— 314 — Abteilung III. Stollngebühren. 8 312. (1) Wenn der Erbstolln mit seiner Wassersaige in den Kunstschacht oder, wo ein solcher nicht vorhanden, in den Hauptförderschacht einer Fundgrube einkommt und vierzig Meter oder, dafern er in einer Länge von einem Kilometer oder mehr vom Mundloch ab ge— trieben ist, wenigstens zwanzig Meter Teufe, saiger vom Rasen bis auf die Stollnsohle gerechnet, einbringt (Erbteufe), so erhält er den zwanzigsten Teil aller Erze, die von dieser Zeit an bis zu der Zeit, zu der seine Berechtigung erlischt, aus der Fundgrube gefördert werden. (2) Wenn ein Stöllner in eine Fundgrube, deren Tiefstes die Stollnsohle noch nicht erreicht hat, durchschlägt, so erhält er diesen Zwanzigsten, dafern der betreffende Gruben— bau den gesetzlichen oder doch einen solchen Querschnitt hat, daß nach dem Ermessen des Bergamts der Zweck der Wasser- und Wetterlosung vollständig erfüllt wird; ist dies nicht der Fall, so erhält er nur die Hälfte des Zwanzigsten. 313. (1) Wenn eine Fundgrube mehrere gangbare Kunstschächte hat, die nicht sämtlich durch den Stolln Wasser= oder Wetterlosung erhalten oder nicht sämtlich in der vorgeschriebenen Erbteufe gelöst werden, so hat der Stöllner nur Anspruch auf einen verhältnismäßigen Teil des Zwanzigsten, der so zu berechnen ist, daß der zwanzigste Teil der aus dem ganzen Grubenfelde geförderten Erze durch die Anzahl der gesamten Kunstschächte geteilt und dieser Teil um die Zahl der in der Erbteufe durchschlägigen Schächte vervielfacht wird, so daß z. B. der Stöllner, wenn der Stolln beim Vorhandensein von fünf Kunstschächten in einen derselben einkommt, ein Fünftel, wenn zwei Kunstschächte gelöst sind, zwei Fünftel erhält. (2) Dieselbe Teilung des Zwanzigsten tritt ein, wenn die Fundgrube in Ermangelung von Kunstschächten mehrere Hauptförderschächte hat. 8 314. (1) Bei Berechnung des dem Stöllner zu gewährenden Zwanzigsten ist rücksichtlich der Silbererze der Wert der Erze, wie sie in den Handel kommen oder zur hüttenmännischen Verarbeitung abgeliefert werden, zu Grunde zu legen. Wo es an einem Nachweis hierüber fehlt, wird der Wert vom Bergamt abgeschätzt. (2) Rücksichtlich der übrigen Produkte ist der Verpflichtete verbunden, dem Stöllner zur Berechnung des Zwanzigsten den nötigen Nachweis über die Höhe und den Wert der Produktion, von welcher der Zwanzigste zu entrichten ist, zu geben.