fürster der verei- 
nigten Provinzen, nunmehrigen Könige der Niederlan- 
de gleichmaßig abgetreten, um von Ihm und Seinen 
Nachfolgern im vollem Eigenthum und mit voller Lan- 
deshoheit und Oberherrlichkeit auf ewige Zeiten besessen 
1t werden. Der Souverain der Niederlande wird zu 
einen bisherigen Tituln den eines Großherzogs von 
Luxemburg hinzufügen, und es bleibt Seiner Majestät 
die Befugniß vorbehalten, rücksichtlich der Erbfor e im 
Großherzogthum eine solche Familien = Ausg echung 
zwischen den Prinzen Ihren Söhnen zu treffen, welche 
Sie dem Interesse Ihrer Monarchie und Ihren vöter- 
lichen Absichten gemäß erachten werden. 
Das zum Ersatz für die Fürstenthümer Nassau- 
Dillenburg, Siegen, Hadamar und Dietz dienende 
Großherzogthum Luxemburg, soll einen der Staaten 
des deutschen Bundes ausmachen, und der Fürst, Kö- 
nig der Rederlande, wird mit allen den übrigen deut- 
schen Fürsten zu ertheilenden Vorzügen und Vorrechten, 
a Großherzog von Luxemburg in den Bund ein- 
eten. 
Die Stadt Luxemburg soll in milikairischer Bezie- 
hung als Bundesfestung angesehen werden. Indessen 
behält der Großherzog das Recht, den Militair-Gou- 
verneur und Commandanten der Festung zu ernennen, 
jedoch unter Vorbehalt der Bestätigung der ausführen- 
den. Gewalt des Bundes, und unter jedweden andern 
Bh die in Gemäßheit der künftigen Bundes- 
Verfassung festzusetzen für nithig erachtet werden 
mochten. " 
Vierter Artikel. 
Das Großberzogthum Luremburg bestehet aus 
dem ganzen Gebiet, welches zwischen dem im zweiten 
Artikel bezeichneten Konigreich der Niederlande, Frank- 
reich, der Mosel bis zur Mündung der Sure, dem Lau- 
n der Sure bis zum Zusammenfluß der Our, und dem 
-aufe des letztern Flusses bis zu den G#enzen des ehema- 
ligen franzdsischen und nicht zum jetzigen Herzagihunne 
d uxem-
        <pb n="234" />
        devant cantod frangois de St. Vith qui n’appar- 
üendra point au Grand-Duché de Luxembourg. 
Des contestations s*'etant elevees sur la pro- 
Priete du Duche de Bouillon, Sa Majeste le 
Roi des Pays-Bas, Grand-Duc de Luxzembourg 
##egage à restitucf- la partie du dit Ducheé qui 
est comprise dans la démarcation ci-dessus Im- 
diquée, à4 celle des parties dont les droits se. 
ront legitimement constates. 
r Article cinquieme. 
Sa Majesté Ie Roi des Pays-Bas renonce 
4 perpétuité pour Lui et ses descendans et 
s#ccesseurs en faveur de Sa Majesté le Roi de 
Prusse aux possessions souperaines, 
maison de Nassau. Orange possédoit en Alle- 
magne, et nommement aux principautes de 
Dillenbourg, Diet, Siegen et Hadamar, 7 
Aompris la Scigneurie de Becilstein, et telles 
due ces posessions ont eié defniüvement ré. 
1IEes entre les deux branches de la Maison de 
K#zsan Par le traite condlu à la Haye le. qdua- 
orze Juillet mil-huit-cent-quatorze. Sa M- 
jes renonce également à la Principaute de 
Fulde, et aunx autres districts et territoires qui 
lui avoient &amp;té assurés par U’articIe douze du 
recss principal de la deputation enmraordinaire 
de I’Empire du vingt- cing Fevrier mil-hnit- 
vent - trois. 
Article siæieme. 
Le droit et Tordre de succession Etabli en- 
tre les deux branches de la maison de Nassau 
par Pacte de mil. sept-Centqduatre- VUengt- trois, 
dit Nassauischer Erb-WVerein, est maintenu et 
transféré des qduatre Principantés d’Orange- 
Nassau au Grand-Duche de Luxembourg. 
Articke seprieme. 
Sa Majeste ke Rei des Pays- Bas, en réu- 
nissant sous sa souveraineté les pais deésignes 
dans des articles deux et quatre, entre dans 
tous les. drons, ei prend sur Lui toutes les 
charges ei tous les engagements stipules relali- 
vemem aux provinces et districts detaches de 
la PFrance doans le traite de paix conclu à Paris 
l#ee trente Mai m.Il.huit-Ccent- qguatorze. 
Artiche Ruitieme. 
Sa Majeste le Roi des Pays- Bas ayant re- 
#2#onnu et sanctionné sous la date du vingt- un 
Juillet mil- huit- dent-quastorze comme bascs de 
#u## a runion des Provinces belgiques avec les 
26 
due la. 
Luremburg= gehbbrigen Cankons St. Bith belegen 
v1 
Da über das Eigenthum des Herzogthums Bouillon 
sich Streitigkeiten erhoben haben, so verpflichten Sich 
Seine Majestät der König der Niederlande, Großher- 
og von Luremburg, demjenigen Theilhaber, dessen 
echte gesetzlicher Weise werden bestätigt worden seyn, 
den in oben engefübrter Demarcations-Linie enthalte- 
nen Antheil des besagten Herzogthums zurückzugeben, 
Fünfter Artikel. "r“ 
Seine Maljestät der Kdnig der Niederlande entsa- 
gen auf ewige Zeiten für Sich und Ihre Nachkommen 
und Nachfolger, zu Gunsten Seiner Majestät des Kö- 
nigs von Prenßen, den souverainen Besttzungen welche 
dem Hause Nassau-Hranien in Deutschland zustanden, 
und namentlich den Fürstenthumern Dillenburg, Dietz, 
Siegen und Hadamar, mit Einschluß der - 
Beilstein, so wie diese Besitzungen zwischen den beiden 
Linien des Hauses Nassau durch den im Haag am vier- 
zehnten Julii Em Tausend achthundert vierzehn abge- 
schlossenen Tractak definitiv regulirt und sestgesetzt wo#r- 
den sind. Seine Majestät leiseen auf das Furstenthum 
Fulda und auf die übrigen Bezirke und Gebiete, die Jh- 
nen durch den zwölften Artikel des Haupt -Rezesses der 
außerordentlichen Reichs -Deputation vom fünf und 
zwanzigsten Februar Ein Tausend achthundert drei zu- 
gesichert waren, gleichmäpig Verzicht: 
Sechster Artikel. 
Das Erbfolgerecht und die Erbfolgeordnung wel- 
che durch den sogenannten nassauischen Erbverein im 
Jahre Ein Tausend siebenhundert drei und achtzig unter 
den beiden Zweigen des nassauischen Hauses festgesetzt 
worden sind, werden aufrecht gebalten, und von den 
vier nassaBrauilihen. üursienthömern auf das Groß- 
herzogthum Luxemburg übertragen. 
Siebenter Areikel. 
Indem Seine Majestät der Kuig der Niederlande 
unter Ihrer Landeshoheit und Oberherrlichkeit die in 
dem zweiten und vierten Artikel bezeichneten Länder 
vereingen, kreten Sie in alle Rechte, und übernehmen 
rücksichtlich der von Frankreich getrennten Provinzen 
und Bezurke alle in dem zu Paris am dreißigsten Mai 
Em Tausend achthundert vierzehn abgeschlossenen Frie- 
denstractat festgesetzte Lasten und Berdindlechkeiten. 
Achter Artikel. 
Da Seine Majestät der König der Niederlande 
unter dem ein und zwanzigsten Julit Em Tansend acht- 
hundert vierzehn, die acht iun der Beilage zum gegen- 
wärtigen Tractat enthaltenen Artuket als Grundlagen 
der
        <pb n="235" />
        — 
Provinces unies, les huit articles renfermés 
dans la piece annelée au présent traué, les 
dies artickes auromnt la méeic force et valeur 
comme s'iils étoient inséres de mot au mot dans 
la transaction actuelle. 
“ Article neuvieme. 
II sera nomme incessament par Sa Majesté 
le Roi de Prusse et Sa Majeste le Roi des 
Pays-Bas une commission pour régler tout ce 
qdui est relatif 4 la cession des poss#sions nas. 
%soviennes de Sa Majestés, par rapport aux ar- 
chives, detes, excêédents des caisses et autres 
öobjets de la meme nature- Lapartie des ar. 
chives qui ne regarde point les pan cdes, 
mais la. maison d'’Orange, et tout ce qui, com- 
me bibliothéque, collection de cartes et autres 
objets pareils, appartient à la propricté parti- 
culière et personnelle de Sa Majeste le Roi des 
Pays-Bas, rortera 4 Sa Majeste et Lui sers 
aussitöt remis. Une partie des susdites posses- 
sions étant Schangée contre des possessions des 
Duc et Prince de Nassau, Sa Maieste le Roi 
de Prusse s’engage et Sa Majeste le Roi des 
Pays-Bas consent à&amp; faire transferer P’obligation 
stipulée par le présent artiche sur Leurs Altes- 
ses Sérénissimes les Duc et Prince de Nassau 
pour la partie des dites possessions qui sera 
reunie à leurs Etats. 
Article diæième. 
Sa Majesté le Roi de Prusse ayant, lors 
de la prise des forteresses hollandoises par lcs 
sroupes prussiennes, abandonne 4 Sa Mejcsté 
le Koi des Pays-Bas, sur sa demande, Tortil- 
lerie prise dans ces forteresses, sauf un arran- 
ement à L’amiable sur cet objet, Sa Majeste 
russienne se reserve ses droits à cet egard. 
Arricke onzieme. 
Le présent traitéc sera ralif6, et les ratif#. 
cetions seront Schangées dans le terme de six 
semaines, ou plutöt, si faire se pourra. 
En foi de qduoi les Plénipotentizires ci- 
dessus nommés, T’ont signé et muni du cachet 
de leurs armes. 
Fait à Vienne, le trente- un Mai de Lan 
de grace mil-huit-Cent duinze. 
(signeé:) 
(L. S. Le Prince de Hardenberg. 
(L. S.) Le Baron de Humboldet. 
(L. S.) Le Baron de Spaen. 
(L. S.) Le Baron de Gagern. 
————/“““"“-s-“sf---—-----•----—!J— 
27 
““" 
der Vereinigung Belgiens mit ben vereinigken Provin- 
zen anerkannt und bestätigt haben, so sollen besagte 
Artikel dieselbe Kraft und Gültigkeit haben a#s wenn 
sie von Wort zu Wort in den gegenwärtigen Vertrag 
eingeschaltet wären. . 
· Neunter Artikel. 
Es soll von Seiten Seiner Majestät des Koͤnigs 
von Preußen und Seiner Majestät des Königs der Nie- 
derlande unverzüglich eine Commission ernannt wer- 
den, um alles was sich auf die Abtretung der nassaut- 
schen Besitzungen bezieht, rücksichtlich der Archwe, des 
Schuldenwesens, der Cassenüberschüsse und andrer Ge- 
genstände dic'er Art zu reguliren. Der Theil der Ar- 
chi#c welcher nicht die abgetretenen Länder sondern das 
Haus Oranien betrifft, und alles was zum Privat= und 
personlichen Eigenthum Seiner Majestät des Königs 
der Niederlande gehdrt, als Bibliotheken, Carkensamm- 
lungen und andre dergleichen Gegenstände, soll Seiner 
Majestät verbleiben und Ihnen sogleich übergeben wer- 
den. Da ein Theil der oberwähnten Besitzungen gegen 
herzoglich und fürstlich nassauische Besitzungen ausge- 
tauscht worden ist, so verpflichten Sich Seine Majestät 
der König von Preussen, und Seine Majestät der Kö- 
nig der Niederlande willigen ein, daß die durch gegen- 
waͤrtigen Artibel stipulirte Verbindlichkeit auf Ihro 
herzoglich und fürstlich-nassauische Durchlauchten fuͤr 
den mit Ihren Staaten zu verein genden Theil besagter 
Besilzungen übertragen werde. 
Zehnter Artikel. 
Da Seine Maje#kät der König von Preußen, nach 
der Einnahme der holländischen Festungen durch die 
Preußischen Truppen, Seiner Majestät dem Kdnige 
der Nlederlande auf Ihr Ansuchen, einer desfalsigen 
freundschaftlichen Ausgleichung unbeschadet, die in jes 
nen Festungen genommene Artillerie überlassen haben, 
so behalten Sich Seine Königlich-Preußische Majestät 
hierüber Ihre Rechte vor. " 
Eilfter Artikel. 
Gesgenwaͤrtiger Tractat soll ratifirirt, und die Ra- 
tifications-Urkunden binnen sechs Wochen, oder früher, 
wenn es sepn kann, ausgewechselt werden. 
Zu dessen Urkund haben obgenannte Bevollmäch- 
* ern unterzeichnet, und mit kbren Wappen-Siegeln 
versehen. 
Geschehen zu Wien, den ein und dreißigsten Mal, im 
Fahre Christi Ein Tausend achthundert und funfzehn. 
(Unterzeichnet:) 
(I. S.) Fürst von Hardenberg. 
L. S.) Baron von Humboldt, 
( 
(L. 8 Baron von Spaen. 
(l. S.) Baron von Gagern. 
Bel- 
d 2
        <pb n="236" />
        Anneæxe 
de Tareicke huit du traité du 31. 
Mai 1815. 
—————“—— 
Acte signé parile Secrétaire d'état pour les 
affaires Ctrangeres pour Tacceptation de la 
Souveraineté de Son Altesse Hoyale des 
Provinces belgiques. 
Son Excellence le Comte de Clanenry; 
ambassadeur exnraordinaire et minisue pléni- 
potemiaire de Sa Majeste Britannique aupres 
de Son Altesse Royale le Prince scuverain 
des Pays-Bas unis, ayant remis au soussigneh 
lLa copie du Protocole Tune conférence qdui 
eu lieu au mois de Juin passé entre les minis- 
tres des hautes Puissances alliees, et signe 
Par##ux, au sujet de la réunion de la ni i- 
que à la Hollande, et le dit ambassadeur lui 
ayant aussi fait part des instructions qu'il ve- 
noit de recevoir de’#sa cour, de 2e concerter 
avechle général Baron de Vincent, gouverneur 
1#néral de k Belgidue, afin de remettre le 
Souvernement provisoire des provinces belzi- 
dues à cclui qui en seroit chargé par Son Al. 
tesse Royale au riom des Puissances alliges, 
zusqu'4 leur réunion definitive er fomelle, 
Pourvu que prealablememn et conjointement 
àavec les ministres ou autres agens diplomati- 
dues de IDAutriche, de la Russie et de la 
Prusse, actucllement à ia Haeye, le die am- 
Pbassadeur reçdut de Son Altesse Royale son 
adhesion formelle aux conditions de h reunion 
des deux Pais, schon l’invitauon faite au Prin- 
4# souverain par le dit Protocole; le soussigne 
&amp; mis kh copie du Protecole et la note offl. 
FKicli du dit zmbassadeur, dui contenoit le 
Précis de ses instructions à ce sujet, sous les 
yJYex de Son Altesse Royale. ·· 
sonAltcsseRoyalelepkineesduverain 
reconnoit due les conditions de la reunion 
contenues dans le protocole sont conformes 
Zux huit articles , dont la teneur euit: 
Article premier. 
Certe runion devra étre intime ei com- 
ple#te, de façon que les deur Pas ne formem 
S###'# zeul meme Etat regi par 1a constita- 
28 
Bellage 
zm achten Artikel des Tractats vem 31. 
Mai 1815. 
  
Acte unterzeichnet von dem Staats-Secretair der 
auswärtigen Angelegenheiten zur Annahme der 
Landeshoheit und Oberherrlichkeit Seiner Kdnig- 
lichen Hoheic in den belgischen Provinzen. 
Nachdem Seins Exzellenz der Graf von EClancar= 
t, auerordentlicher Bothschafter und bevollmächtig- 
ter Minister Seiner Koniglich-Großbritannischen Maje- 
stät bei Seiner Kdnigl. Hoheit dem sov#erainen Fürsten 
der vereinigten Riederlande, in Verfoilg einer um ver- 
gangenen Juni über die Vereinigung Belgiens mit 
20 and zwischen den Munistern der hohen allüirten 
ächte abgehaltenen Conferenz, dem Unterzeichne- 
ten das darüber abgefaßte und von besagten Mini- 
stern unterschriebene Protokoll abschriftlich übergeben, 
und nachdem besagter Bothschafter ihm auch die von 
seinem Hofe eingegangenen Instructionen mitgetheilt 
hat, laut welchen mit dem General-Gouverneur Bel- 
giens Gencral Freiherrn von Bincent dahm zu verab- 
reden gewesen, daß die provisorische Regierung der belgis 
#en Provinzen demjenigen der im Namen der allürten 
lächter von Seiner Königlichen Hoheit vamit beaus- 
tragt werden mochte, bis zu ihrer definitiven und förm- 
lichen Vereinigung bbergeben werde, wofern nur vor- 
läufig und gemeinschaftlich mit den gegenwirtig. im 
Haag befindlichen Miuistern oder andern diplomatischen 
Agenten Oesterreichs, Rußlands und Preußens, be- 
sater Bothschafter, der dem souverainen Fürsten durch 
sagtes Protocoll geschehenen Einladung zu Folge, 
von Seiner Kdniglichen Hoheit den fbemlichen Beuritt 
zu den über die Vereinigung brider Länder verabredeten 
Bedingungen erlange; so hat der Unterzeichnete die Ab- 
schrift des Protocolls und die offizielle Note des besag- 
ten Bothschafters, welche den kurzen wesentlichen In- 
halt seiner dröfalsigen Instructionen enthielt, Seiner 
Könialichen Hoheit vorgelegt. 
Seine Königliche Hoheit der souveraine Fürst er- 
kennen, daß die im Protocoll enthaltenen Bedingungen 
der Bereinigung den acht Artikeln gemäß find, deren 
Inhalt folgendermaaßen lautet 
Diese Vere — 8 
ese Vereinigung soll innig und vollständig seyn 
"6 daß beide Länder mir einen ung denselben Gruas bur 
den, welcher durch die in Holland berrits eingeführte 
und
        <pb n="237" />
        ##on deja établig en Hollanda, et qui sera mo- 
disiée d'un commun accord d'’aprés les nauvel- 
les circonstanges. 
Article tecond. 
II ne sera rien innové aux articles de 
eette constitution qui assurent à tous les cultes 
une Protection et une favenr égales, et garan- 
tissent l’adlmission de tous les citoycns, duelle 
due soit lcur eroyance religieuse, aux emplois 
et oflces publics. 
Article frolsicme. 
Les Provinces belgiques seront conwens- 
blement représentees à Tassemblée des Etats 
geneèram dont les scssions ordinaires se tien- 
drom en tems de paiz alternativement dans 
nne ville hollandoise et dans une ville de la 
Belgique. 
Ertiche gucerieme., 
Teus les habitans des Pals-Bas se trou- 
vant ainsi constitutionellemenr assimilés en- 
treuxz, les différentes provinces joufronr Egale- 
ment de tous les avantages commerciaux et au- 
tres due comporte leur situation respective, 
sans dqu’aucune entrave ou restriction puisse 
etre imposee à Pune au Profit de T’autre. 
Artiele einquième. 
* # vi 
Immédia#ement aprés la réunion, les pro· 
□ " r. r—' 1 
vinces et les vülcs de la Belgique seront ach- 
mises au commerce ct à&amp; la navigation des co- 
lonies sur le memc Pied due les provinces er 
villes hollandoises-. 
4rriche srieme. 
Les charges devant etre communes, ainsi 
due les bénefices, les dettes contractses jus- 
qu'à I’épodue de la réunion par les provinces 
hollandoises d’un coté, et de Tautre par les 
Provinces belgiques, seront 4 la eharge du 
#résor général des Pa.s-Bas. 
Artiche seplieme- 
Conformément aux memes principes, les 
depenses requlses pour T’tablissement et Ila 
coonservation des fortifications sur Ia frontière 
du nouvel Etar, seront supporiées par le tré- 
sor général, comme résultant d’un objer qui- 
intéresse la surete et P’indépendance de toutes 
les ꝑrovinees et de la nation enucre. 
29 — 
und in gemeinschaftl icher Uebereinstimmung, den neuern 
Umständen gemäß zu modificirende Verfassung regiert 
werde. « « ’ .T 
Zweiter Artikel. 
Es foll in den Artikeln dieser Verfassung, welche 
allem und jedem Gottesdienst einen gleichmäßigen 
Schutz und eine gleiche Begünstigung zusichern, und- 
die Zulassung aller Bürger, von welcher Religion und 
Glauben sie seyn mogen, zu den dffentlichen Aemtern 
und Bedienungen verbürgen, keine Neucrung einge- 
führt werden. 
Dritter Artikek. 
Die belgischen Provinzen sollen in der Versamm- 
kung der Genecral -Staaten gehbrig, repräsentirt, 
und die gewöhnlichen Sitzungen dieser Versammlung. 
zu Friedenszeiten wechselsweise in einer holländischen. 
und in einer belgischen Stadt gehalten werden. 
Vierter Artikel. 
Da solchergestalt alle Einwohner der Niderlande 
ronsiitutionsmäfig untereinander gleich gestellt sind, so 
sollen die verschiedemen Provinzen gleichmäßig alle 
Handels= und andre Vortheile genießen, welche ihre 
respective Lage mit sich bringt, ohne daß irgend ein 
Hinderniß oder Einschränkung der einen zum Vortheil 
der andern in den Weg gelegt werden dürfe. 
Fünfter Artikel. 
Ummittelbar nach der Bereinigung sollen die belgi- 
schen Provinzen und Städte zum Colonialhandel und- 
Schifffahrt auf demfelben Fuß zugelassen werden, als 
die holländischen Provinzen und Städte. '- 
Sechster- Artikel.“ 
Da die Lasten sowohl als die Vortheile gemeim: 
sepn müssen, so fallen die bis zum Zeitpunct der Verei- 
nigung einer Seits von den holländischen, andrer Seits 
von den belgischen Provinzen contrahirten Schul- 
— „der niederlaͤndischen General- Schatzkammer zur 
ast. 
Siebenter Artikel. 
Nach eben denselben Grundsaͤtzen werben die 
zur Anlegung und Erhaltung der Grenzbefestigungs- 
Werke des neuen Staats erforderlichen Ausgaben. 
von der General-Schatzkammer getragen, da sie aus 
einem Gegenstande erwachsen, der die Sicherheit und 
Unabhängigkeit aller Provinzen und der ganzen Na- 
tion angehtt 
Achter
        <pb n="238" />
        Article huitieme. 
Les frais d'établissement ei d’entretien des 
Gigues resteront pour le compte des districts 
dul sont plus directement intéressés à cette par- 
t#ie du service public, sauf Tobligation de °Etar 
en général à. fournir des zecoufs en cas de 
désastre extraordinaire; le tout, ainsi due cela 
v'est Pratiqué jusqu’d présent en Hollande. 
Era Son Altesse ayamt accepté,Ces huit ar- 
#cles comme la base et les conditions de la 
runiön dela Belgique A la Bollande sous la 
souverzinete de Son Altesse Royaler 
Le soussigné Anne Willem Carel Baron 
de Nagell, chambellan de Son Altesse Royale 
1e· Prince Souverain des Pais- Bas unis, et 
Son Sccrétaire d’état pour les allaires SCtrange- 
Fres, est chargé #t autorisé au nom ei de la 
partide Son Auguste maitre, d'acrepter la Sou- 
veraineté des provinces belgiques sous les con- 
ditions contenues dans les huit articles préccé- 
dens, et d'en garantir par le présent acte l'ac- 
tation et lexecution. 
rep En soi de quoi le soussigné Anne Willem 
Carel Baron de Nagell, chambellan de Son 
Altessc Royale le prince souverain des Pays- 
Bas unis et Son secrétaire d'état pour les affai. 
res. Gtrangeres sa muni le présemt acte de ra 
signature, et 72# fait apposer le cachet de #es 
armes- s. 
Fait 4 D Haye mie2## Juillet, 1814. 
(signé:) 
(L. S.) A. W. C. de Nagell. 
Pour copie conforme. 
Le Geécrétaire général du Département 
des afflaires étrangeres. 
(signé:) 
van Zuylen van Nyevelet. 
30 
Achter Arklret. 
Die Deichanlegungs= und Unterhaltungskosten sol- 
len auf Rechnung derjenigen Districte bleiben, welche 
bei diesem Theile des dffentlichen Dienstes unmtttelbar 
interefürt sind, jedoch mit Vorbehalt der Verbindlich-= 
keit die dem Staate überhaupt oblicgt, in einem außer- 
ordentlichen Unglücksfall Beihülfe zu leisten. Dies al- 
4es so wie es bisher in Holland gehalten worden ist. 
Und nachdem Seine Hobeit obige acht Artikel als 
Grundlage und Bedingungen der Vereinigung Belgiens 
mit Holland unter der Landeshoheit und Oberherrlich- 
keit Seiner Kdniglichen Hoheit angenommen haben, 
wird unterzeichneter Anna Wilhelm Carl Baron 
van Nagell, Kammerherr Seiner Koniglichen Heheit 
des souverainen Fürsien der vereinigten Niederlande 
und Dero Staats-Secretair für die auswärtigen Ange- 
legenheiten um Namen und von Seiten seines Durch- 
lauchtigen Herrn beauftragt und ermächtigek, die Lan- 
deshoheit und Oberherrlichkeit der belgischen Provingen 
unter den in den acht vorhergehenden Artikeln enthalte- 
nen Bedingungen anzunehmen, und dureh gegenwärtige 
. Urkunde deren Annahme und Ausführung zu garantmen. 
Zu dessen Urkund unterzeichneter Anna Wilhelm 
Carl Baron van Nagell, Kammerherr Seiner König- 
lichen Hoheit des souverainen Fürsten der vercinigten 
Niederlande und Dero Staats-Sccretair für die aus- 
wärtigen Angelegenheiten, gegenwärtige Acte mit sei- 
ner Namensunterschrift versehen hat, und mit seinem 
Wapensiegel bedrucken lassen. 
Geschehen im Haag, den 2 r. Julii 1814. 
(Unterzeichnet: 1 
(I. S.) A. W. C. van Nagell. 
Dem Original gleichlautend. 
Der General-Secretair im Departement der 
auswärtigen Angelegenheiten. 
(Unterzeichnet:) 
van Zuylen van Nyevelt. 
—!°-t----- 
-No 
Teactat zwischen des Khnigs von Prenßen Majestét und des Herrn Herzogs und des Herrn Fürsten von 
Nassau Durchlauchten, De dato Wien den 31. Mat 186. 
-a in Ucbereinkunft der zum Congresse im Wien vereinigten Mächte die pranischen Erblande des Kdnigs 
von Preußen Majestät zur Ertschädzzung 
hältmsse mit des Herrn Herzogs und 
worden ist; so haben Seine 
überwiesen sind, und dabei eine Ausgleichung der Territerialver- 
errn Fürsten zu Nassau Durchlauchten ausdrücklich vorbehalten 
Najestät der König von Preußen Ihren Staatskanzler Fürsten uon aroen 
erg,
        <pb n="239" />
        berg, Ritter der großen schwarzen und rothen Adler-, des St. Johanniter und des eisernen Kreuzes Or- 
dem so wie des Taserlichengsschen St. Andreas-, St. Alerander-Newskv= und St. Annen-Ordens er- 
er Klasse, Großkreuz des ungarischen St. Stephans-, Der Ehrenlegion, des spanischen St. Carls-, des 
ohen sardinischen Annunciaden-Ordens, des schwedischen Seraphinen-, des dänischen Elephanten, deß baier- 
schen St. Huberts-, des würtembergischen goldnen Adlers-- und mehrerer andern Orden Ritter, Ihren ersten 
Congreß-Bevollmächtigten, und Ihre Durchlauchten der Herr Herzog und Fürst zu Nassau Ihren dirigi- 
renden Staatsminister und Congreß-Bevollmächtigten, Herrn Ernst Franz Ludwig Marschall von Bieber= 
stein; Großkreuz des badenschen Ordens der Treue, bevollmächtigt, diese Ausgleichung abzuschließen, wels 
che nach gegenseitig ausgewechselten Vollmachten über nachstehende Artikel überein gekommen sind. 
Erster Artikel. 
Von Ihren Durchlauchten dem Herrn Herzoge und Herrn Fürsten zu Nassau werden an Seine Ma- 
jestät den Knig von Preußen mit allen Rechten der Landeshoheit und Oberherrlichkeit abgetreten die nach- 
ftehenden êAemter, Kirchspiele und Ortschaften. 
1) Das Amk Linz, 
2) Das Amt Altenwied, 
3) Das Amt Schöneberg, 
3 Das At g#ülrneuchen, hemal 7. enb cho 
) Das Kirchspiel Hamm, ehemals zum Amte Hachenburg gehbrig, 
6) Das Amt Schöostem,“ 7 Hach 9 9 
7) Das Amt Freusberz, 
8) Das Amt Friedewald, 
9) Das Amt Dierdorf, . 
18) Derjenige abgefonderte Theil des Amts Hersbach der an Altenlirchen stoͤßt, 
11) Das Amt Neuerburg, 
12) Das Amt Hammerstein mit Irlich und Engers, 
13) Das Amt Heddesdorf, 
I4) Die Stadt Neuwied, Z ss 
15) Von dem Amte Vallendar, die Gemeinen Gladbach, Heimbach, Weiß, Sapn, Mühlhofen= 
Bendorf, Weitersburg, Vallendar und Mallendar, ». 
«16)·VondemAmteEhrenbreitsteindie-Gemeinen:Nichte-Werth-Nichts-berg-WHAT-IMMENka- 
·Neudokf,Arenbekg,EhrcnbreitstcicrmibvewMühlen,,ArzbeimpPfassendorfundsjhorchhejwi 
17) Das Amt Braunfels, 
18) Das Amt Greifenstein, 
19) Das Ant Hohensolms. 
Zweiter Artikel. 
Von Seiner Majesiät denr Kbnige von Preußen werdem dagegem am Ihre Durchlauchten den Herrm 
Herzog und Herrn Fürsten zu Nassau mit allen Rechten der Landeshoheit und Oberherrlichkeit abgetreten, 
1) Die drei Oranien-Naffauischen Fürstenthümer Diez, Hadamar und Dillenburg) mit- Einschluß der 
Hierunter begriffenen Herrschaft Beilstein und mit Ausschluf der Aemter Burbach und Neunkirchen 
2) Ferner vom dem Fürstenthum Siegen, und den Aemtern: Vurbach und Neunkirchen eine Bevölke“ 
aungzon zwolftausend Einwohnern in solchen: Gemeinen, welche sich am das Fürstenthum Dillenburg an- 
hließen. « ·... 
’ M kä) Endlich-IMHmschafkmsWestetbthundsSch.adeck;,.yndxdec«vormalsöBetgifchcAntheilzdeåAmts- 
Runke 
Dritter- Artikel. 
Die Ausmitkelung des nach oblger Bestimmung, abzutretendem Antheils des Farstenthums Siegen und' 
der Aemter Burbach und Mennkirchen. soll in der kürzesten, Frist, und spätestens in vier Wochem nach Aus- 
wechselung der Ratificationen des gegenwäriigen Tractats,, auch in jedem Falle norh vor der= Besitzergrei- 
fung von diesen Oranischen Landestheilen durch gemeinschaftlich zu ernennende Commissarien brwirkt wer-- 
den. Diese Commissarien sollen daber von, dem. Grundsatze der Contiguität und des Anschlusses dieser Lan- 
desautheile an beide Territoriex und von der Rücksicht vorzüglich ausgehen, daß der- Zusammenheng der 
m-
        <pb n="240" />
        — 32 — 
Communalkirchlichen und gewerblichen Verhältnisse, letzteres namenklich auch in Bezug auf den Bergbau 
sorgfältig beachtet werde. « « , 
Auf den Fall, daß sich die Commissarien uͤber den einen oder den andern dleser Puncte nicht vereinis 
gen konnten, sind sie ermächtige, eul die Entscheidung eines von Ihnen sern gemeinschaftlich gewählten 
bmanns zu compromittiren, dei dessen Entscheidung es sein Verbleiben haben soll. 
Vierter Artikel. 
» Die wechselseitig in Gemäßheik der Artikel r. 2. 3. abzutrekenden Aemter und Landestheile gehen an. 
den künftigen Besitzer über, mit den ganzen Gemarkungen der dazu gehdrigen Gemeinen, so wie mit als 
lem darin befindlichen Staats= und Domanial-Eigenthum, wie dasselbe Namen haben, oder aus welchem 
Titel dasselbe früher erworben seyn mag. Kein Theil wird Enklaven im Gebiete des Andern besitzen, und 
Bamentlich sind die Abteien Rommersdorf, Sapn, Nieder-Werth und Beseeücch- welche in den nach Ar- 
titel r. abzutretenden Gemeinen liegen, mit ihrem in der Prcußischen Begränzung liegenden Eigenthum in 
dem Preußtschen Landesantheile begriffen. 1 
Auch begeben sich beide Theile aller und jeder dem einen Theile in dem Staatsgebiete des Andern 
zustehender Einkönfte, Hoheits-, Lehns= und andrer Gerechtsame, wie dieselben Namen haben mögen. 
Die Münzgeräthschaften zu Ehrenbreitstein, die fürstlichen Mobilien zu Engers, und die fürstlichen 
Jagdschiffe bleiben dem Herzoglich= und Fürstlich = Nassauischen Hause zur Wegnahme binnen drei Monaten 
nach Auswechselung der Natificationen vorbehalten. 
Fünfter Artikel. 
Um die Fortification und Vertheidigung der in dem von Nassauischer Seite abgetrekenen Terrikorio 
legenen ehemaligen desung KErenbreustenn * im Fall deren Wiederaufbauung, vollkommen sicher zu stel- 
en, wird festgesetzt, daß überhaupt und ohne Ausnahme innerhalb der Entfernung von Eintausend fünf- 
hundert rheinländischen Ruthen von der Festung auch in den Gemarkungen solcher Orte, die etwa unter 
Nassauischer Hoheit verblieben seyn mochten, gegen Entschädigung der Grundeigenthümer, und der Terri- 
torialverhältnisse unbeschadet, von Kbniglich-Preußischer Seite zu Militairzwecken bestimmte Anstalten an- 
gelegt werden konnen. 
Sechster Artikel. 
Um die Handelsverhältnisse des Herzogthums Nassau durch die Artikel r. bestimmten Abtretun- 
gen nicht zu beschränken, wird hiermit festgesetzt, daß die Einfuhr von dem Rheine und die Ausfuhr nach 
dem Rheine, auf den durch Ehrenbreitstein und Vallendar an diesem Fluß gehenden Straßen dem Herzog- 
thume nicht erschwert, oder mit neuen Belästigungen des Handels belegt werden solle. 
Siebenter Artikel. 
Wegen der Revenüen-Rückstände und Aerarial-Vorräthe in den abgekretenen Landestheilen sollen die 
nämlichen Grundsätze in Ausübung gebracht werden, welche in Ansehung der Reven#en-Rückstände und 
Aerarial-Vorräthe gegen Seine Majestät den Konig der Niederlande in denjenigen Landestheilen festgesetzt 
und beobachket werden, welche aus dem Besitz Seiner Majestät des Königs von Preußen an Höchstdiesel- 
ben übergegangen sind. .- 
Achter Artikel. 
Wegen der auf den abgekrekenen Landestheilen haftenden Schulden wird fetgesettr r 
a) Daß die Partikulargemeinen, Kirchspiels-, Amts= und Landes= oder Provinzial-Schulden mit den be- 
troffenen Gemeinen, Kirchspielen, Aemtern und Ländern oder Provinzen an den künftigen Besitzer über- 
gehen, und auf demselben haften bleiben. Da wo eine Theilung der Aemter und nder oder Pro- 
vinzen statt findet, werden die Partikular-, Amts= und Landes-Schulden nach eben dem Fuße und 
Maaßstabe auf beide Theile vertheilt, nach welchem die getrennten Theile zu der Verzinsung und Ca- 
Ealröckzahlung, oder wenn dies nicht auszumitteln ist, überhaupt zu gemeinschaftlichen Ausgaben 
eigetragen haben. 
b) Die Hhoglich-Raffanischen Staats= und Kammerkassen-Schulden, sollen nach Constatirung der au 
den Staats= und Kammerkassen am, 31. Dezember 1814, haftenden Schuldenmasse, nach Verhaͤltni 
des reinen Revenuͤen-Betrags, welcher aus den abgetretenen Territorien in die Eentral-Staats- und 
am
        <pb n="241" />
        — 33 — 
Kammerkassen nach dem Durchschnitte der letzten fünf Jahre vor dem Jahre 1812, geflossen ist, mit 
Hinzufügung des reinen Repenben-Betrages des Amtes Runkel vom Jahre 1814, zwischen beiden 
Paciscenten getheilt werden. *i 
) Die Nassau-Oranischen Staats= und Kammerschulden werden nach eben diesem Maaßstabe unter zu 
Grundelegung desselben Termins, jedoch nach dem Durchschnitte der Oranien-Nassauischen reinen 
Kammer-Revenben von den fünf Jahren 1801 bis 1806 einschließlich — wolchen jedesmal der reine 
Ertrag der Herrschaften Westerburg und Schadeck vom Jahre 1874 beizufügen ist — unter den beiden 
Paciscenten getheilt. 
4) Ausgenommen von dieser Abtheilung find Lie ehemaligen Nassau-= Saarbrückschen guf die Herzoglich- 
Nassauische Staatskasse übernommenen noch passive ausstehenden Schulden. Diese bleiben dem Her- 
zoglich-Rassauischen Hause ausschließlich zur Last. 
Neunter Artikel. 
Dicjenigen Staats-Pensionen, welche wegen in den cinzelnen Landestheilen geleisteter Localdienste be- 
willigt worden sind, oder auf darin gelegenen secularisirten Götern ruhen, überhaupt ihrem Ursprunge 
nach einzelnen Landestheilen angehdren, sind von derjenigen Seite ferner zu berichtigen, in deren Besitz 
die Objecte #bergehen oder verbleiben, auf welchen sie chrem Ursprunge nach geruht haben. " 
„ .Millitair-Pensionen fallen der Regierung zur Last, die den Landesenthal befitst, aus dem die zu 
pensionircnden Militairpersonen gebürtig ind. 4 « -. » «« * 
Die übrigen in diese Cathegorie nicht gehbrigen Staats-Pensionärs werden nach dem Revenenver= 
haltnise wie die Staatsschulden abgetheilt. " t- s 
Leibrenten werden wie Schulden behandelt, und je nachdem sie auf einzelnen Landestheilen oder auf 
dem Ganzen haften, ganz oder antheilsweise von beiden Theilen irbernommen. 
Zehnter Artibel. 
Die Localdiener gehen nüt den abgetretenen Territorien uber. Bei getheilten Acmtern übernimmt sie 
derienige Theil dem die Gemeine zufällt, in der sie bisher ihren Wohnort gehabt haben. ' 
Seäaemmtliche Central- und Provinzialdiener, die zu den administrirenden Stellen zu Wiesbaden, Wiil- 
burge. Diez und Dillenburg gebdren, verbleiben Nassau, oder gehen an Nassau uber; die zu Ehrenbreit= 
stein angestellten übernimmt Preußen. . " 77-p 
.Deienigen Centraldiener, welche ihre Dienste hei einer oder andern Regierung nicht fortsetzen 
können oder deren Versetzung in den Quiescenten = Stand von einer oder der andern. Seite in den nächsten 
drei Monaten nach Abschluß ge enwärtigen Vertrags beschlossen wird, werden nach Maaßgabe des Nas- 
sauischen Edicts vom 3., und 6. Dezember 1811 pensionirt, oder mit Quiescenten -Gehaiten versehen, welche 
pr. rata nach dem bei der Schuldenabtheilung angenommenen Maaßstab, gemeinschaftlich bezahlt werden 
Pen Kein übernommener Staatsdiener soll weniger günstig behandelt werden., als das angezogene Edict 
estimmt. 
Eilfter Artikel. 
Alle in den wechselseitig abgetretenen Landeskheilen geborne Milikairpersonen, welche in einem gerin- 
gern Dien s-Range als dem eines Oberoffiziers stehen, werden nach geendigtem gegenwaͤrtig bevorstehenden 
Feldzuge an die Militairbehoͤrden desjenigen Staats abgegeben, zu welchem ihre Geburtsoͤrter gehoͤren. 
Bis zu diesem Zeitpuncte setzen sie ihre jetzigen Militairdienste fork. 
Olberoffiziere, werden von dem Staate, in dessen Gebiet ihr Geburtsort 
ihre Dienste bei dem andern paciscirenden Staate, wenn sie dics vorziehen, 
1 s. 
Zwoͤlfter Artikel. 
Die in den Zucht-, Arbeits= und Irrenhäusern befindlichen Verbrecher und Wahnsinni werden na 
den Geburtsorten an die betreffende Beh rdde abgegeben. sinnige c 
Dreizehnter Artikel. 
Archive und Rezittraturen werden nach Maaßgabe der Territorialveränderungen abgesondert, und bei- 
den Theilen die auf ihre Lande#antheile sich beziehenden Actenstücke überliefert. 
e Vier- 
llt, nicht gehindert werden, 
ortzusetzen.
        <pb n="242" />
        * Vierzehnter Artikel. 
Preußen übernimmt diejenigen Verpflichtungen des Herzoglich-Nassauischen Hauses, welche wegen der 
Taxischen Post auf den an dasselbe abgetretenen anderthesten aften. ß 
Funfzehnter Artikel. 
Die Hroße Landstraße von Gießen durch das Nassauische Gebiet nach Ehrenbreitstein wird einc Mili- 
kairftraße für Preußen zur Verbindung zwischen Erfurth und Coblenz senn. Es sollen für dieselbe eben die 
Bestimmungen gelten, welche für die Preußischen Militairstraßen durch die Königlich Hanndverschen und 
Kurfürftlich Hesischen Staaten angenommen werden. 
1½ Sechszehnter Arkikel. 
Zur endlichen Auseinandersetzung aller einer nähern Ausgleichung noch bedürfenden Puncte, nament- 
lich der Schulden, Pensionen und Staatsdienerschafts-Verhöültnisse, werden gleich nach erfolgter Ratifica- 
tion des gegenwärtigen Vertrag von beiden Seiten Commisserien ernannt werden, die zu Wiesbaden zu- 
sammen treken, um dies Geschäft in der mdglichst kürzesten Frist zu beendigen. Sie werden solche Maaß- 
regeln zu ergreifen bevollmächtigk seyn, daß der Jinsenlauf von den Staatsschulden, und die Jahlung der 
Penssonen, nicht ins Stocken gerathe, der Credit der Staatspapiere nicht gefährdet, und der Kassendienst 
nicht unterbrochen werde. - 
T Siebenzehnter Artikel. 
Da in dem zwischen des Koͤnigs von Preußen und des Koͤnigs der Niederlande Majestäten über die 
gegenwaͤrtigen gegenseitigen Cessionen gleichzeitig abgeschlosseiren Vertrag ein Artikel aufgenommen worden 
ist, welcher woͤrtüch folgendermaaßen lantet: « «-- 
,;,«1lscranommåipcessammentparsaMajestölelkoiefePkusseetsadlajestålekoi 
.;,dtzs:P·a)s.-.Bas«vtie.commjssionpouk"'te"gle·k·tdi1t«sceq»u«t’est«telatifå1acessiondes 
,,possessxonsnassoviermeskdesaiMåjeståspaktapponsäuxarchives,detteszexcådenp 
,-,descaisses.etzartes-offers-de.1a.må"menatuke.Lapartiedesarchivesquinetc— 
,,gatdepointlespaisscådes,maishmisonckorane«,.ettoutcequi,commehiblio- 
.,.,3«th·åqug,.-cpllk.c·tiondecaktcsetautresdbjetsParei,appattientålapropriåtåpakük 
„ culiere et personnelfe de Sa Nlajestée Ie Roi des Pays -Bas resteéra à Sa Majesté et 
„slui sera aussitöt remis. Une pamnie des susdites possessions étant éechang#es contre 
„ des possessions des Dur er Prince de Nassau;, * Ie oi de Prusse s'en- 
„gage, et Sa Nlajeste le Roi des Pays-Bas consent à fairc transférer Tobligation sti- 
TPlset. pax le présent articele, sun Leüurs- Altesses Sérénissimes les Duc er Prince de 
„ Nassau pour la parsie des dites possessions qui sera réunie à Leurs Etats. 
(Paraphes:) „Humboldt. „ Capo d’lstria. 
„ Spaen. Wessenberg. 
„Metternich. . „Rascumowsky. 
„Hardenberg- „ Clancarty 
„Gagern. „Talle yrand. 
„Nesselrode. 
5 verpfkichten sich Ihre Durchlauchten der Herr Herzeg und Herr Fürst zu Nassau, die in demselben von 
es Königs von Prrußen Majestä: übernommenen Verpflichtungen in so weit ganz in gleicher Art zu er- 
füllen, als dieselben dic jetzt au Ihre Durchlauchten übergehrnden vormals Oranischen Länder und Länder- 
theile detreffen. ,., - 
chtzehnter Artikek- 
« Die Ratificationen sollen innerhalb vier Wochen oder eher, wenn es seyn kann, ausgewechselt, auch 
bie abzutretenden Unterthanen gleichzcitig ihrer Pflichten gegen die vorige Regierung e#tbunden werden. 
Des zu Urkund haben die unterzeichneten Bevollmächtigten vorstehenden Tractat eigenhändig unter- 
schrieben und mit ihrem Insiegel bedrucken lassen. 
So geschehen Wien den 31. Mai 1815. 
« («L.S-. 
L. S. 
( 
). Der Fürst von Hardenbere. 
# E. F. L. Marschall von Bieberstein. 
  
(No. 5.7
        <pb n="243" />
        (No. 5.) Trailé concln à Vienne de 4. Luin 1815 en- 
iro S. M. le Roi de Prusse d’une Part, et 6. M. 
le Roi de Danemarc d’autre Part. 
O: Majeste Ie Rol de Prusse et Sa Majestule 
Roi de Danemarc désirant Par des motifs d’uti- 
litéc mutuelle convenir de la cession récipro- 
adue du Duché de la Pomeranie Suédoise avcc 
da Principau de Rügen, et du Ducl de 
Lauenbourg, et zam #resolude conclure un 
* 
0 
traite formel pour cei effet, ont nommé des. 
Plénipotcnhiaires pour conccrter, arrettr et si- 
Ener tout ce qui est relatil 4 tet objet, savoir: 
Sa Nläajeste le Roi de Prusse, le Prince 
de Hardenberg, Son Chancelier d'Etot, Ghe- 
walier des GCrands ordres de Faige Doire: de 
I Aigle rouge, de celui de St. Jean de Jeru- 
salem et de la Croix de fer de Prusse, de 
ceux de St. André, de St. Alexandre-Newsky 
et de Ste. Anne de la premiere classe de Rus- 
ie, Grand-Croix de Tordre royal de St. Erien- 
ne de Hongrie, Crand-Cordon de la Légion 
d’honneur, Grand- Croix de lordre de St. 
Charles dEspagne, de celui de St. Hubert de 
Baviére, de I°Ordre supreéme de Annoncia- 
de de Sardaigne, Chevaller de 1’Ordre des S#é. 
raphins de Suéde, de celui de l’Eldphant de 
Danemarc, de I’Aigle d’or de Würtemberg et 
de plusieurs autres, Son premier Plénipoten- 
tiaire au Congres de Vienne; et le Sieur Char- 
les Guillaume Baron de Humboldt, Ministre 
d'Etat de Sa dite Majeste, Son Chambellan, 
Envozeé Extraordinaire et Ministre plénipoten- 
tiaire pres Sa Majeste Impériale et Royele 
Apostolid’e, Chevalier du Grand ordre de 
I'/Aigle rouge, de celui de la Croix de fer de 
Prusse, et de celui de Ste. Anne de la pre- 
mieère Classe de Russie, Son second plénipo- 
tentiaire au Congrés de Vienne-= 
Et Sa Mejeste le Roi de Danemarc, le 
Sieur Chrétien Günther Comte de Bernstorff, 
Son Conseiller intime des conférences, Son 
Envoyé extraordinaire et NMiniswe plénipoten- 
tiaire precs Sa Neajeste Impériale et HRoyale 
Apostolique et Son plénipotemtiaire au Con- 
gres, Chevalier de Tordre de LEléphant, Crand- 
Croix du ordre du Dannebrog, ei de Tordre 
royal de St. Etienne de Hongrie, et le Sieur 
Joachim Fréddric Comte de Bernstorff, Son 
Consgeiller imime des conférences, et Son pleé. 
— 
5 
(No. s.) Ucbersetzung des zwischen Seiner Majestät dem 
Küäntge von Preußen an einem, und Seiner Maje- 
sise dem Könige von Danemark am andern Theile, 
zu Wien den 4. Juntk 1815 abgeschlossegen Tractats. 
D, Seine Wajestät der Konig von Prrußen und 
Seine Mazjestät der König von Dänemark, zu Ihrem 
begenseitigen Vortheil über die respective Abtretung 
des Herzogthums Schwedisch-Pommern mit dem Für# 
stenköum Rügen und des Herzogthums Lauenburg 
übereinzukommen wünschen, und zu diesem Behuf eie 
nen förmlichen Tractat abschließen wollen; so haben 
Sie Bevollinächtigte ernannt, um alles was sich auf 
besagten Gegenstand, beziehet, zu verabreden, festzu- 
setzen, nud zu unterzeichnen, namlich: 
Seine Majestät der Knig von Preußen, Ihren 
Staatskanzler den Fürsten von Hardenberg. Ritter des- 
grossen Preußischen schwarzen und rothen Adlerordens 
des Preusischen Sk. Johanmter und cisernen Krenzes 
Ordens, NRitter der Kasserlich-Rußischen St. Andreas-, 
St. Alerander-Newsky= und St. Aunen-Ordens erster- 
Klasse, Großkreuz des Köôniglich Ur qarischen St. Ste- 
khenordens= Großkreuz der Chreulegion, Großkreuz 
des Spanischen St. Carlsordens, Ritter des Sardini- 
Scben hohen Annunciaden-, des Baierschen St. Hubert-, 
es Schwedisenen Seraphinen-, des Danischen Ele- 
phanten-, des Würtembergischen goldnen Adler= und 
mehrerer andrer Orden, Ihren ersten Bevollmächtigten 
am Wiener C ongrege und den Hru. Carl Wilhe.#u Frei- 
berrn von Humboldt, Staatsminister Seiner besagten 
Majestät, Ihren Kammrherrn, außerordentlichen Ge- 
sandten und bevollmächtigten Minister bei Ihro Kaiser- 
lich Königlich Apostolischen Majestät,, Ritter des gro- 
fen rothen Adler-, des Preußischen eisernen Kreuzes 
Ordens, und des Kaiserlich Rupischen St. Annen- 
Ordens erster Klasse, Ihren ziveiten Bevollmächtigten 
am Wiencr Congreß, * 
  
und Seine Mojestät der König von Dänemark 
den. Herrn Christian Günkher Grafen von Bernstorff, 
Ihren Geheimen Conferenz-Rath, außerordentlichen 
Gesandten und bevollmächtigten Mnisker bei Seiner 
Kaiserlich Königlich Apestolischen Majestet, und Be- 
vollmächeigten am Congreß, Ritter des Elephanten- 
Ordens) Großkrenz des Dannebrog= und des Konigk. 
Ungarischen St. Stephans-Ordens,, aund den Herrn 
Joachim Friedrich Grafen von Bernstorff, Ihren Ge- 
e 2 heimen
        <pb n="244" />
        — 
— 9 
a#lpotentiaire au Congres, Crand-Croiz de 
FOrdte du Dannebrog; · 
Lesquelsapkösavoikåchmsgåfern-Flehn- 
pouvoitstespectifs,tkouvåsenbormeetdüe 
forme, soht convenus des articles suivans: 
Article premier. 
Sa Majesté le Roi de Danemarc, tant pour 
Lui qdue pour Ses Successeurs, renonce irré- 
vocablement et à perpétuiteée, en faveur de Sa 
Majeste le Roi de Prusse es de Ses Succes- 
scurs, 1 tous les droits ei titres due Son trai- 
1e6 de paitk avec Sa Majeste le Roi de Suede, 
#oncku à Kiel le quatorze Janvier Milhuit- 
sent-duatorze, Lui a donnés sur le Duché de 
le. Pomeranie Sucdoise et la Principaute de 
File de Rügen. 
Article second. 
Sa Majesté le Roi de Prusse, en entrant 
en possession de ccs droits et tiercs, srimpose 
éGalcmenct les obligations, due Sa Alajeste le 
Roi de Danemarc à eontractees par rapport à 
la cession, qui Lui a ét faite de la Pomeérz- 
nie Suédoise et de Tile de Rügen, par les ar 
lckes huit, neul, dik, onze, donze, vingt, 
vingt-deux, vingt-trois, vingt- quatre et ving- 
six du Traite de Kiel. 
Acrticle troisième. 
Sa Majesté le Roĩ de Prusse cede à per- 
pétuité à Sa Majestée le Roi de Danemarc le 
Duché de Lauenbourg, pour étre possede par 
Sa Majicsté en toufe Souverainete et propriccg., 
Nvec ses droits, titres et Emolumens, tel duc 
le dlit Duché à é6 cédch à Sa Jlajesté Prus- 
enne Par T’article duatre du (tralté conclu à 
Vienne le vingt ncuf DMai Alil-huit#cent-quin. 
ze entre Elice et Sa Jlajesté Britannigue, Roi 
d’Hannovre. Le bailliage de Neuhaufs, si- 
„mé cmre le Meklenbourg ct Elbe, ainsi due 
les villages Lunchourgeois dui sont contigus 
à ce bailliage, ou qul s'y trouvent enclaves, 
sont cependant excepiés de cctte cession. 
Artiele quatrième. 
Szx Majestée Ie Roi de Danemarc s'engage 
4 Se charger des obligations, due Sa Nlajasté 
le Roi de Prusse à contractés par rapport an 
Duché de Lauenbourg par les articles Quatre, 
#e#ind et ncuf du traite conclurle vingt- neuf 
Mai Mil-huit-c## qduinze entre k Prusse et 
Sa Majeste Britannique Roi d’Hannovre, bien 
entendu zeependant due le ballliage de Neu. 
haufs partagera d4 Proportion de sa population 
la charge des dettes, qdui avec la possession 
6 — 
heimen Conferenz-Rath und Bevollmächtigken an 
Congreß, Großkreuz des Dannebrog-Ordensz 
Welche, nachven siee ihre in guter und gehdriger 
oer befundenen respektiven Vollmachten ausgewech- 
elt haben, üher folgende Artikel übereingekommen sind. 
Erster Artikel. 
Seine Majestät der König von Dänemark entsa- 
gen für Sich und Ihre Nachfolger, unwiderruflich und 
auf ewige Zeiten, zu Gunsten Seiner Mojestät des Ki- 
nigs von Preußen und Ihrer Nachfolger, allen Rech- 
ten und Tituln welche Ihnen der zu Kiel den vierzchn- 
ten Januar Ein Tausend achthundert vierzehn mit Seis 
ner Majestät dem Könige von Schweden abgeschlosse- 
ne Friedenstractat auf das Herzogthum Schwedisch- 
Pommern und das Fürstenthum der Insel Rügen ge- 
geben hat. · 
« Zweiter Artikel. 
Mit dem Antritt jener Rechte und Tituln über- 
nehmen Seine Majestaͤt der Koͤnig von Preußen zu- 
gleich in Bezug auf das abgetretene Herzogthum Schwe- 
disch-Hommern und die Insel Rögen alle und jede Ver- 
bindlichkeiten welche Seine Mazjestäc der Kdnig von 
Dänemark durch den achten, neunten, zehnten, eilft 
ten, zwölften, znzisten, Fvei, drei, vier und sechs 
und zwanzigsten Artikel des Kieler Tractats eingegan- 
gen ist. 
Dritter Artikel. 
Seine Majestät der König von Preußen kreken au 
ewige Zeiten Seiner Majestät dem Kdnige von Däne- 
mark das Herzogthum Lauenburg ab, um in voller 
Landeshoheit und Oberherrlichkeit und mit vollem Ei- 
genthum, sammt allen seinen Rechten, Tituln und 
Emolumenten von Seiner Wajestät besessen zu werden, 
o wie besagtes Herzogthum Seiner Königlich Preußi- 
ehen Majestät durch den vierten Axkikel drs zu Wien 
den ncun und zwanzigsten Mai Ein Taufsend achthun- 
dert und funfzehn zwisehen Ihnen und Seiner Kdniglich 
Grogby#tanmisch = Hanndverschen Majestät abgesehkosse- 
nen Tractats abgetreten worden ist. Oas zwischen dem 
Meklenburgischen und der Elbe gekegene Amt Neuhauß, 
ingleichen die dem Amte angrenzenden oder die in dem- 
felben enklavirten Laneburgischen Dörfer, sind jedoch 
von dieser Abtretung ansgenommen. 
Vierter Artikel. 
Seine Majestat der Königvon Onnemarkverpflich- 
ten Sich, die von Seiner Majestät dem K#nige von 
Preußen in Betreff des Herzogthums Lauenburg durch 
den vierten, fünften und neunten Artikel des den neun 
und zwanzigsten Mai Ein Tausend achthundert und 
funfzehn zwischen Preußen und Seiner Kbniglich-Groß- 
britannisch = Hanndverschen Majestät abgeschlossenen. 
Trackats eingegangenen Verbindlichkeiten zu übernch- 
men; doch venkteht sich, daß das Amt Ncuhauf' n 
Verhaͤltniß seiner Bevoͤlkerung die Last der Scholgen 
theilen
        <pb n="245" />
        du Duché passent au vouvel scquéreur. Ce 
point sera définitivement réglé par les com. 
missaires respectils „ due Pon nommera, d’'un 
cô# pour remeture, de Tautre pour receveir 
L province cédée., Lee stipulations de Particle 
sept du meéme traite sont conscrvées en faveuzr 
de Sa Majeste le Rot.,de Danemarc. 
. 
Article cinguleme. 
Sa NMlajesté le Roi- de Prusse sengage a 
fairc delivrer à Sa. Majestch Danolse tous les 
titres, documens, papiers, cartes et plans, con- 
enam la partie sédée du Duché de Lauen- 
bourg, tels eit aussitöt due le Gouvernement 
Hannovrien les Lui fera remettre. 
« Arkiclesfæiöma 
Envern-tPunaccokdfaitenttelescours 
de Prusse et de Suede, Sa Majeste le Roi de 
Prusse Fengage à payer à Sa Majeste le Roi 
de Danemarc la somme de six-Cent- mille Gcus 
de banque de Sucde qui est encore due par 
le Couvernemen Sucdois 4 Sa Majeste Da- 
noise. Ce payement se fera comptant dans le 
terme de deux mois àd dater de la signature 
du present traité, et d’apres le cours de chan- 
ge du jour de cene signature. 
Article septiema. 
Pour completter l'indceinnité dùe à Sa Ma.- 
jesté le Roi de Dancmare pour la cession de 
h Poméranie Suédoise et de lile de Rũgen, 
Sa Majesté le Roi de Prusse s'engage en ou- 
we à payer d4 Sa Klajeste Danoise E somme 
de deux millions decus, argent couran de 
Prusse. Ceuc. somme sera payée aux termes 
sulvans, savoir: Cind- Cem - Aille écus, le 
Premier de Janvier de la premiere anne apres 
Da conclusion de la paix dqui terminera la guer- 
1e actuclle avce lu Prance. Cinq-Cent. Mille 
GCcus le premier de Juill## de la meme année, 
et la meme somme le premier Janvier et le 
PFremier Juillet de l’annee suivante. 
Sa Majestée le Roi de Prusse fera délivrer 
4 Sa Majeste le Roi de Dancmarc pour ces 
sommes, duatre obligations, chacune pour 
Cind-Cent-Mille écus, papable aux duatre ter- 
mes susdits et portant quatre pour Cent diin-- 
teréts. 4 
Ces obligations seront délivrées lors de la 
Prise de possession de la Poméranie Suêédoise 
au nom de Sa Majeste Prussienne, et le pa#e- 
mer. des interets scra compié de ccue meéeme 
pogus. Z 
e premicr payemcnt de ces intéréts so 
f# le premier de Janvier Milhuit centseize, 
37 
theilen wird; vie mit dem Besitz dbes Herzogthums an 
den neuen Erwerber übergehen. Dieser Punck so 
durch dic, einer Seits zur Uebergabe, andrer Seits zur 
Uebernahme der abgetretenen Provinz zu ernennenden 
respectiven Commissarien definitiv vegulirt werden. Die- 
im siebenten Artikel desselben Trartats Aaeltgesctzten Be- 
dingungen werden zu Gunsten Seiner Majestät des Kd= 
nigs von Dänemarkt beibehalten. 
ünfter Artikel. 
Seine Majestät der Kdnig von Preußen verpflichs 
ken Sich, Seiner Kdniglich Dänischen Majesiät alle den 
abgetretenen Theil des Herzogthums Lauenburg betref- 
feude Tituln, Documente, Papiere, Carten und Plä- 
ne überliefern zu lassen, und hwar in demfelben. 3 
stande und sobald wie die Hanndversche Regierung Ih- 
nuien solche aushändigen wird. 1 
!Sechsker Artikel. 
Kraft ciner zwischen den Konipl. Preußischen und 
Schwedischen Hbfen getroffenen Uebereinkunft, ver- 
pflichten Sich Seine Maiestät der König von Preußen, 
Seiner Majestät dem Konige von Dänemark die Sum- 
me von sechs hundert tausend Schwedischen Bancotha- 
kern zu zahlen, welche die Schwedische Regierung Sei- 
ner Königl. Dknischen Majestät noch schuldig geblieben. 
ist. Diese Zahlung soll binnen zweimonarlicher Frist 
von der Unterzeichnung des gegenwärtigen Tractats an 
gerechnct, und nach dem am Tage dieser Unterzeich- 
nung bestehenden Wechselcours, baar geleistet werden. 
Siebenter Artiket. s--·-. 
Zut- Ergaͤnzung der Seiner Majestaͤt dem Koͤnige 
von Daͤnemark fuͤr die Abtretun von Schwedisch-Pom- 
men und der Jusel Rügen gebührenden Entschädigung, 
verpflichten Sich Seine Majestät der Kbnig von Prcu- 
SBen noch außerdem Sr. Kbnigl. Dänischen Majestaͤt die 
Summe von zwei Millionen Thaler Preuß. Courant 
zahlen. Diese Summe sollin folgenden Terminen abze- 
tragen werden, nämlich: Fünfhundert Tausend Thaler 
am ersten Jamar des ersten Jahres nach dem Friedens- 
schluß der den gegenwärtigen Krieg mit Frankreich beendi- 
gen wird. Fünfhundert Tausend Thaler am ersten Juli 
desselben Jahrs, und gleiche Summe am ersten Januar 
und am ersten Juli des folgenden Jahrs. 
Se. Majestät der Kbnig von Preußen werden Sr. 
MajeLät dem Könige von Dänemark für diese Summen 
vier Schuldverschreibungen, eine jede über Fünfhunderk 
Tausend Thaler in den dier besagten Terminen und zu' 
vier pro Cenr Zinsen zahlbar, aushändigen lassen. 
Diese Obligationen werden zur Zeit der Preußischen 
Besiterhreisung des Hergogthums Schwedisch-Pom- 
mern überliefert, und die Inszahlung wird von dem- 
selben Zeitpunct an gerechnek. 
Die erste Zinszahlung soll den ersten Jannar 
Ein Tansend achthundert sechszehn geschehen; E
        <pb n="246" />
        et Pon continuers en suite 4 les payer de six 
en six mois. . ..-i 
Tous ces diffrens payemens, 7 rompris 
celui de la somme stipulée dans I’article pré 
edent, de feront à Hambourg, et aux per- 
sonnes chargées par Sa Majeste Davoise de 
les recevoir. - 
« Article huitieme. 
Sa Isajesté le Roi de Prusse ###engage à 
faire remeitre le Duche de Lautnbourg au 
Gouvernement Danois, s'il est possible, dans 
le terme de deux, eri au plus tard dans celui 
de trois mois, 4 dater de ia signature du pré. 
sent trait. 
„ Article neutieme. 
Les deux hautes parties confractantes sou- 
haitant de terminer le plutot possible les dis- 
cussions relatives aux réclämations provrnant 
des griefs ou plaintes, due Leurs sujets res- 
Pectis ont crü pouvoir former avant la der- 
nieère guerre, contre Pun ou P’aute des deux 
Gouvernemens, es considérant due le mode 
adoptéc par la Convemion du deux Juin de 
Tanne passe, ainsl gue par le fraié du vingt- 
eind Acout de la meme année, est zujet à des 
lemeurs et à des difbcultés inévitables, con- 
viennem de tralter cet objet de Gouvernement 
d Gouvernemem, et d’y meitre de part et 
dautre, I suite et des Jacilités nécessaires pour 
due cette affaire puisse Elre terminde à l’épo- 
due de la prise de possession des provintes 
respectvemem célées:. 
Article diæième. 
Sa Majeste 26e Roi de Prusse et Sa Majes- 
r66#e Koi de Danemarc ratifteront le traité 
Dactuel, et les ralificalions en seront échangecs 
au qduarüer Cénéral des Souverains Alliées, 
dans I’espace de six semaines ou plutöt si fai- 
re se peut. 
En dJoi de duci les Plenipotenfiaires res- 
Pectifs ont signé le présent traité et y ont 
apposé de cachet de leurs armes. 
Fait à Wienne de quatre Junin, Tan de 
gräce Mil - huit - cent- quinze. 
(L. S.) Le Prince de Hardenberg. 
-(L. S.) Le Baron de Humboldt. 
(L. S.) Le Comte Chr. de Bernstorff. 
(L. S.) Le Comte Joach.de Berhstorff. 
es soll mit dieser Zahlung oon sechs zu sechs Mo- 
naten biernächst fortgefahren werden. zu sech 
Alle diese verschtedenen Jahlungen, die Zahlung 
der im vorgen Arnkel stipulirten Summe mit ein- 
begriffen, sollen zu Hamburg an die von Seiner Ki- 
niglich-Oäuischen Majestät urit dem Empfange der- 
sclben beauftragten Personen erfel en. 
· Achter Arti t 
Seine Majestaͤt der Onig von Preußen verpflich- 
ten Sich, der Oknischen Regierung das Herzogthum 
Lauenburg, wenn es seyn kann, binnen zweimonatli- 
cher, oder spätestens binnen dreimonatlicher Frist, von 
Unterzeichnung des gegenwärtigen Tractats an gerech- 
net, Ubergeben zu lassen. 
NReunter Artikel. 
Da beide hohe contrahirende Theile so bald als 
möglich die Erdrterung der Forderungen zu beendigen 
wünschen, welche aus den Beschwerden und Klagen 
entstehen, die Ihre respectiven Unterthanen gegen die 
eine oder die andre der . den Rcgierungen vor dem 
tetzten Krieg anbringen zu können gemeint haben, und 
da die durch die Convention vom zweiten Juni vorigen 
Jahres, wie auch durch den Tractat vom fünf und 
zwanzigsten August desselben Jahrs angenommene Be- 
handlungsart dieses Gegenstandes., unvermeiblichen 
Verzögerungen und Schwierigkeiten unterwerfen ist, 
so kommen sie überein, diesen Gegenstand von Regie- 
rung zu Regierung zu behandeln,, und die Auseinan- 
dersetzung von beiden Seiten dergestalt gu erleichtern 
und zu befdrdern, daß diese Angelegenheit zur Feit der 
Besitzergreifung der respective abgekretenen Provinzen 
beendigt werden könne. 
· Jehnter Artikel. 
Seine Mgajestät der König von Preußen und Sei- 
ne Majestät der Kdnig von Dänemark werden gegen- 
wärtigen Tractat ratificiren, und die Ratifications-Ur- 
kunden sollen binnen sechswochentlicher Frist, oder 
eher, wenn es seyn kann, im Hauptquartier der alliir- 
ten Souveraine ausgewechsent werden. 
: Zu dessen Urkund haben die respectiven Bevoll- 
mächtigten gegenwärtigen Tractat unterzcichnet und 
ihn mit ihrem Wappensiegel versehen. 
Geschehen zu Wien, den vierten Juni, im Jahre 
Christi Ein Tausend achthundert und funfgchn. 
(I. S.) Fürst von Hardenberg. 
(L. S.) Freiherr von Humboldt. 
(L. S.) Giaf Chr. von Bernstorff. 
AXIL. S.) Graf Joach, von Bernstorff. 
  
(No. 6.)
        <pb n="247" />
        (VNo. é.) Traité conclu Avienne ie 7. Juin 1815 en 
re S. M. le Koi de Prusse dune part, et S. Ml. 
le Kos de Sucde et de Norwiäge d’autre Part. 
Au nom de la fes sainte 
« « - .J – 
et indivisible 4rine. 
S. Majeste le Roi de Prusse ayant obtenu 
la cession des droits et titres due le. Traité 
conclu 4 Kicl le 14 Janvier 1314 avait donnes 
4 S. M. le Roi de Danemarc sur la Poméra- 
nie Sucdoise, 7 compris Pile de Rüger, et 
Sa Majeste Ctant ent#e à la suite. de celte ces- 
"sion, en négociation avec S. M. le Roi de 
Sucde et de Norwege s sur le meme objes er- 
sur la remise effectve de la dite province, les 
deux Souverains, animes du dusir de termi- 
ner par ce moyen les différends dui se sont 
&amp;leves 4 la suite du Traité de KieL, ont reso- 
lu de conclure un traité pour Ccet elfet sous la. 
médiation de S. M. I'’Empercur de toutes les. 
Russies, dque Sa Majeste Impériale leur avait 
#ffurte pour contribuer au rablissement de la 
tranquillité du Nord er du repos, géneral de 
TEurope, et Leurs dites Majestes ayant accepte. 
cette médiation, Elles ont nommé en consé. 
duence pour Leurs Plénipotentiaires, savoir: 
S. M. le HRoi, de Prusse, le Prince de Ear- 
denberg „Son,, Chancelier d’Erat eic., son pre- 
mier plénipotentihire au eongrés. de Vienne, 
et le Sienn Charles Guillaume Baron dr Hum- 
boldt, Ministre d’Etat#ctc., son second pléni-. 
Potentiaire au congréesde Vienne: ei S. M.. 
Le Roi de Sucde ci de, Norwége, le Comte. 
Anxel de Loewenhichn; #etc., Son Ministre plé- 
nipotentlaire gu cangres de Vienne; lesquel 
Plênipotentiaires aprés avoir échangé lurs 
Bleinspouwoirs trouves en bonne et due forme, 
sont convenus des articlet suivans: 
1 5 
Artiele premier. 
S. M: le Roi de Suèéde et de Norwege, 
cède d tourc perpéetuitd pour Lii ei Ses Suc- 
cesseurs au iröne de Suede, d’aprés Tordre de 
succession du 26. Scptembre I1810, à s. M. le 
Roi de Prusse ct ses successeurs au kone, le 
Duche de Poméranie et la Principamé de. 
Rügen, avec toutes ses dépendances, iles, for- 
tercases, villes et pais. 
Article second. 
S. M. le Roi de Suede et de Norwege 
39 
No. 6.) Uebersetzung des zwischen des Königs von Pren- 
ken Majestaͤt an einem, und S. M. dem König von 
Schweden und Norwegen am andern Theile, iu Wien 
den 7. Juni 18185 abgeschlossenen Traceais. 
Im Namen der allerheiligsten 
und untheilb aren Dreseinigkeit- 
Pachdem Seine Majestät der König von Preußen 
die Abtretung der Rechte und Tituln erhalten, welche 
der zu Kiel am 24. Jannar 1814 abgeschlossene 
Tractat Seiner Majestät dem Aig von Dänemark 
auf Schwedisch-Pommern mit Inbegariff der Insel 
Rägen zugrstanden hatte, und nachdem Seine Ma- 
jestät jener Abtretung zu Folge, sowohl deshalb als 
auch wegen der wirklichen Ueberga be besagter Provinz 
mit Seiner Majestät dem Könige von Schweden und 
Norwegen in Unterhandlung getreten, so haben beide 
Souveraine den Wunsch gehegt, die in Gefolge des 
Kieler Tractats entstandenen *n keiten zu beendigen., 
Um diesen Endzweck zu erreichen, haben sie beschlossen, 
unter der zur volligen Wiederherstellung der Ruhe im 
Norden und des allgemeinen Friedens in Europa von 
Seiner Mgjestät dem Kaiser aller Rcußen angetragc- 
nen und von Ihnen bst angenommenen Vernmitke- 
lung einen. Trackat einzugehen, m#m haben demnach zu 
Ihren Bevollmächtigten ernannt, nämlich: Seine Ma- 
jestät der König von Preußen den Fürsten von Harden- 
derg Ihren Staatskanzler ., Ihren ersten Bevollmäch= 
tigten am Wiener Congreß, und den Herrn Carl Wil- 
helm Freiherrn von Humboldt, Ihren Staatsminister 2c.,6 
Ihren zweiten Bevollmächtigten am Wiener Coi- 
greß, und Seine Majestät der König. von Schweden 
und Norwegen, den Grafen Axel von Löwenhielm #r., 
Ihren bevollmächtigten Minister am Wiener Con- 
greß, welche Bevollmächtigte nach. Auswechselung 
ihrer in gehbriger Gültigkeit umd Richtigkeit be- 
fundenen Vollmaͤchten, nachstehende Artikel mit ein- 
ander verabredet haben. 
Erster Artikel. 
Seine Majestaͤt der Koͤnig von Schweden und 
Norwegen tritt auf ewige Zeiten fuͤr Sich und Sei- 
ne Thronfolger nach der Erbfolgeordnung vom 20. 
September 18r0, Seiner Majestät dem Konige von 
Preußen und Ihren Thronfolgern, das Herzogthum, 
Pommern. und das Fürsterthum Rügen, mit allen 
ubehdrungen, Juseln, Feftungen, Städten und 
ändern ab. 
Iweiter Artikel. 
Seine Majestät der König von Schweden und 
Nor-
        <pb n="248" />
        — 
avec la forteresse de Stralsund et les autres 
points, lortisés en Poméranie et dans Tile, de 
Rügen, lartillerie et les elfets militaires dui 
1 aPpartiennent, ainsi qdue S. M. en avait pris 
wengagement envers S. M. le Roi de Dane- 
mare Har TParticke 24. du Traité de Kiel. 8S. 
M. Suédbise ct Norweienne fera delivrer # 
outre à S. Nl. Prussienne 200 piéces de canon 
de défense et six chaloupes canoniéres pour 
I delense marlime. 
Article troĩsieme. E 
La dette publique contractée par la Cham- 
bre Royals de Poméranie reste 4 la charge 
de S. NM.ie Roi de Prussercomme Souversin 
de la Poméranie, et Sa dite Majeste prend sur 
Elle les stipulations faites à cet égard pour 
Ticquit de cette deuc; sont excepterd toutes 
deues dui précédemment &amp;4 la charge de la 
Chambre royale de Poméranie, auraient 61é 
transférées en. dette Sueédoise, du consente- 
#ent des Etats du Royaume de Suche. 
Article Jquadrrieme. 
LTies donations en domaines laites par S. 
AMI. le Roi de Suéde er de Norwége et qui se 
montent d une somme annuelle de 43,000 
Rixdalers courant de Pomeéranie seront ren- 
dues d. S. M. le Roi de Prusse par S. M. le 
Roi de Sucède et de Norwége qdui se charge 
de bonilicr les dona##ires. · 
Quant aux autres domaines de la couron- 
ne en Poméxränie, ei dans lilede Rügen, ils 
seront remis 4 S- Ml. ie Roi de Prusse dans- 
Tétat ou ils de trouvent au moment d 
1. 
gnature du présent traité. 
Ar#iche cinquieme. 
8. M. le Rei de Prusse s’engage 4 payer 
à S. NM. le Roi de Suèéde eit de Norvege pour 
la ccssion du Duché de Pomeéranie ei de la 
Principaute de Kügen la somme de trois mil- 
Mons cind -Tent - mille Rixdalers courant de 
Prusse. Cene somme sera Payée aux termes 
et condilions qdui scrom fixécs plus speciale- 
ment entre des commissaires de S. M. le Roi 
de Prusse et ceux de S. M. le Roi de Sueéde 
et de Norwege- lesqucls se runiront àcet 
effet 4 Berlin, immédiatement apfres la signa- 
ture du présent traitc. 
Ariicke siricmme. 
La remise du Duché de Pomcranie ctde 
a0 
a'engage à délivrer à S. M. Ie Roi de Prusse, 
Norwegen verpflichtet sich, Seiner Majestaͤt dem Koͤnig 
von Preußen mit der Veste Stralsund und den übrigen 
bevestigten Puncten in Pommern und in der Insel Rü- 
gen, auch die dazu gchörigen Arkilleric= und Militair- 
Effecten zu öberliefern, so wie Seine Majestät ge- 
gen Seine Majestät den König von Däuemark durch 
den 24#ten Artikel des Kieler Tractats sich dazu ver- 
pflichtet hatte. Seine Schwedisch-Norwegische Meje- 
Pät wird noch außerdem Seiner Prenssischen Majestär 
200 Stück Vertheidigungs-Geschütz und sechs Canonicr= 
Chaluppen zur Küstenvertheidigung überliefern lassen. 
Dritter Artikel. 
Die von der Königlichen Regierung in Pom- 
mern contrahirte öffentliche Schuld gehlt auf Seine 
Majestät den König von Preußen als Pommerschen 
Landesherrn über, und Seine Majestät übernimmt 
die zur Tilgung dieser Schuld in jener Hinsicht fesü- 
gesetzten Bestimmungen. Ausgenommen sind jedoch 
alle auf die Königliche Regierung in Pommern ebe- 
dem haftende Schulden, welche mit Einwilligung der 
Kdniglich Schwedischen Stände zu den Schwedischen 
Schulden geschlogen worden. 
Vierter Artikel. -. 
DievonSeinerMajestätdemenigevonSchwkss 
den und Norwegen gemachten Domainen--Schenkungen, 
welche sich auf eine jährliche Summe von 43,000 Relr.= 
Pommersch Courant belaufen, sellen Seiner Majestät. 
dem König von Preußen, von Sr. Majestät dem Könige 
von Schwedenmd Norwegen zuräckgegeben werden, und 
Letzterer übernimmt die Vergütung der Donatarien. 
Was die übrigen Krondomainial-Güter in Pom- 
mern und in der Insel Rügen betrifft, so sollén sie Sei- 
ner Majestät dem Könige von Preussen in dem Zustans 
de übergeben werden, worin sie sich im Augenblck der 
Unterzeichnung gegenwärtigen Tractats befinden. 
Fünfter Artikel. 
Se. Majestät der König von Preufen verpflichtet 
Sich, Seiner Majestät dem Köuige von Schweden und 
Norwegen für die Abtretung des Herzogthums Pom- 
mern und der Insel NRügen die Summe von drei Millio- 
nen fünfmalhnnderttausend Rthlr. Preuß. Courant zu 
zahlon. Diese Summe soll in den Terminen und unter 
den Bedingungen ausgczahlt werden, welche die Com- 
missarien Sr. Maj. des Königs von Preußen und Sr. 
Maj. des Kdnigs von Schweden und Norwegen näber 
verabreden und festsetzen werden. Gedachte Commissa- 
rien werden sich unmittelbar nach der Unterzcichnung ge- 
genwärtigen Tractats zu diesem Behuf in Berlin verci- 
nigen. . 
8 Sechster Artikel. 
Die Uebergabe des Herzogthums Pomßiern und 
· des
        <pb n="249" />
        —“ 
la Principauté de Rügen à S. M. le Hoi de 
Prusse aura lieu un mois aprés I’'échange des 
Fatifications du présent traité. 
Article seprieme. 
68. M. 1e Roi de Prusse et S. M. le Roi 
de Sucde et de Norweéege nommeront, chacun 
de Son Ccoté, des commissaires munis de pleins- 
Pouvoirs nécessaires pour effectuer la remise 
du Duchée de Poméranie et de la Principaute 
de Rügen, conformément à la teneur du pré- 
s9ent traité. 
Articie Ruirieme. 
S. M. le Roi de Prusse S'’engage de la 
maniéère la plus solemnelle à assurer aux ha- 
bitans de la Poméranie Suedoise et de l'ile de 
Rügen avec leurs dépendances, leurs droits, 
libertes et priviléges, tels qu’ils existent main- 
tenant et ont 6te déterminés dans les années 
1810 et ISII. 
Arriche neuvieme. 
S. M. le Roi de Prusse S'’engage à main- 
tenir les Etablissemens pieux, et notamment 
I Académie de Greiffswalde, dans leur état 
actuel, en les laissant jouir de tous leurs 
biens-fonds, capitaux et revenus actuels. 
Avrticke dirieme. 
S. M. le Roi de Prusse S'’engage 4 main- 
tenir le commerce de I’ Angleterre dans toutes 
les faveurs et prérogatives qui lui ont 41 ac- 
ordées par le traite de Stockholm du 3. Mars 
1813, et qui lui ont &amp;6 confirmées dans le 
traiteé de Kiel du 14. Janvier 1814. 
Articke onzieme. 
Comme les habitans du Duché de Pome-- 
ranie et de la Principaute de Rügen se trou- 
vent, par une longue réunion avec le Royau- 
me de Sucde, dans des rapports intimes de 
commerce et de besoins reciproques avec les 
sujets de S. M, le Rol de Sucède ei de Nor- 
wéege, egalement importans pour le bonheur 
de l’'un et de l’autre pais, S. M. le Roi de 
Prusse et S. M. le Roi de Suèéde ei de Nor- 
wege sont convenus de. laisser subsister le 
commerce entre les Etats de S. M. le Roi de 
Sueède et de Norwege d’un cté, ei le Ducheé 
de Poméranie et la Principautè&amp; de Rügen de 
l'autre, pendant le terme de vingt-cind ans à 
dater de la signature du présent traité, dans 
le méeme état ou il se trouve cn ce moment, 
41 
ten Sr. Majest 
des Fuͤrstenthums Ruͤgen an Se. Maj. ben Koͤnig von 
Preußen soll einen Monat nach Auswechselung der Rati- 
ficationen des gegenwaͤrtigen Tractats statt haben. 
Siebenter Artikel. 
Se. Majestaͤt der Koͤnig von Preußen und Se. 
Majestaͤt der Koͤnig von Schweden und Norwegen wer- 
den beiderseitig die mit noͤthigen Vollmachten versehe- 
nen Commissarien ernennen, welche die Uebergabe 
des Herzogthums Pommern und des Fürstenthums 
Rügen, dem Inhalte des gegenwärtigen Tractats 
gemäß, bewerkstelligen sollen. 
Achter Artikel. 
Seine Majestät der Kdnig von Preußen ver- 
pflichtet Sich feierlichst, den Einwohnern von Schwe- 
disch = Pommern und der Insel Rügen nebst Hube- 
hdrungen, ihre Rechte, Freiheiten und rivilegien 
zu betätggen, so wie sie gegenwärtig bestehen, und 
oden Jahren 1810 und 1811. festgesetzt worden 
ind. 
Neunter Artikel. 
Se. Maj. der König von Preußen verpflichtek Sich, 
die milden Stiftungen und namentlich die Unmiversitä#tzu 
Greiffswalde in ihrem gegenwärtigen Zustande zu erhal- 
ten, und ihnen zu dem Ende den Genuß ihrer wirklichen 
Capitalien, Einkünfte und liegenden Gründe zu belassen. 
Zehnter Artikel. 
Seine Majestät der König von Preußen verpflich- 
tet Sich, den Enuglischen Handel in allen den Be- 
günstigungen und Vorrechten zu erhalten, welche 
ihm durch den Stockholmer Tractat vom 3. März 
1813 bewilligt und im Kieler Tractat vom 14. Ja- 
nuar 1814 zugesichert worden sind. 
Eilfter Artikel. 
Da die Einwohner des Herzogthums Pommern 
und des Fürstenthums Rügen durch eine lange Ver- 
einigung mit dem Königreich Schweden, sich mit 
den Unterthanen Seiner Majestät des Königs von 
Schweden und Norwegen, in sehr genauen gegen- 
seitigen, für das Glück beider Länder Hleich wichti- 
een Bedarfs und Handelsverhältnissen befinden, so 
and Se. Majesiät der Sg von Preußen und Se. 
Majestät der Kdnig von Schweden und Norwegen 
übereingekommen, den Handel zwischen den Staa- 
it des Koͤnigs von Schweden und 
Norwegen einer Seits, und dem Herzogthum Pom- 
mern und Fürstenthum Rügen andrer Seits wäh- 
rend eines fünf und zwanzigjährigen Säiw###s von 
Unterzeichnung gegenwärtigen Tractats an gercchnet, 
in demselben Zustande, worin er sich in diesem Au- 
gen-
        <pb n="250" />
        et de n'y faire ni d'un côté ni de lautre au- 
cuns changemens tendant à le soumettre à de 
nouveaux droits, impositions ou réglemens y 
contraires. 
Articke douzieme. 
Toute dette publique ou particuliére con- 
tractée par des Poméraniens en Sucède, et vi- 
ce versà par des sujets suédois en Pomranie, 
sera acuuittee aux conditions et aux termes 
atipulés. 
Articke #reizieme. 
Les Sucdois qui se trouvent actuellement 
en Poméranie et dons P’ile de Rügen, ei les 
habitans de la Pomranie et de lile de Rügen 
qui se trouvent en Suéde, auront pleine li- 
berte de retourner dans leur patrie, ei de dis. 
Poser selon leur bon plaisir de leurs proprié- 
tes, menbles et immeubles, sans en payer la 
moindre contribution, péage ou autre droit. 
Les sujets des hautes parties contractantes auront 
pleinelibertépendantlespremieressix annéesada- 
ter de Téchange des ratifications du présenttraité, 
de changer 4 volonté leur domicile, et ne seront 
tenus qu'ä vendre ou à louer dans ce 
délai leurs propriétées 4 un sujet de la Puissan- 
ce qu’ils veulent quiner. Les biens de ceux 
dui, apreés I’expiration de ce. délai, n’auromn 
Pas Satisfail 4 cette disposition, seront publi- 
dqduement vendus à Pencheèere et par L’autorité 
Publique, et le provenu sera remis au pro- 
riectaire. Pendant ces six années il sera libre 
chacun de faire tel usage du’il jugera conve- 
nable de sa propriété, lajouissance entiére lui en 
Etant formellemem garantie. Les propriétaires 
et leurs agents pourrom aussi librement voya- 
ger d'’un Etat dans l’autre pour régler leurs 
affaires et stipuler leurs droits, comme sujets 
de l’'une et de I’autre Puissance. 
Article Luarorzieme. 
Les archives, documens, et autres papiers 
Publics ou pamiculiers, appartenans aux do- 
maines, les plans et cartes des forteresses, vil. 
les ei pais dui par le présent traité sont cédés 
à Ss. M. le Koi de Prusse, y7 compris les car- 
tes eit papiers dqui appartiennent au bureau 
'arpemage, seront remis aux Commissaires 
de S. M. le Roi de Prusse par ceux de 8S. M. 
#lne Roi de Suèede er de Norwege dans l’espace 
de six mois, ou, si cela n'est pas possible, au 
plus tard dane celui dune annee, apres la re. 
mise des pals memes. 
42 
genblicke befindet, bestehen zu lassen, und weder von 
der einen noch von der andern Seite irgend eine Abän- 
derung zu treffen, die ihn neuen nachtheiligen Abgaben, 
Auflagen oder Anordnungen unterwerfe. 
Zwölfter Artikel. 
Fede von Pommerschen Unterthanen in Schweden 
und vice versa von Schwedischen Unterthanen in Pom- 
mern contrahirte Privat= oder dffentliche Schuld, soll 
unter den eingegangenen Bedingungen und in den be- 
stimmten Terminen abgetragen werden. 
Dreizehnter Artikel. 
Die Schwedendie sich gegenwärtigin Pommern und 
auf der Insel Rügen, und die Einwohner Pommernsund 
der Insel Rügen die sich in Schweden befinden, sollen vdl- 
lige Freiheit haben, in ihr Vaterland zurückzukehren, und 
üzer ihr Eigenthum, bewegliches und unbewegliches Ver- 
megen, nach ihrem Wohlgefallen zu schalten und zu wal- 
ten, ohne die geringste Steuer, Joll oder irgend eine an- 
dre Abgabe davon zu entrichten. Die Unterthanen der 
hohen contrahirenden Mächte sollen während des Zeit- 
raums der ersten sechs Jahre von der Auswechselung der 
Ratifticationen gegenwärtigen Tractats an gerechnet, vol- 
lige Freiheit haben, ihren Wohnungsort nach Willkühr 
u verändern. Nur allein liegt ihnen ob, in gedachtem 
heteraume ihr Eigenthum einem Unterthan der Macht, die 
sieverlassen, zu verkaufen oder zu vermiethen. Die Güter 
derer, die nach Ablauf der Feschten Frist dieser Verfügung 
nicht genügt haben, sollen durch die obrigkeitliche Be- 
horde, dffentlich dem Meistbietenden verkauft, und der Er- 
trag dem Eigenthümer zugestellt werden. Während der 
sechs Jahre Ku es einem jeden frei stehen, vonseinem Ei- 
genthum den Gebrauch zu machen, derihn für gut dunken 
wird, da der gänzliche Genuß desselben ihm förmlich ge- 
währet ist. Die Eigenthümer und ihre Agenten konnen 
auch frei und ungehindert von einem Staate nach dem an- 
dern reisen, um als Unterthanen der einen und der an- 
dern Macht ihre Angelegenheiten zu berichtigen und 
ihre Rechte zu verwahren. 
Vierzehnter Artikel. 
Die zuden Oomainen gehbrigen Archive, Documen= 
te und andre Privat-“ oder bffentliche Papiere, die Pläne 
und Karten der Festungen, Städte und Länder, welche 
durch den gegenwärtigen Tractat Seiner Majestät dem 
Kdnig von Preußen abgetreten worden sfind, imgleichen 
die zum Vermessungs-Burcau gehdrigen Carten und 
Papiere sollen binnen sechs Monaten, oder wenn dies 
nicht mdglich ist, spätestens binnen Jahresfrist, nach 
Uebergabe der Länder selbst, von den Commissanin 
Seiner Majestät des Kdnigs von Schweden und 
Norwegen den Commissarien Seiner Majestät des 
Kdnigs von Preußen überliefert werden. zunf 
unf-
        <pb n="251" />
        Article quinzieme. 
Les appointemens des fonctionnaires pu- 
blics dans le Duché de Poméranie ei dans la 
Principaute de Rügen sont à la charge de S. 
M. le Roi de Prusse, 4 dater du jour de la 
remise de ces provinces. Les pensionnaires 
conserveront sans retard ou diminution les 
bensions qui leur ont été accordées par leur 
Gouvernement actuel. 
Articke seizieme. 
Le cours des postes sera conservé de la 
meéme manieére ou il se trouve au moment de 
la signature du Présent traité, sur le pied de 
la plus Parfaite zeciprocité entre les deux hau- 
tes parues contractantes. 
Article diæseptième. 
Les hautes parties contractantes inviteront 
S. M. I'Empereur de toutes les Russies et S. 
M. le Roi du Royaume uni de la Grande- 
Bretagne et d’Irlande, 4 donner leur adhésion 
aux différentes stipulations contenues dans le 
Présent traité, ainsi dufaux declarations reci- 
Proques des plénipotentiaires de S. M. le Roi de 
Sucde et de Norwege et de S. M. le Roi de 
Danemarc, telles du’elles se trouvent anne- 
Jé6es au présent traité. 
Article diæhuitième. 
Le présent traité sera ratifé, et les ratifl 
"ations seront Schangées à4 Berlin dans Despa- 
ce de six semaĩnes à dater de ce jour, ou plu- 
töt s’i. est possible. 
En foi de qduoi les plénipotentiaires respec- 
tĩfs ont signe le présemt traite et y ont apposé 
le cachet de leurs armes. 
Fait à Vienne le 7. Juin, Ian de gräce 
1815. 
(L. S.) Le Prince de Hardenbers. 
(L. S.) Le Baron de Humboldt. 
(L. S.) Le Comte Charles Axel de Lö- 
wenhielm. 
Nous premier Plénipotentiaire de Sa Ma- 
jeste lEmpereur de toutes les Russies au Con- 
gres de Vienne, ayant seryn. de médiateur 
dans les arrangemens arréiés entre les Cours 
de Suède et de Prusse, döéclarons due le trai- 
43 
Fünfzehnter Artikel. 
Die Gehalte und Besoldungen der öffentlichen 
Beamten im Herzogthum Pommern und in dem 
Färstenthum Rugen, fallen, vom Tage der Ueber- 
gabe dieser Provinzen an gerechnet, Seiner Majestät 
dem Könige von Preußen zur Last. Die Pensionaire 
sollen die ihnen von ihrer gegenwärtigen Regierung 
bewilligten Pensionen ohne Verzug oder Verminde- 
rung behalten. 
Sechszehnter Artikel. 
Der Kant der Posten soll auf dieselbe Art, wie 
er im Augenblick der Unterzeichnung des gegenwär- 
tigen Tractats bestehet, auf dem Fuß der vollkem- 
mensten Reciprocität zwischen beiden hohen contrahi- 
renden Theilen, beibehalten werden. 
Siebenzehnter Artikel. 
Die hohen contrahirenden Theile werden Se. Ma- 
jestät den Kaiser aller Reußen und Se. Majestät den 
Kdnig des vereinigten Kdnigreichs von Großbritannien 
und Irland einladen, den verschiedenen im gegenwär- 
tigen Tractat festgesetzten Bedingungen, sowohl als 
den gegenseitigen Erklärungen der Bevollmächtigten 
Sr. Majestät des Kdnigs von Schweden und Nor- 
wegen und Sr. Majestät des Königs von Dänemark, 
die dem gegemwärtigen Tractat beigefügt sind, Ihre 
Beistimmung zu geben. 
Achtzehnter Artikel. 
Gegenwärtiger Tractat soll ratificirt, und die Ra- 
tificationen sollen binnen sechswochentlicher Frist, vom 
heutigen Tage an gerechnet, oder eher, wenn es 
lich ist, zu Berlin ausgewechselt werden. "bê( 
Zu dessen Urkund haben die respectiten Bevoll- 
mächtigten “ Tractat unterzeichnet, und 
das Insiegel ihrer Wappen beigedruckt. 
Geschehen zu Wien den 7. Junii, im Jahre 
Christi 1815. 
(L. S.) Fürst von Hardenberg. 
(I. S.) Freiherr von Humboldt. 
(I. S.) Graf Carl Arel von Löwen= 
hielm. 
Nachdem Wirr, erster Bevollmächtigter Seiner 
Majestät des Kaisers aller Rcußen am Wiener Con- 
reß, in den zwischen den Schwselsche und Preußi- 
chen Hdfen verabredeten und festgesetzten Ausglei- 
chungen als Vermittler eingetreten sind, erklären 
2 
f Wir
        <pb n="252" />
        — 
té signe auzourd’hni entre 8. M. le Roi de 
Suéde et de Norwege et S. M. le Rei de Prus- 
se, avec les deux declarations séparées Dancoi- 
ae et Suédoise, es qui en font partie, de me- 
me Jdu’avec toutes les clauses, conditions et 
mipulations qui 7 sont contenues, a eic con-. 
elu par la médiation de S. M. FEmpereur 
de toutes les Russies. En. foi de duci Nous 
Davons, en vertu de Nos pleinspouvoirs géné- 
Jaux et en Notre qualité de premier Plenipo- 
tentiaire de Sa dite Majestée au Congres de 
Viemme, signé les presentes et 7 avons fair 
apposer le cachet. de Nos armes. 
Fait à Vienne le 7. Juin, lan de gräce 
1815. « 
(L.s.)l.»o·Princ-edekasoaxnokstiyn 
44 
Wir, daß der am heutigen Tage zwischen Sr. Majestaͤt 
dem Koͤnige von Schweden und Norwegen, und Sr. Ma- 
jestät dem Koͤnige von Preußen unterzeichnete Tractat, 
nebst den beiden dazu gehdrigen Oänischen und Schwedi- 
schen Separat-Erklärungen mit allen darinnen enthalte- 
nen Eimseln, Bedingungen und Bestimmungen, unter 
Vermittelung Sr. Majestät des Kaisers aller Reußen 
abgeschlossen worden ist. Zu dessen Urkund haben Wu 
Kraft Unserer General-Vollmachten, und in Unserer 
Eigenschaft als Erster Bevollmächtigter Hochstbesagter 
Majestät am Wiener Congreß, gegenwärtige Erklä- 
rung unterzeichnet, und mit Unserm Wappensiegel be- 
drucken lassen. 
Geschehen zu Wien den 7. Junii, im Jahre des 
Heils 1815. 
(L. S.) Der Fürst von Rasoumoffsky. 
Article séparcé et secret. 
  
8. Majesté le Roi de Prusse, désirant de con- 
tribusr, autant qu’il depend de Lui, à appla- 
nir entiérement les différends qui se sont éle- 
vés à la sulte du traite conclu 4 Kiel le 14. 
Janvier 1814 entre 8. M. le Roi de Susde et 
de Norwege et Ss. M. le Roi de Danemarc, z 
obtenu de la Cour de Danemarc et a fait re- 
mettre au Plénipotentiaire de S. M. Suedoisc, 
nne déclaration signée par les Plénipotentiaires. 
de S. M. Danoise, de la teneur suivante: 
„S. M. Danoise déclare de la maniere la 
„Plus formelle: qufen conséquence d’'un accord 
fast avec S. M. le Roi de Prusse, Elle renon- 
„e par rapport à la Suèéde, d toutes préten- 
„tions ou réclamations fondées sur la nonezxe- 
„cution de FP’article 7. du traitée de paix du 74. 
„Janvier 1814; qu’elle dégage S. M. le Roi 
„de Suède er de Norwege de T’obligation de 
„Lui payer les 600,000 Rixdalers de banque 
„de Suéde, encore düs sur un million de Rix- 
„dalers de banque de Sueéde stipule en sa fa- 
„veur, et qu’Elle regardera désormais le trai- 
„té de Kiel comme ayant sa pleine et entiere 
„ vigueur en toute sa teneur et en toutes ses 
„cçonditions et clauses non changées ou modi- 
afices par la présente déclaration. 
„La présente declaration des Plénipoten- 
uliaires de Danemarc faite au nom de leur au. 
Besondrer und geheimer Artikel. 
  
D. Seine Majestät der König von Preußen den 
Wunsch gehegt, zur volligen Ausgleichung der in Ge- 
folge des unterm 14. Januar 1814 zu Kiel abge- 
schlossenen Tractats zwischen Seiner Mcrjesäae dem 
Kömg von Schweden und Norwegen und Seiner 
Majestät dem König von Dänemark erhobenen Zwi- 
stigkeiten, möglichst beizutragen; so hat Allerhdchst- 
derselbe die von den Bevollmächtigten Seiner Kdnigl. 
Dänischen Majestät unterzeichnete hier nachstehende 
Erklärung Ihres Hofes erlangt, und dem Bevoll- 
mächtigten Seiner Königl. Schwedischen Majestät 
übergeben lassen. 
„Se. Königl. Dänische Majestät erklären hiermit 
„auf das foͤrm! ichste, und in Folge eines mit Sr. Ma- 
Hiestat dem König von Preußen eingegangenen Ver- 
„Hleichs, daß Sie in Bezug auf Schwed allen auf 
e#die Nicht-Vollstreckung des siebenten Artikels des Frie- 
denstractats vom 14. Januar 1814. begründeten An- 
„sprüchen und Reclamationen entsagen. Daß Sie 
„Seine Majestät den König von Schweden und Nor- 
wegen von der Zahlungs-Verbindlichkeit der auf eine 
zzu Gunsten Ihrer, stipulirte Million Reichsthaler- 
„Schwedisch Banco, noch schuldigen 600,000 Rthlr. 
„Schwedisch Banco lossprechen, und daß Sie von jetzt 
„an den Kieler Tractat so ansehen werden, als habe er 
„seinem Inhalte nach, und in allen durch gegenwärtige 
„Declaration nicht abgeänderten oder modificirten Bedin- 
„gungen und Clauseln völlige und ganze Kraft behalten. 
7 Oe-
        <pb n="253" />
        uste Souverain, sera ratisiée par S. M. Da- 
„noise, et cette ratification sera remise dans 
„le terme de six semaines au Ministère de S. 
„M. le Roi de Prusse, pour éire echangeée 
„contre la ratifcation de S. M. Sueédoise, d’une 
„déclaration analogue faite en date d’aujourd’hui 
vupar le Plépipotemtiaire de ce Souverain. 
„En foi de qduoi les Plénipotentiaires de 
„ S. M. le Roi de Danemarc ont signé la pré. 
„sente declaration et y7 omt appose le cachet 
de leurs armes. « 
„Fait à Vienne le 7. Juin 1815. 
(signés:) 
„(L. S.) Le Comte Chr. Bernstorff. 
„(L. S.) Le Comte Joach. Bernstorff.“ 
1r 
Sa Majeste le Roi de Suède et de Norwé. 
e à fait remettre de Son côöté à la Cour de 
ryusse, pour éetre délivrée par Elle aux Plé- 
nipotentiaires de S. M. le Roi de Danemarc 
une déclaration #rmelle signée par Son pleni- 
Fotentiaire, de la teneur suivante: 
„ S. M. le Roi de Suède er de Norwéege decla- 
„re de la maniére la plus formelle qu'’en consé- 
„duence d'’un accord fait avec S. M. le Roi de 
„Prusse, Elle renonce, par rapport au trait&amp; 
„de paix signé entre la Suède etile Danemarc 
„le 14. Janvier 1814, 4 toutes Premtions ou 
„réclamations fondées sur des faits ou évèéène- 
„mens postérieurs sà la conckusion de cette 
„paix, et notamment pour cause de la fion- 
„exécution de l’article 15. du dit traité, et que 
„Sa Majestée regardera desormais le susdit trai- 
„té comme ayant sa pleine et entière vigueur 
„dans toute sa teneur et en toutes ses condi- 
„ ions et ckauses, non changées ou modifiens 
„Par la presente déclarauon. 
„Ceite déeclaration du Plénipotentiaire de 
„Suède, faite au nom de Son auguste Souve- 
„rain, sera ratifce par S. M. Suèdoise et Nor- 
„wégierne, et ceite ratification sera remise 
„dans le terme de six semaines au Ministere 
„de S. M. le Roi de Prusse, pour etre échan- 
„6e contre la ratification de S. M. Danoise 
„d’'une déclaration analogue faite en date d’au- 
iourchui par les Plénipotentiaires de ce Sou- 
„Verain. 
„En foi de quoi le Plénipotentiaire de S. 
„M. le Roi de Suecde ei de Norwege a signé. 
und sich insbesondere auf 
„Gegenwärtige im Namen Ihres erlauchten Sou- 
„verains gegebene Erklärung der Dänischen Bevoll- 
„mächtigten soll von Seiner Könk l. Dänischen Maje- 
„stät ratificirt und die Ratiffcation Einnen sechswochent- 
„licher Frist dem Ministerio Seiner Majestät des Ko- 
#nigs von Preußen übergeben werden, um gegen die 
„Königl. Schwedische Ratification einer unterm heuti- 
„gen dato von dem Kdnigl. Schwedischen Bevollmäch= 
„tigten ertheilten gleichmäßigen Erklärung ausgewech- 
selt zu werden. 
„Zu dessen Urkund haben die Bevollmächtigten 
„Seiner Majestät des Königs von Dänemark gegen- 
„wärtige Erklärung unterzeichnet, und Ihr Wappen- 
4 Siegel beigedruckt. 
J(Geschehen zu Wien den J. Junii 1815. 
(unterzeichnet:) 
„(L. S.) Der Graf Chr. Bernstorff. 
„(L. 8.) Der Graf Joachim Bernstorff.“ 
Seine Majestät der König von Schweden und von 
Norwegen hat Seiner Seits eine von Seinen Bevoll- 
mächtigten unterzeichnete förmliche Erklärung folgen- 
den Inhalts dem Preußischen Hofe übergeben lassen, 
um von demselben den Bevollmächtigten Seiner Ma- 
jestätdes Königs von Dänemark ausgehändigt zu werden. 
„Seine Muiestär der Kdnig von Schweden und 
„Norwegen erklären hiermit auf das fdemlechste, daß 
„in Folge eines mit Seiner Majestät dem Kbnig von 
„Preußen eingegangenen Vergleichs, Sie, in Bezug 
„auf den unterm 14. Januar 1814 zwischen Schweden. 
„und Dänemark unterzeichneten Fricdenstractat allen 
„Ansprüchen und Reclamationen entsagen, welche spä- 
##ter als der Abschluß dieses Friedens eingetreten sind, 
Richt-Vollstreckung des 
„fünfzehnten Artikels des besagten Tractats gründen, 
„und daß Seine Majestät von jetzt an obgesagten 
„Trackat so ansehen werde, als habe er seinem ganzen 
„Inhalte nach, und in allen durch die gegenwörtige 
„Erklärung nicht, abgeänderten oder modificirten Bedin- 
gungen und Clauseln vdllige und ganze Kraft behalten. 
„Diese vom Schwedischen Bevollmächtigten im 
„Namen seines Erlauchten Souveroins ausgestellte Er- 
„klärung soll von Seiner Schwedisch -Norwegischen 
„Majesiät ratificirt, und die Ratification binnen sechs- 
„wöchentlicher Frist dem Ministerio Sr. Majestät des 
„Königs von Preußen übergeben werden, um gegen 
v'die Ratification Sr. Kdnigl. Dänischen Majestät. ei 
„ner unterm heutigen dato von den Bevollmächtigten 
adieses Souvernins ertheilten gleichmäßigen Erklärung. 
#ausgewechselt zu werden. 
„Zu dessen Urkund hat der Bevollmächtigte Sei- 
„ner Majestät des Königs von Schweden und Norwe- 
„gen
        <pb n="254" />
        lia présente declaration, et 7 # apposé le ca- 
uchet de ses armes. 
„Fait à Vienne le 7. Juin 1815. 
(signé:) 
„(L. S.) Le Comte Charles Azxel de Loe- 
Wenhielm.“ 
Le présent artichle s26paré et secret aura la 
meme force et valeur, que s'il Ctait insére 
textuelIlement dans le traitée. II sera ratifé etr 
les ratifcations en seront échangées dans D’es- 
Pace de six semaines. 
Fait A Vienne le 7. Juin, Pan de gräce 
1815. 
(L. S.) Le Prince de Hardenberg. 
(L. S.) Le Baron de Humboldet. 
(L. S.) Le Comte Charles Arel de Loe- 
wenhielm. 
46 
ger gegenwaͤrtige Erklaͤrung unterzeichnet und sein 
„Wappen-Jusiegel beigedruckt. 
„Geschehen zu Wien den 7. Junii 1815. 
(unterzeichnet:) 
„(I. S.) Der Graf Arel von Löwen- 
hielm.“ 
Gecgenwärtiger besondrer und geheimer Artikel soll 
dieselbe Kraft und Gültigkeit haben, als wäre er wort- 
lich im Tractat mit aufgeführt. Er soll ratificirt, und 
die Ratificationen sollen binnen sechswdchentlicher Frist 
ausgewechselt werden. 
Geschehen zu Wien den 7. Junii, im Jahre Chrisfti 
(L. S.) Fürst von Hardenberg. 
(L. S.) Freiherr von Humboldt. 
(I. S.) Graf Carl Arel von Löwen- 
bielm. 
  
(No. 7.) Traité conclu 4 Vienne le 10. Juin 1815 en- 
##e Leurs Majestés le Hoi de Prusse et 1Empereur 
dAutriche, d'une Part, et S. A. R. le Grand-Duc 
de Hesse, d’autre art. 
Au nom de la tres sainte 
et incoisible Trinic. 
Ls Majestes le Roi de Prusse et 1’Empe. 
reur d’Autriche d’une part, et Son Alutesse 
HRoyale le Grand-Duc de Hesse d'autre part, 
voulant regler tout ce qui a rappom a la ces. 
sion du Duché de Westphalie à Sa Mejeste 
Prussienne, et d4 DPF’indemnité à flxer pour la 
dite cession, ont nommé à cet efflet, savoir: 
Sa Majesté le Roi de Prusse le Prince de 
Hardenberg, Son Chancelier dEtat, Chevalier 
des grands ordres de T’aigle noire, de l’aigle 
rouge, de celui de St. Jean de Jérusalem et 
de la croix de fer de Prusse, de ceux de St. 
André, de St. Alexandre-Neusky ei de Ste. 
Anne de la premiere classe de Russie, Grand- 
Croix de Tordre royal de St. Euenne de Hon- 
grie, Grand- Cordon de la legion d’lonneur, 
(No. 7.) Uebersetzung des zwischen des Khnigs von Preu- 
ßen und des Kaisers von Oesterreich Majestäten an 
einem, und Gr. Königl. Hoheit dem Großherzog von 
Hessen am andern Theile, zu Wien den 10. Jum 
1815 abgeschlossenen Tractats. " 
Im Namen der Hochheiligen 
und untheilbaren Dreieinigkeit. 
D. Ihre Majestäken der König von Preußen und 
der Kaiser von Oesterreich einer Seits, und Seine 
Konigl. Hoheit der Großherzog von Hessen anderer 
Seits, alles was sich auf die Abtretung des Herzog- 
thums Wesiphalen an Seine Kdnigl. Preuß. Maje- 
stät, und auf die für besagte Abtretung zu bestim- 
mende Entschädigung beziehct, berichtigen wollen, so“ 
haben Sie zu diesem Behuf ernannt, nämlich: 
Seine Majestät der Koönig von Preußen, Ihren 
Staatskanzler, den Fürsten von Hardenberg, Ritter 
des großen Preußischen schwarzen und rothen Adler- 
Ordens, des Preußischen St. Johanniter= und eiser- 
nen Kreuzes Ordens, Ritter der Kaiserl. Rußischen 
St. Andreas-, St. Alexander-Newsky= und St. An- 
nenordens erster Klasse, Großkreuz des Konigl. Un- 
garischen St. Stephanordens, Großkreuz der Ehren- 
legion, Großkreuz des Spanischen St. Carlsordens, 
Ritter
        <pb n="255" />
        Chevalier de l'ordre de St. Charles d'Espagne, 
de l’ordre supreme de lAnnonciade de Sar- 
daigne, de celui des Séraphins de Suéde, de 
I•Eléphant de Danemarc, de l’aigle d’or de 
Wurtemberg et de plucieurs autres, Son Pre- 
mier Plénipotentiaire au Congres de Vienne. 
Sa Majeste Impériale et Royale Apostoli- 
due, le Sr. Clement Venceslas Lothaire, Prin- 
ce de Metternich-Winnebourg-COchsenhausen, 
Chevalier de la toison d’'or, Grand- Croix de 
Tordre royal de St. Etienne, Chevalier des or- 
dres de St. André, de St. Alexandre-Newsk 
et de Ste. Anne de la premiere classe, Grand- 
Cordon de la légion d’honneur, Chevalier de 
JI’Ordre de I’Eléphant, de l’ordre supréème de 
I Annonciade, de l’aigle noire et de l'aigle 
rouge, des Scraphins, de St. Joseph de Tos- 
cane, de St. Hubert, de I’aigle d’or de Wur- 
temberg, de la fidelite de Bade, de St. Jean 
de Jérusalem et de plusieurs autres; Chance- 
lier de Tordre militaire de Marie-Thérese, Cu- 
rFateur de l’académie des beaux-arts, Chambel- 
lan, Conseiller intime actuel de S. M. I'’Em- 
Pereur d’Autriche, Roi de Hongrie et de Bo- 
eme, Son Ministre d’Etat, des Couférences 
et des affaires ECtrangeres, Son Premier Pléni- 
Potentiaire au Congres; 
et Son Altesse Royale le Grand- Duc de 
Hesse, le Sieur Jean Baron de Turkheim 
dAlldorff, Son Ministre dEtat et Envoyé 
Extraordinaire au Congrés, Grand- Croix de 
Son ordre et Commandeur de Tordre royal de 
St. Etienne de Hongrie; 
Lesquels apres avoir Echangé leurs pleins- 
Ppouvoirs, trouvés en bonne et due forme, 
sont conwvenus des articles suivans: 
Article premier. 
Son Altesse Royale le Grand-Duc de Hes- 
s7e cede à Sa Majeste le Koi de Prusse, le Du- 
ché de Westphalie, pour eire possédé par El- 
le, ses héritiers et successeurs en toute pro- 
Driete et Souverzinete. 
Axpticle seconck. 
Son Alesse Royale recevra en Gchange de 
la cession exprimée dans T’article precèedent, un 
terriioire sur la rive gauche du Rhin compre. 
nant une population de cent qduarante mille 
uames, pour eire possédé pareillemern Par Elle, 
Ses héritiers et successeurs en toute propriété 
et souverainete. Ce territoire sera en contigui- 
tè parfaite et comprendra les villes de Worms, 
47.— 
Ritter des Sardinischen hohen Annunciaden-, des 
Baierschen St. Hubert-, des Schwedischen Seraphi- 
nen-, des D#nischen Elephanten-, des Würtember- 
ischen goldnen Adler= und mehrerer andrer Orden, 
Ihren -ersten Bevollmächtigten am Wiener Congreß. 
Seine Kaiserlich Kdnigl. Apostolische Majestäk, 
den Herrn Elemens Wenzeslaus Lothar Fürsten von 
Metternich -Winneburg-Ochsenhausen, Ritter des 
goldnen Vließes, Großkrenz des Kdnigl. St. Ste- 
phanordens, Ritter der St. Andreas-, St. Aleran- 
der-Newsky= und St. Annenorden erster Klasse, 
Großkreuz der Ehrenlegion, Ritter des Elephanten-, 
des hohen Annunciaden-, des schwarzen und rothen 
Adler-, des Seraphinen-, des ToSscanischen St. Jo- 
seph-, des St. Hubert-, des Würtembergischen golde- 
nen Adlerorden, des Badenschen Ordens der Treue, 
des St. Johanniter= und mehrerer andrer Orden, 
Canzler des Militair-Ordens von Marie-Theresia, 
Curator der Academie der schonen Künste, Kammer- 
herrn, wirklichen Geheimen Rath Seiner Majestät 
des Kaisers von Oesterreich, Kdnigs von Ungarn und 
von Böhmen, Ihren Staats= und Conferenz-Mini- 
ster auch Minister der auswärtigen Angelegenheiten, 
Ihren ersten Vevollmächtigten am Cougreß; 
und Seine Kömgliche Hoheit der Großherzo 
von Hessen, den Herrn Johann Freiherrn von Türk- 
heim Altdorff, Ihren Staats-Minister und außeror- 
dentlichen Gesandten am Congreß, Großkreuz Ihres 
Ordens und Commandeur des Kdnigl. Ungarischen 
St. Stephan-Ordens; 
Welche, nachdem sie ihre in guter und ehdri- 
per Form befundenen Vollmachten ausgewechselt ha- 
en, über folgende Artikel übereingekommen sind. 
Erster Artikel. 
Seine Kdnigl. Fobelt der Großherzog von Hes- 
sen treten Seiner Majestät dem Kdnige von Preu- 
ßen das Herzogthum Westphalen ab, um von Ih- 
nen, Ihren Erben und Nachfolgern in vollem Ei- 
genthum und mit voller Landeshoheit und Oberherr-- 
ichkeit besessen zu werden. 
Zweiter Artikel. 
Für die im vorhergehenden Artikel erwähnte Ab- 
tretung erhält Seine Königliche Hoheit auf dem lin- 
ken Rheinufer ein Gebiet, welches eine Bevolkerung 
von Hundertvierzigtäusend Seelen ausmacht, um von 
Ihnen, Ihren Erben und Nachfolgern in vollem 
Eigenthum und mit voller Landeshoheit und Ober- 
herrlichkeit gleichmäßig besessen zu werden. 
Dies Gebiet soll vollig zusammenhängend sen, 
un
        <pb n="256" />
        nrenthal et Oppenheim. Des commissaires 
** nommeés * delai de la part de Sa 
Majesté I’Empereur d-Autriche et de celle de 
Son Altesse Royale, pour firer I'valuation et 
les limitus du dit territoire, et pour régler tout 
ce qui a rapport 4 Pexecution du prcsent 
articlett 
Artiche froisiéme. 
Sh Auesse Royale le Grand-Duc aura 
Egalemont la pleine et libre propriete et jouis- 
sance des salines de Kreuznach, situées sur la 
rive gabche de la Nahe. L’'exploitation et 
T’exportation du produit des dites salines sera 
libre de tout impoôt ou redevance duelconque. 
Article guatrieme. 
Le Duché de Westphalie tel du’il a 666 
Possede en dernier lieu, sera remis aux auto- 
rites constituees à cet effet par Sa Majeste le 
Roi de Prusse, le quinze Juillet, et Son Al- 
tesse Royale le Grand-Duc sera mis à la meé. 
me 6poque en possession des territcires et ob- 
jeis designés dans les articles deux et trois. 
Article cinquieème. 
Les revenus du Duche de Westphalie jus- 
qu’au quinze Juillet sont explicitement réser- 
vés 4 Son Altesse. Royale le Grand-Duc de 
Hesse, et Sa Majestéeie Roi de Prusse Sien- 
gage à en faire rentrer I’arriéré avant la fin de 
Pannée courante. Son Altesse Royale le Grand- 
Duc de Hesse entrera en jouissance de tous 
les revenus des pays et objets designes dans 
Jes articles deux et trois à dater du quinze 
Juillet. 
Areicke sirieme. 
Sa Majeste le Roi de Prusse Se charge de 
tous les ollüciers civils employés dans I’adminis. 
utration du Duché de Westphalie, tant de ceux 
dui sont en actvile de service, du'’en état de 
Pension. 
Artiche septieme. 
Les dettes constituces sur le Ducheé de 
Westphalie, provenam de I’Electorat de Co- 
logne, ou contractees pour son administration 
intéricure, restent à da charge du dit Duche. 
II en est de meme des pensions et charges 
affectees sur ce pays par le recèés de I’Empire 
de mil- huit- cent trois, nommément la rente 
de quinze mille florips, ssise sur le Duchée 
und die Städte Worms, Frankenthal und Oppen- 
heim mit in sich fassen. Es werden von Seiten 
Seiner Majestät des Kaisers von Oesterreich und von 
Seiten Seiner Königl. Hoheit unverzkglich Comniss-= 
sarien ernannt werden, um die Abschätzung und die 
Grenzen dieses Gebiets zu bestimmen und alles was 
die Vollziehung des gegenwärtigen Artikels betriffr, 
zu reguliren. 
Dritter Artikel. 
Se. Kdnigl. Hoheit der Großherzog erhält ebenfalls 
das vollige und freie Egenthum und den Genuß der auf 
dem linken Ufer der Nahe belegenen Kreuznacher Salz- 
werke. Die Nutzung und Ausfuhr des Erzeugnisses 
besagter Salzwerke soll von aller Auflage oder sonsti- 
gen Abgaben frei seyn. 
Vierter Artikel. 
.nDas Herzogthum Westphalen, so wie es zuletzt 
besessen worden ist, wird den von Seiner Majestät dem 
Konige von Preußen zu diesem Behuf eingesetzten Be- 
hörden am fünfzehnten Julü übergeben, und Seine 
Königliche Hoheit der Großherzog alsdann zugleich 
in Besitz der im zweiten und dritten Ar#kel bezeich- 
neten Gebiete und Gegenstände gesetzt werden. 
Fünfter Artikel. 
Die Einkünfte des Herzogthums Westphalen bis 
zum fünfzehnten Julii sind Seiner Kdniglichen Hoheit 
dem Großhergog von Hessen ausdrücklich vorbehalten, 
und Seine Majestät der König von Preußen ver- 
blachten Sich, vor Ende des laufenden Jahres die 
ücksiände eintreiben zu lassen. Seine Konigliche 
Hoheit der Großherzog von Hessen tritt vom fünf- 
zehnten Julir an gerechnet, in den Genuß aller Ein- 
künfte der im zweiten und dritten Artikcl bezeichne- 
ten Länder und Gegenstände. 
Sechster Artikel. 
Seine Majestät der König von Preußen machen 
Sich enbeischis bfür, alle bei der Verwaltung des 
Ha% thums Westphalen angestellte, sowohl in O#enst- 
thatigkeit befindliche als auf Jahrgeld gesetzte Civil- 
beamte zu sorgen. 
Siebenter Artikel. 
Die aus dem Kurfürstenthum Cöln entstehenden 
Schulden, welche auf das Herzogtbum Westphalen an- 
gewiesen, oder die für dessen innere Verwaltung conu- 
trahirt sind, bleiben auf besagtem Herzogthum haf- 
ten. Ein gleiches gilt von den, durch den Reichs- 
Rezeß von Ein Tausend achthundert drei, auf jenes 
Land übertragenen Pensionen und Lasten, namentlich. 
von der auf dem Herzogthum zu Gunsten des Für- 
sten
        <pb n="257" />
        — 49 — 
en faveur du- Prince, de Wietgenstein Berle. 
bourg. öu 
Arcke RKuitieme. 
Les Traltés antérieurs ayant puriũé les ter- 
ritoires de la rive gauche du Rhin de tous les 
droits #éCodaux ainsi due des dettes et pensions 
anciennement Lypothequèées ou cohstitutes sur 
eunx, et ayant rejette ces charges sur les pos- 
sesseursdes Etats Sur la rive droite du in, 
dui om reçu dauts le tems des indemnites Ace 
titre, il est convenu qu’aucune de ces charges 
ne pourra plus etre transportée sur ces pays 
sans le consentemem de Son Altesse Royale 
1Ie Grand-Duch I est toutefois statusè due 
UArticle vingt-sept u „Traite de Paris du 
J2#cente Mai mil-huit- cent- duatorze relaubve. 
ment aux acqucneurs des domaies nationauxz, 
aura son plein effet dans les dits pays. 
Article neuvieme. 
.Les troupes tirées du Duché de Westpha- 
lie resteront réunies au. Corps d’armée de Son 
Alesse Royale le Grand-Duc pendant l’espace 
d’un an. Les oficiers qui ne voudront point 
rester au service de la Hesse, passeront au ser- 
vice de Sa Majestée le Roi de Prusse, en con- 
Servant leur grade. 
Articke diæieme. 
Son Altesse Royale le Grand-Duc de Hes- 
s. prendra le titre de Prince de Worms. 
Artiche onzieme. 
Sa Mejeste Impériale et Royale Apostoll- 
que et Sa Majeste le Roi de Prusse garantis- 
sent à Son Altesse Royale le Grand-Duc de 
Hesse la Souwerainetée et independance de Ses 
Etats et promettent de Lui obtenir la meme 
garantie de la part de la Cour de Russie. Les 
arrangemens qdui seroiem encore à faire en 
conformite du Traite de Francfort du vingt- 
trois Novembre mil-huit-Cent-treize se feront 
d’'un commun accord. Ceite réserve est spé- 
cialement appliquée aus bailliages de Hanzu. 
Arficke douzieme. 
La présente convention sera ratifice et les 
Zratifscations en seront Schangées dans l’espace 
de trente jours. 
kkeine dieser Lasten mehr auf jene Länder 
sten von Wittgenstein-Berleburg haftende 
fünfzehn Tausend Gulden. g hastenden Rente von 
Achter Artikel.“ 
Nachdem die frühern Verträge die Länder des lin- 
ken Rheinufers von allen Lehnsrechten sowohl als von 
denen auf gedachte Gebiete ehemals hopok#hecirten oder 
constituirten Schulden und Pensionen gesäubert, und 
diese Lasten auf die deshalb entschädigten Besitzer der 
Staaten des rechten Rheinufers zurückgeworfen ha- 
ben; so ist man übereingekommen, daß ohne Ein- 
willigung Seiner Konigl. Hoheit des Großherzogs 
über- 
wiesen werden können. Es wird jedoch festgesetzt, 
daß der sieben und zwanzigste Artikel des “—# 
Tractats vom dreißigsten Mai Ein Tausend achthun- 
dert vierzehn, die Käufer der National-Domainen be- 
treffend, seine vdllige Wirkung in den besagten Län- 
dern erhalten soll. 
# Neuntker Artikel. 
Die aus dem Herzogthum Westphalen 
nen Truppen sollen ein Jahr lang, mit dem 
Corps Seiner Kniglichen Hoheit des Großherzogs, 
vereinigt bleiben. Die Offiziere welche in Großher= 
koslich Hessischen Diensten nicht bleiben wollen, sols 
en mit Beibehaltung ihres Grades zum Dienst Sei- 
ner Majestät des Kdnigs von Preußen übergehen. 
JZehnter Trtikel. 
Seine Königliche Hoheit der Gro herzog von 
Hessen wird den Titul eines Fürsten boe Won 
annehmen. 
ezoge- 
rmee- 
Eilfter Artikel. 
Seine Kaiserl. Königl. Apostolische Majestät und 
Seine Masjestät der K##- von rische iiest un 
Kbnigl. Hoheit dem Großherzog von Hefsen wegen der 
Landeshoheit, Oberherrlichkeit und Unabhängigkeit Sei- 
ner Staaten die Gewähr, und verserechen von Seiten 
des Rußischen Hofes dieselbe Gewährleistung zu ver- 
schaffen. Die in Gemößheit des Frankfurter Tractaks# 
vom drei und zwarzigsten November Ein Tausendacht- 
hundert und dreizehn etwa noch zu treffenden Ausglei- 
chungen, sollen in zemeinschafchche Uebereinstimmung 
zetroffen werden. Oieser Vorbehalt findet besonders 
anf die Hanauischen Aemter seine Anwendung. " 
* Zwoͤlfter Artikel. 
Gegenwaͤrtige Convention soll ratificirt und die 
Ratificationsurkunden binnen dreißigtägiger Fri 
gewechselt werden.“ bigtagiger grist aus- 
8 Zu
        <pb n="258" />
        — 50 — 
En soi de quol les Plénĩpotentiaires res 
pectifss Pont signée et y ont apposs. le cachet 
de leurs armes. 
Fait à Vienne le dix Juin de Tan de gri- 
e mi.l- huit cent- quinze. 
(I. S.) Le Prince de Hardenberg. 
(L. S.) Le Prince de Metternich. 
(L. S.) Le Baron de Turkheim. 
Zu dessen Urkund haben die tespecliven Bevol- 
mächtigten selbige unterzeichnet und mit ihren Wap- 
pensiegel versehen. 
Geschehen zu Wien am zehnten Junii, im Jah- 
re Christi, Ein Tausend achthundert und snfzehn. 
C(I. S.) Fürst von Hardenberg. 
(L. S.) Fürst von Metternich. 
(L. S.) Frciherr von Türkheim. 
  
iNo. 8.) Premier Traité eonolu 4 vienne le r. luin 
1½815 entre S. M. le Noi de Prusse ot S. A. R le 
GErand-Due de Saze-Weimar. " 
Au nom cke k###### aines 
en Indivisiöle Trinicc. 
S. Majesté Ie Roĩ de Prusse désirant mettre 
en exéeution les dispositions qui ont eié sti- 
pulées au Congres de Vienne en faveur de 
Son Altesse Royale le Grmnd- Due de Saze- 
Weimzt er qdue Sa Majesté Prussienne a pris 
sur Elle de remplir, ei tant Elle que Son Al- 
tesse Royale le Grand-Duc, sayant résolu de 
conclure un traité particulier pour cet effet, 
les deux Souverains ont nommé des Plenipo- 
tentiaires pour çconcerter, arréter et Ssigner tout 
ee qui est relatif 4 cet objer, savoir Sa Majes: 
1h6 le Roi de Prusse, le Prince de Harden- 
derg, Son Chancelier dEut, Chevalier des 
Erands ordres de l’aigle noire, de Faigle zrou- 
e, de celui de Sut. Tean de Jérmalem, ei de 
Croix de fer de Prusse; de ceux de Se 
André, de Se. Alexandre- Newsky), ei de Ste. 
Anne de la premiére classe de Russie; Grand- 
Croix de Pordre royal de St. Etienne de Hon- 
Fie, Grand-Cerdon de la Légion d’honneur, 
6GCrand-Croix de Tordre de St. Charles TE# 
Pagne, de celni de St. Hubert de Baviére, de 
Tordre supréme de IAnnonciade de Sardaigne, 
Chevalier de Tondre des Seraphins de Suede, 
de celuf de FElepham de Danemarc, de l'ai- 
## d’or de Wurtemberg es de plusieurs au- 
tgres, Son premier Plénipotentiaire au Congres 
de Wienne; et le Sieur Charles Guillaume Ba- 
7o0D de Humboldt, Son Ministre dElac, Cban 
No. 8) Hebersetzung des zwis det Koͤnigs von Preu- 
- Mae und 0t a#chr dem eneeen von 
Sachsen--Weimar, zu Wien den 1. Juni 1815. abger 
schlossenen ersten Tractats. 
Im Namen der Hochheiligen 
und untheilbaren Dreieinigkeit. 
eine Mafestät der König von Preußen wünschen 
die Bestimmungen in Ausführung zu bringen, welche 
zu Gunsien Seiner Kdniglichen Hoheit des Großherzogs 
don Sachfen-Weimar auf dem Wiener Congreß festges 
ctzt worden sind, und deren Erfüllung Seine Kongl. 
reußische Maicstät übernommen haben, und da Hochst- 
Sie sowohl als Seine Königl. Hohceit der Großherzog 
beschlossen haben, einen Lopser Tractat zu Ozesem 
Bchuf abzuschließen, so hadben beide Sonverafne Be- 
vollmächtigte ernannt, um alles, was sich auf diesen 
Gegenstand beziehet, zu verabreden, fenhusenen und 
zu unterzeichnen, nämlich: Seine Majestat der König 
von Preußen Ihren Staatskanzler den Fürsten von 
Hardenberg, Ritter der großen schwarzen und-rothen 
Mlerorden, des Preußischen St. Johanniter= und ci- 
sernen Kreuzes Ordens, Ritter der Kaiserl. Rußischen 
St. Andreas-, St. Alerander-Newsky= und St. An- 
nenorden erster Klasse, Großkrenz des i6 7. Ungari- 
schen Se. Stephanordens, Großadler der Ehrenlegion, 
Großkreuz des Spanischen St. Carl-, des Baierschen 
St. Hubert-, des hohen Sardinischen Annunciaden-Or- 
dens, Ritter des Schwedischen Seraphinen-, des Dä- 
nischen Elephanten-, des Würkembergischen goldnen 
Mrler= und mehrerer andrer Orden, Ihren erse Be- 
vollmächtigten am Wiener Congretz; und den Herrn 
Carl Welhelm Baron von Humboldt, Ihren Staats= 
Mumster, Kammerherrn, aucrordentlichen Gesand= 
ten und bevollmächtigten Minister bei Ihro Kaiserl. Kö- 
niglichen Apostolischen Majesiät, Ritter des mrsust- 
en
        <pb n="259" />
        dellan, et Envoyß exfricrdinsire en Ministre 
PFlénipotentiaire prés de Sa Maieste Impériale 
æt Royale Apostolique, Chavalier du CGrand- 
Ordre de l'aigle rouge, de celui de la croix 
de fer de Prusse, et de celui de Ste. Anne de 
la premic#e classe de Russie, Son se2rond-Plé. 
nipotentiaire au Congrés de Vienne; Et Son Al- 
tesse Royale le Grand-Duc de Saxe-Weimar, le 
Sieur 
Conseiller intime aduel; Lesquels apres avoir 
Gchangé leurs pleins-pouvoirs trouvés en bonne 
et due forme, sont convenus des articles suivans: 
4rm— Avrtiche premier. 
Sa Majestéile Rol de Prusse S'engage à 
céder de la masse de Ses Etats tels Juils ont. 
ie fixzés et reconnus par les stipnlations du 
Congrès de Vienne, à Son Altesse Royale le 
Grand-Duc de Saxe- Weimear, des districm de 
la populationde cinquante- mille habitam, ou 
contigus ou voisins de la Principautede Weimar. 
Sa Majesté Prussienne S'engage également 
a ceder à Son Altesse Rorale dans la pariie 
de 1# Principaute de Fulde qui lui a ete re 
mise. em vertu des mêmes stipulations, des dis- 
tricts de la population de vingt sept- mille 
habitans. Son Altesse Royale le Grand-Duc 
de Weimar possedera les susdits districts en 
#toute Souveraineté et propriété et ies réunira 
4 perpetuitd à Ses Etats actueln- 
Article second. 
Les districts et territoires qui devront étre 
eédés à Son Altesse Royale le Grand- Duc de 
Saxe- Weimar en vertu de T’ariicle preécêédent, 
s.gront détermines par une Convention particu- 
liere, ei Sa Majeste le Roi de Prusse Siengs- 
ge à conclure cette Convendion eit 4 faire re- 
meitre àSon Altesse Hoyale les susclits di- 
tricts et territoires dans ic terme de deur 
mois àA. dater de 1’échange des ratialions dou 
præsent Traité. 
Article rreisieme. 
Afin de Epondre toutesois àu désir qui 
Lui en a eis# t½moigné par Soli Alresse Roysle 
le Grand-Duc de Saxe-Weinar, Sa Majen 
1e Roi de Prusse cede, des 4 présent et pro- 
met de faire remettre 4 Son Aliesse Boyale 
dans de ternie de quinze joun 3 dater la 
sighahire du présent Trsis, des clistricts et ter. 
Mioires smuivzns, savoir: 
rneste Auguste Baron de Gersdorff, Son- 
s1. — 
schen großen rothen Adler= und eisernen Kreuzes Or- 
dens, und des Kaiserlich = Rußischen St. Annenordens. 
erster Klasse, Ihren zweiten Bevollmächtigten am 
Wiener Congret, und ' « « 
Seine Koͤnigliche Hoheit der Großherzog von 
Sachsen-Weimar, den Herrn Ernst August #rnen 
von Gersderff, Ihren wirklichen Geheimen Rath; 
Welche, nachdem sie ihre in guter und gehbri- 
zer Form befundenen Vollmachten ausgewechselt ha- 
en, über folgende Artikel ubereingekommen sind:. 
Erster Artikel. 
Sec. Majestät der Kènig, von Preußen verpflichten 
Sich, aus der Gesammtmasse Ihrer Staaten, so wie sie 
durch die Bestimmmgen des Wiener Cengresses festgesetze 
und anerkannt worden, Sr. Kdnigl. Hoheit dem Groß- 
berzog von Sachsen-Weimar, solche dem Fürstenthum 
Weimar angrenzende oder benachbarte Districte abzutre. 
ten, als welche zusammen eine Volksmasse von fanfzig- 
tausen ausmachen. sã 
e. Königl. Preußische D7 .üiestät verpflichten Sich 
gleichmäßig, Sr. Königl. Hoheit aus dem Theile des Für- 
stemihums da, der Ihnen Kraft derselben Bestimmun= 
#en Ubergeben worden ist, die zu einer Volksmasse von sie= 
en und zwanzig kausend Einwohnern erforderlichen Be- 
zirke abzurrcten. Se. Konigl. Hoheit der Großherzog von 
Weimar werden besagte O#siricte und Bezirke mit völli- 
ger Lundeshobeit und Oberherrlichkeit und in vollem Ei- 
enthum besitzen, und sie mit Ihren gegenwärtigen 
Staaten auf ewige Zeiten vereinigen. « 
Sweiter Artikel. 
Die Seiner Königlichen Hoheit, Kraft des vor- 
hergehenden Artilels, abzutretenden Bezirke und Ge- 
biete sollen durch einen besondern Vertrag bestimmt 
werden, und Seine Majestät der König von Preu- 
ßen verpflichten- Sich, bummen zweimonatlicher Frist 
von der Auswechselung der Ratificationsurkunden des 
gegenwärtigen Tractaks an gerechnct, jenen Vertrag 
abzuschließen, und Seiner Höniguichen Hoheit vorge- 
dachte Bezirke und Gcbicte übergeben zu lassen. 
Dritter Artikel. 
Um jedoch dem Ihnen von Seiner Kbniglichen 
Hoheit dem Großherzog von Sachsen -Weimar hier- 
über geäußerten Wunsche beizukommen, treten Seine 
Majestat der Komg von Preußen Seiner Koniglichen 
Hoheit sogleich folgende Bezirke und Gebiete ab, 
und versprechen, solche Oenenselben binnen vierzehntä- 
giger Frist, von Unterzeichnung des gegenwärtigen Trac- 
tats an gerechnet, übergeben zu lassen, naͤmlich: 
8 2 ie
        <pb n="260" />
        La Seigneurie de Blankenhayn, avec la ré&amp;: 
serve toutefois que le bailliage de Wandersle- 
ben, appartenant à Unter.- Gleichen, ne soit 
point compris dans ceite cession; 
La Seigneurie inferieure (Niedere Herrschaft) 
de Kranichfeld; 
Les commanderies de Tordre Teutonique 
Zwacetzen, Lehesten et Liebstadt avec leurs 
revenus domaniaux, lesquelles faisant partie du 
bailliage dEçkartsberga forment des enclaves 
dans le territoire de Saxe-Weimar; ainsique 
toutes les autres enclaves situées dans la Prin- 
Gipauteé de Weimar et appartenant au dit bail- 
lage; 
Le ballliage de Tautenburg à T’exception 
de Droizen, Görschen, Wethaburg, Wenuer- 
scheid et NMöllschütz, qui resteront à la Prusse; 
Le village ce Hamfsla; alnsique ceux de 
Tlein-Brembach et Berlstedt, enclavés dans la 
Principaute de Weimar, et appartenant au ter- 
ritoire d’Erfurt; " 
La propriéte des villages de Bischofsroda 
et Probsteizella, enclavés dans le territoire 
d’Eisenach, dont la Souverainete appartient 
déj d Son. Altesse Royale le Grand-Duc. 
La Population de ces différens districts en- 
trera dans celle de cinquante-mille ames assu- 
rée à Son Altesse Royale le Grand-Duc par 
Tarticle premier et en sera décompteée. 
Articke quatrieme. 
Tous les arrangemens accessoires qui sont 
une suite des cessions stipulées à T’article trois 
relativement aux dettes, archives, caisses pu- 
bliques et autes objets de la meéme nature fe- 
ront Partie de la convention particulière men- 
nonne à TParticle second. 
Son Altesse Royalc le Crand-Duc S'en- 
Sage Specialement à se charger pour les dis- 
micts qu' Il possédera dans La Principauté de 
Fulde, dans la proportion de ces possessions, 
de Sa part aux obligations, que tous les nou- 
veaux possesseurs du ci-devant Grand-Duché 
de Erancfort auront à remplir. 
Articke cinquieme. 
Le présent Traité sera ratifié et les ratifl 
eations en serom CEchangées dans le terme de 
duzue scmaines, „ « 
52 
e 
Die Herrschaft Blankenhayn, jedoch mit dem Vor- 
behalte, daß das zu Unter-Gleichen gehdrige Amt Wan- 
dersleben in diese Abtretung nicht mit einbegriffen sep; 
Die niedere Herrschaft Kranichfeld; 
Die Deutschen Ordens Conmenden Jwätzen 
Lehesten und Liebstadt nebst ihren Domanial-Eink af- 
ten. Diese zum Amte Eckarktsberga gehdrigen Com- 
thureyen, die in dem Sachsen-Weimarschen Gebiete 
Enclaven bilden, werden zugleich mit allen übrigen 
im Fürstenthum Weimar gelegenen und besagtem 
Amte zugehbrigen Enclaven abgetreten; 
Das Amt Tautenburg, mit Ausnahme der Ork- 
schaften Droizen, Görschen, Wethaburg, Wetter- 
scheid und Möllschütz, welche Prcußen verbleiben; 
Das Dorf Ramfßla, wie auch die innerhalb der 
Grenzen des Fürstenthums Weimar eingeschlossenen, 
und zum Erfurter Gebicte gchörigen Dörfer Klein- 
Brembach und Berlstedt; 
Das Ggethum der im Eisenachschen Gcbhiet 
enclavirten Dorfer Bischofsroda und Probsteizella, de- 
ren Landeshoheit und Oberherrlichkeit Seiner Kdnig- 
lichen Hohcit dem Großherzog bereits zugehdrt. 
Die Volksmasse dieser verschiedenen, Bezirke soll, 
zu der Seiner Königlichen Hoheit im ersten Artikel 
zugesicherten Volksmasse von fünfgigtausend Seelen 
eingezählt, und von letzterer abgerechnet werden. 
Vierter Artikel. 
Alle Nebenausgleichungen, welche eine Fase der 
im dritten Artikel bestimmten Abtretungen sind, und 
die das Schuldenwesen, die Archive, dffentliche Kassen 
und andre Gegenstände dieser Art betreffen, sollen 
einen Theil des im zweiten Artikel erwähnten beson- 
dern Vertrags ausmachen. 
Seine Königliche Hoheit der Großherzog ver- 
pflichten Sich, insbesondere für die Districte welche 
Sie im Fürstenthum Fulda besitzen werden, im Ver- 
„hältniß dieser Besitzungen, Ihrer Seits die Verbind- 
lichkciten zu übernehmen, welche alle neue Besitzer 
des ehemaligen Großherzogthums, Frankfurt werden 
zu erfüllen haben. 
Fünfter. Artikel. 
„Gegenwärtiger Tractat. soll ratificirt, und die 
„Ratificatonsuxkunden binnen vier Wochen ausgewech- 
selt werden. 
Zu
        <pb n="261" />
        — 53 — 
En foi de qduoi les Plénipotentiaires dé. Zu Urkund dessen haben ihn obgenannke Be- 
nommés ci-dessus T’ont signé et muni du ca- vollmächtigte mit Beidruckung ihrer Wappen unter- 
chet de leurs armes. zeichnet. 
Fait 4 Vienne, ce premier Juin, Tan de Geschehen zu Wien, den ersten Junii, im Jat- 
Eräce, mil- huit-Ccent- quinze. re Christi Ein Tausend achthundert und fünfzehn. 
(C1ignés:) » (unterzeichnet:) 
(L. S.) Le Prince de Hardenberg. (I. S.) Fürst von Hardenberg. 
(L. S.) Le Baron de Humboldt. (I. 8.) Baron von Humboldt. 
(L. S.) Le Baron de Gersdorff. (I. S.) Baron von Gersdorff. 
  
(No. 9.) Zweiter, zwischen S. M. dem Kbnig von Preußen, und S. K. H. dem Großberzog von Sachsen-Weimar, 
zu Paris den 32. September 1815. abgeschkossenen Tractats. 
Im Namen der Hochheiligen und untheilbaren Dreieinigkeit. 
S# Majestät der Kdnig von Preußen und Seine Königliche Hoheit der Großherzog zu Sachsen-Wei- 
mar Eifenach, beiderseits geneigt, im Verfoölg der vorläufigen Uebereinkunft vom 1. Junius dieses Jahres 
durch einen besondern Staatsvertrag diejenigen Bedingungen näher zu bestimmen, und zur Vollziehung zu 
bringen, welche auf dem Congresse zu Wien zu Gunsten Seiner Kbniglichen Hoheit, des Großherzegs, fest- 
gefetzt, und von Seiner Mgjestät, dem Kdnige, zu erfüllen übernommen worden sind, haben deshalb Be- 
vollmcchtigte ernannt, um Alles zu verabreden, zu beschließen und zu unterzeichnen, w#ss auf diesen Ge- 
genstand Bahug bat „ nämlich: „ , , 
Seine Majestät der Kdnig von Preußen, Ihren Staatskanzler Fürsten von Hardenberg „ Ritter der 
Kdnigl. Preußischen großen schwarzen und rothen Adler-, des St. Johanniter= und des eisernen Kreuzes 
Orden; Ritter des Kaiserl. Rußischen St. Andreas-, St. Alexander-Newsky= und St. Annenordens er- 
ster Klasse; des Ungarischen St. Stephans-, der Ehrenlegion, des Spanischen St. Carls-, des Baierschen 
St. Huberts-, des hohen Sardinischen Annunciaden = Ordens Großkrenz, des Schwedischen Seraphinen-, 
des Dänischen Elephanten-, des Würtembergischen goldnen Adlers und mehrerer anderer Orden Ritter; und 
den Herrn Carl Wilhelm Freiherrn Lon Humboldt, Ihren Staatsminister, Kammerherrn, gußeror- 
dentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister bei Seiner Kaiserl. Königl. Apostolischen Majesict; Rit- 
ter des Kbnigl. Preußischen großen rothen Adler= und des eisernen Kreuzes Orden; Großkreuz des Kaiserl. 
Oesterreichischen Leopolds-, des Rußisch Kaiserl. St. Annen-, des Dänischen ODannebrog-Ordens, des 
Baierschen Ordens der Krone und des Badenschen Ordens der Kreue; und . 
Seine Königliche Hoheit der Großherzog zu Sachsen -Weimar-Eisenach, den Herrn Erust August 
Freiherrn von Gersdorff, Ihren wirklichen Geheimen Rath im Ministerio; 
Die, nachdem sie ihre Vollmachten in guter und gehdriger Form befunden, und gegen einander aus- 
gewechselt haben, über folgende Artikel übereingekommen sind. 
» Erster Artikel. 
Nachdem Seine Mgjestät, der König von Preußen, an Seine Königliche Hoheik, den Großherzog zu 
Sachsen -Weimar-Eisenach, durch den Vertrag vom k. Junius dieses Jahres bereits abgetretken haben: 
„ 1.) Die Herrschaft Blankenhapn mit. Ausnahme des Amts Wandersleben, das Preußen ver- 
bleibt, dagegen aber mit Einschluß des abgesoudert liegenden Dorfes Ramßla; 
2) Die niedere Herrschaft Kranichfeld; 1 - » 
3) Die vormaligen Commenden des Deutschen Ordens Zwoaͤtzen, Lehesten und Liebstadt, mit ih- 
ven sämmtlichen Einkünften, so weik sie zu dem Amte Eckartsherga gehören, und Enklaven in dem Wei- 
Mar-
        <pb n="262" />
        marschen Gebicte bilden, # wie auch alle übrigen zu dem gedachten Amke gehbrigen, und im Fürstenthu- 
me Weimar eingeschlossenen Ortschaften; *½ 
D5p Das Amt Tautenberg mit Ausnahme der Ortschaften Droizen, Görschen, Wethaburg, 
Wetter scheid und Mollschütz, welche Preußen verbleibenk. *ê§½ms2 
5) Die zu Schloß Wippach im Erfurtschen Gebicte gehbrigen Ortschaften Berlstädt und Antheil 
an Klein = Brembach: " 
so fügen Sie diesen Abtretungen ferner hinzu: 
6) Den zu Ihrem Herzogthum Sachsen Zehdrigen Neustädter Kreis in den Grenzen, worin er sich 
bei Unterzeichnung des gegenwärtigen Vertrags befindet, jedoch mit Ausnahme alles dessen, was in Westen 
und Süden in einer Linie liegt, welche den gedachten Kreis von der Saalfeldischen bis zur Reußischen 
Grenze dergestalt durchschneidet, daß die Ortschaften Röhmen, Döbritz, Grobengereuth, Laaske, 
Posen, Keula, Tausa, Schöndorf und Volkmannsdorf mit ihren Feldmarken an Weimar kom- 
men, die Ortschaften Podelwitz, Gertewitz, Seebach, Bahren, Schmorda, Moxa, Paßka, 
Culmla, Ziegenrück und Esbach, gleichfalls mit ihren Fcldmarken, dagegen bei Preußen verbleiben. 
7) Die nachstehenden einzeln liegenden, dem Weimarschen Gebicte angrenzenden oder. benachbarten 
Ertschaften, sämmtlich mit ihren Feldmarken: 
a) Lachstädt zum Amte Naumburg gehbrig, 
b) Darnstädt zum Amte Pforta bebers, Z 
c) Widdersrode, Nieder-Trebra, Ober-Reußen, Nirmsdorf, Nudersdorf, 
Eilersleben, Klein = Neuhausen, Groß = Neuhausen und Orlißhausen Amts 
Eckurtsberga; . . . 
d) Esleben, gleichfalls Amts Eckartsberga, wovon Weimar bereits bas grundherrliche Ei- 
enthum unter Preußischer Landeshoheit esitzt; 
e) Willerstädt, zum Amte Wendelstein gehdrig; 
f) Crannichborn, Amts Weißensre. 
8) Von dem Erfurter Gebiete nachstehende Aemter und Ortschaften: 
2) Schloß Blppach; Z · 
b)DteDdrfec-StottspenhumundSchwert-ernAmtöGiSpcrslebcnz 
c)DasAmtA-zmannsdokf;s 
h Das Amt Tonndorf nebst den darin einbezirkten Ortschaften Ißerode und Hainichen. 
9) Die zum vormaligen Großherzogthume Frankfurt, und zwvar dessen Departement Fulda, gehdrigen 
Cantone oder Bezirke Dermbach und Geysa in denjenigen Grenzen, wonn dieselben sich nach der letz- 
ten Landeseintheilung dermalen befinden. # · - 
« Seine Majestaͤt, der Koͤnig von Preußen, leisten Verzicht für Sich, Ihre Nachkommen und Nach- 
folger auf die verstehend benanmen abzutretenden Districte und Oreschaften, welche künftig von Seiner 
Kdniglichen Hoheit dem Großherzoge zu Sachsen-Weimar= Eisenach mit allen Landeshoheits-, Oberrlich- 
keits= und andern davon abhängenden Rechten werden besessen werden. Nachdem die Uebergabe der unter 
Nr. 1. bis 5. angeführten Cesstonen bereits erfolgt ist, so sollen auch die ferner umer Nr. 6. 7. 8. und 
. enthaltenen, innerhalb vier Wochen, von Unterzeichnung dieses PVertrages, oder, wenn es sepn kann, 
ther uͤbergeben werden. 
Zweiter Artikel. 
Seine Majestät der Kdnig von Preußen verpflichten Sich ferner, von Seiner Kniglichen Heheit, dem 
Kurfürsten von Hessen, die Adtretung nachstehend verzeichneter O'strikte und Ortschaften zu. Gunsten Sei- 
nmer Königlichen Hoheit, des Großherzogs zu Sachsen-Weimar-Eisenach, zu erhalten, nämlich: 1 
a) Das Amt Frauensee mit Einschluß von Gosperoda; 
b) Das Gericht Vdliershausen; 
c) Das Gericht Lengsseld 
d) Das Amt Vacha, einschließlich der Stadt Vacha nebst der Veigkei Kreuzberg, jedoch 
mit Ausnahme der Ortschaften Kreuzberg, Philippsthal, Thalgan#en, Nippe, 
Killaptshausen= Röhrich und Unter-Neurode; 4 
e). Vn ien use Friedewald die Ortschaften Dippach, Gasterode, Witzerode und 
arode; 
I) Das Dorf Wenigenkaft. 
Seine
        <pb n="263" />
        — 55 — 
Seine Kbnigliche Hoheit der Kurförsk, von Hessen werden dleselben an des Großherzogs zu Sachsen- 
Weimar-Eisenach Kdnigliche Hoheit zu ewigem und unwiderruflichem freiem Eigenthume mit allen Landes- 
hoheits-, Oberherrlichkeits-, Lehns--, Domanial= und anden Rechten, welche Sie darin oder als dazu be- 
hbrig am ersten August dieses Jahres besessen haben, übergeben, und soll die Uebergabe haldmbglichst 
und [pätestens binnen sechs Wochen erfolgen. « «" 
Dritter Artikel, 
Seine Königliche Hobeit, der Großherzog zu Sachsen -Weimar-Eisenach, erklären Sich dage en, 
durch die vorstehend nach Artikel 1. und 2. Ihnen zufallenden Distrikte und Ortschaften vollständig befrie- 
digt, fär die in Gemäßheit der Beschlüsse des Congresses zu Wien Ihnen bestimmte Vergrößerung mi et- 
ner Bevdlkerung von fünfzigtausend Einwohnern, welche des Kdnigs von Preußen Majestaͤt Ihnen zu 
überweisen Sich verpflichtet haben; und mit einer andern Bevblkerung von sieben und zwanzigtausend Ein- 
wohnern, welche Ihnen aus dem vormaligen Departement Fulda zewäbrt werden soll. Sie verpflichten 
Sich, Sich, Ihre Nachkommen und Nachfolger nach Empfang der Ihnen nach Artikel r. und -, des 
gegenwärtigen Vertrages zukommenden Distrikte und Ortschaften niemals einen fernern Anspruch wegen 
vorgedachter Vergrößerung von überhaupt sieben und siebenzigtausend, Einwohnern an des Kbnigs von 
Preußen Majesiät oder irgend cinen Dritten, namentlich irgend einen Inhaber eines Antheils an dem De- 
partement Fulda, zu machen. « 
  
  
  
  
Vierter Artikel. 
Da man übereingekommen ist, die Obrfer Röda und Ringleben mit ihren Feldmarken und allen 
davon abhängenden Rcchten und Einkünften zu vertauschen; so kreten Seine Majestät der Kdnig ersteres, 
und Seine Kdnigliche Hoheit der Großherzog letzteres, gegenseitig in gedachter Art ab, und foll die Aus- 
wechselung binnen vier Wochen, oder wenn es feypn kann, eher, vollzogen werden. 
Skufter Arkikel. 
SEeine Königliche Hoheik der Großherzog, kreten an des Königs Majestät ab, alle Rechte, welche 
Sie bisher in dem nach Vollziehung des gegenwärigen Vertrages Preußisch verbleibenden Theile des Ge- 
diets und der Stadt Erfurt bisher ausgeüdt oder behauptet haben mochten. **5. 
Unter dieser Abtretung ist jedoch das Geleit nicht begriffen, welches des Großherzogs Königliche Ho- 
beit in der Stadt und dem Gebiete Erfurt erhebt. ⅜ 
Seine Konigliche Hoheit verpflichten Sich aber, auch dies Geleit gegen vollständige Entschädigung 
burch eine noch besonders abzuschließende Uebereinkunft an Preaßen zu überlassen. 
Sechster Artikel. 
Die grundherrlichen Einkünfte der schon bisher unter Weimarscher Hoheit gestandenen, im Bezirke 
des Eisenachschen Amts Kreuzburg gelegenen Ortschaften Bischofsroda und Probstzella, welche Preu- 
ßen bereies durch den Verkrag vom k. Junius dieses Jahres an Weimar abgetreten hat, sollen bei der 
vorstehend vorbehaltenen Einlösung des Geleits in Anrechnung gebracht werden. 
Siebenter Artikel. 
Seine Mgjestet der Konig von Preußen kreten an des Großharzess zu Sachsen -Weimar-Eisenach 
Königliche Hohen in Erwiederung der Disposition des fünften Artikels gleichfalls alle Rechte ab, welche 
Sie in der Eigenschaft als Landesherr der Stadt und des Gebiets Erfurt in den Großherzoglich -Weima- 
risch = Eisenachischen Landen, so wie dieselben nach Vollziehung dieses Vertrages bestehen werden, bisher 
ausgeübt oder behauptet haben mochten. 
· Achter Artikel. » . 
Seine Königliche Hoheit der Großherzog zu Sachsen-Weimar-Eisenach verpflichten Sich zu gestak- 
ken, daß Preusßen, wenn es dies seinem Interesse angemessen finden sollte, die Unstrut und Gera, auch 
se weit sie durch Ihr Gebiet fließen, schiffbar oder flößbar mache. Sie werden auch die Schisfährt und 
Eld-ßerei auf diesen Gewässern mit keinen Zöllen und Abgaben beschweren, und dem Gebrauche derselben 
durch Preußische Unterthanen kein Hinderniß entgegenstellen. Ne##b 
Neu
        <pb n="264" />
        — 56 — 
Neunter Artikek. 6 
Des. Großherzogs Kdnigliche Heheit machen Sich verbindlich, der Preußischen Monarchie folgende 
Militairsiraßen giern Ve## Gebiet zum Gebrauche in Kriegs= und Friedenszeiten cinzuräumen: % 
1) Auf der großen Frankfurter Chaussee von Leipzig über Weimar und Erfurt auf Eisenach, 
von wo nach weiter vorbehaltener Uebereinkunft die Transporte entweder über Berka auf Hersfeld oder 
über Vach auf Fulda gehen werden; 6 
a) Aus dem Preußischen Thüringen über Buttstädt nach Erfurk; 
3) Von Gera über Auma nach Schleiz und Gefall; 1 
4) Eine erst in der Folge näher zu bestimmende Straße von dem Preußischen Gebiete aus in denje- 
nigen Theil des Neustädter Kreises, der durch gegenwärtigen Vertrag nicht an Weimar abgetreten wor- 
den ist. . · 
Rechte, welche Preußen auf diesen sämmtlichen Militairstraßen zustehen, so wie die gegenseitig 
damit verbundenen Verpflichtungen, sollen eben so bestimmt werden, wie dies für dir durch das Kdnigreich 
Hannover gehenden Militairstraßen zwischen der Preußischen und Hanndverschen Regierung geschiehet. 
Zehnter Artikel. 
Da Seine Kdnigliche Hoheit der Großherzog von Sachsen -Weimar-Elsenach Distrikte und Gebiets- 
theile erhalten, welche von dem Kdnigreich Sachsen an die Preußische Monarchie übergegangen sind)eso 
treten Seine Kbnigliche Hoheit in alle mit dicsen Distrikten zugleich an Preussen abgetretene Rechte, und 
übernehmen alle von Preußen in dieser Rücksicht ubernommene Verbindlichkeiten, insoweit solche auf die 
durch den gegenwärtigen Vertrag und die vom 1. Junius dieses Jahres an Weimar abgetretenen Sachsi- 
schen Distrikte fallen, oder auf dieselben anwendbar sind. Seine Kdnigliche Hoheit erkennen daher in Ab- 
sicht dieser Gebiete, alle Bestimmungen als auch für Sich gultig an, welche in dem zwischen Sachsen und 
Preußen am 18. Mai 1875 geschlossenen Vertrage und namentlich in den Artikeln 6, 7, 9, 10, 11 und 
18 in Ansehung der Archive, Schulden, Cassenbillets, Centralsteuer, Pensionen, Cassenbestände, geistlichen 
Stiftungen und anderer gleichartigen Gegenstände enkhalten sind, oder von der in Gemäßheit des 14ten 
Artikels des gedachten Vertrags anzuordnenden Commission noch werden fesigesetzt werden. Seine Königl. 
Hoheit übernehmen alle aus denselben entspringende Verbindlichkeiten, so wie dagegen Seine Majesiät der 
Kodnig von Preußen Ihnen alle damit verbundene Rechte einräumen. Was den durch den gegenwärtigen 
Trackat zwischen Preußen und Weimar getheilten Neustädter Kreis insbesondere betrifft, so werden die auf 
den ganzen Kreis hiernach fallenden Lasten und Vortheile zwischen beiden Antheilen, nach eben den Grund- 
sätzen vertheilt werden,, welche bei den von Sachsen an Preußen geschehenen Abtretungen angenommen 
worden sind, und dasselbe findet auf die abgetretenen Stücke einzelner Aemter anderer Kreise Auwendung 
. Eilfter Artikel. 
Alle Urkunden und Papiere, welche sich ausschließlich auf die ehemals zu Erfurt gehbrigen, und nun- 
mehr an Weimar abgetretenen Distrikte und Ortschaften beziehen, werden der Großherzoglich -Weimarschen 
Regierung binnen drei Monaten von dem Tage der Unterzeichnung dieses Tractats-an, eingehändigt wer- 
den, n wie auf Verlangen auch beglaubigte Abschriften derjenigen, welche die erwähnten Distrikte nicht 
ausschließlich, jedoch zugleich mit betreffen. 
In Ansebung der Schulden und Lasten übernehmen Seine Königl. Hoheit nicht nur die, auf den ab- 
getretenen Distrikten speciell hypothecirten, sondern auch einen, nach der Analogie der im vorigen Artikel 
erwähnten Grundsätze zu bestimmenden Antheil an den allgemeinen Schulden und Lasten der ganzen Pro- 
winz. Dieselben Grundsätze dienen gleichfalls zur Richtschnur bei allen anderen Gegenständen, deren Fest- 
setzung durch die gegenwärtige Abtretung nothwendig gemacht wird. v 
Zwölfter Artikel. 
Seine Kbnigl. Hoheit, der Großherzog zu Sachsen-Weimar-Eisenach, werden in Folge der durch 
den Vertrag vom r. Junius dieses Jahres übernommenen Verpflichtung, die auf dem vormaligen Großber= 
zogthum Frankfurt haftenden, und auf die neuen Besitzer von Antheilen an denselben übergehenden, Ver- 
pflichtungen nach dem Verhälltnisse der Ihnen ursprünglich bestimmten Bevdlkerung von siehen und zwan- 
zigtausend Einwohnern in Fulda, übernehmen. Dasselbe findet in Rücksicht der besonderen Verpflichtungen 
des Departements Fulda Anwendung. Dagegen werden die nach Axrtikel 2. Ihnen von Kurhessen zu über- 
weisenden Districte schuldenfrei ubergeben. 
Drei-
        <pb n="265" />
        — 57 — 
Dreizehnter Artikel. « 
Die Auseiuandersetzung wegen der in Artikel 10, 11, 12. enthaltenen Bestimmungen geschieht durch 
eine Commission, welche von beiden Theilen ernannk, und sich sofort nach vollzogener erriterial = Ueber- 
gabe in Weimar versammeln wird, um daselbst die gedachte Arbeit in mdglichst kürzester Zeit zu vollenden. 
Vierzehnter Arkikel. 
Des Königs von Preußen Majesit wollen auch die Liquidation der Weimarschen Fordcrungen, wegen 
in den Jahren 1805 und 1806 geleistetcr Truppenverpflegung wiederum in Auregung bringen lassen, und 
deren Tilgung den Umständen nach verfägen. 
Fünfzehnter Artikel. 
Der gegenwärtige Tractat soll ratiffeirt,, und die Ratificationen sollen binnen sechs Wachen nach Un- 
lerzeichnung deisselben ausgewechselt werden. « 
Zu Urkund dessen haben die beiderseitigen Bevollmächtigten denselben unterzeichuct, und mit dem Sie- 
gel ihrer Wappen versehen. 
So geschehen Paris, den zwei und zwanzigsten September, Ein Tausend achthundert und fünfzehn. 
(L. S.) Carl Aug. Fürst von Hardenbersz. 
C(I. S.) Wilh. Freiherr von Humboldbt. · 
:(l«..s.)ErnstAug.Freiher«ryonGerxsdorfß 
  
DIE-woTurmswffcheuvthbtigsvmwreußenMute-TätundiemKdnigrekchzdannoverxdsAUTOR-TM 
43. September 1815. 
Im Namen der Hochheiligen und untheilbaren Dreieinigkeit. 
Sa. Majestät der Kbnig von Preußen und Seine Majestät der Konig des vereinigten Kbnigreichs Groß- 
brittanien und Irland, Kdnig von Hannover, beiderseits geneigt in Folge des zwischen Ihnen unterm 29. 
Mai des laufenden Jahres 1815 zu Wien geschlossenen Staatsvertrages die Entschädigung zu bestimmen, 
welche dem Königreiche Hannover nach dem dritten Arktikel des gedachten Vertrages für den Kurhessischen 
Antheil an der Grafschaft Schaumburg geböhrt, dessen Abtretung von Seiner Königlichen Hoheit, dem 
Kurfürsten von Hessen, nicht zu erlangen gewesen ist, haben Bevollmächtigte ernannt, um Alles, was 
hierauf Bezug hat, gemeinschaftlich festzusetzen und zu unterzeichnen, nämlich: „ 
Seine Majestät der König von Preußen, Ihren Staatskanzler Farsten von Hardenberg, Ritter der 
Königl. Preuß. großen schwarzen und rothen Adler-, des St. Johanniter= und des eisernen Kreuzes Orden; 
Ritter des Kaiserl. Rußischen St. Andreas-, St. Alerander-Newöly= und St. Annenordens erster Rase 
des Untarischen St. Stephans-, der Ehrenlegion, des Spanischen St. Carls-, des Baierschen St. Hu- 
berts-, des-hohen Sardinischen Anmunciaden -Ordens Großkrenz; des Schwedischen Seraphinen-, des Dä- 
LBLischen Elephanten-, des Würtembergischen goldnen Adlers= und mehrerer anderer Orden Ruter; und 
Seine Majestät der König des vereingten Königreichs Großbrittanien und Irland, Kdnig von Han- 
nover, den Grafen Herrn Ernst Ehriftian Georg August von Hardenberg, Grohtreuß des Kôniglich Preu- 
Hischen rokhen Adler = Ordens, und des Kaiserl. Oesterreichischen Lropold -Ordens, des Johanniter = Mal- 
teser -Ordens Ritter, Ihren Stagts= und Cabinets-Munster, auch außerordentlichen Gesandten und be- 
vollmächtigten Minister bei den hohen verbündeten Höfen; 4 Z 
Die, nachdem sie ihre Vollmachten Bcgenseith in guter gehbriger Form befunden und gegen cinander 
ausgewechselt haben, über folgende Artikel übereingekommen san 
Erster Artikel. 
Seine Majeskät der Koͤnig von Preußen treten ab, an Seine Majestat den König des vereinigten Ks- 
nigreichs Großbrittanien und Irland, König ven Lanno um von Ihnen und Ihren Nachfolgern im 
König-
        <pb n="266" />
        Kynigreiche Hannover, eigenthinnlich und mit voller Landeshoheit und Oberherrlichkeit besessen zu werden, 
rie bicher zum Cichsfelde gehörigen Acmter Lind au und Giboldshausen, und das bisber eben dabin 
gehdrige Gericht Duderstadt, uin,ch in denjenigen. Grenzen, welche auf der zu Weimar im Jahre 
J806 beransgekommenen. Spczial-Karte des Cichsfeldes, vom J. G. Lungemann verzeichnet und. Seme 
Königliche Majestät von. Preußen leisten Verzicht för Sich, Ihre Nachkommen und Nachsolzer auf die 
vorstehend benannten bisher zum Eichsfelde gehbrigen Outrilte und alle sich darauf beziehenoen Rechte und 
werden Befehl ertheilen, daß dieselben baldmöglichst, und soätesicus innerhalb vier Wochen nach Untecrzeich- 
nung, des gegenwärtigen. Staatsvertrages an. Seine Königliche Majesict, von Großbrittaniem und Hannover 
übergeben, werden. 
Zweiter' Artikel. · 
Seine-Majestät"dek«Kb"-1ig.von-.PreußenmtfkjgmfcmersfükSich-—undJ'hi-eNachkom-nenmthache 
«fd(·gcr,.dmiancnxauödemEmgangscrwähntenStaatsvettkagevorm.29.Maidcslaufendcthahrcs1815 
Dzisicheudmsslnrechtcauf-dieErwerbunguuddcnckbsundeigenthümlkcheniBesilz 
a) des Amtes Elbingerode, · 
warnt-deszu.dtm.f2erzogthumeLäuenliurgkgchbrigmslmtcsNeuh«atts',nebstdenindiesem 
Amteovcrzjyifchendemselbenund-demMeklenburgfchanebisetceinchchlosscnen,.aufdrw 
.. rechten Elbufer belegenen Luͤreburgschen Ortschaften und Laͤndereien. 
* vorstehend: benannten. Oistrikte werden. auch ferner,, wie bisher, dem Königreiche Haanover an- 
gehoͤren. J « 
D"ki·tter«A«t-tikec- 
DirnachsArtikect-.zu-detwanigreichezHakmvverübersehe-theyundnachAktikekzbeidcmseköm 
verbfoibendcwdistriktez.sinvbestimmt-,SeinerKdnicGroßbrcttumstlzenundHanndvkrschmMajestätals 
Ersatz für den Kurhessischen Antheil der Grafschaft. chaumburg zu dienen, *n Abtretung nicht zu er- 
lungen gewesen iste. Da jedoch kein Zweifel darüber obwaltet, daß dieser Ersatz sich auch auf das Ein- 
kommen aus- dem erwähnten Theile von Schaumburg beziehen müsse, und die Zulänglichkeit desselben in 
dieser Rücksicht nicht sogleich, bei. Abschluß des gegenwärtigen Staatsvertrags, hat dargethan werden können: 
so sind beide. Mächte übereingekommen, sogleich bei Uebergabe der nach Ur##kel 1. adzutretenden Distrikte, 
Commissarien, zu ernennen, wolche sich zu Hannover vereinigen und unausgesetzt damit beschäftigen sollen, 
um im der moͤglichst 7 Zeit eine genugthuende Vergleichung zwischen den Einkünften aus dem Kur- 
hessischen. Anthelle der- Grafschaft Schaumburg= und den Emkünften aus den in Trtikel #. a. des gegenwer= 
ligen Vertrages denannten Oisirikten anzulegen: Sollte diese Vergleichung, ergeben, daß die Einkimste aus 
im Artikel 1. a: benannten Distritten keinen voyständigen Ersatz für die Einkünfte aus dem Kurhesssschen 
Antheile der Grafschaft. Schaumburg gewähren; so woerden beide Theile h unverzäglich darüber einigeu, 
5 die Vervollständigung dieses Ersatzes, welche Prrußin in diesem. Falle odliegen wird, geleistet werden 
pll. 
Vierter Artikel. 
Seine Majestet der Kdnig, des verrinigten Kdnigreichs Großbrittanien und Irland,, König von Han- 
nover keisten fär Sich, und Ihre Nachkommen und. Nachfolger, gezen vorfichend Artikel, r. 1. 3. bestmun- 
4en Ersatzf. Verzicht auf. die Aurrchte; welche Ihnen aus dem. Eingangserwahnteen Staatsvertrage vem 29, 
Mai. des laufenden Jahrrs 1815 auf die Erwerbung und den erb= und cigenthbmlichen Besitz des Kürhessi- 
schen. Antheils an der Grasschaft Schaumburg zustehen, und versprcchen nach vollstaͤndiger Leistung des 
gedachten Ersätzes= niemals deshald an des Köngs von. Preußen- Masjestät irgend eine Anforderung auf den 
Grund des vorstehend erwähne#n Vertragsé zu machen:. 
Fünfster Artike L. 
, DasScineervkglichezHoheitkdeerrfürsttvon-Heen·wissScitkestrchläucht«berkändgkaIow- 
HessömRochmbur.cmgmtlltgt"tjaben,.vw«.f2crrfchaka·ess:e-·nebsispemsKlostet-«diesbeim,owie 
auch.-Neuen·gle.«engunvdiezAtmkerUcchkczFreudenbcrggundskulsurwwcles· legt-ers sonst auch 
Wagenfeld benannt: worden istj. mit allem ihnen daram: zustehenden beziehungeweise Landeshoheito-, Ober= 
berrlichkeite-„Lehns-, Domanial= und anderen= Rechten,, welche sie darin oder als Zubehoͤr derselben bisher 
desessent haben, erb-= und eigeathümlich an= Preußen, abzutreten,, und kieselben. binnen. viex= Wochem nach 
« der
        <pb n="267" />
        der Ratiftcatien des sich darauf beziehenden Vertrages, oder eber, wenn es seyn kann, zu Ubergeben; so 
verpflichten Seine Majestaͤt der Koͤnig von Preußen Sich hiermit, diese vorstehend benannten Distrikte ia 
Gemäßheit des Staatsoertrages vom 29. Mai kieses Jahres #rtikel J. soglcich bei deren Mebrrgabe von 
Eetten — beiden Hessischen Häuser un das Königreich Hannover eben so, wie Sie dieselben eupfungen, 
zu überweisen. « 
Sechster Artikel. · 
SeineMajcstäiderKönigbeösmeinjgtcnKönigreichsGrosbtittauieukunbIII-taub,LKbnigsoonxsaas 
nover, erklären die Bedingungen, von welchen die Uebergabe des auf dem techten Elbufer gelegenen Theils 
des Herzogthums Lauenburg und der gleichfalls auf dem rechten Elbufer gelegenen Lüneburgschen Ortschaf- 
ten und Ländereien in dem Staatsvertrage vom 29. Mai dieses Jahre5 abhängig gemacht worden war, 
durch die Stipulationen Artikel 1.a. 3. und 5. des gezenwärtigen Verkrags für erledigt, und verpflichten 
Sich hiermit, die Uebergabe des gedachten Theils des Herzegthums Lauenburg, und der nuf dem rechten Ekb- 
nfer gelegenen Lüneburgschen Ortschaften und Ländercien, jedoch mit Ausnahme des, nach vorstehendem zweiten Arki- 
kel bei dem Konigreiche Hannover verbleibenden, Distrikts, ohne weitern Anstand Fgleichzeitig mik der Artikel 2. 
und 5. des gegenwärkigen Vertrags vererechenen Uebergabe der Ehsfeleschen #nbt Peshehen Distrikte voll- 
ziehen zu 79 und deshalb sogleich Befehl an Ihre Behoͤrden zu ertheilen. 
Siebenter Artikeel. 
Die Arb#kel sieben und acht des Eingangs erwäßhnken Vertrages dom 29. Mai des laufenden Jab- 
re 1815 sind au ausral Distrikte unwendbar, welche in Folge des--gegenwärtigen Staaksverkrages zum 
Ersatze für den Kurhessischen Theil der Grafschaft Schaumburg dienen. « 
» «Ach:te«k·.Art.i.k.-.c. 
DergegenwärttgeStahtsvcrtragTolleatisiciktsimddieNatisicätionenkbesselbenGinnmvier Wochen 
oder eher, wenn es seyn kann, ausgewechselt werden. · 
Je utttlkkund .dessen.haben.diebetdgrseixigenBevollmächtigten-ihnunter-zeichnet,;undmit.ihren«Wappen 
.unetkegc. · — « 
SogeschehenParis,Petrdråi-und«zwat·tz·kgstenScptembcysiEinTmiseudpchthundertpunbssimfzcbm 
(L. S.) Carl Fürst von Hardenberg. 
(I. S.). Ernst Graf von Hardenberg. 
  
(No. 11.) Tractat vom 16. October 1875, zwischen S. M. bem Könige von Preußen und S. Kkhnigl. Hehelt dem 
Kurfürsten von Hessen, Iun Cassel abgeschlossen. « 
Im Namen der Hochheiligen und untheilbaren Dreieinigkeit. 
S. Majestät der König von Prcußen und Seine Kbnigliche Hoheit der Kurfürst von Hessen, beider- 
seits geneigt, die in Folge der Verhandlungen des Wiener Congresses nbtbig befundenen Auszleichungen im 
ndrdlichen Deutschlande, durch eine freundschaftliche Uebereinkunf, über angemessene Territorial-Veränderun- 
gen zu erleichtern, haben Bevollmächtigte ernannt, um Alles, was hierauf Bezug hat, zu verabreden, 
abzuschließen und zu unterzeichnen; nänrlich Seine Majestät der Kdnig von Preußen, 
Den Herrn Präsi#enten Conrad Siegmund Carl von Hänlein, Ihren außerordentlichen Gesandten 
und bevollmächtigten Minister an den HPessichrn und Nassauischen Hofen, Ritter des Königl. Preußischen. 
rothen Adlerordens und des eisernen Kreuzes, wie auch des Kurfürstl. Hessischen Ordens vom goldenen Lawen; 
Und Seine Königl. Hoheit der Kurfürst von Hessen, den Herrn Georg Ferdinand von Lepel, Ibren 
Geheimen Negierungsrath und Kanimerherrn, · « ." · 
Welche, nachdem sie gegenseitig ihre Vollmachten in guter und gehoͤriger Form befunden und gegen. 
einander ausgewechselt haben, über nachstehende Artikel diereingekommeen sind- g 
2 rster
        <pb n="268" />
        — 60 – 
-. Erster Artikel. 
Seine Majestät der König von Prcußen treten an Seine Königk. Hoheit den Kurfürsien von Hessen 
ab, denjenigen Theil des zum vormaligen Großherzogthume Frankfurt gehbrig gewesenen Departements 
Zulda, der Ihnen durch die Wiener Congreß = Acte uberwicsen worden. ist;, jedoch mit Ausnahme der Be- 
zirke Dermbach und Gepysa, welche in derjenigen Begrenzung, die s#e nach der jetzt bestehenden Landesein- 
theilung haben, an den Großherzog zu Sachsen -Weimar-Eiscuach übergehen. Sie ubergeben ferner an 
Seine Königl. Hoheit den Kurfürsten, die vitterschaftlichen Gerichte Lengsfeld.# Mannsbach , Buchenau und 
Werda nebst dem Dorfe Wenigentaft, in deren Besitz Sie gleichfalls durch die gedachte Congreß-Acte ge- 
laugk sind. Seine Konigl. Hohcit der Kurfürst von Hessen werden die vorgedachten Landesantheile, Diftrike# 
und Ortschaften für Sich, Ihre Nachkommen und Nachfolger, mit allen Landeshoheits-, Oberherrlichkeits-= 
Lehns-, Domanial= und andern Rechten besitzen, welche Seiner Majestät dem Kdnige von Preußen, durch 
die Wiener Congreß-Acte deshalb. übertragen worden sind. 
Zweiter Artikel.. 
Seine Königliche Hoheit der Kurfürst von Hessen treten dagegen ab, mit allen Ländeshoheits-, Ober- 
herrlichkeits-, Lehns-, Oomanial= und andern Rechten, welche Sie darin, oder als Zubehdr derselben am 
I. August dieses Jahres besessen haben, an des Kömgs vom Rruben Majestätz, derrn Nachkommen und 
Nachfolger, die niedere Grafschafk Katzenellubogen,, die Herrschaft Plesse mit Einschluß des Klosters Höckel- 
heim, die Acmter Neuengleichen, Uechte, Auburg und Freudenberg und die Probstei Göllingen. Ganz in- 
gleicher Art treten Sic ferner ab, an des Großberzogs zu Sachsen -Weimar= Eisenach Königl. Hoheit, de- 
ren Nachkommen und Nachfolger, das Amt Frauensee mit Einschluß von Gosperode; das Gericht Vdl- 
kershausen; das Gericht Lengsfeld; das Amt Vacha einschließlich der Stadt-Bacha# nebst der Vogtci Kreuz- 
berg; jedoch mit Ausnahme der Ortschaften Krenzberg, Philippsthal, Thalhausen, Nippe, Hillartshausen, 
Abhrich und Unter-Neurode; von dem Amte Friedewald die Ortschaften Dippach, Gasterode, Vitzerode 
und Abtarode; endkich das Dorf Wenigrutaft. 
Dritter- Artike l. 
Seine Kbnigliche Hoheit der Kurfürst von Hessen willigen zugleich ein, daß Seine Majestät der Ki- 
mig von Preußen durch eine freie Uebereinkunft mit- dem. Herrn Landgrufen zu Hessen -Rothenburg auch 
das ewige und unwiderrufliche freic Eigenthum aller derjenigen Rechte und Nutzungen erwerben könne, wel- 
che versie in den nach vorstehendem Artikel an Sie übergehenden Besitzungen oder deren Zubehbr am r. 
August dieses Jahres- in Gemäsheit der Haus * Verträge besessen haben möchte. Seine Majestät der Kö- 
nig zu Preußen übernehmen dagegen die vollstandige Gewöhrleisiung, daß von Seiten des Herrn Land- 
rafen zu Hessen -Rothenburg kein Widerspruch, gegen die nach vorsiehendem Artikel von Seiner Königl. 
* eit dem. Kurfürsten bewilligte Abtretung, erhoben werde. 
Bierter Artikel. 
Man ist gegenseitig einverskanden, daß Seiner Königlichen Hoheit, dem Kurfürsten, und SeinerDurch- 
laucht dem Landgrafen eine ganz vollständige Entschädigung für alles reine Einkommen gebühre, welches 
Ihnen durch die Abtretungen an des Königs Majestät nach Artikel 2. und 3. entgeht. Es soll daher des- 
dalb eine Liguidation nach den in den nachstehenden Artikeln 8. bis 1y. einschließlich bestimmten Grund- 
stzen angelegt werden. Ergiebt diese Liquidakion, daß der nach Artikel 7. abzutretende Theil von Fulda 
ein hinreichendes oder uberwiegendes reines Einkommen gewährt, um daz nach Artikel 2. und 3. beiden 
essischen Häusern entgehende reine Einkommen zu decken, so hat krine Nachforderung von keiner Seite 
7— Sollte dagegen durch diese Liquidation ausgemittelt werden, das die nach Artikel 7. dieses Vertruges 
angewiesene Entschädigung unzulänglich seyz; so ist Preußen zum vollständigen Ersatze an Land und Leuten 
im Contiguo von Hessen, für das annoch Mangelnde verpflichtet. Die Qquidation wird durch eine Com- 
mission von Königl. Preußischen, Kurfürstlich und Landgraflich Hessischen Bevollmächtigten angefertigt, die 
sich vier Wochen nach Unterzeichnung dieses Vertrages oder eher, wenn es feyn kann, in Cassel vereinigen, 
um in dem moglichst kürzesten Zeitraume, und spätestens in sechs Monaten dieses Geschäft zu beendigen. 
Fünfter Artikel. « 
Die Artikel 2. bezeichncte Cession an Sachsen -Weimar-Eisenach soll als ein auf gleiches gegenseiti- 
##es Bedürfniß gegründeter Austausch gleicher Bevölkerung, gegen einander angesehen werden. Seine König- 
liche
        <pb n="269" />
        — 1 — 
liche Hoheit der Knrfuͤrst werden daher die gleiche Vollkszahl in den dent Weimarschen Gebictt zunaͤchst be- 
legenen; Fuldischen Distrilten, als vollstaͤndigen Ersatz fuͤr diese Cession auswaͤhlen, und' es findet in Ruͤck- 
sicht derselben keine Nachrechnung uͤber entgehendes Einkonmien statt. Seine Kbrigliche Gobeit der Groß- 
herzog werden an allen Verpflichtungen, welche sowohl auf dem gesammten vormaligen Großherzogthume 
Franifirt, als auf dessen Departement Fulda insbesondere ruhen, und auf dic jetzigen und künftigen Be- 
btzer von dazu gehörigen Länderantheilen Abergehen in dem -Verhöältnisse beitragen, als ob Sie die Ihnen 
durch die Congreß-Acte angewiesenen sieben und zwanzigtausend Einwohner wirklich= ganz in Fulda erhal- 
ten hätten. Seine Königliche Hoheit der Kurfürst werden dagegen an diesen Verpflichtungen nur in dem 
Maaße Antheil nehmen, als ob' Sie blosz Besiczer desjenigen Dchs des an Preußen überwiesenen Diftrikts 
von Fulda' wären, der nach Abzug der gedachten sieben und zwanzigtaufsend Einwohner noch uͤbrig geblie- 
ben seyn wöürde. Diejenigen Aemter, Gerichtr und Ortschaften, die nach Artikel 2. von Kurhessen an Wei- 
mar übergehen, werden frei von Landesschulden übergeben. Kommunal-Schulden und Kommmnal -Lasten 
haften nach wie vor auf den Kommunen. Die Lobaldienerschaft geht in dem Zustande wie sie sich vorfin- 
det, über;- eben so auch Kirchen, Schulen und andere dffentliche gemeinnützige Anstalten. Centraldiem##= 
schaft ist nirgend in der Abtretung an Weimar nach Artikel 2. begriffen, und wird überhaupt in Rücksicht 
aller dffentlichen Verhältnisse und alles übergehenden Landesherrlichen Eigenthums keine Nachrechnung mit 
demselben aus gedachter Abtretung, statt finden. 
..., ..»· -Sechsf·t«·c"r«A··r-t.i·kel. 
Die rllterschaftlichen Gerichte Lengsfeld, Mannsbach, Buchrnau und Werda' nebst dem Dorfe Weni- 
gentaft sind nur in Folge der Kriegsunruhen wiedcrum aus Kurhessischem Besitze gekommen. Ihre Rück- 
ehr unter denselben soll daher als eine bloße Restitution angesehen, und mithin das Einkommen daraus 
nicht als ein Ersatz für Abtretungen, welche Kurhessen nach Artikel 2. macht,- angerechnet werden. 
· ·» ·« Stehe-nter-A-rti.-kel.-s , « 
Die zunächst von Preußen an Kurhessen und Hse Rothenburg übeewiesene Entschädigung, für die 
an dasseldr nach Artikel’ 2, und 3. zu machenden Cessionen, beskeht demnach aus vemjenigen Theile-des nach 
Artikel r. an Kurhessen abgctretenen Distrikts des Departements Fuldaz welcher nach Abzug des Ersatzes 
für die Cession an Weimar nach Artikel. 5. übrig bleibt. 
1 **1 Achter Artikel. 1 
Bei der Artikel 4. votbehalkenen Liguidation werden in Einnahme #von heiden Seitem gestellt, die 
Landesherrlichen, und-Domanial = Einkünfte aus Abgaben in Geld und Naturalien und dem Ertrag der 
herrschaftlichen Lndereien, Schäfereien, Forsien, Jagden, Fischereiene Bergwerke, Möhlen- und anderen 
nutzbaren Eigenthums nach Abzug der brtlichen ebungs= und Verwaltungskosten, nach einem Durchschnitt 
aus den achtzehn Jahren von 1783° bihr 1805 einschließlich Einkünfte bffentlicher Unterrichts -Anstalten, 
frommer und milder Stiftungen, unter wessen Hoheit sie auch liegen mdgen, werden als Privat -Eigen-- 
thum betrachtet und kommen: mikhin niche zu der unter Artikel 4. angrordneten L#quidatiom. 
· »» Neunter Arbkikel.- * 
Die Kestemn der Cchktrasdienerschaft,, der Justiz, der Polizei, des Cultus und der Unterrichts -Anstal- 
fen)- werden nach dem Justande vom I1. August dieses Jahres in Ausgabe gebracht,, und ist dagegen auch, 
jeder Theil verpflichtet, dieselben in diesen Zustande zu übernehmen. 
Zehnter Artikel. 
Der Antheil an dem Einkommen aus dem. W## fwelcher von dem Besttze des Aheinufers in der 
niedern Grafschaft Katzenellnbogen abhängk, soll nach dem dutch die Wiener Congreß= Acte feftgesetzten. 
Grundsätzen berechnet- und vergötet werden 
.. .. Eilfter Artiker 6 . 
DieinFokeder-«Artikel-2.,v"ndIs.deågegemvärtigcnVertrageö"miscr"Vrcincr"utid«.kanthrth 
Straße, zum Nachtbell der Kurhessischen Post= Einkünfte, emstehenden Veränderungen sollen, bei — Mr#kel# 
4. vorbehaltenen Liquidation in Betrachtung kommen, wenn es nicht moͤglich befunden werden sollte, die bis 
zum Jahre 1806 auf diesen Kursen bestandenen Postverhöltnisse unter Preußischer Vermittelung wieder gentee. 
Iwdl'f-
        <pb n="270" />
        — 62 — 
Zwölfter Artikel. 
Das aus Lehusberhältnigen herrergehende Inkerce mit Ausnuhme bestandiger jährlicher Gefalle, sol 
ei der nach Actikel 4., anzulegenden Liquidation auf fkeiner Scite in Ancechnung kommen. Kein Theil wird 
künftig in denBesitzungen des anderen, so wie sie nach Vollzichung des gegenwärtigen Vertrags bestehen 
werden, solche Lrhnsrechte- ausüben , welche aus den Abtretungen nach Artikel 1. 2. 3. herrüyren. 
Dreizehniter Artikel. 
Beden Theilen steht frei, so viel von den Schmden, die ekwa auf den gegenseilig nach Artikc . 2. 
3. abzutretenden Besitungen haften mögten, als sie wolken, auf cine andere Hypothek zu übertragen, oder 
H#t Canderweitig zu decken. Was der andere davon mit dem abgetrekrnen Lande üÜbernimmt, wird ohne 
Räücksicht auf den Zinefuß, zu dem es angeliehen ist, deessalt vergütek, d fuͤr hundert Thaler Schuld 
zu Abtragung der Zinsen und Tilgung des Capitals Cichen und ein halb Thaler Einkünfte gewaͤhrt 
werden. 
Vierzehnter Artikel. 
Steiktige toder illiquide Forderungen, die etwa nach Artikel r3. mit den abgetrekenen Ländern über- 
nommen werden sollen., sucht die Tiquidations * Commission in Anstrikkige und liqulde zu verwandeln. Ist 
ries in dem zu ihren Arbciten bestinnnten Zeikraum nicht mbssch. A% wird man sich gütlich über ein Pausch- 
Quantum vercinigen, wofür sie angenommen und nach Artikel 3, behandelt, werden. « - 
»· fF·dnfzö«hn·tXr--Aktikeh 
quideZinngückständuvcrdenzumKapital«geschkqch,UND-machYkkzkkqubchMdeE 
gSechYszihxnterArtiLeL 
LeibrcbtenktmdPensionenwexdensdprgestaltsvcrgütet«,daßfürEinbunberthbalasgkknkk Flinfzig Tha- 
er Einkünfte gewährt werden. Die Artikel 13. vorbehaltene Wahl in Rücksicht der Schulden ist auch auf 
Keibrenten und Penfionen anwendbar. 
ESiebenzehnter Artikel. 
Wirkliche Kommunal= Schulden und Kommunal-Lasten sind kein Ecgenstend der Artikel 4, angeotd- 
deten Liguidation, sondern bleiben nach wie vor auf den Kommunen ohne Mitverpflichtung des Landeöherrn 
haften. Sollten jedoch seit dem Jahre 1806 erweislich offenbare Landes= Schulden oder Landes -Lasten, einr 
zelnen Kommunen aufgebürdet, oder dergleichen, auf die einzelnen Kommunen der ganzen Provinz vorkheilt 
und dadurch anscheinend in Kommunal-Schulden und Lasten verwandelt worden seyn, so sollen die betrof- 
nen Kommunen, sobald dies von der Liquidations = Commission anerkannt ist, derselben entledigt, und die- 
e 
"6 Schulden und Lasten nach Artikel 13. 14. 15. dö. Wehandelt, werden. 
Achtzehaker Artikel. 
Se. Majestät der König von Preußen verpflichten Sich, in Einverständniß mit Ihren hohen Verbündeten, 
sofort die wirksamsten Maaßregeln zu ersreifen und bis zu vollständiger Erreichung des Zwecks unausgesetzt 
fortzusetzen, um die Wiedexeinsetzung Sr. Königl. Hoheit des Kurfürsten von Hessen in den Besitz der vier Hanaui- 
schen Acmter Babenhausen, Dorheim, Rodheim, Ortenberg und der Gemeinschaften in dem Zustande derfelben 
vor der feindlichen Besetzung im Jahre 1806 baldmglichst zu erlangen. Zur Erleichterung der Verhand= 
lungen ist man übereingekommen, daß Seine Königliche Hoheit für das Amt Babenhausen und äußersten 
Lalls auch für die Aemeer On#enberg und Rodheim nebst den Gemeinschaften einen vollständigen Ersatz an- 
neh-
        <pb n="271" />
        — 03 — 
nehmen wollen. Dieser Ersatz kenn jiekoch nur in Land und Leuten mit voller Kandeshoheit und Cbeeher-- 
lichkeit bestehen,, und kann nicht anders als in völlig freier Uebereinkunft mit Ihnen bestimmt werden. 
Neunzehnter Artikel. 
Seine Durchlaucht der Landgraf zu. Hessen.= Reothenburg enwfangen immerhalb der Kürhrssischein 
Staaken, so wie sie nach Vollzichung des gegenwärtigen Tractats beschaffen sepn werden, blos Vergütung- 
für dasjenige ODomanial= und grundherrliche Cinkommen, welches Ihnen durch die darnach stipulirten Ab- 
tretungen entgchet. Dieses Emkommen wird- von der Artikel &amp; angeorducten. Commission nach den. Ars-- 
tikel r. bis 17. einschließlich angenommenen. Grundsätzen liquddirt. 
IZwanzigster Artikel. 
Die Entschädigung dafür kann nur durch Anweisung und Ucbergabe von dem gleichen Betrage eines 
Einkommens aus Domainen und geundherrlichen. Nutzungen erfolgen, welches ebenfalls von derselben A- 
auidatione i Commission und nach denselben Grundsaͤtzen, wie Artikel- 19: angenommen worden, alkge- 
mttelt wird. 
Einundzweanzigster Artikel. 
Die Besltzungen, aus deren Einkomm die Artikel r9. a0. bestinumte Entschädigung ersolgk, sollem 
in gemeinschaftlicher freier Uebereinkunft zwischen Seiner Königl. t- Kurfursten und. Seiner Durch-- 
laucht dem Landgrafen aussewt und der Liquidations--Commission zu Anlegung der Berechnung darüder 
engezeigt werden. Seine Mgajestät der König, von Preußen werden bei dieser Auswahl nur insofern eine 
Vermittelung übernehmen, als *n*s von einem Theile oder beiden gewünscht werden sollte. M38 Grund- 
lage der Auswahl stehet fest, daß beide Theile dabei die möglichste Vereinfachung und Crleichtrrung ber 
Uebersicht und Verwaltung ihres Domanial= unt grundherrlichen Einkommens und in Folge dessen eine den 
Wirtschaftszwecken angemessene Territoriak = Abrundung beabsccheigen.“ 
JIwelundzwarzigster' Artikel.] 
Seine Durchlaucht der Lündgraf werd. u die Ihnen hiernach zu überweisenden Domainen und grund- 
berrlichen Rechte mit eben den Befugnissen und Versslichtungen vr lcen, welche Ihnen Hausverkragsmäßig. 
im Rücksicht der Rothenburger Quark zustehen und obliegen; ohne NRücksicht auf andere oder bessere Berr#h 
tigungen, unter welchen Sie die dagegen abzutretnden Besitzungen bisher inne gehadt haden mochten. 
Dreiundzewanzigster Artikel. 
Die Uekergabe sämmtlicher gegenseitiger Abtretungen nach Artikel 1. 2. 3. rfolgt vier Wochen nach 
Unterzeichnung des gegenwärtigen Tractats oder eher wenn es seyn kann. 47—2 
Seine Kbnigliche Hoheit der Kurfürst verpflichten Sich zu solchen vorläusigen Anordnungen, daß hier- 
durch kein Ausfall, an Einkünften. für Seine Durchlaucht den Landgrafen von Heffen-Rothenburg entsteht= 
Wierundzwan zig-ster- Artikel. 
Alle. Staatsdiener und horrschoftliche Offizianten, welche sich zur Jeit der Uebergabe auf ihreut 
Posten befinden, verbleiben bei voransgesetzter Diensttreue auf denfelben, und um Genuß ihres rechtmäßigene 
Dienfteinkommens, werden auch künftighm dem Rleich qualificirten Dienern des Staats- an den sie 1 
hen, gleich und uberhaupt in keinem Falle nachtheiliger als nach dem -Reichsdeputattons-Schlusse vom 2östen 
Februar 1803 behandelt. 4 
— Fün fund zwanzigster Artikel. 
Die Verträge welche die abtretende Rtzierung vor dem erstem: Angu dieses Tahrs mit Privatpersonen, 
Kmmunen), Corporationen# und Instituten über solche Leistungenv oder- Nutzungen geschlossen oder überno 
m .
        <pb n="272" />
        men hat, woelche die abzukrekenden Dikkriste und Ortschaften betreffen, gehen mit.denselben in gleicher ver- 
bindlicher Kraft auf die neue Herrschaft über. « . 
Sechenndzwanzigster Artikel. 
Die zur Zeit- der Uebergabe vorhandenen Abgaben= und Einkommen-Nückstände aller Art gehen 
ohne gegenseitige Liquidation auf den neucn Besitzer über. « — 
Siebenundzwanzigster Artikel. 
Militairpersoncu, welche nicht den Rang von Obcrofsizieren haben, folgen ihrem Gebmsorke und 
werden von allen Interessenten gegenseitig, jedoch erst nach Beendigung des jetzigen Feldzugs, an die künf- 
tigen Landesherreu desselben abgeliefert. Militairs, welche Oberoffzzicrs-Rang habey, köunen nicht auf den 
Grund dieser Bestimmung wider ihren Willen reclamirt werden. " 
Achtundzwanzigster Artikel. 
Die Militairstraßen-von Hciligenstadt über Witzenhausen und Cassel auf Warburg und von Eisenach 
über Bercka und Hersfeld auf Alsfeld und Grünberg, bleiben auch in Friedenszeiten für Prcußen offen; 
vogegen behölt Kurhessen eine Militair-Straße durch das Preußische Gebiet von Carlshafen nach 
mieln. "5 
« Die Bestimmungen wegen der Etappen= Ptze Jz-Verpflegung und Disciplin sind vollkommen gegenfei- 
tig, und sollen durch çine besondere Uebereinkunft näher festgesetzt werden. Man wird dabei die-Grund- 
sätze vorzhglich derücksichtigen, welehe zwischen Preußen#und Hannover wegen der durch die Congreß-Acte 
bestimmten Militairstraßen zur Richtschnur. dienen. " 
Neunundzwanzigster Artik el. 
Seine Majestät der König von Preußen verpflichten Sich, Seiner Kdniglichen Hoheilt den Großher- 
zos zu Sachsen-Weimar durch . besondere Uebereinkunft für denjenigen. Thel, der Ihnen durch die Wiener 
Congreß-Acte übcrwiesenen Bevölkerung von Sieben und zwanzig tausend Einwohnern anderweltig nach be- 
sonderer Uebereinkunft schadlos zu halten, welcher Ihnen ctwa durch die Dispoßtogen Artikel 1L. 2. und 5. 
einschließlich nicht übereignet oder vergütet werden mochte. Seine Majestät der König leisten Seiner Ko- 
niglichen Hoheit dem Kurfursten Gewähr gegen jede Anforderung, welche wider Verhoffen deshalb an Sie 
als Besitzer des größten Theils des vormaligen Departements Fulda gemacht werden sollte. 
Dreißigster Artike l. 
Dieser Vertrag soll ratificirt und die Ratificationen binnen vier Wochen oder eher, wenn es seyn 
kann, ausgewechselt werden. 
JZJu ürkunde dessen haben die beiderseitigen Bevollmäthtigten denselben unterzeichnet und mit dem 
Siegel ihrer Wappen verschen. · « , « - 
So geschehen Cassel, den sechszehnten Oktober des Jahrs Eintausend Achthundert und Fünfzebn. 
(gezeichnet) 
(IS.) Comad Siegmund Carl von Hänleis- 
(I. 8.) Georg Ferdinand von Lepel. 
  
(No. 12.1
        <pb n="273" />
        — 65 — 
CNo. 12.) Tractat zwischen Seiner Masentat dem Kknige von Preußen und Seiner Durchlaucht dem Landgrafen von 
Hessen- Rothenburg: de dato Cassel den 16. October 1815. 
Im Namen der hochheiligen und untheilbaren Dreieinigkeit. 
N. # Seine Majestät der Kdnig von Preußen und Seine Kdnigliche Hohcit der Kurfürst von Hessen, 
um die in Folge der Verhandlungen des Wiener Congresses ndihig befundenen Ausgleichungen im nrdli- 
chen Deutschlande durch eine freundschaftliche Uchereinkunft über angemessene Territorial -Veränderungen 
zu erleichtern, durch Bevollmächtigte in besondere Tractaten getreten sind, und über deren endliches Re- 
sultat unter dem heutigen Dato einen förmlichen Terrttorial= Auskausch Nertrag, in 30 Artikeln abgeschles- 
sen haben, und nicht allein der Beitritt zu diesem Tractat von Seiten Seiner Durchlaucht des Landgrafen 
von Hessen -Rothenburg nach den mit dem Kurhause Hessen bestehenden Hausverträgen für nothwendi 
sondern eine cigene und besondere Uebereinkunft zwischen Seiner Majestät dem Kbnige von Prcußen un 
Seiner Durchlaucht dem Herrn Landgrafen von Hessen -Rothenburg, been der von Hochdenselben abzu- 
tretenden eigenthümlichen Rechte, Besitzungen und Nutzungen, und des dafür zu leistenden Ersatzes für er- 
forderlich gehalten worden ist; so haben Seine Majestät der Kdnig von Preußen und Seine Durchlaucht 
der Landgraf von Hessen = Rothenburg Bevollmächtigte ernannt, um alles was hicrauf Bezug hat, zu 
verabreden, abzuschließen und zu unterzeichnen, nämlich: Seine Majestät der König von Preußen, ' 
den Herrn Präsidenten Conrad Siegmund Carl von Anlein, Ihren außerordentlichen Gesandten 
und bevollmächtigten Minister an den Hessischen und Nassauischen Höfen, Ritter des Konigl. Preußischen 
beten Wier-Ordens und des eisernen Krcutzes, wie auch Ritter des Kurfürsilich = Hessischen Ordens vom 
goldenen Lowen; . " 
’7 ku Seine Durchlaucht der Landgraf von Hessen -Rothenburg den Herrn Geheimen Rath Carl Wil- 
elm el; 
Welche, nachdem sie gegenseitig ihre Vollmachten in guter und gehdriger Form befunden und gegen 
einander ausgewechselt haben, über nachstehende Artikel übereingekommen sind. 
Erster Artikel. 
Seine Durchlaucht der Landgraf zu Hessen -Rheinfels-Rothenburg treten dem, zwischen Seiner Ma- 
jestät dem Könige von Preußen und Seiner Kdnigl. Hoheit dem Kurfürsten von Hessen unterm heutigen 
Dato geschlossenen, hier DDscht tlich beigehefteten Vertrage 5) bei, genehmigen insbesondero, was in dem- 
selben Ihr Interesse und Ihre Rechte betrifft, und verpflichten Sich zugleich, diejenigen Rechte, Besitzun- 
gen und Nutzungen, welche Ihnen an der Niedergrafschaft Katzenellnbogen, der Herrschaft Plesse nebst 
dem Kloster Hockelheim und dem Amte Neuengleichen zustehen, in Folge der, Artikel 2. des gedachten Ver- 
trags, enthaltenen Stipulationen an des Kdnigs von Preußen Majestät abzutreten. 
Sie behalten Sich jedoch ausdrücklich vor, daß aus diesem Vertrage nicmals keend eine Schmäle- 
rung Ihrer Hausvertragsmäßigen Rechte hergeleitet, und insbesondere dieselben in Rücksicht der Rothen- 
burger Quart, und der mit gleicher Berechtigung an Sie übergehenden Entschädigung vollständig aufrecht 
erhalten werden sollen. 
Zweiter Artikel. 
Seine Durchlaucht der Landgraf von Hessen-Rothenburg wollen ferner dem bisher geführten Titecl. 
von Rheinfels, da dicse Besitzung jetzt durch die Wiener Congreß-Acte in Königl. Freußischen Besitz über- 
gegangen ist, und nunmehr in den Staaten Seiner Majestät des Kdnigs von Prcußen lieget, hiermit aus- 
druͤcklich und fcierlich entsagen. 
  
Dritter Artikel. 
Seine Majestät der Kdnig von Preußen, welche überhaupt Seine Durchlaucht im ungekränk- 
ten Besitz Ihrer Hausvertragmäßigen Rechte und Einkünfte erhalten zu sehen wünschen, leisten dagegen 
insbesondere Gewähr, für die durch erwöhnten Vertrag Seiner Durchlaucht bestimmten Entschädigungen, und 
wol- 
—.——.——.——. 
6o) Dieser Vertrag beßandet sich bereits unter No. 11. Pag. 89. M. s. w. abgedruckt.
        <pb n="274" />
        66 
wollen noch außerdem zu Vervollstaͤndigung des Ersatzes und zu Bezeigung Ihrer Theilnahme an dem In- 
teresse Seiner Durchlaucht, dieselben, binnen Jahresfrist in den Besitz einer Herrschaft von zwanzig tausend 
Thalern reinen Einkommens, nach wirthschaftlichen Anschlaͤgen, setzen. Diese Herrschaft soll in Seiner 
Majestät Staaten liegen, und unter Ihrer Landeshoheit von Seiner Durchlaucht als freices Allodium erb- 
und eigenthümlich mit allen den Ehrenrechten besessen werden, welche den begünstigsten Grundbesitzern der 
Provinz worin sie gelegen ist, zustehen, oder überdies noch, innerhalb der Landesverfassungsmäßigen Gren- 
zen von Seiner Majestät derselben beigelegt werden mochten. Seine Durchlaucht werden darüber sowehl un- 
ter Lebendigen als von Todeswegen, als #ber ein persdnliches Eigenthum, nach den Landesgesetzen verfügen 
können. Sie wird frei von ingrossirten Schulden und in wirthschaftlicher Verfassung übergeben. 
Vierter Artikel. 
Serine Majestät der König von Prenßen Verspeechen überdies, Seine Durchlaucht den Landgrafen bei 
denjenigen Verhandlungen zu unterstützen, welche Sie auf dem Bundestage im verfassungsmäßigen Wege 
anwenden mochten, um von dem Deutschen Bunde eine ähnliche Gewähr für die Fortdauer Ihrer Hausver- 
tragsmäßigen Scellung zu erhalten, als diejenige war, welche die Deutsche Reichsverfassung für diesclbe ent- 
hielt. Auch wellen Seine Majestät der Kbnig Sich für die Erfällung der subsidiarischen Verbindlichkeiten 
vereiheuschifahrtsoktro, in Rücksicht der darauf angewiesenen rücksiändigen Renten Seiner Durchlaucht, kräf- 
gst verwenden. 
Fünfter Artikel. 
Dieser Vertrag soll ratificirk, und die Ratificationen binnen vier Wochen oder eher, wenn es senn kann, 
4usgewechselt werden. 
· zu Urkunde dessen, haben die beiderseitigen Bevollmächtigten denselben unterzeichnet und mit dem 
Siegel ihrer Wappen versehen. 
Se geschehen Cassel, den sechszehnten Oktober des Jahres Eintausend Achthunderk und Fünfzehn. 
(I. S.) Conrad Siegmund Carl von Hänlein. (L. S.) Carl Wilhelm Gössel. 
  
(No- 23.) Uebersetzung der von Seiner Majesit dem 
Kbnige von Preußen, Seiner Majestät dem Könige 
des vereinigten Königreichs von Großbritannien und 
JFrland, Seiner Majestät dem Kaiser von Oesterreich, 
LKiug von Ungarn und Böhmen, und Seiner Mie- 
dt dem Kaiser von Rußland in Betreff der sieben 
onischen Inseln, zu Paris den 5. November 1815 
abgeschlossenen Convention. 
[lNo. 13.) Traité conclu 4 Paris le 5. Novembre. 
1 entre Leurs Majestées le Roi de Prusse, le 
Roi des Royaumes réunis de la Grande - Bre- 
tagne et de T’Irlande, TEmpereur d’Autriche, Roi 
de Hongrie et de Bohème, ei I’Empereur de tou- 
tes les Russies, relativement aux Sept lles lo- 
niennes. 
Ku nom de la trs soinre Im NRamen der hochheiligen 
et indiviable Trinité. 
8. Majesté le Koi de Prusse, Sa Majesté le 
Roi du Royanme uni de la Grande Bretagne 
et d'Irlande, Sa Majesté IEmpereur d’Autri- 
che, Roi de Hongrie et de Bohéme er Sa Ma- 
jeste IEmpereur de toutes les Russies, animes 
du deéesir de donner suite aux négociaztions 
journées lors du Congres de Vienne, afin de 
er le sort des sept Isles Ioniennes, ei d'’as- 
urer Tindéependance, la libertée er le honheur 
und untheilbaren Dreieinigkeit- 
S.. Majestät der König von Preußen, Seine 
Majestät der König des vereinigten Konigreichs von 
Großbritannien und Irland, Seine Majestät der Kai- 
ser von Oesterreich, Kdnig von Ungarn und Böhmen, 
und Seine Majestät der Kaiser Aller Reußen wün- 
schen, von gleichem Verlangen beseelt, und in Ver- 
socg der zur Zeit des Wiener Congresses vertagten 
Unterhandlungen, das Schicksal der sieben Jenischen 
Inseln zu bestimmen, und die Unabhaͤngigkeit die 
reiz
        <pb n="275" />
        Mes habitans de ces Isles, en les plagan, eur 
et leur constitution sous la protection immé- 
diate d’'une des grandes Puissances de I’Euro- 
pPe, sont convenus de régler definitivement 
tout ce qui a rapport d cet objet par un acte 
special, lequel étant fondé sur les droits ré- 
sultant du Trait!é de Paris du trente Mai mil- 
huit- cent- quatorze, ainsi due sur les décla- 
rations Britanniques, à l’époque ou les armes 
de I’Angleterre ont delivré Cerigo, Zante, Ce- 
phalonie, Ste. Maure, Ithaque et Paro, sera 
eenvisage comme faisant partie du Traiteée géné- 
ral signe à Vienne le neuf Juin mil-huit-cent- 
duinze à la suite du Congres; Et pour arreter 
et signer le dit Acte, les Hautes Parties con- 
tractantes ont nomme Plénipotentiaires, saveir: 
— 
Sa Majeste Ie Roi de Prusse; le Prince 
de Hardenberg, Son Chancelier d’Etat, Che- 
valier des Grands Ordres de l’aigle noire, de 
’aigle rouge, de celui de St. Jean de Jérusa- 
lem et de la croix de fer de Prusse; de ceux 
de St. André, de St. Alexandre-Newsk) et 
de Ste. Anne de la premiére classe de Russie; 
Grand-Croix de Tordre royal de St. Etienne 
de Hongrie, Grand- Cordon de la Légion. 
d’honneur; Grand-Croix de loeordre de St. 
Charles d’Espagne, de T’ordre supreme de 1·An- 
nonciade de Sardaigne et de celui de St. Hu- 
bert de Bavieère; Chevalier de Tordre des Sé- 
raphins de Suède; de celui de I’Eléphant de 
Danemarc; de laigle dor de Wurtemberg et 
de plusieurs autres; — et le Sieur Charles 
CGuillaume Baron de Humboldt, Ministre d'’Etat 
de Sa dite Majeste, Son Chambellan, Envoyeé 
ex#fraordinaire et Ministre plénipotentiaire pres 
Sa Majeste Impériale et Royale Apostolique; 
Chevalier du GCrand Ordre de l’aigle rouge eir 
de celui de la croix de fer de Prusse; Grand, 
Croix de Pordre de Léopold d’Amriche, de 
J’ordre de Ste. Anne de Russie et de celui de 
Dannebrog de Danemarc;t Chevalier Grand- 
Croix de ordre de la Couronne de Bavicre 
et de celui de la fidélité de Bade; 
Et Sa AMlajeste le Koi du Royaume uni de 
la Grande- Bretagne et d’Irlande, le tres ho. 
norable Robert Stewart, Vicomte Castlereagh, 
Chevalier de I’ordre tres noble de la Jarretiére, 
Conseiller de Sa dite Majeste en Son Conseil 
Privé, Membre du Parlement, Colonel du BRe- 
giment de Milice de Londonderry, et Son 
Principal Secretaire d'Etat ayant le Departe- 
67 
—4tttn 
Freiheit und das Glück der Einwehner dieser Iuseln 
dadurch zu sichern, daß sie und ihre Verfassung unter 
den unmttelbaren Schutz einer der großen Machte 
von Europa gestellt werden. Allerhdchstdieselben 
sind daher übereingekommen, alles was sich auf die- 
sen Gegenstand beziehet, durch eine besondre Conven- 
tion definitiv zu reguliren, und diese auf die aus dem 
Pariser Tractat vom dreißigsten Mai Ein Tausend 
achthundert und vierzehn erwachsenen Rechte, so wie 
auf die Brittischen Erklärungen zu gründen, welche 
zur Zeit wo vdie Englischen Waffen Cerigo, Jante, 
Cephalonien, St. Maure, Ithaka und Paxo befreit 
haben, erlassen wurden. Gegenwärtige Convention 
get als ein Theil des zu Wien am neunten Junii Ein 
ausend achthundert und fünfzehn, beim Abschluß des 
Congresses, unterzeichneten allgemeinen Tractats be- 
trachtet werden; und es haben zu deren Verhandlung 
und Vollziehung die hohen contrahirenden Theile zu Be- 
vollmächtigten ernannt, nämlich: 
Seine Majestät der Kdnig von Preußen, Ihren 
Staats-Canzler den Fürsten von Hardenberg, Ritter 
des großen Preußischen schwarzen und rothen Adleror= 
dens, des Preußischen St. Johanniter= und eisernen 
Kreuzesordens, Ritter der Kaiserlich -Russischen St. 
Andrcas-, St. Alexander Newsky= und St. Annen- 
ordens erster Klasse, Großkreuz des Kdniglich Ungari- 
schen St. Stephanordens, Großkreuz der Ehrenlegion, 
Großkreuz des Spanischen St. Carlsordens, Ritter des 
Sardinischen hohen Annunciaden-, des Baierschen St. 
Hubert-, des Schwedischen Seraphinen-, des Däni- 
schen Elephanten-, des Wartembergischen goldnen 
Adler= und mehrerer andrer Orden, Ihren asten Be- 
vollmächtigten am Wiener Congreß; und den Herrn Carl 
Wilhelm tuten von Humboldt, Staats-Minister 
Seiner besagten Majestät, Ihren Kammerherrn , aus- 
serordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Mini- 
ster bei Ihro Kaiserlich Kdnigl. Apostolischen Majestät, 
Ritter des großen rothen Adler-, des Preußischen eiser- 
nen Kreuzesordens, Großkreuz des Oestereichischen Leo- 
poldordens, der Russischen St.-Annen= und des Oe- 
mischen Dannenbrogordens, so wie auch Ritter Groß- 
kreuz des Ordens der Baierschen Krone und des Baden- 
schen Ordens der Treue. 
Und Seine Majestät der Kbnig des vereinigten 
Königreichs Großbrikannien und Irland, den hechge- 
ehrten Robert Stewart, Grafeu von Castlereagh, Rit- 
ter des hohen Ordens vom Hosenbande, Seiner besag- 
ten Majestät Rath im Geheimen Staatsrath, Mitglied 
des Parlaments, Obristen des Landmiliz-Regiments 
von Londonderrp und Ihren ersten Staatssekretair, 
Chef des Departements der auswärtigen Angelegenhei- 
1 23 ten,
        <pb n="276" />
        ment des allaires étrangéeres; — Et le tres il- 
kustre et trés - noble Seigneur, Arthur, Duc, 
Marquis et Comte de Wellington, Marquis de 
Douro, Vicomte Wellington de Talavera et 
de Wellington, et Baron Douro de Wellesley; 
Conseiller de Sa dite Majeste en Son Conseil 
privé, Feld-Maréchal de Ses armées, Cclo- 
nel du Régiment royal des Gardes 4 cheval, 
Chevalier du tres- noble ordre de la Jarretiere, 
Chevalier Gränd- Croix du trés - honorable or- 
dre du Bain; Prince de Waterloo, Duc de 
Cindad HRodrigo, et Grand d’Espagne de la 
Premieére classe, Duc de Vittoria, Marquis de 
Torres Vedras, Conde de Wimeira en Portu- 
gal, Chevalier de Tordre tres illustre de la 
Toison d'or, de Tordre militaire d’Espagne de 
St. Ferdinand, Chevalier Grand- Croix de Tor. 
dre Impérial militaire de Marie Thérese, Che- 
valier Grand- Croixt de Pordre Imperial de St. 
George de Russie, Chevalier Grand- Croix de 
Tordre de laigle noire de Prusse, Chevalier 
Grand-Croix de Tordre royal militaire de Por- 
tuzal de la Tour ei de 1Epée, Chevalier Grand- 
Croix de Tordre royal mili:aire de Suede de 
I’Epée, Chevalier Grand- Croix des ordres de 
1’Eléphant de Danemarc, de Guillaume des 
Pays - Bas, de I-Annonciade de la Sardaigne, 
de Maximilien Joseph de Baviere, et de plu- 
sieurs aures, Commandant en chef les armees 
Britanniques en France, et celles de Sa Maje- 
ste le Roi des Pays- Bas; Lesquels, aprés avoir 
Echange leurs pleins-pouvoirs, trouves en bon- 
ne et düe forme, sont convenus des articles 
suiwans: 
Artiche premser. 
Les 1sles de Corfon, Cephalonie, Zante, 
Ste. Maure, Ithaque, Cerigo et Paxo, avec 
leurs dépendances, telles qu'’elles sont désignées 
dans le Tral!é entre Sa Majeste 1’Empereur de 
toutes les Russies- 9et Ia Porte Ottomanne du 
vingt- un Mars Mil-huitt - cent, formeront 
un seul Etat libre et indépendant, sous la dé- 
nomination des Etats unis des Isles Iloniennes. 
Article second. 
Cet Etat sera placé sous la protection im- 
médiate et exclusive de Sa Majestée le HRoi du 
Royaume uni de la Grande- Bretagne et d'Lr# 
lande, et de ses héritiers et successeurs. En 
econséquence les autres Puissances contractan- 
tes renoncent à4 tout droit 0du pretention parti- 
eulière qu’Elles auroient pü former d cet égard, 
et garantissent formellemem wutes les disposi- 
d9#o du present Traité. 
68 
ten; und den Erlauchten und Hochedeln Herrn Arthur, 
Herzos, Marquis und Graf von Wellington, Marquis 
von Douro, Graf Wellington von Talavera und von 
Wellington, und Freiherr Douro v. Wellesley, Seiner 
besagten Majestät Rath im Geheimen Staats-Rath, 
Felpmarschall Ihrer Armeen, Obrift des Keniglichen 
arde-Regiments zu Pferde, Ritter des hohen Ordens 
vom Hosenbande, Ritter Großkreuz des Badordens, 
Fürsten von Waterloo, Herzog von Ciudad Redrigo 
und Grand von Spanien von der ersten Klasse, Herzog 
von Vittoria , Marquis von Torresvedras, Graf von 
Vimeira in Portuga üf Ritter des erlauchten Ordens vom 
goldenen Pließ, des Spanischen Militairordens vom 
heiligen Ferdinand, Großkreuz des Kaiserlichen Militair= 
ordens von Maria Theresia, Großkreuz des Russisch- 
Kaiserlichen St. Georg-, des Preuß. schwarzen Ad- 
lerordens, des Kbniglich-Portugiesischen Thurm= und 
Schwerdtordens, Großkreuz des Koniglich-Schwedi- 
schen Militairschwerdtordens, des Dänischen Elephan- 
ten-, des Niederländischen Wilhelm-, des Sardinischen 
hohen Annunciaden-, des Baierschen Maximilian Jo- 
seph= und mehrerer andrer Orden, obexsien Befehlsha- 
ber der Brittischen Armeen in Frankreich, und der Ar- 
meen Seiner Majestät des Königs der Niederlande; 
Welche, nachdem sie ihre in guter und gehbriger 
orm befundenen Vollmachten ausgewechselt haben, 
über folgende Artikel übereingekommen sind. 
Erster Artikel. 1 
Die Inseln Corfu, Cephalonien, Jante, St. 
Maure, Ithaka, Cerigo und Paxo, nebdst ihrem Zube- 
hir, so wie sie in dem zwischen Seiner Majestät dem 
Kaiser aller Reußen und der Ottomannischen Pforte am 
ein und zwanzigsten März Ein Tausend achthundert 
abgeschlossenen Tractat bezeichnet sind, sollen unter 
der Benennung der vereinigten Staaten der Jonischen 
Inseln einen einzigen freien und unabhängigen Staat 
bilden. 
Zweiter Artikel. 
Dieser Staat soll unter den unmittelbaren und 
ausschlie Flichen Schutz Seiner Majestät des Konigs des 
vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland, 
und Ihrer Erben und Nachfolger gestellt werden. Dem 
zu Folge entsagen die übrigen contrahirenden Mächte 
jedem besondern Rechte oder Anspruche welchen Sie in 
dieser Rücksicht bätten machen kdnnen, und leisten für 
alle Bestimmungen des gegenwärtigen Tractars formli- 
che Gewähr. 
Drit-
        <pb n="277" />
        Article rrofsicme. 
Les Etats- unis des Isles Ioniennes régle- 
ront avec I’approbation de la Puissance protec- 
wice leur organisation intérieure; et pour don- 
ner dà toutes les parties de cette organisation, 
la consistance et T’action necessaire, Sa Majes= 
té Britannique vouera une sollicitude particu- 
Lic#re à la léGgislation et &amp; I’administration géné- 
rale de ces Etais. En conséquence Sa Majes- 
r½é nommera pour y7 resider un Lord Commis- 
raire supérisur qdui sera investu de toute DL’auto- 
riteé néecessaire 4 cct esset. 
Article quatrième. 
Afin de mettre en exécution sans délai les 
atipulations consignées dans les articles précé- 
dens, e fonder la réorganisation politique des. 
Etats - unis Joniens sur cette organisation qui 
est actuellement en vigueur, le Lord Commis- 
saire superieur de la Puissance protectrice ré- 
glera les formes de convocation d’'une assem- 
blée législative, dont 1l dirigera les opérations, 
Teffet de rédiger pour cet Etat une nouvel- 
le Charte constitutionelle que Sa Majestée Bri- 
tannique sera priéce de ratifter. Jusqu'au mo- 
ment ou une pareille Charte constitutionnelle 
%"s.ra rédigée et dument ratifée, les Constitu- 
üons existantes resteront en vigueur dans les 
diflerentes Isles, et aucun changement ne pour- 
ra y étre fait due par Sa Majesté Britannique 
dans Son Conseil. 
Arricke cinquieme. 
Pour assurer sans restriction aux habitans 
des Etats- unis des Isles Joniennes, les avan- 
uages résultans de la haute protection sous la- 
duelle ils sont plac&amp;és, ainsi due pour I’exerci- 
ce des droits inhérens à Cette protection, Sa 
Majesté Britannique aura celui d'occuper les 
forteresses et places de ces Etats, et d'y tenir 
garnison. » 
La force militaire des dits Etats- unis sera 
de meme sous les ordres du Commandam des 
troupes de Sa Taje Britannique. 
rticle zizieme. 
Sa Majestée Britannique consent Acce qu'’une 
convention particulièére avec le Gouvernement 
des dits Etats - unis régle, d’aprés les revenus 
de I’Etat, tous les objets relatifs au maintien 
des fortersses actuellement existantes, zinsi 
qu'à T’entretien et au payemem des Garnisons 
Britanniques, et au nombre d’hommes qui les 
eomposerom en tems de paix. 
La meme Convemion flxera en outre les 
rapports dqui devront avoir lieu entre ceite for. 
ce arméee et le Gouvernement Ionien. 
69 
Dritter Artikek. - 
Die vereinigten Staaten der Jonischen Insein wer- 
den mit Zustimmung der schützenden Macht die innere 
Einrichtung ihrer Verfassung anordnen, und um allen 
Theilen dieser inneren Einrichtung die erforderliche Fe- 
stigkeit und Thatkraft zu geben, werden Seine Groß- 
britannische Majestät der allgemeinen Gesehgebung und 
Verwaltung dieser Staaten eine besondre Sorgfalt wid- 
men. Zu dem Ende werden Se. Majesiät einen mit der 
eforderlichen Macht und Ausehen bekleideten Lord zunr 
Oberkommissarius ernennen, der dort beständig residirc. 
Vierter Artikel. " 
Zur ohngesäumten Ausführung der in den vorigen 
Artikeln enthaltenen Bestimmungen, und um die poli- 
tische Reorganisirung der Verfassung der vereinigten 
Jonischen Staaten auf die gegenwärtig dort bestehende 
Verfassung zu gründen, soll der Lord Oberkommissarius 
der schützenden Macht die Formlichkeiten der Zusam- 
menberufung einer gesetzgebenden Versammlung anord- 
nen, und ihre Arbeiten leiten, damit für diesen Staat 
eine neue Verfassungs-Urkunde entworfen, und Seiner 
Kdnigl. Großbritannischen Majestät zur Destiegurg 
vorgelegt werde. Bis zur Zeit, wo eine Helche Verse - 
sungs-Urkunde entworfen und geboͤrig bestaͤtigt seyn 
wird, sollen die bestehenden Verfassungen in den ver- 
schiedenen Inseln ihre Kraft behalten, und es soll darin- 
nen keine andre Abänderung als durch Seine Kdnigl. 
Großbritannische Majestät in Ihrem Staats-Rath- 
gemacht werden können. . 
Fünfter Artikel. » 
Um eines Theils den Einwohnern der vereinigten 
Staaten der Jonischen Inseln, die aus dem hohen 
Schutz, unter welchen sie gestellt sind, entspringenden 
Vortheile ohne Einschränkung zu sichern, und um an- 
dern Theils die Ausübung der mit diesem Schutze ver- 
bundenen Rechte zu behaupten, werden Se. Großbri- 
tannische Majestät ermächtiget, die Festungen und Matze 
dieser Staaten zu besetzen und darin Garmison zu halten. 
Die Militairmacht der besagten vereinigten Staa- 
ten soll ebenfalls unter die Befehle des kommandirenden 
Generals der Kdnigl. Großbritannischen Truppen ge- 
stellt werden. 
Sechster Artikel. * 
Se. Kbnigl. Großbritannische Majestät bewilligen, 
daß eine besondremit der Regierungder besagten vereinig- 
ten Staaten abzuschließende Convention, nach Maas- 
gabe der Staatseinkünfte, alle auf die Erhaltung der 
gegenwärtig bestehenden Festungen sowohl, als auf den 
Unterhalt und den Sold der Brittischen Besatzungen und 
die Zahl der Mannschaft, woraus sie in Friedenszeiten 
bestehen werden, sich beziehende Gegenstände regulire. 
Dieselbe Convention soll außerdem die Verhältnisse 
estsetzen, die zwischen dieser bewaffneten Macht und der 
Jonischen Regierung bestehen. · 
Sie-
        <pb n="278" />
        · » di·k««clå«åeythme. 
La pavlilon marchand des Etats- unis des 
Isles loniennes scra reconnu par toutes les 
parties contractantes comme pavillon d’un Etat 
Übre et indépendant. II portera avec les cou- 
leurs et au dessus des armoiries qu’il a dé. 
loyées avant Mil-huit-Cent -sept, celles due 
b. Majeste Britannique pourra juger à propos 
de lui accorder en signe de la protection sous 
laquelle les dits Etats unis Iloniens sont pla- 
cés; et pour donner plus de poids encore à 
cette protection, tous les ports des dits Etats 
som deéclarés être, quant aux droits honorifi- 
dues et militaires, sous la jurisdiction Bri- 
tannique. 
Le commerce entre les Etats- unis loniens 
ei les Etats de Sa Majeste le HRoi de Prusse, 
jouira des mémes avantages et facilités due ce- 
K de la Grande- Bretagne avec les dies Etats- 
unis. « 
Ilneset-aaccråditåauthats—unisdes 
Isles Ioniennes que des Agens commerciaux, 
ou Consuls chargés uniquement de la gestion 
des relations commerciales, et assujettis aux 
reglemens, auxqucls les agens commerciaux ou 
Consuls sont soumis dans d'’autres Etats indeé. 
Pendans. 
Artticle huitieème. 
Toutes les Puissances qui ont signé le 
Traité de Paris du trente Mai Mil- huit-cCcent- 
dquatorze, et ’acte du Congrés de Vienne du 
neuf Juin Mil-huit- cent- quinze, et en omre 
Sa Majeste le Roi des deux Siciles, et la Por- 
te Ottomanne serom invités à accéder à la pré- 
sente Convention. 
Arriche neuvieme. 
Le présent acte sera ratifé, et les Ratifi 
cations seront échangees dans deux mois, ou 
plutöt si faire se peut. # 
En foi de quoi les Plénipotentiaires res- 
pectiss l'ont signé, et y ont apposé le cachet 
de leurs armes. 
Fait à Paris le cing Novembre Mil- huit- 
cent- quinze. 
S.) Le Prince de Hardenberg. 
(L. S.) Le Baron de Humboldt. 
(L. S.) Castlereagh. 
(L. S.) Wellington. 
70 
Siebenter Artikel. 
Die Kauffahrteiflagge der vereinigten Staaten der 
Fonischen Inseln soll von allen contrahirenden Theilen 
als die Flagge eines freien, unabhängigen Staats an- 
erkannt werden. Sie sell mit den Farben, und über 
den Wappen welche sic vor dem Jahre Ein Tausend 
achthundert und sieben führte, zugleich die Wappen 
aufnehmen, welche Seine Koniglich = Großbritannische 
Majestät für gut finden wird, ihr zur Bezeichnung des 
Schutzes, unter welchen befagte vereinigte Jonische 
Staaten gestellt sind, zu bewilligen, und um diesem 
Schutze noch mehr Gewicht beizulegen, werden alle 
Hefen der besagten Staaten, rücksichtlich der Milikair- 
und Ehrenrechte unter Brittische Gerichtsbarkeit gestellt. 
Der Handel zwischen den vereiniaten Fonischen 
Staaten und den Staaten Seiner Majestät des Kdnigs. 
von Preußen, soll dieselben Begünstigungen und Vor- 
theile genießen als der Handel von Großbritannien mit. 
besagten vereinigten Staaten. 
Es sollen bei den vereinigten Staaten der Jenischen 
Inseln nur Commerzagenten oder Confuln angestellt, 
und diese nur allein mit Führung der Commerzialge= 
schäfte beauftragt werden. Es haben selbige daher 
auch die nemlichen Vorschriften zu befolgen, denen die 
Commerzagenten oder Lonsuhr andern unabhängi- 
gen Staaten unterworfen sind. 
Achter Artikel. 
Alle Mächte, welche den Pariser Tractat vom drei- 
Hiasten Mai Ein Tausend achthundert vierzehn, und die 
Wiener Congreßakte vom neunten Juni Ein Tausend 
achthundert fünfzehn unterzeichnet haben, und außer- 
dem auch Seine Majestät der Kdnig beider Sicilien 
und die Ottomannische Pforte, sollen eingeladen wer#r 
den, gegenwärtiger Convention beizutreten. 
Neunter Artikel. 
Gegenwärtige Convention soll ratificirt, und die 
Ratificationsurkunden sollen binnen zweimonatlicher 
Frist, oder früher, wenn es sepn kann, ausgewechselt. 
werden. 
Zu dessen Urkund haben die respektiven Bevollmäch= 
tigten selbige unterzeichnet, und mit ihrem Wappensie- 
gel versehen. 
Geschehen zu Paris, den fünften November, Ein 
Tausend achthundert und fünfzehn. 
(L. S.) Fust von Hardenberg. 
(L. S.) Baron von Humboldt. 
(L. S.) Castlereagh. 
(L. S.) Wellington. 
  
(No. 14.)
        <pb n="279" />
        — 71 — 
No. 14. ) Staatsvertrag zwischen Seiner Majeftaͤt dem Könige von Preußen und Seiner Durchlaucht dem Für- 
sten zu Schwarzburg Sondershausen, die einfachere und bestimmtere Anordnung der zwischen Ihnen bisher be- 
standenen Verhaͤltnisse betreffend. Geschlossen zu Berlin den 15. Juni 1816. 
S## Königl. Majestät von Preußen, welche in Folge des 15ten, 18ten und 118ten Artikels der am gten 
Junius 181,5. auf dem Congresse zu Wien abgeschlossenen Acte in alle diejenigen Rechte getreten sind, die 
bis dahin der Krone Sachsen gegen das Fürstliche Haus Schwarzburg und dessen Vesitzungen zugestanden, 
und Seine Durchlaucht der Fürst zu Schwarzburg-Sondershausen, Vetderseu geneigt, Ihre Verhöltnisse 
einfacher und bestimmter als bisher zu ordnen, haben zu diesem Zwecke Bevollmächtigte ernannt, nämlich: 
„ Seine Majestät der Kbnig von Preußen, den wirklichen Geheimen Legations-Rath, Sectionschef, 
Ritter mehrerer Orden, Herrn Johann Ludwig von Jordan, und den Geheimen Legations-= Rath und Rittter 
mehrerer Orden, Herrn Johann Gottfried Hoffmann; und Seine Durchlaucht der Fürst zu Schwarzburg= 
Sondershausen den Geheimen Rath, Kanzler und Consistorial = Präsidenten Ludwig Wilhelm Adolph von 
Weise und den Vice= Kammer-Präsidenten und Kammerjunker Carl Friedric) Wilhelm von Weise, welche, 
vas Auswechselung ihrer in guter Form befundenen Vollmachten, über nachstehende Artikel sich vereimigt 
haben. 
Erster Arkikel. 
Seine Durchlaucht der Fürst zu Schwarzburg= Sondershausen leisten für immer Verzicht zu Gunsten 
Seiner Majestät des Kdnigs von Preußen: 
1) Auf alle lehnsherrlichen Rechte und Einkünfte, welche Sie bisher allein oder in Gemeinschaft in Vem 
Unifang des Preußischen Staates, so wie er nach Abschluß des gegenwärtigen Tractats begrenzt seyn wird, 
besessen, erhoben, oder sonst behauptet haben, wie auch auf alle Anspröche, welche Ihnen etwa auf die 
Salzquellen zu Artern zustehen moöchten. Das Privateigenthum an Waldungen, Wiesen und andern Grund- 
stücken, welche Seine Durchlaucht der Fürst von Schwarzburg-Sondershausen an verschiedenen Orten der 
Preußischen Staaten besitzen, wird jedoch nicht hiermit abgetreten, sondern bleibt Für'tliches Eigenthum un- 
14 — Hoheit mit Befreiung von ordentlichen Grundsteuern, so weit dieselbe bis hierher Katt gefun- 
en hat. 424n i: I. „½„½ 
) Auf die Landeshoheit und alle von derselben abhängenden Rechte und Einkünfte in dem Amte Bo- 
dungen, den Gerichten Allersberg und Hainvdden und der Ortschaft Utlerode; die Kameralgüter und Forsten 
im Amte Bodungen, sind in desr Verzichtleistung nicht begriffen, und werden vielmehr nedst den davon ab- 
bängenden Domanialrechten und Nutzungen von Seiner Durchlaucht unter Preußischer Hoheit, und mit den 
Eigenschaften besessen werden, welche den am meisten privilegirten Allodial -Rittergütern in der Grafschaft 
Hobensten, Preußischen Anthells in der Regek zustehen, auch bleibt denselben die Befretung von ordentlichen 
rundsteuern in dem Maaße, in welchem sie bisher statt gefunden, ferner besonders vorbehalten. 
3) Auf die Ortschaft Bruchstädt mit allen Hoheits-, Eigenthums= und andern Rechten. 
) Auf alle Rechte und Einkünfte, die Ihnen in der Ortschaft Bothenheiligen und deren Zubehdr zu- 
ehen. 
Seine Majestät. der Konig von Preußen werden alle Rechte und Einkünfte, worauf hierdurch zu Ihren 
Gunsten verzichtet wird, für Sich und Ihre Nachfolger mit eben den Befugnissen und Verbindlichkeiten be- 
sitzen, womit sich dieselben zur Zeit im Besitze Seiner Durchlaucht des Fürsten zu Schwarzburg= Sonders- 
hausen besinden und es kann und soll namentlich hierdurch den Rechten des Hauses Stolberg nichts entze- 
gen werden. 
Zweiter Artikel. 
Seine Masestät der Kdnig von Preußen verzichten dagegen zu Gunsten Seiner Durchlaucht des Für- 
sten zu Schwarzburg -Sondershausen: 
1) Auf alle Landeshoheits-, Oberherrlichkeits= und Lehnsrechte und Einkünfte, welche Sie bisher über 
das Amt Ebeleben, jedoch mit Ausnahme der Ortschaft Bothenheiligen und deren Jubehdr, die sogenann- 
ten Receßherrschaften, die der Gemeinde Wiedermut gehdrige Holzung, Stockei genannt, und überhaupt in 
dem Umfange des Gebiets Seiner Durchlaucht, so wie es nach Abschluß dieses Tractats begrenzt sepn wird, 
uesessen, erhoben, oder sonst behauptet haben; die Receßgelder und die Jagd in der Stocke sind nament-- 
lich hierunter begriffen. · 
— 2 Auf
        <pb n="280" />
        — 72 — 
2)) Auf die Landeshoheits-, Lehns= und Eigenthumsrechte und Einkünfte, welche Sie in den Ortschaf- 
ten Groß= Furra und Bendeleben besitzen. « 
3) Auf das Eigenthum und die Einkünfte des in dem Schwarzburgischen Dorfe Alkersleben belegenen, 
zu der Erfurthschen Domainenverwaltung gehdrigen Guts, und der innerhalb der Sondershausischen Gren- 
ze gelegenen Besitzungen und Gefälle der vormaligen Probstei Gollingen, wie auch auf diejenigen Gefälle 
und Einkünfte, welche Ihr Collecturhof zu Norohausen, das eingezogene Domstift und der Frauenberg eben- 
daselbst in denjenigen Ortschaften erheben, welche nach Abschluß dieses Tractats unter der Landeshoheit Sei- 
ner Durchlaucht stehen werden. Auch soll die Steuerfreiheit der Fürstlichen Domaine zu Gerterode, so wie 
sie vor dem Tilsiter Frieden bestand, wieder hergestellt werden. 
Seine Durchlaucht der Fürst zu Schwarzburg = Sondershausen werden alle Rechte und Einkünfte, 
worauf hiermit zu Ihren Gunsten verzichtet wird, für Sich und Ihre Rachfolger mit eben den Befugnissen 
und Verbindlichkeiten besitzen, womit 6q dieselben zur Zeit im Besitze Seiner Majestät des Königs von Preu- 
ßen besinder ’ und es kann und soll namentlich auch hierdurch den Rechten des Hauses Stolberg nichts ent- 
zogen werden. 
Dritter Artikel. 
Die Uebergabe der gegenseitig Artikel 1. und 2. abgetretenen Besitzungen, Rechte und Einkünfte ge- 
schieht am r. Julius des gegenwärtigen Jahrs. Alle Vortheile und alle Lasten laufen von dicesem Tage an, 
und mit Einschluß desselben für Rechnun des neuen Inhabers. Alle früher fällige, aber bei den Einsassen 
noch rückständige Gefälle, Abgaben, Dienste und Lcistungen aller Art, verbleiben dem neuen Besitzer, wel- 
cher gehalten t , dagegen auch alle rückstündene laufende Ausgaben zu übernehmen, ohne daß über beides 
irgend eine Nachrechnung statt finden kdunte. Die auf die abgetretenen Besitzungen, Rechte und Einkünfte 
Bezug habenden Registraturen und Papiere aller Art, sollen in der mdglichst kürzesten Zeit, spätestens bis 
zum kI. October laufenden Jahres üÜbergeben werden. 
Vierter Artikel. 
Mit den abgetretenen Distrikten und Ortschaften gehen bles die Lokalschulden und Lasten über. Sie 
treten ganz außer Verbindung mit den Provinzen, Kreisen oder Aemtern, wovon sie gegen## ürtig getrennt 
werden, und es können von beiden Seiten keine Nachforderungen wegen vormals gemeinschaftlichen Vermd- 
ens oder gemeinschaftlicher Schulden von den Provinzial-, Kreis= und Aemterkassen an die abgetretenen Di- 
Krrrtes und Ortschaften oder umgekehrt, erhoben werden. Seine Majestät der Kdnig von Preußen und Sei 
nne Durchlaucht der Fürst von Schwarzburg-Sondershausen übernehmen jeder an Ihrem Theile, diejenigen 
Stände, Behörden, Korporationen und Kommunen vollständig und nach aller Billigkeit zu entschädigen, wel- 
che durch diese Bestimmung erweislich verletzt seyn mochten. Milden und frommen Stiftungen verbleiben 
auf beiden Seiten die bisher bezogenen Gefälle und Einkünfte,, und soll darin durch gegenwärtige gegenseitige 
Abtretung nichts ver #ndert werden. 
Fünfter Artikel. 
Von beiden Seiten geht blos die Lokoldienerschaft an den neuen Landesherrn über; von den Pensi- 
nairs im Civil, blos Unteroffizianten, im Militair blos solche Personen, die nicht Oberoffiziers= Rang ha- 
ben und deren fester Wohnsch ee der übergehenden Ortschaften ist. Sie verbleiben ungekränkt im Brsitze 
ihrer bisherigen Rechte und Einkünfte. Seiner Durchlaucht dem Fürsten wird frei stehen, bei denjenigen 
Dekonomie = Verwaltungen und Untergerichten, die Sie nach Artikel 1. No. 2. kunftig unter Preußischer Ho- 
heit besitzen werden, auch in Ihrem Gebiet geborne oder naturalisirte Personen anzustellen, wenn sie sonsft 
die allgemeinen gesetzlichen Eigenschaften zu Verwaltung ihres Dienstes haben. Multairs aller Grade, welche 
in den abgetretenen Distrikten und Ortschaften geboren sind, sollen, wenn sie ihre Dienste bei dem bisherigen 
M##ndesherrn nicht fortsetzen wollen, auf ihr Ansuchen bis zu Ende des laufenden Jahres 1816. verabschiedet 
und in ihre Heimath entlassen werden. 
Sechster Artikel. 
Da hiernach die Verhältnisse, in welchen Seine Durchlaucht der Fürst vormals gegen die Krone Sach- 
sen, und in Folge derselben letztlich gegen den Preußischen Staat standen, erst mit dem 1r. Julius dieses 
Jahrs aufhdren, so werden Sie die etwan noch rückständigen Receßgelder, und etwan von Ihnen eingeho- 
benen, aber receßmäßig Preußen zuständigen Steuern und Abgaben bis zu gedachtem Termine annoch
        <pb n="281" />
        die Reglerungs - Hauptkasse zu Merseburg abtragen lassen. Das Quantum bleser Ruͤckstaͤnde soll sofort von 
in Berlin zusemnentretenden Commissarien berechnet, und der gedachten Kasse eine Anweisung, wie viel sie 
überhaupt noch zu fordern hat, zugestellt werden. Die Zahlung wird dergestalt erfolgen, daß binnen Jah- 
resfrist alles berichtigt sepn wird. « 
Siebenter Artikel. 
Seine Durchlaucht der Fürst verpflichten Sich, denjenigen Maaßregeln für Ihre Lande beizutreten, 
welche wegen des gemeinschaftlichen militairischen Intcresse der Gegenden zwischen der Saale und Werra in 
emeinsamer Uebereinkunft mit den daselbst angesessenen Mirgliedern des Deutschen Bundes überhaupt be- 
Spiosfen werden mochten. Sie werden dagegen auch Antheil an derjenigen Auseinandersetzung ehmen, wel- 
che Über die gemeinschaftlichen Verwendungen, der Norddeutschen Fürsten wegen der kriegerischen Ereignisse 
i den Jahren 1805. und 1806. erfolgen wird. · 
Achter Artikel. 
Seine Majestät der König und Seine Durchlaucht der First versichern einander gegenseitig die freie 
und unbeschwerte Durchfuhr der Militaireffecken, des Salzes, des Getreides, aller Brennmaterialien, des 
immerholzes, des Kalkes und aller Steine, wie auch der Erzeugnisse Ihrer Berg= und Hüttenwerke. Die- 
ne Durchfuhr kann jedoch nur auf offener Landstraße und unter Beobachtung der allgemeinen finanziellen und 
kboshelchen Vorschriften, zu welchen letzteren auch die Erlegung bloßer Wege= und Brückengelder gehdrt, 
erfolgen. 
1i „ 
Neunter Artikel. 
* Seiner Majestät dem Könige von Preußen verbleibt, nach Abgang aller zur Lehnsfolge nach der bis- 
herigen Verfassung Berechtigten, das Heimfallsrecht in demselben Maaße ausdrücklich vorbehalten, in wel- 
chem es vor Abschluß des gegenwärtigen Tractats bestanden hat. 
JZehnter Artikel. 
Seine Durchlaucht der Fürst zu Schwarzburg-Sondershausen verpflichtet Sich, die agnatische Ein- 
willigung für Sich und Ihre Nachfolger zu demjenigen Staatsvertrage zu ertheilen, welcher gleichzeitig zwi- 
chen Seiner Majestät dem Könige von Preußen und Seiner Durchlaucht dem Fürsten zu Schwarzburz- 
udolstadt zu gleichem Zwecke abgeschlossen werden soll. Dieser Staatsvertrag wird deshalb Ihren Bevo 
mächtigten gleich nach erfolgter Unterzeichnung mitgetheilt werden, und die Einwilligung wird hierauf noch 
ver Auswechselung der Ratificationen erfolgen. · 
Eilfter Artikel. 
Gegenwärtiger Tractat wird von Seiner Majestät dem Könige, und Seiner Durchlaucht dem Fürsten 
ratificirt, und die Ratificationen binnen vierzehn Tagen nach der Unterzeichnung ausgewechselt werden. 
Des zu Urkund haben die beiderseitigen Bevollmächtigten gegenwärtigen Staatsvertrag unterzeichnek, 
und mit Ihren Wappen besiegelt. 
Berlin, den 15. Junius 1816. 
(L. 8.) Johann Ludwig von Jordan. (L. S.) Ludwig Wilhelm Adolph von Weise. 
(L. S.) Johann Gottfried Hoffmann. (L. 8.) Carl Friedrich Wilhelm von Weise. 
  
Sepa-
        <pb n="282" />
        Separat-Artik ell. 
Erster Artikel. 
Sn Majestät der König von Preußen, und Seine Durchlaucht der Färst zu Schwarzburg-Sondersbau- 
sen, sichern sich gegenseitig die Genehmigung derjenigen Lehnserpektanzen zu, welche von Ihnen vor Unter- 
Kchung des untenbenannten Tractats auf durch densolben abgetretene Gegenstände erkheilt worden seyn 
#### hten. 
Jweiter Artikek. 
Den vormaligen Receßherrschaften und denjenigen Distrikten, Ortschaften und Personen, welche in Fol- 
e dieses Tractats, aus Kdniglich-Preußischer Landeshoheit unter Fürsilich-Schwarzburgischer Landeshoheit 
bKlergeben , behalten beide paciscirende Theile vorläufig noch die oberste und letzte Instanz in Civil-- und Cri- 
nivalfällen bei den Königlichen Preußischen Obergerichten auf so lange vor, bis einj nach Artikel 12 der 
Deurschen Bundesakte vom dten Junius 1815. gebildeter oberster Gerichtshof auch für die Fürstlich -Schwarz- 
burgischen Lönder eingerichtet und in Thätigkeit getreten seyn wird, worauf alsdann dieses interimistische Ver- 
hältniß gänzlich aufhdren, und die Gerichtäbarkeit in letzter Instanz ohne Ausnahme an gedachten Gerichts- 
hof überFeben wird. Seine Kdnigliche Majestät bestimmen zu dieser interimistischen Instanz Ihr geheimes 
Obertribunal, und werden denselben deshalb Auftrag machen. Auch versprechen Seine Durchlaucht der 
Kürst ausdrücklich, den von Ihnen durch gegenwärtigen Traktat neu erwerbenen Unterthauen, bei der für 
Ihren Staat in Gemäßheit des 13ten Artikels der Bundesakte zu errichtenden ständischen Verfassung, Befug- 
nisse beizulegen, welche wesentlich, der verschiedenen Lage gemäß, denjeutgen gleichgeltend sind, die sie, wenn 
sic Preußische Unterthanen geblieben wären, in Rücksicht der ständischen Bersalsng erhalten haben würden. 
Diese Artiket sollen ratiffcirt auch so angesehen werden, als ob sie Wort für Wort, dem heute zwischen. 
Seiner Majestät dem Könige von Preußen und Seiner Durchlaucht dem Fürsten zu Schwarzburg-Senders- 
hausen, wegen einfacherer und bestimmterer Anordnung der zwischen Ihnen bisher bestandenen Verhältnisse 
ebgeschlossenen Trackate einverleibt wären. 
Deß zu Urkund haben die beiderseitigen Bevollmächtigten diese Separat-Artikel unterzeichnet und mit 
ihren Wappen besiegelt. 
Berlin, den 15ten Junius 1816. 
(L. S.) Johann Ludwig von Jordan. (L. S.) Ludwig Wilh. Adolph von Weise. 
(I. 8.) Johann Gottfried Hoffmann. (L. 8.) Carl Friedrich Wilh. von Weise- 
  
o. 15.) Skaatsvertrag zwischen Seiner Mafestäk dem Könsge von Preußen und Seiner Durchlauche dem Fuͤrsten zu 
Schwarzdurg-Rudolstadt, die einfachere und bestimmtere Anordnung der zwischen Ihnen bisher bestandenen Ver- 
— baltnisse betrefend. Geschlossen zu Berlin den 29ten Juni 1816. 
Sz. Majestät der König von Preußen, welche in Folge des 151en, 18ten und 1i8ten Artikels der am 
9geen Junius 1815. auf dem Congresse zu Wien abgeschlossenen Akte, in alle dicienigen Rechte getreten sind, 
die bis dahin der Krone Sachsen geszen das Fürstliche Haus Schwarzburg und dessen Besitzungen zustan- 
den, und Seine Durchlaucht der Fürst zu Schwarzburg-Rudolstadt, Beiderfeits Zeneigt Ihre Verhältnisse 
einfacher und bestimmter als bisher. zu ordnen, hab. n zu diesem. Zwecke Bevollmächtigte ernannt, nämlich: 
Seine Majestät der König von Preußen, den Wirklichen Geheimen Legationsrath, Sectionschef und 
Ritter mehrerer Orden, Herrn Johann Ludwig von Jordan, und den Geheimen Legationsrath und Rit- 
ter mehrerer Orden, Herrn Johann Gottfried Hoffnann; und 
Seine
        <pb n="283" />
        Seine Durchlaucht der Fürst zu Schwarzburg-Nudolstadt, den Kanzler und Consistorialpraͤsidenten, 
Großkreuz des Großherzoglich -Badenschen Ordens der Treue, Herrn Freiherrn von Ketelhodt; 
WMelche, nach Auswechselung ihrer in guter Form befundenen WVollmachten, uber nachstehende Arkikel 
sich vercinigt haben. 
Erster Arkikel. 
+1 
Seine Durchlaucht der Fürst zu Schwarzburg-Rudolstadt, leisten für immer Verzicht zu Gunsten Sei- 
ner Majestät des Kdnigs von Preußen: 
Nr. 1. Auf alle Lehnherrlichen Recht- und Eink##nfte, welche Sie bisher allein oder in Gemcinschaft 
in dem Umfange des Preußischen Staats, so wie er nach Abschluß des gegenwärtigen Traktats degrenzt seyn 
wird, besessen, erhoben oder sonst behauptet haben; wie auch auf alle Ansprüche, welche Ihnen etwa auf die 
Salzquellen zu Artern zustehen möchten, und auf diejenigen Geld= und Naturaliengefälle, welche Ihre Kam- 
mer bisher aus den Aemtern Sachsenburg, Arkern, Sangerhausen und Rossla bezogen hat. Das Privat- 
Eigenthum an Waldungen, Wiesen und anderen Grundstücken, welches Seine Durchlaucht der Fürst zu 
Schwarzburg-Rudolstadt an verschiedenen Orten der Preußischen Staaten, z. B. bei Uftrungen, Breitungen, 
Etzleben oder in anderen Orten besitzen, wird jedoch hiernut nicht abgetreten, fondern bleidt Fürstliches Ei- 
genthum fun Preußpischer Hoheit, nut Befreiung von ordeutlichen Grundsteuern, soweit dieselbe bisher 
Statt gefunden hat. . « . . · 
«Nr,»2·.AnfdicOrtschaftWol)lkkamsha·uset»1»mifallenHobeits:,Eigenthumsnmdaudmchchtcm 
DieinderWoblkramöl)ausek«’slurgelegt-acti,zudemRriilichchorwcrkeStrausbcrggehdrigenWicsensind 
ein Privateigenthum, auf welches die Bestimmungen unter Nr. 1. dieses Artikels Anwendung finden. Das 
in der Strausbergerflur gelegene Vorwerk Kirchberg bleibt unter Schwarzburgischer Hoheit. 
Seine Majestaͤt der Koͤnig von Preußen werden alle Rechte und Einkuͤnfte, worauf hierdurch zu Ihren 
Gunsten verzichtet wird, fuͤr Sich und Ihre Nachfolger mit eben den Befugnissen und Verbindlichkeiten be- 
sitzen, womit sich dieselben zur Zeit im Besitze Seiner Durchlaucht des Fürsten zu Schwarzburg-Rudokstadt 
befinden, und es kann und soll namentlich hierdurch den Nechten des Hauses Stolberg nichts entzogen werden. 
Zweiter Artikel. 
Seine Majestät der König von Preußen verzichten dagesen zu Gunsten Seiner Durchlaucht des Für- 
sten zu. Schwarzburg-Rudelstadt: « ,; 
Nr. 1. Auf alle Oberherrlichkeits-, Lehns- und andere Gerechtsame und Einkuͤnfte, welche Sie bis- 
her in den sogenannten Receßherrschaften oder sonst in dem Umfange des Gebiets Seiner Durchlaucht, so 
wie es, nach Abschluß dieses Traktats begrenzt seyn wird, besessen, erhoben oder sonst behanptet haben. — 
Dieser Verzicht beziebt sich jedoch nicht auf die Aemter Heringen und Kelbra, welche vielmehr in ihren, bis 
zum Jahre 1806. Receß= und Observanzmäßig bestandenen Verhältnissen bleiben“ 6 F.2 
Nr. 2. Auf die Landeshebeits, = Lehns= und Eigenthumsrechte und Einkünfte; welche zu der Probskei 
Göllingen gehbren, und deren Gegenstand innerhalb der Rudolstädtischen Grenzen liegt; — desgleichen auf 
die Landeshoheitlichen und anderon Rechte, über dic der Fürstlich = Schwarzburgischen DKientkammer gehbrigen 
Helzungen, der Hostienberg und das Feuerthal genannt, wie auch über die Fürstlich= Schwarzburgischen, im 
Gänzrrode wohnhaften Unterthanen zugehdrigen, im Jahre 7810. in dem Bilsingslebner Steuer-Kataster 
nachträglich verzeichneten Grundstücken von Nr. 3574. bis 3853., worüber das M# t Sachsenburg die Ge- 
richtsbarkeit theils ausgenbt, thals in Anspruch genommen hat. ««· » » 
Nk.3.AufdietcnigesthfälldundEinkünfte,wricheihrcollektyrhofzuNotdbmtfeti,daseingezo- 
gene Stift Crucis ebendaselbst und das Klosteramt zu Diekenborn in denjenigen Ortschaften erheben, 
welche nach Abschluß dieses Traktats unter der Landeshohceit Seiner Durchlaucht stehen werden; — 
wie: auch auf die in dem Fürstlichen Gebiete, und zwar im Dorfe Ringleben gelegene, zu der Deutschen Or- 
denskommende Grifffät gehdrige Hufe Land und die mit deren Besitz verbundenen Einkünfte und Gefälle. 
" Seine Durchlaucht der Farst zu Schwarzburg-Rudollstadt werden alle Rechte und Einkünfte, worauf 
hiermit zu Ihren Gunsten verzichtet wird, fär Sich und Ihre# Nachfolger, mit eben den Befugnissen und Ver- 
bindlichkeiten besitzen, womit Sich dieselben zur Zeit im Besitze Seiner Majestät des Königs von Preußen 
befinden, und es kann und soll namentlich auch hierdureh den Rechten des Hauses Stelberg nichtoͤ. entzo- 
gen werden. · " 
k- Dritter
        <pb n="284" />
        — 765 — 
Dritter Artikel. 
Die Uebergabe der gegenseitig, Artikel r. und a. abgetretenen Besitzungen, Rechte und Einkünfte ge- 
cchieht am usten Julius des gegenwärtigen Jahres. .Alle Vortheile und alle Lasten lackfen von diesem Tage 
an und mit Einschluß desselben für Rechnung des neuen Inhabers. Alle früher fällige, aber bei den Ein- 
sassen noch rückständige Gefälle, Abgaben, Dienste und Leistungen aller Art verbleiben dem neuen Beststzer, 
welcher gehalten ist, dagegen auch alle rückständige laufende Ausgaben zu, übernehmen, ohne daß über bei- 
des irgend eine Nachrechnung Statt finden könnte. Die auf die abgetretenen Besitzungen, Rechte und Ein- 
künfte Bezug habenden Registraturen und Papiere aller Art, sollen in der mdglichst kürzesten Zeit, spätestens 
bis zum 1sten Oktober des laufenden Jahrs übergeben werden. 
Vierter Artikel. 
Mit den abgekretenen Distrikten und Ortschaften gehen blos die Lokalschulden und Lasten über. Sie 
treten ganz außer Verbindung mit den Provinzen, Kreisen oder Aemtern, wovon sie gegenwärtig getrennt 
werden,, und es können von beiden Seiten keine Nachforderungen wegen vormals gemeinschaftlichen Vermögens, 
gemeinschaftlicher Schulden von Provinzial-, Kreis= und Aemterkassen an die abgetretenen Distrikte und Ort- 
schaften, oder umgekehrt erhoben werden. 
Seine Majestät der König von Preußen und Seine Durchlaucht der Fürst von Schwarzburg-Rudol- 
stadt übernehmen Jeder an Ihrem Theile, diejenigen Stände, Behbrden, Corporationen und Communen 
vollständig und nach aller Billigkeit zu entschädigen, welche durch diese Vestimmung erweislich verletzt sepn 
mochten. Milden und frommen Stiftungen ver leiben auft beiden Seiten die bisher bezegenen Gefülle und 
Einkünfte, und sdll darin durch gegenwärtige gegenseitige Abtretungen nichts verändert werden. 
Fünfter Artikel. 
Die in den, nach gegenwärtigem Vertrage, abgetretenen Ortschaften vorhandenen herrschaftlichen Die- 
ner, verbleiben im ungekränkten Vesitze ihrer bisherigen Rechte und Einkünfte. Auch soll kein Eingeborner 
derselben verpflichtet werden, Dienste bei dem vormaligen Landesherrn wider seinen Willen länger als bis 
zum Ende des laufenden Jahrs fortzusetzen. #6 
Sechs ter Arkikel. 
Seine Durchlaucht werden die rückständigen Receßgelder bis zum #sten Julius des laufenden Jahres 
7-#rnU“m Pafee 04a von diesem Termine ab erst die Verpflichtung zu Jahlung derselben, nach Artikel 2. 
» r. 1. — aushort. 
»2 Siebenter Artikel. 
. Seine Durchlaucht der Fürst verpflichten Sich, denjenigen Maaßregeln für Ihre Lande beizutreten, 
welche wegen des gemeinschaftlichen militairischen Interesse der Gegenden zw#schen der Saale und Werra, in 
emeinsamer Uebereinkunft mit den daselbst angesessenen Mitgliedern des Deutschen Bundes überhaupt be- 
bhüofle werden mochten, Sie werden dagegen auch Antheil an derjenigen Auseinandersetzung nehmen, wel- 
che über die gemeinschaftlichen Verwendungen der Norddeutschen Fürsten wegen der kriegerischen Ereignisse in 
den Jshren 1805, und 1806. erfolgen wird. 
J Achter Artikel. 
Seine Majestät der König und Seine Durchlaucht der Färst versichern einander gegenseitig die freie 
und unbeschwerte Durchfuhr der Militaireffecten, des Salzes, des Getreides, aller Brennmaterialien, des 
Zimmerholzes, des Kalks und aller Steine, wie auch der Erzeugnisse ihrer Berg= und Hüttenwerke. Diese 
urchfuhr kann jedoch nur auf offener Landstraße und unter Beobachtung der allgemeinen finanziellen und 
borheichen Vorschriften — zu welchen letzteren auch die Erlegung bloßer Wege= und Brückengelder gehdrt — 
erfolgen. 
« Neunter Artikel. 
Seine Majestät dem Könige von Preußen verbleibt, nach Abgang aller zur Lehnsfolge, nach der bis- 
berigen Verfassung, Berechtigten, Fas Heimfallsrecht in demselben Maaße ausdrücklich vorbchalten, in wel- 
chem es vor Abschluß des gegemwärtigen Tractats bestanden hat. 
Zehnter
        <pb n="285" />
        —. 
77 
— 
Zehnter Artikel, . *# 
Seine Durchlancht der Fürst zu Schwarzburg-Rudokstadt verpflichten Sich, die agnatische Einwilli- 
gung für Sich und Ihre Nachfolger zu demjenigen Staatsvertrage zu 
ertheilen, welcher gleichzeitig zwischen 
Seiner Majestät dem Kdnig von Preußen, und Seiner Durchlaucht dem Fürsten zu Schwarzburg-Sonders- 
bausen, zu Lsdn gwe.cabgeschlossen wird. Dieser Staatsvertrag wird deshalb Ihren Bevollmächtigten 
gleich nach. brfolgter Unterzeichnung mitgetheilt werden „„und die Einwilligung wird hierauf noch vor Aus- 
wechselung der Ratificationen erfolgen. 
Eilfter Artikel. 
Gegenwärtiger Tractat wird von Seiner Majestät dem Könige und Seiner Durchlaucht dem Fürsten 
die Ratificationen binnen vierzehn Tagen nach der Unterzeichnung ausgewechselt werden. 
ratificirt, und 
+ 
Deß zu Urkund haben die beiderseitigen Bevollmächtigten gegenwärtigen Staatsvertrag unterzeichnet 
und mit ihren Wappen befiegelt. 
Geschehen Berlin, den neunzehnten Juni ein Tausend Achthundert und Sechszehn. 
(L. S§.) Joh. Ludwig von Jordan. 
(L. 8.) Joh. Gottfried Hoffmann. 
(I. S.) Fried. Wilh. Freih. von Ketelhodt. 
  
(No. 16.) Traité de limites entre Leurs Majestés le 
Roi de Prusse et le Roi des Pays-bas, signé à 
Aix-la-Chapelle se 26. Juin 1816. 
8. Majesté le Roĩ de Prusse et Sa Majesté 
le Roi des Pays-bas, vonlant procéder à la 
fxation definitive des fronticres de Leurs Etats 
respechtifs, sur Ila rive droite de la Meuse et 
le long du Crand-Duché de Luxembourg, et 
désirant applanir les difficultes qui se sont éle- 
véees au sujet de Toecupation provisoire de 
queldues Communes ou Darties de Communes 
situées sur les limites, et domt la souverzineté 
pu paroitre douteuse, ont conformement à 
larticle a. du Traite du 31. Mai 1815, nommé 
Commissaires et muni ce leurs pleins-pouvoirs, 
savoir: 
Sa Majeste le Roi de Prusse, le Sieur 
Frederic, Comte de Solms-Laubach, premier 
Preésident des Duchés de Juliers, Clves er Berg, 
Grand-Creix de l’aigle rouge et de Fordre 
de Sainte Anne de Russie, lequel usant 
de la facultée à lui accordée par son pleinpou- 
voir, za déeléeguèé au meme effet et avec les me- 
mes pouvoirs due lui les Sieurs Frederic Guil- 
laume de Bernuth, Chef- Président de régen- 
ce, et Jean Albert Eytelwein, Conseiller intime de 
S. M. le Roi de Prusse et Directeur - Général 
des travaux publics do Royaume; 
(No. 16.) Uebeesetzung der zwischen Ibren Masesicten 
dem Könige von Preußen und dem Könige der Rie- 
derlande, zu Aachen den sösten Juni 1816., geschlos- 
senen Grenzvertrags. 
D. Seine Majestät der Kinig von Preußen und 
Seine Majestät der Kdnig der Riederlande, zur defint" 
tiven Festsetzung der Grenzen Ihrer respektiven Staa- 
ten am rechten Ufer der Maas und längs dem Groß- 
herzogthume Luremburg, zu schreiten willens sind, und 
zugleich wünschen, die Schwierigkeiten zu beseitigen, die 
in Betreff der provisorischen Besetzung einiger an den 
Grenzen liegender Gemeinden oder Gemeindetheile, de- 
ren Oberherrlichkeit zweifelhaft schien, entstanden sind; 
so haben Sie dem zweiten Artikel des Tractats vom 
Zlsten Mai 1815. gemäß, zu Ihren Kommissarien er- 
nannt, und mit Ihren Vollmachten versehen, nämlich 
Seine Mael der König von Preußen, den 
Herrn Friedrich Grafen von Solms-Laubach, Ober- 
präsidenten der Herzogthümer Jülich, Cleve und Berg, 
Großkreuz des rothen Adler= und des Rußischen St. 
Annenordens, welcher vermbge der ihm durch seine 
Vollmacht verliehenen Befugniß, zu demselben Behuf 
und mit ebenmäßigen Vollmachten, den Kdnigl. 
Preuß. Regierungs-Chefpräsidenten Herrn Friedrich 
Wilhelm von Bernuth b und den Geheimen Rath und 
Generaldirektor der dffentlichen Arbeiten des König- 
reichs, Herrn Jehann Albert Eptelwein abgcordnet 
hat, . 
Und
        <pb n="286" />
        Et Sa Majesté le Roi des Pays- bas, les 
Sieurs Maximilien Jacques de Man, Colonel 
au corps de génie, Directeur de: archives de 
la guerre et du Burecau topographiqne, Che- 
valier de Tordre militaire de Guillaume troi- 
sieme classe, le Chevalier Henri loseph Mi- 
chiels de Kessenich, Membre des Etats de Ja 
provincede Limbourg et Sous- Intendam de 
IT Arrondissement de Rüremonde, Jean Léonard 
Nicolai, Seus-Intendant de I/Arrondlissemen 
de Verviers, ei AMlichlel Tock, Directeur des 
Contributions directes du Grand-Duché de 
Luxembourg; 
Lesquels Commisszires, aprés avoir échan- 
g6 leurs pleins - pouvoirs qui ont 66 trouvés 
en régle, sont convenus des points et articles 
e ujvans. 
Article premier. 
Les Limites fixées par le présent Traité 
déterminent les froniéres entre les deux Etats 
depuis les Confins de la France sur la Moselle 
jusqu' Tancien Territoirc hollandois pres du 
Moock. 
Article second. 
HHaligne de deémarcation commencera sur 
la Moselle, au point ou sur la rive droite 
cette riviere quilte ies limites de la France; 
descendra ia Nloselle jusqu Tembouchure de 
la Sure; remontera la Sure jusqu' l’embou- 
chure de 1°Oure; suivra également en remon- 
tai# le cours de I’Oure jusqu'’au point ouce 
ruisseau alteint les Limites du cimdevam Can- 
#ton de St. Vith, sauf toutefois les modifications 
4tablies Par les articles suivans. 
Article troisieme. 
Larticles 17. du Protocole du Congrès de 
Vienne (Art. 25. de l'Acte tinal du Congrés 
du 9 Juin 1815) ayamt tabli, dque les endroits 
traversés par. la Moselle, #a Sure et I'Ouxe 
me seroient poirt PDartagées, mais appartien- 
Kroient avec leurs Banlieues 4 la Puissance sur 
le Territoire de laquelle la majeure partie se- 
roit dituée, il a éié convenu, due pour déter- 
miner duelle seroit la majeure partie d’un en- 
drol, on., prendroit pour base la population, 
ei du’d population etgale 1az Contribution fon- 
cière, en decideroit. 
Article quatrième. 
Comme le principe de läintéegralite des 
Communes ne semble avoir 6té appliquc par 
% 
78 
Und Seine Majestät der Kdnig der Niederlande, 
die Herren Maximilian Jakob de Ma- Obristen im 
Ingenieurcorps, Direktor des Kriegsarchivs und des 
topographischen Büreaus, Ritter des Wilbelmsmilikair 
Ordens dritrer Klasse; den Ritter Heinrich Joseph Mi- 
chiels von Kcssenich, Mitglied der Stände der Provinz 
Limburg, und Unterintendanten des Rüremondeschen 
Bezirks, Johann Leonard Nicolai, Unterintendanten 
des Vervierischen Bezirks, und Michel Tock, Direktor 
der direkten Abgaben des Großherzegthums Luremburg, 
Welche, nach Auswechselung ibrer in guter Form 
befundenen Vollmachten, über nachstehende Punkte und 
Artikel übereingekommen sind. 
Erster Artikel. WR 
Die durch gegenwaͤrtigen Tractat festgesetzte Sch 
delinie bestimmt den Grenzzug zwischen beiden Staa- 
ten, von den an der Mosel belegenen Marken Fune 
reichs ana, bis zum chemaligen Hollöndischen Gebiet 
ei Mook. 
Zweiter Artikel. 
Die Demarkationslinie fängt bei der Mosel, bei 
dem Punkte an, wo auf dem rechten Ufer dieser Elu·ß 
die Grenzen Frankreichs verlaßt. Sie läuft bis zur 
Mündung der Sure die Mosel hinunter, sieigt bis zur 
Mündung der Oure die Sure hinauf, und folge bei die- 
sem Wiederaufsieigen gleichfalls dem Laufe der Oure, 
bis auf den Punkt, wo dieser Bach die Grenzen des 
ehemaligen Kantons St. Vith erreicht, jedoch mit Von- 
behalt der in folgenden Artikeln fesigesetzten Mod##s#- 
cationen. 
Dritter Artikel. 
Da der 17te Artikel des Wiener Kongreßproto- 
kolls (Art. 25, der Hauptkongreßakte vom gten Juni 
18 15.) festgesetzt hat, daß die Ortschaften, welche die 
Mosel, die Sure und die Oure durchschneiden, nicht ge- 
theilt werden, sondern mit ihren Weichbilden der Macht 
angehdren sollen, auf deren Gebiet der größere Theil 
belegen ist, so ist die Uebereinkunft getroffen worden, 
daß die Bevölkerung den grôßeren Theil einer Ortschaft 
bestimmen, und bei gleicher Bevdlkerung die Grund- 
steuer entscheiden solle. 
Vierter Artikel. 
Da der Wiener Kongreß den Grundsatz der In- 
tegralität der Gemeinden, nur auf die Fälle wo“ *7 Ort- 
« chaf-
        <pb n="287" />
        —— 
le Congret de Vienne, äu'anz as o les en- 
Groits mémes, seroient traversés par une rivicé- 
1e. et non poim: au cas due les Banlieues. seu- 
es0 le fussent, il a###té encore convenu, que 
dans, dce dernier cas la riviére serviroit de li- 
mite, er duc,les pParties'’de Banlieues séparées 
des endroits #inemes par da rivière, en reste- 
roient, detachées ei. feroient, partie des Etals 
Eituss suxr k meme rive. 
* .. 22c # 
—. „ (’ische eindufeme. 
Erx. conséquence de ces deux principes, 
Oberbillig situc sur la rive droite de la Mo- 
selle, appartiendra au Royanme. des Paya-bes, 
comme étant une dépendance de. Wasserbillig, 
avec lequel il ne forme qdu’une seule Commu- 
ne et une meme endroit; en sorte due la ligne 
de démarcation, arriv#ée 4 la Banlieue de Was- 
#serhillig sor la Tive droite, qduittera la Mosel- 
le et fera le tour de. celte Banlieue. La Com-- 
mune de Vianden, située à cheval sur I'’Oure, 
abartiendra également au. Royaume des Pays- 
bas, avec. teute sa Banlieue, dont la ferme di- 
je Scheuerhoff est reconnuch faire partie; de 
sorte due la ligne de démarcation quittera ici 
I Oure, comme elle a quitne 1a Moselle à Was- 
serbillig, et lournera autour-’ de la partie de 
Banlieue de Vianden, siuse sur la rive gau- 
ehe, et viendra ensuite reprendre le cours de 
la rivicke. 
Toutes les autres Communes, dont les 
Banlieues seules sont traversées tant par la 
Moselle due par la Sure er POure et notam- 
ment celles de Laugsur, Meesdorff, Born, Ra- 
lingen, Echternach, Bollendorf, Dügen, Wal- 
lendorff, Ameldingen, Bivels, Falckenstein, 
Gemünd, Doesbourg et meme Wasserbillig. 
pour la peiite partie de Banlieue située sur la 
rive gauche de la Sure, seront placées dans 
la deuxieme cathégorie, et leurs parties cou- 
pées par le rivieère reseront séparées, de ma- 
hière due la rivière meme servira dans tous 
les cCas de frontière aux deux Etats. « 
· Erriclessxsömz 
Du point ou IOure entre dans le Canton 
de St. Vith, la ligne de demarcation suivra 
des limites de ce Canton vers l’occidem jusqu'a 
In grande route qdui conduft de Luxembourg 
Par Weiss-Wampachk à Stavelot et Spa, suivra 
ceilte meme route vers le nord jusqu’au point 
a#u elle qulhte definiivement le Canton de St. 
With pour entrer dans celui de Stavelor. Cet- 
te route de Luxzembourg en tant qu'elle tra- 
verse le Canton de St. Vuh, ou y touche, 
4 
70 
.Bollendorf, Dilgen, Vallendorf, Ameldingen bade 
——— 
ynaften selbst,, und nicht auf diejenigen, wo die Weich- 
ilde, allein von einem Fluß durchstrdmi werden, ange- 
wendet zu haben scheint, so ist noch festgesetzt worden, 
daß in diesem letzten Kalle der Fluß zur Grenze dienen 
und daß die von den Ortschaften selbsi durch den Eluß 
getrennten Weichbildetheile davon abgesondert bleiben 
und den auf demselben Ufer belegenen Staaten einver- 
leibt werden sollen. 
Fünfter Artikel. · 
InGefolgedieferbeidcnGrundsätze,folldieayf 
dem rechten Ufer der Mosel belegene Irtschast Oberbile 
lig, als Zubehdr von Wasserbillig, mit dem sie nur eine 
einzige Gemeinde und eine und dieselbe Ortschaft aus- 
macht, dem Königreich der Niederlande angehbren; 
und zwar dergestalt und also, daß die bis zum Wasserbil- 
ligschen Weichbilde auf dem rechten Ufer hingezogene 
Demarkationslinie alsdann die Mosel verläßt, und 
jenes Weichbild umgeht. Die Viandensche Gemeinde 
welche beide Ufer der Oure beschreitet gehdrt ebenfalls. 
mit.ihrem ganzen Weichbilde (dessen Vorwerk Scheuer- 
hof genannt, als ein Theil derselben anerkannt wird,) 
dem Konigreich der Niederlande, so daß die Oemarka= 
tionslinie hier die Oure verläßt, wie sie zu Wasserbillig 
die Mosel verlassen hat, alsdann den auf dem linken 
Ufer belegenen Theil des Viandenschen Weichbi'des um- 
gon und hiernächst den Lauf des Flusses wieder be- 
olgt. 
Alle übrigen Gemeinden, deren Weichbilde, allein. 
so wohl von der Mosel als von der Sure und der Oure 
durchstrohmt werden, und namentlich die Gemeinden zu 
Laugsur, Meesdorf, Born, Ralingen, Echternach, 
vels, Falkenstein, Gemünd, Doesburg, und selbst der 
auf dem #nken Ufer der Sure belegene kleine Weichbik- 
detheil von Wasserbillig kommen in die zweite Klasse 
zu Kehen, und ihre voin Flusse durchschnittenen Theile 
bleiben von einander dergestalt abgcsondert, daß der 
Fluß selbsi in allen Fällen den beiden Staaten zur 
Grenze dient. 
Sechstcer Artikel. 
Vom Mimkte angerechnet, wo die Oure in den 
Kanton St. Vith fließt, folgt die Demarkationslinie 
den Grenzen dicses Kantons gegen Westen dis an die 
von Luremburg durch Weißwampach nach Stavelot und 
Spa führende Heerstraße. Sie folgt hiernächst dersel- 
ben Straße gegen Norden bis an den Punkt, wo sie 
endlich den Kanton St. With verläßt und in den Kan- 
ton Stavelot eineritt. Diese Luxemburgsche Straße, 
in so fern sie durch den Kauton St. Vith geht oder 
densolben berührt, ungleichen die gegenwärtig vorham- 
" deuen
        <pb n="288" />
        appartiendra toufe entière au Royaume des 
Pays- bas, ainsi due les maisons ou chaumiè- 
Tres actuellement existantes et situées sur les 
bords du cötée de la Prusse, avec un rayon 
de vingt métres tout autour de ces maisons. 
Cette route présentant sur quelques points, 
differens chemins, due les Touliers pratiquent 
en différentes saisons, il a 6t6 convenu dufen 
Gas de doute sur la véritable grande route, on 
prendroit, lors de la plantation des poteaux, 
le chemin le plus voisin de la Prusse, sans 
cependant qdue sous ce prétexte on puisse ré-. 
eclamer une route duelconque 4 travers les ter- 
rres cultivées, duand meme elle auroit servi. 
de passage dans des temmps duc la route ordi- 
naire éloit impraticable. 
Arrice sepeieme. 
Encoséquence de Tartichle précédent, les 
Communes de Deiffelt, Ourth et Watermahl, 
faisant partie du Canton de St. Vith, sont cé- 
dées 4 Sa Najeste le Roi des PN) bas, ycom- 
Pris, les parties de ces Communes qui séten- 
dent au de la de la route du cotée de la Prus- 
se, en sorte due dans ces endroits la ligne de 
demarcation qduittera la grande route aux limi- 
tes de ces Communes à droite, pour la re- 
pPrendre ensuite aprés en-avoir fait le tour; il 
en sera de méme pour les Banlieues des Com- 
munes appartenames au RojJaume des Pays- 
bas, qui dépassent la route. 
Les petites parties des Communes d’-Alt- 
ringen, Langler et autres, dui se trouvent si- 
tuces sur la gauche de la grande route, en al- 
lant de Luxzembourg sur Stavelot, sont Ggale- 
ment cédées à Sa Majestée le Roi des Pays-bas. 
Article Auftieme. 
Du point oü la route de Luxembourg quit- 
te définitivement le Canton de St. Vith, l 
ligne de démarcation suivra les limites entre 
les Cantons de Malmedy d’'un cöté et ceux de 
Stavelot, Spa et Limbourg de l’autre, jusqu’au 
point o#u les Iimites du Canton de Malmed)y 
atteignent les frontieres de P’ancien Départe- 
nt de la Roër. 
" Les limites entre le Cantonde Malmedy d’'un 
cöte et les Communes de Sart, Jalhay, Mem- 
bach et la forét dite Hertogenwald de T’autre, 
n’'ayant point Eté déterminees Tune maniere 
ositive avant la formation du dernier cadastre 
parce laire, il a é4½ convenu que les poteaux 
teroient placés sur les, points, qui, lors de 
cette oPration, ont &amp;té reconnus Umitrophes, 
80 
denen und an den Ufern auf Preußischer Seile belegenen 
Häuser und Strohhütten, gehdren mit einem Umkreis 
von zwanzig Metern rund um diese Häuser gänzlich 
zum Kbnigreich der Niederlande. " 
Da diese Straße auf einigen Punkten verschiedene 
Wege darbietet, die von den Fibreuten und Kärnern 
zu verschiedenen Jahrszeiten befahren werden, so ist ver- 
abredet worden, daß Lall über die wirkliche Heerstraße 
Zweifel entständen, bei Errichtung der Grenzpfähle, 
der dem Preußischen Gebiet zunächst liegende Weg, 
angenommen werden soll, ohne jedoch daß unter die- 
sem Vorwande irgend eine Straße in Anspruch genom- 
men werden könne, die ein angebautes Feld durchschnei- 
det, wenn sie auch wirklich in Zeiten wo diegewdhnliche 
Skesunbrauchbar war zur Durchfahrt gedient ha- 
en sollte. 
Siebenter Artlkel. 
Zu Folge des vorhergehenden Artikels werden die 
zum Kanton St. Vith gehbrigen Gemeinden Deiffelt, 
Ourth und Watermahl, mit Inbegriff der auf der 
Preuß. Seite über die Straße hinaus sich ekstreckenden 
Theile jener Gemeinden, Seiner Majestät dem Konige 
der Niederlande abgetreten, so daß in diesen Ortschäften 
die Demarkationslinie die Heerstraße an den Grenzen 
besagter Gemeindentechts verlassen wird, um nachdem 
sie diese Grenzen umgaangen, in die Straße wieder ein- 
zutreten. Gleiche Bewandniß hat es mit den über die 
Straße hinausgehenden Weichbilden der dem Kbnigrei- 
che der Niederlande zugehdrigen Gemeinden. 
Diie auf dem Wege von Luremburg nach Stavelot 
links der Heerstraße belegenen Parzellen der Gemeinden 
Altringen, Langler und andere, bleiben ebenfalls dem 
Kdnig der Niederlande abgetreten. « 
Achter Artikel. 
Vom Punkte angerechnet, wo die Luxemburasche 
Straße den Kanton St. Vith zuletzt verläßt, zussche 
Demarkationslinie den Grenzen zwischen den Kankonen 
Malmedy, einer, und den Kantonen Stavclot, Spa 
und Limburg anderer Seits, bis auf den Punkt, wo die 
Grenzen des Kantons Malmedy die Marken des ehema- 
ligen Roerdepartements erreichen. " 
Da die Grenzen zwischen dem Kanton Malmedy 
einer, und den Gemeinden Sart, Jalhay, Membach 
und dem sogenannten Hertogenwald anderer Seits, 
vor Anlegung des letzten Parzellenkatasters auf eine be- 
stimmte Art und Weise noch nicht festgesetzt worden; so 
ist die Uebereinkunft getroffen, daß die Grenzpfahle 
auf den Punkten errichtet werden sollen, die zur Zeik 
der Grenzregulirung als angrenzend anerkannt worden, 
und
        <pb n="289" />
        2 81 
el dont les principaux sont connm dans ces 
Communes sous les noms de Chene, Vinbiette, 
Croix-le- Prieur et Fontaine- Perigny; de cert- 
te fontaine, dui est Ila principale source du 
ruisseau appele la Helle, la ligne suivra le 
cours de ce ruisseau, dui est reconnu former 
de ce cotée les limites du Canton de Malmedy, 
jusqu à ce due ces limites atteignent, comme 
i. vient d’étre dit, les frontiere“" du ci- devant 
Départemein de la HRoér= 
Article nerwieme. 
Si le Gouvernement prussien ou la Ville 
de Malmedy veut construire la nouvelle route 
projetèe, pour eviter la montatzue en avant de 
cette dernière Ville, route quĩi partiroit de la 
chausseede Staveloct, au dessous de Malmed), 
et tourneroit la montagne en serpentant sur 
les limites qui séparent ces deux Communes; 
dans ce. cas les linites de la Commune de Sta- 
velot seront réduies à cette route pour autant 
qu’elle entrera dans son territoire. La route 
meme appartiendra en toute propriéte à la Prus- 
3e, dui L’aura construite, ainsi due les petiites 
Parties de bruyéres, due ceite nouvelle limite 
enleveroit aux Pays-bas, contenam une éten- 
due d’environ 5 à 6 hectares. 
Les habitans de Stavelot ou autres sujers 
des Pays-bas, pour eviter la meme montagne, 
dui se prolonge entre Stavelot et Spa, pour- 
ront aussi prendre cette nouvelle route sans 
etre assujetis à d’'autres droits quelconques, si- 
Dn les droits de barriéres destinés 4 son en- 
tretien. 
Les culiivateurs voisins de ceite route #se- 
ront meme exempt de tour droit de barrieres. 
Pour autant du’ils ne s'en serviront due pour 
la culture de leurs terres ou Iusage de leurs 
Propriétés situces dans ses environs. 
Arriche dixieme. 
Du point ou les fimites du Camnon de 
Malmedy touchent les frontiéres de l ancien 
Departement de fa Rosr, la ligne continucra 
de suivre le cours de la Helle jusqu'’a sa jonc- 
tion avec un autre petit ruisscau appele la Spor- 
bach; au point de ceite jonclion ellt quittera 
les frontièéres du Département de la Roer pour 
entrer dans le Lanton d-En#####n, en suivamn 
toujours le cours de la Heilc à travcrs toute 
la forét jusqu's un troisième ruisséeau asipele 
la Bilzei; suivant ce dernier jusdu’à la lisière 
de la grande dorét; longeant ceile lisiere Jus- 
und deren Hauptbrter unfer den Berennungen Chene, 
Vinbiette, Cro#r le Prieur und Fontaine-Perigny, in 
jenen Gemeinden bekannt sind. Von diesem letztge- 
nannten Brunnen (Fontaine), welcher des Bachs Helle 
Hauptzuelle ist, angerechnet, folgt die Larie dem Laufe 
dieses Bachs, der von dieser Seite als Grenze des Can- 
tons Malmedy angenommen wird, bis daß diese Gren- 
zen, wie gesagt, die Marlen des ehemaligen Roerde- 
partements erreichen. 
Neunter Arkikel. 
Sollte die Preußische Regierung oder die Stade 
Malmedy, zur Umgehung des vor dieser letzten Stadt 
elegenen Berges, die neuc, schon projectirte Heer- 
Kraße anlegen wollen, und diese von der Stavelotschen 
Chaussee ab, unterhalb Malmedy, zwischen diesen bei- 
den Gemeinden auf der Grenze dergestalt durchschlän- 
geln, daß sie den Berg umzingeln; so sollen in diesem 
* die Grenzen der Stavelotschen Gemeinde auf jene 
traße, in so fern sie in ihr Gebieth hineinreicht, de- 
schrankt werden. Die Straße selbst, so wie die mit 
niedrigen Gesträuchen bewachsenen kleinen Strecken 
Landes, welche diese neue Grenze den Niederlanden ent- 
ziehen wurde, und ungefähr eine Fläche von 5 bis 6 
Hectaren betragen würden, sollen Preußen, als wel- 
ches jene Straße angelegt haben wird, mit vollem Ei- 
genthumsrechte angehdren. · 
·Di·eStavelotfchenEmwohner,vberandereNie- 
derlaͤndische Unterthanen, werden um denselben zwi- 
schen Stavelot und Spa sich ausdehnenden Berg zu ver- 
meiden, jene neue Straße wählen können, ohne ir- 
gend andere Abgaben als die zur Unterhaltung dersel# 
ben üblichen Heckgelder zu entrichten. · 
Die angrenzenden Landleute sollen sogar auch von 
allem Heckgelde, in so fern befreit bleiben, als sie nur 
zum Anbau ihrer Felder, oder zum Gedrauch ihres 
w der Nähe liegenden Eigenthums sich dieser Serape be- 
ienen. « 
Zehnter Artikel. 
Vom Punkte angerechnet, wo die Grenzen des 
Cantons Malmedy die Marken des ehemaligen Rose- 
departements berühren, verfolgt die Linie den Lauf der 
Helle, bis zu ihrer Vereinigung mit einem andern klei- 
nen Bach Namens Sporbach. Auf diesem Vereini- 
gungspunkt verläßt sie die Grenzen des Rosrdeparte- 
ments und tritt m den Canton Eupen, folgt jedoch stets 
dem Laufe der Helle, den ganzen Wald ancer durch bis 
zu einem dritten, die Bitzel benannten Bach; sie folgt 
diesem letztern bis zum äußersten Rand des großen Wal- 
des., gehl der Länge dieses äußersten Randes nach bis 
zum Verderfuß, geht eudlich den Lauf dieses Fluss. s 
hin-
        <pb n="290" />
        — 
qurd la rivière appelege Verdre ei enfin descen- 
dan le cours de ceite riviére jusqu'’au point 
du arrive sur la rive droite TIancienne limite 
bien connue de la Commune de Membach 
dans le Canton de Limbourg; en sorte due 
non-seulement la partie de forét situce entre 
le chemin de Malmedy et la Saure sera remi- 
se à Sa Majeste le Roi des Pays-bas, comme 
faisant partie de 13 Commune de Membach, 
aituèée dans le Canton de Limbourg, mais se- 
ra encore cédée au méme Royame toute la 
Esie comprise entre la Saure, la Helle et les 
imites du Departement de la Roer. 
Articke onzieme. 
Le ruisseau de la Helle ne sera point 
commun aux deux Etats comme les autres 
ruisseaux et rivières formant fromièére. MAais 
il appartiendra exclusivement à Sa Majeste le 
Roi de Prusse dans tout son cours, en sorrte 
due ce sera la rive gauche de ce ruisseau, dui 
formera la limite, de maniere cependant due 
çeue rive appartiendra toute entiere au Royau- 
me des Pays beas. 
/ 
Article dourieme. 
II sera libre zux sujeis prussiens d’acheter 
du bois ct des écorces, dans la partie de Her- 
togenwald siluce entre la Saure et la Helle, 
ei de les exporter en exemption de tour droit 
de Deouanes. Les sujels de Sa Majeste le Roi 
des Pays-bas jouiront des memes avantages 
pour Texploitation de la partie de forét appar- 
dlenante aux Pays-bas, et pourront en exper- 
ter le bois et les écorces à travers le territoire 
prussien, sans é6tre tenus de payer d’autres 
droits due celui de barricres; le tout sauf les 
mesures due chaqdue Couvernemen trouvera 
bon de prendre pour preévenix la fraude. 
Article treizieme. 
La route dEupen à Maimed)y restera con- 
etamment Uhre et ouverte aux sujets prussiens, 
et kes trausports de tome cspece qui pourront 
Avoir lieu par Cceite route ne pourrom étre as- 
s ujettis à aucun droit de douanes, c#e dui D’ex- 
clura "sependant pas la perception d’un droit 
de barriéres quon peurroit trouver bon d’y 
Elablir, mals uniguement pour L construction 
# Tentretien de la voute. 
Les autres chemins parcourant dans tous 
les sens cette grande forét, seront d’'un usage 
ommun pour aulam qu'’ils sero#t reconpnus 
M#c#essres 4 Texploillon des parues de bois 
82 
—! 
hinunter, bis an den Punkt, wo auf dem rechten Ufer 
die ehemalige wohlbekannte Grenze der Gemeinde 
Membach im Canton Limburg, hinanreicht, dergestalt 
daß nicht nur der zwischen der Malmedyer und Saurer 
Straße belegene Theil des Waldes, als Bestandtheil 
der im Kanton Limburg belegenen Membachschen Ge- 
meinde, Seiler Majestät dem Kbnige der Niederlande 
abgetreten wird: sondern es wird auch noch der ganze, 
zwischen der Saure, der Helle und den Grenzen des 
Roêrdepartements enthaltene Theil demselben Kouig- 
reiche aogetreten. 
Eilfter Artikel. 
Der Hellebach soll nicht wie die übrigen Grenzil- 
denden Bäche und Flüsse beiden Staaten gemeinschaft- 
lich zugehdren, sondern er soll in seinem ganzen Laufe 
ausschließliches Eigenthum Seiner Majestät des Königs 
von Preußen seyn, dergestalt, daß das linke Ufer die- 
ses Bachs die Grenze bilde, jedoch so, daß dieses Ufer 
dem Köbnigreich der Niederlande ganz angehdre. 
Zwölfter Artikel. 
Es soll den Preußischen Unterthanen frei stehen, 
in dem zwischen der Saure und der Helle belegenen 
Theile des Hertogenwald, Holz und Rinde zu kaufen, 
und ganz zollfrei auszuführen. Die Unterhanen Seiner 
Majestät des Kdnigs der Niederlande, sollen in Nuz- 
zung des den Riderlanden zugehdrigen Theils des Wal- 
des, dieselbigen Vortheile genießen, und es soll ihnen 
freistehen, Holz und Baumrinde durch das Preußische 
Gebieth auszuführen, ohne andre Abgaben als das 
Heckgeld zu entrichten. Alles mit Vordehalt der Maaß- 
regeln die jede Regierung zu Verhütung von Unterschle 
fen, zu treffen für gut halten wird. 
Dreizehnter Artikel. 
Die Straße von Eupen nach Malmedy soll den 
Preußischen Unterthanen beständig frei und offen blei- 
ben, und Transporte jeder Art, die durch diese Stra- 
ße gehen, konnen keiner Zollabgabe unterworfen wer- 
den; diese Jollfreihcit soll indessen die Erhebung eines 
Heckgeldes ((iroit c# barricres)nicht ausschließen, das 
etwa blos zum Bau und zur Unterhaltung der Straße 
eingefehrt werden könnte. 
Die übrigen, jenen großen Wald in alken Rich- 
tungen duichsreuzenden Straßen, Hllen, in so weit 
sie füur die Nutzung der in ihrer Nahe belegenen Thei- 
le von Geholze als nothwendig auerkannt werden, 
zum
        <pb n="291" />
        » 
Slluses dans leue voisinage. Les Agers fores- 
tiers superieurs des deux Gouvernemens con- 
viendront de ces chemins et formeront de con- 
cert, si la chose est nécessaire, un retzlement 
ce sujet. 
Ar#icke quarorzieme. 
Les Fabricans d’Eupen ayFant obtenu de 
ancienne Administration la permission d'ou- 
vrir et de curer Ccertains lossés et rigoles, si- 
tuèés dans cctie foret enire la Helle ei la Sau- 
re, pour augmenter par ce moycn le volume 
Teau de la Helle, et par conséqucnt de 1a 
Verdre, rivière sur laquelle sont situses 
toutes leurs usines, il a é66 convenu dque cet- 
te Commune ou ses Fabricans seroient main- 
tenus dans cet usage, et du’'’ils peurroient con- 
tnuer à nettoyer et curer les rigolcs et fossés 
actuellement existans, sans cependant qdue cet 
usage puisse eire assimilé aux droits particu- 
liers, dont la conservation est stipulde par 
I Article 30. ci-dessous, mais restera restreint 
aux bornes d’une simple permission, qui pour- 
ra étre révoquée par le Gouvernement des 
Pays- bas, lorsque l'existence de ces fossés ou 
rigoles ou leur curage lui paroitra nuisihle à 
lexploitation de la forêt, ou contrariera ses 
Plans d’amelioration. 
Ces ouvrages ne paurront meme étre com- 
mencés sans en avoir prévenu les Agens fo- 
estiers sous la direction et surveillance des- 
duels ils seront continués. 
Article quinzieéme. 
En quittant la Verdre 4 I’endroit indiqudé 
ci-dessus 4 I'’Article 9. k ligne de démarca- 
tion suivra les limites orientales de la Com- 
mune de Membach jusqu's la chaussée d’Eu- 
pen, puis cette meme chaussée jusqu'fa la mai- 
son blanche, dans la Commune de Henri-Cha- 
pelle, et de la maison blanche jusqu’au point 
d’intersection de ceite chaussee et Tune ligne 
à tirer du point de contact des trois cantons 
dEupen, Limbourg et Aubel au peint de 
contact des trois départemens de I'’Ourte, la 
Roér et la Meuse inferieure; de maniere due 
les parties des Banlicues des Cemmunes de 
Baelen, Wetkinracd, Henri-Chapelle, Mon- 
zen ei Moresnet, situces entre ceite chaus- 
sée, pour autant qu'elie fait frontière, et en- 
tre les limites du Canton d’Eupen, sont cé- 
dees 4 Sa Majeste le Roi de Prusse. 
83 
GS—t 
zum gemeinschaftlichen Gebrauch dienen. Die Ober- 
Forstdedienten beider Regierungen sollen diese Stra- 
Hen bestunmen, und, wenn es nbthig ist, nach ei- 
ner zu treffenden Uebereinkunft cine desfalsige Ver- 
ordnung entwerfen. 
Vierzehnter Artikel. 
Da die Eupenschen Fabrikanten von der ehems- 
ligen Verwaltung die Erlaubniß erhalten haben, ge- 
wisse in gedachtem Walde zwischen der Helle und 
der Saure belegene Gräben und Rinnen, zu dff- 
nen und zu saubern, um dadurch den Wasservor- 
rath der Helle und folglich auch der Verdre, auf 
welchem Fluße alle ihre Hämmer angelegt sind, zu 
vermehren, so ist festgesetzt worden, daß besagter 
Gemeinde oder ihren Fabrikanten jener Gebranch 
gelassen werden soll; und daß sie fortfahren können, 
die gegenwärtig bestehenden Rinnen und Gräben zu 
reinigen und zu säubern; jedoch ohne daß dieser Ge- 
brauch den Privatrechten, deren Beibehaltung durch 
den untenstehenden dreißigsten Artikel stipulmt wird, 
leichgeachtet werden konne.. Es darf vielmehr die- 
—* Gebrauch die Schranken einer bloßen Erlaubniß 
nicht icherschreiten, und es bleibt selbst der Rieder- 
ländischen Regierung vorbehalten, selbige zurückzu- 
nehmen, wann das Daseyn jener Gräben und Rin- 
nen, oder deren Ausräumung der Waldnutzung schäd- 
lich scheinen oder ihren Verbesserungsplänen hinder- 
lich sepn sollte. " 
Diese Arbeiten müssen sogar, ehe sie angefan- 
gen werden, den Forstbedienten vorläufig angeküne 
digt, und hiernächst unter ihrer Anleitung und Ober# 
aufsicht bestritten werden. « 
FünfzehnterArtikeL 
Nachdem die Demarkationslinie an dem oben 
im gten Artikel angese ten Ort die Verdre verlas- 
sen, folgt sie den dstlichen Grenzen der Gemeisde 
Membach bis zur Eupenschen Chaussoe, hiernächst 
dieser Chaussee selbst bis zum weißen Hause (mar- 
son blanche) in der Henri-Chapelleschen Gemein 
de und vom weißen Hause an bis zum Punkte der 
zugleich diese Chaussee und eine kinie durchschneiden 
die vom Berührungspunkte der drei Cantone Eupen 
Limburg und Aubel, bis zum Berührungspunkte der 
Departements der Ourte, Roer und Nieder-Maas 
gezogen wird; dergestalt, daß die zu den Gemcinden 
Bälen, Wetkinräd, Henri-Chapelle, Monzen und 
Moresnet gehdrigen Weichbilde-Parzellen, welche zwia 
schen der Chaussee, (in so weit sie zur Grenze dient) 
und zwischen den Grenzen des Cantons Eupen ge- 
legen find, Seiner Majestät dem Kdnige von Preus 
Hen abgetreten werden. 
12 Sechs-
        <pb n="292" />
        Ariicke seiricme. 
La chaussde elle meme en tant qu’elle est 
déclarte front#ere par l’article precédent, ou 
le sers par disposition uliérieure, sera commu- 
ne aux deur Etats. Son entretien et sa rOp#s- 
ration se feruns à frais coemmuns et la percep- 
rtion du droit de barrières, qui pourra éire 
CGContinuce, ne devra cependant I’eire due pour 
autant due l’exigeront Fentretien de la route 
et le payement de la deite creée pour sa con- 
struction. Ceite route etant commune aux 
deux Etais elle sera affranchie de part et d’'au- 
tre de la perception de tout droit de Douancs, 
ou amre, 4 Pexception du droit de barricres; 
il sera méme interdit aux Douaniers des deux 
Gouvernemen# d’yfir#.aucune visite, per- 
duisition, ou enfin aucun autre exercice qduel- 
conque. 
Article diæseptième. 
Du point Chiintersection dont on vient de 
Parlerx à 1I Article 14. jusqu'au point de contact 
des trois Départemens, la ligne de demarca- 
tion restera indeterminde, les deux Commis- 
"sions n’'’ayant pu s'’entendre sur la maniere dont 
seroit coupée la petite partie du canton. dAu- 
bel dui d’aprés le traité du 31. Mai et autres 
AKctes du Congres de Vienne, doit appartenir 
au Royaume de Prusse. 
Ceite difficulte sera soumise à la décision- 
des Gouvernements respectils, qui prendront 
pDour la terminer tlles mesures ulterieures 
G#'ils jugeron convenir. 
En auendant Cceite Gcision, la frontiére. 
Kovisoire sera formée par la Commune de 
oresnet, de maniére due la partice de cette. 
Commune, situce 4 gauche d’une ligne droite 
à tirer du point de contact des trois Cantons. 
sur le poine de contact des trois Departements, 
ppartiendra dans tous les cas au Royaume des 
Pays-bas; due celle situce à droite d’une ligne à 
ürer des limites du Canton d’Eupen directement 
du Sud au Nord, sur le méme poeine de con- 
act des trois Départements, appartiendra éga- 
lemen dans tous les cas au Royaume de Prus- 
ee:: et du’enfin la partie de cette meme Com- 
mune siluée entre ces deux lignes, comme- 
Etant la seulr qui puisse ét#re raisonnablement 
contestee „ sera soumise d4 une Adminiktration 
commune, er ne pourra eire occupee militai- 
rement par aucune des deux puissances; le 
tout sans préjudice de ce qui z 6é CStabli ci- 
dessus relatirement 4à la partie de Noresnet 
GCmprise entre la grande route et le Camon 
84 
Sechszehnter Artikek. 
Die Chaussoe selbst, in so writ sie durch den 
vorigen Artikel als Grenze erklärt worden ist, oder 
durch nachgehende Verfügungen als Grenze erklärt 
werden wird, soll beden Staaten gemeinschaftlich 
zustehen. Ihre Unterhaltung und ihre Ausbesserung 
sollen auf gemeinschaftliche Kosien bestritten werden, 
die Erhebung des Heckgeldes aber, (droitde bar- 
rières) nur in so fern fortdauernd statt finden, als 
die Unterhaltung der Straße und die Berichtigung 
der zu ihrer Aulegung fundirten Schuld, es erhei- 
schen werden. Da diese Straße beiden Staaten ge- 
mein ist, so soll sie beiderseits von Erhebung aller 
Zoll= oder anderer Abgaben, das Heckgeld ausges 
nonmnen, befreit seyn. Es soll sogar den Zollbe- 
dientem beider Regierungen untersagt werden, irgend- 
eine Durchsuchung, Besichtigung, oder sonstige Amts- 
verrichtung dort auszunben. 
Siebenzehnter Artikel. 
Von dem so eben inr 14ten Artikek angedente- 
ten Durrhschnittspunkte bis zum Berührungspunkte 
der drei Departements, dleibt die Demarkationslinie 
annoch unbestimmt, da beide Commessionen über 
die Abtheilung der kleinen Parzelle des Cantons Au- 
bel, die nach dem Tractat vom 3#ten Mai und den 
übrigen Wiener Congreß-Akten dem Kdnigreich Preu- 
gen angehdren soll, sich nicht haben verständigen 
nnen. 
Diese Schwierigkeit wird der Entscheidung der 
resp. Regierungen anheimgestellt, und es bleiben Ih- 
nen die fernerweiten Maaßregeln überlassen, die zur Bei- 
kegung derselben am zwerrmäßigsten scheinen mochten. 
In Erwartung dieser Entscheidung soll die pro- 
visorische Grenze durch die Moresnetsche Gemeinde 
dergestalt gebildet werden, daß derlenige Theil dieser 
Gemeinde, der auf der linken Seite einer vom Be- 
rührungspumnkte der drei Cantons bis zum Beräh- 
rungspunkte der drei Departements zu Fehenden gra- 
den Linie, belegen ist, in allen Fällen dem Konig- 
reiche der Niederlande angehdren, hingegen der auf 
der rechten Seite einer von den Grenzen des Eupen- 
schen Cantons grade von Süden nach Norden, bis 
zum selbigen Berührungspunkte der drei Departe- 
ments zu ziebenden Lime liegende Theil, in allen 
Fällen dem Konigreich Preusfen angehdren, und daß. 
endlich der zmischen jenen beiden Linien belegene 
Theil derselben Gemeinde, als der einzige der ver- 
nünftiger Weise treitig gemacht werden konne, einer- 
Hemeinschaftlicben Verwaltung unterwersen, und von 
einer der beiden Muchte mulitalrisch beseßzt werden 
soll; alles dics unbeschodet dessen, vas im Ansehung 
des zwischen der Hrerstragze und dein Canton Eupen 
enthaltenene durch den vierzeyhnteir Artikel dem Koͤ- 
nig-
        <pb n="293" />
        d'Eupen, partie qui par PArticle 14. ei-dessus 
à deia. 6i½ Ccédée au Royaume de Prusse. 
Artichke dirhuitieme. 
Du poim de contact des trois Departe- 
ments la ligne de démarcation suivra les limites 
entre l’ancien Departement de la Roc.-et ce. 
Iui de la Meuse inlericure jusqu'a la chaussce 
d/Aix-la-Chapelle à Geilenkirchen, laissant à 
gauche la Commune de Vacls dui appartient 
aux Pays- bas ei dans laquelle sera comprise 
Thabitation du Curé, située sur la ligne me- 
me; puis suivra celte chaussée jusqu'’aux limi- 
tes de la Commune de Rolducz enfin les limi- 
tes de Roldue du coté de Toccidem jusqu’au 
PFoint on elles atecignent la Worms. 
Ainsi la partie de Kerkraede situe &amp; droi- 
te de la chaussée est cédée à Sa Majeste le 
Roi de Prusse, de meme que toute la partie 
de la Commune de Rolduc situke sur la rive 
Sauche de la Worms. Est encore cédéee au 
méme Royaume la partie de chaussée compri- 
sx. entre les limites du Département de la Roér- 
et Rolduc, de maniére que cette Commune 
appartiendra toute entière et en toute proprié- 
et souverainete au Royaume de Prusse. 
Article dixneuoieme. 
La cession des parties de Kerkraede et de- 
Rolduc, dont il vient d’eire fait mention à 
Farlicle precécdent. ne portera aucun prejudice 
à VFexploitation des mines de houille, qut, 
ant ci-devam appartenu 4 l’abbaye de RHol- 
duc, se cominne aujourd’hui dans les Commu- 
vdes de Kerkraede ei de KRolduc pour le compte 
du Gouvernement des Pays- bas, de maniére 
due ce Gouvernement ou tout autre Concessio- 
Baire, qgus le représenteroir, Purra faire dans 
les parties cédées tels ouvrages du’il tronvera 
don, soit pour Tl’extraction de la houille; soit 
Pour I’épuil#ment des eaux; s'entend en in. 
demnisant les propriétaires de la surface de gé 
4 gré ou à dire d’experts. 
Le Gouvernemem prussien ne pourra en 
aucune maniere entraver cette exploitation, ni 
sous pretexte de direction à donner par ses 
Ingénieurs, ni d’impot à établir sur l’extraction. 
ou la sortie de la houille, ni enfin y apporter 
d’autes entraves duelconques qui pourroient 
nuire &amp; # l’exploitation ou géner son debit. 
Le GCeuvernemem prussicn ne pourra non 
Plus accorder des concessions particuliére#“ dans 
lez parties (/éGdée-; celles existantes aujurd’hut 
C####nt se refemer dans les, limites &amp; elles 
*85 
nigreich Preußen bereits abgetretenen Theils von 
Moresnet bereits oben festgesetzt worden. 
Achtzehnter Artikel. 
Vom Berührungspunkte der drei Departements 
an gerechnet, folgt die Demarkationslinie den Gren- 
zen zwischen dem ehemaligen Roer= und dem Nieder- 
as -Departement bis zur Aachner Chaussee zu 
Geilenkirchen. Die den Niederlanden zugehbrige 
Vaälser Gemeinde nebst der ihr zugetheilten auf der 
Linie selbsi stehenden Pfarrwohnung, bleibt zur linken. 
Seite liegen; alsdann geht die Grenze längs der Chauf- 
see bis zu den Grenzen der Rolducschen Gemeinde, 
und zulett längs den Rolducschen Grenzen auf der 
dstlichen Seite dis auf den Punkt, wo sie die Worms 
erreicht. " 
Also wird der zur rechken Seite der Chaussse- 
belegene Theil von Kerkräde, .n wie der ganze auf 
dem linken Ufer der Worms belegene Theil der Rol- 
dueschen Gemeinde Seiner Majestät dem König von 
Preußen abgetreten. Noch wird der zwischen den 
Grenzen des Rosr-Departements und Rolduc enthal- 
tene Theil der Chaussêée demselben Königreiche abge- 
treten, dergestalt, daß besagte Geme#rde mit allen 
Eigenthums= und Landeshohelts-Rechten dem Kdnig= 
reich Preußen ganz angehdre. 
Neunzehnter Artikel 
Die so eben im vorigen Artikel erwähnte Abtre- 
kung der Kerkrader und Rolducschen Theile soll dem 
Steinkohlgruben-Bau keinen Schaden oder Nachtheil 
bringen. Dieser Bau der Steinkohlgruben gehorte 
ehemals der Abtei Rolduc zu, und wird heute in den 
Kerkräder und Rolducschen Gemeinden für Rech- 
nung der Niederländischen Regierung fortgesetzt, der- 
gestalt, daß diese Regierung, oder der statt ihrer 
eintretende Rechts-Innhaber, die Befugnif behält, 
in den abgetretenen Theilen die zur Ausgrabung der 
Steinkohlen oder zur Abwässerung dienlichen Arbeiten 
vornehmen zu lassen. Jedoch müssen die Eigenthü- 
mer der Oberfläche entweder durch gütliches Aoromn- 
men, oder durch Ausspruch von Sachverstandigen, 
entschädigt werdem. 1 · « 
Die Preußische Regierung kann weder unter dem 
Vorwand einer ihren Ingenieurs übertragenen Di- 
rection, noch durch Auflagen, oder durch andere 
Hindernisse, den Grubenbau und die zu Tage Forr 
derung der Kohlen sidren, oder beschränken- noch 
sonst den Absautz hemmen. 
Die Preußische Regierung darf auch in den ab- 
Hetretenen Theilen keine Priont-Commsssionen, bewil- 
c 
gen.Dieietztschonbek?ehendetrb.«eib·en·inidecr 
Grenzen beschraͤnkt, die ihnen durch die Cessionsakte 
uder
        <pb n="294" />
        assignées par leurs actes de concession ou par 
les lois scus I’autorité desquelles elles ont 614 
accordées. 
Areicke vingrieme. 
Cette exploitation de honuille appartenante 
au Royaume des Pays-bas jouira en outre des 
Privileges ou avantages suivans: 
I) Toute la houille qui en seroit expédiée 
Pour la Province de Liége ou autre contrece 
des Pays bas, et dui devroit eimprunter le ter- 
ritoire prussien, ne pourra etre soumise à au- 
cun droit de douane, ni meme de transit; il 
%suffra d’etre porteur d’un certihat du Direc- 
teur de la houilliére. 
2) Cette exploitation jouira du droit d’ache- 
ter lors des ventes dans le Steinbosch, petite 
Horet appartenant d des particubers, du bois 
d’étangonnage, et de Texporter franc de tout 
droit de douane. Cet avantage s'étendra 4gale- 
ment aux autres exploitations de particuliers qdui 
Pourroient cxister dans la Commune de Kerk- 
raede ou autres des environs. 
3) Le Gouvernement des Pays-bas pourra 
4tablir sur la Worms dans toute I’'étendue des 
Parties cédées, tels ouvrages hydrauliques qu-il 
trouvera bon, soit pour I’extraction de la houil-. 
le, soit peur I’épuisement des eaux. 
Le Gouvernemem prussien ne pourra rien 
ehanger ni innover à T’etat actuel de la Worms, 
dui puisse nuire aux ouvrages faits ou 1 faire 
Par le Couvernement des Pays-bas. 
Article vingt-er- urn#eme. 
Le Couvernement des Pays bas, ainsi que 
les particuliers, Pourront acheter ou exploiter 
n carrière de gres, qdui se trouve dans le mé- 
me Steinbosch, et en exporter les pierres en 
franchise des droits de douanes. 1#“5 sujets 
Prussiens pourront s'approvisionner de houilles 
x exploitations des Pays-bas au meme prix 
due les sujets memes du Royaume tt exporter 
en exemption, de tout droit duelconque sinon 
celui de barriéres. 
Artiche vingt· deuæieme. 
Du point ou les limites de la Commune 
de Rolduc touchent la Worms, la ligne de deé. 
marcation en suivra le cours vers le nord jus- 
qu'à ce que cette rivière atteigne de nouveau 
les limites des deux Départemens de la Meuse 
infericure et de la Roer, longera cette limite, 
laissant les Cantonps de Rolduc, Hurle et Oers- 
beck à gauche et Celenkirchen avec une pare 
86 
oder durch die Gesetze, unter beren Gewalt sie be- 
willigt worden, angewiesen sind. 
Zwanzigster Artikel. 
Dieser dem Konigreiche der Niederlande zustän- 
dige Steinkohlenbau benießt noch außerdem folgende 
Privilegien oder Vortheile: 
7) Alle Steinkohlen, die nach der Provinz Lüt- 
tich oder einer anderen Gegend der Niederlande versen- 
det werden, und das Preußische Gebiet berühren 
müßten, sollen Zoll= und Trausitofrei seyn. Es be- 
darf dazu blos eines Attesis des Gruben-Directors. 
2) Dieser Bau genießt das Recht, zur Verkaufszelit 
in der zum Steinbosch gehörigen kleinen Privatheide 
das bendthigte Stutzholz anzukaufen, und Felfte aus-ä 
zuführen. Dieser Vortheil erstreckt sich gleichfalls 
auf die übrigen Bauten und Nutzungen, welche in 
der Kerkrädenschen eder in andern benachbarten Ge- 
meinden Privat-Eigenthümern zustehen. 
3) Die Riederländische Regierung kann auf der 
genzen Strecke der abgetretenen Theile jedwede be- 
iebige, zur Ausgrabung der Steinkohlen, oder zur 
Abwässerung erforderliche hydraulische Werke, an der 
Worms anlegen. 
Die Preußische Regierung darf an dem gegen- 
wärtigen Zustande der Worms keine Aenderung noch 
Neuerung vornehmen, welche den von der Nieder- 
ländischen Regierung angelegten oder anzulegenden 
Werken schaden könne. 
Einundzwanzigster Artikel. 
Die Niederländische Regierung sowohl als Pri- 
vatpersonen, dürfen die im Steinbosch befindliche Kies- 
gruben kaufen oder nutzen, und den Stein zollfrei aus- 
fuhren. Die Preußischen Unterthanen können sich bei 
den Niederlänbischen Vorrathslagern zu gleichen Prei- 
sen als die Niederländischen Unterthanen mit Steinkoh= 
len versehen, und mit Ausnahme des Heckgeldes, Ab- 
gabenfrei ausführen. 
Zweiundzwanzigster Artikel. 
Vom Punkte wo die Grenzen der Roltueschen 
Gemeinde die Worms berühren, folgt die Demarca= 
tionslinie dem Laufe des Flußes nordwärts, bis sel- 
bige die Grenzen der beiden Nieder-Maas= und 
Roer-Departements wieder erreicht. Sie läßt die- 
Cantene Rolduc, Hurle und Oersbeck zur linken und 
Geilenkirchen mit einem Theil von Sittard zur rech- 
en Seite liegen, und zieht sich weiter, bis sie si 
li
        <pb n="295" />
        de Sittard à droite, jusqu'à ee qu'elle rencontre 
au midi de Hellensberg la ligne qui doit cou- 
Per ce dernier Canton en deux parties à4 peu 
Prés égales et qui va éme determinee par l'ar- 
ticle suivant. 
Artiche vingt rrofsieme. 
Pour partager le Canton de Sittard, on ti- 
rera une ligne droite du clocher de Sittard àd 
clui de Wehr, ei sur le point milien de cet- 
te ligne on elevera une méridienne qui sera 
Prolongee d’un c6té vers le midi jusqu’aux li- 
mites du Camuon, limites qui forment aussi 
eelles du Départemem et ou elle se joindra par 
eonséquent à la ligne de demarcation, comme 
i est dit à Darticle précédent. 
D’un autre cöté éCette méme méridienne sera 
rolongee au nord jusqu’au ruisseau appelé 
Koodebrer et doans toute sa Jongucur servira 
de ligne de demarcation, sauf cependam que 
d’un coté Bruck-LSittard restera 4u Royaume 
des Pays-bas avec sa Banlieue, et due de l’au- 
####e cot Wintraken, Hillenberg et Wehr res- 
teront au Royaume de Prusse é6galement av#c 
leurs Banlieucs, ou à delaut de Banlicue pro- 
Prement dite, avec le terrain et les maisons 
comprises dans la circonscription de ces en- 
droits ou hameazux. 
Du point ou ceitte méridienne touche le 
Roodebeck la ligne de demarcation suivra ce 
Fuisseau jusqu's la Banlieue de Sustern et lon- 
gera les limites oricentales de ceite Banlieue 
Jusqdu'’à I’ancien territoire hollandois. 
Ariicle vingt quatrieme, 
Ensuite la ligne de démarcation suivra les 
-limites orientals du- terr itoire hollandois, en 
laissant à droite ls Communes pPrussiennes de 
Havert, Waldwucht, Kareken, Effeh et Aers- 
beck, et à gauche les Communes des Pays.bas 
Echt, Posterholt et Vlodorp; longera les Ii. 
mites de ccrue dernicre Commune jusqu'a la 
grande bruyére appelde Meinweg; suivra les 
Parties du Meinweg appartenantes à Vlodorp 
et à Herkenbusch et Melich, laissant ces deux 
Fartits à gauche et les parties appartenantes 
aur Communcs prussiennes de Bergelen, Op- 
hoven, Effelt, Stenkerken et Karken à droite 
et arrivera ainsi 4 la partie dépendante de Ru. 
yemonde; suivra de la méme maniére et dans 
I meme seit's cette (dlernière partie, la. laissant 
à gauche ainsi due celle appartenante à Her. 
ten, ei laissam à droitt la partie dependante 
de Nederezuchten jusqu'à ee qu’elle amive en- 
*? 1 
87 
—d 
lich Hellensberg der Linie begegnek, die den letztbes 
nanntrn Canton in zwei beinahe gleiche Theile 
schneiett und durch folgenden UArtjkel beschrieben 
wird. 
Dreiund zwanzigster Artikel. 
Um den Canton Sittard abzutheilen, wird vom 
Sttaroschen bis zum Wehrschen Krchthurme eine 
erade= Linie gezogen, und auf dem Mittelpunkt die- 
8 Linie eine Mittagslinie errichtet, welche von ei- 
ner Seite südwärts bis zu den Grenzen des Cantons 
(die zugleich die Grenzen des Departements biloen) 
verlängert wird, und wo sie folglich, wie im vor- 
hergehenden Artikel gesagt worden, sich mit der De 
marcationslinie vereinigen wird. 
Auf der andern Seite wird dieselbe Mittagslinie 
nordwärts bis zum Roodebeekschen Bach fortgezogen, 
und dient in ihrer ganzen Länge als Demarcations= 
lime; jedoch mit dem Vorbehalt, daß einer Seits 
Bruck-Sittard mit seinem Weichbilde dem Kdnigrei- 
che der Niederlande, und andrer Seits Wintraken, 
Hillenberg und Webr ebenfalls mit ihren Weichbil- 
den, oder in Ermangelung egentliche Weichbilde, 
mit der im Umkreise dieser Ortschaften oder Weiler 
befindlichen Erdfläthe und den darauf siehenden Häu- 
sern, dem Königreich Preußen verbleiben werden. 
Vom Punkte an gerechnet, wo diese Mittags- 
linie den Roodebeek berührt, 4orl t die Demarcations= 
linie diesem Bache bis zum Essteruschen Weichbilde, 
und läuft längs den ostlichen Grenzen dieses Weich- 
bildes bis zum ehemaligen Holländischen Gebiet. 
Vierundzwanzigster Artikel. 
Hierauf folgt die Demarcationslinie den dstlichen 
Grenzen des Holländischen Gebieths und läßt die 
Preußischen Gemeinden Havert, Waldwucht, Kare- 
ken, Effelt und Aersbeck zur Rechten, und die Rie- 
derländischen Gemeinden Echt, Posterholt und Vlo- 
dorp zur Linken liegen. Sie läuft alsdann längs 
den Grenzen letzterer Gemeinde bis zur großen Hei- 
de Meinweg, folgt den zu Blodorp, zu Herkenbusch 
und zu Melich gebdrigen Theilen des Meinweg, läßt 
diese beiden Theile links, und die zu den Preußt- 
schen Gemeinden Bergelen, Ophoven, Effelt, Sten- 
kerken und Karken gehdiigen Theile rechts liegen, 
und gelangt so an den von Ruremonde abhängiaen 
Theil; folgt weiterhin auf dieselbe Art und in der- 
selben Richtung diesem letztern Theile, den sie nebs 
dem zu Herten Sehörtgen Theil links, den von Nes 
dercruchten abhängenden Theil aber rechts liegen 
läßt, bis sie zuletzt das äußersie Ende jener Hede 
Gerreicht, und die Grenzen der Preupischen Gemen= 
" en
        <pb n="296" />
        fin an bout de cette Druykre et atteigne les 1i- 
mites de la Commune prussicenne d’Elmpt, 
dans le Canton de Cruchten; continuera de 
suivre les limites de cette dernière Commune, 
en laissant à gauche des parties du Meinweg 
appartenantes à Herten et Masniel, ainsi due 
des Cemmunes de Herkenbosch, Masniel er 
Zwalmen, jusqu’afce du’avec les limites d’Elmpt 
elle arrive au ruisseau dit Swalm- 
Traversain cce ruisseau, elle se dirigera par 
une ligne droite à travers une autre bru)ére, 
appelee Elempter-Busch, sur de pointile plus 
ellental de la Commume de Besel, dit Griet- 
dens Cericht; Puis, daissant à droite les Gom.- 
mimes prussiennes de Bruggen, Krucht et Kal-- 
denkirchen, elle suivra des limites crientales 
les Communes de Besel ei Bhelfeld., apparte- 
nantes aux Pays-bas, jusqufs ce due la limite- 
de cette dernièrt, en avant du moulin dit 
Walbukermelen, se rapprochant de la Meuse, 
Tommence à ne plus taisser emnte elle et le 
llenve Tintervalle de 800 verges du Rhin; à 
ce point la frontière quittera les limites de Lel- 
i4eld et se dirigera à fravers Ia Commune prus- 
sienne de Kaldenkirchen par une digne tracke 
parallelement à J4 Meuse et à la distancçe du 
fleuve de Soo verges jusdu'’a ce due celte pa- 
rallèle, aprés avoir laissé Tegelen à gauche, 
aueime ia Banlieue de Venlo: bien ½entendu, 
due, si cetle Daralléle rencomnoit dans son 
cours une pointe avancée soit de Belfeld ou 
de Tegelen, 1a ligne de demarcation abandon- 
neroit dans ce cas la parallele, tourneroit au- 
tour de cette poimte et la reprendroit ensuite 
pour arriver avec elle, romme on vient de le 
dire, d4 lda Banlieue de Venlo. 
1#rtichs oingt-cinquiemc. 
La ligne de demarcation, arriwée à la Ban- 
dhieue de Venlo, en suivra la direction et lais- 
Sera 4à gauche Verdo, Welden, Arcen ei Well, 
Communes appartenantes au Rozaume des 
Pays bas; et à droite Straelen, Walbeck et 
Twisteden, appartenantes au Royaume de Prus- 
se; une partie de la Banlicue de Straelen et 
de Walbeck sera coupée parune parallèle sembla- 
ble à celle dont on vient de parler à l'article 
précédent. La ligne passera ensuite entre les 
Communes Bergen er Afferden, qu'elle laisse- 
ra du coté des Pays bas, et entre Wure, Hulm, 
Gzsosedonk, Hassum et Hommersum, dueelle 
laissera du cöté de la Prusse; cominuera enfin 
de la meme maniere, zen suivant des limires 
Srientales de Hegen et Ottersum, et en dais- 
88 
de Elmpt im Canton Eruchken berührt. Sie folgt 
hiernächst ununterbrochen den Grenze:; letzterer Ge- 
meinde und läßt die zu Herten und Masniel gehö- 
rigen Theile des Meinwegs nebst den Gemeinden 
Herkenbosch, Masnicl und Zwalmen zur linien Sei- 
te legen, bis sie mit den Elmptschen Grenzen an 
den Swalmen-Bach anlangt. 
Diesen Bach gqucer durchschneidend, wird sie 
durch eine andre Heide, Ramens Elmpter Busch, bis 
auf den östlichsten Puntt der Gemeinde Bessel (ge- 
nannt Grictjens = Gericht) in eine grade Linie querr 
durchgefährt. Nachdem sie hierauf die Preußischen 
Gemceuden Bruggen, Brucht und Kaldenkirchen zur 
rechten Seite gelassen, folgt sie den östlichen Gren- 
zen der den Niederlanden zugehbrigen Gemeinden 
Bessel und Belfeld bis die Grenze letzterer Gemem- 
de, vorwärts der Walbukermolenschen Mähle, sich 
der Maas nähernd, zwischen ihr und dem Fluße 
nicht mehr g##uen Raum von Zoo lheinländischen 
Ruthen übrig läßt. Der- auf diesem Punkt verläßt 
sie die Belfeldschen Grenzen und läuft durch die 
Preußische Gemeinde Kaldenkirchen in einer mit der 
Maas fortgehenden Parallel-Linie und in einer acht- 
hundert Ruthen weiten Entfernung vom Flupe, bis 
da wo diese Parallel-Linie, nachdem sie Tegelen 
zur linken Seite gelassen, das Venlosche Weichbild 
erreicht, wohl verstanden, daß wenn diese Parallel- 
Linie in ihrem Laufe einen vorragenden Punkt von 
Belfeld oder von Tegelen, begegnete, die Oemarca-- 
tionslinie alsdann die Parallel-Linie verlassen, diese 
Spitze umgehen und die Varallel-Linie wieder cin- 
holen würde um mit ihr, wie so eben gesagt worden 
ist, an das Venlosche Weichbild zu gelangen. 
Fünfundz wanzigster Artikel. 
Die zum Venloschen Weichbilde angelangie De- 
marcationslinie folgt dessen Richtung, und läßt die 
dem Kdnige der Nliederlande zugehörigen Gemeinden 
Venlo, Velden, Arcen und Well zur Linken, die 
dem Koönigreich Preußen zugehdrigen Gemeinden 
Strälen, Walbeck und Twisteden zur Rechten licgen. 
Ein Theil des Strälen= und des Walbeckschen Weich- 
bildes wird von einer Parallel-Linie durchschnitten, 
wie sie im vorhergehenden Artikel angegeben ist. 
Die Linie gebt nachher zwischen den Gemeinden Ber- 
gen und Afferden welche sie auf der Niederländischen 
und zwischen Wure, Hulm, Gaosedonk, Hassum und 
Kommersum welche sie auf der Preußischen Seite läßt, 
läuft auf dieselbige Art fort, indem sie den bstlichen 
„Grenzen von Hegen und Ottersum folgt, und Hommer 
sum, Kessel und Nergenaer his zum sogcnannten 
Reichs-
        <pb n="297" />
        sant 4 droite Hommersum, Reæssel et Nerge- 
naer, jusqu'à la foret appelée Reichswald; ar. 
rivée 4 cette foret, elle en suivra la 1lisiére, 
en longeam Gennep et Milsbeck, et laissant 
Ile marais dit Konings- Vun au Royaume des 
Pays- bas; arrivera alnsi 4 la route quiconduit 
de Tendroit appelé Sware-Weg à celui appe- 
16 Aen-Het-End, suivra ce * à droite 
jusqu'au poim le plus voisin de la fronlice 
de ID’ancien territoire hollandois, et de ce point 
Par une ligne droite atteindra enfin ceite fron- 
tiècce ou elle funit, conformément 4&amp; l’article a. 
du Traite du 31. Mai. 
Arrichke vingr-sixrieme. 
Comme malgré les renseignemens déja pris 
Stle mesurage qui z deja eu lieu, il est ce- 
Pendant encore possible due duelques Ban- 
lieues prussiennes, amres due celles mention- 
nées ci dessus, approchem de la Meuse plus 
près que de Soo verges du Rhin, il est con- 
venu qdue la distance de ces parties avandées 
eroit definitivement constatée sur tous les 
points lors de la plantation des poleaux, el due 
partont ou les Banlieues de Commumnes des 
Pays bas ne tiendroient point la Prusse à 12 
distance de 800 verges de ia Meuse, la paral- 
lele en question 7 suppléeroit et fermeroit Ia 
fronticre. 
Artiche eingr. seprieme. 
Partout cou des ruisseaux, rivieres ou fleu- 
ves feront limites, ils seront communs aux 
deu Etats, 4 moins qdue le comraire ne soit 
Ppositivement stipule, et lor#qu’ils seront com- 
muns, l’emtretien des ponts, le curage eitc., 
ve feront de concert et à frais communs. Mais 
chaque Etat sera exclusivement chargé du soin 
de veiller 4 la conservation des bords situés 
de son côtc. II ne pourra étre fait ni au 
eours des rivieres, ni 4 I’état actuel des boris 
aucune innovalion quelconque, ni é##re accorde 
aucune coneession ou prise d’eau sans le con- 
cours et le sonsentemem des deux Gouverne- 
mens; il en sera de meme des fosses, rigoles, 
chemins, canaux, hayes ou tout autre obijet 
servantde limites, c'iest à · dire, que ces ob- 
jen duant à la souveraineté seront communs 
aux deux Puiszances, et quon ne pourra rien 
changer à leur état actuel qdue de commun rc- 
cord, 1 moins toutelois en cas de stipulation 
Gontraire. 
men werden darf, cs sey 
0 S— 
Reichswald zur Rewten läßt. Hat sie diesen Wald 
erreicht, so folgt sie dessen äußersten Rand läugs 
Gennep und Milöbeck, und uberläßt den Sumpf, 
Konings-Vun genannt, dem Königreich der Nieder- 
laz-,de, betritt so die Straße, welche von der Ort- 
schaft Swarte -Weg zur Ortschaft Aen-Het-End 
führt, folgt dieser Straße rechts bis zu dem Punkt, 
welcher der Grenze des ehemaligen Holländischen Ge- 
biets zunächst liegt, und erreicht endlich von diesem 
Punkte aus in einer geraden Linie jene Grenze, wo 
sie, dem aten Artikel des Tractats vom 3#u#sten Mai 
gemäß, endiget. 
Sechöundzwanzigster Artikel. 
Da ungeachtel der bereits eingezogenen Nach- 
tichten, und der bereits vorgenommenen Feldmes- 
sung, es dennoch mbglich ist, daß noch cinige an- 
dere Preußicche Weichb#ilde, als die obenerwähnten, 
um mehr als 800 Rheinländische Ruthen der Maas 
sich nähern, so ust verabredet worden, daß die Ent- 
fernung dieser vorspringenden Theile, bei Errichtung 
der Grenzpfähle definitiv ausgewiesen und außer 
Qweisel gesetzt werden soll; auch daß überall, wo die 
Weichbilde der Niederländischen Gemeinden Preußen 
nicht auf eine Entfernung von 8f00 Rheinlk. Ruthen 
von der Maas ab hielten, die erwähme Parallel- 
7 das Fehlende ergänzen und die Grenze bilden 
olle. 
Siebenundzwanzigster Artikel. 
Ueberall wo Bäche, Flüsse und Strbme, Gren- 
n machen, sollen sie beiden Staatin gemeinschaft- 
ich angehdren, wenn nicht das Gegentheil ausdrack- 
lch festgesetzt worden. Da wo sie beiden Staaten 
gemeinshaftlich angehdren, soll die Unterhaltung 
der Brücken, die Ausräumung 2c., in Uebereinstim- 
mung beider Theile und auf gemeinschaftliche Kosien 
geschehen. Jedem Staak überbleibt aber ausschließlich 
die Erhaltung der auf seiner Seite liegenden Ufer. 
Es darf weder an dem Lauf der glaße, noch an 
dem gegenwärtigen Zustande der Ufer irgend eine 
Neuerung, noch ohne Mitwirkung und Zustimmun 
beider Regierungen irgend eine Concession oder Was 
gerr teinen bewilligt werden. Dieselbe Bewandniß 
oll es mit den Gräben, Rinnen, Furchen, Wegen, 
Kanälen, Hecken oder mit jedwedem andern zur Grenze 
dienenden Gegenstand haben, das heißt, daß diese 
Gegenstände in Betreff der Oberherrlichkeit beiden 
Mächten gemeinschaftlich angehdren sollen, und daß 
mit ihrem gegenwärtigen Dustande keine Veränderung 
als in gemeinschaftlicher Uebereinstimmung vorgenom- 
denn in Fallen, wo das 
Gegentheil ausgemacht wärc. 
m Ob-
        <pb n="298" />
        —— 
L'usage de I’Oure serna libre et commun 
anx deux Etats dans tout son. cours limitrophe, 
malgre qdue Vianden soit &amp;4 cheval dessus et 
abbartienne entièrement aux Pays-bas; sans 
Dbréjudice cependant des droi de souverainetée 
sur la totalite de ceitte Commune y7 compris 
la rivière. 
Les passages d'eau, qui existent en ce mo- 
ment sur la Moselle et autres riviéres servant 
de frontières, seront conserves dans leur état 
ctuel. Les droits établis continueront d’etre 
pbercus pour le compte des memes Etats qui 
en jouissent aujourdhui. On aura de part et 
WFautre la faculié d’etablir et d’entretenir sur 
la rive opposéc les ouvrages négessaires pour 
faoiliter Pabord aux passans. 
La péche sera éGgalement commune etcon- 
tinuera d’étre adjugée publiquement pour le 
ompte des deux Etats; ces adjudicalions se 
feront alternativement dans une Cemmune 
frontière du Royaume de Prusse et dans une 
du Royaume des Pays-bas. Les Autorités 
locales des deux Etats s’'entendront sur le mo- 
6n 4 suiyre eit les endroits cu elles auront 
eu. 
Acticle vingt- Aueieme. 
Les iles de la Moselle, la Sure et l'Oure 
qui se trouvent scharées de leurs Communes 
Par le principal courant serent rangées dans 
Ia cathégorie des Banlieues conpées, dont il 
est duestion à 1°Aniicle ci- dessus, et abbartien- 
dront à ULelat sur la rive dudunel elles seront 
situces. Les autres continneront de faire par- 
tie de leurs Communes et resteron au HRogzu- 
me, (ont ces Communes font partie. Au ckas 
du’il soit douteux, de quel coleé se trouve le 
Drinciral courant, les iles suivront les Com. 
Anunes dont elles dependent, ei au cas due 
c#es Communes fussent paurtagées par le presein 
traite elles suivront la Partie o0 se tronve le 
Chef-LTieu. 
En conscquence les iles de la Moselke dites: 
I) Petite Besche dependante de la Commu- 
ne de Wintringen; 
2) les. denxz Remich appartenantes 4 la 
Commune du meine nom; 
3) Wormeldingen dépendame de la Com- 
mune du meme nom; 
apparticmilront au Royaume ile Prusse. 
1⅝% ailrs ilrs Cemend sites dans la 
Keslt, 1.#:: 
90 — 
Obgleich die beiden Ufer der Oure von der Vian- 
denschen Gemeinde besetzt sind, und diese Gemeinde 
den Niederlanden gänzlich angehört, so soll der Ge- 
bra##ch dieses Flusses dennoch frei seyn und beiden 
Staaten gemein bleiben, ohne daß jevoch die Landes- 
hoheitsrechte uber das Ganze der gedachten Gemein- 
de, den Fluß mit Vinbegeisen , beschadet würden. 
Die in diesem Augenblick auf der Mosel und auf 
andern Grenzflüssen bestehenden Wasserfahrten sollen 
in ihrem gegemwärtigen JIustande erhalten werden. 
Die, aufgelegken Abgaben sollen für Rechnung eben 
derselben Staaten die sie am heutigen Tage genie- 
Hen, fortdauernd erhoben werden. Beiderfeits wird 
man die Befugniß haben, auf dem gegenübersiehen- 
den Ufer die ndthigen Werke anzulegen und zu un- 
terhalten, um den Hinüberfahrenden die Anlandung 
zu erleichtern. 
Die ESischerei soll ebenfalls gemein seyn, und 
fortwährend für Rechnung beider Staaten dffentlich 
verstrigert und zugeschlagen werden. Oieser Zuschla 
geschieht wechselsweise in einer dem Kdnigreich Preut= 
sen, und in einer dem Kdnigreich der Niederlande an- 
grenzenden Gemcinde. Ueber die dabei zu befolgen- 
de Verfahrungsart und über die Ortschaften, wo der 
Zuschlag zu halten ist, müssen sich die Ortsbehdrden 
beider Staaten mit einander verständigen. « 
Achtundzwanzigster Artikel. 
Die von ihren Gemeinden durch den Hauptstrom 
getrennten Inseln der Mosek, der Sure und der 
Dure, sollen in die Klasse der in obigem Arkikel er- 
wähnten durchschnittenen Weichbilde gebracht werden, 
und dem Staate, an dessen Ufer sie belegen sind, 
angehdren. Die ürigen verbleiben fortwährend ihren 
Eemeinden und folglich auch dem Königreiche, zu 
dein diese Gemeinden gehbren. Ist es zweifelhaft, auf 
welcher Seite der Hauptstrom sich befinde, so folgen 
die Insekn den Gemeinden, von denen sie abhüngen, 
und im Faste diese Gemeinden durch gegenwärtigen 
Tractat geeheilt seon sollten, folgen sie dem Theil 
wo der Hauptert liegt. 
Folglich twerden die Mosel-Inseln: 
1) Kleme Besche (petite Besche) von der Wint- 
ringenschen Gemeinde abhängig; 
2) Die beiden- Remich, der Gemeinde gleichen Na- 
mens angehdrig; # 
3) Worpie dgen von der Gemeinde dieses Na- 
mens abhängig; 
dem Königreich Prcußen zufallen, und 
DODie übrigen ebenfalls in der Mosel liegenden 
Inseln, nmlich: . 
1) Die
        <pb n="299" />
        ) Lile de Remichen dépendante de la Com- 
mune du meme nom; 
2) La grande Besch dépendante de la Com- 
mune de Schwebsingen; 
3) Macher dépendante de la Commune dau 
méeme nom; 
4) Les duatre iles dependantes de la Com- 
mune de Stadbredimus; 
apartiendront au Royaume des Pays-bas. 
Le sort des petites iles incultes et de trés 
en d’importance qdui se tromweit sieuces dans 
a Sure et I'Oure sera réglé d’apreés les prin- 
cipes ci - dessus par les Commissaires charges 
de la plantation des poteaux; dans tous les 
cas la petite #lle situce prés d’Esternach et grau- 
de d’environ un tiers d’hectare, continuera 
d’appartenir au Royaume des Pays-bas, 
Artiche vingr- neuvçieme. 
Les domaines de I’Etat qui pourront se 
tcouver dans les Communes ou parties de Com- 
munes changeant de domination suivront tou- 
jours le Territoire et appartiendront au nou- 
venau Souverain, sauf ce qui a &amp;té stipuleé ci- 
dessus relativement aux exploitations de houil- 
le de Rolduc; au contraire les domaines par- 
ticuliers des Souverains leur seront conserves 
n’importe la domination sous laquelle ils se- 
roient situés ou destinés à passer. Les contri- 
butions et autres revenus de I’Etat courront et 
seront perçus pour le compte du nouveau Sou- 
verain à dater du jour de la prise de posses- 
sion, jour, qui dans aucun cas ne pourra de- 
asser le terme fixé6 par 1.Article 41. relatif à 
évachation &amp; la remise des endroits cédés ou 
SEchangs par le présent Trai, en sorte due 
Si par duelqu'’ é&amp;vé nement imprévun la prise de 
Possession d'une Commune ou partie de Com- 
mune se trouvoit retardée, les contributions 
et autres revenus de l'Etat n'’en seroient pas 
moins dus à dater du jour fé. 
Arriche frentieme. 
Les biens, les droits réels et actions qdui 
peuvent competer aux Communes, Etablisse- 
mens publics ou particuliers de l’une ou l'au- 
ire dominalion, dans et sur les lieux et terri- 
toires réciproquement cédés ou GEchanges ou 
diviscs, comme (1oréts et autres biens Commu- 
naux situés dans des parties de Banlieues s6- 
pares de leurs Chefs-Lieur, droit de parcours 
ou de vaine Pature, d’extraction de tourbe, 
91 
1) Die von der Gemeinde gleichen Namens abhän- 
gige Insel Remchen; 
2) Oie von der Schwebsingenschen Gemeinde ab- 
bängige große Besch (grande Besch); 
3) Die von der Gemeinde gleichen Namens ab- 
hängige Insel Macher; 
4) Die von der Stadbredimusschen Gemeinde ab- 
hängigen vier Inseln; 
dem Konigreich der Niederlande zugehdren. 
Das Schicksal der in der Sure und Oure liegen- 
den unbebauten, höchst unwichtigen Inseln, soll von- 
den mit der Errichtung der Grenzpfähle beauftragten 
Commissarien nach obigen Grundsätzen bestunmt wer- 
den. In allen Fallen gehörr bie bei Esternach bele- 
gene, und ungeföhr ein Drittel Hcetar Fläche enthal- 
tende kleine Insel, fortwöhrend dem Konggreich der 
Niederlande., 
Neunundzwanzigster Artikel. 
Die Staats-Domainen, die etwa in den zu ei- 
ner andern Oberherrschaft übergehenden Gemeinden 
eder Gemeindetheilen sich befinden mochten, sollen, 
mit Vorbehalt dcs in Beziehung auf die Relducschen 
Steinkohlen-Nutzungen fesigesetzten Bestimmungen, 
stets dem Gebiet folgen, und dein neuen Landesherrn 
angehören. Hingegen behält jeder Landesherr seine 
Privat-Domainen, unter welcher Oberherrschaft sel- 
bige auch belegen oder zu stehen kommen mögen. 
Die Stenern (contributions) und andre Staatsein- 
künfte sollen, vom Tage der Besichnahme an gerech- 
net, für die Rechnung des neuen Landesherrn taufen 
und erhoben werden. Der Tag dieser Besitzuahme 
darf jedoch den durch den Alsten Artikel festgesetzten, 
für die Räumung und die Uebergabe der durch ge- 
genwärtigen Tractat abgetrerenen oder ausgewechsel- 
ten Ortschaften angenommenen Termin, auf keinen 
Fall überschreiten. Und wenn also durch unvorherge- 
sehene Vegebenheiten, die Besitznahrre einer Gemein= 
de oder eines Theils der Gemeinde verzögert würde, 
se sollen dennoch dic Steuern (coniributions) und 
andre Staatseinkünfte, vom bestimmten Tage an 
gerechnerg nichts desto weniger dem neuen Landes- 
errn zufallen. 
Dreißigster Artikel. 
Aufrecht und beibehalten werden in den wech- 
selseitig abgetretenen, ausgetauschten oder getheilten 
Ortsthaften und Gebieten 5, die den Gemeinden, df- 
feutlichen Instituten und Privat -Anstalten der einen 
oder der andern Oberherrschaft zukommenden und zu- 
Feherigen Güter, Realrechte und Ansprächec, als da 
ind, Walder und andre in den von ibren Hauptorten 
getrennten Weichbildetheilen gelegene Communalgüter, 
das Recht, auf unbebaute, unbesäcte oder auch 
m 2 Stop-
        <pb n="300" />
        de glandée, de glanage ete. sont maintenus et 
conserves. 
Article rrente- er- umdeme. 
II est encore spécialement convenu, dwun 
changement duelconque de Domination ou de 
Couvernemen n’apportera aucun préjudlice aux 
droits du Sieur Dony er Comp., concernant 
PTexploitation de la calamine, en sorte due sa 
Concession restera dans tous les Ccas intacte, et 
continuera de jouir des memes avantages et 
memes privileges qui y ont é originairement 
attaches. Elle restera d’'un autre Ccöté sujette 
aux charges dui y ont é6é imposces, et nota- 
ment à TFobligation d’approvisionner en czla- 
mine les fobriques de cuivre établies dans les 
Etats des deux hautes parties contractantes, aux 
prix stipules dans IActe de Conçession. 
Article trente · deuæieme. 
Lorsque des Communes ou des Bamienes 
de Communes seront divisées par la ligne de 
déemarcation, l’actif et le passif de ces Com- 
znunes, c'est -à-dire leurs biens Ccommunauz, 
ainsi qdue leurs dettes le seront ou devront 
I’etre dans la meme proportion. Pour Etablir 
cette proportion, on prendra pour base le mon- 
tant des contribmions fonciére et personnelle 
runies, er si la personnelle n'y existoit pas, 
#n prendroil la fonciére seule. Les biens et 
revenus commimaus qui devoient se distribuer 
Dar tétes ou par leux entre les habitans, se- 
ront Ppartagées d’aprés la seule base adoptée pour 
es distributions annuelles, si tant est du’il en 
existe réellement et de droit de cette nature. 
Bien ertendu qu’apres le partage fait, ces biens 
seront soumis aux bois municipales du nouvel 
Eltat sous lequcl ils se trouveront. 
Artiche renfte- vrofsieme- 
Les Culiivateurs dont les propriéctés sont 
sitm#aes partie en deçga et partie au-dela des 
frontières pourront exporter et im porter fumier, 
Paille, litières et autres engrais pour Ia cultu- 
re de leurs terres, ainsi que tome espece de 
récolte, sans pouvoir étre assujettis 4 aucun 
droit de douane, soit d’entrée, de sortie, de 
transit, ou autre de cette espece;: il suffira 
qu’ils fassent conster par des certificats de P’au- 
rtorilé locale qurils possédent et cultivent des 
Proprietées situées au-deld des frontiéres, sans 
cependant pouvoir se soustraire aux visites des 
02 
Stoppelfelder sein Vich zu kreiben (Gdroit de Ppar. 
cours ou de vaine pature), Torf auszugroben, 
Schweine auf die Mastung in das Eckerich einzu- 
schlagen, des Aehrenlesens u. s. w. 
Einunddreißigster Artikel. 
Noch wird befonders festgesetzt, daß irgend ei- 
ne Veränderung der Oberherrschaft oder der Regie- 
rung den zur Galmey-Nutzung den Herrn Dony und 
Comp. zugestandenen Rechten keinen Schaden und 
Njachtheil bringen sollen, dergestalt, daß die ihnen 
verliehene Concession in allen Fällen unangetastet blei- 
ben, und fortwährend dieselben Veortheile und diesel- 
ben Vorrrchte genießen soll, die ursprünglich damit 
verbunden gewesen smd. Gedachte Concession bleibt 
andrer Seits den ihr anferlegten Lasicu, und na- 
mentlich der Verbindlichkeit unterworfen, die in den 
Staaten der beiden hohen contrahirenden Müachte 
angelegten Kupferfabriken, zu den in der Concessions- 
Acte Festgewtgten Preisen mit Galmen zu versehen. 
Zweiunddreißigfster Artikel. 
Wenn Gemeinden oder Gemeinde-Weichbilde 
durch die Demarcationslinie getheilt sind, so wird 
das Actio= und Passiv-Vermogen dieser Gemeinden, 
das heißt, ihre Communalgütker sowohl als ihre 
Schulden, in demselben Verhältniß auch getheilt 
seyn, oder noch getheilt werden müssen. Um dieses 
Verhältniß feszufegen, wird man den Betrag der 
vereinten Grund= und Personatsteuer, und in Er- 
mangelung der Letzteren, die Grumsteuer allein zur 
Grundlage nehmen. Die Communalgüter und Ein- 
künfte, die unter den Einwohnern Kopf= oder Feuer- 
stellenwerse vertheilt werden mußten, sollen nach der, 
für die jährlichen Verthcikungen (wenn ja wirklich 
und von Rechtswegen dergleichen bestehen) angenom- 
menen einzigen Grundlage, getheilt werden. Jedoch 
verlicht sich, daß, nach geschehener Theilung, diese 
Güter den Municipalgesetzen des neuen Staats, in 
welchem sie begriffen werden, unterworfen seyn müssen. 
Dreiunddreißigster Artikek. 
MAlofkerslenke, deren Eigenthum theils dies-, theils 
jenseits der Griunzen belegen ist, konnen Mist, Stroh, 
Streu und sonstigen Ounger für den Anbau ihrer 
Felder, so wie eine jede Art Feldfrüchte aus-- und 
einführrn, ohne daff sie irgend einer Joll-, sen es 
Ein= oder Ausfuhr, Transito oder andern desfallsigen 
Abgaben unterworfen werden könnten. Sie brauchen 
blos durch Atteste der Ortsbehdrde auszuweisen, daß 
sie jenseits der Grenzen ein Eigenthum besitzen und 
anbauen; müssen sich aber den Durchsuchungen und 
Besichtigungen der Jolleinnehmer oder anderer zur- 
Verhurung der Defraudation gesetzlich angestellten 
Beam-
        <pb n="301" />
        Deuaniers eu autres ayänt commission IéEgale 
de constater les cas de fraude. Bien entendu 
que ces Douaniers du Agens ne pourront fai. 
er Juisitions due sur leurs Territoires. 
re des 
respectifs. 
Articlo trente· quatrienie. 
Les Fabricans de draps ou autres Manu- 
facturiers, qui possedent des Etablissemens 6ga- 
lLment sitneés Fur le terricoire des deux Etats 
et dépendans l’un de PTautre, ou qui d’un Etat 
eenvoyent dans I’autre les matiéres premieres 
pour étre manufactkurees ou préparces tmouve, 
ront des avantages analogues à ceux stipulés 
Par l#amicke précèédent en frveur des cultiva- 
teurs dans un Traite de commerce due les: 
deux hautes arties contractantes se proposent 
de conclure incessamment. En atendant des 
mesures provisoires ont 6t6 arrétées par les. 
deux Commissions qni serviront de regle aus- 
si longtems quf'elles ne seron poine révoquees 
ni modifices par ’un ou L’autre des Gouver- 
nements. 
Artiche frenfe-cinquieme. 
On pourra de part et d'’autre acheter sur 
le Territoirc voisin et exporter franc de tout 
droit, pierres, sables et autres matériaut neé. 
çGessaires aux constructions et à Fentretien des 
chemins limitrophes. 
At##cke #rente- sirieme. 
Les Milicaires de tout grade, dui servient. 
nés dans une Commune cédée ou échangée 
Par le présent Traite seront renvoyés au Sou- 
verain de celte Commmne, dans le délai de 
trois mois, s'ils servent en Europe, et dans 
selui d’un an, Ss'ils se trouvent dans les Colo- 
nies ou dans toute autre partie du moncde. 
Les Offteiers cependam auront le choix de 
rentrer dans leur pays ou de rester au service 
du Souverain, sous les drapeaux duquel ils 
se. trouvent; ils seront tenus d'opter dans les 
six mois de la publication du présent Traite 
Article trente· septiéme. 
Les habitans, qui par lune ou l'autre sti. 
pulation du présent Trané passeront d’un Etat 
4 Pautre, pourront changer de domicile, dans 
le delal de qduatre ans, sars eire S#sujettis à 
aucune charge ni condition qduelconque; ils 
pourront meme vendre ou autrement aliener 
leurs biens, sans eire tenus de payer d’autres 
droits dque les autres habitans du meme pays. 
93 
Beamten nichk entziehen., Hingegen dürfen diese 
Zolleinnehmer oder sonstige Beamten nur auf ihren 
respectiven Gebieten Durchfuchungen halten. 
Vierunddreißigster Artikek. 
Für Tuch= oder sonstige Fabrikanten, welche auf 
dem Gebiete beider Staaten gleichmäßig belegene, 
und gegen einander abhängige Anlagen besitzen, oder 
welche die zu verarbeitenden rohen Pedukte Cmate- 
riam primam) veon einem Staate in den andern 
schicken, sollen in einem Handelstractat., den' beide 
hohe contrahirende Theile unverzäglich abzuschließen 
Wilens sind, verhältnißmäßig gleiche Vortheile aus- 
emacht werden, als im vorhergehenden Artikel zu 
unsten der Ackersleute stipulirt worden. Inzwischen 
sind von Seiten beider Commissionen prosisorische 
Maaßregeln getroffen worden, welche so lange zur 
Richtschnur dienen sollen, als sie von der einen oder 
von der andern Regicrung nicht widerrufen oder mo- 
dificirt werden. 
Fünfunddreißigster Artikel. 
Es ist gegenfeitig erlaubt, in dem benachbarten 
Gebiet Seeine, Sand und andre zim Bau und zur 
Unterhaltung der angrenzenden Straßen erforderliche 
Materialien anzukaufen,h auch ganz abgabenfrei aus- 
zuführen. 
Sechsunddreißigster Artikel. 
Militairpersonen jedweden Grades, welche in oi- 
ner durch gegenwärtigen Trackat abgetretenen oder 
vertauschten Gemeinde geboren sind, sollen, wenn 
sie in Europa dienen in breimonatlicher, und wenn 
sie in den Colonien oder in irgend einem onder. 
Welttheile sich befinden, in Jahreafrist dem Landes- 
herrn dieser Gemeinde zurückgeschickt werben. Jedoch 
sollen die Offiziere die Wahl haben in ihr Vatertano 
zurückzukehren, oder im Dienste des Landesheren, un- 
ter dessen Fahnen sie sich befimen, zu verbleiben. 
Sie müssen im den ersen sechs Monaken, von Be- 
kanntmachung des gegenwärtigen Tractats an gerech- 
net, sich deshalb erklären. 
Siebenunddreißigster Artikel. 
Die Einwohner, welche Kraft einer oder andrer 
Bestimmung des gegenwärtigen Tractats, von cinem 
Staat zum andern übergehen, können ohne weitere 
Bedingung oder Verbindlichkeit, in vierjähriger Frist 
ihren Wohnsitz verändern; sie könner sen ihre Gü- 
ter verkaufen oder soast veräußern, ohne andre Ab- 
gaben als die ubrigen Einwohner desselben Landes 
zu entrichten. 
Ach t-
        <pb n="302" />
        Article trente · Kreiricme. 
Les fonctionnaires demeurant dans les 
Communes ou parties de Communes cdées 
ou CGchangécs, et dui, d’aprés les lois sous 
1’Empire desquelles ils ont 616 nommés, ne 
peuvent eire déplacés sans indemnit, seront 
eConserves et jouiront des memes droites due 
sousle GCouvernemem dqui les avoit nommes. 
Article trente· neivieéme. 
Comme nonobstant les soins que les deux 
Commissions ont apportes 4 lever toutes les 
diflcultes, qui se sont présentees, il est cepen- 
dant possible qu’il s'en présente d’autres enco- 
ßffe lors de la plantation des poteaux, il a été 
convenn due ceux des membres des deux 
Commissions, scus la direction desquels ceite 
Opération aura lieu, seroient autorisés à ter- 
miner tous ces diflerends, spéecialemem à juger, 
aprés avoir entendu les autorités locales, tou- 
tes les contestations qui pourroient s'élever au 
sujet de Pincertitude des limites de qguelques 
Communes. 
Arriele #urantieme. 
Les endroits respectivement cédés ou 
Gchangés ou devant etre restitues seront Cva- 
cues et 1’administration en sera remise aux au- 
toritecs compétentes dans le mois, 4 dater de 
J’change des ratifications. 
Atrficke quaranfe-et- unieme. 
Les archives, cartes et autres documens 
relatils à 1/Adrninistration des Maires ou Com- 
munes, qdui, en vertu du présent Tralté, pas- 
scront d’une domination sous l’antre, seront 
remis aux nouvelles autorités en meme temps 
adue les territoires memes. Au cas qu’'’une 
Dar#ede Commune ou de Mairie seulemen 
fut cédéee ou échangée, les archives resteront 
à la partie on se trouverale Chef. Lieu, Achar- 
ge d'y donner accèés à l’autre partie, chaque 
lois qufelle en aura besoin. 
Article drorante-deuxieme. 
Dans les quinze jours aprés I’évacuation. 
et la remise, domt il sagit &amp; l’article precèdent, 
on commencera à planter les poteaux. Ces 
Poteaux seront de bois de chene de la lon- 
gucur de 12 pieds du Rhin, 8 hors de terre 
ct 1 en terre; ils seront carrés, la partie en 
terte sera de 12 pouces Tieepaisseur au moins, 
el cclie hors de terre de 8; ils serent peints 
94 
Achtundbreißigster Artikel. 
Die in den abgetretenen oder vertauschten Ge- 
meinden oder Gemeindetheilen angestellten Beamten, 
welche nach den Gesetzen, unter deren Herrschaft sie 
ernannt worden sind, nicht ohne Entschaͤdigung ver- 
setzt werden koͤnnen, sollen beibehalten werden und 
dieselben Rechte genießen, als unter der Regierung 
die sie ernannt hatte. « 
Neununddreißigster Artikel. 
Obgleich beide Commissionen sich mdglichst be- 
möhet haben, die sich darbietenden Schwierigkeiten 
aus dem Wege zu räumen, so ist doch mbglich, 
daß bei Errichtung der Grenzpfähle sich noch ans 
dre Schwierigkeiten vorfinden; deshalb ist festge- 
setzt worden, daß diejenigen Mitglieder beider Com- 
missionen, unter deren Leitung jene Operation siatt 
finden wird, ermächtigt werden sollen, alle dergleie. 
chen Zwistigkeiten beizulegen, auch besonders über 
alle in Betreff der Ungewißheit der Grenzen einiger 
Gemeinden etwa entstehende Streitigkeiten, nach Ab- 
hdrung der Ortsbehörden, zu richten. 
Vierzigster Artikel. 
Die gegenseitig abgetretenen, oder vertauschten, 
oder noch zurückzugebenden Ortschaften sollen inner- 
halb eines Monats, von Auswechselung der Ratifi- 
cationen an gerechnet, geräumt, und die Verwal- 
tung den rechtmäßigen Behdrden überliefert werden. 
Einundvierzigster Ar el. 
Die Archive, Carten und andre die Verwaltung 
der Kraft gegenwärtigen Tractats von einer Herr- 
schaft zur andern übergehenden Schultheißen-Aemter 
und Gemeinden betreffende Schriften und Urkunden, 
sollen zu gleicher Zeit mit den Gebieten selbst den 
ncuen Behdrden übergeben werden. In den Fällen 
wo nur ein Theil der Gemeinde oder des Schultheie 
zentalntts abgetreten oder vertauscht worden, ver- 
leibt das Archiv demjenigen Theile, wo der Haupt- 
ort sich befindet, doch mit dem Beding, dem gegen- 
seitigen Theile, so oft er es nöthig haben wird, den 
Zugang zum Archiv zu verstatten. 
Zweiundvierzigster Artikel. 
-In den ersten vierzehn Tagen nach der im ve- 
rigen Artikel erwähnten Räumung und Uebergabe 
wird mit Errichtung der Grenzpfahle der Anfang. 
gemacht. Diese Grenzpfähle sollen von Eichenholz 
sepn, 12 Rheinl. Fuß Länge haben, 8 Fuß über 
und 4 Fuß unter der Erde stehen; sie sollen vierek- 
kigt seyn; der Theil unter der Erde muß wenigsiens 
12, der über der Erde 8 Zoll Dicke haben; e 
OlIlr
        <pb n="303" />
        I -. 
dubötödChPrusseenuoikerblanc,.etdu 
·edte«desP«-ys«—ba"senorangeetdlanczilsse— 
ront numerotés en commençant à la Moselle. 
II en sera plantée autant que les Commis- 
saires le trouveront nécessaire pour ne laisser 
aucune incertitude sur aucune partie de la 
frontière; au cas qdu’une riviére ou chemin 
fasse limite, il en sera chaque fois Flanteé 
deux, savoir I’un du cölé de la Prusse, l’au- 
tre du cotée des Pays-bas; ces deux potcaux 
ne porteront qu'un seul numéro et ne seront 
eints qu'aux seules couleurs adoptées. pour 
es territoires respectifs. 
Article quarante- troisieme. 
Le présent Traité sera soumis aux deux 
Cours, à l'esfet d'étre ratifiè, et les rurifications 
seront echangées dans les six semaines apres 
la signature ou phunt si possible. 
En foi de duci les Commis’aires des hau- 
les parties comtractantes ’om signe et muni de 
leurs cachets. 
Fait 4 Aix- la-Chepelle, le vingt- six Juin 
dix · huit · cent- seize. 
(L. S.) de Bernuth. (L. S.)de Man. 
(L. S.) Eytelwein. (L. S.) Michielsde 
Kessenich. 
(L. S.) Nicolai. 
(L. S.) Tock. 
05 
sollen auf der Prrußischen Seite schwarz und weift, 
und auf der Niederländischen Seite orange und weig# 
angestrichen werden; sie werden mit Nummern ver- 
sehen, die bei der Mosel aufangen. # 
Ee sollen so vicl Grenzpfühle gesetzt werden, als die 
Commissarien zur deutlichen Besiimmung sammtlicher 
Grenztheile für ubthig erachten. Da wo ein Fluß 
oder Straße Grenze macht, sollen jedesmal zwei 
Grenzpfähle gesetzt werden, nämlich der eine auf 
Prcußischer, der andre auf Niederlaͤndischer Scite; 
biese beiden Pfaͤhle sollen nur mit einer einzigen Num- 
mer versehen, und blos mit der fuͤr das respective 
Gebiet angenommenen Farbe angestrichen werden. 
Dreiundvierzigster Artikel. 
Gegenwaͤrtiger Tractat soll beiden Hoͤfen zur 
Genehmigung vorgelegt, und die Ratificationen bin- 
nen sechswochent licher Frist nach Unterzeichnnng oder 
eher, wenn es thunlich ist, ausgewechselt werden. 
Zu dessen Urkund haben die Commissarien der 
hohen contrahirenden Theile selbigen unterzeichnet 
und mit ihren Siegeln versehen. # 
Geschehen zu Aachen, den sechs und zwanzigsien 
Jumi Achlzehnhundert sechszehn. 
(L. S.) v. Bernuth. C(L. S.) v. Man. 
(L. S.) Eytelwein. /1U. S.) Michiels von 
Kessenich. 
(L S.) Nicolai, 
(L. S.) Tock. 
  
Arrangement Provisoire en faveur des Fa- 
bricans placés sur la frontiere des deux 
Elats pour l’enirée et sottic libre et sans 
droits des matiéres premières et en par- 
tic manufacturées de leurs Etablisse- 
mens respectifs. 
P rour mettre un terme auz plaintes reitérées 
qdue les Fabricans ei Manufacturiers Prussiens 
resentenpt àA leurs autorites, qui elles memes, 
* ont transmises à la Commission Prussienne 
chargée de la flxation des limites entre les 
Vorläusige Ausgleichung zu Guassen der auf 
der Grenze beider Staaten wohrhaften Fabri- 
kanten, belreffend die ungehinderte und abga- 
benfreie Ein= und Auesfuhr der rohen Produkte 
und nicht völlig verarb. Kreten Manufaktur= 
Waaren aus ihren resp. Anlagen. 
Ul den wiederholten Klegen ein Ziel zu setzen, 
welche die Preufischen Fabrikanten und Manufsaktu- 
risten bei ihren Behbrden anbringen, und durch die- 
se Leßtern an die mit Verichtigung der Grenien 
zwischen den beiden Köngreichen Preußen und den Nu- 
der-
        <pb n="304" />
        deux Rovaumes de Prusse et des Paps bas, 
Pour faire des representations à cet égard à la 
Commission des Pays- bas, et conlorméement 
4 l’autorisation due cette derniére s recue de 
Son Excellence le Ministre des allaires etran- 
eres par sa Dépéche en date du 14. Mars 
8 12., on est convenu des points et arran- 
gemens provisoires suivans: 
Article premier. 
Comme une réciprocité compléte est la ba- 
se des transactions et Conventions Suivantes, 
ni les habitans des Etats Prussiens, ni- ceuxz 
de la Belgique peuvent aspirer 4 duelque fa- 
veur, dont ils ne jouissent Pas réciproquement. 
Acrticle second. 
II 7 aura Communication libre et sans 
droits ou autres péages, 4à la réserve cepen- 
dant des droits de barrieres, des Fabricans do- 
miciliés à Aix-Ia-Chapelle, Burtscheid, Eupen, 
Heinsberg et tous autres endroits limitrophes 
de la Prusse, avec leurs atteliers et ouvriers, 
situss cou dornidiliés sur le territoire de S. M. 
le Roi des Pays- baz, 
-a)Pour les laines lavées et peignées envoydes 
aux fllatures, et pour le fll simple ou à fa- 
on, dans Jlequel elles seront convemies. 
b) Pour les laines ou. picces de Drap ei de 
Casimir bhuncs envoybes pour étre teintes. 
c) Pour les piöces de Drap et de Casimir 
envoyées zu foulon. 
d) Pour le fll d’arier envoyé pour eire cou- 
pé, ct les aiguilles brutes, envoyees pour 
étre trempées, polies ou manipulees detoute 
autre maniére, sauf 4 faire rentrer ou sortir 
1le meme poids on le meme nombre de 
piêces, apres leur avoir donn le degre de 
perfection qdui aura nécessité le transport- 
Article croisiéme. 
En revanche il 7 aura communicztion libre 
et säns droits des Fabricans demiciliés à Ver- 
viers, Hodimont, Ensival, Dolheim, Dalheim, 
Criegnées, et autres endroits limitrophes des 
Pays-bas, avec leurs atteliers ou Ouvriers si-3 
més ou domiciliés sur le territoire de 8. M. 
le Roi de Prusse, et ce pour les mémes ob- 
jets, qui sont mentionnés dans I'Article pré- 
cédent. 
Articke quafrieme. 
Jouirort également de la faveur Tun 
Communication libre et sans droits avec ler 
96 
derlanden beauftragte Preußische Commission ge- 
langen lassen, hat die Niederländische Commission 
auf die ihr deshalb gemachten Vorstellungen in Ge- 
mäßheit der ihr von Sciner Erxcellenz dem Minister 
der auswärtigen Angelegenheiten mittelst Depesche 
vom 1 ten März Nr. 12. ertheilten Vollmacht fol- 
gende Punkte und vorläufige Ausgleichungen verab- 
redet und festgesetzt. 
Erster Artikel. 
Da eine vollsiändige Gegenseitigkeit die Grund- 
lage der nachstehenden WVergleiche und Verträge ist, 
so dürfen weder die Einwohner der Preußischen 
Staaten, noch die Einwohner Belgiens sich um ir- 
gend eine Gunst und Wohlthat bewerben, die sis 
nicht wechselseitig genießen. 
Zweiter Artikel. 
Den zu Aachen, Burtscheid, Eupen, Heinsberg 
und in andern Ortschaften an der Preußischen Gren- 
e angesessenen Fabrikanten wird mit ihren im Ge- 
iet Seiner Majestät des Kdnigs der Niederlande 
gelegenen Werkstätten und wohnhaften Arbeitern blos 
gegen Entrichtung des Heckgeldes, eine ungehinderte 
zoll-- und abgabenfreie Communicakion zugestanden, 
a)Für die nach den Spinnereien versandke gewa- 
schene und gekämmte Wolle, und für das dar- 
aus verfertigte einfache oder gedrehte Garn. 
b) Für die zur Färberei gehende Wolle, weißen Tü- 
cher und Casimire. 
c) Fuͤr die zum Walken eingeschickten Tuͤcher und 
Casimire. 
d) Fuͤr den zum Schnitte eingeschickten Stahldrath, 
und die zur Härtung, Polierung oder sonstiger 
Bearbeitung bestimmten rohen Nahnadeln. Cs 
muß aber bei der Ein= und Ausfuhr gleiches Ge- 
wicht und gleiche Anzahl Stäcke bewiesen wer- 
den, nachdem diesen Waaren der Grad der Voll- 
kommenheit gegeben worden, der den Transport 
veranlaßt hat. 
Dritter Artikel. 
Eine gleichmäßige ungehinderte und abgabenfreie 
Communication erhalten dagegen für die im vorigen 
Artikel aufgeführten Gegenstände, die zu Verviers, 
Hodimonk, Ensival, Dolheim, Dalheim, Griegnes 
und in andern den Niederlanden angrenzenden Ort- 
schaften ansesessenen abrikanten, mit ihren in dem 
Gebict Seiner Majestät des Kdnigs von Preußen be- 
legenen Werkstätten und wohnhaften Arbeitern. 
Vierter Artikel. 
Die zu Lüttich, Hasselt, Herkenrode und Rure- 
monde angelegten Wollspiuncreien sollen ebenfalls 
dee
        <pb n="305" />
        97 — 
Fabricans Prussiens, les filatures de laine éta- bie. Gunst einer ungehinderten unb abgabenfreien 
blics à Liège, Hasselt, Hérkénrode et Rure- 
monds. 
Reciprocité pleine et entière de ces fa- 
veurs aura lieu à l'egard des filatures de lai- 
nes Etablies A Aix-la- Chapelle, Bursscheid et 
ZEupen, relalivement 4 leur Communicalion 
av#c les Foabricans domicilies dans les endroits 
limitrophes des Etats de S. M. le Roi des 
Pays-bas. 
Article cinquieème. 
Pour jouir de la faveur consentie de part 
et d’autre dans les Articles précédens, les Fa- 
bricans dui deésireront en profiter, seront te. 
mus de presenter au Bureau des Convois et li- 
cences des Pays bas, ou des Douanes prus- 
siennes, par lequel il voudroient faire entrer 
et sortir les objets susmentionnés, une deécla- 
ration sommzire de la qualité générique du 
oids ou nombre et de la valeur de la mar. 
chandise non confectionnée, du’ils voudroient 
Laire entrer pendant un laps de temps, qui 
ne pourra pas exc&amp;der une annéde, ni pour 
LTannée courante le dernier Decembre 1816., 
et qdu’ils voudront faire sortir pendant le me. 
me laps de tempPs, dans un Ctat plus perkec- 
rtionne prévu par I ’Article r. et de fournir au 
dit bureau des Convois et licences ou des 
Douanes prussicnnes une soumission caution- 
née s'’élevant au double de la Somme totale 
des drols d’ente ou de sortie, qui seroient 
dùs pour les mémes objets suivant le tarif 
existant. 
Arricke sixieme. 
Le Fabricant scumissionnaire sera pourvu 
au bureau de Convois et licences des Pays- 
bas ou des Douanes prussiennes, d’un livret 
timbré, qdui accompagnera chadue transport, 
et dans lequcl il inscrira la qualilé, quamticé 
üou nombre et valcur des objets chaque fois 
transportés et dans lequel le receveur du dit 
bureau dont il s’agit visers chadue enregistre- 
ment lors du passage de la PMarchandise. 
Le Beceveur tiendra un livret conforme, 
dans lequel il inscrira chaque fois la dualité, 
duantitée et valeur transportec, 6##y7 fera viser 
chaque enrégistrement Par le Fabricant soumis- 
sionnaire ou le Conducteur du’il aura fait con- 
nonre comme éEtant à ce zutorisé par lui; le 
cout de ces livreis scra rembourse au Rece- 
veur par le Fabricant intéeressé dui payera en 
Fommunkkatian mit den Preußischen Fabrikanten ge- 
nießen. 
Eine völlige und gänzliche Gegenseitigkeit dieser 
Begünstigungen soll m Hinsicht der zu Aachen, 
Burtscheid und Eupen angelegten Wollspinnnereien, 
für ihre Communication mit den in den Niederläu- 
dischen Grenzortschaften angesessenen Fabrikanten, statt 
finden. 
Fünfter Artikel. 
Um die in den vorhergehenden Arkikeln von bei- 
den Seiten bewilligten Begünstigungen zu erlangen, 
sind diejenigen Fabrikanten die sie benutzen wollen, 
verpflichtet, bei dem Niederländischen Geleits= unp 
Lizenz-, oder Preußischen Joll-Bureau zu denen die 
Ein= und Ausfuhr der obenerwähnten Gegenstände 
ressortirt, eine summarische Angabe der generischen 
Eigenschaft des Gewichts, oder der Jahl und des 
Werths der nicht verarbeiteten Waare einzureichen, 
welche sie innerhalb eines Jeitraums, der nicht über 
ein Jahr noch für das laufende Jahr über den I 
ten December 1816. hinaus gehen darf, ½ 
ren, und welche sie innerhalb eben dieser Frist in 
einem durch den ersten Artikel vorhergesehenen ver- 
vollkommneten Zustande auszuführen wünschen. Sie 
müssen auch dem besagten Geleits= und Lizenz= oder. 
Preußischen Joll-Bureau für die tarifmäßige Ein- 
und Ausfuhr = Abgaben, eine auf den doppelten 
Wer des Totalbetrags zu berechnende Bürgschaft 
eisten. 
Sechster Artikel. 
Der Bürgschaft leistende Fabrikant soll im Ge- 
leiks= und Lizenz= oder aber im Preußischen Zoll-Burcau 
mit einem gestempelten Buche versehen werden, das 
jeden Transport begleiten, und worin er die Quali- 
tät, die Quantität, die Anzahl und den Werth der. 
jedesmal verführten Gegenstände einschreiben muß. 
In diesem Buche muß auch der Einnehmer des Bus 
reaus bei der Durchfuhr die Waaren, so wie sie 
registrirt werden, visiren. 
Der Einnehmer muß ein übereinstimmendes Ge- 
genbuch halten, worin er jedesmal die Qualität, 
Quantität und den Werth der verführten Waaren 
einschreiben und durch den Bürgschaft leistenden Fa- 
brikant vder durch den dazu bevollmächtigten und 
von ihm nabmhaft gemachten Führer, jede Registrie 
rung visiren lassen. Die Auslage far diese kleinen 
Bücher soll den dabei interessirten, Fabrikanten er- 
n stattet
        <pb n="306" />
        eutre Pour chaque enrégistrement 5 centi- 
mes. 
Ar#iche septieme. 
A Texpiration du delai fixré par la soumis- 
sion du Fabricam, le Receveur éEtablira dans 
Ie livret, dont il sera depositaire, la balande 
des entrees ei sorties des objets prévus Par T’ar. 
tiche rlier, et en cas d'’excêédant ou de deficit, il 
exigera du Fabricant les droits dus à I'Admi- 
nistration, en recourant, apres avertissement 
Préalable, aus moyens coercitils usites en cas 
de non-rapport des acquits-4-caution. Toute- 
fois le Receveur admettra pour la laine non 
Jate envoyde aux fllatures, un déchet de 
13 pour 100, on dit douze pour ecnt. 
*ê 
Article Auitieme. 
Les marchandises probtant des faveurs ac- 
eordes par les articles precedens, seront sou- 
mises 4 1Ja- vérification de la par des Em, 
plays, des convois et licences des Pays bas 
üou des douanes prussiennes, et en cas qdu’ils’y 
#trouveroit caché d’autres objets non prevus par 
Tarticle lier, ils pourront les saisir et exziger 
une amende de 500 à 1000 fnancs, suivant la 
Kravité du cas, pour süreté de laquclle amen- 
de, ils pourront retenir &amp;t faire vendre, soit 
les marchandiscs dans lesquellcs l'objet prohi- 
bé aura ét6 caché, soit en cas d’insuffsance, 
les moyens de transport. 
Ainsi fait et convenu par les Commissai- 
res soussignés à Aix la · Chapelle, le vingt-siz. 
Juin dix-huit-Cent-scize. 
(Ls.) de Bernuth. (L.S.) de Man. 
(L. S.) Eytelwein. (L.S.) Michiels de 
Kessenich. 
(L. S.) Ni colai. 
(L. S.) Tock. 
08 
stattet werden, und er entrichtet noch außerdem für 
jede Registrirung 5 Centimen. 
Siebenter Artikel. 
Beim Ablauf der für die Bürgschaftleistung des 
Fabrikanten fesigesetzten Frist, soll der Einnchmer 
in dem Buche, das in Einer Verwahrung bleibt, 
über die Aus= und Einfuhr der im ersten Artikel 
aufgeführten Gegenstände eine Bilanz ziehen. Fin- 
det sich ein Ueberschuß oder ein Deficit, so wiro er 
dem Fabrikanten die der Verwaltung gebührenden 
Steuern und Abgaben abfordern, und leistet dieser 
nicht, nach vorheriger Warnung, die auf seine 
Birgschaft verschriebene Zahlung, so schreitet der 
Zolleinnehmer zu den gewohnlichen Zwangsmitteln. 
Er gestattet indessen für die nach den Spinnereien ges. 
schickte ungewaschene Wolle einen Abgang von 123 pr# 
100, sage zwolf pro hundert. * 
Achter Artikel. 
Diejenigen Waaren, welche die in den vorher- 
gehenden Ar#ikeln bewilligten Begünstigungen bennz- 
zen, sollen der Verificirung von Seiten der Nieder- 
ländischen Geleits-, und Lizenz= oder der Preußischen 
Zollbeamten unterworfen seyn, und falls andre 
durch den ersten Artikel nicht vorhergesehene Gegen- 
stände mit darunter verborgen wären, können sie 
selbige in Beschlag nehmen, und nach Beschaffen- 
heit der Umstände mit einer Geldbuße von 500 bis 
looo Fr. belegen, auch für deren Sicherstellung 
entweder die Waaren unter welchen der verbotene 
Gegenstand versteckt worden, oder aber im Fall der 
Unzulänglichkeit, die zum Transport dienenden Fuhr- 
werke oder Gefäße anhalten und verkaufen lassen. 
Geschehen und durch die unterzeichneten Com- 
missarien abgeschlossen zu Aachen, am sechs und zwan- 
zigsten Junu Achtzehnhundert sechszehn. 
(LI. S.) v. Bernuth. (L. S.) von Man. 
(L. S.) Eytelwein. (L. S.) Mecchiels von 
Kessenich. 
(L. S.) Nicolai. 
(L. S.) Tock. 
  
(No. 77.)
        <pb n="307" />
        (No. 17.) Traité entre la Prusse, TAutriche et le 
Grand-Duché de Hesse signé 4 Francfort le zo. 
Jula 1816. 
Au nom de la tres sainte 
ei indioisible Trinice. 
8. Majesté le Roi de Prusse, Sa Majesté Im- 
Périale et Reyale Apostolique et Son Altesse 
Royale le Grand-Due de Hesse, desiran fuxer 
tout ce qui a rapport aux arrangemens territo- 
riaux dont Leurs Majestes éCtoient préalablement 
convenues avte Son Altesse Royale par le 
Traite de Francfort du vingt-trois Novembre 
mil-huit-ent-treize, cclui conclu 4 Vienne 
le dix Juin mil-huit-Cent- quinze et par l'Ac- 
te du Congrés du neuf Juin mil-huit cent- 
duinze, et voulant completter ei meitre en exé- 
cution les dits arrangemens conformement aux 
stipulations arreiées Paris au mois de No- 
vembre mil-huit-cent-quinze, Leurs Majestes 
et Son Altesse Royaie ont résolu de conclure 
à cet effer un Traisé definitif ct ont nomme 
des Plénipotentiaires pour concerter, arréter 
et signer tout ce qdui est relatif 4 ces objets, 
s voir: 
Sa Majeste le Roi de Prusse, le Sienr 
Charles Guillaume Baren de Humboldet, Son 
Ministre d’Etat ct Chambellan, Chevalier du 
grand ordre de l’aigle rouge et-de celui de la 
croix de fer de Prusse de la premiére Clas- 
se, Grand-Croix des ordres de Léopold d’Au- 
triche, de Sainte Anne de Russie, de Dane- 
brog de Danemarc, de la Couronne de Bavie- 
re, de la fldelite de Bade et du faucon blance 
de Saxe-Weimar;z; 
Sa Masesté 1’Empereur d'Autriche, le Sieur 
Jean Philippe Baron de Wessenberg, CErand- 
(roix de Tordre royal de Saint Etienne, Che- 
valier Crand-Croix de Tordre militaire et re- 
ligieux des Saints Maurice et Lazare, de Tor- 
dre de l’aigle rouge de Prusse, de cclui de 
la couronne de Baviére, de Saint Joseph de. 
Toscane, de lordre Constantinien de Parme, 
de la sidélité de Bade, du lion d'or de Hesse, 
Chambellan et Conseiller intime actuel de Sa 
Maieste Impériale et Royale Apostolique; 
Et Son Altesse Royale le Grand-Duc de 
Hesse, K Sieur Henri Cuillaume Charles de 
90 
D. Seine Majestät der Kdnig von 
(No. 17.) Tractat zwischen Vreufen, Oekerreich und 
dem Großberzogthum Hessen, unterzeichnet zu Frank- 
furt den zosten Junii 1816. 
Im Namen der hochheiligen 
und? untheilbdren Dreieinigkeit. 
) reußen, 
Seine Kaiserl. Königl. Apostolische Majestät, und 
Seine Konigl. Hohrit der Großherzog von Hessen 
den Wunsch gehegt, alles dasienige festz isetzen, was 
sich auf die Territorial-Ausgleichungen bezieht, über 
welchen Ihre Majestäten durch den Frankfurter Trac-- 
tat vom drei und zwanzigsten November Tausend 
achthundert dreizehn, durch den am zehnten Jumi- 
Tausend achthundert und fünfzehn zu Wien abge- 
schlossenen Tractat und durch die Congreß-Acte vom 
neunten Junii Tausend achthundert fünfzehn mit Seis- 
ner Kbdnigl. Hoheit vorläufiz übe.-#gekommen wa- 
ren, und da Sie den im Monat November Tausend 
achthundert fünfzehn zu Paris verabredeten Stipula- 
tionen gemäß, besagze Ausgleichungen zu vervoll- 
ständigen und zu vollstrecken willens sind; so haben. 
Ihre Majestäten und Seine Königl. Hoheit beschlos- 
sen, zu diesem Behuf einen Definitiv-Tractat abzu- 
schließen, und um alles dasjenige, was sich auf je- 
ne Gegenstaͤnde bezieht, zu verabreden, festzusetzen 
und zu unterzeichnen, haben Sie zu Ihren Beovoll- 
mächtigten ernannt, nämlich: 
Seine Majestät der Kdnig von Preußen, den 
Herrn Carl Wilhelm Freiherrn von Humboldt, Ih- 
ren Staatsminister und Kammerherrn, Ritter des 
Königl. Preußischen rothen Adler= und cisernen Kreu- 
zes Ordens ersier Klasse, Großkreuz des Oesterrei- 
chischen Leopold-, des Russischen St. Annen-, des 
Dänischen Dannebrog-, des Baierschen Kronordens, 
des Badischen Ordens der Treue und des Sachsei- 
Weimarischen weißen Falken-Ordens; 
Seine Majestät der Kaiser von Oesterreich, den 
Herrn Johann Philipp Freiherrn von Wessenberg, 
Großkreuz des Kdnigl. St. Stephan-Ordens, Groß- 
krenz der heiligen Mauritius und Lazarus Hilitair= 
und Geistlichen-Orden, des Prenßischen rothen Adler-, 
des Vaierschen Kron-, des Toskanischen St. Joseph- 
Ordens, des Constantinianischen Ordens von Parma, 
des Badischen Ordens der Treue, des Hessischen Ld- 
wen-Ordens, Kammerherrn und wirklichen Geheimen, 
Rath Seiner Kaiserlich = Kniglichen Apostolischem 
Majestät; . 
Und Seine Koͤnigl. Hoheit der Großherzog von 
Hessen, den Herrn Heinrich Wilhelm Carl von Har- 
n 2 nier,
        <pb n="308" />
        Harnier, Commandeur Grand. Croix de Tor. 
dre de Hesse, Conseiller intime de Son Al- 
tesse Roz) ale, Son Envopé extraordinaire prés la 
Ceur Hoyale de Baviérc et Son Ministre plenipo- 
tentiaire à la diete de la Conféderalion germa- 
nique; ei le Sieur Henri Baron de Münch 
de Bellinghausen, Son Conseiller intime et 
Directeur de la Chambre des finances de la 
Province de Hessc; 
Lesquels aprés zvoir échangé leurs pleins- 
Touvoirs, trouvés en bonne et due forme, 
om convenus des articles suivans: 
Article premier. 
Sen Altesse Royale le Grand-Duc de Hes- 
se céde à Sa Majeste le Roi de Prusse le Du- 
eheé de Westpialie tel qu'’il a ét1 posséde par 
Son Altesse Royale à Tepoque de la signature 
de I'’Acte final du Congres de Vienne du neuf 
Juin mil-huit-K##nt- duinze pour etre possede 
par Sa Majesté, Ses descendans et successeurs 
en toute propriélé et Souverzineté. 
Article ssecond. 
Son Altesse Royale le Grand-Duc de 
Hesse renonce en faveur de Sa Majeste le Roi 
de Prusse pour Lui, Ses descendans et suc- 
cesseurs à tout droit de Souverainete et de 
féodallie sur les Comtés de Wittgenstein- Witt- 
genstein et de Wutgenstein- Berlebourg- 
Ces possessions Seront placèécs cnvers la 
Monarchie Prussicnne dans les relations qdue 
la Conslitution 16dérative de I’Allemagne re- 
ele poux les territoircs médiatises. 
Article (roisieme. 
Son Altesse Royale- Ie Grand- Duc de 
Hesse céde d Sa Majestéile Roi de Baviere 
Ses droits de Souveraineté sur les bailliages 
de Millenberg, Amorbach et Heubach, et Ses 
droits de Propricte et de Souveraineté sur le 
bailliage d’Alzenau, tels due ces bailliages 
Gt. innt T’époque du trois Novembre mil- 
huit-#2 guinze, pour eire possedés par Sa 
ditee Majese, Ses descendans et successeurs. 
Article çuarrieme. 
S#nAltesse Royale le Grand-Duc de 
Hesse 9’engage 4 remtttre Son Altesse Ro) ale 
FElectur de Hesse en possession du bailllage 
de Darheim, et d4 Lui céeder, un echange des 
bailliages de Rodheim, Ortenberg et 6aben- 
hausen., de la mollié de Vilbel appartenante 
4 Son Altesse Royale I’Electeur, ei des 60l##- 
1 0 
nier, Commandeur Großkreuz des Hessischen Ordens, 
Geheimen Rath Seiner Königlichen Hoheit, Ihren 
außerordentlichen Gesandten am Königl. Baierschen 
Hofe, und Ihren bevollmächtigten Minister am 
Deutschen Bundestage; und den Herrn Heinrich Ba- 
ron von Münch von Bellmgbausen= Ihren Geheimen 
Rath und ODirector der Finanzkammer der Provinz 
Hessen; 
Welche, nach Auswechselung ihrer in guter und 
ehdriger Form befundenen WVollmachten, über nach- 
Regende Artikel übereingekommen sind. 
Erster Artikel. 
Seine Kdnigl. Hoheit der Großherzog von Hef- 
sen treten Seiner Majestät dem Konig von Preußen 
das Herzogthum Westphalen ab, so wie Seine Kö- 
mgliche Hoheit zur Zeit der Unterzeichnung der End- 
Acte des Wiener Congresses vom neunten Junu Tau- 
send achthundert und fünfzehn selbiges besaßen, um 
im vollem Eigenthum und in voller Landeshoheit und 
Oberherrlichkeit von Seiner Majestät, Ihren Oes- 
cendenten und Nachfolgern besessen zu werden. 
Zweiter Artikel. 
Seine Königl. Hoheit der Großherzog von Hef- 
sen entsagen zu Gunsten Seiner Majestät des Kdnigs 
von Preußen für Sich, Ihre Descendenten und Nach- 
folger allen Lehen= und Oberherrlichkeits-Rechten auf 
die Grafschaften Wittgenstein-Wutgenstein und Wut- 
genstem-Berleburg. 
Diese Besitzungen sollen gegen die Preußische 
Monarchie in die Verhältniffe gesetzt werden, wel- 
che die Oeutsche Bundesverfassung für die mediati- 
sirten Gebicte fesisetzt. 
Dritkter Artikek. 
Seine Kbnigl. Hoheit der Großherzog von Hes- 
sen treten Seiner Majestät dem Konig von Batern 
Ihre Oberherrlichkeits -Rechte auf die Aemter Mil- 
tenberg, Amorbach und Heubach und Ihre Eigen- 
thums= und Oberberrlichkeits-Rechte auf das Amt 
Alzenau ab, so wie diese Aemter am dritten Novem- 
ber Tausend aclthundert fünfzehn bestanden, um 
von Seiner besagten Mijeslät, Ihren Oescendenten 
und Nachfolgern besessen zu werden. 
Vierter Artikel. 
Seine Kbnigl. Hoheit der Großherzog von Hef- 
sen verpflichten Sich, den Kurfürsten von Hessen in 
Besitz des Amtes Dorheim wieder einzusetzen, und 
Ihm gegen die Aemter Rodheim, Ortenberg und Ba- 
benhansen, gegen die Seiner Koniglichen Hoheit dem 
Kurfärsten zugehdrige Hälfte der Oetschaft Wilbel 
und die Gemeinden Münzenberg, geabte - 
Alsen-
        <pb n="309" />
        munautés de Mũnzenberg, Traismũnzenberg, 
Assenheim, Heuchelheim et Burggraefenrode, 
les territoires s#aivans, savoir: · 
t)1.esendkoitsdeGrolsauheim,6kofsirot· 
zenburgetOberkodenbachcthmojuö 
de Praunheim, appartenante au Grand- 
Duche; · 
2) une partie du pays d'Isenbourg, compo- 
sée des bailliages (Gerichte) de Diebach, 
Langenselbold, Meerholz, Lichlos, Wäch- 
tersbach, Spielbert et Rcichenbasch, et 
de lendroit Wollenborn, le tout d’aprés 
Jes conditions du traitcé qui a é6%½6 signe à 
Franclort le vingt- neuf Juin mil huit- 
ecnt. s ie entre les Plénipotentizires de 
Leurs Auesses Royales IElecteur ei le 
Crand-Duc. 
Article cinquieme. 
Son Altesse Royale le Grand-Duc de 
Hesse S'’engage, en exécution de T’article qua- 
rante- kuit de I’'Acte du Congrées de Vienne 
du neuf Juin mil-huit cent-quinze, 4 reinte- 
zker Son Altesse Serenissime le Landgrave de 
Flesse-Hombourg dans les possessions, reve- 
nmus, droits et rapports politiques dont il à 6tc&amp;é 
privé par Ia Conféederation Rhénane. Cette 
rointégration aura lieu en meme tems que les 
territoires cédes par le présem Trailé seront 
reciproqduemem remis à leurs nouveaux pos- 
sesscurs. 
11 sera conclu entre Son Altesse Royale 
1e Grand: Duc de Hesse et Son Altesse Sere- 
niseime le Landgrave de Hesse-Hombourg un 
arrangement de lamille A4 U’ffet de concilier 
les rapports resultans de la presente stipulalion 
avec les pactes et recèés de famille eaxistans. 
Article sixieme. 
I.es stipulations de l’article quarante- neuf 
de I’Acte du Congres de Vienne du neuf Juin 
mil huit cent-duinze, assuram à Son Altesse 
Serenissime le Laniigrave de Hess-Hombourg 
ule pleine et entierc Souverainc#té, les hautes 
parties com'’ractant s Siengag-ut 4 einployer 
leurs bons offices pour fair: obtenir aupres de 
la diefc de la Coniederation Germaniqdue à 
Son Altessc Sérenissime une voix à I'’Assem. 
blée generale, fixée par lArticle six de I’Acte 
séderatis, ainsi que le droit de participer à 
une voeilK collective dans le mode de votes, 
reglé par I’Article quatre du dit Acte. 
Article sepffeme. 
En retour des cessions et renonciations 
renfermees dans les Articles un, deuxz, trois, 
101 
Assenheim, Heuchelheim und Burggräfenrode, folgende. 
Gebiete abzutreten, nämlich: tzaraͤfen 
1) Die Ortschaften Großauheim, Großkrotzenburg 
und Oberrodenbach und die dem Großherzog- 
thum zugehoͤrige Haͤlfte von Praunheini. 
2) Einen aus den Gerichten Diebach, Langensel- 
bold, Meerholz, Lieblos, Wächtersbach, Spiel- 
berg und Reichenbach und der Ortschaft Wol- 
fenborn bestehenden Theil des Landes Isenburg, 
alles nach den Bedingungen des zwischen den 
Bevollmachtigten Ihrer Königlichen Hoheiten 
des Kurfürsten und des Großherzogs am neun 
und zwanzigsten Juni tausend achthundert sechs- 
zehn zu Frankfurt unterzeichneten Tractats. 
Fünfter Artikel. 
Seine Kdnigliche Hoheit der Großherzog von 
Hessen vepflichten Sich, in Vollziehung des acht und 
vierzigsten Artikels der Wiener Congreß-Acte vom 
neunten Junu tausend achthundert fünfzehn, Seine 
Durchlaucht, den Landgrafen von Hessen-Homburg, 
in die Besitzungen, Einkünfte, Rechte und politischen 
Verhältmsse die ihm von dem Rheinbunde entzogen 
worden, wieder einzusetzen. Oiese Wiedereinsetzung 
soll zu gleicher Zeit Staat finden als die durch ge- 
genwärtigen Tractat abgetretenen Gebicte ihren neuen 
Besitzern gegenseitig werden überwiesen werden. 
Es soll zwischen Seincr Kdniglichen Hoheit dem 
HBroßderzos von Hessen und Seiner Durchlaucht dem 
Landgrafen von Hessen-Homburg ein Familien-Ver- 
trag abgeschlossen werden, um die aus gegenwärtiger 
Stipulation entspringenden Verhältnisse mit den —* 
stehenden Familien-Pacten und Recessen auszugleichen. 
Sechster Artikel. 
Da die Bestimmungen des neun und vierzigsten 
Artikels der Wiener Congreß-Acte vom neunten Junik 
tausend achthundert fünfzehn, Seiner Ourchlaucht 
dem Landgrafen von Hessen-Homburg eine vollige 
und günzliche Oberherrlichkeit zusichern, so bepflich- 
ten sich die hohen contrahirenden Theile ihre guten 
Dienste einzulegen, um bei dem Oeutschen Bundeörage 
Seiner Ourchlaucht eine dureh den sechsten Artikel der 
Bundröacte festgesetzte Stumme in der Bundesver- 
sammlung, und zugleich das Recht auszuwirken, in. 
der durch den vierten Artikel der besagten Acte fest- 
gesetzten Absiummung an einer Gesammt-Stimme An- 
theil zu nehmen. 
Siebenker Artikel. 
Als Ersatz der im ersten, zweiten, dritten, vierten 
und funften Urtikel enthaltenen Abtretungen und Ent- 
sagun-
        <pb n="310" />
        quatre et. cinq, Son Aitesse Royalc le Crand- 
Duc de Hesse, et apres lui Ses descendans es 
successeurs posséderont, 
1) 
2) 
En toute Souveraineté, les territoi- 
res du Prince et des Comtes d Isenbourg, 
7 compris les villages de Heusenstamm 
et d-Eppertshausen, toutefois à Texception 
des districis cédes à Son Altesse Royale 
1°’Electeur de Hesse, en vertu de l Arti- 
Bcie quatre du présent traité, de meme 
due les possessions du Cornte de Solms- 
Rödelheim et du Comte d’Ingelheim, dui 
ont fait partie du ci-devant departement 
de Francfort, lesquels possessions et vil- 
lages serunt placcs envers le Grand-Du- 
che de Hesse dans les relations due la 
Constitution fédérative de IAllemague 
regle pour les territoires médiatisés; 
Les rapports des Comtes d’Isenbourg, 
vis à vis du Prince d’Isenbourg serond 
réiablis sur le pied, sur lequel ils exis- 
toicht avant la Confédération Rhénane, 
bien ensendu, due tons les droits de Sou- 
veraineté appartiendront uniquement à 
Leurs Allesses royales le Grand-Duc et 
IElccteur de Hesse, conformememn à 
Amicle quatre ci-dessus mentionne; 
En propriété, les salines situèécs dans 
la banlieue de Kreutznach, ainsi qdue les 
sources salées gui y appartencient à Tepo- 
dque de la signalure de IActe du Congres 
de Vienne du neul Juin mil-huit cein- 
quinze. La saline dite de Münster, 
dui est une propricté partisulicre, est ex- 
pPressément edceptée. La souveraineté de 
toutes ces salines restera à Sa Majcstée le 
Roi de Prusse. 
Article Auirichmme. 
Son Altesse- Royale le Crand-Duc de 
Hesse et aprés lui Ses descendans et succes- 
seurs possèederont en toute propriet et sou- 
verainete: 
1) Le cercle JAlzei A Texception du Canton 
de Kirchheim Polanden, et les Cantons 
de Pleddersheim et de Worms dans le 
cercle de Spire, tels due ces pays 8e 
trouvoient à Iépodne du trois Novembre 
mil- huit-cent- quinze, sous l’administra- 
tion établie A Worms, etl de facon due 
les limites des Elats Prussicus, la ou ils 
confinent au ccrcele d’Alzci, restent tel- 
les qu’clles sont fGes par I’Article vingt- 
102 
sügungen, erhalten Seine Ednigliche Hoheit der Grofr- 
herzog von Hessen, und nach Ihnen, Seine Dcscen-- 
denten und Nachfolger, 
1) 
2) 
In voller Landeshoheit und Oberherr- 
lichkeit die Gebiete des Fürsten und der Gra- 
fen von Isenburg, nut Inbegriff der Oorfschaf- 
ten Hensenstamm und Expertshausen, (jedoch 
mut Ansnahme der Kraft des vierten Artikels 
des gegenwärtigen Tractats Seiner Königlichen 
Hoheit dem Korförsten von LKosten abgetretenen 
Districte,) umgleichen die Besitzungen des Gra- 
fen von Solms-Roödelheim und des Grafen 
Ingelheim, welche einen Theil des ehemaligen 
Frantfurter Departrments ausgemacht haben. 
Diese Besitzungen und Dorfschaften sollen ge- 
gen das Großherzogthum Hessen in die von 
der Deutschen Bunvesverfassung für die mevia- 
tisirten Gebiete festgesetzten Verhältnisse gestellt 
werden. 
Die Verhältnisse der Grafen Isenburg zu 
dem Fursten Isenburg sollen auf eben den Fuß 
wieder hergestellt werden, wie sie vor dem Rhein- 
bunde bestanden; jedoch versteht es sich, daß 
vorerwähntem vierten Artikel gemäß, alle Ober- 
herrlichkeits-Rechte einzig und allcin Ihren Kö- 
niglichen Hoheiten dem Großherzog und dem 
Kurfärsten von Hessen zustehen. 
In vollem Eigenthum die im Kreutznach= 
schen Weichbilde belegenen Salzwerke, nebst den 
zur Zeit der Unterzeichnung der Wiener-Con- 
greßacte vom neumen Junu tausend achthun- 
dert fanfzehn dazu gehdrigen Salzquellen. Das 
Münstersche Salzwerk, welches ein Privatei- 
genthum ist, wird ausdrücklich davon ausge- 
nommen. Die Landeshoheit und Oberherrlich- 
keit über diese Salzwerke verbleibt Seiner Ma- 
jestät dem König von Preußen. 
Achter Artikel. 
Seine Königliche Hoheit der Großherzog von 
Hessen und nach ihm Seine Descendenten und Nach- 
folger werden mit vollem Eigenthum und in voller 
Landeshoheit und Oberherrlichkeit besitzen: 
1) 
Den Alzeischen Kreis mit Ausnahme des Can- 
tons Kirchheim-Poland, und die Cantone 
Pfeddersheim und Worms im Speyerschen Kreise 
so wie diese Länder zur Zeit des dritten No- 
vembers Eintausend achthundert und fünfzehn 
unter der zu Worms eingesetzten Verwaltung 
bestanden, und zwar dergestalt, daß die Gren- 
zen der Preußischen Staaten, da, wo sie an 
den Alzeischen Kreis anstoßen, so verbleiben, wie 
sie durch den fünf und zwanzigsten Artikel der 
Wie-
        <pb n="311" />
        cind de PActe du. Congrés de Vienne du 
neuf Juin mil-hult-˙cent- quinze; 
2) La ville et le territoire de Mayence, 7 
compris Cassel et Kostheim, s Texcep- 
tion de tout ce qui constitue la forteres- 
see, laquelle est declarée forteresse de la 
Confeddration germanique. 
Artiche neuvieme. 
Tous les ouvrages, édlifices, terrains et re- 
venus, qui appartenoient à la forteresse de 
Mayence à T’eépoquc de la remise faite aux trou- 
pes alliées, en exéecution de la Convention du 
vingt- trois Avril mil-huit-Cent- quatorze, soit 
qdue ces revenus fissent partie de sa dotation, 
soit qu’ils fussent affectes à d'arurcs objets, se- 
Tront exceptes de I’Acte de la remisc de la vil- 
Ie de Mayence aux" Autorites Grand-Ducales, 
et resteront exclusivement à la disposition du 
Gonvernemcnt de la forteresse, et leur produit 
fera partie de Sa dotation. « 
Article diæieme. 
II sera nommé immécdiatement après la 
ignature du prcsent traité une Commission, 
composée d’un ou de plusicurs employes de 
Son Altesse Royasle le Grand-Duc de Hesse 
et drun ou de plusicurs officie#rs, délegucs ad 
hoc par le Gouverncment de la placc, pour 
constater, quels sont les édifices et terrains, 
dui, en vertu de I'’Article preccdent, seront 
censés formerles dependances de la forteresse, 
et il sera dressé une specification détaillee de 
tous ces édific#s et terrains, qui servira de nor- 
me pour juger toutes les contestations, qui 
pourroient slever dans la suite dlcct Sgard. 
La meme Commissiun réglera, en se conlor- 
mant strictement aux stipulations du traité ac- 
tuel, tous les autres points qu’il conviendra de 
fixr entre le Gouvernement milltaire et Tau- 
torilé civile, tels que le logement des troupes, 
les prestations does bourgeois, les placcs d’exer- 
eice &amp;t autres objets de ccuc nature. 
Cette Commission s’occupera également du 
choix d’une maison convenable pour le Gou- 
verneur de la forteresse, la maison teutonidque 
étant réservée à Son Altesse Royale le Grand- 
Druc. 
Article onzieme. 
Son Altesse Royale le Grand-Duc de 
Hesse participera au droit de garnison dans la 
103 
Wiener Congreßacte vom nennten Jun#i Ein- 
teusend achthundert und fünfzehn festgesetzt wor- 
den sind; 
2) Die Stadt Maynz mit ihrem Gebiet, Cassel 
und Kostheim ebenfalls einbegriffen; jedoch mit 
Ausnahme alles dessen was die Festung aus- 
macht, welche für eine Deutsche Bundesfesiung 
erklärt wird. 
Neunter Artikel. 
In der Ueberlieferungs-Urkunde der Stadt Mannz 
an die Großherzoglichen Bebörden, sollen ausgenom- 
men werden, sämmtliche Werke, Gebände, Grund- 
stücke und Einkünfte die zur Festung Maynz gehdr- 
ten, als sie in Gemäßheit der Convention vom drei 
und zwanzigsten Dpril Eitausend achthundert und 
vierzehn, an die verbündeten Truppen übergeben wur- 
de, sep es daß diese Einkünfte einen Theil ibrer Oe- 
tirung ausmachten, oder aber daß sie auf andre Ge- 
genstände angewiesen wären; Sie bleiben ausschließ- 
ich der Disposition des Festungs-Gouvernements vor- 
behalken und der Ertrag soll einen Theil ihrer Dota- 
tion ausmachen. " 
Zehnter Artikel. E— 
Es soll unmittelbar nach der Unterzeichnung des 
d#cgenwärtigen Tractats eine, aus einem oder mehre- 
ren Beamten Seiner Kömigl. Hoheit des Großher- 
zogs von Hessen, und ans einem oder mehreren von 
dem Festungs-Gouvernement zu diesem Behuf abge- 
ordneten Offizieren bestehende Commission, ernannt 
werden, um die Gebäude und Grundstücke auszumit- 
teln, welche, laut des vorhergehenden Artikels, als 
Zubehorungen der Festung anzusehen sind. Auch soll 
über alle diese Gebäude und Grundstücke ein genaues 
Verzeichniß aufgenommen werden, das bei richterlicher 
Entscheidung der in der Folge etwa entffehenden Strei- 
tigketten zur Richtschnur dienen könne. Dieselbe 
Commission soll in strenger Gemäßheit der Bestim- 
mungen des gegenwärtigen Tractats, alle übrige, 
zwischen dem Mllitair-Gouvernement und der Civil= 
Behörde, zu berichtigende Punkte festsetzen, als zum 
Beispiel Truppen-Einqugrtierung, Leistungen der 
Börger, Exercicr-Plätze und andere Gegenstände die- 
ser Art. 
Diese Commission sell auch für die Wahl eines 
dem Festungs-Gouverneur angemessenen Hauses 
Sorge tragen, da das Deutsche Haus Seiner Kd- 
niglichen Hoheit dem Großherzog vorbehalten bleibt. 
Eilfter Artikel. 
Seine Königliche Hoheit der Großherzog von 
Hessen soll an dem Besatzungsrecht in der Maner 
##
        <pb n="312" />
        korteresse de Mayence, en fournissant à cet 
eflet un baitaillon d’infanterie, 
Areiche douzieme. 
La garnison de Mayence sera casernde 
aussitör et d mesure due le nombre suffisant 
de casernes sera reparé et bati. Ces réparations 
et bätisses, (#ui ne tomberont aucunement à 
charge à Son Altesse Royale comme souverain 
territorial, seront accêélerées le plus due faire 
se pourra. En attendant la ville corminuera à 
se charger du logemem de la troupe, en sui- 
vant à cet égard le meme mode et les memes 
reglemens qui ont subsistée jusqurici. Toutefois 
les hautes parties contractantes sengagent à 
employer leurs bons offices auprcs de la Con- 
fédération germanique, pour qu’il soit allouc à 
Ia ville, compter du jour de la ratification 
du présent traité, une bonification convenable 
de ceite charge. 
Aurticke rfreizieme. 
Le droit de Souveraineté dans la ville de 
Mayence appartenan à Son Altesse Royale le 
Grand. Duc de Hesse, l’administration de la- 
justice, la perception des impositions et con- 
mibutions de toute espéce, ainsi due toute au- 
tre branche de T’administration civile, restera 
exclusivement entre les mains des employés 
de Son Altesse Royale, et le Couverneur etle 
Commandant leur preteront secours et assistan- 
ce enn cas de besoin. Toitelois le Gouverne-- 
ment militaire de la forteresse sera nanti de 
tous les pouvoirs nécessaires pour lui assuror, 
conformemennt à la responsabilitc qui repose 
sur lui, Texercice libre et indépendant de Ses 
fonctions. Les autorités civiles et locales lui 
seront subordonnées pour tout ce qui concerne 
la defense de la place et les rapports militaires. 
II aura, à ce même égard, nommement la di- 
rection de la police, de mani&amp;re cependant qu. 
unemployé civil de Son Altesse Royale le Grand- 
Duc prendra part aux conferences du Gouver- 
nement, aussi souvent du’il s'agira dobjets de 
cette nature. Les ordonnances et réglemens de 
olice seront puhlies par le Gouvernement sous 
Fimervemtion du président de la police de la 
ville. La gardchke bourgeoise de la ville sera, 
ainsi due cela se pratique dans toutes les forte- 
resses, placée sous les ordres du Gouverne- 
ment militaire, et ne pourra se rassembler due 
e son consemement. II ne sera mis aucun 
obstacle A la levée de la conscription dans la 
ville. Le Couvernement militaire eétant respon- 
104 — 
Festung Antheil haben, und sie zu diesem Behuf mit 
einem Bataillon Infanterie versehen. 
Zwölfter Artikel. 
Sobald eine hinlängliche Anzahl Casernen repa- 
rirt oder erbauet seyn wird, soll die Mapnzer Gar- 
nison dort allmälig untergebracht werden. Dese Re- 
paraturen und Bauten, welche Seiner Königlichen 
Hoheit als Landeöherrn keinesweges zur Last fallen, 
sollen so viel als mdglich beschleunigt werden. In- 
zwischen übernimmt die Stadt die Mllitatr-Einquar- 
tierung, und befolgt in dieser Rücksicht die bisher be- 
standenen Verordnungen und Verfahrungsweise. Hin- 
gegen verpflichten Sich die hohen contrahirenden 
heile, bei dem Deutschen Bunde Ihre Verwendung 
dahin einzulegen, daß der Stadt vom Tage der Ra- 
tification gegenwärtigen Tractats an gerechnet, eine 
angemessene Vergutigung dieser bast b„ angewiesen 
werde. 
Dreizehnter Artikel. 
Nebst dem Seiner Königlichen Hoheik dem Groß- 
herzog von Hessen in der Stadt Mannz zugehörigen 
Oberherrlichkeitsrechte, verbleibt auch Seinen Beam- 
ten ausschließlich die Justizuerwaltung, die Erhebung 
der Auflagen und Abgaben aller Art, so wie jeder 
andre Zweig der Civil-Verwaltung. Der Gouverneur 
und der Commandant leisten ihnen im Nothfall Hülfe 
und Unterstützung. Indessen soll das Militair-Gou- 
vernement der Festung mit aller erforderlichen Macht 
und Gewalt versehen sepn, um der ihm obliegenden 
Verantwortlichkeit gemäß, Sich die freie und unab- 
hängige Ausübung Seiner Amtsverrichtungen zu si- 
chern. Die Orts= und Civil-Behbrden sollen in al- 
lem, was die Vertheidigung des Platzes und die Mi- 
litair-Verhältnisse betrifft, ihm untergcordnet sevn. 
In dieser Rücksicht gehdrt Selbigem namentlich die 
Leitung der Polizey, jedoch dergestalt, daß ein Civil= 
Beamter Seiner Kbniglichen Hoheit des Großherzogs, 
so oft als Gegenstände dieser Art verhandelt werden, 
an den Berathschlagungen des Gouvernements Theil 
nimmt. Die Polizei-Vorschriften und Verordnungen 
sollen unter dem Beitritt des Stadtpolizei-Präsiden-. 
ten durch das Gouvernement publizirt werden. Die 
Manynzer Böürgergarde, soll, so wie es in allen Fe- 
stungen gehalten wird, unter den Befehlen des Mi- 
lwair-Geuvernements stehen, und darf sich nur 
mit dessen Einwilligung versammeln. er Aus- 
hebung der Conscribirten in der Stadt soll kein 
Hinderniß in den Weg gelegt werden. Da das Mi- 
litair-Gouvernement für die Vertheidigung des Plaz- 
zes und die Erhaltung der inneren Ruhe verantwort- 
lich ist, folglich auch berechtigt ist, alle zu aase 
weck
        <pb n="313" />
        — 105 
sable de l1a defense de la place et du maintien 
de Tordre interieur, et jouissant du droit de 
Prendre dans ce but toutes les mesures néces-. 
eires, il pourra aussi placer des avant- postes 
au. dchors de la forteresse. En tems de guer. 
re, ou lorsque I'/Allemagne sera menacce d’une 
guerre et la forteresse déclaree en étal de sié- 
ge, les pouveirs du Gouvernement milltaire 
seront illimites, et n’auront d’autres bornes due 
la Prudence, les usages et le droit des gens. 
Arricke gKunctorzieme. 
La garnison, en tant qu’'elle n'est point 
eomposée de troupes du Grand-Duché, jouira 
T#'une exemption entiére de la juridiction Grand- 
Ducale, du libre exr reice de religion, de Lim- 
munité de droitls pour les effets militaires, de 
celle du droit des barriéres (Chausseegeld) a une 
distance de quatre licucs autour de la forteres- 
se, et de la franchise du pomn de lettres dans 
le territoire Grand-Ducal. Afin d'eviter tout 
abus, Ces exempiions de droits scront réglées 
Tune maniére spéciale par la Commission éia- 
blie par I’Article dix. II en sera de meme- 
pour régulariser la franchise du port de lettres. 
Article quinzieme. 
Toute vente ou aliénation queleonque de 
domaine, qui pourroit avoir ##é faite dans les 
pays, cedés de part et d'autre par le présent 
Traité antérieurement aux époques fixécs dans 
les Articles premier, trois, cinqd, sept et huit, 
sera maintenue. En échange toutes celles f#i- 
tes posterieurement à ces é6poques, seront cen- 
ses nulles et non avenues. Dans le cas ce# 
Pendant ou il seroit impossihle de revenir sur 
une aliénation sans léser les intérets des parti- 
culiers, acquéreurs à titre onéreux et legitime, 
les parties contractantes Fobligent à se tenir 
ompte reciproquement du produit de ccs alic- 
nations. 
Artiche seilzseme. 
Son Altesse Royale le Grand-Duc de Hes 
sc, en réunissant sous sa Souveraineté les pays 
désignes dans I-Artiche huit du présent Traite, 
ennre dans tous les droits ct prend à Sa charge 
t#ous les engagemens stipulés relativement aux 
Provinces Ct districts detaches de la France dans 
le traité de paix conclu &amp; Paris le trente Mai 
S———— 
— 
Zweck dienliche Maaffregeln zu nehmen, so wird es 
leichfalls außerhalb der Festung Vorposten ausstel- 
en können. In Kriegszeikon oder wann Deutschland 
mit einem Kriege bedrohet, und die Festung in Be- 
lagerungszustand erklärt wird, soll die Gewalt des 
Militair-Gouvernements unumschränkt seyn, und keine 
andre als solche Grenzen kennen, die Vorsicht, Gebräu- 
che und Volkerrecht gebieten. « 
Vierzehnter Artikel. 
In sofern die Garnison nicht aus Großherzogli- 
chen Truppen besteht, soll sie einer gaͤazlichen Be- 
freung von der Großherzoglichen Gerichtsbarkeit, der 
reien Religionsübung, der Befreiung von Abgaben 
für die Militair-Effecten, vom haussegelde in einer 
Entfernung von vier Meilen um die Festung, und 
vom Briefporto in dem Großherzoglichen Gebiete ge- 
nießen. Um jeden Mißbrauch zu vermeiden, sock- 
diese Abgabe-Freiheiten durch die im zehnten Artikel 
erwähnte Commission genau bestimmt und festgesetzt 
werden. Even so soll es auch mit der Eilrichteng, 
des freien Briefporto gehalten werden. 
Fuͤnfzehnter Artikel. 
.„Jeder Domainen-Berkauf oder andre Domainen= 
Veräußerung, welche in denen durch den gegenwär- 
tigen Trectar einer oder andrer Seits adgekrerenen 
Ländern früher als zu den im ersten, dritten, fünf- 
ten, siebenten und achten Artikel festgesetzten Zeit- 
punktemn, geschehen seyn könnte, soll aufrecht erhal- 
ten weoden; dagegen alle späterhin geschehene Ver- 
käufe und Vercußerungen als null und nichtig, und 
als nicht geschehen angesehen werden. Wo es jedoch 
unmoglich sepn sollte, eine Veräußerung umzustoßen, 
ohne das Privat= Interesse derjenigen Erwerber zu 
verletzon, welche die Verkaufsgegenstände unter lä- 
stigen und rechtmäßigen Bedingungen an sich ge- 
bracht haben, versprechen die rontrahirenden Theile 
über den Ertrag dieser Veräußerungen sich gegen- 
seitig zu berechnen. 
Sechszehnter Artikel. 
Indem Se. Kdnigl. Hoheit der Greßherzogvon Hef- 
sen die im achten Artikel des gegenwärtigen Trackats 
verzeichneten Länder unter seiner Landetzhoheik und 
Oberherrlichkeit vereiniget, kreten Se. Königl. Ho- 
heit in alle Rechte und übernehmen alle Berpflich= 
tungen, welche in dem am dreiß'igsten Mai Eintau- 
send achthundert und vierzehn zu Paris abgeschlosse- 
nen Friedenstractat in Bezug auf die von Frankreich 
getrennten Provinzen und Distrikte, stipulirt worden. 
o Sie-
        <pb n="314" />
        Article diæseptième. 
Son Altesse Royale le Grand-Duc s’enga- 
ge à faire remettre au Couvernement Prussien. 
dans le terme de trois mois à dater de la rati- 
fication du présent traite, tous les titres doma- 
niaux documens, cartes et papiers, qui au- 
roient rapport au Duché de Westphalie, et 
aux possessions de Wittgenstein et Berlebourg. 
La méme remise des papiers, deocumens 
et cartes aura lieu pour Sa Majeste le Roi de 
Bavière, Son Altesse Royale I’Elegteur de 
Hesse et Son Altesse Sérénissime le Landgra- 
ve de Hesze-Hombourg, 4-l’égard des districts, 
dul leur seront remis. 
Tous les tures domaniaux, documens, car- 
tes et papiers touücham les pays et objets cédés 
à Son Altesse Royale le Grand-Duc de Hes- 
se, seront remis à Ses Commissaires dans le 
meme dlai. 
Article diæhuitième. 
Les revenus des domaines situés dans le 
Duché de Westphalie jusqu’au premier Juil- 
let de cette annee, déduction faite des dépen- 
ses pour les dits domaines, sont explicitement. 
réservés 4 Son Altesse Royale le Grand-Duc- 
de Hesse, ei Sa Majeste le Roi de Prusse 
s'engage A les faire rentrer avant la fin de 
T’annee. „Les arrérages des impots directs et 
imdirecis som expressément eaceptés de. cette“ 
stipulation et restent à Sa Najesté Ie Roi de 
Prusse. 
Les arrérages des. impäts dans les pays. 
situés à la rive gauche du Khin, qui confor- 
mément &amp; I’Artichle huit passent sous la souve- 
rainete de. Son Altesse Royale, resteront, à 
compter depuis le seigse Juin mit-huit-cent- 
etnatorze jusqu’au premier Juillet de I’annGée 
courante, au profit da Gouvernement Granc⅛!4= 
Ducal, lequel se charge de satisfaire aux dé. 
penses de Tadmidnistration qui se trouveront 
allectees aux dits arréroges. 
Les arrérages des duatre bailliages c&amp;édés à 
Sa Majesté le Roi de Baviere en veriu de 
I.Article trois, sont réservés jusqu’au’premier 
Juillet #lle la présente annéde à Son Altesse 
Royale le Grand-Duc de Hesse. 
„rtiche dixneuvieme. 
Les dettes constitnées sur le Duché du 
Westphalic, provenant de I’Electorat de Co- 
losne, ainsi due celles eontractées pour Son 
adlministration particulidre, restent à la charge 
du Gi#t Duché. II en est de méme des pen- 
106. 
Siebenzehnter Artikrt. 
Seine Königl. Hoheit der Großherzog verpflich- 
ten Sich, binnen zurmench en 32 
Ratification grgenwärtigen Tractats an gerechnet, 
alle das Herzogthum Westphalen und die Wittgen- 
steinischen und Berleburgischen Besitzungen betreffende 
Domanial-Titul, Documente, Karten und Papiere 
der Preußischen Regicrung übergeben zu lassen. 
Dieselbe Uebergabe der Papiere, Documente und 
Karten soll für Seine Majestät den Kdnig von 
Baiern, Seine Kbnigl. Hoheit den Kurfürsten von 
Hessen und Seine Durchlaucht den Landgrafen von 
Hessen = Homburg in Räcksicht der ihnen zu uberge- 
benden Distrikte statt finden. 
Alle die Domanial-Titul, Decumente, Karten 
und Papiere, welche die Seiner Kdniglichen Hoheit 
dem Großherzog von Hessen abgetretenen Länder 
und Gezenstände betreffen, sollen in derselben Frist 
Seinen Commissarien übergeben werden. 
Achtzehnter Artikel. 
Die Einkünfte der im Herzogthum Westphalen 
belegenen Domainen bis zum ersien Julit dieses 
Jahrs, find nach Abzug der für besagte Domainen 
bestrittenen Ausgaben, Seiner Kdnigl. Hoheit dem. 
Eroßberzes von Hessen ausdrücklich vorbehalten, und 
Seine Majestät der König von Preußen verpflichten 
Sich, solche vor Ende des Jahres beitreiben zu las- 
sen. Die directen und indirecten Steuerrückstände 
werden von dieser Stipulation besonders ausgenom- 
men und verbleiben Seiner Majestät dem König von 
Preußen. 
Die Steuerrückstände in den am linken N hein- 
ufer belegenen und dem achten Artikel gemäß zur 
Landeshoheit und Oberherrlichkeit Seiner Kdniglichen 
Hobeit übergehenden Länder, verbleiben vom sechs- 
zehnten Jumi Ein Tausend achthundert vierzehn an 
gerechnet bis zum ersten Julü des laufenden Jahrs, 
zum Nuten der Großherzeglichen Regjerung und 
diese vepflichtet sich, denen auf besagte Rückstände 
angewicsenen Verwaltungs-Ausgaben zu genügen. 
Die Rückstände der im dritten Artikel Seiner- 
Maiestät dem Konig von Batern abgetretenen vier 
Aemter werden Seiner Königlichen Hoheit dem 
Großherzog von Hessen bis zum ersten Julü gegen- 
wärtigen Jahres vorbehalten. 
Neunzehnter Artikel. 
Die vonr Kurfürstenthum Cöln herrührenden enf 
dem Herzogthum Westphalen stehenden und für des- 
sen besondere Verwaltung contrahirten Schulden, 
bleiben auf besagtem Herzogthum haften. Eben so. 
verhält es sich mit den durch den Reichsreceß vom 
in.
        <pb n="315" />
        sions affectées A la possession de ce pays par 
le reckcs de IEmpire de mil-huit-Cent- trois, 
ainsi due de la rente de quinze mille florins, 
assise sur ce Duché en faveur du Prince de 
Wittgenstein - Berlebourg. QOuant aux dettes 
et charges originairement éCtrangeres au Duché 
de Westphalie, mais transferées sur ce pays, 
les hautes parties contractantes sont convenues 
due Sa Majeste le Koi de Prusse se chargera 
uniquement de la somme de cind-Cent- mille 
florins provenant des dettes da Comtée de Ha- 
nau- Lichtenberg, et convertie en obligations 
specialement hypochéquces sur le Duché’’de 
Westphalie, datées du premier Avril mil-huit- 
cent- dix. 
Les dettes (Landes= und Kammerschulden) est 
Pensions, dont le GCrand-Duché de Hesse à 
été chargé par F’acquisition des bailliages d’Al-Z 
zenau, Amorbach, Miltenberg et Heubach, 
Passent au nouveau possesseur, pour autant 
du’elles n’ont -pas été acquittées par le Cou- 
vernement Grand-Ducal-. 
Les dertes constitusées sur la principanté 
d4Isenbourg, restent A la charge du dit pays. 
Son Altesse Royale se charge de la moitié&amp; des 
dettes particuliéres du Prince actuel d’Isenbourg. 
II sera nommé une Commission par Sa Meajes- 
" Impériale et Royale Apostolique et Son Al- 
tesse Royale le Crand-Duc de Hesse, pour 
reconnoitre D’état de ces dettes et pour en ré- 
gler le partage. 
Les drolts de Succession de famille, qui 
pourroient en vertu de 1·Article quarame inqd 
du recés principal de la députation de I’Empi- 
re du vingt-cinq Février mil-huit -CKent trois, 
Avoir 6é transférés sur le Duché de Westpha- 
lie, sont transportés sur les districts, donnés 
Par I’Article huit du present traite à Son Al- 
tesse Royale le Grand-Duc en indemnité et 
en échange comme Equivalent du dit Duché. 
Article vingrie’ne. 
Les troupes tirées du Duché de Westpha- 
lie et des possessions de Wittgenstein-Wiugen- 
stein et Wittgenstein-Berlebourg, ainsi que cel- 
les tirées des quatre bailliages cédes 4 Sa Ma- 
jeste le Koi de Bavicre en vertu de I-Article 
trois, resteront réunies au corps-d’armée de 
Son Altesse Royasle le Grand-Duc pendant 
Tespace de deux mois, aprés ledquel terme les 
soldats et bas- olliciers devront retourner dans 
leurs foyers. Les ofbeiers en activite pourrom 
choisir durant le meme terme, auquel de · ces 
services respectfs ils preféreront de rester. 
1 
ro7 
- 
Ein Tausend achthundert und drei, auf den Besitz 
dieses Landes angewiesenen Pensionen, so wie mit 
der zu Gunsten des Fuͤrsten von Wittgenstein-Ber- 
leburg auf dieses Herzogthum angelegten Rente von 
fünfzehn Tausend Gulden. In Betreff der dem 
Herzogthum Mesiphalen ursprünglich fremden, aber 
auf dieses Land überwiesenen Schulden und Lasten, 
sind die hohen contrahirenden Theile übercingekom= 
men, daß Seine Mazjestät der König von Preußen 
blos die von den Schulden der Grasschuft Hanau-Lch- 
tenberg herrührende Summe von fünfhunderttausend 
Gulden übernehmen wird, über welche unterm er- 
sten April Ein Tausend achthundert zehn, Obligatio- 
nen ausgestellt, und auf das Herzogthum Westphalen 
specialiter hypothecirt sind. 
Die Landes- und Kammerschulden und Pensio- 
nen, womit das Großherzogthum Sessen durch die 
Erwerbunz der Ta##ter Alzenau, Amorbach, Mil- 
tenberg und Heübach belastet worden, gehen in so 
weit auf den neuen Besitzer über, als sie von der 
Sroßherzegl. Regierung nicht berichtiget worden sind. 
Die auf dem Fürstenthum Isenburgruhenden Schul- 
den, bleiben auf besagtem Lande haften. Se. Königl. 
Hoheit übernehmen die Hälfte der Privatschulden des 
jetzigen Fürsten von Isenburg. Es soll von Seiner 
Kalfe#l. Kdnigl. Apostolischen Majestät und von Sei- 
ner Kdnigl. Heheit dem Großherzos von Hessen eine 
Commission ernannt werden, um diesen Schulden- 
biten auszumitkeln, und deren Vertheilung zu be- 
richtigen. 
Die laut dem fünf und vierzigsten Artikel des 
Hauptrecesses der Reichsdeputation vom fünf und 
zwanzigsten Februar Ein Tausend achthundert drei, 
auf das Herzogthum Westphalen etwa überwiesenen 
Familien-Erbfolgerechte, werden auf die Seiner 
dnigl. Hoheit dem Großherzoge zum Ersatze und 
Austausche als Acquivalent des besagten Herzogthums, 
durch den achten Artikel des gegenwärtigen Tractats 
zugetheilten Distrikte verlegt. 
Zwanzigster Artikel. 
Die aus dem Herzogthum Westphalen und aus 
den Wittgenstein-Wittgenstein und Wittgenstein-Ber- 
leburgischen Besitzungen, so wie die aus den im drit- 
ten Artikel Seiner Majestät dem Kdnig von Baiern 
abgetretenen vier Aemtern gezogenen Truppen, sollen 
während eines Zeitraums von zwei Monaten mit dem 
Armeekorps Seiner Kdnigl. Hoheit des Großherzogs 
vereinigt bleiben. Nach Verlauf dieser Frist müssen 
die Soldaten und Unteroffiziere in ihre Heimath zu- 
rückkehren. Während derselben Zeit kbunen die in 
Activität stehenden Offziere den resp. Dienst mählen, 
in welchem sie vorzugsweise verbleiben wollen. Die aus 
—. dem
        <pb n="316" />
        —— 
Cenxz qui son en éCrat de pension et natifs du 
Duché de Westphalie ou qui ont passé de 
TElectorat de Cologne ei des Comts de Witt- 
enstein, resterom 4 la charge de Sa Majesté 
Prussienne. , « 
Son Altesse Royale le Grand-Duc de Hes- 
se se charge des troupes du pays d'Isenbourg 
PFour la partie réunie au Grand-Duché. 
Areicke oingr-er- unieme. 
4 Touis les offciers civils, employés dans 
FYadministration du Duché de Westphalie, des 
Comtes de Wittgenstein et des quale bailliages 
eedes à Sa Majeste le Roi de Baviéere, tant 
ceux qdui som en activié de service due les 
Pensionnes, passent aux nouvesux possesseurs. 
Cette stipulation s'’applique reciproquement 
aux districts et objets cédes-= à., Son Altesse 
Rovale le Grand-Duc de Hesse, et Son Al- 
tesse Ro) ale se charge nommement des pen- 
sionnaires dui sont assignes sur la pariie du 
Departement du Mont-Tonnere, reunie par le 
Present traite au Grand-Duché. Elle s'’appli- 
due de meme aux salines de Kreutznach; à 
Texception du Commissaire Prussien, dui en 
a La dixrection aujourd’hui. 
Artiche vingr-derzieme. 
Le sel des salines de Kreutznach ne sera 
sreve d’aucun impôt ni redevances qduelcon- 
dues, ni à sa fabrication, ni à son exportation. 
Sont égalemel#.t lihbres de tout droit d’importa- 
tion les beis, charbons et autres Anicles ser- 
vant à l’exploitation, aux constructions et ré- 
Parations. Mais ceite liberte et immunitée ne 
si’étendra pas sur les relations et impositions 
Personnelles des individus employés à la fa- 
brication du sel ou à T’inspection des salines, 
qui sont sujete Prussiens. Les individus qui ne 
sroient point originairement sujets prussiens, 
mais habiteroient les salines, seront soumis aux 
mémes lois et censs eire dans les memes rap- 
Ports due d’autres éCtrangers domicilies dans la 
Monarchie Prussienne. Le sel fabriqu dans 
Jes salines cédéees à Son Altesse Royale le 
Grand-Duc, sera regardé dans les Etats Prus- 
siens comme sel étranger, ei sera, comms tel, 
soumis à toutes les impositions et 4 tous les ré-. 
glemens qdui existent dans la Alonarchie Prus- 
sienne actuellement ou pourroient exister à la 
suite, relauvement auzx sels étrangers. 
Afin d’empecher due la diflérence du prix 
des sels dans les Etais Hessois sur la rive gau- 
ahe du Rhin de celui dans les Etate Prussiens 
108 
dem Herzogkthum Westphalen gebürtigen und auf 
Pensionsetat stehenden, oder aber aus dem Kurfür- 
stenthum Cöln und aus den Wurtgenlseiuschen Graf= 
schaften übergegangenen Offziere bleiben Seiner Kd- 
nigl. Preußischen Majestät zur Last. 
Seine Königl. Hoheit der Großherzog von Hesf- 
sen übernehmen die Truppen des Landes Isenburg für 
den mit dem Großherzogthum veremigten Theil. 
Einundzwanzigster Artikek. 
Alle bei der Verwaltung des Herzogthums West- 
phalen, der Grafschaften Wittgenstein und der Ser- 
ner' Majestät dem König von Baiern abgetretenen 
vier Aemter angestellten Civilbeamten, sowohl dieje- 
nigen welche in Dienstthängkeit sind als die pensio- 
mrten, gehen auf die neuen Besitzer über. 
Diese Bestimmung findet gegenseitige Anwendung 
auf die Seiner Königl. Hohelt dem Großiherzog von 
Hessen abgetretenen Oistrikte und Gegenstände, und 
Seine Königl. Hobeit übernehmen gamentlich die auf 
den durch gegenwärtigen Tractat Mit dem Großher- 
zogthum vereinigten Theil des Departements vom 
Donnersberg angewiesenen Pensionairs. Sie wird 
gleichfalls auf die Kreuznacher Salzwerte, mit Aus- 
nahme des Prenßischen Commissärs, welchem gegenwär- 
tig die Leitung derselben anvertraut ist, angewendct. 
Zweiundzwanzigster Artikel. 
Deas Salz der Kreuznacher Salzwerke soll mit 
keinerlei Stener oder Abgabe weder beim Sieden noch 
bei der Aurfuhr belegt werden. Gleichmäßtg frei von 
allen Einfuhrabgaben sind die zur Nutzung, Anbau 
und Reparaturen dienenden Holze, Kohlen und an- 
dere Materialien. Indessen soll diese Streuer= und 
Abgabenfreihe# nicht auf die personlicher Verhältnis- 
se und Besteucrungen der bei der Salgzsiederei oder bei 
der Salzwerks -Inspektion angesiellten Preußischen 
Unterthauen ausgedehnt werden. Die Individnen 
welche ursprünlich nicht Preußische Unterthanen sind, 
aver die Salzwerke bewohnen, sollen denselben Ge- 
setzen unterworfen, und nach eben den Verhaltuissen 
als andre in der Preußischen Monarchie wohnende 
Fremde behandelt werden. Oas in den Seiner Kb= 
molichen Hoheit dem Grofüherzog abgetretenen Salz- 
werken fabricirte Salz soll in den Prrußischen Staa- 
ten als fremdes Salz angesehen, und allen im Be- 
ziehung auf fremde Salze in der Prcusischen Monar- 
chie gegenwärtig besiehenden, oder noch mun der Folge 
etwa einzuführenden Auflagen und Vorschriften un- 
terworfen werden. 
  
Um zu verhindern, daß der Unterschied der Salz- 
preise zwischen den auf dem linken Rheinufer belege- 
nen Hessischen Staaten und den auf demselben usg 
ele-
        <pb n="317" />
        sur la méme rive ne favorise Fimportation frau- 
duleuse des sels des salines de Kreutznach dans 
le Grand-Duché du Bas-Rhin, le Gouverne- 
ment Grand-Ducal conviendra avec les Auto- 
Titées Prussiennes de l fixation d’'un prix qui 
"sera renouvelé de dix en dix ans. On convien- 
dra également du controle néecessaire pour em- 
pécher la contrebande tant relauvement à l'ex- 
bortation des sels, qu's limportation du ma- 
#ériel- necessaire 4 la fabrication, aux batisses 
et aux réparations. 
Sa Majesté Prussienne s'engage à ne faire 
établir, dans la banlieue de Kreutznach aucune 
nouvelle saline dui puisse nuire à ’exploitation. 
de cellcs cédées à Son Aliesse Royale le Grand- 
Duc, soit sous le rapport des scurces, scoit 
slous celui des eaux de la Nahe. 
Les provisions en bois et charbons; qui 
ae tronveront dans les magasins le jour de la 
remise, resteront au Gouvernement Prussien, 
Feur les céder. l’administration Grand-Duca- 
e. Si ces objets n’ont point encore 6té payes 
par le Gouvernement Prussien, I’administration 
Crand- Ducale entrera dans les contrats passés 
zur ces objets par le dit Gouvernemen. Dans 
le caz contraire I’administration en remboufse. 
ra au Gouvernement Prussien le prix coutant 
dans le deélai de six mois. Les provisions de. 
sel resteront à la disposition du Gouvernement 
Prussien. 
Arriche oingr-Trofsicme. · 
LäcouveknpmentGramLDucaldeHesso 
Ins-Hfacultödefaiketwtjspokterlerquantik 
link-Idadharbonsetdebojsnåceszaire·säl’ap— 
provislonnement des salines de Kreutznach par 
les Etade la Prusse, sans éprouver aucune 
-ene à cet égard et en ne payant que les droits 
ordinaires de passage et de flottage, en obser- 
vant toutefois les ordonnances et réglemens de 
police existant 4 cet égard. Les droits de flot- 
tage sur la Nahe ne seront poim augmentés 
Ddour les di’s objets au delä du tarif asctuel. 
Sa Majeste le Roi de Prusse et Sa Majes- 
t6 IEmpereur d’Antriche S’engagent 4 emplo- 
Vyer leur intervemion la plus suivie afin de 
Procurer au Gouvernement Grand. Ducal de 
Hesse les memes facilites pour le transport et 
1e flortage du bois #(#t des charbons par les 
Etats Bavarois de Kaiserslautern jusqu’a Kreutz- 
nach. 
Arriche oingt - Juc#rieme. 
Son Altesse Royale le Grand-Duc de Hes. 
c consen à ce que la Prusse ait une route 
100 
belcgenen Preutischen Staaten, die betrügerische Ein- 
fuhr des Kreutznacher Salzes in das Großherzogthun 
Nederrhein begünstige, wird die Großherzogliche Re- 
gierung über Festsetzung eines von zehn zu zehn Jah- 
ren zu erneuernden Prrises mit den Preußischen Be- 
horden übereinkommen. Eben so wird man zur Ver- 
hütung des Schleichhandels sowohl in Beziehung auf 
die Ausfuhr der Salze als gufedie Einführ des zur 
Siederei, zu den Bauten und Reparaturen ndthigen 
Materials, wegen einer zweckmäßigen Controlle 
übereinkommen. 
Seine Preußische Majestät verpflichten Sich 
in dem Kreutznacher Weichbilde kein neues Salzwert 
anlegen d lassen, welches etwa der Nutzung der 
Seiner Koͤnigl. Hoheit dem Großherzoge abgetrete- 
uen Salzwerte, sey es in Bezug auf die Quellen oder 
auf die Gewässer der Nahe, schaden kdunte. 
Die am Tage der Uebergabe in den Magazinen 
befindlichen Holz= und Kohlenvorräthe verbleiben der 
Prrußischen Regierung und werden der Großherzog- 
lichen Verwaltung abgetreten. Solleen diese Gegen- 
stände von der Preußischen Regierung noch nicht be- 
zahlt worden seyn, so tritt die Groshherzogliche Ver- 
waltung in die deshalb von gedachter Regierung ab- 
geschlossenen. Centracte. Im entgegengeseli#en Falle 
erstattet die Verwaltung der Prenßischen Regierung 
den kostenden Preis binnen sechsmonatlicher Frist. 
Die Salzvorräthe bleiben zur Disposiion der Preu- 
Kischen Regierung. 
Dreiundzwanzigster Artikel. 
Die Großherzeglich-Hessische Regierung' hat die 
Befugnig, die zur Jarserzung der Kreutznacher Salz- 
werke nothwendigen Kohlen= und Holzbedürfnisse durch 
die Prcußischen Staaten ungehindert fuhren las 
sen, und sie entrich#et blos die gewöhnlichen Durche 
fuhr= und Flossabgaben, mit Befolgung der in die- 
ser Hinsicht. bestehenden Polizeivcrordnungen und Vor- 
Scriften. Oie Floßabgaben auf der Nahe sollen für 
4q e Gegeustände über die gegemwärtige Tare nicht 
erhoht werden. 
Seine Majestät der Kbnig don Preußen und 
Seine Majestät der Kaiser von Oesierreich verpflichten 
Sich, durch Shre sorgfältige Verwendung der Groß- 
hergogl. Hessischen Regierung für den Transvort und 
das Flößen der Kohlen und des Holzes durch die 
Vaierschen Staaten von Kaiserslautern bis Kreutznach 
gleichmäßige Erleichterungen zu verschaffen. 
Vierundzwanzigster Artikel. 
Seine Königl. Hoheit der Großherzog von He 
sen bewilligen der Krone Preußen eine Hiltairstraße 
urch
        <pb n="318" />
        militaire par Ses Etats pour les tronpes quĩ 
passent d'Ersurt par Eisenach, Hersfeld., Gies- 
sen et Wetzlar à Coblence, et due celles qui 
viennent de Mayence ou qui y sont destinées, 
prennent la route de Coblence par Bingen. 
La Convention à conclure dans T’iespare 
de trois mois sur cet objet, se réglera d’apres 
ce# qui sera convenu à Tégard des routes mili- 
taires Prussiennes, qui passent par les Etats 
du Roi d’Hannovre et de IElecteur de Hesse. 
La méme Convention reglera les places d'étap- 
Pes sur ces routes. 
II#est convenu qui le réglement d’une rou- 
te d'étappes pour les troupes Autrichiennes 
destindes 4 faire Partie de la garnison de Ma- 
yence, est öréservée 4 une Convention Particu- 
Lière entre les Couvernemens respectifs. 
Son Altesse Royale le Crand-Duc de Hes- 
5ke consent Egalement 4 ce due la Baviere ait 
une route militaire par Ses Etats pour les trou- 
pes qdui passent des provinces bavaroises 4 la 
rive droite du Rhin, dans celles neuvellement 
Acquises sur la rive gauche de ce fleuve. Ce 
dui concerne les places d'’étappes, les moyens 
d’entretien et de transporl, et. autres objets 
d’administration, sera réglée par une Conven- 
tion particulière entre Sa Majeste le Roi de 
„Bavieère et Son Altesse Royale le Crand-Duc 
de Hesse. 
Article vingt· cinquième. 
La remise de tous les districts et territoires 
cédés et transléres mutuellement par les Arti- 
cles premier, second, trois, quatre, cind, sept 
et huit du prézent traité se lra le sept Juiller 
de cette annde au moyen de procès-verbaux 
gGui seront dressés 4 Francfort et signés par les 
Plenipotentiaires des différens Princes, sous 
la souverainelé desquels ces districts passeront. 
Ces procès- verbaux seront suivis immeédizte. 
mem 2apres de la mise en possession reelle. 
La remise des salines de Kreutznsch et de 
dleurs dépendances se fera de la meme manieé. 
re, et les Autoritées Grand-Ducales recevront 
ces salines avec les mémes titres, droits et 
Prétentions, relatils 4 la propricte des dites 
zalin es, ainsi qu’avec,hles outils et ustensiles ser- 
vant 4 Lexpleitation, avec lesquels elles ont 
Passé au Gouvernement Prussien. 
L'exploitation de ces salines, 4 commen- 
cer du premier Juillet de ceite année, zera 
pour le compte de Son Altesse Royale. 
Artiche ungr-sirichne. 
Sa Majeste le Roi de Prusse et Sa Mejes- 
te TEmpereur TAutriche garamissent à den 
110 
durch Seine Skaaken für die von Erfurt uͤber Eise- 
nach, Hersfeld, Giessen und Wectzlar nach Coblenz 
ehenden Truppen, und gestattet auch, daß die vo#n 
aynz kommenden oder nach Manynz bestimmten 
Truppen den Weg von Coblenz uͤber Vingen nehmen. 
ie über diesen Gegenstand binnen dreimonatli- 
cher Frist abzuschliegende Convention soll sich nach 
der Uebereinkunft richten, welche in Rücksicht der 
durch die Kdnigl. Hanndverschen und Kurfürstl. Hessi- 
schen Staaten führenden Preußischen Militairstraßen, 
getroffen seyn wird. Dieselbe Convention wird die 
Etappenplätze auf diesen Straßen bestimmen. 
Es ist verabredet worden, daß die Einrichtung einer 
Etappenstraße für die zur Maynzer Garnison besimm- 
ten Oesterreichischen Truppen, einer Privat-Conven- 
tion zwischen den resp. Regierungen vorbehalten bleibt. 
Seine Königl. Hoheit der Großherzog von Hes- 
sen bewilligt gleichfalls der Krone Brichnbein- N#l 
tairstraße durch Seine Staaten für die von den 
Baierschen Provinzen auf dem rechten #heinufer nach 
den auf dem linken Ufer dieses Flusses neulich er- 
worbenen Provinzen gehenden Truppen. Was die 
Etoppenpläce, die Unterhaltungs= und Transport- 
mittel und übrigen Verwaltungs-Gegenstände bekrifft, 
soll durch eine Privat-Convention zwischen Seiner 
Najestät dem Kdnig von Baiern und Seiner Konig- 
lichen Hoheit dem Großherzog von Hessen regulirt 
werden. 
Fünfundzwanzigster Artikel. 
Die Uebergabe aller durch den ersten, zweiten, 
dritten, vierten, fünften, siebenten und achten Arki- 
kel des gegenwärtigen Tractats gegenseitig abgetrete- 
nen undberwiesenen Distrikte, soll am siebenten 
Julius dieses Jahrs mittelst Protzekolle geschehen, 
welche zu Frankfurt aufgenommen und von den Be- 
vollmächtigten der vensbirdenen Fürsten, zu deren 
Landeshoheit diese Distukte übergehen, unterzeichnet 
werden. Au dese Protokolle soll unmittelbar die 
wirkliche Besitzuahme folgen. Die Uebergabe der 
Kreutznacher Salzwerke und ihrer Zubehdrungen ge- 
schiehrt auf dieselbe Art, und die Großhergoglichen 
Behdrden erhalten diese Salzwerke mit sämmtlichen 
auf das Eigenthum besagter Salzwerke Bezug neh- 
menden Tituln, Rechten und Ansprüchen, imgleichen 
mit denen zur Bearbeitung dienenden Werkzeugen und 
Gerächschaften, welche zur Preußischen Regierung 
mit übergegangen waren. « 
Vom ersten Julii dieses Jahrs an gerechnet, fin- 
det die Nutzung dieser Salzwerke für Rehnung Seiner 
Koͤnigl. Hoheit statt. 
Sechsundzwanzigster Artikel. 
Seine Majestät der König von Preußen und 
Seine Majestät der Kaiser von Oesterreich garantiren 
einer
        <pb n="319" />
        Altesse Reyale le Grand-Due de Hesse la sou- 
verzineté pleine et entiere de Ses Etats ainst 
due Tintégrité de Ses possessions dins Tétat 
Su elles se trouveront d’aprés le présent Traité. 
Articke vingr. Sepricme. 
Le présent traité sera ratifdd et les ratifl- 
çcations en seront Schangées 4 Francfort dans 
le terme de six semaines ou plutot si faire se 
peut. 
En foi de dquoi les Plénipotentiaires res- 
Pectifs Tont signée et muni du cachet de leurs 
armes. 
Fait 4 Francfort sur le Mein, le trente 
Juin Pan de gräce mil- huit- cent- seize. 
(L. S.) Le Baron de Humbolfdt. 
(L. S.) Wessenberg. 
(L. S.) Harnier. 
L. S.) Le Barxon de Münch. 
III 
Seiner Königl. Hoheit dem Großherzog ven Hesfen 
die vdllige und gänzliche Landcshoheik und Oberherr= 
lichkeit Seiner Staaten, so wie die Integrität seiner 
Besitzungen in dem Zustande, worin sie sich na 
genwärtigem Tractat befinden. 
Siebenundzwanzigster Artikel. 
Gegenwärtiger Tractat soll ratificirt und die Ra- 
tificationen binnen sechswdchentlicher Frist, oder noch 
eher, wenn es thunlich ist, zu Frankfurt ausgewech- 
ge- 
selt werden. 
Zu dessen Urkund haben die respectiven Bevoll- 
maͤchtigten selbigen mit Beidruckung ihres Wappen- 
siegels nnterzeichnet. 
Geschehen zu Frankfurt am Main, den dreißigsten 
Junik im Jahre Chrifti Ein Tausend achthundert und 
sechszehn. 
(I. S.) Baron von Humboldt. 
(L. S.) Wessenberg. 
(L. S.) Harnier. 
(L. S.) Baron von Münch. 
#—tt' 
  
(No-. 18.) Tractat zwischen S. M. dem Künig von Preußen, und S. Königk. Hoheit den Großberzog von Mecklen- 
burg-Strelitz, geschlossen zu Frankfurt den isten September 1816. 
Im Namen der Allerheiligsten und untheilbaren Dreieinigkeit. 
D. Seine Majestät der König von Preußen in Gefolge der zu Paris unter den verbündeten Mächten ge- 
Vlgenen Verhandlungen, bei der an Allerhöchstdieselben von Seiner Majestät dem Kaiser von Oesterreich 
eschehenen Abtretung derjenigen Distrikte im ehemaligen Saar-Departemeut, welche Sr. Kaiserl. Königl. 
postolischen Majestät durch den Artikel 51. der zu Wien am gten Junius 1875. geschlossenen Con seß-A#te 
zugefallen waren, die Verbindlichkeit übernommen haben, die Anspröche zu befriedigen, welche Seiner Kö- 
nigl. Hoheit dem Großherzoge von Mecklenburg-Strelitz nach den Artikeln 40. und 56. der gedachten Con- 
greß-Abte auf ein Gebtet von einer Bevolkerung von ro, doo Seelen anf dem linlen Rheinufer zustehen, 
und Seine Konigl. Maiestät den Wunsch hegen, Sich dieser Verpflichtung zu entledigen, die wirkliche 
Uebergabe der dazu, wie nachfolgt, beskimmten Territorien aus gleichfalls im Folgenden enthaltenen Grün- 
den zur Zeit aber nirht angemessen erscheint, so haben Seine Königl. Majestkt. und Seine Kdnigl. Hoheit 
in der Absiche in der Zwischenzeit alle Rechte zu sichern und festzustellen, einen besondern. Vertrag hierüber 
einzugehen beschlossen, und zu diesem Ende Bevollmächtigte ernannt, nämlich:: " 
Seine Majestät der König vou Preußen, den Frciherrn Carl Wilhelm von Humboldt, Ihro Staats- 
minisker, Kammerherrn, Ritter des rothen Wdlerordens, und des Preußischen eisernen Kreuzes erster Klasse, 
Großkreuz des Kaiserl. Oesterreichischen Leopolds-, des Rußischen St. Annen-, des Königl. Dänischen 
Dannebrog-Ordens, des Ordens des Verdienstes der Baicrschen Krone, des Großherzogl. Badischen Ordens 
der Treue, und des Großherzogl. Sachsen-Weimarischen Falken-Ordenss 
Und Seine Königliche Hoheit der Gropherzog ven Mercklenburg Strelitz, den Freiherrn August von 
Oertzen, Ihro Staatsminister, Ritter des rothen Adlerordens erster Klasse; - « 
Welche
        <pb n="320" />
        — 112 — 
Welche beide Bevollmächtigke nach Auswechselung ihrer in gehoͤriger Guͤltigkeit und Richligkeit befun- 
denen Vollmachten, nachstehende Artikel mit einander verabredet und festgesetzt haben. 
Erster Artikel. 
Seine Majestät der König von Preußen kreten an Se. Königl. Hoheit den Großherzog von Mecklen- 
burg-Strelitz die ehemaligen Cantone Cronenburg, Reifferscheid und Schleyden, jedoch den erstern mit 
Ausnahme der Gemcinden Steffler und Schuler, den letztern mit Ausnahme der Gemeinde Wolfeseiffen 
als diejenigen Distrikte ab, welche nach der diesem Verkrage angeschlossenen Designation, die erforderliche 
Einwohnerzahl enthalten. Dieses Gebiet wird von Seiner Königl. Hoheit, Ihren Erben und Nachfolgern 
in vollem Egenthum und mit allen Landeshoheitsrechten besessen werden. Da jedoch dasselbe ringsun vom 
Kdnigl. Preußischen Gebicte umgeben ist, und daher Lokalverhältnisse nothwendig machen können, bei der 
Bestimmung der Grenzen desselben ctwas auf einer Seite abzunchmen, oder auf einer andern hinzuzusez- 
zen; so behalten Seine Königl. Majestät Sich ausdracklich bei der wirklichen Ueberweisung diese nähere 
usmittelung und Wuögleichungs jedoch dergestalt vor, daß die zugesicherte Seelenzahl unverändert und der 
Zusammenhang des Gebiets ungetrennt bleibe. 
Zweiter Artikel. 
Seine Kdnigl. Hoheit der Großherzog von Mecklenburg-Strelitz nohmen diese Abtretung an, und 
erklären hiermit fbrmlich, daß Seine Majestät der König durch dieselbe, der gegen Sie durch die Artikel 
40. und 50. der Congreß-Akte und die Pariser Verhandlungen Üübernommenenen Verbindlichkeit vollkommen 
Genüge leisten. Auch soll diese Abtretung, so wie solche durch den gegenwärti.sen Vertrag geschieht, die- 
selte Wirkung und Gültigkeit haben, als wenn dieselbe ausdrückluh in dem Recesse, welchem die hier zur 
Ausgleichung der Terrttortal-An clegenbeiten versammleten Bevollmächtigten Ihrer Majestäten des Königs 
von Preußen, der Kaiser von Rußland und Oesterreich und des Kdnigs von Großbmtannien abschließen 
werden, aufgeführt und darin aufgenommen wäre. 
Dritter Artikel. 
Da Seine Königl. Heheit der Großherzog von Mecklenburg-Strelitz, weil die im Artikel r. bezeich- 
neten Territorien vllig von Ihren alten Landen getreunt und weit davon entfernt sind, ein andcres ange- 
messencres und vertheilhafteres Abkommen zu wrefcn wünschen, und Seine M#jestät der König von Preu- 
Pen auch Ihrerseits, da dieses Gebiet schon zu Ihren Staaten gehdrt und auch künftig vbllig davon umschlos- 
sen bleibe, diesemn Wunfsh beitreten, und daher beide Theile deshalb eine anderweinge Vereinbarung zu 
schließen geneigt sind, so wird die Ueberweisung des im Artikel r. genannren Gediets an Seine Königliche 
Hoheit bis auf sechs Monate, längstens bis auf cein Jahr von dem Tage der Unterschrift der gegenwärtigen 
Uebereinkunft an, hinausgesetzt; Seine Königl. Hoheit leisten auf das Recht, solche innerhalb dieses Jahres 
serdern zu können, Verzicht; Seine Majestät der Kdnig hingegen verspechen, dieselbe, nach Ablauf dessel- 
den, sogleich geschehen zu lassen, als Seine Kdnigl. Hoheit darauf antragen werden. Bis zur wirklichen 
Ueberweisung verbleidt das mehrgedechte Gebiet lediglich und unverrückt, und so wie es sich jetzt dabei be- 
findet, bei der Preußischen Monarchie, als alleiniges Eigentbum Semer Majestät des Kömgs und Ihrer 
andeshoheit unterworfen, so daß die im Artikel 1. paciscirte Abtretung bis dahin nur als eine eventuelle 
anzusehen ist. 
Vierter Artikel. 
Dagegen rersprechen Seine Majestät der König Seiner Königl. Hoheit dem Großherzoge, von denm 
isten' Mai 1816. an, als an welchem Tag: Seine Königl. Majestät in den Genuß derjenigen Theile des 
Saar-Departements gekommen sind, mit welchen die aus den Artikeln 40. und 50. der Congreß-Akte 
fliesende Verbindlichkeit verknüpft ist, die reinen nach Abzug der Ausgabe übrig bleibenden Einkünfte zu ge- 
währen und dieselben Seiner Königl. Hoheit bei der Ueberweisung des Gebiets auszahlen zu lassen. Sollte 
in Gemäßbeit des Artikel 3. ein andercs Abkommen getroffen werden, so wird man sich über die Art der 
Versütigung dieser entgangenen Einkünfte besonders gegensritig verstehen. Für die Gewährung der Seiner 
Kdmgl. Hoheit für die Zeit vor dem #sten Mai 1816. von dem Kaiserl. Kdnigl. Oesterreichischen und Königl. 
Baiertschen Hofe zustehenden Einkünfte, versprechen Seine Majestät der Kdnig Sich nicht nur auf das N Fe- 
tigste zu verwenden, sondern auch dafür Sorge zu tragen, daß Seine Königl. Hoheit auf jeden Fall hierin 
den andern im Artikel 49. der Wiener Congreß. Akte genannten Fürsten gleich gestellt werden. 
Ounis
        <pb n="321" />
        113 
Fünfter Artikel. 
Auf den Fall, daß die im Artizel r. ausbedungene Abtretung zur Vollziehung kommen sollte, verspre- 
chen beide hebe paciscirenre Theile im Voraus Sich nach liberalen Grundsätzen und zum. Vortheil der bei- 
derseitigen Unterthanen üder dicjenigen gegenseitigen Bessimmungen zu verstehen, welche der Handelsverkehr, 
der Truppendurchzug und der enge, jetzt zwischen den, in dicesem Fall alsdann getrennten Gedieten beste- 
hende Verband nothwendig und rathsam machen dürften. · « 
Sechster Artilel. 
Gegenwärtiger Vertrag, welchen beide Theile als nicht zu bffentlicher Kundwerdung geeignet ausehen 
wollen, Srn ratificirt werden, und die Auswechselung der Ratificationen binnen sechs Wochen vom Tage der 
Unterzeichnung an in Berlin geschehen. 
Zu Urkund dessen haben beide Bevollmächtigte den gegenwärtigen Vertrag eigenhändig unterzeichnet 
und mit ihren Wappen besiegekt. 
Geschehen zu Frankfurt am Main den 18ten September 1816. 
(L.S.) Wilhelm Freiherr von Humboldt. (I. S.) August von Hertzen. 
  
— 
Designation 
des von Seiner Majestät dem Könige von Preußen an Seine Königl. Hoheit den Groß- 
herzog von Mecklenburg-Strelitz eventuell abgekretenen Gebiets. « 
t)DenCantotiRkifferscheidsmiL............. 
.··oooooop·s·o.ossJ.v 3,620 Einwohner. 
2) Den Canton Schleyden mit Ausnahme, der Gemeinde Wolfseiffen mit 30)917 = - 
3) Den Canton Cronenburg mit Ausnahme der Gemeinde Steffler und Schuler mit. 200 = . " 
  
Sunima 10,8332 Einwohner. 
  
(No. 19.) Traité d. limites entre Leurs Majestés le 
BRoi de Prusse et le Roi des Pays-bas, signé à 
Cleves le 7. Oetobre 1816. 
8. Majesté le Roĩ de Prusse et Sa Majesté 
le Rei des Pays bas, Prince d'Orange- Nas- 
sau, Grand-Due de Luxembourg etc. ayant 
#é par le Traité du 26. Juin dernier les li- 
mites des deux Royaumes, depuis les confins 
de la France sur la Moselle jusdua ’ancien. 
territoire hollandois pres de Nocok, et voulant 
Bire examiner cette ancienne frontiére et ré-. 
gler sur le Bas-Rhin tout ce qui concerne les 
travaux hydrotechniques ou autres points ana- 
logues de la maniere la plus équitable et la 
Dlus convenable pour I’avantage mutuel des 
deux Etats, ont, conformement àA# ’article 25. 
de l’acte fnnal du Congres de Vienne, nom- 
mé Commissaires et muni de leurs pleins-pou- 
voirs, savoir 
(No. 19.) Bebersetzung des zwischen Ihren Masestiten 
dem Khnige von Preußen und dem Könige der Nite- 
derlande, zu Cleve den 7ten October 1816., geschlof- 
senen Grenz-Tractats. 
Naghen Seine Majestaͤt der Koͤnig von Preußen 
und Seine Majestaͤt der Koͤnig der Niederlande, Prinz 
von Oranien-Nassau, Großherzog von Lurembur 
die Grenzen beider Kdnigreiche von den Marken Frank- 
reichs an der Mosel an bis zum ehemaligen Hollän- 
dischen Gebiet bei Mook durch den Tractat vom letzt- 
verflossenen 26sten Junu, bestimmt haben, und nune 
mehro Willens sind, diese ehemalige Grenze unter- 
suchen und am Niederrhem alles, was die hydrotech- 
nischen Arbeucn und andre ähnliche Gegenstände be- 
trifft auf die billigste und den gegenseitigen Vortheil 
beider Staaten angemessenste Weise festsetzen zu las- 
sen; so haben Sie, dem fünf und zwanzigsten Ar- 
üikel der Schluß-Akte des Wiener Cengresses gemäß, 
zu Ihren Commissarien ernannt, und mu Ihren Voll- 
machten versehen, nämlich: 
ꝓ Sei-
        <pb n="322" />
        — 
sa Majeste le Roi de Prusse, le Sieur 
Fréderic, Comte de Solms-Laubach, premier 
Président des Duchés de Juliers, Cleves et Berg, 
Grand-Creix de l'’aigle rouge et de Tordre 
de Sainte Anne de Russie, lequcl, usant 
de la faculié 4 lui accordée par son plein-pou- 
voir, a delégud au meme effet et avec les meé- 
mes pouvoirs les Sieurs Fréderic Guillaume de 
Bernuth, Chef- Président de régence à4 Arns- 
berg, et Jean Albert Eytelwein, Conseiller 
intime et Directeur - Gendral des bätimens pu- 
blics, du Reyaume; 
Et Sa Majeste le Roi des Pays- bas, les 
Sieurs Maximilien Jacques de Man, Colonel 
au Corps de génie, Directeur des archives de 
a guerre et du bureau topographique, Cheva- 
lier de TOrdre militaire de Guillaume troisiècme 
classe, et Jean Blanken-Iz, Inspecteur gené- 
#gral du Waterstaat, Chevalier de I°’Ordre du 
Lion Neerlandois; 
Lesquels Commissaires, aprés avoir éCchangé 
leurs pleins-pouvoirs, dui ent été trouyés en 
regle, sont convenus des points et articles 
Sulvans: 
Article premier. 
Les limites fxées par le présent Traité dé. 
terminent les frontières entre les deus Etats, 
depuis le point oül les limites le long de la 
Meuse touchent &amp; Tancien territoire hollandois, 
Prés des maisons dites Aan-Her-End, jusqu’au 
territoire dHannovre ou la ligne de démarca- 
don entre les deux Royaumes cesse. 
Arickhe seconck. 
U 
La ligne de démaroztion commencera au 
point susnommé et longera la limite entre les 
Anciens territoires hollandois et prussien, com- 
me elle se trouvoit en mil- sept- cent- qua- 
tre- vingt- quinze, de manidre due le Plak, 
le Schildbrock, le Steenbergsche - Heide et le 
Neederryksche-Wald resteront au Royaume 
des Pays- bas, ei le Clefsche Wald, le L.in- 
denbergsche- Hoff, le Rother- Loewe, le Hal- 
ber-Mond et le terrifoire de Wilder au Ro- 
Jaume de Prusse. 
Au Halber -Mond elle eraversera la gran- 
de romue de Cléves 4 Nimeéegue et suivra cette 
route jusqu'a la maison dite Koenig von Preus- 
sen, laquelle maison restera au Royaume de 
Prusse, en sorte due la dite route 2ppartien- 
dra toute entière depuis le Halber-Mond sus- 
dit au Royaume des Pays-bas. 
114 
Seine Majestät der Kbnig von Prcußen, den 
Herrn Friedrich Grafen von Solms-Laubach, Ober- 
präsidenten der Herzogthümer Julich, Cleve und Berg, 
Großkreuz des rothen Adler= und des Rußischen Se. 
Annenordens, welcher vermdge der ihm durch seine 
Vollmacht zustehenden Befugniß, zu demselben Behuf 
und mit denselben Vollmachlen die Herren Friedrich 
Wilhelm von Bernuth, Chefpräsidenten der Regie- 
rung zu Arnsberg, und Jeobann Albert Entelwein, 
Geheinten Rath und Generaldirektor der öffentlichen 
Bauten abgeorduck hat; 
Und Seine Majestät der Knig der Niederlande, 
die Herren Maximilian Jakob' von Man, Obristen im 
Ingenieurcorps, Direktor des Kriegsarchivs und des 
topographischen Büreaus, Ritter des Wilhelmsmilitair-= 
Ordens dritter Klasse, und Jan Blanken-Jz, Gene- 
ral-Inspeckor des Wasserstandes, Ritter des Nieder- 
ländischen Lwen-Ordens; 
Welche, nach Auswechselung ihrer in gehbriger 
Form befundenen Vollmachten, über nachstehende 
Punkte und Artikel übercingekommen sind. 
Erster Artikel. 
Der durch gegemwörtigen Tractat aufgestellke 
Grenzzug bestimmt die Grenzen zwischen beiden 
Staaten, von dem Punkt an gerechnet, wo die 
Grenzen lnge der Maas, bei den sogenannten Aan- 
Het-End-Häusern das ehemalige Holländische Ge- 
biet berühren, bis zum Hanndverschen Gebict, wo 
die Demarkationslinie zwischen den beiden Kdnigrei- 
chen aufhdrt. « 
Zweiter Artilel. 
Die Demarkationslinie faͤngt beim obgenannten 
Punkte an, und zieht sich laͤngs der Grenze zwischen 
den ehemaligen Hollaͤndischen und Preußischen Ge- 
bieten, wie sie im Jahre Ein Tausend siebenhundert 
fuͤnf und neunzig bestand; dergestalt daß der Plak, 
der Schildbrock, die Steenbergsche-Heide und der 
Niederreichische= (Neederplsche-) Wald dem Kdnigreich 
der Niederlande, hingegen der Clessche Wald, der 
Lindenbergsche Hoßte der Rothe Löwe, der Halbe 
Mond ur#d das Wildersche Gebiet dem Kbnigreich 
Preußen verbleiben. 
Beim Halben Mond gehbt sie queer durch die 
Heerstraße von Cleve nach Nimwegen, und folgt 
dieser Straße bis zum sogenannten Koͤnig von Preu- 
ßen, welches Hans dem Koͤnigreich Preußen verbleibt, 
so daß besagte Straße vom Halben Mond an gerech- 
net, dem Königreich der Niederlande ganz zugchdren 
wird. 
Vom
        <pb n="323" />
        De la maison dite Koenig von Preussen, 
Ia ligne quittera la grande route en se diri- 
geant sur la maison dite le Nussenberg, pPprés 
du Village de Beeck, laissant celte maison à 
a Prusse et le Village aux Pays#-bas. 
.Du Mussenberg T’ancienne limite se diri- 
ge vers Torient jusqu’au Aartjenshoff, qdui reste 
Avec le chemin de Wilder 4 la Prusse; de 1A 
vers le nord, suivant P’Oude- Wezterleiding 
jusqu'd l’'écoulemen des eaux de Zylflich et 
cet. Ccoulement jusqdu'’aux limites entre Z)ylflich 
et Loeth, de manieére que le Tornsche-Molen 
avec les maisons y situses, ainsi qdue le ter- 
rain de Zylflich entre l'écoulement et LOoy- 
sche- Water, appartiendrom aux Pays bas, et 
Ie Wildersche-Meer avec la partie de l'écou- 
lement de Zpyfflich entre le Tornsche-Molen 
etiles limites de Loeth appartiendront en en- 
tier 4 la Prusse. 
Elle longera ensuite la dite limite entre 
Zylflich et Loeth jusqu’au point le plus meri- 
dional de la Seigneurie de Millingen et enfin 
les anciennes limites orientales de cette Sei- 
neurie jusqufau Waal, en sorte due Zyfflich, 
iehl et Bimmen restent au Royaume de Prus. 
se et due Loeth, Hulhausen, Kekerdom et 
Millingen feront partie du Royaume de Pafys- 
bas. — 
Article troisieme. 
Du point ou les limites de Millingen tou- 
chent au Waal, la ligne de démarcation se di- 
rigera en ligne droite sur la tour d'Aarth jus- 
qu’au milieu ou à l’axe de la largeur normale 
de la rivière, lequel axze en montant sera pris 
Pour Thalweg et fxera la limite jusque vis à- 
vis du prolongement du c6té gauche de la 
route de Stockmann d Elten, de maniéère due 
le Schenkenschanz avec son territoire fera par- 
tie du Royaume de Prusse et due le Kyfward, 
le Bylandschewaard, '’s Graavenwaard, Lobith, 
le Ober- et Nieder-Spyck, y compris-l’encla- 
ve du territoire d’Elten; appartiendront au 
Royaume des Pays-bas. 
Article quatrième. 
Du milieu susdit du Rhin, Ia limite quit- 
tera la rivière et se dirigera vers le nord, en 
longeant la lisière gauche de la route de Stock- 
mann 4 Elten jusqu'au milieu ou à l'axe du 
ruisseau dit la Wildt, laissant cette route, di- 
te Postweg, avec le pont sur Ia Wildt en en- 
tier à la Prusse, et la partie d'Elten situte en- 
115 
Vom Hause, genannt Koͤnig von Preußen, an 
gerechnet, verläßt die Scheidslinie die Heerstra- 
e, nimmt ihre Richtung nach dem sogenannten 
kussenbergschen Hause unweit der Dorfschaft Beek 
bin, und überläßt jenes Haus an Preußen, diese 
Dorfschaft aber den Niederlanden. 
Von Mussenberg läuft die ehemalige Grenze nach 
Osten bis zum Aartjenshoff, welcher mit der Wil- 
derschen Straße Preußen verdleibt; von da wendet sie 
sich nach Norden und folgt der Alten Wasserleatung 
(Oude-Wtrleiding) bis zum Abfluß des Zyfflichschen 
Wassers, hiernächst diesem Abfluß bis zu den Gren- 
Lr zw schen Zpfflich und Löth, dergestalt, daß der 
ornsche-Moolen mit den dort belegenen Häusern, 
so wie der Zyfflichsche Grund und Boden zwischen 
dem Abfluß und dem Oysche-Water den Niederlan- 
den, hingegen der Wlldersche See (Wildersche Meer). 
mit dem Theile des Zyfflichschen Abflusses zwischen 
dem Tornsche-Molen und den Lbthschen Grenzen 
Preußen ganz l- ehdren werden. 
Nachber l * sie laͤngs besagter Grenze zwischen 
Zyfflich und Litb bis zum mittäglichsten Punkt der 
Herrschaft Millingen, und endlich längs den ehema- 
ligen dstlichen Grenzen dieser Herrschaft bis zur Waal, 
dergestalt daß Zyfflich, Niehl und Bimmen dem Koͤ- 
nigreich Preußen verbleiben, und Loth, Hulhausen 
Kekerdom und Millingen einen Theil des Königr 
der Niederlande ausmachen. · 
Dritter Artikel. 
Vom Punkte an gerechnet, wo die Millingenschen 
Grenzen die Waal beruͤhren, nimmt die dishe 
linie ihre Richtung in grader Linie nach dem 
Aarther Thurm bis zut Mitte oder zur Axe der Nor- 
malbreite des Flusses hin, welche Are beim Herauf- 
steigen für den Thalweg gelten, und die Grenze bis 
gegenüber der Verlängerung der linken Seite der Stra- 
ße ven Steckmann nach Elten, bestimmen soll, derge- 
stalt, daß die Schenkenschanz mit ihrem Gebiet einen 
Antheil des Königreichs Preußen ausmachen und daß 
der Kyfward, der Bylandschewaard,'S Graavenwaard, 
Lobith, der Ober= und Nieder-Spyck, mit Inbegriff. 
der Enklave des Eltenschen Gebiets dem Kbnigrelch 
der Niederlande angehdren werden. 
Vierter Artikel. 
Von besagter Rheinmitte an, verläßt die Gren- 
ze den Fluß, nimmt ihre Richtung vecchhichte-Gren- 
läuft längs dem linken äußersten Rand der Straße von 
Stockmann nach Elten bis zur Mitte oder zur Are 
des sogenannten Wildt-Bachs, und überläßt diese 
Straße, Postweg genannt, mit der Brücke über den 
Wild ganz an Preußen; hingegen den zwischen dies 
p 2 sem
        <pb n="324" />
        —“ 
## cs Postweg, le Ober-Spyck, le vieux Rhin 
er la Wildt aux Paysbas. 
Les eujets prussiens auront la faeulié&amp; de 
Passer librement les digues du Spyck et recipro. 
duement le dit Postweg restera toujeurs Ubre 
ot ouvert aux sujets des Pays-bas. 
Article cinquième. 
La ligne de démarcation suĩvra l'axe du 
ruisseau la Wildt jusqu'au vieux Rhin er lon- 
gera de là le terrileire d'Elten à la rive droite 
du vieux BRhin et I’étang dit le Kamm jusqu'’au 
Sommerdamm de Steenward, de manieère due 
tu Kemm ei 1e Haubergsche- Faehrhaus avec 
les maisons jusquf la limite d'Elten appartien- 
dront au Roy aume des Pay: · bas- « 
Artivåeausolamemamm,quistestekn 
entier 4 la Prusse, elle longera le talus exté- 
rieur à une distance de douze pieds (mesure de 
Rhinlande) jusqu’aux ancienne" limites meri- 
dionales de la Seigneurie de Groudstein, et 
s uivra ces limites le long de la rive droie du 
vieux Rhin jusqu’'au-desseons de la prairie ap- 
Partename à la a#aison die Weardeimanshofl 
de maniére, que la panie de K###n, situee en- 
tre la die prairie ei le vienx Rhin, appartien- 
dra au Rovatme de Prusse. s 
PuisiaIignesuivtalefossåoccidcmalde 
rettepralriejusqu’auclieminkaisantteprolnn 
gement du Zomerkade, et elle longera ce che- 
min dans la direction du nor. jusqu’au pre- 
mier fossé à droite, suivra ce fossé, ainsi due 
le fossé #inéridional de la prairie dite Smits 
weide, jasqu une distance de trois verges 
(mesure de Rhinlande) du 1ossé oriental de la 
neme pPrairie. De ce point la limite se dui- 
B#ra Parallélement au dit fosse oriental jusqu'sux 
imies septentrionales de Grondstein, de ma- 
Dicre que le Steenward aveci’le Sommerdamm. 
ka Seigneurie de. Grendstein et le fossc oriental 
de Smiitsweide avec’les frois verges au-dela, 
pour en faire un chemin conduisalmn sur laron- 
te de Sevenaer d4 Elten, appartiendromn au 
Royaume de Prusse et Ie Kribmeister-Weide, 
les Meeuwe- Pollen et la partie du Nooteboom- 
sche- Polder, ou le déversoir du Lymers se 
Nouve en entier, au Royaume des Pays-bas. 
A##ick sirieme. 
Ensuin la ligne de démarcation longera 
les limites septentrionales de Groncstein jus- 
qu'd une ferre appartenante à&amp; I’église l’Eltzu, 
aituée entre L# rome de Sevenser à Elten ei 
116 
“—-—— 
sem Postweg, dem Ober-Spyck, dem alten Rhein 
und der Wllot belegenen Eltenschen Theil an die Nie- 
derlande. 
Die Preußischen Unterthanen sollen die Befug= 
niß haben, die Spockschen Dämme frei zu passiren, 
und der gerannte Posiweg soll gegenseitig den Unterr 
thanen der Niederlande stets frei und offen stehen. 
Füufter Artikel. 
Die Scheidelinie folgt der Are des Wildtbaches 
bis zum alten Rhein und läuft von dert längs dem 
Eltenschen Gebiet auf dem rechten alten Rheinufer 
und dem sogenannten Kammtceiche bis zum Som- 
nardamm von Stecnward dergestalt, daß der Kamm 
und das Haubergsche Führbaus mit den Häusern bis. 
zur Eltenschen Grenze dem Kdnigreiche der Nider- 
lande zugehdren werden. **1 
In die Scheidelinie an dem Sommerdamm, wel- 
cher Preußen ganz verbleibt, angelangt, so läust sie 
längs der äußern Böschung in einer Entfernung von 
zwolf Fuß (Rheinländischen Maaßes) bes zu den ehe- 
maligen mittäglichen Grenzen der Herrschaft Grond- 
stein, und felgt diesen Grenzen längs dem rechten 
Ufer des alten Rheins bis unterhalb der dem soge- 
nanusen Waardtmannshossschen Hause zugeho#gen. 
Wiese, dergestaltt, daß der zmischen besatgter Wiese 
und dem alten Rhein belegene Theil von Kyknit dem 
Konigreich Preußen zugehdren wird. 
Hiernächst folgt die Scheidelinie dem westlichen 
Graben dieser Wiese bis zum Wege, welcher die Ver- 
längerung des Zomierkade ausmocht, und sie lauft 
längs diesem Wege m der nbrdlichen Richtung bis 
zum ersten Graben rechts, folgt diesem Graben, sa% 
wie dem nuttäglichen Graben der sogenannken Smits- 
weide bis zu einer Entfernung von drei Ruthen 
(Rbeinländischen Maasses) des di#ilichen Grabens der- 
selben Amese. Veon diesem Punkte an geht die Gren- 
ze mit besagkem dstlichen Graben bis zu den ndreli- 
chen Grenzen von Gronestein in einer parallelen Rich- 
kung sort, dergestalt, deß der Steenward mit dem 
Sommerdamm, die Herrschaft Grondstein und der 
düliche Graben von Sitsweide, wicher mit den 
drei Ruthen weiter hin einen auf die Strage von Se- 
venaer nach Elten führenden Weg aucmacht, cem 
Konigreich Preußen, und die Kribmeisser-Weide, die 
Meuwe-Pollen und der Theil des Nooteboonische- 
Polder, wo sich die Ableitung des Lumers befindet, 
dem Königreich der Niederlande zugehdren werden. 
Sechster Artikel. 
Hiernächst läuft die Scheidelinie längs den nörd- 
lichen Grenzen von Grondstein bis zu cinem zwischen 
der Straße von Sewenger nach Elten und der ber- 
vorragenden Spitze von Grondstein be##genen, der- 
Elten-
        <pb n="325" />
        Ila puinte avancée. de Grondstein. De la elle 
avra les anciennes limités entre Elten et le 
Lymers et se dirigera en ligne droite sur l'an- 
nicnne tromieère de Gueldre, de maniére que 
les maisons de Velthuysen restent à la Prusse 
et I pointe zvancée, formée par l’ancienne 
mite 4 gauche, aux Pays- bas. Enfin elle 
longera les limites eng##les territoires d’Elten 
ei du prévoté d’Enmerich et ceux de Beeck 
ei S Heereuberg, telles qu’elles se trouvoient 
nen nul-sept-Cent-quatre- vingt- quinze, jusqu’au 
rufeseau dit la Wildt. 
Altiche sepfieme. 
De la Wildt elle se dirigera vers PTorient 
par le milieu ou l’ae de ce ruisse au et du 
Bergsche-Weitcring jusquau Landweer ou 
Schounugraaf (Schaugraben) de Netterden, zet 
suivra egalement le milien de ce Schouwgraaf 
jusqu'fa Lecluse à construire dans le Sommer- 
dumm Sx Klein-Neterden. Ceite. ecluse res- 
tera toute einiére 4 la Prusse, et apres en 
avoir fait le tour, la litzue suivra le milieu du 
iossè decoument 4 creuser jusqu’s l’ancienne, 
limit#e epire les deux Royaumes, 4 Test du 
Landweer de licter. 
Par ceite détermination, le terrain, dans 
lequel se fronvée le Lindhorst, le Bosch, le 
Botberg, Klein- Neuerden, Speelberg, Borg- 
hees, ###c., et qui est situd entre les anciennes 
limi es de Hultum et d'’Emmerich, le nouveau 
fossé d’écoulement à creuser, ’echuse de Klein-- 
Neuerden, le Schouwgraaf, le Bergsche-We- 
tr ring et la Wildt, appartiendra dorenavant à 
Sa Alajeste le Koi de Prusse. 
Artiche iieme. 
Sur la carte speciale jointe au présent Trai- 
té et „ignee pDar les Commisaires respectifs sont. 
vacees au juste les Lmucs décrites ci-dessus. 
Article neuvieme. 
Du susclit point à l'est du Landweer de 
Heuer jusqu'aux limites d'Hannovre la ligne 
de demarcalion restera la meme du’en milsept- 
cen-quatre- vinPt- Juinze et ne sera déterminée 
en detail que lors de la Plantation génerale des 
potcauxz, vu qur’ancun dillèrent ni aucune con- 
testation ne se présente sur sa direction. 
"6 Acticle diæieme. 
Outre bes territoires qui par la limite dé. 
t#enninée dans les artidles préccdens, change- 
I17 
Eltenschen Kirche zugehbrigen Guke. Von dort folgt 
ie den ehemaligen Grenzen zwischen Elten und dem 
Lymers, und nimmt in grader Linie ihre Richtung 
nach der ehemaligen Geldernschen Grenze hin, derge- 
stalt, daß die Velrhuysenschen Häuser Preußen und die 
auf der ehemaligen Grenze links hervorragende Spitze 
den Niederlanden verbleibe. Endlich läuft sie längs 
den Grenzen zwischen dem Eltenschen Gebiet und der 
Probskei Emmerich, und zwischen den Beeck= und 
6i#% Heerenbergschen Gebieten, so wie sie im Jahre 
Ein Tausend siebenhundert fünf und neunzig bestan- 
den, bis zum sogenannten Wildtbache. « 
Siebenter Artikel. 
Von der Wildt nimmt sie durch die Mitte oder 
die Are dieses Baches und der Bergschen-Weterin 
bis zum Netterdenschen Landweer oder Cchoungrach 
(Schaugraben) ihre Richtung nach Osten hin, und 
folgt gleichmäßig der Mitte dieses Schaugrabens bis 
zu der um Klein-NRekterdenschen Sommerdamm anzu- 
legenden Schleuse. Diese Schleuse verbleibt gänzlich 
an Preußen, und nachdem die Scheidelinie sie um- 
gangen , folgt sie der Mitte des Abflußgrabens, der 
is zur ehemaligen Grenze zwischen den beiden Kb- 
nigreichen dsiucher Seits des Hetterschen Landweer 
angelegt werden soll. 
Dieser Besiimmung zu Folge gehbrt inskünftige 
der Grund und Boden, auf welchem der Luwbors, 
der Bosch, der Botberg, Klein-Netterden, Speel- 
berg, Borghees u. s. w. sich befinden, und welcher zwischen 
den ehemaligen Huttum-- und Emmerichschen Grenzen 
dem neuen anzulegenden nbsiußerader. der Klein- 
Netterdenschen Schleuse, dem Schaugraben, der Berg- 
che-Wetering und der Wudt beleger isi, Seiner Ma- 
jestät dem Könige von Preußen. 
Achter Artikel. 
Auf der gegenwärtigem Trackat beigefügten und 
von den resp. Commissarien unterzeichneten Special= 
Karte sind die obbeschricbenen Grenzen genau abge- 
zeichnet. 
Neunter Artikel. 
Vom obgesagten Punkt zu OÖsten der Hekterschen 
Landweer bis zu den Hanuoverschen Grenzen bleibt 
die Scheidelinie dieselbe als on Jahre Ein Tausend 
siebenhundert und fünf und neunzig, und soll erst bei 
der allgemelnen Errichtung der Grenzpfähle näher be- 
stimmt werden, da kein #ot und keine Streitigkeit 
über ihre Richtung sich darbictet. 
Zehnter Artikek. 
Außer den Gebieten, welche durch die in vor- 
hergehenden Artikein festgesetzten Grenze ihre * 
aft
        <pb n="326" />
        ront de domination, Oberbillig avec le terri- 
voire situé sur la rive droiee de la Moselle et 
devant, T’aprés le Traite d'Aix-la-CUhhapelle 
du vingt- six Juin dernier, apbartenir au 
Royaume des Pays-bas, restera au Royaume 
de Prusse. 
Arriche onziéme. 
. Tous les travaux hydrotechniques etc. de 
Gèté et d’autre de la riviére seront désormais 
uniquement à&amp; la charge et à la disposidon spe- 
ciale du Seuverain qui posséde le territoire à 
chadue coté du Thalweg détermind à Tanile 
trois. 
Article douaieéme. 
II ne pourra Gtre ẽtahbli dans le lit de la ri- 
viére aucun ouvrage ossensif qui puisseé nuire 
au courant et par la à la rive opposée à moins 
d’un concert préalable et d'un commun accord 
des deux Puissances. II en sera de meme des 
nouveaux ouvrages qui sur les terrains exié- 
rieurs des digues pourroient entraver le courant 
vu arrster les glaces. 
Article treizieme. 
La largeur normale de la rividre sera de. 
cent cinguame verges (mesure de Rhinlande) 
Prise à la hauteur moyenne de huit pieds et 
six pouces àd I’échelle de Pannerden correspon- 
dante avec six pieds duatre pouces de Déchelle 
d’Emmerich. 
I1 ne sera permis de tolérer la moindre 
oseraie ou plantmion quelconque qui approche 
le bord opposé de la riviere de plus pres due 
ßde cent- oinquante verges; de sorte due non 
seulement elles sont interdites dans cette lar- 
geur normale, mais que meme celles actuelle- 
ment existantes, qui dépassent la largeur de 
cent verges, seront abattues ou arrachées jus- 
qu'à la racine. 
S'il est cependant jugeé nécessaire de Part 
ou d’autre, de faire quelque plantation con- 
traire à cete stipulation, les autoritEs resperti- 
ves devront prealablement sentendre sur leur 
extcution. 
Articke quarorzieme. 
Aucune des-denx Puissances ne fera exer- 
cer ou ne permetctra jamais à sa rive, vis-à-vis 
du rivage Gtranger, dans la dite largeur nor- 
male de cent-cinguante verges, des pecheries 
118 
schaft andern, verbleibt Oberbillig, welches nach 
dei Aachener Tractat vom letztverflossenen sechs und 
zwanzigsten Junii dem Königreich der Niederlande zu- 
ehdren sollte, mit seinem am rechten Moselufer be- 
egenen Gebiet dem Königreich Preußen. 
Eilfter Artikel. 
Ale hodrotechnische Arbeiten auf der einen sowohl 
als der andern Seite des Flusses fallen künftighin 
dem Landcsherrn zur Last, welcher das Gebiet auf 
jeder Seite des im dritten Artikel festgesetzten Thal- 
wegs basitzt, und find Seiner Specialverfügung an- 
heimgestcllt. 
Zwoͤlftet Artikel. 
Es darf im Bette des Kusss keine Anlage ge- 
macht werden, welche den Lauf des Stroms hem- 
men, und dem entgegengesetzten Ufer dadurch schad- 
lich werden könne, es müßte denn eine vorläufige des- 
fallsige Verabredung und gemcinschaftliche Ueberein- 
kunft beider Mächte statt gefunden haben. Ebens 
soll es mit neuen Anlagen gehalten werden, welche 
an den äußern Erdflächen der Deiche dem Strom 
hinderlich sepn eder die Eisschollen aufhalten konnten. 
Dreizehnter Artikel. 
Die Normalbreite des Flusses soll hundert und 
sämihig Ruthen (Rheinländischen Maaßes) bei der 
k#telbdhe von acht Fuß sechs Joll Pannerdenschen 
Maaßstabes, betragen, welche mit sechs Fuß vier 
oll Emmerichschen Maaßstabes übereinstimmt. 
Es soll nicht erlaubt seyn, das geringste Wei- 
dengebüsch oder irgend eine Pflanzung zu dulden, 
welche nicht wenigstens hundert und fünfzig Ruthen 
weit. vom entgegengesetzten Ufer des Flusses abstehe, 
dergestalt, daß nicht nur eine jede solche Pflanzung 
in dieser Normalbreite untersagt wird, sondern daß 
sogar eine jeoe gegenwärtig bestehende und über eine 
Breite von hundert Ruthen hinausragende Pflanzung 
niehergerisse oder bis zur Wurzel ausgerottet werden 
dil. 
Sollte es indessen von der einen oder von der 
andern Seite fuͤr noͤthig gehalten werden, dieser 
Stipulation zuwider irgend eine Pflanzung anzule- 
gen, so müssen die respectiven Behörden sich über 
die Ausführung dieses Vorsatzes vorläuflg verständigen. 
Vierzehnter Artikel. 
Keine beider Mächte darf in der Normalbreite 
von hundert und fünfzig Ruthen, auf ihrem Ufer 
und dem fremden Ufer gegenäber den Lachsfang oder 
irgend eine andere Fischerei treiben lassen oder ge- 
stat-
        <pb n="327" />
        de saumon ou autre poissen quelconque, par 
des Prarquetages ou d’autres moyens qui puis- 
s8ent causer le moindre retard dans le courant, 
#,u faciliter tant soit penu I’altérissement de gra- 
vier, sable ou autres objets propres à eauser 
alluvion. 
Article quirizieème. 
La souverainete de la peche sur le Bas- 
Rhin scra déterminde par une ligne droite, 3 
tirer de la tour de Keeken à celle de Lobith, 
de manidre due la partie en amont de cette 
ligne appartiendra A S. M. le Roi de Prusse 
gt la partie en aval à S. M. le Roi des Pays. 
as. 
Article seizieme. 
Au cas duc quelque bas-fond on banc de 
sable s'éleve au milieu de la rivicre, de ma- 
niere qu il soit utile d'’en prévenir les desavan- 
tages peur la navigation génédrale, on se son- 
eertera sur les mesures à prendre d’un com- 
mun accord pour obvier aux inconvenients 
ultiérie urs. 
Article diæseptième. 
L'aneienne embouchure du vieux Rhin 
près de Lobith, ni toute autre partie du vieux 
Rhin azamant qu’il touche aux territoires qdui 
Par le présent Traitée sont cédés de la part de 
S. M. le Roi de Prusse au Royaume des Pays- 
bas, ne sera fermée d’aucune maniéère quelcon- 
qdue, qu’au point due, comme il a 66 stipu- 
1½ npar la Convenlkon du Taatre Juillet mil- 
sept- cent-soixante- onze, les eauf du Rhin 
Puissent écouler Übrement et sans le moindre- 
obstachle par le vieux Khim, partout à la lar- 
geur ordinaire de quatre- vingt- dix verges (me- 
sure de Rhinlande) sur une hauleur de treize 
pPieds d’aprés l’êchelle (Pegel) dArnhem. 
Le moindre defaut à Tégard de ces stipu- 
lations, sera redressé dans le plus court delai 
par le GCeouvernemem des Pays- bas. Lors 
d’eads d’ete superfluks, la fermeture de l’em- 
bouchure du vicux Rhin pourra surpasser la 
hauteur ci-dessus figée; cependamtrles autori- 
tès locales des Pays- bas s'adresseromt à la ré-. 
gence 4 Clécves pour savoir si queldue moüf 
valable de son coté s'oppose à L’d#haussement 
Proposé. Si da#s PTespace de huit jours aprés 
Ia réception, la dite régence ne falt .- dessus 
aucune réponse, ei du’faussi nul Commissaire 
prussien ne se présente dans le te me propo- 
6, pour sentendre avec les autorités compe- 
119 
statten, wenn dazu Behälter oder irgend andere Mit- 
tel gebraucht werden, die den Lauf des Stroms im 
geringsten hemmen, oder aber die Anschwemmung 
des Kieses und Sandes befördern, oder sonst den 
Zuwachs des Ufers im geringsten vermehren können. 
Fünfzehnter Arkikel. 
Die Oberherrlichkeit über, die Fischerci am Nie- 
der -Rhein wird durch eine vom Kekenschen bis zum 
Lobithschen Thurm zu ziehende grade Linie r- 
dergestalt, daß der anfiwärts gehende Theil dieser 
Linie Seiner Majestät dem Köng von Preußen und 
der abwärts gehende Theil derselben Seiner Maje- 
stät dem Könige der Niederlande gehdre. 
Sechszehnter Artikel. 
Im Falle eine Un'iefe oder Sandbank in der 
Mitte des Flusses sich zeige, die etwa erfordere, dem 
für die allgemeine Schifffahrt daraus eutspringenden 
achtheile vorzubeugen, wird man über die gemein- 
schaftlich zu treffenden Maaßregeln sich verabreden, 
um anderweiten schädlichen Folgen zu begegnen. 
Slebenzehnter Artikel. 
Weder die ehemalige Mündung des alten Rheins 
bei Lobith, noch irgend ein andrer Theil des alten 
Rheins, in so weit er die von Seiten Seiner Ma- 
jestät des Kônigs von Preußen dem Kdnigreich der 
Niederlande durch gegenwärtigen Tractat abgetrete- 
nen Gebiete berührt, soll auf irgend eine Art an- 
ders geschlossen werden, als insofern das Rheinw 
ser (wie es durch die Convention vom rierten Julii 
Ein Tausend siebenhundert ein und siebenzig stipulirt 
worden), hberall bei einer gewöhnlichen Breite von 
neunzig Ruthen (Rheinländischen Maaßes) und einer 
Höhe von dreizehn Fuß nach dem Arnhemschen Maaß- 
stab (Pegel), frei und ohne das geringste Hinderniß 
durch den alten Rhein abfließen 4enee 
Dem geringsten Abbruch dieser Stipulationen 
soll in der krgesirn Feitfrist durch die Niederländische 
Regierung abgeholfen werden. Im hohen Sommer- 
Wasserstande kann zwar die Verschließung der Mün- 
dung des alten Rheins die oben festgesetzte Höhe 
Übersteigen; jedoch sollen die Niederländischen Orts- 
Obrigkeiten bei der Clevischen Regierung anfragen, 
ob von ihrer Seile ein gültiger Vewhunssgsund 
der vorgeschlagenen Erhöôhung entgegenstehe Wenn 
in dem Zeitraume von acht Tagen nach dem Em- 
pfange des Anschreibens, besagte Regierung keine 
Antwort da ertheilt, und auch kein Preußischer 
Commissaruis in der vorgeschlagenen Zeitfrist sich 
einfindet, um mit den competenten Niederlendlchen 
ehdr-
        <pb n="328" />
        teines des Pays- bas, elles considéreront ce s##- 
lenre- eomme une approbalion à la demande 
faite. 7*- 
Les Commissaires réciproques susdirs, au- 
ront soin de fxer le temps precis de l’ouver- 
ture du vienx Rhin, et aussitot aprés l’êéchan- 
ge des ratifications, la dile einbouchure sera 
mise dans I’'état erigé par le présent Traié. 
Artiose diæhuitième. 
Les Convemions du vingt-frois Septembre 
mil'sept-cent quarante-cind et du quatre Juillet 
mil-septcent soixante-onze sont annullees par le 
Présent Traité. 
Article diænenvième. 
Le Gouvernement prussien aura la facul. 
té de faire inspecter en tout temps la dite em- 
bouchure du vieux Rhin, aprés cependant en 
avoir averii d'avance les autorités locales com- 
pétentes des Pays bas, dui pourrom alors dé- 
leguer au meme effet un Commissaire. " 
De delégué de la Prusse pourra entamer 
et continuer son inspection, si. dans I’espace 
de huit jours, apres la réception du dit aver. 
%eissement, aucune réponse ne survient des 
susdites autoritess, ou qu’aucun Commisszire 
ne 3c présente dans le terme proposé. 
Article vingtiéme. 
Pour que lécoulement des eaux du Polder 
la Hetter s’effectue sans nuire au Territoire 
voisin des Pays- bas, il sera construif dans le 
Sommerdam de Klein- Netterden, une petite 
4écluse en macçonnerie 4 deux vannes bien 
Etanchées. » 
L'ouverture d'écoulement sera. de quatre 
cinq pieds (mesure de BRhinlande) et le fond 
ou le seuil ne sera Pas Giabli plus de pro- 
HIondeur due d’un pied au-dessous de celul de 
Ila grande écluse de Nieder-Hetter pres de 
Leuwenberg dans la digue capitale du Rhin 
au- dessus dEnmerich. 
Ni les murs ni la retenue des eaux de la 
nouvelle écluse de Klein-Netterden ne seront 
jamais au- dessous de la hauteur actuelle du 
dit Sommerdam de Netterden, é6gale au nu- 
méro treize pieds 4 L’échelle, qdui existe en 
"se moment au coté d’amont de la dile grande 
Gcluse de Leuwenberg. 
Article vingt- et - unième. 
Aueune des vannes de la nouvelle écluse 
de Klein - Netterden ne sera levée que duand 
120 
Bebhbrden sich zu verständigen, so werden sie dieses 
Stullschweigen als eine Bewillizung des geschehenen 
Autrags a. sehen. · 
Hie besagten gegenseitigen Commissarien sollen 
Serge tragen, den Zeitwunkt der Erdff###ig des al- 
ten Rheins genau zu bestmmen, und sogleich nach 
Auswechsclung der Natificationen, soll besagte Mün- 
dung in den durch den gegenwärtigen Tractat er#- 
forderten Stand gesetzt werden. 
· Achtzehnter Artikel. 
Die Conventionen vom drei und zwanzigsten 
September Ein Tausend siebenhundert fünf und vier- 
zig, und vom vierken Julii Em Tausend siebenhun- 
dert ein und siebenzig, werden durch gegenwärtigen 
Tractat verneichtet. 
Neunzehnter Abtikel. 
Die Preußische Regierung soll die Befugnig ha- 
ben, die Mündung des alten Rheins zu jeder Zeit 
besichtigen zu lassen; jedoch muß sie die Niederlän- 
dischen compctenten Ortsbehdrden vorher davon be- 
nachrichtigen und diese können alsdann zu demselben 
Behuf einen Commissarium abordnen. 4 
6 er Preußische Abgeordnete kann seine Besich- 
tigung anfangen und fortsetzen, wenn innerhalb 
achttägiger Frist nach Empfang der Benachrichtigung 
keine Antwort von den obgenannten Behbrden ein- 
eht, oder kein Commissarius in der vorgeschlagenen 
gen sich einfindct. v " 
Jwanzigster Artikel. 
Damit der Abfluß des Hetterschen Polders, ohne 
dem benachbarten Niederländischen Gebiet zu schaden, 
beweristellizet werde, soll in dem Klein-NMetterden- 
schen Sommerdamm eine kleine gemauerte Schleuse 
mit zwei wohlverwahrten Schutzbrettern angelegt 
werden. 
Die Abflußdffnung soll vier oder fünf Fu 
(Rheinländischen Maaßes) bstragen, und H br 
schwelle nicht über einen Fuß Tiefe unter der Grund- 
chwelle der großen Nieder-Hetterschen Schleuse bei 
euwenberg, in dem Hauptdeiche des Rheins ober- 
halb Emmerich, angelegt werden. 
Weder das Mauerwerk noch die Dämmung 
des Wassers der neuen Klein-Netterdenschen Schleu- 
se sollen je unter der gegenwärtigen Höhe des be- 
sagten Netterdenschen Sommerdamms stehen. Diese 
Höhe ist der Nummer dreizehn Fuß, nech dem jeßzt 
auf der Aufseite der besagten großen Leuwenbergschen 
Schleuse bestehenden Maaßstabe, gleich. 
Einundzwanzigster Artikel. 
Es soll keins von den Schutzbrektern der neuen 
Klein-Netterdenschen Schleuse aufgezogen werden, 
als
        <pb n="329" />
        s 
chandweetouscbouikgtaakcksNetterckemle 
Bergsche-Wetering et la Wildt seront à leur pro- 
fondenr, largeur et ouverture entière, stipuldes 
par Particle vingt deuxieme, et duand alors Peau 
dans le. dit Schouwgraas, en aval de la dile 
nouvelle écluse, sera abaissée au moins jus- 
du’au numére dix pieds à l'échelle de la gran- 
de écluse de Leuwenberg, ou, ce qui revient 
au méme, à trois pieds en contre- bas de la 
plus grande hauteur déterminée 4 Tarticle sui- 
vant pour la nouvelle écluse de Klein- Netter- 
den et la #éte du Sommerdamm de ce nom. 
Article vingr - deuxrieme. 
Les dimensions générales füxées pour Pécou= 
lement, sont comme sult: 
I) La prolondeur du fossé Técoulement dans 
le plat· lond à lPextrémité orientale, près 
de la nouvetle echuse susdite de Klein- 
Netterden, scra au niveau du, radier de 
ceite meme éecluse, et ira en penie des- 
cendante vers I’cxztréminé oOpposée dans I## 
viend. Rhin, à la prolondeur actuelle de 
la Wildt, soim le ponr dans le Postweg 
pfés la monlagne d’Elten. 
z) La largeur sur le plat-fond du canal sera 
tolli qu momins, 
a) pour le fossé d'’écoulment à creuser 
et la partie dite Nettersche-Landweer 
ru Schouwgraal, de six pieds;. 
b) pour le Bergsche- Weiering, de huit 
Pieds; 
e) pour le ruisseau la Wildt, de douze 
pieds. 
3) Les talus seront d'une et demie eu de 
deux fois la hauteur, d’aprés la qualité 
de la terre à ereuser. 
4 La hauteur cku Sommerdamm ou cie tou- 
te zautre retenue d’eau quelconque, depuis 
1 nouvelle écluse de Klein-Netterden. 
jusqu Emicncrich, ne sera pas abaissée 
au- dessous du numéro treize pieds. à 
bhéchelle susdise de la grande Gcluse de 
Leuwenberg. · 
Aucune ecluse, hormis celle de Klein-- 
Netterden, ni déversoir ou eoupure qduel- 
eonque ne seront jamais construils ou pra- 
Aques dans le dit Sommerdamm. 
Aucun fossé d’éeoulement de plus de 
Krois piede de largeur au plat-fond ne 
sers creusc, 
a) à colt Taral du méme Sommerdamm; 
121 — 
als wenn die Netterdensche Landweher oder Schau- 
graben (Schouwgraaf) die Bergsche-Wetering und 
die Wildt die durch den zwei und zwanzigsten Arkikel 
ipulite gänzliche Tiefe, Breite und Oeffüung ha- 
en werden, und wenn alsdann das Wasser im 
Schaugraben (Schouwgraaf) abwärts der besagten 
neuen Schleuse wenigstens bis zur Nummer Zehn 
7 nach dem Maaßstabe der grossen Leuwenberg- 
chen Schleuse, oder, was auf eins herauskommkt, 
bis zu drei Fuß von unten herauf, die durch folgen- 
den Artikel für die neue Klein-NRetterdensche Schleu- 
se und den erhabenen Theil des Sommerdamms 
leichen Namens bestimmte größte Höhe, gefallen 
keun wird. 
Zweiundzwanzigster Artikel. 
Die für den Abfluß bestinmten allgemeinen 
Ausiehann find die fastenelotn 8 
1) Die Tiefe des Abzugsgrabens in der Grund= 
fläche an dem dstlichen äußersten Ende, nahe 
der obgenannten Klein-Netterdenschen neuen. 
Schleuse, wird mit dem Bett oder dem Voden 
dieser Schleuse, waagerecht seyn und in allmäh- 
lig heruntersteigendem Abhang das entgegenge- 
setzte äußerste Ende in den alten Rhein zur ge- 
genwärtigen Tiefe der Wildt unter der Brücke in 
den ostweg nahe am Eltenschen Verge ausgehen. 
) Die mindeste Grundflächen-Breite des Canals 
wird seyn, 
a) für den anzulegenden Abzugsgraben und 
den Theil, genannt Rettersche Landweher 
oder Schouwgraaf, sechs Fuß; 
5) für die Bergsche-Wetering, 8 Fuß; 
e) fuͤr den Wildt -Bach, zwölf Fug. 
3) Die Böschungen werden nach der Eigenschaft 
der auszugrabenden Erde ein und ein halb, 
oder zweimal die Höhe betragen. « 
4)Die.f2dhedesSommcrdammsoderirgendec- 
ner andern Wasserdämmung von der neuen 
Klein-Netterdenschen Schleuse bis Emmerich 
soll nicht unter der Nummer dreizehn Fuß nach 
dem obbesagten Maaßstab der großen Leuwen- 
bergschen Schleuse fallen. 
Es soll niemals in dem besaglen Som- 
merdamm irgend eine Schleuse, außer der Kleiu- 
Retterdenschen, noch irgend eine Wasserableitung 
oder Abschnitt angelegt oder angebracht werden. 
In der Grundfkäche soll kein Abzugsgra- 
ben von mehr als drei Fuß Breite angelegt 
werden, . 
a) abwaͤrts desselben Sonimerdamms; 
xßo' b) in
        <pb n="330" />
        2 
(dans toute l'étendue du terrain entre 
la Wildt, le Bergsche- Wetering, le 
Schouwgraaf et les ançgiennes limites 
u u’Emmerichz 
Odans les terres de Huttum jusqu'au 
Postweg d'’Elten 4 Stockmann. 
Le Gouvernement prussien fera redresser, 
Nans le plus court Cdélai, tout défaut 4 lLégard 
des stipulations sous duarto. 
Arriche vingt - rroisieme. 
Les bermes ou le terrain de chaque cô5t0é 
du fossé d’'écoulement seront sleves et 6galisés 
Par les deblais 4 faire au besoin des terrains 
aux deux röles du fossé, sans dedommage- 
ment pour les parties de terrain couvertes par 
des dits déblais, qui seront à la charge du 
Gouvernement prussien. 
Artiche uing - vrrurrieme. 
Au cas due le nouveau fossé à creuser, 
ainsi due le Neuersche- Schouwgraaf, coupe 
des chemins vicinaux ou autres routes qduel- 
conques, le Gouvernemem pruesien ¾ fera 
afin 
construire des ponts forts et suffsants, due 
le passage ne soit gene en aucune manicre. 
II aura de meme 1 sa rharge non seule- 
mem Telargissement de la Wildt et du Berg- 
sche-Weitering, ainsi due le creusement du 
neuvgau fossé d’écoulement, le tout aux di- 
mensions déeterminées par Tarticle vingt- deu- 
Zième, mais aussi la construction de tous les 
dbuvrages neufz, soit en terre soit en magon- 
merie. 
Article vingt cinquieme. 
Tentretien du dit Ccoulement, autant qu'il 
Lorme frontiere depuis la limite de Nieder-Het- 
rter, sera commun entre les deux Elate, tandis 
du’'il sera à la charge de chaqdue Putissance, sur 
le territoire de laquelle ül est situé en entier. 
L’écluse de Nieder-Hetter sera enticrement à 
½ charge du Gouvernement prussien. 
Article oingt- sixieme. 
Autant qdue des Elargissemens ou change- 
mens de vieux ponts serom nécessaires pour 
J’écoulement des eaux de la Hetter, le Gou- 
vernement pruseien, pourvoira aux frais de la 
Premieèere constructlion; mais F’entrelien, tant 
de ces nouvelles constmictions due des ponts 
el ouvrages antérieurs au creusement du dit 
Scoulement, sera 4 la charge des deux Etats. 
Aticke vinge- seprieme. 
Les grandes Ecluses existantes dans la di. 
ue capitale du Rhin dEmmerich i Wesel ne 
122 
dP) in der ganzen Strecke des Grund und Bo- 
dens zwischen der Wildt, der Bergsche- 
Wetering, dem Schompgraaf und den 
ehemaligen Emmerichschen Grenzen; 
D) in dem Huttumschen Boden bis zum Post- 
weg von Elten bis Stockmann. 
Die Preußische Regierung soll in der kürzesten 
Zeitfrist jeder Beeinträchtigung dieser Bestimmungen 
sub duario abhelfen lassen. — 
Dreiund zwanzigster Artikel. 
Auf beiden Seiten des Abzugsgrabens sollen 
die Bermen (oder Absätze) durch Erde, welche im 
Nothfall von beiden Seiten des Grabens ausgewor- 
fen wird, erhöhet und geebnet werden; jedoch wird 
für die vom Abraum bedeckten Theile des Grund 
und Bodens keine Entschädigung gut gethan, sondern 
sie fallen der Preußischen Regierung zur Last. 
Vierundzwanzigster Artikel. 
Fm Fall der anzulegende neue Graben, so wie 
der Nottersche Schouwgfaaf Feldwege oder irgend 
audre S:raßen und Wege durchschneiden mchte, 
wird die Preußische Negickunz starke und hinlängli- 
che Brücken darüber bauen lassen, damit der Paß 
im geringsten nicht gehemmt werde. 
Deerselben Regierung liegt nicht allein die Ver- 
bindlichkeit ob, nach den im drei und zwanzigsten 
Artikel angenommenen Ausmessungen die Wildt und 
die Berzsche-Weterug zu erweitern, imgleichen den 
neuen Abzugsgraben anzulegen, sondern auch alle 
neue Bauten, es sey in Erde oder in Mauerwerk, 
zu übernehmen. 
Fünfundzwanzigster Artikel. 
Die Unterhaltung des besagten Abzugs, in so 
weit er von der Nieder-Hetterschen Grenze an 
eine Scheidelinte bildet, übernehmen beide Staaten 
hemmeinschaftücht bingegen fällt sie jeder Macht zur 
Last, in deren Gebiet er ganz belegen ist. Die Ko- 
sten für die Nieder-Hettersche Schleuse bestreitet die 
Preußische Regierung allein. 
Sechsundzwanzigster Artikel. 
In sofern Erweiterungen oder Abänderungen 
alter Brücken zum Abfluß des Hetter-Wassers noth- 
wendig sind, trägt die Preußische Regierung die Ke- 
sten des ersten Baues. Aber die Unterhaltung, so- 
wohl dieser neuen Bauten als der Brücken und Wer- 
ke, welche früher als der Abzuggraben angelegt 
worden, soll beiden Staaten zur Last fallen. 
Siebenundzwanzigster Artikel. 
Die in dem Hauptoeiche des Rheins von Em- 
merich nach Wesel bestehenden großen Schleusen * 
n
        <pb n="331" />
        aeront vupprimées, fermees ni rétrécies d’au. 
cune maniere dans leur capaeité d’écoulemene. 
jusqu' la grande rivièere susdite, afin que tou- 
tes ces écluses restent en bon stat, pour coo- 
Pérer, comme Asprésent, 4 la décharge des 
ennx d’inondations ou de pluie, de toute 
Tetendue du pays derriére ces digues capitales. 
En cas que du cté de la Prusse quelque 
changememnt fut jugé necessaire dans les diten 
Gcluses, on se concertera I4- dessus avec les 
autorités compétentes des Pays- bas, et si le 
Gouvernement de ce pays 7 accéde, il pourra 
eire innove à la stipulation due renferme cei 
article. " 
Article vingrt - Kutitichne. 
Tous les travaux et objets susnommés, de- 
Puis le Sommerdamm de Klein-Neiterden jus- 
dudi la jonction de la Wildt au vieux Rhin, 
sgeront inspecitès deux fois par an, aux mois 
de Juin et d'’Oçtobre, par des Commissaires. 
et des Exerts 4 nommer de pan ei d’autre, 
ei d’aprés un réglement &amp;d rediger de commun 
accord; 
Lesquels Commissaires et Experts auront, 
des le moment de leur nomination, la faculté 
de surveiller tous les duvrages à construire et 
entretenir. * 
Article vungr - neuvieme. 
Indépendamment de ces inspections, In 
Direction générale du Waterstaat du Rovaume 
des Pays bas aura en toul temps la facuhé de 
faire mspecter tous les irkvaux relatifs au dis 
Gcoulement, depuis le Sommerclamm de Klein- 
Netterden jusqu'a la jonction de la Wildt au 
vieux Rhin, aprés dque la Direction prussien-- 
ne en aura étèe prévenue assez à temps pour 
ouvoir réimir des Ingenieurs ou Inspecteurs. 
1— ceux de la Direction générale du Water- 
ataat susnommé, pour- coopérer au meéeme but. 
Article trentieme. 
Partout ou des ruisse aux feront limites, ils 
seront communs aux deux Etats, 4 moins due 
le contraire ne soit poskivement stipule, er 
lorsqu’ils seront cominuns, Fentretien des ponns, 
le curage etc. se ferom de concert et à frais 
communs, 4 moins due des conventions com- 
munales existantes ne contiennent d’'’autres sti- 
Pulaltions; mais chaque Elat sera exclusive- 
ment chargé du soin de veiller à la conserva- 
tion des bords eitues de son cöté. II en sera 
de meme des fossés, rigoles, chemins, canzux, 
123 
len in ihrer Abzugstüchtigkeit bis zum besagten gro-. 
— Flusse auf keinerlei Art und Teile wineten fee 
chlossen oder eingeengt werden, damit alle diese 
Schleusen in gutem Justande bleiben, um in der 
ganzen Landesstrecke hinter diesen Hauptdeichen, den 
Abfluß der Regen= oder Ueberschwemmungs-Gewäs-= 
ser, wie gegenwärtig, zu befdrdern. Sollte Preu- 
ßischer Seits eine Veränderung an besagten Schleu- 
sen für ndthig gehalten werden, so wird man mit 
den competenten Niederländischen Behdrden sich dar- 
über verabreden, und tritt die Niederländische Re- 
gierung den Vorschlägen bei, so kann in der Bestim- 
mung, welche dieser Artikel enthält, eine Abönde- 
rung gemacht werden. 
Achkund zwanzigster Artikel. 
Alle obbenannte Werke und Gegenstände # 
Klein-Netterdenschen Sommerdamm Senft zum * 
sammenflutz der Wildt und des alten Rheins, sollen 
zweimal im Jahre und zwar in den Monaten Junit 
und October, von beiderseits zu ernennenden Cem- 
missarien und Sachverständigen, nach einer in ge- 
meinschafrlicher Uebereinstimmung abzufassenden Vor- 
schrift, besichtigt werden. ’ - 
Diese Commissarien und Sachverständigen sellen, 
vom Augenblick ihrer Ernennung an gerechnet, die 
Befugniß haben, über alle anzulegende und zu un- 
tera tende Werke die Aufsicht zu Kbrrs. 
Neunundzwanzigster Artikel. 
Diesen Inspectionen unbeschadet, soll die Kä- 
nigl. Niederländische Senokschahet, gon L : 
standes zu jeder Zeit die Befugniß haben, alle Wer- 
ke die zum Abstuß vom Klein-Netterdenschen Som- 
merdamm bis zur Vereinigung der Wildt mit dem 
alten Rhein gehdren, zu inspiciren, nachdem die 
Preußische Direction bei Zeiten davon benachrichtiget 
worden, damit sie mit den Ingenieurs oder In- 
spectoren der Generaldirection des Wasserstandes 
auch ihrer Seits Ingenieurs und Inspectoren ver- 
einigen konne, um zu demselben Zweck mitzuwirken. 
Dreißigster Artikel. 
Ueberall wo die Bäche Grenzen machen, sollen 
sie beiden Staaten gemeinschaftlich angehdren, wenn. 
nicht das Gegentheil ansdrücklich stipulirt worden. 
Ist der Besitz gemeinschaftlich, so geschieht der Brük- 
kenunterhalt, die Neun . in Uebereinstinmmung 
und auf gemeinschaftliche Kasten, es sen denn, daß 
die bestehenden Communal-Convemionen andre Be- 
stimmungen enthalten. Jeder Staat sorgt aber aus- 
schließlich und allein Ifür. die Erhal ung der auf sei- 
ner Seite belegenen Ufer. Eben so soll es mit den 
Gräben, Abzügen, Wegen, Kanälen, Hecken und. 
92 jedem
        <pb n="332" />
        hayes ou tout autre ebjet servant. de limiees, 
cuiet -à - dire, due ces objets, qduant à la sou- 
Veraineté, seront communs aux deux Puissan- 
ces et qduon ne urra rien changer à leur 
état actucl due da'commun accord, 4 moins 
toutefois en cas de stipulalion contraire. 
Articke frenre- er unicme. 
Les Ecoulemens deau, qui se trouvent 
actuellement dans les territeires réciproques 
seront pareillement conserves pour avenir, et 
LTon Dv’osera faire aucun arrangement qui puisse 
muire 4 Pécoulement des eauzx intérieures (Bin- 
nenwasser). 
Article trente· deuæieme. 
Les passages d'eau, qui existent dans ce 
moment sur le Rlrin, seront conserveés dans 
leur CEtat actuel. Les droits Clablis continueront 
d’etre pergus pour le cornpte des memes Etate 
qui en jouissent aujourd’hui. On aura de 
Part et d’autre la facuhe ditablir et d’entrete. 
nir sur la rive opposée les ouvrages nécessai- 
Jes pour faciliter Pabord auf passans. II ne 
Dourra etre étahli aucun nouveau Passage, de- 
Puis la limite de Millingen au Waal zjusqu'a 
Stockmann au Rhin, i moins d’'un concert pré- 
ealable et Tun commun accord des deux Puis- 
sances. 
Areiche 1renre- freisicmec. 
Les domaines de TEtat, qui pourront se 
trouver dans les Communes ou parties de Com- 
munes, changeant de domination, suivront 
toujours le territoire et appartiendront au nou- 
Veau Souverain. 
Si dans les territoires cédes de part er 
autre se trounent des domaines, dont les re- 
gistres originaux constatont la vente sous lo 
Gouvernement frangois et au nom de ce Gou- 
vernement, par des autorites françoises, et 
desquels les prix de vente arriérés doivem en- 
core étre Perçus, soit en entier, scit en par. 
tie, le Souverain, auquel ces terres appartenolent 
avant le present Traié, aura la faculé de faire 
Poursuivre Tacheteur d'’apres les lois existantes 
sous le nouveau Souverain. 
Les revenus des domaines, dul, aprés Té- 
vachation par les Frangois, n'om &amp;icE verses 
dans les caisses du Souverain Jeégitime, seront 
restités Acc#e Souverain par les caisses qui om 
Joul abusivement de cette recette. 
124 
jedem andern zur Grenze dienenden Gegenstande ges 
halten werden, das heißt: daß diese Gegenstände, 
in Ansehung der Oberherrlichkeit, beiden Mächten 
gemein seon sollen, und daß man in ihrem gegen- 
wärtigen Zustande nur in gemeinschaftlicher Ueberein- 
stimmung eine Abänderung wird treffen konnen, 
wenn nicht das Gegentheil stipulirt worden. 
Einunddreißigster Artikel. 
Die in den gegenseitigen Gebieten gegenwärtig 
vorhandenen Wass-s Abzüuge sollen ebenfalls für die 
Zukunft erhalten werden, und es darf keine Ein- 
richtung getroffen werden, die dem Aozuge der in- 
neren Gewässer (Binnenwasser) schaden kdnne. 
Zweinnddreißigster Artikel. 
Die auf dem Rhein in diesem Augenblick beste- 
henden Wasserfahrten, sollen in ihrem jetzigen Zu- 
stande erhalten werden. Oie eingeführten Auflagen 
solln fortwäbrend für Rechnung des Staats erbe- 
en werden, dem sie gegenwärtig zustehen. Beide, 
Staaten haben die Befugmuß, die zur Erleichterung 
der Landung der Passagiere nöthigen Werke auf 
dem enrgegengesetzten Ufer anzulcgen und zu unter- 
halten. Von der Millingenschen Grenze am Waal 
bis zu Stockmann am Rhein soll aber keine neue 
Fahrt angelegt werden konnen, wenn nicht etwa 
eine desfallsige vorläufige Verabredung und eine ge- 
meinschaftliche Uebereinstimmung beider Theile statt 
det. 
Dreiunddreißigster Artikel. 
In den Gemeinden oder Gemeindetheilen, die 
zu einer andern Herrschaft übergehen, folgen die 
dort etwa liegenden Staatsdomainen dem Gebiet, 
und gehdren dem neuen Landesherrn an. 
Finden sich in den beiderseits abgetretenen 
Gebieten Demainen, deren Ur-Register beweisen, 
daß sie unter der. Franzdsischen Regierung vers. 
kauft, und der Verkauf um Namen dieser Regierung 
durch die französischen Behdrden bestätiget worden, 
deren Verkaufpreis = Rückstände aber noch ganz oder 
zum Theil erhoben werden sollen, so soll der Lan- 
desherr, dem diese Güter ver dem gegenwhrtigen 
Tractat gehdrten, die Befugniß haben, den Käu- 
fer, nach den unter dem neuen Landeöherrn beste- 
henden Gesetzen, in Anspruch zu nehmen. 
Die Domainen-Einkünfte, die nach der Räu- 
mung der Franzosen nicht in die Cassen des recht- 
mäßigen Landesherrn geflossen sind, sollcn demselben 
aus den Cassen wieder erstattet werden, welche mis- 
bräuchlich diese Eimnahme genossen haben. 
e
        <pb n="333" />
        — 125 
Les revenus des parties du Lymers, non 
comprises dans la remise des enclaves au vingt- 
oinqd Mai dernier et venant par le présent Trailé 
auf Pays- bas, seront restitucs à compter du 
dit jour. 
A-ticke frante- Wafrieme. 
Les contributions et autres revemis de IEtat 
courront et seront perçus pour le compte du 
nouveau Souverain 4 dater du jour de la prise 
de possession, jour, qui, dans aucun cas, ne 
Pourra dépasser le terme fixé par Particle qua- 
Jante- troisième relatif à Pévachation et àd L re- 
mise des endroits cédés ou eéchangés par le 
Présein Traité, en sorte que, si par qduelqdue 
é4véz nement imprévu, la prise de possession 
dune Commune ou Partie de Commune 8e 
trouvoit retardeée, les contributions et autres 
revenus de I’Etat rren seroient pas moins dus, 
dater du jour fixzé. · 
Articlekrente—cinquiöme. 
Les biens, les droits réels et actions, qui 
peuvernt competer aunm Communes ou Particu- 
liers de Tune ou P’autre domination dans et sur 
les lieux et territoires réciproquement cédés ou 
Schangée ou divisèés, sont maintenus et con. 
ser ves. 
r□— 8 4 2— 
Article trente - siæieme. 
Lorsque des Communes ou des Banlieues 
de Communes seront divisées par la ligne de 
démarcation, Pactif et le passif de ces Commu- 
nes, C'est- A. dire, leurs biens communauz ainsi 
due leurs dettes le seront ou devront Teit#e dans 
la meme. proportion. Pour Etablir cette propor- 
tion, on prendra pour base le montant des con- 
tributions lonciere et personnelle réunies, et si 
la personnelle n’'y eximoit pas, on prendroit la 
foncière seule. Læes biens et revenus commu. 
aux, qui devroient se distribuer par tétes ou 
r seux entre les habitans, seront partagés d'après 
* "seule base adoptée pour les distributions 
annuelles, si tant est qu’i! en existe réellemen 
et de droit de ceite Dature; bien enendu qu-- 
apres le partage fait, ces biens seront soumis aux 
lois municipales du Dnouvel Etat sous leduel ils. 
se trouverolnt. 
La partie de Zyfflich ainsi que les Willages 
de Kekerdom ei Loeth, Cédés par le présen 
Trai au Royaume des Pays-bas c#t faisant par- 
tie du Duflellsche-Polder, serom tenus de con- 
1— 
Die Einkünfte der in der Uebergabe der Enklas 
ven am letztverflossenen fünf und zwanzigsten Mai 
nicht begessenen und durch gegenwärtigen Trackat 
den Niederlanden überwiesenen Theile des Lymers, 
sollen von jenem Tage an gerechnet erstattet werden. 
. Vierunddreißigster Artikel. 
Die Contributionen und übrigen Staatseinkünfte 
laufen und werden für Rechnung des neuen Landes- 
herrn vom Tage der Besitznahme an gerechnet, er- 
hoben. Dieser Tag darf in keinem Fall über den 
Zeitpunkt hinausgehen, welcher durch den drei und vier- 
zigsten, auf die Räumung und die Uebergabe der durch 
  
g#egenwärtigen Tractat abgetretenen oder ausgetausch- 
ten Ortschaften sich beziehenden Artikel festgesetzt wor= 
den, so daß wenn durch eine unvorhergesehene Begeben- 
heit die Besitznahme einer Gemeinde oder eines Ge- 
meindetheils —* verzoͤgert faͤnde, die Contributionen 
und übrigen Staatseinkünfte nichts desto weniger 
vom festgesetzten Tage an gerechnet, dem neuen 
Landesherrn gebühren, 
Fünfunddreißigster Artikel. 
Alle Güter, Realrechte und Befugnisse, die den 
Gemeinden oder Privatpersonen der einen oder der 
andern Oberherrschaft in den gegenseitig abgetrete- 
nen, ausgetuuschten oder getheilten Ortschaften oder 
Gebieten, etwa zukommen, bleiben ihnen bewährt 
und aufrecht vorbehalten. ' 
Sechsunddreißigster Artikel. 
Wenn Gemeinden oder Gemeiyde-Weichbilde 
durch die Scheidelinie getheilt sind, dann soll oder 
muß das Activ= und das Passiv-Vermdgen dieser 
Gemeinden, das heißt, ihre Communalgater so wie 
ihre Schulden, in demselben Verhältnisse getheilt 
werden. Um dieses Verhältniß auszumitteln, wird 
der Betrag der vereinigten Grund= und Personal- 
steuer und wenn die Personalsteuer nicht vorhanden 
ist, die Grundsteuer allein als Basis angenommen. 
Die Communalgüter und Einkünfte, welche Kopf- 
oder Feuerstellenweise unter den Einwohnern ver- 
theilt werden sollten, sollen nach der für die jähr - 
chen Vertheilungen angenommenen einzigen Grund- 
lage eingetheilt werden, wenn anders solche Art 
Vertheilungen wirklich und von Rechtswegen vor- 
handen sind; jedoch versteht es sich, daß, nach ge- 
schehener Eintheilung, diese Güter den Munieipal= 
esetzen des neuen Staats, unter dessen Herrschaft 
e sich befinden werden, unterworfen (ind. 
Die dem Konigreich der Niederlande durch dert 
egenwärtigen Tractat abgetretenen und zum Ouffel- 
che-Polder gehbrigen Dorfschaften Pelerdom und 
Loͤth, imgleichen der Z3pfflichsche Theil, find K-r 
pflich-
        <pb n="334" />
        tribuer leur quote · part. dans les dertes arriérées 
contractées par ce Polder jusqu'au jour de la 
prise de possession furé Par Tanticle quarante- 
Loisieme. 
Arciche frente- septieme. 
Les Cultivateurs, dont les proprictés sont 
situces partie en deça et partie au del des fron- 
tières, pourront exporter et importer fumier, 
paille, L#tières et autres engrais pour la culture 
de leurs terres, ainsi due toute espece de ré- 
colte. Ils auront de méme la faculté de faire 
sortir et reinrer leurs bestiaux paturans, le tout 
sans pouvoir Gire assujeltis à aucun drot de 
douane, scit drenirée, de sortic, de transit ou 
autres de ceite espece. 1 suffra qu’ils lassem 
sonster par des certilicats de Lautoriké loca- 
le, dqu’ils possedent et cukivem des terres 
situces au dela des frontiéres, sans cependant 
Pouvoir se soustraire aux visites des Deoua- 
niers du autres ayant commission légale de con- 
stater les cas de fraude; bien entendu que ces 
Douaniers ou Agens ne pourrom faire des per- 
Gulsitions due sur leurs territoires respcclifs. 
„Artiche frenre - Auirieme. 
On pourraz de part ei d'autre acheter sur le 
sterritoire voisin et exporter franc de tout droit 
les matériaut necessaifes pour Tentretien des 
digues ei des routes. « 
drkicletrenkememäämez 
LesMiljtairesdotoutgkade,qussekoient 
nés dans une Commune ou partie de Commune 
eêdée ou echangée par le preésent Trailé, serom 
renvoyés au Seuverain de ceite Commmune ou 
Partie de Commune dans le délai de trois mois 
s’ils servent en Europe, et dans celui d’un an 
kils se trouvent dans les Colonies ou dans toute 
aufte partie du monde. Les COfbciers cependant 
auront le choix de rentrer dans leurs pays ou 
de. rester au service du Souverain sous les dra- 
Peaux duquel ils se trouvent; ils seront tenus 
d’opter dans les six mois de la publicalion du 
Présem Traué. 
Article quaranrieme. 
q Les habitans, dqdui par Tune ou l’autre eti- 
Ppulation du présent Traite passeront d’un Etac 
à Pautre, pourront changer de domicile, dans 
le delai de qduatre aus, sans Eire assujettis 3 
126 
pflichtet, ihren Antheil an den ruͤckstaͤndigen Schul- 
den beizutragen, welche dieser Polder bis zu dem 
durch den drei und vierzigsten Artikel bestimmten 
Tage der Besitznahme contrahirt hat. 
Siebenunddreißigster Artikel. 
Die Ackersleute, deren Eigenthum theils dies- 
seits, theils jenseits der Grenzen belegen ist, kon- 
nen Mist, Stroh, Streu und sonstigen Dänger für 
ihren Ackerbau, wie auch jede Art ihrer eingeerndteten 
Feldfrüchte aus= und einführen. Sie haben eben- 
faus die Befugniß, ihr Weidevich ein= und austreis 
en zu lassen, und zwar ohne irgend einer Jells, 
sep es Ein- oder Ausgangs-, Trang-: oder dergleis 
chen sonstigen Abgabe unterworfen werden zu ken- 
nen. Es ist hinlänglich, wenn sie durch ortsobrig- 
keitliche Atteste erweisen, daß sie jenseits der Gren- 
zen Guͤter belgen und anbauen; sie können sich 
aber den Durchsuchungen der ZJollbedienten, oder ane 
drer mit Aufsicht über die Conerebande gesetzlich be- 
auftragten Beamten nicht entziehen. Jedoch versteht 
es sich, daß diese Jollbeamten nur in ihren resp. 
Gebieten Nachsuchungen anstellen kounen. 
Achtunddreißigster Artikel. 
Man kann die zur Unterhältung der Deiche 
(Dämme) und Straßen ndthigen Materialien beider- 
seits in dem benachbarten Gebiet ankaufen, und ganz 
abgabenfrei ausführen. 
Neununddreißigster Artikel. 
Die in einer durch den gegenwärtigen Tractat 
abgetretenen oder ausgetauschten Gemeinde oder Ge- 
memdetheil etwa gebornen Militairpersonen jedweden 
Grades, sollen, wenn sie in Europa dienen, in drei- 
monatlicher, und wenn sie sich in den Colonien oder 
in irgend einem andern Welttheil befinden, in Jah#- 
resfrust, dem Landesherrn dieser Gemeinde oder die- 
ses Gemeindetheils zurückgesendet werden. Jedoch 
sollen die Officiere die Wahl haben, in ihre Heimath. 
zuruckzukehren., oder in den Diensten des Landes- 
herrn zu verbleiben, unter dessen Fahnen sie sich be- 
finden. Sie mussen in den ersten sechs Monaten, 
von der Bekanntmachung des gegenwärtigen Trac- 
tats on gerechnet, ihre Wahl treffen und sich ent- 
schließen. 
Vierzigster Artikel. 
Die durch die eine oder die andere Stipulation des 
gegenwärtigen Tractats von dem einen Staat zum 
andern übergehenden Einwohner können, ohne irgend 
einer Bedurgung oder lälstigen Verbindlichkeit unter- 
worfen
        <pb n="335" />
        aueune charge ni condition quelconque; Us 
ourront meme vendre ou autrement aliéner 
Hurs biens, sans eire tenus de payer d’autres 
droils que les autres habitans du meéeme pays. 
Article quarante- et · unième. 
Les Fonctionnaires demeurant dans les 
Communes ou parties de Communes cédées ou 
Gchangées, et qui, d’après les lois sous ’Empire 
desduclles ils oln 6½ nommés, ne peuvent etre 
déplacés sans indemnité, seront conservés et 
jouimront des memes droils que sous le GCouver. 
nement dui les avoit nommés. 
Arricke qucrame- deuxieme. 
Comme nonobstant tous les soins due les 
deux Commissions ont apportés à lever toutes 
les difficultés dqui se sont presentéees, il est ce- 
pendant possible du’'’il siuen présente d’autres 
encore lors de laplantation des poteaux, il a 
Elé convenu que ceux des membres de deux Com- 
missions, sous la direction (lesquels ceite opéra- 
tion aura lieu, seroient autorisès 4 terminer tous 
ces difl&amp;rens et specialement à juger, aprés aroir 
entendu les autorités locales, toutes les contesta- 
tions dui pourroient s'elever au sujet de Tincerti- 
tude des limites de quelques Communes. 
Article qudrante- frofsiéme. 
Les endroits respectivement cédés ou échan. 
ges ou devant etre restituès, seront &amp;vacués et 
T.Administration en sera remise aux autorités 
compétentes dans le mois, 4 dater de Techange 
des ralifcations. 
Article quarante· quatrième. 
Les archives, cartes et autres documens re- 
Tatifs A PAdministration des Mairies ou Commu- 
nes, qdui, en vertu du présent Tralté, passeront 
d’une domination sous Pautre, seront remis aux 
nouvelles autorites en meme temps due les ter- 
ritoires memes. Au cas du'’une partie de Com- 
mune ou de Mairie sculment für Ccédée ou 
échangee, les archives resieront 4 la partie ou 
s.. trouve le chef-lieu, à chaige d'y donner ac- 
cès à Fauitre partie, chaque fols qu'elle en aura 
besoin. 
Article quarante- cinquième. 
Dans les duinze jalns après lévacuation et 
la remise, do.n ils'uglt à Darticle précédent, on 
éommencera: Planter les poteaux. 
127 .- 
worfen zu seyn, in einer vlerjaͤhrigen Frist ihren 
Borfenkne verändern; sie können 1# Ereultr 
verlaufen oder sonst veräußern, ohne andre Abgaben 
als die übrigen Bewohner desselben Landes zu ent- 
richten. 
Einundvierzigster Artikel. 
Die in den abgetretenen oder gegeneinander ver- 
tauschten Gemeinden oder Gemeindetheilen wohnen- 
den Beamten, welche nach den Gesetzen, unter de- 
ren Herrschaft sie ernannt worden sind, ohne Ent- 
chädigung nicht vurseht werden können, sollen bei- 
ehalten werden, und dieselben Rechte genießen, als 
unter der Regierung, die sie ernannt hatte. 
Sweiundvierzigster Artikel. 
Da ungeachtet aller Sorgfalt, welche beide Cou#i 
missionen verwendet haben, alle vorgekommenen 
Schwierigkeiten zu heben, es dennoch moglich ict, 
daß zur Zeit der Errichtung der Grenzpfähle, sich 
noch mehrere ergeben, so ist bestimmt worden, daß 
diejenigen der Mitglieder beider Commissionen, un- 
ter deren Leitung diese Operation statt finden wird, 
bevollmächtigt seyn sollen, alle diese Zwistigkeiten zu 
#lchten und vornehmlich nach Abhdrung der Orts- 
ehdrden alle Streitigkeiten zu entscheiden, wolche 
über die Ungewißheit einiger Gemeindegrenzen sich 
erheben konnten. 
Dreiundvierzigster Artikel. 
Die respective abgetretenen, gegenseitig verkausch- 
ten oder aber zurückzugebenden Ortschaften sollen in 
monatlicher Frist, von der Auswechselung der Ra- 
tificationen an gerechnet, geraumt, und deren Ver- 
waltung den competenten Behdrden in derselben Frist 
übergeben werden. 
Bierundvierzigster Artikel. 
Die auf die Verwaltung der Schuldheißämter 
oder Gemeinden sich beziehenden Archive, Carten 
und übrigen Documente, welche vermdge des gegen- 
wärtigen Tractats von einer Herrschaft zur andern 
übergehen werden, sollen zu gleicher Zeit als die 
Gebiete selbst, den neuen Behdrden übergeben werden. 
Im Falle nur ein Gemeinde= oder Schuldheisamts= 
theil abgetreten oder gegenseitig vertauscht werden 
sollte, verbleibt das Archiv dem Theil, wo der 
Hauptort sich befindet, unter dem Beding, dem 
egenseitigen Theile so oft er es ndthig hat, den 
r“mns in das Archiv zu gestatten. 
Fünfundvierzigster Artikel. 
In den vierzehn Tagen nach der Räumung und 
der Uebergabe, von der im vorhergehenden Artikel 
die Rede ist, wird mit der Errichtung der Grenz- 
pfähle der Anfang gemacht. « » 
Diese
        <pb n="336" />
        — 
Ces poteaux seronf de bois de chéne de 1z 
longueur de douze pieds du Rhin, huit hors de 
terre et quatre en terre; ls seront carrés; # 
Partie en terre sera de douze pouces d’épaisseur 
au moins, ei celle hors de terre de huit pou- 
Ces; ils serbnt peints du cöté de la Prusse en 
noir et blanc, ei du cbté des Pays-bas en orange 
et blanc; ils seront numérotés et leurs numéros 
suivront la série de ceux à planter entre les 
deux Eitats, depuis les limites de la France jus- 
adu' Pancien territoire hollandois Dres de Mock. 
I en sera planté autant due Res Commissaires 
le trouveront necessaire pour u laisser aucune 
incertitude sur aucune partie de la frontière. Au 
cas du’une riviére ou chemin fasse limite, il 
###n sera chaque fois plante deux, savoir P’un du 
ebterde la Prusse, l’autre du côte des Pays bas 
ces deux poteaux ne porteront qu'’un seul nu- 
méro et ne seront peimts qu’anx seules couleurs 
adopiées Par les terriloires respectils. 
Article quarante- siæième. 
Le nrésent Traité sera soumis aux deux 
Cours, 4 Peffet d’ettve ratific, et les ratifications 
s0eront echangées dans deux mois apres k sig. 
nalure ou plutet si possible. 
En-foi de. qduoi les Commissaires des hau- 
tes parties Ccontractames Tom eigné ei muni che 
leurs cachets. 
Fait 4 Cleves, le sept Ocsobre mil- huie. 
eEent- seize. 
(L. S.) de Bernuth. (L. S.) M. J. de Man. 
(L. S. Eytelwein. (L.S.) J. Blanken. 12. 
128 — 
Diese Grenzpfähle sollen von Eichenholz seyn, 
und zwolf Rheinländische Fuß, acht über Ausenst 
unter der Erde lang seyn. Sie müissen viereckige 
seyn, der Theil unter der Erde foll wenigstens zwoh, 
der über der Erde acht Zoll Dicke haben; sie sollen 
Preußischer Seits schwarz und weiß, und Nieder- 
ländischer Seits orange und weiß angestrichen seyn; 
sie sollen mit Nummern bezeichnet werden, und ih- 
re Nummiern sollen der Relhe derjenigen folgen, wel- 
che zwisschen beiden Staaten von den Grenzen Frank, 
reichs an bis zum ehemaligen Hollaändischen Gebiet. 
bei Mook zu errichten sind. Es sollen so viel errich- 
tet werden, als die Commissarien es füur ndthig 
halten, um nicht die geringste Ungewißheit über ir- 
end einen Grenztheil übrig zu lassen. Da wo ein 
luß oder ein Weg eine Grenze bildet, sollen jedes- 
mal zwei Grenzpfähle, nämlich der eine Preußischer, 
der audre Niederländischer Seits errichtet werden; 
diese beiden Pfahle sollen nur mit einer einzigen 
Nummer bezeichnet, und nur mit den einzigen von 
den resp. Gebieten angenommenen Farben angestrie 
chen werden. 
Sechsundvierzigster Artikel. 
Gecgenwärtiger Tractat soll, Behufs der Ratificar 
tion, beiden Höfen vorgelegt und die Ratificationen 
innerhatb zwei Monaten nach Unterzeichnung, oder 
eher, wenn es moglich ist, ausgewechselt werden. 
Zu dessen Urkund haben die Commisfmien der 
hohen contrahirenden Theile ihn mit Berdruckung ihr 
rrer Segel unterzeichnet. 
Gescheben zu Eleve, den siebenten October Ein- 
tausend achthandert sechszehn. 
(L. S.) v. Bernuth. (L. S.) M. J. Man. 
(L. S8) Eptelwein. (L.S.) J. Blanken-Jz. 
  
Mo. 40) Tiaité complémentaire conclu enere F. M. 
le Roi de Prusse ei le Roi des Payscbas, d Frane- 
fort le s. Novembre 1816. 
Au nom de la tres · sainiet 
ot indivisibls Trinite. 
S. Majeste #e Roi de Prusse er Sa Majestc le 
Roi des Pays, bas Grand-Duc de Luxembourg 
desirant Tun éommun accord aves Leurt# Ma- 
(No. 20.) Ergänzungstraetat zwischen Ihren Makestäfen 
dem Könige von Preußen und dem Könige der Nieder- 
lande, geschlessen zu Frankfurt den gten Novbr. 1816. 
Im Namen der hochheilig en 
#nd untheilbaren Dreieinigkeit! 
D · . 
Va Seine, Majestaͤt der König von Preußen und 
Seine Majestät der König der Peson et ninzund 
zog von Luremburg, in gemeinschaftlicher Ueberein- 
stim-
        <pb n="337" />
        jestés lEmpereur d'Autriche, le Roi du Royau- 
me. unide la Grande- Bretagne et de Tlrlande, 
et. TEmpereur de toutes les Russies, donner 
suite par un traité particulier aux artiches &amp;## s#i# 
pulations du tral de paix coucku à Paris le 
vingt Novembre, Slil huit -cent- quinze, tant 
à celles qui regardont le Royaume des Pays Bas, 
dqdu'à celles duiconcernent e Grand-Duche de 
Luzembourg, Sa Majeste le Roi des Pays Bas, 
-agissant en sa double qdualite de Roi ei de Grande: 
Duc, et. Leurs Majestées voulant en laire T’ap- 
Flication 4. tout ce qui concerne leurs intereis 
réciproques et consolider les arrangemens qui 
en dérivent, 0ont nomme à cet ellet les Pleni. 
potentiaires suivans, savoir: 
Sa Majeste le Roi de Prusse, le Sieur 
Chartles Guillaume Baron de Humboldt, Son 
Ministre d'etat et Chambellan, Chevalier du 
rand ordre de l’aigle —“7 et de celui de 
# croix de fer de Prusse de la premiére clas- 
#c .Gtand. Croix des ordres de Léopold TAu- 
triche, de Ste. Anne de. Russie, de Danebrog 
de Danemarc dek Couranne de Bavièere, de 
IJa Fidclilè de Bade ct du faucon blanc #le Sa- 
1e- Weimar, *½r* 
Et Sa Alajestée le Roi des Pays-Bas, Grand- 
Duc de Lux: mbourg le Sicur Hans Christophe 
Eernest Baronde Gagern, Son Envoyé Extra- 
ordinaire et Ministre plénipotentiaire pres la 
Dieine Germanique Ct. la villc libre de Franciort, 
commandeur de Tordre royal du Lion Belgique, 
Grand Croix des ordres du Lion de Hesse, de 
Ja Fidélitc de Bade ei du faucon blanc de Saze. 
Weimar. 6 » 
-l·esquelsapktåsavoiråcbangöleutskleins— 
pour-CitytkouvössenbonpeetWasserantfm 
konclu,Fignöetätråtölesaktjclechsaptös 
Article premier. 
Sa Masjes le Roi des Payxs-Bas, Grand- 
Duc de Luxembourg possédera pour Lui, 86# 
descendlans et successeurs en Pleine propriétc 
#t souverancic lous les districts qui ayam fait 
Parlie en mil-sept-C#ntdealre, vingtdie de la 
ci- devant Belgique, de lEveché, de. Liege ct 
du Duche de Bouillon, ont. 616 cêédés par la 
Frahcc aux Puissances olliées par le troitc con- 
du 4&amp;4 Paris le vingt Novcmbre Mil- huie cent- 
uinze, ai##si due les torritoires enclavés avec 
Tes places de Philippevillc ct de HMarienburg cé. 
depar le meme frailé. Par suite de- cette dis. 
posllion, les limiles de Bt## de &amp;a Majesté le 
stimntung mit! Ihreil Majhestaͤten dem Kaiser von 
von Großdritannien und Irland und dem Kaiser al- 
ler-Reußen, in Erwägung daß Seine Majestät der 
Köntz der Niederlande in seinrr doppelten Elgen- 
schark als Wa und als Großherzog handelt, den 
Wunsch gehegt haben, den Arkikeln und Stipulatio- 
nen, welche im Pariser Friedenskraktat vomzwanzigsten 
Oesterreich, dem Kbnige des vereinigken nr 
November- Ein Tausend achthundert und fünfzehn, 
nicht allein das Königreich der Niederlande, sondern 
auch das Großherzogthum Luremburg bekreffen, durch 
einen besondern Tractak Folge zu geben; und da 
Ihre Majestäten Willens sind, diesfe Stipnlationen auf 
alles dasjenige anzuwenden was Ihr gegenseitiges, 
Interesse betrifft,, und die davon herrührendemw Aus- 
leichungen zu befestigen, so haben Sie zu diesem Be- 
huf zu Ihren Bevollmächtigten ernannk, nämlich! 
Seine Majestät der König. von Preußen, den 
Herrn Carl Wilhelm Freyherrn von Humboldt, J6O 
ren Staats-Minister und Kammerherrn, Ricter des 
Königl. Preufischen großen rothen Adler= und eiser- 
nen Kreuzes-Ordens erster Klasse, Großkrenz drö 
Oesterrcichischen Leopold-, Rußischen St. Annen-, De- 
nischen Oannchrog-, Bayerschen Kroncn-Ordens, des 
Sadenschen Ordens der Treuk, und des Sachsen- 
Weimarschen weißen Falken-Ordes 
Und Seine Moajestät der König. der Niederlanbe, 
Großherzog von Luxemburg, den Herrn Haus Cbri- 
sioph Ernest Grcyherrn von Gagern, Ihren ausß#r- 
ordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Miini- 
ü#er am Deutschen Bundestage und bei der freien 
Stadt Frankfurt, Commandcur des Königl.= Belgi- 
schen Löwen Ordens, Großkreuz des Hessischen L- 
wen-Ordens, des Badischen Ordens der Treue, und 
des Sachsen-Weimarschen weißen Falken-Ordens, 
Welche nach Auswechstlung ihrer il guter und 
gebbriger Form befundenen Vollmachten, hachstehede 
eiel abgeschlossen, unterzeichuct und feftgesetzt 
haben., « ««« 
Ersster Artikel. 
Seine Majestät der König der Nicderlande, 
Großherzog von Luremborg, werden für Sich;, Ihre 
Descendenten und Nachselger mit vollem Eigenthum, 
und in vollcr. Landcshohe und Oberherrlichkeit alle 
Distirikke besitzen, welche im Jahre Ein Taufend sie- 
benhunderk und neunzig eincn Kheil des ehemaligen 
Belgiens, des Befthums Lüttich und des Herzog- 
thums Boirillon ausgemacht hatten, und durch den 
am zwanzigsten November Ein Tausend achthundert 
und fnfz n zu Paris abgeschlossenen Tractat, den 
allürten Maͤchten von Frankreich abgetreten worden 
sind, so wie alle durch derselben: Woarlat abgetre= 
tencu, mit den Plätzen Philippeville und Marier#don
        <pb n="338" />
        Roĩ des Pay-BaGad. Dut####e Luxembourg, 
et celles de France, 4 commencer de la mer 
du Nord, resteront telles quselles ont 6t6 fincés 
Frle traité de paix de Paris du urente D##4, 
#l# huir -eent -qualorze, juscue vis· à - vis 
de Ouiévrain. De Qusévrain la Hgue de deé-. 
marcatlon sulvra les ancienpnes limites extérieu- 
rs, de la Belgzique, du ci- devant Eveché #de. 
Liege er du Duche de Bouillon zusqu’i Villers 
Prés dOrval, comme elkeo Gtoient en Mil s#pt4 
dent quatre- vingt- dir, en 7 coinprenant la 
dotalise de ces pays; et specialement les plases 
et territcires de Dbilippewille et de Maricùburg, 
EEIIII Aaun spulationa du premier arli- 
clc du di tralé duvingt Novembre, Mil. huit- 
Kent- dusnze, et sans ainrement changer les li- 
milts du Royaume des Pays- Bas et du Graud- 
Düuché de Luxzembourg, qui seront copservéecs. 
t#elles du’elles ontiele fiuces par le traité de 
Vienne du irente- um AMai, Mil- huitcenr- 
duinze, lequel dans nous les autres Doints est 
Pleinement confirmé. 
* 
bbtrric gecondrt. 
Urne pamie des indemnués Pécnnizires que 
Sa Majeste Trés Chrerienne Sist engagée. de. 
payer par Faticke Juadtre du traicc de Paris du 
ut Novembre Mil -huit- eenr. duinze, étane 
destinde en, vertu des. arrangemens faits à Paris. 
entre les Puissances allices, 4 reuforcer la ligne. 
de delense des Elals limurephes de la France, 
Sa Majeslé le Roi des Pay--Bas] Grand-Duc 
de Luxzxembourg, recevra pour cei effer lasom- 
me de soixante millions de francs. 
Sa Majestée le Roĩ · des Pays - BRas, Grand- 
Duc de Luxembourg, S'engage &amp; einployer crt. 
te somme aux ouvrages néeessaires-à la défen- 
*se des frontières de Ses Elats, conformement 
au sisteme adopté et au concert pris Acer égard 
entre ks Puissanves alliées- ad Protocole de lacon- 
frence de Laeurs. Ministres du vingt, un No- 
vembre Mil. huitcent- quinze, annexé au pré- 
senn traité , et qui aura la memee# force er valeur 
éomme eiil étoit textusllement inaéré au pré- 
aent traité. « 
MeistWMehezs , 
saMajseståsleRoss-.dessPa-yss-’Fass,.Stand— 
Dur-JeLuxembomsgs,.teconooisoanx.å:justati-— 
UeIes-want-ges-quiståsultenrEssdisposjtions 
ktåcödkmeqtanrpoutkacckoissementzquepour 
bamoyenmdecdåsenscäesonstewitoire,.istes 
non-cpour-IeosWQu-ikulöede-l’akticle 
1 30 –— 
enclabirten Gebieke. A# eine Folgs dieser Anord- 
„nungq bleiben die Gremzen der Kdußglich -Niederländi- 
schen und Grogherzoglich-Lupxemburgschen Staaten, und 
die Grenzen Frankreichs, von der Nord= See au ge- 
rechnet, so wie sie durch den Pariser Tractat, vom 
breißigeten Mai, Ein Tausend achthundert Und vier- 
zehn bis Quiêcvrain gegenüber fesgesetzt worden sind. 
Von Quierrain aus folgt die Scheide-Linie den ehema- 
gen auflern Grenzen Velgiens, des ehemaligen Bis- 
thums Luttich und bes Derzi#thmns. Boutllon bis 
Billers ohmwrit Oerval, so wie diese Grenzen im Jahre 
Ein Tausend Siebenhundert und neunzig bestanden, 
mit Inbegriff der Tokalitär dieser Länder und beson- 
ders- der Plätze und Gebiete Philippeville und Mu- 
rienburg, in Gemäßheit der Stipmationen des ersten 
Ark'kels des besagten Tracrats vom zwanzigsten Ro- 
vember Ein Tausend achtimndert und fünfzehn, und 
ohne anders die Königlich-Niederländisch= und Groß- 
herzoglich-Luxemburgischen Grenzen abzusudern, welche 
so wie sie durch den Wiener Tractat vom Ein und 
dreißigsten Mai, Ein Tausend achthundert und fünf- 
ehn Udea worden siud, beibehalten werden sol- 
en. In allen übrigen Punktem wurd dieser Wiener- 
Tractat völlig bestänget. 
eiter Artikol. 
Da Ein Theil der Geld-Entschüdigungen, welche 
Seine Allerchristlichste Majestät durch den vierken 
Artikel des Puriser Tractats vom zwanzigsten Ro- 
vember Ein Tausend achthundert und fünfzechn zu 
zu zahlen übernommen huben, kraft der zwischen den 
allürten Mächten zu Paris getroffenen Ausgleichun 
gen, belstimmt ist, die Vertheidigungs-Linie der Frank- 
rrich angrenzenden Staaten zu verflärken, so erhält 
Seine Majestät der König der Niederlande, Groß- 
herzog von Luremburg zu diesem Behuf die Summe 
von. Sche Millionen Franken. 
Seine Mazjestät der Kdnig der Niederlande, Groß- 
herzog von Luxemburg verpflichten Sich, diese Summe 
auf die zur Vertheidigung der Grenzen Ihrer Staatr. 
ndthigen Werke zu verwenden, und zwar in Gemüß- 
heit des zwischen den Verbündeten, im Conferenz- 
Protokoll Ibrer Minister vom ein um zwunzigsten 
November Ein Tausend achthundert und fünfzehn, 
angenommenen Systems und der deshalb getroffenen 
Ue 
ereinkunft. Besagtes Protokoll ist dem gegenwär- 
tigen. Traztat beigefugt worden, und soll dieselbe 
Kraft und Gültigket haben als wenn es darin wdr#- 
lich mit aufgeführt wäre. , 
Dritter Artikel. 
Da Seine Majestät der Kdnig drr. Niederlande, 
Großherzog, von Luremburg, die Vortheile mit gutem 
Rechte anerkennen, welche #pwoohl für den Zuwachs 
als für die Vertheidigungs-Mittel Ihres Gebiets aus 
den vorhergchenden Anordnungen entspringen, so ene- 
sagen Sie, gegen die inn vierfen Artikel des Porsse 
ractats
        <pb n="339" />
        quatre du traité de Paris du vingt Novembrs 
Ril · huit · ent- quinze, 4 lazqducte-Pan 4 la) 
dquelle Elle pourrol prétcndre à&amp; kilre d'indém- 
nité, et „dui est, fü#ée par le Protocole de la, 
conférence du vingt Novembre, NIIl.huit -Cent.. 
duinze, au total de vingt un million. deuxz- 
Cen# scixante - Auatre- mille - hun - cent- ireute- 
deux francs, vingt -deur ei un demi centienes. 
Sa Majesté adlière au principe que ceite duute- 
Part serve à complefter les indemnibés de TAu- 
triche ;et de ia Prussc, et oit Partagée en par- 
ties éCgales ent#te ces deux Puissancce. 
Article quatrième. · 
Jkaksicletkoisfduunste«concIuEåYseaneI 
Motö—1iis"Mai,«Milklcuiticcntxquingheil’a·rij«clo·« 
soixante sept de Tacte du congres de Vienne, 
1yTN /u½ stipule due la forteresse de Luxembourg 
seroit considérée comme lonteresse de la confé- 
deration germanique, ceite disposition est main- 
tenue ei „Ahressement confirmoe par la présen- 
te converninn. Z 
Cependant Sz Majesté le Roi de Prusse ei, 
SaMajeste le. Roi des Pazys Bas, agissant en 
v dualitée de Grand-Duc de Luxembvurg, vou- 
* 
7 
Trackuts vom zwanzigsken November Ein Tausend 
achthundert und funfzehn stipulirten Sumnten, dem 
Autheil, auf den Sie vermögecuns Entschäd"gungs- 
Rechts Anspräche machen köounten, und welcher durch 
das Salferenz-broretol. vom zwanzigsten November, 
Ein Tausend achkhundert und fansehn auf die Total- 
Summe von CEin und zwanzig Millionen zwei hundert 
bier umd scchözig Tausend achk hundert zwei, und 
dreißig Franken zwei und zwanzig und eine halbe 
Centime fetgesezt worden 'st. Seine Majestät Kimmt 
dem Grundsat bei, daß dieser Antheil dazu diene, die 
Oesterreichisehen, und Preußischen“' Cusschädigungen 
zu vervollständigen, und in gleiche Thrile unter dei- 
kden Mächten getheilk werde. 
Vierter Artäkel. » · 
«DadckdritteArtcTeldcssxiWiesi,müestx«it·nb 
breißigstessMaiEin«Ta11,fend«del)kl)1tndcrtundfünf-. 
zehn ab Pclosfenen Tractats, und der sieben und! 
sechszigsse Artikel der Wiener Congreß-Acke besfinnnt: 
haben, daß die Festung Luxemburg als Oeutsche Bun- 
desfestung betrachtet werden sollte, so wird diese Be- 
stunmuns durch gegenwärtige Conveution aufrecht- 
gehalten und autdrücklich bestätigt. „, 
Inzwischen, va Seine Majestäk der Anig von! 
Preusen und Seine Majestät der König der Nieder- 
lande, in der Eigenschaft als Großberzog von Loxems, 
1 
lam adapter de reste des dispositions des dits burg, Willens sind, die übrigen Bestimmungen besag- 
arlicles aux changemens survenus par le (raite ter Artikel den durch den Pariser Trackat vom zwan- 
de Paris du vingt Novembre, Mil- huit· cent-· zigsten November Ein Tausend achtbundert uud flinf- 
duinze, et. pourvoir de ia maniére la plus efficace zehn vorgefallenen Veraͤnderungen anzueignen und 
4 Ja defensé combinée de leurs Etats respectlils-, für die vereiwigt Verkheidigung Ihrer respectinen. 
Leurs Maiestes.som conwenves de tenir garni. Staaten au die Hirklamste Ar und Weise Sorge zu) 
son. commune dans. la forteresse, de Luxem- tragen; so sind Ihre Majestäten übereingekommen, in 
bourg, sans due cet arrangement, sait unique- der Festung Luxembitrg eine gemeinschaftliche Be- 
ment sous le rapport militaire, puisse allerer s 
en rien le droit de Souverainetée de Sa Majcsé 
le Roi des Pay#s-Bas, Crand-Duc de Luxem- 
atzung zu halten, ohne ##ß diese, blos und allein 
in mwetirischen DH ziehung, getroffene Uebereinkunft 
den Lanoesherrlichen Rechten Seiner Majestät, des 
beurg. vor a ville et fortercese de Luxem- ne ver Niederlande, Grosherzogs von Luxem urg, 
ourg: « -auie,-«-stadtund—c«unLu»embuk-iiner"n« 
·’s· j, Abbruch rbuSen 6 " * gerinsslen 
Article cinquième Fäufte r Artikel. 
Sa Majesté le Roi des Pays · Bas, Grand. Seine Majestät der König der Nicderlande, Grog- 
Duchde Lusembaurg, céde à Sa Majeste le herzeg von Luxemburg, kreten Seiner Maiestät dem, 
Roi de Prusse le droit de nommer le Gouver. Kdnig bon Prcußen das Recht ab, den Geuvcrneur. 
neur et le Commandant de- celle place, et#con, und Commandamten dieses Platzes zu ernennen. Sie, 
sent Alce que lant la garnison en genéral, que bewilligen, daß, sowohl die Besatzung überhaupt als, 
chadue arme en pamiculier soit composce pour jede Waffen-Gattung insbesondere in drei Pjertheilen! 
les (rois dquaris de.roupes prusstennes et pour: aus Preußischen und in einem Viertheil aus. Nieders, 
un Huart de- troupes des Pays Bas, renongam ländischen Truppen bestehe, und entsagen also-dem 
ainsi au droit de Dnomination, due l’article soi- durch den sicben und sechszigsten Artikel des Wiener: 
Japte s6Pt de Tacte du congres de Vienne a8— Congreß-Acte Ihnen zugesicherten Erneumnungs-Rechte. 
zuroit 4 Sa Majesté. . » ·« » 
Cs troupes „eromt soldées et Equipécs aux Diese Truppen werden auf Kosten ihrer respecti- 
frais de-ien## gouvernmens respectiffs. Ii en. ven Regierungen besoldet nnd ausgeruͤstet. Eben so. 
sera de meme pour deur Dourriture lopsque la foll es mit ihrer Verpflegung gehalten werden, wann, 
2 die 
*?
        <pb n="340" />
        132 — 
förteresse ne sera pas déclarée en EClaf de sisge- die Kestung nichk in Belagerungsstand rtklaͤrl ist) In 
Dans cas la garnison se nourrira des moga- diesem Falt soll sich die Befatzung' aus den Fesiungs- 
sins de la forteresse, et il scra supplééà somn Magazinen verpflegen und ihr Proviant socl nach' 
approvision nement d’aprés les principes Etablis den im vierzehnten Artikel festgesetzten Grundsätzen 
Ai Fartiche quatorze. « ergaͤnzt werden. « « 
Article sirieme. Sechster Artikel. 
LTie droit de Souverainetc appartenant dans“ Da das Landesherrliche Rechk in seiner ganzen 
toute sa Plénitude à Sa Majesté e Roi des Pays-, Hle Seiner Majestät dem Köuige der Niederlande, 
Bas, Grand Duc de Luxcmbourg, dans la ville Großherzoge von Luxcmburg, sowohl in der Stadt 
et forteresse de Luxembourg comme dans tout " und Festung Luxemburg als auch in dem ganzen libri- 
le reste du Grand-Duchs, Fadministration de la gen Großherzogkhum zusteht, so verbleibt die Justiz- 
Justice, la percepn des impositions ct eontri. Verwaltung, die Erhebung der Auflagen und Abga- 
butions de toute espece, ainsi Jque toute autre ben jeder Art, so wie jeder andre Zweig der Ciwvil= 
branche de l’administration civilc restera exchu 
siveinent enme les mains des Employeés de Sa 
Majestc, et le Couverneur ci le Commandant 
leur préteron sccours ei assiskance en cas, de 
desoin. 
De Fautre côté, le Gonverneur sera naniti 
de tous les pouvoirs nécessaires pour lui assu- 
Fer conformement à la responsabilite dui repose 
eur lui, PFexercice libre et indébendant de ses. 
fonctions, et les autoriics civiles er locales lui 
„eront subordonndes pour ddout ce dui concerne 
I desfense de la place. 
Pour eviter néanmoins tout conflit entre 
rautorité militaire et civile, Sa Majesté le Roi 
des Pays. Bas, Giund. Duc de Luxembourg, nom- 
miera un commissaire spécial qui servira dinter- 
médiaire entre le Gouverneur et les autorités 
civiles, et recevra las directions du dltt Couver- 
neur dans les aflaires de police en tam du’clles 
se liem aux rapports milltaires ei à la déGfense 
de la place. 
rn 
Le Gouvemeur pourra pour le meme obijet, 
et toujours dans les limites dui viennene (l’eire 
Ehonceèes, déléguer de sa Dart une personne à 
"ron choix, ei les deux E’nployés lormeront une 
commission mixite. 
„ Mfais en cas #le guerre, ou si Funce ou lPauitre 
dea Moniarchles de PErusse du des Pays-Bas étoĩt 
menacce d’une guerre, ei due la forteresse lüt 
GGclarée en état de siège, les pouvoirs du Gou- 
vernéur seront illimi#és, ei auromt T’autres 
bormes due la prudence, les usages et le droit 
des gens. « 
«siünalementIaDiåceclelaconsädåkatioo 
gckmquucvenoitådöckkquuesesgouvcv 
Rufsetcomm-»deansdesLandtageseIelaLigue 
devront eire assermentés, le gouverneur ei le 
coinmandam de ln forecresse de Luxembeurg 
préteront le serment d’apres la formule qui emserz 
rédigée paz la Diéte- 
Verwaltung ausschlicßlich in den Händen der Veam- 
ten Seiner Mgjestät, und der Gouverncur und Com- 
mandant sollen ihnen, ndthigen Falls, Hülfe und Bei- 
stand leisten. · « 
AndrerSeitswirddc111"Gouvcrnenkalletibthigq« 
Macht«-ndGewalt«crthcilt,umin"Gemäßbcitrc-.H 
ihm auferlegten Verantwortlichkeit die freie und un- 
abhängige Ausübung seiner Amts-Verrichtungen zu 
sichern. Die Civil= und Orts-Obrigkeiten sollen m 
allem, was die Vertheidigung des Platzes betrifft, ihm 
nuntergeorduct seyn. 
Umm indessen allem Streitk zwischen der Militair= 
und der Civil-Behdrde vorzubeugen, werden Seine 
Majestät der Kdnig der Niederlande, Großherzog von 
Luxemburg, einen Spreial-Kommissarium ernennen, 
welcher zwischen dem Gouverneur und den Civil-Ve- 
hörden als Mitkelsmann dienen, und in den Polizei- 
Angelegenheiten, so sern sie mit den Militair-Ver- 
hältnisen und der Vertheidigung des Platzes verbun- 
den sind, die Anweisungen vom besagten Gouverneur 
erhalten soll. 
Der Gouverneur kann seiner Seiks zu demselben. 
Bchuf, und siets in den so ehen ungezeigten Grenzen 
jemanden wählen und abordnen; und diese beiden 
Beamten sollen eine gemischte Commission bilden. 
Aber im Fall eines Krieges, oder wenn eine 
oder die andere beider Monarchien, der Preußischen 
oder der Niederländischen, mit cinem Kriege bedroht, 
und die Festung in Belagerungsstand erklürt würde, 
soll die Macht des Gouverncurs umimschränkt schn, 
und keine andere Grenzen kennen, als die Vorsicht, 
das Herkommen, und das Völerrecht. « « 
Wenn endlich der Oentsche Bundestag ekwa enk- 
scheiden sollte, daß die Bundes-Feskungs-Beuverncurs 
und Commandanten in Eid und Pflicht genommen wer- 
den müßten, so sollen der Gouverneur und der Con#- 
mandant der Festung Luremburg den Elid nach der 
von dem Bundestage entworfenen Formel leisten. 
Sie-
        <pb n="341" />
        . . " 
KAirtiche 36pefme.“ 
" 
Le #oice ile Ia gärde bourgcoixe de la vilio 
de Luxembourg sers, conlormememt 3 la loi-du 
Royzume des Pais. Bas du.vingt-huit Iuin, Mil. 
hult-cem. quinze, dans la proportion de trois 4&amp; 
cent, ln population totalc de. la ville compice, 
##elle ne pourra dans aucun cas##t sous aucune 
dénominalion déepasser ce nombre. Elle ne mon 
tera la garde duc lorschril W’y aufa Das de gar: 
nison dans la place; et son. servicé lorsqwelle 
ne sera Point appelée à préter main forte à la 
ddiense de la forleresse, se bornera à maintenir 
le repos public et 4 garantir les possessions de 
ses conchoyens principalemem en cos Tincendie. 
Toutes les fois qwelle devra faire un pareil ou 
autre servicc militaire quclcondue, elle sera sou- 
mise aux ordres du Gouverneure la fortercsse, 
benis le consentemeut duquel elle ne pourra se 
rassembler, ni pour’P’exercice, ni pour le service 
16é61I. La-place de Luxembourg Elant une forte. 
resse de la consédération germanique, lers hautcs 
parties contractantes placent, en. réserve expresse 
toues les dispositions’ dont la conledération com 
viendrolt pour les gardes hourgeoises dans tou- 
tes les forteresses’ de la Ligile, soit en genral, 
doitten particulier relativement au sermem dul 
seroit exlgerdrelle. « "« 
Article huitième. 
DPe Ccas de guerre échéant, ou la. guerre de- 
Venam imminente, il resulte du devoir ct##de la 
responsabililé du Gouvertfcur qdu'’il poursa egxer. 
cer au dehors de la fortersse, autant duc les 
" · % eVvn 2 9 7 ·6 „ 6“ 
disposlions militaires duil aura à faire, Texige. 
ront, Jes memes pouvoirs dont il est investi dans 
Fintörieur de la place, Si en tems de paix, il 
Jugeoit ncessaire d'’ordonner des patrouilles ou 
de placer des avant.postes, ces trouppes ne pour- 
vont faire aucune ruisilion, ni eire à la charge 
des habitans. 
« Article neuvieme. 
La garnison de la forteresse dui sera placce 
directemem sous les ordres du CGouvernceur, 
consistera en tems de paix en siz-mille hommfs; 
cependan Sa Majeste Ic. Roi de. Prussc ct Sa 
Mlajcste Ie RKoi des Pays Bas, Grand.Duc de Lu- 
Nembourg sont convenus pour le moment; et 
aussi longtems due les froupes allices occupe. 
ront une partie de la France, de se borner à 
duatre-mille hommes sculemem dom trais-milte 
Sscront fournis par la Prusse, #t mille par les 
Pays-Bas. 
Areicke dirieme. 
Sa Majcsté l# roi #s Pays-Bas, Gmnnil-Duc 
de Luxemboung consent àR due I# Comman- 
dam de Fartillerie et, celui du# génie c#e Ix pläce 
133 
. Siebenter Artikel. 
Die Stärke der Luremburgschen Bürgergarde soll 
in Gemäßheit des Königl. Niederländischen Gesehes 
von acht und zwanzigsten Juni Ein Tausend acht- 
hundert und fünfzehn, nach Abschätzung der Total- 
Bevölkerung der Stadt, im. Verhältnisse von drei zu 
hundert stehen, und sie kann in keinem Fall, und un- 
ter keinerlei Benennung, veese pabl überschreiken. Sie 
soll nux dann die Wache beziehen, wenn keine Mi- 
lrair-Vesatzung in, dem Orte liegt; wann sie aber 
nicht aufgefordert wird, zur Vertheidigung der Fez 
stung hülfreiche Hand zu leisten, soll ihr Dienst, vor- 
E lich bei Fruersbrünsten, sich auf die Erhaltung der 
entlichen Ruhe, und auf Sicherstellung der Best- 
tungen ihrer Mitbürger beschränken. Jedesmal daß 
sie Enen solchen oder jeden andern Militairdienst ver- 
richten muß, soll sie den Befehlen des Festungs-Gou- 
verneurs. unterworfen seyn, und sie kann, ohne des- 
sen Einwilligung, sich weder zu den Militair-Uebun- 
gen noch zum wirklichen Dienst pversammeln. Da 
der Platz Luremburg eine deutsche Bundes-Festung 
ist, so wollen die hohen contrahirenden Theile alle 
Anordnungen und. Verfügungen noch vortänfg aus- 
setzen, welche die Bundes-Versammlung für die Bür- 
ger-Garden in allen Bundes-Festungen, es se; uͤber- 
haupt, oder insbesondere in Bezug auf den bon ihr 
zu verlangenden Eid, treffen moͤchte. 
Llchter Artikel. 
Im eintretenden Kriegesfalle, oder im Falle eines 
nahe bevorsiehenden Krieges, erfordert die Pflicht und 
Verantworklichkeit des Gouverncurs, daß er, für die 
zu kreffenden Militair = Verfügungen, an erhalb der 
Festung dieselbe Macht und Gewalt ausübe, 
mit welcher er im Innern des Mlatzes versehen 
ist. Sollte er es in Friedenszeiten für nothig halten, 
Patronillen anzuordnen oder Vorposten auszustellen, 
so düurfen diese Truppen nicht das geringste reguiri- 
ren, noch den Einwohnern zur Last falleu. 
Neunter Artikel.: 
Die Festungs-Besatzung, die unmittelbar unker 
den Befehlen des Gouverneurs zu stehen kommt, soll 
in Friedenszeiten aus sechstausend. Mann bestehen. 
Indessen sind Seine Majestät der König von Prcu- 
hen und Seine Majestät der Kbnig der Niederlande, 
Großherzog von Luxemburg, übereingekommen, fur 
jetzt, und 8 lange die alliirten Truppen einen Theil 
Frankreichs besetzt halten, Sich blos und allein auf 
  
  
  
vicrtansend Mann zu beschränken, woven drei tau- 
send von Preußen und ein tausend von den Niederlan- 
den gestellt werden. — 
Zehnter Artikel. 
Seine Majestaͤt ver Koͤnig der Niederlaude, Groß- 
berzog von Luxemburg, bewilligen, daß der Artillere- 
Commandant und der Commanvant des Ingeeit“ 
VI’’7
        <pb n="342" />
        r- 
7 
soyent nommés nar la Prusse, sous 1 rserve 
qw'II nommera de som coté 1deLx ofliciers de 
ces armes dui seront particulicèrement rvesponsz- 
bles à Sa #lajesté. I 8 altributions de Ces' dur- 
tre officers scront les sülvames: F 
Le eemmandant-de Larulleriè · dispposcra li, 
brernent du- niäa#tcriel llenzordomra' * istri: 
bution en teins de Paix Elnsaug#etems dé 
g’ierre, bien einendü drauchne Piuce ne Pourra 
X 2 · «« - ·' 1•- ——.——————— . 
Eire atse de la 1omeresze. IX Cgaleincu# 
Ehorgé de veiller Alcce dite #e matléri ### les znu. 
nitions soyent daus T’ezt #lpule Har #a#ckk% 
.. +Par, 
Toscicz duhllle#e des Pays Bas veillera 
la onservation et à Peniretien du märärsel! 
Comme le nombrre des bouches &amp; fu#. ’éribides 
affats et de tous les “objeis appa rte#aus au lnate.: 
riel, ainsi due iz quantisé de indücichrts. Srond 
déterminés à la suite des (lispositioi # tarprér 
sente Convention, Pinventair## dui Gilld#r##- dles 
servira de norme 4 ces (dleux offcicrs. Dodt 
ciẽr au service des Pays Baz zecc##ra ies Ctai#s 
de changement et ce##cerae comröle des ob. 
jets dui seront ddlitrés de Tarsendl #####du zna- 
Easin Par ordre du coiumnandant de Tardlerie. 
Le commandam du génie et IIngénieur au 
service des Pays. Bas Dartageront Gensemble le 
soin de veiller 4 la conservation des’couvrages, 
et Conviendrönt Cun commun accord des ré- 
parations et nouvelles bätisses dirl sera néces- 
saire de faire. Nlails, ges travaux une fois arrcrés, 
le commandant du genie en ttacera seul le plan 
détaillé et en dirigera Texécution. Si cependlamn 
on wWadoptoit point le mode étahli dans les 
Pays-Bas qui est Tadjullication des travaux pu- 
blics au rabais, Tgénieur dés Payc-Bas devra 
concourir aux marchés dui seront conclus avec 
es entrepreneurs ou les ouvrieris. 
Tomes 16s°discussions- dui poürroient rele. 
ver, seront décides par une commission mixte 
Zous la direction du Gouverneur.“ 
Ces disposnions relatives aux réparations 
et &amp; Pemrelien journalier#des ouvrages ne de- 
rogeront en rien aukx-stipulations de Larticle Irei. 
ze qui ge rapportent 4 un plan premier des ou- 
vrages de fortiftcation en’généralt à Tinspection 
de ces unavauzx aprés du’is seront termines. 
Articke onzjene. 
La Partie Prussicenne de la garnison jouira 
u lbre cxercice de creligion &amp;t da ville un sour· 
134 — 
Corps in der Festung Luxemburg von Preussen er- 
neunt werden, jedoch unt dein Vorpehalt, daß Sie 
Ihrer Sens zwei Ofüziere von derselben, Waffen- 
Gattung ernennen wersen, welche Seiner Mäjestzt 
besonders vcrantwortlich bleiben. Die, B.fugnisse 
dieser Vier Officiere nd folgendet... 
„Der Ar#llerie -Commüöndant hat die freie O#sg vz 
sition über das Materiale. Er verfi gtlde ssen — 
tbelung in Feiede= und dessent Gebrauch in Kricgs- 
zeiten; nur. beksicht sieh, daß ken Stuck bon der Fc 
liung übgenoutn#cn weraen darf. Es WW eben= 
fallö 09, däluf zu seben, daß das Materialc und 
die Miuliutionnen in dem durch den Tractak stipulirten 
Zusiande sich befinden. „„ 
.„Der Niederländische Artillerie-Offl#ier-wachk über 
bie Erhaltung und. Unkerhälkung ves Materlalc. Oa 
die Anzähl der Feuerschlünde, der Zitltastd der Lif- 
fetru, Und aller zum Material Zehörigen Gezcästät 
so wie die Quantikat der Munntione 4 ach den, Br- 
stinumungen gegemwbärtiger Cenvontion festgesetzt wer- 
den sollen, so soll das darbber aufgenommene Ver- 
zeichniß jenen beiden Offfzieren zur Norm pienen, 
Oer in Redeflänvischen Diensien Kehende Offizicr sollz 
von denen auf. Befchl des Artillerie-Cons#nanda#ze## 
aus denr Zeughaüse und aus dem Magazin. abzu ö 
fernden Gegenständen, Nachweisungen und Verzeiche 
nisse erhalren, und über dieselben Gegenstäude die 
Controlle fahren. " „ 
Der in Niederländischen Diensten stehende Com- 
mandaut des Ingenieur-Corp und der Ingenieur, 
theilen beide die Pflitht, auf Erhaltung der Werke zu 
sehen, und #verabreden gemeinschaftli.y, die nbthig 
befundenen Reparaturen und neuen Bauten. Sind 
aber diese Arbeiten cinmal bestellt so entwirft der 
Commandant des Ingenicur-Corp# allein den um- 
ständlichen Plan dazu, und leitet die Ausführung. 
Wied indessen die in den Niederlanden übliche Ver- 
fahrungsart, nämlich der Zuschlag der bffentlichen 
Arbeiten an den Mindestfordernden# nicht angenom= 
men, so muß der Niederländische Ingenieur bei den 
mit den Unternehmern oder den Arbcitern abzuschüe- 
ßenden Vertraͤgen mit zugezogen werden. „ 
Alle etwa entstehende Streitigkeiten sollen, unker 
der Leitung des Gouvekneurs, durch cine gemischte 
Commission entschieden werden. 
Diese auf die Reparaturen und die fortlaufen- 
de Unterhaltung der Werke sich bezieenden, Nexü- 
gungen, sollen den Bestimmungen des dreizehnten 
Trtikels nicht den geringsten Abbruch thun, da viese 
Tediglich auf cinen erlten Plan der Fesiungswerke 
Aberhaupt, und auf die Aufsicht über diese Arbeiten, 
nach ihrer Vollendung, Bezug haben. ’ 
. Eilfter Artikel. 
Der Preußische Theil der Besatzung soll die freie 
Ausübung des Gotteödienstes genießen, und die Stadt 
» . ..,.spjhm
        <pb n="343" />
        s. - E— .23, 1 
nirai sür la demallde du Gouvẽrr. ur, un locäl 
dilapté Acct-usäge. * • 
H-läicke douzieme. » 
«-·I-e«s«lia:utpsDankesfkofnkäcmyxesayåtjfjugö 
jiöcesåsiikäkkemettieleGdtwcsnieurtlc137p1acå 
ensätacderetikorc(kt,siles.circonstavces"l’eij 
gcoit-11I,,satisde«laj»Iagamispnzjlsetxrfprxpöune 
Hälftes7de«TinitkspäFUä«..b·om’1"ts)s-s.-;,Jsåysqitxsixkiyillö, 
soul-läPEüäqHCerdxqucmillcpduf««les·»ktz«pr·833 
dakk«å-s«'le·s’·"akrondiss"emens«des«tle«üx«mona1«cljie«ås 
Irgplussrapgrochäsdelajottucssshpoukque 
.!, 
le Couverneur puisschen disposer à chaque in 
stant. Cette milice sera des deux cötés com. 
Posdelde gens propres aux. combats, exercés et 
Dienn armess. *# 
Les denxzmille hommes à fournir Par les. 
Pays-Bas seronk immediatöment mis 4&amp;- 1a. dis- 
position du Gouverneur mülitafrerde la forteresse 
de Lusembourg dés düe réquisition ensera 
Iaite par lui au Général ausservice des Papys.Bas 
commmandant dans le Grand- Duche de Luxem--. 
beurg, lequel se tronvera muni à toutes les 
Cpoques de Tordre éventuel cheffectuer Cette. 
mesure. 
" Alfiche Freizieme. 
On sooccupera incsssammnenr du rétablisse- 
ment entier ur parfaides lortiftcations. Le Gou- 
vernemem Prussien et'’celui des Pas-Bas #n- 
gagent &amp; l’achever Pndans lE&amp; tems fixé par le- 
tralle de Daris du vingt Novembre, lil-huit. 
cent- duinze, 4 öccupation (’une partie de la 
Frande par les armées allices. Aprés ce réta- 
blisschent on dresserz un plan régulier pour- 
assurer Ientretien des auvrages. Les- mraviur 
arretés d'aprés ce plan et appro’wés. Par les deux 
Gouvernemens., serunt exécutés sous la direc- 
ü#n du. Gouverncur &amp; Paide d’un commissaire 
fle Sa Alajeste le Roi des. Pays-Bas, Grand-Duc- 
de Luxcmbourg. 
D! #1 
z7 
Les fonds nécessaires: pour ces travaux sc#. 
ronr remis, a# une cammission migte placke- sous 
In- direction da: Gouverneur. Laméme con- 
mission donnem #égaliment décharge pour les. 
sommes!t employces- aux dils rravaux qui- Alla 
cIöture des comptes de chaque année seront im 
„peciés nar ns ioffriex Prussien 
dre. Payy- Bas## 24% ss-- 
’*ßnvk v : il#e unrorafeinnze. –. 
15% Tpapprovisfohnementide la#place relatif. au 
suheistallces#0et alx höpilaux devra eirte assurc. 
our dixk - mille hommes #r’"pour uhte. unné66! 
14 inlinile rendre ccette chatge moins onreuse 
en Ja-dwvisan ht er prenanien'consilratiom' Tes. 
« Erst-»L. 
135 — 
et un: osficier 
Aber umt diese Last dur 
ihm' auf Verlangen 506 Gonverseitrs ein dazu schick- 
liches Lchel anweissen. 
. Jwölfter Artikel. 4½* 
Da die hohen contrahitender Theile für uöthig 
gehalten haben, den. Festungs-Gouverneur in Stand 
zu setzen, nach Erforderung der Ulustände die Besa-- 
tung ohnverzüglich zu verstärken, so soll in den der- 
Festung zunächst liegenden. Bezirken beider Monar- 
chien eine Landmiliz von Achttausend Mann gedilder 
werden, nämlich Sechstkäusend für Preufsen und zwei 
tausend für die Niederlande, damit ber Gouvernrur. 
in jedem Augenblick darüber verfügen könne, Diese 
Muiz foll. von beiden Seiten auß ftreitbaren, geüb- 
ten und wohlbewaffneten Leuten bestehen. « 
Die von den Niederlanbeir zu stellenben Zwei- 
tansend Mann, sollen der Disßofftiom drs Militaire 
Gouver#eurs der Festung“ Luxemburg unmittelbar. 
lü#berlassen werden, sobald der in Niederländischrn Dten- 
sten stehende, in dem Großherzogthum Luxremburg 
commandirende General von ihm deshalb reguirirt- 
worden. Gedachter General soll mit der eventuellen 
Ordre diese Maasregel. u bewerkstelligen jedergeit ver- 
sehen schn. —• 
Dreizgehnter, Arkikel. 4 
Man wird sich üuroerzäglich mit der gänzlichen 
und vollkommenen Wiederherstellung der Festungs- 
werke beschäftigen. Die Preußische und die Nieder- 
ländische Rezierungen verpflichten sich, selbige inner- 
halb der Frist zu beendigen, welche im Pariser Trac- 
tat vom zwanzigsten November Ein Tausend acht- 
bandert und fünfzehn, für die Besetzung eines Theils 
Frankreichs durch die allürte Armee angenommen 
worden ist. Nach dieser Wiederherstellung soll ein 
regelmäßiger Plan entworfen werden, um die Unter- 
haltung. der Festungswerke zu sichern. Die nach die- 
sem Plan beschlossenen und von beidrn Regicrungen 
grnehmigern, Arbeiten, sollen unter der Leitung des. 
ouvermeurs mit JZuziehung eines Commissairs Seiner- 
Majestät’ des Kbnigs der Niederlande, Großherzogs 
von Luxemburg ausgeführt werden —N—N 
**. Dit zus diesen Arbriten nöthigen Gelder sollem 
einei unter der Leitung des Gouvermurs gestellten ge- 
mischten Commission ausqchändiget werden. Dieselbe 
Commission soll gleichmäßig über die auf besagte 
Arbeiken verweiideken Summen guittiren, und diese 
Arbciten söllen bei jedem jährlichen Rechnungs-Ab- 
schluß, von einem Preußischen und von einem Nieder- 
ländischem Ofschier deoidirt, werdenl. (1 5 
nnn MViktzebntet Artikert 
Die zur Verpflegung und für- die Lazarethe er- 
forderliche Verpropiantirung des Platzes muß fürzehn- 
kausend, Mann und auf ein Jahr, gesichert wrrden. 
Aber ur duürch Theilung, und mit Rücksicht 
auf die Besetzungszeit eines Theils Frunkreichs zu er- 
leichtern,
        <pb n="344" />
        — 136 — 
t. 
annes Toccupation d’une partie de la France, 
on se bornera pour le moment à% as surer un 
uppiovisionnement pour sik mille hoirmes. On 
ajontera chadue annde celui Pour miile hom. 
mes en sus, de laçon qdu’au hout de dquatre ans 
Lapprovisionnement pour dix- mille hommes 
vera complet. « » · 
L’«appkovisionnementenobjetsclemumnon 
de tout genre sera proportionne à la grandeur 
de la place et au nombre de la garnison en 
tems de guerre. 
-Artiche quinzichne. 
Afin duc le service de la place ne puisse 
jamais etre interrompu Par le mänque des fonds 
necessaires, il sera c#é un fonds de dotation dui 
sera. flourni annuellement, et-sur lequel. i sera 
Etabli und comptabilié exacte, pour. du’á la fin 
de chadue annéc, il en soit rendu comipte aux 
deux Couvernemens. Ce sonds servira égale. 
ment au payement des salaires des Ernployés 
qui, tels due les Inspecteurs dles Magasins, des 
remparts et autres employcs, mappartiennent pas 
Proprement à la garnison, mais à la lorteresse 
meme, ainsi duirä couvrir les frais de bureau ct 
autres dépense#rde#e genre. 
Article seizieme. 
. La place de Luxemh#urg étant forteresse de 
la conldderation germaniqdue, ef les gouverne- 
mens dle Prusihel des Pats Bas ne pouvant en 
conséqucncc eire censés avoir Tohligation de 
Tenntielchir xclusivement à leurs frais pour la 
delense commune, la duestion de son emretien, 
sous les motlihèentions spéEciliécs dans les articles 
preccduk.### st expresscinent réserves aux discus- 
sions de la Dicete. „ 
Article diæseptième. 
Le service des douanes respectives ne pourra 
polmt etre troublé ou interrompu Par les Passa- 
es des troupes. Les ellcts d’equipement ct 
H#k#villemeits" ainzi due les autres oblets néces 
çaires 4 la garnison prussicnne de la dprteresse 
de Lursrembougr’ ou# appartenant aux troupes 
en marche seront libres de lout droit d’ens#ce 
et de sortic, mais u devra éire dument con- 
Slatc par les zutoriics compétentes du’ils sont 
destinés au dit usage, ou du’ils formen la pro- 
prict#e des dites tronbes. 
7 Article dirhuftieme Z * 
La pantie prussienne##de la garnison jouira 
de la franchisc duport#de lettres, sur les rou. 
tes de Treves et de Sarrebruck, Duant aua 1a- 
xes de barricres sur les routes du Grand-Du. 
cheé de Luxemhourg qdul sont barriéres de PEtat, 
et non propriéil communale ou particgulickic, 
les militaires prussiens appartenans 1 
la garnison 
leichtern, wird man sich vor der Hand darauf ein- 
schränken, cine Verproviankrung fuͤr sechstausend Mann 
zu sichern. In jedein Jahre wird diese Verprov##antwung 
für kausend Mann erhöhet, so daß nach Verlauf von 
vier Jahren selvige für zehntausend Mann vollstän- 
dig seyn wird. « ««· 
Die Versorgung mit Munitionsgegenständen je- 
der Art, soll der Größe des Mlatzes, nd der Stär- 
ke der Besatzung in Kriegszeiten angemessen seyhn. 
Fünfzehnter. Artikel. «, 
Damit der Festungsdienst durch den Mangel an 
den noͤthijen Fonds niemals unterbrochen werden 
könne, soll ein jährlich zu erlegender Dotationsfonds 
errichtet, darüber eine genaue Verrechnung gehalten, 
und am Ende eines jedes Jahrs beiden Regierungen Re- 
chenschaft, abgelegt werden. Dieser Fonds dienk zu- 
gleich zur Geheltszahlung derjenigen Beamten, wel- 
che, wie z. B. dic Magszin= und Wall-Inspectoren 
und andre, eigentlich nicht zur Besatzung, sondern 
zur Festung selbst gehoͤren; imgleichen zur Besirei- 
tung der Vurcaukesten“ und ähnlichen andern Aus- 
gaben. 
Sechözehnter Artikel. v 
Da der Matz Luremburg eine Deutsche Bundes- 
festung ist, und folglich den Preußischen und Nieder- 
lahdischen Regierungen nicht die Verbindlichkeit zuge- 
maathe. werden kann, sie zur allgemeinen Vertheidi- 
gling ausschließlich auf ihre Kosten zu unterbalten, 
so wird die Entscheidung der Frage, ihren Untcrdalt 
betreffend, unter den in den vorhergebenden Artikeln 
specificirten Modiftcationen den Verhandlungen des 
Bundeötages ausbräcklich vorbehalten. 
Siebenzehnter Artikelk. 
Der resp. Zolldienst darf nicht durch Truppen- 
durchzüge gestört: oder unterbrochen werden. Oie 
Equipirungs= und Montirungasiücke, so wie dic hbrir 
gen der Preußischen Besatzung der Festung Luxem- 
burg ubthigen oder den durchziehenden Truppen zu- 
gehörigen Gegenstände sollen, von aller Ein: und 
Ausfuhr-Abgabe frei seyn; es muß aber durch die 
çompekenten Behörden gehbrig beglaubigt werden, 
daß sic besagtem Gebrauch gewidenet sind oder daß 
lie das Eigenthum gedachter. Truppen ausmachen, 
. 1 
**: 1) ". 
. Achtzehnter UArtikel. 16 
Der Preußische Theil der Besatzung soll auf den 
Trierschen und Sarrcbräckschen Posironten die Por- 
tofreiheit genießen., Was die Sperrgelder auf den 
Goßherzoglich-Luremburgischen Herskraßen betrifft, 
4a sollen b5 den Barricren, welche dem Staat ges 
dren, und nicht Commimal= oder Prrat'igenthum 
tin, bie Milftairpersonen ven der Preußischen Be- 
fatung
        <pb n="345" />
        —. 
de la place jouifont des memes avantages due 
ceux des Pays- Bas, et seroftt 4 une distance 
de quatre lieues zutour de la place, tou jours 
censès étre en service, lorsqu’ils se présente- 
ront en unisorme. 1 
Areicke dirnercieme. · 
Leslxautesparticscontractantessetäsetvent 
de conclure incessamment ei äu plus tard dans 
le terme de trois mois, 4 compter du jour de la 
ralification du présent trailé, une convemtion s6. 
Parée relativement aux routes miliraires parleurs 
Etats respectils. En atiendant Elles consentent 
provisoirement due les troupes prussiennes al- 
lant A Luxembourg, ou venant de cette forte- 
resse, ainsi due celles qui appartiennent, ou 
dui sont destlinées au- corps d’armée stalionne 
en France, se servent de la route militaire exis- 
ltante actucllement de Grevemachern à Luxzem- 
bourg et de IA vers les fronticères de la France, 
et due les recrues suisses et allemandes desti- 
nées aux balaillons 4 la solde du Royaume des 
Pays- bas prennent la route de Coblence à Lié. 
ge et Mastricht. Tout ce qui a rapport aux prix 
et au payement des fourniturcs qui devront é6tre 
faites A ces tronpes regervra plus tard Tapplica- 
tion des dispositions et condilions de la conven- 
tion future qui aura d cet é6gard un eflet rétro- 
actil. 
Article oingiieme. 
Le traitée conclu avec Sa Nlajesté le Roi des 
Pays- Bas, Grand-Duc de Luxembourg à Vien- 
ne le trente- un Mai, Mil- huit-cent- quinze, 
ainsi due tous les articles de PTacte du congres 
de Vierne du neuf Juin, Mil-huit-Ccent- quin- 
ze qdui concernent les intéréets de Sa Majesté, 
ou dui ont 66 stipulés avec Elle, sont confir- 
més dans tous les points, et toutes les dispo- 
itions qui n’ont pas 6416 expressèmem changees 
Par la présente convention. 
Articke oingt- er unieme. 
La présense conwention sera ratifcée et les 
actes de ralification en seront éechangés dans le 
terme de deux mois, ou plutét si faire se peut. 
En foi de quoi les Plenipotentiaires respec- 
tiss TPont signuée et y ont apposé le cachet de 
leurs armes. 
Fait d Francfort-sur-le-MNein, ce huit No- 
vembre, Pan de griüce Mil-huit- cent - seize. 
(L. S.) Le Baron de Humbol dt. 
(L. S.) Le Baron de Gagern. 
137 
satzung dieselben Vorkheile genießen als die Nieder- 
ländischen, und in einer Enefernung von vier Meilen 
um den Platz, wann sie sch in Uniform zeigen, im- 
mer so angesehen werden, als wären sie im Dienfst 
Neunzehnter Artikel. 
Die hohen contrahirenden Theile behalten sich 
vor, unverzüglich und spätestens in dreimonatlicher 
Frist, vem Tage der Ratisication gegenwärtigen 
Kractats an gerechnet, über die Militairstraßen in 
ihren resp. Staaten eine Separat-Convention abzu- 
schließen. Unterdessen bewilligen sie provisorisch, daß 
die nach Luxemburg gehenden oder von dieser Festung 
kommenden Preußisten Truppen, imgleichen diejeni- 
gen Truppen, welche zu dem in Frankreich Katio- 
nirten Armee-Corps gehdren, oder zu demselben be- 
stimmt sind, der von Grevemachern aus nach Lu- 
remburg und von dert nach den Franzdssischen Gren- 
zen gegenwärtig bestehenden Militairstraße sich bedienen, 
und daß die für die Bataillone im Solde des Kbnigreichs 
der Niederlande besiimmten Schweizerischen und Deut- 
schen Recruten die Straße von ECoblenz nach Lüttich 
und Mastricht einschlagen. Alles dasjenige, was 
auf die Preise und auf die Bezahlung der diesen 
Truppen zu leistenden Lieferungen Bezug hat, soll 
die Anwendung der Bestimmungen und Bedingungen 
der künftigen Convention erhalten, und selbige eine 
zurückwirkende Kraft in dieser Hinsscht haben. 
TJanzigster- Artikel. 
Der mit Seiner Majestät dem Könige der Nie- 
derlande, Großberzog von Luxemburg, zu Wien am 
ein und dreißigsten Mai Ein Tausend achthundert 
und fünfzehn abgeschlossene Tractat, imgleichen alle 
das Interesse Seiner Majestiät betreffende oder mit 
Ihnen stipulirte Artikel der Wiener Congreß-Acte 
vom neunten Juni Ein Tausend achthundert und fünf- 
zehn, werden in allen den Punkten und in allen den 
Bestimmungen, welche durch gegenwärtige Convention 
nicht ausdrücklich abgeändert worden sind, bestätiget. 
Einundzwanzigster Artikel. 
Gegenwärtige Convention soll ratiffzirt, und die 
Ratifications-Urkunden innerhalb zweier Monaten, oder 
früher, wenn es geschehen kann, ausgewechselt werden. 
Zu dessen Urkund haben die resp. Bevollmächtig= 
ze„ Libige unkerzeichnet und mit ihrem Wappensicgel 
versehen. 
Geschehen zu Frankfurk am Main, den achten No- 
vember, im Jahre Christi Ein Tausend achthundert 
sechszehn. 
(L. S.) Baron von Humboldt. 
(TL. S.) Baron von Gagern. 
  
(No. al.)
        <pb n="346" />
        (No. uu.) Convention zwischen des Koͤnigs von Preußen Majestat und Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog 
von Hessen; geschlossen zu Münster den i½2ten März 1817. 
D. bei der den unterzeichneten Königlich-Preußischen und Großherzoglich-Hessischen Bevollmächtigten uber- 
tragenen endlichen Vollziehung des Staats-Vertrags vom Josten Junius 1816., wodurch Se. Kdnigliche K#- 
heit, der Großherzog von Hessen, das Herzogthum Westphalen und die Oberhoheit und Lehnherrlichkeit über 
die Grafschaften Wittgenstem-Wittgenstein und Wittgenstein -Berleburg an die Krone Preußen abgetreten 
haben, mancherlei Anstände vorgekommen waren, welche durch die bisherigen schriftlichen Unterhandlungen 
nicht beseitigt werden konnten, und da insbesondere auch die genaue Ausmittelung und Einziehung der in 
jenem Staats-Vertrage Großherzoglich-Hessischer Seits vorbehaltenen Kammeral-Rückstände immer noch eine 
besondere Geßherzegliche Administration im Herzogthum Westphalen auf geraume Zeit nbthig machen, hier- 
durch aber die zwischen dieser Administration und den Kdniglich-Preußischen Behbrden wegen des beidersei- 
tigen Gebrauchs der einschlägigen Akten und Rechnungen bisher schon öfters entstandenen Kollisionen ver- 
mehrt, und die definitive Erledigung des Staatsvertrags noch mehr aufshalten werden würde; da endlich 
auch die vertragsmäßige Beikreibung jener Rückstände den Ruin vieler Debenten — jetzt Kdniglich-Prcußi- 
cher Unterthanen — zur Folge haben würde; so haben die unterzeichneten Bevollmächtigten eine, die Be- 
itigung aller dieser Anstände und Schwierigkeiten, und die endliche Erledigung aller bisher verhandelten 
Ausgleichungspunkte schnell herbeiführende Uebereinkunft, dem Interesse beider Staaten für zuträglich er- 
achtet. In dieser Erwägung haben die unterzeichneten beiderseitigen Bevollmächtigten in heute dahier gehal- 
tenen mündlichen Konferenzen folgende Konvention, jedoch mit Vorbehalt der Genehmigung ihrer hohen 
Gouvernements, abgeschlossen. 
Erster Artikel. 
Sämmtliche noch vorhandene vom usten Julius 1816. in dem Herzogthum Westphalen bestandene 
Kammeral-Rückstände, werden mit allen Rechten, welche man Großherzoglich-Hessischer Seits darauf hatte, an 
Preußen abgetreten. 
Zweiter Artikel. 
Für diese Rückstände entrichtet Preußen zur Großherzoglich-Hessischen Staats-Kasse die Summe von 
132,835 Fl. 45 Kr., geschrieben: Ein Hundert und zwei und dreißig Tausend achthundert und fünf und 
dreißig Gulden 45 Kreuzer in 24 Fl. Fuß. 
Dritter Artikel. 
Preußen übernimmt alle der Großherzoglich-Hessischen Verwaltung im Herzogthum Westphalen am 
14ten Julius 1816. ebgelegene Jahlungsschuldigkeiten, überhaupt alle gerichtliche und außergerichtliche An- 
sprüche, welche entweder aus den Zeiten der ehemaligen Kurcdllnischen oder aus den Zciten der nachherigen 
Großherzoglich-Hessischen Regierung an Hessen gemacht worden sind, oder etwa noch gemacht werden, wo- 
*— * en alle am 1sten Julius 1876. vorhanden gewesene Kassen= und Naturalienvorräthe an Preu- 
en abtritt. · 
Vierter Artilel. 
Da hiernach Preußen auch fuͤr die Siusenforderung eintritt, welche von den Darleihern der von dem 
letztverstorbenen Herrn Kurfürsten von Collu in Münster ausgenommenen sogenannten Krbnungskapita- 
lien au Hessen früherhin gemacht worden ist, wozu jedoch das Beitragsverhältniß noch nicht ausgemtttelt 
war, so werden dagegen Großherzoglich-Hessischer Seits auch diejenigen Ansprüche an Preußen cedirt, wel- 
che wegen der Kurcollnischen Schulden, vermoge ceines am I##ten Mai 1810. zwischen Frankreich und dem 
Großherzogthum Hessen abgeschlossenen Vertrags, an Frankreich gemacht werden konnen, und auf gleiche 
Weise gehen auch diejenigen Ansprüche an Preußen über, welche Großherzoglich-Hessischer Seits sowohl we- 
gen der gedachten Krdnungskapitalicn, als auch wegen anderer Forderungen an Se. Koönigliche Hoheit, 
den Erzherzog Marumilian von Oesterreich-Este, als Testamentserben des letzt verstorbenen Herrn Kur- 
fürsten von Colln gemacht werden. 
« Fünfter Artikel. 
Bei der Verwenduns derjienigen Kammeralrückstände, welche seit dem usten Julius 1816. bereits einge- 
Hangen sind, behält es sein Bewenden, und es werden desfalls weder von der cinen, noch von der andern 
Seite Ansprüche gemacht. 
Sechster Artikel. 
Das für die ehemalige Kammerkasse des Herzogthums Westphalen am isten Mai 1815. bei dem 
Freiherrn von Fürstenberg zu Herdringen aufgenommene Kapital von 30,000 Gulden wird von Preußen 
über-
        <pb n="347" />
        libernommen; Hessen laͤßt sich aber bagegen an der im zweiten Artikel stipulirten Summe 15,000 Gulben 
in Abzug bringen. Preußen befoͤrdert gleich nach erfolgter Ratifikation dieser Uebereinkunft die Zurückgabe 
der über jenes Kapital ausgestellten Obligation. 
Siebenter Artikel. 
Die aus der Bonner Universitätskasse und aus der Westphälischen Dispensationskafse der ehemaligen Mns- 
berger Hofkammerkasse vorgeschosfenen Kapikalien, jedes von 1500 Gulden, werden von Hessen übernommen, 
und von der im zweiten Artikel dieser Konvention bestimmten Vergleichssumme ebenfalls abgerechnet. 
Achter Artikel. 
Die in die vorbemeldeke Kammerkasse gestasfenen, noch nicht zurückgezahlten Depositen, nebst denen dabvo#n 
bis zum usten Julius 1816. erfallenen Zinsen, läßt sich Hessen im Betrage von 18,721 Gulden ebenfalls von der 
bemerkten Vergleichssumme in Abzug bringen. · 
Neunter Artikel. 
Dagegen werden die in Großherzeglichen Kassen aus dem Herzogthum Westphalen und aus den Wittgen- 
steinschen Grafschaften entrichteten Sukkumbenzgelder, insofern sie nicht schon verfallen, oder an die Interessen= 
ten zurückgezahlt sind, und vermöge der erfolgenden richterlichen Erkenntnisse noch zurückgefordert werden kn- 
nen, Preußischer Seits zur Zahlung übernommen. 
"6 Zehnter Artikel. 
Unter denen im ersten Artikel an Prcußen abgetretenen Kammeralrückständen sind nicht begriffen: 
a) die Ober-Kriegs-Kanzleisporteln, welche die Großherzogl. Hessische Kriegskasse in Darmstadt aus dem 
Herzogthum Westphalen noch zu fordern hat, so wie der Ersatz, der aus den Hessischen Fruchtvorrä- 
then für das Preußische Militair seit dem 15ten Julius v. J. bezogenen Brotfrüchte; « 
b) die bereits angewiesenen Beiträge des Herzogthums Westphalen zur Zuchthauskaffe zu Marienschloß, 
und dirshuch den Kransport der von dort Krnpelsere Achasnse entstandenen Kosten; 
IO)der rückstandige Beitrag aus den Wittgensteinschen Grafschaften zu dem Fuhr= und Macherlohn 
Gießer-DOikasterial= Vestldun, öhelzes; und duh cherlohn des 
i0 die in dem Herzogthum Westphalen nach der Uebergabe des Landes noch eingegangenen Naturalbe- 
D gelhungs-Gesder t b Kdriglichen K 
ie Betraͤge dieser Posten werden aus denjenigen Koͤniglichen Kassen, in welche sie erhoben werden 
die Großherzogl. Hessischen Bevollmaͤchtigten baar ausbezahlt.) * elche sie erh an 
Eilfter Artikel. 
Ferner werden von den abgetretenen Kammeralrückständen noch ausdrücklich ausgenommen: 
1) die im Herhogthum Westphalen und im Wittgensteinschen noch vorhandenen Fesssschen Stempelpepier= 
dückstände; « 
2) die Kaufschillinge fuͤr verkaufte Trainpferde, und die privatrechtlichen Forderungen der Kriegskasse 
an ehemalige Militairlieferanten und andre Individuen; 
3) die im Herzegthum und in dem Wittgensteinischen noch vorhandenen Rückstände der Großherzoglichen 
Invaliden-Anstalt , für Zeitungen, Kalender und Inserat-Gebühren. 
Die Beitreibung dieser Forderungen bleibt den Hessischen Behdrden nach wie vor unbenommen. 
Zwölfter Artikel. 
Auf die Fonds der ehemaligen Universität zu Bonn, der dortigen Armenanstalten und der aufgehobenen 
eistlichen Korporationen des linten Rheinufers, wird Großherzogl. orssischer Seies verzichtet, dagegen aber zur 
Decun des dem gedachten Fonds der Bonner Universität auferlegten jährlichen Beitrags von 700 Gulden für 
die Universität Gießen, ein dreiprocentiges Kapital im Betrage von 23,3333 Gulden innerhalb 6 Monaten zum 
Fonds der Universität Gießen von Pranzscher Seite baar entrichtet. Auch wird dasjenige, was von dem bemerk- 
ten jährlichen Beitrage von 700 Fl. noch rückständig ist, oder bis zur Abzahlung des vorbemerkten Kapitals 
noch erfällk, ebenfalls an die Universitätskasse zu Gießen abgeführt. « 
. Dreizehnter Artikel. 
Die auf die Fonds der aufgehobenen überrheinischen Korporationen gelegte jährliche Pension von 200 Gul- 
den für das Kind des ehemals bei dem Straßenbau im Herzosthum Westphalen angestellt gewesenen Ingenieurs 
Größmann, wird bis zur Volljährigkeit dieses Kindes aus den bemeldeten Fonds so wie bieher jährlich fort ent- 
richtet, auch der bereits erwachsene Rückstand dieser Pension baldigst abgeführt. Eben so wird auch für die Ver- 
kostigung des Ingenieurs Größmann, so lange derselbe in Hofheim bleibt, der ausgesetzte jährliche Betrag von 
ao0 Fl. nebst dem allenfallsigen Rückstand aus ebengedachten Fonds entrichtet. 
Vierzehnter Artikel. . 
Von Großherzogl. Hessischer Seite werden die in den Wittgensteinschen Grafschaften noch vorhandenen, 
2 am
        <pb n="348" />
        — 140 — 
am isten Julius 1816. schon bestandenen Ruͤckstaͤnde der ordinairen Steuern und der in die Großherzogl. Staats- 
kasse geflossenen extraordinairen Kriegssteuer an Preußen abgetreten, wogegen Preußen alle etwa noch bestehende 
Verbindlichkeiten der Großherzegl. Hessischen Verwaltung in den beiden Grafschaften übernimmt, und für alle 
Ansprüche eintritt, welche an Hessen aus der ehemaligen oberhoheitlichen Administration dieser Grafschaften, 
entweder schon gemacht worden sind, oder etwa noch erhoben werden. 
· Fünfzehnter Artitel. 
Ausgenommen von dieser Abtretung sind die Ruͤckstaͤnde derjenigen Steuern, welche fuͤr die Landes-Kriegs- 
kosten-Kasse in Gießen ausgeschrieben worden sind, so wie auch alle und jede Steuerrückstände der beiden Herren 
Fürsten von Wittgenstein, wogegen denn aber auch Preußen, die Tilgung der Ansprüche dieser Herren Fürsten, von 
Hessen nicht zu übernehmen hat. 1 
Sechszehnter Artikel. 
Wegen des von den Wittgensteinischen Grafschaften zu nehmenden Antheils an den Schulden, welche auf 
die obenerwähnte Land-Kriegskosten -Kasse in Gießen während des Jeitraums, wo die beiden Grafschaften unter 
Großherzogl. Hessischer Oberhoheit gestanden haben, kontrahirt worden sind, wird eine besondre billige Ueberein- 
kunft getroffen werden, so bald man sich Preußischer Seits von dem Bestande und den Verhältnissen jener Schul- 
den, durch einen baldigst nach Gießen abzuschickenden Bevollmächtigten, näher unterrichtet haben wird. 
Siebenzehnter Artikel. 
Die aktive und passtve Theilnahme der Wittgensteinischen Unterthanen an der Hessischen Brandversiche- 
rungs-Anstalt wird Großherzogl. Hessischer Seits bis zu Ende des Jahrs 1816. nachgegeben, dergestalt, daß die 
zwar nach dem usten Julius, aber noch vor Ende Decembers 13416. in den Wittgensteinischen Grafschaften 
entstandenen Brandschäden noch aus der gedachten Anstalt verordnungsmäßig, jedoch mit Aufrechnung dessen, 
was die Wittgensteinischen Unterthanen zu der Hessischen Brandkasse noch verschulden, vergütet werden, wogegen 
diese Unterthanen aber auch, wie es sich von selbst versteht, zu den im Hessischen Gebiete während des Zeit- 
noume om Isten Julius bis Ende Decembers 1816. noch entstandenen Brandschäden verordnungsmäßig beitra- 
gen müssen. 
» Achtzehnter Artikel. 
Der baare Vorrath, welcher sich am isten Julius 1816. in der zu Arnsberg bestandenen Filialkasse der 
Großherzogl. Hessischen Civildiener-Wittwenanstalt befunden hat, nebst den ausstehenden Antrittsgeldern und 
Beitraͤgen, ferner die Kapitalien, welche dieses Institut in dem Herzogthum Westphalen angelegt hat, und wel- 
che zusammen 30,441 Gulden 12 r. einschließlich des Poncetischen Kapitals betragen, und die aus dem Herzog- 
thum zur Hauptkasse in Darmstadt eingezogenen Fonds, im Betrage von 17,000 Gulden, werden an Preußen der- 
gestalt abqgetreten, daß die Obligationen über die im Herzogthum angelegten Kapitalien nach erfolgter Ra#ifika- 
tion dieser Uebereinkunft, an Preußen ausgeliefert, die nach Oarmnadt eingezogenen 11,000 Fl. aber von der 
im zweiten Artikel dieser Konvention für Hessen stipulirten Summe abgercchnet werden. 
Neunzehnter Artikel. . 
DogmenübernimthrelsßenvomtstenJuliuscss·6.an,diePensionenfürdiebereitsvorbandenenWitt- 
wen und Waisen der schon verstorbenen, im Herzogthum Westphalen angestellt und an der Hessischen Civildie- 
ner· Wittwenanstalt betheiligt gewesenen Hiener nach den Bestimmungen der Verordnung, worauf sich jene Anstalt 
gruͤndet. Desgleichen uͤbernimmt Preußen alle Verbindlichteiten, welche der gedachten Wittwenanstalt gegen die 
noch lebenden Wesitpholischen Diener bisher oblagen, und tritt fuͤr alle Anspruͤche dieser Diener dergestalt ein, daß 
die Hessische Cwildiener-Wittwenkasse aller Praͤstationen fuͤr die Westphaͤlischen Betheiligten gaͤnzlich entledigt wird. 
Zwanzigster Artikel. 
Die zu der Großherzogl. Hessischen Forstdiener-Wittwenanstalt von Forstdienern des Herzogthums Westpha- 
ben entrichteten Antrittsgelder werden an Preußen abgegeben, und wenn die Antrittsgelder nicht baar bezahlt, 
sondern blos versichert worden sind, die Versicherungs-Urkunden an Preußen ausgeliefert, und hierdurch jene An- 
stalt aller Verbindlichkeiten gegen die Forsidiener und die Wittwen und Waisen verstorbener Forftdiener entle- 
digt. Diese Verbendlichkeiten und namentlich die Pensionen der bereits vorhandenen Wittwen und Waisen 
verstorbener Westphälischen Forstdiencr, welche Pensionen dermalen zusammen jährlich 520 Gulden ausma- 
chen, werden von Preußen auf die Staatskasse abernommen. 
v #:2½. Z„ Eeinundizwangisster Artikel. Z 
Die von Civildienern in den Witegensteinischen Grafschaften zu der Hessischen Civildiener-Wiktwenanskalt 
berablten *. F. 20 Ær. betragenden Antrittsgelder werden ebenfalls an Preußen abgegeben, und dagegen alle 
Anspruͤche dieser Diener an das Hessische Wittweninstitut von Preußen gleichfalls uͤbernommen. 
Zwei-
        <pb n="349" />
        — 141 — 
J Zweiundzwanzigster Artikel. - » « 
Auf glecche Weise, und unter gleicher von Preußen zu übernehmender Verbindlichkeit, werden die Antritts- 
gelder , welche Offiziere, die aus Hestischen in Prcußische Dienste getreten sind, zur Hessischen Ofgziers-Wittwen- 
asse bezahlt haben, und welche zusammen goo Gulden ansmachen, an Preußen abgegeben. Die Pensionen aber, 
womit die Hessische Offiziers-Wittwenkassch für die im Herzogthum Westphalen bereits vorhandenen 4 Offiziers- 
Wittwen schon belastet war, und welche zusammen jährlich 1125 Gulden betragen, werden aus derselben Kasse 
lererben statutenmäßig entrichtet. Was zur Berichtigung dieser Wittwenpensionen aus Preußischen Kassen bis- 
er bezahlt worden ist, wird von Hessischer Seite ersetzt. - « 
« Dreiundzwanzigster Artikel. . · 
Die Wittwen verstorbener Unteroffiziere und gemeiner Soldaten aus dem Herzogthum Westphalen und 
aus den Wittgensteinischen Grafschaften haben an den Hessischen Milicairwittwenkassen keinen Anspruch, 
ç Bierundzwanzigster Artikel. 
Nach vorstehender Uebereinkunft hat Preußen an Hessen zu entrichten: 
zufolge des aten Artikcls . ......—.132,8351.45Xk. 
zufolge des 12ten Artikels 0 0 O O ·% 22 23,333 l. 20 Xr. 
also zusammen 156,109 Fl. 5 Kr. 
Von dieser Summe werden abgerechnet, und von Hessen an Preußen vergütet: 
nach Art:2e · ...15,oooFl. 
  
0 - 
* 7 o O * " 6 - 2 0 3,000 — 
* — 8 0 0 l 0 0 4 " " 18,721 — 
- — 18 0 o 2 6% 6 4 4 4 " 11,000 — 
2 — 21 o ·" 0 0 2 2 0 502 — 30 Xr. 
* — 22 rlv " "“ 0 0 s 4 · O O. 900 — 
  
mithin zusammen 49,123 Fl. 30 Kr. 
Nach Abzug dieses Betrags hat Preußen an Hessen noch zu entrichten . 1090045 Fl. 35 Kr. 
Diese Einhundert Sieben Tausend Vierzig Fünf Gulden Dreißig Fünf Krenzer in 24 Guldenfuß werden 
in der Art abgeführt, daß innerhalb sechs Monaten nach erfolgter Ratifikation dieser Konvention an die Uni- 
versitatskasse in Gießen 23,333 Fl. 20 Fr. und innerhalb drei Monaten an die Großherzogliche Generalkasse in 
Darmstadt 40,000 Fl. und innerhalb sechs Monaten nach der Ratifikation der Rest mit 43,712 Fl. 15 Kr. an die 
gedachte Generalkasse baar entrichtet werden. Diese Zahlungen geschehen in Frankfurt, und von Preußischer Seite 
werden gleich bei der Ratifikation die desfallsigen Anweisungen auf ein dortiges Handelshaus ausgestellt werden. 
. Fünfundzwanzigster Artikel. v 
, Auf diese von Preußen an Hessen zu entrichtenden Summen soll durchaus kein Anspruch weder im gericht- 
lichen noch im außergerichtlichen Wege zugelassen, und die Zahlungen sollen aus keiner Rücksicht verweigert, oder 
überdie fesigesetzten Termine hinaus verschoben werden. 
Sechsundzwanzigster Artikel. . . 
Die unterzeichneten beiderseitigen Bevollmaͤchtigten werden diese Konvention schleunigst an ihre Gouverne- 
ments befoͤrdern, und die Ratifikationen sollen, so bald sie erfolgt sind, in Arnsberg ausgewechselt werden. 
Lur Beurkundung wird diese Konvemtion zweimal ausgefertigt und von den echerseilgen Bevollmächtigten 
eigenh#ndig unterzeichnet. So geschehen zu Münster am 12ten März 1817. 
Luodwig v. Vincke. Wilhelm v. Kopp. Georg Pyilipp Friedrich Haberkorn. 
  
o. 22.) Nachtrag zu der zwischen des Könlas von Preußen Masestit und des Großhe von Hessen Köni li e Hs- 
EEEIEEEàXX Großderzogs von deff gliches 
In dem am raten März dieses Jahrs zu Muͤnster zwischen den Koͤnigl. Preuß. und Großherzogl. Hessischen, 
zur Uebernahme und Uebergabe der Großherzogl. Hessischen Länderabtretungen bevollmächtigten Kommissa- 
rien abgeschtdssenen Vergleich, ist vereinbart worden: » 
Artikel Vierzehn. 
„Von Großherzoal. Hessischer Seite werden die in den Wittgenst einischen Grafschaften noch vorhan- 
„denen, am esten Juli 7816. schon bestandenen Rückstände der ordinairen Steu ern und der in die Großherzogl. 
% Stae skasse gesofsenen ertraordinairen Kriegssteuer an Preußen abgetreten, wogegen Preußen alle etwa 
„noch Lesiehende Verbindlichkeiten der Großherzogl, Hessischen Perwaltung in den beiden Grafschaften übernimmt= 
un
        <pb n="350" />
        „„und fuir alle Ansprliche eintritt, welche an Hessen aus der ehemaligen oberhoheitlichen Administration dieser Graf- 
„schaften entweder schon gemacht worden sind, oder etwa noch erhoben werden. 
Artikel Fünfzehn. 
„Ausgenommen von dieser Abtretung sind die Rückstande derjenigen Steuern, welche für die Landes- 
„kriegskosten-Kasse in Gießen ausgeschrieben worden sind, so wie auch alle und jede Steuer-Räückstände der 
„„beiden Herrn Fürsten von Wittgenstein, wogegen den. aber auch Preußen die Tilgung der Ansprüche dieser 
„ Herrn Fürsten an Hessen nicht zu übernehmen hat. " 
Artikel Sechszehn. 
„Wegen des von den Wittgensteinschen Grafschaften zu nehmenden Antheils an den Schulden, welche auf 
iidie oben erwähnte Landeskriegskostenkasse in Gießen wöhrend des Zeitraums, wo die beiden Grafschaften unter 
„Großherzogl. Haisücher Oberhoheit gestanden haben, kontrahirt worden sind, wird eine besondere „billige Ueber- 
einkunft getroffen werden, so bald man sich Preußischer Seits von dem Bestande und den Verhälenißen jener 
v/Schulden, ducch einen baldigst nach Gießen abzuschickenden Bevollmächtigten näher unterrichtet haben wird.“ 
Er sind daher beiderseitige Kommissarien in Gießen zusammen Ketreten 
Koniglich-Preußischer Seits der Regierungsrath Westphal, Mitglied der Kdnigl. Regierung zu Arnsberg, 
Großherzoglich-Hessischer Seits der Hoffammerdire tor von Gopb, 
und haben, nachdem sie sich gegenseits über ihre Lolwachten ausgewiesen haben, folgende Vereinbarung getroffen. 
rster Artikel. 
Großherzogl. Hessischer Seits wird gegen Entrichtung der im Artikel 2 bemerkten Summe, allen und jeden 
Ansprüchen entsagt, welche auf Theilnahme der Aemter Caasphe und Berleburg an den zur Tilgung der Kriegs- 
kosten kontrahirten Schulden, an rückständigen Geld= und Naturalleistungen, und an der Provinzial-Parifikation 
für den Zeitraum in dem sie unter Großherzogl, Bessschen Fte poheit gestanden haben gebildet werden könnten. 
weiter Artikel. 
« Dagegen wird Koͤnigl. Preußischer Seits versprochen, eine Aversional-Summe von Zwanzigtausend fuͤnfhun- 
dert Gulden im Fl. 24 Fuß und zwar in konventionsmäßiger Münze, oder in verfallenen vom Landeskriegs-Kom- 
missariate creirten Obligationen, Kassenscheinen, und Zinskoupons in Sechsundzwanzig 3 jährigen Raten von Sie- 
benhundertachtundachtzig Gulden Siebenundzwanzig und Neun dreizehn Theil Kreuzer, wovon die erste am Ersten 
Jenner Eintausend achthundert und achtzehn und die letzte am Ersten Juli Eintausend achthundert und dreißig 
füllig ist, zur Landeskriegs-Kommissariatskasse der Provinz Oberhessen einzuzahlen. Außerdem wird Kbnigl. Preußi- 
scher Seits allen und jeden Ansprüchen entsagt, welche von den Grafschaften Wittgenstein an das Großherzogthum 
Hessen, wegen noch unberichtigter Kriegsprästationen derselben, insbesondere wegen gelieferter Fourage, geleisteter 
FSuhren, oder getracener Eingnartierung, sodann wegen der von fremden Gouvernements entweder bezahlten oder 
noch zu bezahlenden Vergütungen für Kriegsleistungen während des Jeitraums, in dem die ersagten Grafschaften 
unter Großherzogl. Hessischer Oberhoheit gestanden haben, gemacht werden kdunten. · 
Dritter Artikel. 
Da die Forderung der Aemter Caasphe und Berleburg an das Amt Biedenkopf wegen geleisteter Hülfsfuh= 
ren als eine Pevatforderung gedachter Aemter unter sich angesehen werden muß, so ist sie unter dem gegenwärti- 
jen Abkommen nicht begriffen; indessen wird Großherzogl. Hessischer Seits versprochen dafür zu sorgen, daß die 
etheiligten bald befriedigt werden. 
Vierter Artikel. 
Wenn die Kdnigl. Preusischen Behdrden, wegen der von den Wittgensteinschen Grafschaften getragenen 
Fiegslasten fernere Auskunft verlangen sollten, so soll sie ihnen von den einschlägigen Großherzogl. Hessischen 
Behbrden nicht nur ertheilt, sondern auch die hühresenden Verhandlungen zur Einsicht vorgelegt werden. 
ünfter Artikel. 
Die Allerhöchste Ratifikation dieses Vergleichs wird beiderseits vorbehalten. 
So geschehen Gießen, am öten Juli 1817. 
(L. S.) Westphal. L. S.) v. Kopp. 
bes hoswnin vor ene wird die Folge-Reibe der für die Gesetz-Sammlung besiimmten neuern Traktaten ansers be- 
u e . 
Da indessen die für den Preußischen Staat bichst aschtige Deutsche Bundesakte bisher noch nicht über- 
all authentisch bekannt gemacht worden, so wird ein treuer Abdruck dieser Urkunde, nicht allein in der Ursprache, 
sondern anch in der zu Paris im Jahre 1815, veranstglieten offiziellen Franzöfischen Uebersetzuns orbangem 5 
o. 23.
        <pb n="351" />
        143 
  
(No. 23.) 
Deutsche Bundesakte 
vom 8ten Juni 1815. 
  
Im Namen der allerheiligsten 
und untheilbaren Dreieinigkeit. 
D. souverainen Fürsten und freien Städte Deutsch- 
lands, den gemeinsamen Wunsch hegend, den Sten Ar- 
tikel des Pariser Friedens vom Zosten Mai 1814. in Er- 
füllung zu setzen, und von den Vortheilen überzeugt, 
welche aus ihrer festen und dauerhaften Verbindung 
für die Sicherheit und Unabhängigkeit Deutschlands, 
und die Ruhe und das Gleichgewicht Europens hervor- 
geben würden, sind übereingekommen, sich zu einem 
eständigen Bunde zu vereinigen, und haben zu diesem 
Behufe ihre Gesandten und Abgeordneten am Kongresse 
in Wien mit Vollmachten versehen; nämlich: 
Au nom de la trs. tainte 
et indivisible Trinite. 
L. Princes souverains et les villes lbres de:z 
TAllemagne, animés du desir commun de met- 
tre à exécution Tarticle 6 du traité de Paris, du. 
30 mai 1814, et convaincus des avantages dui ré- 
sulteront de leur union solide et durable, pour- 
la süreté&amp; et Tindépendance de DAllemagne, et- 
Four Péquilibre de PEurope, sont convenus de- 
former une confédération perpeétuelle, et ont- 
pour cet effet muni de leurs pleins - pouvoirs 
leurs envoyes et députes au congres de Viennezg. 
savoir, 
S. K. K. A. M., den Herrn Clemens Wenzeslaus Försten von Metternich-Winneburg-Och##- 
senhausen, Ritter des goldnen Pliesses, Großkreuz des Konigl. Ungarischen St. Stephans-Ordens, Ritter des 
Ordens des heiligen Andreas, des heiligen Alexander-Newsky, und der heiligen Anne erster Klasse, Großkreuz der 
Ehren-Legion, Ritter des Ordens vom Elephanten, des Ordens der Annonciation, des schwarzen Adlers und des 
rothen Adlers, des Seraphinen-Ordens, des heiligen Josephs von Toscana, des heiligen Hubertus, des goldnen 
Adlers von Würtemberg, der Treue von Baden, des heiligen Johannes von Jerusalem, u. a. m.; Kanzler des nri- 
Litairischen Marien-Theresien-Ordens; Curator der K. K. Academie der vereinigten bildenden Künste; Kämmerer 
wirklichen geheimen Rath S. M. des Kaisers von Oesterreich, Konigs von Ungarn und Böhmen, Allerhdchsidel 
sen Staats= und Cenferenz-Minister, auch Minister der auswärtigen Angelegenhciten, und ersten Plenipotentin- 
rius am Kongreß; und « 
Den Herrn Johann Philipp Baron von Wessenb et „Großkrenz des Koͤnigl. Sardinischen Ordens 
des heiligen Mauritius und heiligen Lazarus, wie auch des Koͤnigl. Ordens der Bayrischen Krone, Kammerherrn 
und wirklichen geheimen Rath S. K. K. A. M., Hoͤchstdesselben zweiten Plenipotentiarius am Kongreß. 
S. K. M. von Preußen, den Herrn Fuͤrsten von Hardenberg, Ihren Staatskanzler, Ritter des schwar- 
zen und rothen Adler-Ordens, des Preuß. St. Johanniter-Ordens, und des Preuß. eisernen Kreutzes, Ritter des 
Russischen St. Andreas-, St. Alerander-Newsky-Ordens und St. Annen-Ordens erster Klasse, Großkreuz des 
Ungarischen St. Stephau-Ordens, Großkreuz der Ehrenlegion, Großkreuz des Spanischen St. Carls-Ordens, 
Ritter des Sardmischen Annunciaden-, des Schwedischen Seraphinen-, des Oänischen Elephanten-, des Bayrischen 
St. Huberts-, des Würtembergischen goldnen Tcler= und mehrerer anderer Orden; und 
Den Herrn Carl Wilhelm Freiberrn von Humboldk, Ihro Staats-Minmister, Kammerherrn, außer- 
ordentlichen Gesandken und bevollmächtigten Munsicer bei J. K. K. A. M., Ritter des rothen Adler · Orden 
reuß-
        <pb n="352" />
        Preußischen eisernen Kreuzes erster Klasse, Großkreuz des Kaiserl. Oesterreichischen Leopolds-, des Russischen St. 
Annen-Ordens, und des Ordens des Verdienstes der Bayrischen Krone. 
S. K. M. von Dänemark, den Herrn Christian Günther Grafen von Bernstors, Ihren geheimen 
Conferenz-Rath, anßecrordentlichen Abgesandten und bevollmächtigten Minister am Hofe S. K. K. A. M. und 
Bevollmächtigten am Kongresse, Ritter des Elephanten-Ordens, Großkreuz des Oannebrog-Ordens und des Ke- 
nigl. Ungarischen St. Stephans-Ordens, und — 
Den Herrn Joachim Friederich Grafen von Bernstorf, Ihren gcheimen Konferenz-Rath, Bevoll- 
mächtigten am Kongreß, Großkreuz des Dannebrog-Ordens. 
S. K. M. von Baypern, den Herrn Aloys Franz Kavier Grafen von Rechberg und Rothenlöwen, 
Kämmerer und wirklichen geheimen Rath, außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister am K. K. 
Hofe, Großkreuz des St. Huberts-Ordens, Kapitular-Comthur des St. Georgs-, und Großkreuz des Bayrischen 
Civll-Verdienst-Ordens. 
S. M. der Königvon Sachsen, den Herrn Hans August 1 Schtegett von Globig, Ichro geheimen 
Rath, Kammerherrn, Hof= und Justitien-Rath, und geheimen Referendar. 
S. M. der Königder Niederlande, den Herrn Franz Christoph Freiherrn von Gagern, Plenipotentia- 
rius S. M. des Kdnigs der Niederlande, und Ihrer Durchlauchten des Herzogs und des Fürsten von Nassau, 
Großkreuz des Hessischen Ordens vom goldenen Lowen, und des Badischen Ordens der Treue. 
S. M. der König von Groß-Britannien und Hannover, den Herrn Ernst Friedrich Herbert Grafen 
von Münster, Erblandmarschall des Kdnigreichs Hannover, Großkreuz des Königl. Ungarischen St. Stephans- 
Ordens, S. K. M. von Groß-Britannien und Hannover Staats= und Kabinets-Minister, ersten Bevollmächtigten 
am Kongresse zu Wien; und 
Den Herrn Ernst Christian August Grafen von Hardenberg, Großkreuz des Kaiserl. Oesterreichi- 
schen Leopolds-Ordens, Ritter des Kdnigl. Preußischen rothen Adler-Ordens und des Johanniter-Ordens, S. K. 
M. von Groß-Britannien und Hannover Staats= und-Kabinets-Minister, dessen außerordentlichen Abgesandten 
uund bevolm chtigten Minister an dem Hofe S. K. K. A. M., und dessen zweiten Bevollmächtigten am Kongresse 
zu Wien. 
S. K. H. der Churfürst von Hessen, den Herrn Dorotheus Ludwig Grafen von Keller, Höchst-Ihro 
Staats-Minister, Großkreuz vom goldenen Ldwen und des Preußischen rothen Adlers; und 
Den Herrn Georg Ferdinand Freiherrn v. Lepel, Ihren Kammerherrn und geheimen Regierungs-Rath. 
S. K. H. der Großherzog von Hessen, den Herrn Johann Freiherrn von Türkheim von Altder , 
Ihren geheimen Rath, Staats-Minister und außerordentlichen Abgesandten am Kongresse, Großkreuz des zrust- 
schen Verdienst-Ordens, Commandeur des Kdnigl. Ungarischen St. Stephans-Ordens. 
S. K. H. der Großherzog von Sachsen-Weimar, den Herrn Erust August Freiherrn von Gers 
Ihren wirklichen geheimen Rath, jetzt an dessen Stelle den Herrn Friedrich u gu von Min 4½ . 
S. D. der Herzog von Sachsen-Gotha, den Herrn Friedrich August Freiherrn von Mindw itz, Ihren 
scheimen Rath. 
J. D. die Herzogin von Sachsen-Coburg-Meinungen, als Regentin und Vormünderin Ihres 
denselben Freiherrn von Minckwitz. " s n Ihres Sohnes, eben 
S. D. der Herzog von Sachsen= Hildburghausen, den Herrn Carl Ludwig Friedri ' 
Baumbach, Ihren geheimen Rath und egierungs-Präfddenten. 98 ch Freiherrn von 
S. D. der Herzog von Sachsen-Cobdurg-Saalfeld, den Herrn Franz Favier Freiherrn 
* 8 berg, Ihren Obersten, Ritter des K. Oestreschischen Leopolds-Ordens, ud * — 
en Krone. 
S.D. der Herzog von Braunschweig-Wolfenböüttel, an die Stelle des Herrn Wilhelm F 
von Schmidt-Phiseldeck, Ihres geheimen Raths, * aubstitutione * Herrn 2, r — 
fen von Keller, Churfuͤrstl. Hessischen Staats-Minister u. s. f. 
S. D. der Herzog von Holstein-Oldenburg, den Herrn Hans Albrecht Freiherrn von Malt zahn praͤ- 
sidenten der Regierung des Fuͤrstenthums Luͤbeck, Gro kreuz des Russischen Ordens der heili . 
des Ordens des heiligen Johannes von Jerusalem. ssisch ns der heiligen Anna, und Ritter 
S. D.
        <pb n="353" />
        145 
E. D. der Herzog von Mecklenburg-Schwerin, den Herrn Le op old Freiherrn von Ples sen, Ibren Staaks- 
Minister, Großkrenz des Dannebrog-Ordens. 
S. D. der Herzeg von Mecklenburg-Strelitz, den Herrn Au gust Otto Ernst Freiherrn von Hertzen, Ih- 
ren Staats-Muister, Großkrenz des Preußischen rothen Adler-Ordens. 
S. D. der Herzog von Anhalt-Dessau für sich, und als Vormund des minorennen Herzogs von Anhalt-Kö- 
then, und S. D. der Herzog von Anhalt-Bernburg, gemeinschaftlich den Herrn Wolf Carl Augustvon Wolf- 
ramsdorf, Präsidenten der Regierung zu Dessau- 
S. D. der Fürst von Hohenzollern-Hechingen, den Herrn Franz Anton Freiherrn von Franck, Ihren 
Hirklichen geheimen Rath. 
S. O. der Fürst von Hohenzollern-Sigmaringen, den Herrn Franz Ludwig von Kirchbaur, Ihren 
geheimen Legations-Rath. 
S. D. der Herzog und S. D. der Fürst von Nassau, den Herrn Franz Christoph Freiherrn von Ga- 
ern, und Herrn Erust Franz Ludwig Freiherrn Marschall von Bieberstein, Plenipotentiarius S. 
M. des Königs der Niederlande für Seine Deutschen Staaten, und Ihrer Durchlauchten des Herzogs und des 
Fürsten von Nassau, Großkreuz des Ordens der Treue. 
S. D. der Fürst von Lichtenstein, den Herrn Georg Walther Vinzenz von Wiese, Vice-Kanzler der 
Regierung des Fürsten von Reuß zu Gera. 
S. D. der Fürst von Schwarzburg-Sendershausen, den Herrn Adolph von Weise, Ihren geheimen 
Rath und Kanzler. 
n S. D. der Fürst von Schwarzburg-Rudolstadt, den Herrn Friedrich Wilhelm Freiherrn von Ketel- 
hodt, Ihren Kanzler und Präfidenten, auch Erbschenk der gefürsicten Grafschaft Henneberg, des Großherzog= 
lich-Badischen Ordens der Trcue Großkreuz. 
S. D. der Fürst von Waldeck und Pormont, den Herrn Günther Heinrich von Berg, Doktor der 
Rechte und Regierungs-Präsidenten des Fürsten von Schaumburg-Lippe. 
IJ. DD. die Fürstin von Reuß, älterer und jüngerer Linic, den Herrn Georg Walther Vinzenz von 
Wiese, Vice-Kanzler der Regierung zu Gera. 
S. D. der Fürst von Schaumburg-Lippe, den Herrn Günther Heinrich von Berg. 
J. D. die Fürstin von der Lippe, als Regentin und Vormünderin des Fürsten, Ihres Sohnes, den Herrn 
Friedrich Wilhelm Hellwing, Ihren Regierungs-Rath. 
Die freie Stadt Lübeck, den Herrn Johann Friedrich Hach, Doctor der Rechte und Senator die- 
ser Stadt. 
Die freie Stadt Frankfurt, den Herrn Johann Erust Friedrich Danz, Doktor der Rechte, Syndikus 
dieser Stadt. 
Die freie Stadt Bremen, den Herrn Johann Smidt, Senator dieser Stadt. 
Die freie Stadt Hamburg, den Herrn Johann Michael Gries, Syndikus dieser Stadk. 
In Gemößheit dieses Beschlusses haben die vor- 
stchenden Bevollmachtigten, nach geschebener Aus- 
wechselung ihrer richtig befundenen Vollmachten, fol- 
gende Artikel verabredet. 
I. Allgemeine Bestimmungen. 
Erster Artikel 
Die souverainen Fürsten und freier Städte 
Deutschlands, mit Einschluß JJ. MM. des Kaisers 
Et, conformememn à la susdite résolution, len 
pléenipotentiaires ci-dessus nommés, apres avoir 
éEchang#é léeurs pleins-Pouvoirs trouv#és en bonne 
ei düe forme, ont alréteée entre eux les articles 
suivans: 
I. Dispositions Générales. 
Article premier. 
1.es Princes scuverains et les villes libres 
d-Allemagne, en comprenant dans cette transac- 
tuon
        <pb n="354" />
        von Oesterreich und der Konige von Preußen, von 
Daͤnemark und der Niederlande, und zwar 
Der Kaiser von Oesterreich, 
Der König von Preußen, 
beide für Ihre gesammten vormals 
Reiche gehdrigen Besitzungen; 
Der König von Dänemark für Holstein; 
Der Kdnig der Niederlande für das Groß- 
Herzogthum Luxemburg; 
vereinigen sich zu einem beständigen Bunde, welcher 
der Deutsche Bund heißen soll. 
zum Deutschen 
Zweiter Artikel. 
Der Jweck desselben isi Erhaltung der äußern 
und innern Sicherhen Deuetschlands, und der Unab- 
hängigkeit und Unverletzbarkeit der einzelnen Deut- 
schen Staaten. 
Dritter Artikel. 
Alle Bundes-Glieder haben, als solche, gleiche 
Rechte; sie verpflichten sich alle gleichmäßig die Bun- 
des-Akte unverbrüchlich zu halten. 
Vierter Artikel. 
Die Angelegenheiten des Bundes werden durch 
eine Bundcs-Versammlung besorgt, in welcher alle 
Glieder desselben, durch ihre Bevollmächtigten, theils 
einzelne, theils Gesammt-Stimmen folgendermaaßen, 
jedoch unbeschadet ihres Ranges, führen: 
1. Oesterreich. .. ........... 1 Stimme. 
2. Preußen ·#eet 
3. Bahen 
4. Sachsen ·% % %e " „ 
5. Hannokbwer 
6. Würtembreg 
0engelen 
u Chur-Hessen 
9. Großherzogthum Hessen 
10. Dänemark wegen Holstein 
1I. Niederlande wegen des Großherzog= 
thoyms Luremburcneg 
12. Die Großherzoglich-- und Herzoglich- 
Secchsischen Häuser 
13. Braunschweig und Nassau. . ... 
14. Mecklenburg-Schwerin und Meck- 
kenburg-Strelits.... . . 1 
15. Holstein-Oldenburg, Anhalt und 
Schwarzbunrng 21# 
15 Stimmen. 
. N — 
□i 
— 
140 
—— 
— 
4 
tion LL. MM. Tempereur T Autriche, les rois de. 
Prusse, de Danemarc et des Paye-Bas, et non 
mément 
L'’empereur d’Autriche et 
Le roi de Prusse, 
pour toutes celles de leurs possessions qui ont 
anciennementappartenuadlempire Germanique;t 
Le roi de Danemarck pour le duchée de 
„Holstein, 
Le roi des Pays- Bas pour le grand ducht 
de Luxembourg, 
établissent entre eux une confédération perpeutu- 
elle dui portera le nom de Confedération Germa- 
nique. 
Article seconczk. 
Le but de cette confedération est le maintieft 
de la sureié extèrieure et interieure de IAlle. 
magne, de Pindépendance et de Pinviolabilii 
des Etats confederes. 
Artiche rroisieme. 
Les membres de la confédération, comme 
tels, sont éCgaux en droits; ils suobligent lous éga- 
lement à maintenir T’acte duiconstitue leur union. 
Article quatrieme. 
Les affaires de la confédération seront con- 
fices à4 une diete fédérative, dans laquelle toua 
les membres voteront par leurs Pplénipotentiaires, 
son individuellemen:t, soit collectivement, de la 
manieère suivante, sans préjudice de leur rang: 
. J. Autriche i—nb 0 """“—e 1 voix. 
2. Prussee 
3 Bavrier 
4. aoooeoeoeoeoorr 
5. Hanove ————— 3 
6. Wurtemberg. ·r " % „ „e "„½% 
7. Base 
8. Hesse Electorale. —————————— 
0. Grand duche de Hesse 
10. Danemarck pour Holstein 
II. Pays-Bas pour Luxembourg. 
— —-——— 
Ja. Maisons grand- ducale et ducales 
de Sare 
13. Brunsvick ei Nassau......... 
14. Mecklembourg Schwerin ei Strelitz. 1 
. 
r 
15. IHolstein- Oldenbourg, Anhalt et 
Schwarzbourg ———————— I, 
15 voi. 
16. Ho-
        <pb n="355" />
        15 Stimmen. 
16. Hohenzollern, Lichtenstein, Reuß, 
Schaumburg-Lippe, Lippe und 
Waldcck 
17. Die freien Städte Lübeck, Frankfurt, 
Breuien und Haniburg .. ... 1 
Total ... 17 Stimmen. 
Fünfter Artikel. 
Oesterreich hat bei der Bundcsversammlung den 
Vorsitz; jedes Bundesglied ist befugt, Vorschläge zu 
machen und in Vortrag zu bringen, und der Vor- 
sitzende ist verpflichtet, solche in einer zu bestimmen- 
den Zeitfrist der Verathung zu übergeben. 
Sechster Artikel. 
Wo es auf Abfassung und Abänderung von 
Grundgesetzen des Bundes, auf Beschlüsse, welche 
die Bundeösakte selbst betreffen, auf organische Bun- 
des-Einrichuungen und auf gemeinnützige Anordnun- 
gen sonstiger Ärt ankoͤmmit, bildet sich die Versamm- 
ng zu einem Plenum, wobei jedoch, mit Ruoͤcksicht 
auf die Verschiedenheit der Größe der einzelnen Bun- 
desstaaten, folgende Berechnung und Vertheilung der 
Stimmen verabredet ist: · 
1..Oesterreicherhält..........yStiinmem 
O.Preußen......»...»»4 
3. Sachen 
4. Bamhen 
5. Hannoen 
6. Wuͤrtemberg ....... 
  
*. Badeen 
#8. Chur-Hessen 
0. Großherzogthum Hessen. 
10. Holstein ———————i 
11. Luxemburg ...... ... 
12. Braunschweig 
13. Mecklenburg-Schwerin 
14. Nassau 
15° Sachsen-Weimrerr 
16. — Gotha 
Coburnrg 
6% 
17. 
18. — Meinungen 
19. — Hilvburghausen 
20. Mecklenburn-Strelitz. 
Al. Hotstein-Oloenburg ...... 
22. Unhalt-Dessaa 
(23. . Bernburtrtg 
4. enr Cbthen, gere "1 ... 
25. Schwarzburg-Sondershausen 
26. "c – Niuoolstadt 
r 1 · 
4 
4 
4 
4 
3 
3 
3 
3 
3 
2 
2 
2 
1 
1 
1 
1 
1 
1 
1 
1 
1 
1 
1 
1 
  
57 Stimmen. 
147 
Ci-contre, 15 voix. 
16. Hohenzollern, Lichtenstein, Reuss, *„ 
Schaumbourg- Lippe, Lippe ec#t 
Waldckk. 1 
17. Les villes libres de Lubeck, Franc- 
fort, Brẽme et Hambourg. . . . . 1 
Total 17 voix. 
Article cinquieme. 
L'Autriche presidera 4 la diéte fédérative; 
chadue Ctat de la confeédération a le droit de faire 
des propositions, Et celui qui préside est tenu 4 
les mettre en délibération dans un espace de 
temps qui sera fxé. 
Article siæième. 
Lorsqu'il s'agira de lois fondamentales à por- 
ter, ou dechangemens à faire dans les lois fonda- 
mentales de la confedération, de mesures àd pren- 
Gre par rappert &amp; PTacte fédératif meme, d’institu- 
tions organiques, ou Tautres arrangemens d’'un 
intereét commun d adopter, la diete se formera en 
assemblée génerale, et, dans#ce cas, la distribution 
des voix aura lieu de la maniere suivante, calcu- 
ée sur PTétendue respective des ECtats individuels: 
  
1. L'Autriche Sauaaa...... 4 voix. 
. La Pruse 48 
3. La Saae 49 
4. La Bavirer 4 
5. Le Hanove 4 
6. Le Wurtemberrrgrgr... 48 
J. Bahe 3 1 
S. Hesse elecidrahe 3 
9. Grand duche de H#eese 3 
10. Holseir 3 
II. Luxembounnss 3 
12. Brunswckk 2 
13. Mecklembourg-Schwerin . 2 
r1. Nsannn: 2 
15. dare Weimeerrrr 1 
16. Gotha 2 22 222242220 r 
17. — Cobourg. .. . .......... 1 
18. — Meinungen ·r " """e"e"e " " " 1 
10. .— Hildburghausen r „ „ „ 1 
20. Mecklembourg-Strelizz. 
I. Holstein Oldenboung. 
23 „ Anhall Desaawmw k. 
23. — Bernbourg ·r „% %% " " .. #r* 1 
24. — Coethen · "e " "% "% „6 "· # „% 1 . 
25. Schwarzbourg Sondershausen 
26. — Rudolstadt. · " " „" . .1 
57 voix. 
t 2 
27. Ho-
        <pb n="356" />
        — 
„ « 57 Stimmen. 
3 Hohenzollern-Hechingen 
28. Lichtenseeien 
ach. Hohenzollern -Sigmaringen 
30. Waldckkkbb 
31. Reuß älterer Linie ·ov.eer" 
32. Reuß jungerer Linie 
33. Schaumburg-Lippe · „% re ft 
34. Lippe oee Ê " ""eee % 
F E E EN T. E 
35. Die freie Stadt Lübecck.. 
36. Frankfurt. · % % 
37. — Bremen 
38. — Hamburg 
  
Total . 69 Stimmen. 
Ob den mediatisirten vormaligen Reichssicnden 
auch einige Curiat-Stimmen im Pleno zugestanden 
werden sollen, wird die Bundes-Versammlung bei der 
Berathung der organischen Bundes-Gesetze in Erw- 
gung nehmen. 
Siebenter Artikel. 
In wiefern ein Gegenstand, nach obiger Bestim- 
mung, für das Plenum geeignet sey, wird in der en- 
ern Versammlung durch Stimmen-Mehrheit ent- 
chieden. , 
Die der Entscheidung des Pleni zu unterziehenden 
Beschluß-Entwürfe werden in der engern Versammlung 
vorbereitet, und bis zur Annahme oder Verwerfung zur 
Reife gebracht. Sowohl in der engern Versammlung 
als im Pleno werden die Beschlüsse nach der Mehrheit 
der Stimmen Fefaßt, jedoch in der Art, daß in der er- 
stern die absolute, in der letzteren aber nur eine auf zwei 
Drittelder Abstimmung beruhende Mehrheit entscheidct. 
Bei Stimmen-Gleichheit in der engern Versamm- 
lung stehet dem Vorsitzenden die Entscheidung zu. Wo 
es aber auf Annahme oder Abändcrung der Grundge- 
setze, auf organische Bundes-Einrichtungen, auf jura. 
singulorum oder Religions-Angelegenheiten ankommt, 
kann weder in der engern Versammlung, noch im Pleno 
ein Beschluß durch Stimmen-Mehrheit gefaßt werden. 
Die Bundes-Versammlung ist beständig, hat aber 
die Befugniß, wenn die ihrer Berathung unterzogenen 
Gegenstände erledigt sind, anf eine besimmmte 36 je- 
doch nicht auf länger als vier Monate, sich zu vertagen. 
Alle näheren, die Vertagung und die Besorgung 
der etwa während derselben vorkommenden dringenden. 
Geschäfte betreffenden Bestimmungen werden der Bun- 
des-Versammlung bei Abfassung der organischen Ge- 
setze vorbehalten. 
148 
De FPautre Dart ·e% 57 voix. 
33 Hohenzollern- Hechingen - " 
ZiLichtenstein0000000000000 
29. Hobenzollern · Sigmaringen. ... 
3o. Waldeccckk 
3I. Reuss, branche aindke 
-:"Da. — branche cadette.. 
33. Schaumbourg-Libbbe 
34. Libhbe 
35. La ville lbre de Lltubececk. 
30. Francflort 
37. Breme 
38. Hambourg 
Total 69 voir- 
La dicte, en s'occupant des lois orgapiques 
de la conicdèration, egxaminera si on doil accor- 
der quelqucs voix collectives aux anciens 6états 
de Tempire madiatises. « 
HHHHHHHIIRHII 
Artiche seprieme. 
La qduestion si une allaire doit &amp;Ctre discutce 
Par Passemblée géncrale, conformement aux pria- 
cipes ci. dessus etablis, sera decide dans Tassem- 
blee ordinaire à la pluralite des voix. 
La meme assemblée préparera les projets de 
resolution qui doivenot eire portes &amp; Passemblée 
générale, et flournira à celle ci tout ce qu’il lui fau- 
dra pour les adopter ou les rejeter. eun decider 
par la pluralite des voix, tam dans PTassemblée or- 
dinaire dque dans P’assemblee générale, avec la dif. 
férence toutefois due dans la premiere il sulfira 
de la pluralitée absolue, tandis que dans Pautre, 
les deux liers des voix seront nécessaires pour 
former la pluralité. Lorsqu’'il y u parité des voix 
dans D’assemblée ordinaire, le président decidera 
la duestion. Cependant, chaque fois qu il geagira 
d’acceptalion ou de changement de lois fondea- 
mentales, Tinstitutions organiques, de droite indi- 
viduels, ou cPaffaires de religion, Ja pluralité des 
Voix ne sufhbra pas, ni dans Passemblée ordinaire, 
ni dans Tassemblée genérale. 
La diéte est permanente. Elle peut cepen- 
dant, lorsque les objeis soumis à sa delibération 
se rouvemt termines, s’ajourner 4 une é6poque fl. 
Je, mais pas au delä de quatre mois. « 
Toutes les dispositions ultérieures relatlves 
à Tajournement er à Texpédition des aflaires pres- 
santes dui pourroient survenir pendant Fajoume- 
ment, soln réservees à la diète, qui s'en occupera 
lors de la edachon des lois organiquee.
        <pb n="357" />
        Achter Artikel. 
Die Abstimmungs-Ordnung der Bundesglieder be- 
kreffend, wird festgesetzt, daß so lange die Bundcs-Ver- 
faffung mit Abfassung der organischen Gesetze beschäf- 
tigt ist, hierüber keinerlei Bestunmung gelte, und die zu- 
hus sich fuͤgende Ordnung keinem der Mitglieder zum 
achtheile gereichen, noch eine Regel begruͤnden soll. 
Nach Abrassung der organischen Geste wird die Bun- 
des-Versammlung die künftige, als beständige Folge 
einzufuhrende, Stimmen-Ordnung in Berathung neh- 
men, und sich darin so wenig als mdglich von der che- 
mals auf dem Reichstage, und namentlich in Gemäß- 
heit des Reichsdepmations-Schlusses von 1303 beobach- 
teten, entfernen. Auch diese Ordnung kann aber auf 
den Rang der Bundezglieder uberhaupt, und ihren Vor- 
tritt außer den Verhältnissen der Bundesversammlung, 
keinen Einfluß ausüben. 
Neunter Artkkel. 
Die Bundesversammlung hat ihren Sitz zu Frank- 
furt am Main. Die Erbffnung derselben ist auf den 
Usten September 1815. festgesetzt. 
Zehnter Artikek. 
Deas erste Geschäft der Bundesversammlung nach 
ihrer Eröbffnung wird die Abfassung der Grundgesetze 
des Bundes, und dessen organische Einrichtung, un 
Rücksicht auf seine auswärtigen, militairischen und in- 
neren Verhältnisse seypn. 
Eilfter Artikel. 
Alle Mitglieder des Bundes versprechen sowohl 
ganz Deutschland als jeden einzelnen Bundes-Staat 
gegen jeden Anamff in Schutz zu nehmen, und garanti- 
ken sich gegenscitig ihre sämmtlichen unter dem Bunde 
begriffenen Besitzungen. 
Bei einmal erklärtem Bundeskriege darf kein Mit- 
slied einseitige Unterhandlungen mit dem Feinde ein- 
chen „ noch einseitig Waffenstillstand oder Frieden 
chließen. 
Die Bundesglieder behalten zwar das Recht der 
Bündnisse aller Art, verpflichten sich jedoch, in keine 
Verbindungen einzugehen, welche gegen die Sicherheit 
de Bundes oder einzelner Bundes-Staaten gerichtet 
waren. 
Die Bundesglieder machen sich ebenfalls verbind- 
lich, einander unter keinerlei Vorwand zu bekriegen, 
noch ihre Streitigkeiten mit Gewalt zu verfolgen, fon- 
dern sie bei der Bundes = Versammlung anzubringen. 
Dieser liegt glsdann ob, die Vermittelung durch einen 
149 — 
AArricke Kuirieme. 
Ouant à Tordre dans lequel voteront les mem- 
bres de la confe ddration, il est arrété due, tant 
due la dice sera occupée de la rédaction des lois 
organiques, il #'y aura aucune regle à cet Card:; 
et duel que soit Tordre due Ton observera, il ne 
Pourra ni préjudicier 4, aucun des membres, ni 
Etablir un principe pour Taveir. Aprés h #ré-. 
daction des lois organiques, la dicte deliberera 
sur la manicre de fixer cet objet par une régle 
perimanente, pour laquelle elle s'Ecartera le moins 
Possible de celles qui ont eu lieu à, Tancienne 
diete, et notamment d'aprés le recez de la depu- 
tation de TEmpire de 1803. T’ordre que Pon a- 
doptera, w’influera d’ailleurs en rien sur le rang et 
a Preéséance des membres de la confédération, 
Lors de leurs rapports avec Ja diete. 
äreicze neuoieme. 
La dicze siégera &amp; Franclort-sur-Mein. Son 
#Fuverture est fü#e au lmier septembre 1815. 
Article dirieme. 
Le premier objct à traiter par la diete, aprds 
son ouverture, sera la ré laction des lois fondz- 
mentles de la confédration, e#de ses institutions 
organiques relativement &amp; ses rapports extérieurs, 
militaires et mmeérieurs. 
Artiche onzieme. 
Les états de E-a’ confédération s'engugent 4 
delendre non-seulement FAllemagne entisre, 
mais chaque état individuel de Punion, en cas 
do’il fü# altaqucèé, er se garantissent mutuellermene 
ntoutes celles de leurs possessions-dui se trouvem 
comprises dans ceite union. " 
Lorsque la guerre est declaréxe par la conté- 
ddration, aucun membre ne peut entamer des né- 
gociations particulieres avec Pennemi, ni faire 1 
Paix ou un armistice, sans le consentemen des 
autres. 
Les membres de l# conféddration, en se ré- 
servant le droit de former des alliance, wobli- 
gent cependant à ne contracter aucun engage- 
ment qui seroit dirigé contre la simet de la confé- 
dération oudes SEtats individuels quila composent. 
Les ECtat#se confddérés sengagen’de meme à 
ne se faire la guerre sous aucun Prétexte, et Ane 
point poursuivre leurs disllérends par la forge des 
Almes, mais à les soumetitre à la dièéte. Celle.ci 
ess.aiera, moyennant une sommiseipn, 1a n de 
Me-
        <pb n="358" />
        Ausschuß zu versuchen; falls dieser Versuch fehlschla- 
gen sollte, und demnach eine richterliche Entscheidung 
nothwendig würde, solche durch eine wohlgeordnete Au- 
strägal--Instanz zu bewirken, deren Ausspruch die strei- 
tenden Theile sich sofort zu unterwersen haben. 
II. Besondere Bestimmungen. 
Außer den in den vorhergehenden Artikeln be- 
stimmten, auf die Fesistellung des Bundes gerichteten 
Punkten, sind die verbündeten Mitglieder übereingekom- 
men, hiermit über falgende Gegenstände die in den 
nachstehenden Artikeln enthaltenen Bestimmungen zu 
kreffen, welche mit jenen Artikeln gleiche Kraft haben 
sollen. 
Zwölfter Artikel. 
Diejenigen Bundesglieder, deren Besitzungen nicht 
eine Volkszahl von 30o, Ooo Secken erreichen, werden 
sich mit den ihnen verwandten Häusern oder anderen 
Bundesgliedern, mit welchen sie wenigstens eine solche 
Volkszahl ausmachen, zu Bildung eincs gemeinschafe- 
lichen obersten Gerichts vereinigen. 
FIrn den Staaten von solcher Volksmenge, wo schon 
jetzt dergleichen Gerichte dritter Instanz vorhanden 
sind, werden jedoch diese in ihrer bisherigen Eigenschaft 
erhalten, wofern nut die Volkszahl, uber welche sie sich 
ersirecken, nicht unter 150,000 Scelen i#. 
Den vier freien Städten steht das Recht zu, sich 
unter einander über die Errichtung eines gemeinsamen 
Ebersten Gerichtes zu vereinigen. 
Bei den solchergestallt errichteten gemcinschaftli- 
chen obersten Gerichten soll jeder der Partheicn gestattet 
eyn, auf die Verschickung der Akten auf eine Deutsche 
aksss oder an einen Schdppenstuhl zur Abfassung 
des Endurtheils anzutragen. 
Dreizehnter Artikel. 
I. allen Bundesstaaten wird eine landständische 
Verfassung Statt finden. 
„Vierzehater Artikel. 
Um den im Jahr 7806. und seitdem mittelbar ge- 
wordenen ehemaligen Reichsständen und Reichsange- 
börigen, in Gemäßheit der gegenwärtigen Verhältnisse 
in allen Bundesstaaten einen hheschstammg. bleibenden 
Rechtszustand zu verschaffen, so vereinigen sich die Bun- 
desstaiaten dahin: 
10 Daß diese Fürstlichen und Gräflichen Häuser 
ortan nichts destoweniger zu dem hohen Adel in Deutsch- 
* gerechnet werden, und ihuen das Recht der Eben- 
150 
lIa médiation. Si elle ne réussit pas, et qu'une 
sentence juridique devienne néccssaire, il F seras 
rourve Dar un jugement austretgal (Austracgalt 
„ustanz) bien organisé, auquel les Darties lilign 
tes se soumetrol sans appel. 
II. Dispositions Particuliéres. 
Oautre les points réglés dans les articles pre- 
cédens, relativement àl’établissement de la con- 
fédération, les éCtats confedérés sont en meme 
temps convenus d’arreter, 4 I’égard des objets 
suivans, les dispositions contenues daus les arti- 
dles ci-aprés, qui doivem avoir la meme force et 
väleur due ceux qdui précédent. 
Article douaieme. 
Les membres de la confédération dont les pos- 
sessions D’atteignent pas une population de 
300,t Ooo ämes, se réuniront à des maisons regnan- 
#rkes de la meme famille ou à d'’autres états de la 
confeéderation dont lapopulation, jointe à k leur, 
alteindra le nombre indiquc ici, pour former en 
commun un iribunal supréme. 
Daus les Stats cependant d’une population 
moins fone, ou des tribunauz pareils de troisième 
instance existent déja, ils seront conserves dans 
leur qualite actuelle, pourvu que la population 
de Tetat auquel ils appartiennent, ne soit pas au- 
dessous de 150,000 ames. · 
Les quatre villes libres auront le droit de se 
Téunir entre elles pour l’institution d’un tribu- 
nal supréme commun. 4 
Chacune des parties dui plaideront devem 
ces tribunauxsuprémescommuns, sera autorisée 4 
cdruiger le renvoi de k procédure ala faculte de droit 
d’une universite étrangere, ou à un siége deche. 
vins, Pour y faire porter la sentence définitive. 
Article reizieme. 
II y aura des assemblées d’Etatls dans tous 
les pays de la conle deraton. 
Article gqucrorzieme. 
Pour assurer aux anciens Etats de Pempire 
qui ont ét meédiatisès en 1806 et dans les annees 
ubséquentes, des droits égaux danstousles payfe 
de la confédération, et conformes aux rapports 
actuels, les Gtate confederes ECtablissent les prin- 
cipes suivans: 4v vr 
1% Les maisons des princes et comtes me. 
diatisés nien appartiennent pae moins 4 la hame 
moblesse d’Allemagne, ei conservent les droies 
Wl’ega.
        <pb n="359" />
        bürtigkeit in dem bisher damit verbundenen Begriffe 
verbleibt. 
2% Sind die Häupter dieser Häuser die ersten 
Standesherren in dem Staate, zu dem sie gehdren. 
Sie und ihre Familien bilden die privilegirteste Klasse in 
demselben, insbesondere in Ansehung der Besteuerung. 
3°% Es sollen ihnen überhaupt in Rücksicht ihrer 
Personen, Familien und Besitzungen alle diejenigen 
Rechte und Vorzüge zugesichert werden oder bleiben, 
welche ausihrem Eigenthumeund dessen ungestbrtem Ge- 
nusse herrühren, und nicht zu der Staatsgewalt und den 
höheren Regierungsrechten gehèren. Unker vorerwähn- 
ten Rechten sind insbesondere und namentlich begriffen: 
a) Die unbeschränkte Freiheit ihren Aufenthalt in 
jedem zu dem Bunde gehdrenden oder mit dem- 
selben in Frieden lebenden Staate zu nehmen; 
b) Werden, nach den Grundsätzen der frähern 
Deutschen Verfassung, die noch bestehenden Fa- 
milien-Verträge aufrecht erhalten, und ihnen die 
Befugniß zugesichert, über ihre Güter und Fax 
milten-Verhaltnisse verbindliche Verfügungen zu 
treffen, welche jedoch dem Souverain vorgelegt, 
und bei den hochsten Landessiellen zur allgemei- 
nen Kenntniß und Nachachtung gebracht werden 
müssen. Alle bisher dagegen erlassene Verord= 
nungen sollen für künftige Hälle nicht weiter an- 
wendbar seyn. 
64) Privilegirter Gerichtsstand und Befreiung von al- 
ler. Militair-Pflchtigkeit für sich und ihre Fa- 
milien; 
d) Die Ausübung der bürgerlichen und peinlichen 
Gerechtigkeitspflege in erster, und, wo die Be- 
sitzung groß genug ist, in zweiter Instanz, der 
Forstgerichtsbarkeit, Orts-Polizei, und Aufsieht 
in Kirchen= und Schulsachen, arch über nulde 
Stiftungen, jedoch nach Vorschrift der Landes- 
esetze, welchen sie, so wie der Militair-Verfas- 
ung, und der Oberaufsicht der Regierung über 
jene Zuständigkeiten unterworfen bleiben. 
Bei der nähern Bestimmung der angeführten Be- 
fugnisse sowohl, wie überhaupt und in allen übrigen 
Punkten, wird zur weitern Begründung und Festeel- 
lung eines in allen Deutschen Bundcs-Staaten uber- 
einstimmenden Rechtszustandes der mittelbar geworde- 
nen Fürsten, Grafen und Herrn, die in dem Betreffe- 
erlassene Kèdnigl. Bayerische Verordnung vom Jahr 1807. 
als Sasis und Norm unterlegt werden.“ 
151 
d'égalité de naissance avec les maisons souve- 
raines (Ebenburiigkeit), comme elles en ont joul 
jusqu'ici. » 
29Legt-belastecesmaisonokokmentlapke- 
miåcecsaosedcslstatsdauslesepayssauxquelsilsi 
appaktiennent;ilssont«ainsiqueleukssamilleh 
aunombkedesplusprivilågiäsparticuliåtemenk 
enmatiåked’jmpöt. 
30 Ils conservent en général pour leurs per- 
sonnes, leurs familles et leurs biens, tous les 
droits et prérogatives attaeliès à leurs proprietés, 
et qui n’appartiennent pas à&amp; l'autorité supréme 
ou aux attributs du gouvernement. Parsi les 
droites que leur assure cet artiche, seront spécia- 
lement et nommément compris, 
a) La liberté illimitce de séjourner dans cha- 
due élat appartenant Alaconféedération, ou- 
se trouvan en paix avec elle; 
b) Le maintien des pactes de famille, confor- 
mémen à Pancienne constlitution de I’Alle-. 
magne, et la faculté de licr leurs biens etles 
membres de leurs familles par#des dispo- 
sitions obligatoires, lesduclles toutefois doi: 
vent éire Poriées àla connoissance dusou- 
Verain ei des antoriies publiques. Les lois 
par lesquclles celte faculté à eic resireinte 
Jusdu’ici, ne 26ront plus applicables aux 
cas à venir; 
c) Le privilège de n'ètre justiciables que des 
tribunaux supérieurs, et l'exemption de 
toute conscription militaire pour eux et 
leurs familles; 
d) L'exercice de la juridiction civile et crimi- 
nelle en premiere, ei, siles possessions sont 
assez considérables, en seconde instance; 
de la juridiction forestière, de la Police lo- 
cale et de Finspeciion des Eglises, des éco#- 
des ei des fondalions charilables; le tout en 
conformité des lois du pays auquel ils res- 
tent soumis, ainsi qu’aux reglemensmilitai- 
res et 4 la surveillance supréme réservee 
auxgouvernemens, relativement auxobjets 
des prérogatives ci-dessus mentionnes-. 
Pour mieux determiner ces prérogatives, 
comme en général pour régler &amp;t consolider les 
droits des princes, comtes et seigneurs mediati- 
sés, dune maniere unilorme dans tous les Giats 
de la conféderalion germanique, Tordonnance 
publiée à4 ce sujet par S. M. le roi de Baviere, 
en 1807, sera adoptee pour norme génerale. 
L'an
        <pb n="360" />
        Dem ehemaligen Reichsadel werden die sub n#a) 
et b) angeführten Rechte, Antheil der Veghterten an 
Landstandschaft, Patrimonial= und Forstgerichtsbarkeit, 
Ortspolizei, Kirchen-Patronat, und der privilegirte Ge- 
richtsstand zugesichert. Diese Rechte werden jedoch 
nur nach der Vorschrift der Landesgesetze ausgeübt. 
In den vurch den Frieden von Lüneville, vom gten 
Februar 1801, von Deutschland abgetretenen, und jetzt 
wieder damit vereinigten Provinzen, werden, bei An- 
wendung der obigen Grundsätze auf den ehemaligen un- 
nuttelbaren Reichsadel diejenigen Beschränkungen Statt 
finden, welche die dort besiehenden besonderen Verhält- 
nisse nothwendig machen. 
Fünfzehnter Artikel. 
Die Fortdauer der auf die Rheinschiffahrts-Octroi 
angewiesenen direkten und subsidiarischen Renten; die 
durch den Reichs-Oeputations-Schluß vom 25sien Fe- 
bruar 1803. getroffenen Verfügungen in Betreff des 
Schuldenwesens und festgesetzten Pensionen an geist- 
und weltliche Individuen werden von dem Bunde ga- 
rantirt. 
Die Mitglieder der ehemaligen Dom= und freien 
Reichs-Stifter haben die Befugniß, ihre durch den er- 
ähnten Reichs-Oeputations-Schluß festgesetzten Pen- 
* ohne Abzug in jedem mit deni Deutschen Bunde 
in Frieden stehenden Staate verzehren zu dürfen. 
Die Mitglieder des Deutschen Ordens werden eben- 
falls, nach den in dem Reichs-Dehutatios-Hauptschlufs 
von 1803. fuͤr die Domstifter eigrlett rundsätzen, 
Yensionen erhalten, in sofern sie ihnen noch nicht hin- 
reichend bewilligt worden, und diejenigen Fürsten, wel- 
che eingezogene Besitzungen des Deutschen Ordens er- 
halten 2 werden diese Pensionen, nach Verhält- 
niß ihres Antheils an den ehemaligen Besitzungen, be- 
zahlen. 
Die Berathung über die Regulirung der Sustenta- 
tions-Kasse und der Pensionen für die überrheinischen 
Bischdfe und Geistlichen, welche Pensionen auf die Be- 
sitzer des linken Rheinufers übertragen werden, ist der 
Bundes-Versammlung vorbehalten. Diese Reguli- 
rung ist binnen Jahresfrist zu beendigen. Bis da- 
hin wird die Bezahlung der erwähnten Pensionen 
auf die bisherige Art fortgesetzt. · 
Sechszehnter Artikel. 
Die Perschiedenhest der christlichen Religions- 
152 
Lancienne noblesse immédiate de l'empiré 
jouira des drolts Enoncés aux paragraphes a) et 
b) de celui de siéger à lasseiblèc des Etats, 
dexercer ia juridic#1n patrimoniale et fores- 
tièére, la police locale ct le patronat des Eglises, 
ainsi quede celui de iwétlre pas jusliciable des tri- 
bunaux ordinaires. Cet droits ne seront toute- 
fois exercés due d’aprés les regles Etablics par 
les lois du pays daus lequel les membres de ceite 
noblesse sont possessionnés. 
Dans les provinces détachées de Allemagne 
par la paix de Lunéville, du g fáAvrier 1801, et 
qui y sont aujourd’hui de nouveau réunies, Pap- 
plicalion des principes ci-dessus énoncés, relati, 
vement il’ancienmne noblesse immediale de Tem. 
Pire, sera sujelle aux modifications rendues ne- 
cessaires par les rapports dui existent dans ces 
Provinces. 
Arricke quinzieme. 
La continuation des rentes directes et sub 
sidiaires assignées sur Toctroi de la navigation. 
du Rhin, ainsi que les dispositions du recez de la 
deputalion de Pempire, du 25 février 1813, rela- 
ltivement au paiement des dettes et des pensions. 
accordées à des individus ecclsiastiques ou laics, 
sont garanties par la confledration. 
Es membres des ci devant chapitres des. 
éCglises cathéedrales, comme ceux des chapitren. 
libres de Tempire, ont le droit de jouir des pen- 
sions dui leur sont assignées par le susdit reczz, 
dans lout pays duelconque se trouvant en paix 
avec la confeédération germanique. 
Les membres de ordre Teutonique qui 
n'ont pas encore obtenu des pensions sufhsantes, 
les obtiendront d’après les principes éCtablis pour 
les chapitres des églises catheédrales par le recez 
de la deputation de PEmpire, de 1803, et les prin- 
ces dui ont acquis d'’anciennes possessions de 
Tordre Teutonique, acquitteront ces pensions en 
Proportion de leur part aux biens de bordre 
Teutonique. 
La dicke de la conféddGration s’occupera des 
mesures 4 prendre pour la caisse de sustentation 
et les pensions des &amp;veques et autres ecclésiasti- 
dues des pays sur la rive gauche du Rhin, les- 
duelles pensions seront transférées aux posses- 
seurs actuels des dits pays. Ceie affaire sern ré. 
eloc dans le délai d’un an, et jusque-ld, le paiee 
ment des bensions aura lieu comme jusqu'icl. 
Arricke geizieme. 
La dilld##endce des confessions chretiennes. 
—
        <pb n="361" />
        Partheien kann in den Ländern und Gebieten des 
Deutschen Bundes keinen Unterschied in dem Ge- 
nusse der bürgerlichen und polttischen Rechte begründen. 
Die Bundesversammlung wird in Berathung zie- 
ben, wie auf eine moglichst übereinstimmende Weise die 
bürgerliche Verbesserung der Bekenner des jüdischen 
Glaubens in Deutschland zu bewirken sey, und wie in- 
sonderbeit denselben der Genuß der bürgerlichen Rechte, 
gegen die Uebernahme aller Bürgerpflichten, in den 
Bundesstaaten verschafft und gesichert werden könne. 
Jedoch werden den Bekennern dieses Glaubens bis da- 
hin die denselben von den einzelnen Bundesstaaten be- 
reits eingeràäumten Rechte erhalten. 
Siebenzehnter Artikel. 
Das Fürstliche Haus Thurn und Taris bleibt in 
dem durch den Reichs-Oeputations-Schluß vom essten 
Februar 1803, oder spätere Verträge bestätigten Be- 
16 und Genuß der Posten in den verschiedenen Bundes- 
staaten, so lange als nicht etwa durch freie Ueberein- 
kunft anderweitige Verträge abgeschlossen werden 
sollten. In jedem Falle werden demselben, in Folge des 
Art. 13. des erwähnten Reichs-Deputations-Haupt- 
schlusses, seine auf Belassung der Posten oder auf eine 
angemessene Entschädigung gegründeten Rechte und 
Ansprüche versichert. Oieses soll auch da Statt finden, 
wo die Aufbebung der Posten seit 180.3. gegen den In- 
halt des Reichs-Deputations-Hauptschlusses bereits ge- 
schehen wäre, in sofern diese Entschädizung durch 
Verträge nicht schon definitiv festgesetzt ist. 
Achtzehnter Artikel. 
Die verbündeten Fürsten und freien Städte kom- 
men überein, den Unterthanen der Deutschen Bundes- 
staaten folgende Rechte zuzusichern: 
v 1% Grundeigenthum außerhalb des Staats, den 
sie bewohnen, zu erwerben und zu besitzen, ohne deshalb 
in dem fremden Staate mehreren Abgaben und Lasten 
unterworfen zu scyn, als dessen eigene Unterthauen. 
2° Die Befugniß, 
a)des freien Wegziehens aus einem Deutschen 
Bundesstaat in den andern, der erweislich sic zu 
Unterthauen annehmen will; auch 
b) in Civil= und Milikair-Dienste desselben zu kreten, 
beides jedoch nur in sofern keine Verbindlichkeit 
zu Militair-Diensten gegen das bisherige Vater- 
153 
dans les pays et territoires de la conféldration 
alllmande, D’en entrainera aucune dans la jouis- 
sance des droits civils et politiques. La dicte 
Drendra en konsidération les moyens d’opérer, 
de la manieère la plus unilofme, Tamielioratiozt 
de l’état civil de ceux qui professent la religion 
juive en Allemagne, ei s'occupera particuliére. 
nent des mesurcs par lesquelles on pourra leur 
assurer et leur garantir dans les Etals de la confé- 
dération, la permanence des droits civils, à con- 
dition qu’ils se sohmettent à toutes les obliga- 
lions des autres citoyens. En attendant, les droits 
accordes deja aux membres dle ceite religion par 
tel ou-tel éiat en Pariiculicr, leur seront con- 
s#r#cs. 
Acticle diæseptieme. 
La maison des princes Tour et Taxis con. 
servera la possession ci les revenus des postes dans 
les Gtaisconféderés, tellcs qu'’elles lul ont été assu- 
rées parile recez de la ddpmalion de Tempire, du 
25 Février 1803, ou pDar desconventions postérieu- 
res, autant quilmense rapas autrement disposc par 
#le nouvelles convenlions librement stipulées de 
Part et d’autre. En tont cas, les droits ct preten- 
tions de celte maison, soil 4 lo conservation des 
postes, soit à une juste inderimitée, tels que le 
susdit recez les 3 Elablis, seront maintenus. Ceite 
disposition s'’opplique aussi aux cas ou lancienne 
aininistration des postes auroit 46 abolie depuis 
1803, en contravention au recez de la députalion 
de empire, 4 moins due lindlemnile M’ait él6 
definiivement fséce par une convention par- 
ticuliere. 
Article diæhuitième. 
Les princes et villes libres de l'Allemagne 
sont convenus d'assurer aux sujets des etats con- 
séderés les droits suivans: « 
10celuickacquåkikexdepossädekdesdiens— 
fondshoksdeslimitesdskötatoåilsSonxdomii 
ciliés, sans due l'état éCtranger puisse les soumei- 
tre des contriburions ou charges autres due cel- 
les due portent ses propres sujets; « 
2° Celui 
a) de passer (’un elat conféedéré 4 l’autre, 
pourvu quil soil prousé due celui dans ie- 
duel ils s'’élablissent, les regoit comme 
SugC#; 
b) d’entrer aueservice civil ou mililgire de duel. 
due élat conlédere due ce soit; bien en. 
Vndu cependant due Texercice de Uun on 
un de
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        land im Wege stehe. Und damit wegen der der- 
malen vorwaltenden Verschiedenheit der gesetzli- 
chen Vorschriften über Militair-Pflichtigkeit hierr 
unter nicht ein ungleichartiges für einzelne 
Bundes-Staaten nachtheiliges Verhältniß ent- 
stehen möge; so wird bei der Bundes-Ver- 
sammlung die Einführun mdglichst gleichfdr- 
miger Grundsätze über diee Gegenstand in Bo- 
rathung genommen werden. 
3° Oie Freiheit von aller Nachsteuer (jas detrac- 
tus, gabella emigrationis), in sofern das Vermoͤgen 
in einen andern Deutschen Bundesstaat übergeht, und 
mit diesem nicht besondere Verhältnisse durch Freizügig- 
keits-Verträge bestehen. 
4°% Die Bundes-Versammlung wird sich bei ihrer 
ersten Zusammenkunft mit- Abfassung gleichfürmiger 
Verfügungen über die Preß-Freiheit und die Sicherstel- 
lung der Rechte der Schriftsieller und Verleger gegen 
den Nachdruck beschäftigen. 
Neunzehnter Artikel. 
Die Bundesglieder behalten sich vor, bei der ersten 
Zusammenkunft der Bundes-Versammlung in Frank- 
furt, wegen des Handels und Verkehrs zwischen den 
verschiedenen Bundesstaaten, so wie wegen der Schiff- 
fahrt, nach Anleitung der auf dem Kongresse zu Wien 
angenommenen Grundsätze, in Berathung zu treten. 
Zwanzigster Artikel. 
Der gegenwärtige Vertrag wird von allen contra- 
hirenden Theiken ratificirt werden, und die Ratificatio- 
nen sollen binnen der Zeit von sechs Wochen, oder, wo#“ 
moglich, noch früher, nach Wien an die Kaiserlich-Oester- 
reichische Hof= und Staatskanzlei eingesandt, und bei 
Erdffnung des Bundes in das Archiv desselben nieder- 
Lelegt werden. 
Zu Urkunde dessen haben sämmtliche Bevollmäch= 
tigte den gegenwärtigen Vertrag unterzeichnet, und mit 
uihren Wappen besiegelt. 
So geschehen Wien, den achten Juni im Jahr ein 
usend acht hundert und fünfzehn. 
154 
— 
de lautre de ces droitks ne comprometne 
Tobligation au service militaire dque leur 
impose leur ancienne patrie. Et pour qu 
à cet Egard la differcnce des lois sur Tobli- 
galion zu service mililaire, ne conduise à 
des résultats inéganx et nuisibles #à tel ou 
tel Gtat particulier, la diete de la conledera- 
tion deliberera sur les moyens d’établir une 
legislation, autant due possible égale, rela- 
tivemeni à cet objet. 
3% Laliberté de toute espéce de droit cbhis: 
sme ou de détraction, ou autre impot pareil, dans 
le Cas ou ils transporteroient leur fortune d’un 
Etat confédéreé à PTautre, pourvu due des conven- 
ltions particuliéres et réciproques n'’en a:ient au- 
trement statué. 
4 La diéte s'occupera, lors de sa premiere 
réunion, d’une léEgislation uniforme sur la liberteé 
de la presse, ei des mesures d prendre pour 87. 
rantir les auteurs et Edileurs contre la contrez 
facuon de leurs ouvrages. 
Articke dirneuvieme. 
Les Etats confédérés se réservent de delib 4 
rer, dès la premiére réunion de la diete de 
Francfort, sur la maniere de régler les rapports 
de commerce et de navigation d’un état à l’autre, 
d’aprés les principes adopiés par le congrés de 
Vienne. 
Article vingtieme. 
Le présent acte sera ratific par toutes les par- 
ties contractantes, etles ratifcations seront, dans 
Tespace de six semaines, ou plutöt si faire se 
Peut, adressees à la chancellerie de cour et d’état 
de S. M. T’empereur d'Autriche à Vienne, et 
déposées dans les archives de la confédération, 
lors de T’ouverture de la dicte. 
En foi de quoi, tous les plénipotentiaires 
ont signé le présent instrument, ei y ont apposé 
le cachet de leurs armes. 
Fait à Wienne, le 8 juin de l’an 1815. 
(L. S.) FürsKt von Metternich. 
(L. S.) Freiherr von Wessenberg. 
(I. S.) Carl Fürst von Hardenberg. 
(L. S.) Wilhelm Freiherr von Humboldt. 
(L. S.) Christian Graf von Bernstorf. 
(L. S.) Joachim Graf von Bernstorf. 
(I. S.) Alops Graf von Rechberg und Rothenloöwen.
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        (L. S.) Lans August Fürchtegott von Globig. 
(L. S.) F. C. Freiherr von Gagern. 
(L. S.) E. Graf von Münster. 
(L. 8.) C. Graf von Hardenberg. 
(I S.) Graf von Keller zugleich für Braunschweig. 
(L. S.) Georg Ferdinand Freiherr von Lepel. 
(L. S.) Johann Freiherr von Türckheim. 
(L. 8.) Freiherr von Minkwitz substituirt für Herrn von Gersdorf, 
Großherzogl. Sachsen-Weimarschen Bevollmächtigten und Herzogl. 
Sachsen- Gotha= und Sachsen-Meinungschen Bevollmächtigten. 
) C. L. Freiherr von Baumbach. 
) Freiherr von Fischler von Treuberg. 
o) Freiherr von Maltzahn. 
) Leopold Freiherr von Plessen. 
)Freiherr von Oertzen. 
.) von Wolframsdorff. 
) Freiherr von Franck. 
) Franz Aloys Edler Herr von Kirchbaur. 
) . Marschall von Bieberstein. 
.) D. Geor von Wiese, Fuͤrstl. Lichtensteinscher und Reußischer 
Bevollm chtigter. 
.) von Weise. 
) Freiherr von Ketelhodt. 
) von Berg, Fürstlich Waldeck= und Schaumburg-- Lippescher 
Bevollmächtigter. 
.) Helwing. 
) J. F. Hach. 
) Danz. 
Smidt. 
.) Gries. 
—————-— 
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        Inhalts-Verzeichniß. 
  
Ne. 
1ste Beilage, betreffend die Bedingungen, welche der Vereinigung der Genuestschen 
mit den Sardinischen Staaten zu Grundlagen dienen sollen 
ate Beilage, die Abtretung Seitens des Königreichs Sardinien an den Kanton Genf 
betresseeeeen 
No. 2. Traktat mit Hannover. Vom 2ostech Mai 18155. 
No. 3. Traktat mit dem Königreich der Niederlande. Vom Irsten Mai 1815. .... ... .. 
Beilage, die Akte zur Annahme der Landeshoheit und Oberherrlichkeit Seiner Kdnigl. 
Hoheit, des souvcrainen Fürsten der vereinigten Niederlande, in den Belgzischen 
Provinzen betreffend. Vom alsten Juli 184.4 
No. 4 Traktat mit des Herrn Herzogs und des Herrn Fürsken von Nassau Durchlauchten. 
Vom Z3isten Mai 1815. ....... 
5. Traktat mit Dänemark. Vom 4ten Juni 1815................... ... 
6. Traktat mit Schweden und Norwegen. Vom Iten Juni rg8.333. 
Besonderer und geheimer Artikel mit Dänemark und Schweden. Von demselben Daio 
Traktat mit dem Großherzogthum Hessen. Vom ltoten Juni 1815. 
Erster Traktat mit dem Greoßherzogthum Sachsen-Weimar. Vom ssten Juni 1815. 
Zweiter Traktat mit dem Großherzogthum Sachsen-Weimar. Vom 22sten Sept. 1815. 
Traktat mit Hannover. Vom 23shten September 18153535. 
Traktat mit Hessen = Kassel. Vom 16ten October 1815 
Traktat mit Hessen-Rothenburg. Von demselben Tagge 
Traktat, die sieben Jonischen Inseln betreffend. Vom 5ten November 1815. 
· SHSeeeeee oelel e oele e oeee 9 2.96 
No. 
No. 
——.—— 
J 
EEEIIELIIILII 
10. 
I. 
. 12. 
13. 
1. Traktat mit Sardinien. Vom 2osten Mal 18315. ............ ... ... SEeite. 1 — 6. 
5 —9. 
10 — 13. 
14 — 21. 
22 — 27. 
28 — 30. 
30 — 3 f. 
35 — 38. 
39 — 44. 
41— 46. 
46 —– 50. 
50 — 53. 
53 — 57. 
50 —59. 
59 —e11. 
65 — 606. 
66 — 70.
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        No. 14.-Staatsvertrag mit Schwarzburg= Sondershausen, Vem 1546en Juni 1816... Seite 71 — 73. 
Die dazu gehdrigen Separat-Artikel. i1J4. 
No. 15. Staatsvertrag mit Schwarzburg-Rudolstadt. Vom 19ten Juni 1816 74 — 7. 
No. 16. Traktat mit dem Kdnigreich der Niederlande. Vom 26sten Juni 1816.. 77 — 95. 
Vorläusige Ausgleichung zu Gunsten der auf der Grenze der Preußischen und 
Niederländischen Staaten wohnhaften Fabrikanten, betreffend die ungehin- 
derte und abgabenfreie Ein= und Ausfuhr der rohen Produkte und nicht 
vollig verarbeiteten Manufaklur-Waaren aus ihren resp. Anlagen. Von- 
demselben sgeeeeeea —2 9 — 93. 
No. 17. Traktat mit dem Großherzogkthum Hessen. Vom Zosten Juni 1816 99 — 111. 
No. 18. Traktat mit Mecklenburg- Strelitz. Vom 18ten September 1816. ....... II1. — 113. 
No. 19. Traktat mit dem Köbnigreich der Niederlande. Vom 7ten October 1816. 113 — 128, 
No. 20. Ergänzungs-Traktat mit dem Kbnigreich der Niederlande. Vom ten No- 
vember 181 1655ss 13728— 137. 
No. a1. Konvention mit dem Großherzogthum Hessen. Vom raten März 18017.. 138—747. 
Jo. 22. Nachtrag zu der vorbemerkten Konventien. Vom 6ten. Juli 1817... 1447 —143. 
No. 23. Deutsche Bundes-Akte. Vom Sten Januar 19812 443—185.
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
