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d.  8.

Der  Minister  für  Landwirthschaft,  Domänen  und  Forsten  ist  befugt:

1)  für  einzelne  der  oben  im  F.  3  Ziffer  3  bezeichneten  Gewässer,  sobald
dieselben  für  den  Aufstieg  der  Wanderfische  erschlossen,  oder  darin
Salmoniden  eingebürgert  werden,  die  im  F.  3  Ziffer  2  bezeichnete
Winterschonzeit  einzuführen;

2)  für  die  oben  im  F.  3  Ziffer  2  aufgeführten  Gewässer  die  im  F.  3
Ziffer  3  bezeichnete  Frühjahrsschonzeit  einzuführen;

3)  für  Gewässer,  welche  auf  ihrem  Lauf  außerpreußisches  Gebiet  berühren,
die  im  F.  3  bezeichnete  Jahresschonzeit  im  Einvernehmen  mit  der  betreffenden
  Nachbarregierung  zu  regeln;

4)  für  Gewässer,  welche  mehreren  Provinzen  oder  Regierungsbezirken  angehören,
  die  im  F.  3  bezeichnete  Jahresschonzeit  einheitlich  zu  regeln  und

5)  die  im  §F.  3  Ziffer  4  bezeichneten  Betriebseinschränkungen  für  die  Lachsfischerei
  in  der  Elbe  im  Einvernehmen  mit  den  betheiligten  Nachbarregierungen
  einheitlich  zu  regeln.

Die  Grenze  zwischen  Frühjahrs-  und  Winterschonzeit  in  den  einzelnen
  Gewässern  soll,  soweit  erforderlich,  durch  örtliche  von  der  Staatsregierung
  herzustellende  Merkmale  kenntlich  gemacht  werden.

§.  9.

Während  der  Dauer  der  in  dem  F.  3  vorgeschriebenen  wöchentlichen  und
jährlichen  Schonzeiten  müssen  die  durch  das  Fischereigesetz  vom  30.  Mai  1874
nicht  beseitigten  ständigen  Fischereivorrichtungen  in  nicht  geschlossenen  Gewässern
hinweggeräumt  oder  abgestellt  sein  (§.  28  des  Gesetzes).

Sovweit  die  Rücksicht  auf  Erhaltung  des  Fischbestandes  es  zuläßt,  kann  der
Regierungspräsident  Ausnahmen  von  der  im  ersten  Absatz  getroffenen  Bestimmung
gestatten.  (Artikel  III  des  Gesetzes  vom  30.  März  1880.)

C.  10.

Die  M.  3  bis  8  einschließlich  finden  auf  den  Krebsfang  keine  Amwendung.

In  der  Zeit  vom  1.  November  bis  zum  31.  Mai  einschließlich  ist  der  Fang
von  Krebsen  in  allen  nicht  geschlossenen  Gewässern  verboten.

Gelangen  Krebse  während  der  angeordneten  Schonzeit  lebend  in  die  Gewalt
des  Fischers,  so  sind  dieselben  mit  der  zu  ihrer  Erhaltung  erforderlichen  Vorsicht
sofort  wieder  in  das  Wasser  zu  setzen.

Wenn  dringende  Rücksichten  auf  die  Erhaltung  des  Krebsbestandes  in  einzelnen
  Gewässern  dies  erfordern,  kann  für  dieselben  der  Fang  Eier  oder  Junge
tragender  Krebsweibchen  im  Wege  der  Bezirks-Polizeiverordnung  verboten  und
äußerstenfalls  der  Verkauf  von  Krebsweibchen  überhaupt  zeitweilig  untersagt  werden.

(Nr.  9236.)