288  Das  Stromgebietsrecht  und  die  internationale  Flußschifffahrt.

Ganzes,  das  je  nach  seiner  Größe  Strom,  Fluß  oder  Bach  heißt.  Das  Flomen  ist
der  Hauptbestandtheil  und  die  beiden  anderen  folgen  stets  seiner  rechtlichen  Oualification.
  L.  30  §  2  D.  de  acqu.  rer.  domw.  (41,  1);  I.  7  &amp;  5  D.  eod.

2)  Dieser  Grundsatz  findet  in  gleicher  Weise  auf  Private  wie  auf  das  Voll  und
den  Souverün  Anwendung.  Die  Römer  wollten  hier  von  Eigenthum  durchaus  nichts
wissen.  Vgl.  mein:  Cours  deau  p.  54  Note  3.  In  consequentem  Festhalten
daran  will  das  Römische  Recht  die  analoge  Anwendung  dieser  Sätze  sogar  auf  die
von  Menschenhand  hergestellten  Canäle  (fossa  manufacta).  falls  sie  für  einen  öffentlichen
  Wasserlauf  bestimmt  find.  L.  1  §  8  D.  de  flum.  (43,  12).  Weiske,  Rechtslexikon.
  Bd.  XIV  S.  103  Note  40.

3)  §  4,  5  J.  de  rer.  div.  2,  1;  I.  5  pr  D  de  div.  rer.  et  quasl.  1,  8  (Gajus);
  I.  7  5  5  D.  de  acqu.  rer.  dom.  41,  1  (Gajus).  Neratius  sagt  bezüglich  der
Meeresküsten:  „Quod  in  litore  quis  sedificaverit,  ejus  erit:  nam  litora  poblica
non  ita  sunt,  ut  en,  quae  in  patrimonio  sunt  populi,  sed  ut  ea,  quae  primum
a  natura  prodita  sunt  et  in  nullius  adhuc  dominium  pervenerunt.

4)  Die  res  publicae  in  diesem  Sinne  heißen  in  den  Ouellen:  res  quase  nollius
in  bonis  esse  creduntur;  res  quase  universitatig  esse  Ccreduntur.  L.  1  pr.  D.  de  div.
rer.  et  qual.  (1,  8)  (Gajus).  —  Weiske,  Rechtslexikon.  Bd.  XIV  S.  105  Note  44.

S)  L.  1  597  D.  ne  duid  in  flum.  publ.  (48,  13).  Das  Bett  stand  in  der
Art  im  Staatseigenthum,  daß  zwischen  den  Besitzern  gegenüberliegender  an  den  Fluß
anstoßender  Grundstücke  kein  Gränzstreit  entstehen  konnte:  Die  Gränze  bildete  eben
beiderseits  das  Ufer.  L.  4  §  11  D.  fin.  regund.  (10,  1)  (Paulus).  BVgl.  auch  die
negative  Antwort  Scaevola's  auf  die  Frage,  ob  die  Eigenthümer  zweier,  erbweise
erworbener  Ufergrundstücke  eine  Brücke  über  den  Fluß  bauen  könnten,  in  1.  4  D.
de  fluminibus  (43,  12).

6)  »Flumina  publica  quse  fluunt  ripaeque  eorum  publicae  sunte  sagt  Paulus
  in  I.  3  pr.  D.  de  flumin.  (43,  12).  Unter  Ufer  sind  die  regelmäßigen  Ufer
zu  verstehen;  dieselben  vermögen  durch  ein  außergewöhnliches  Anschwellen  keine  rechtliche
  Aenderung  zu  erleiden.  Anders  freilich,  falls  sich  dieser  Zustand  zu  einem
dauernden  gestaltet.  L.  1  §  5  D.  de  flum.  (43,  12)  (Ulpianus).  Das  Staatseigenthum
  hört  nicht  bei  der  Linie  des  gewöhnlichen  Wasserstandes  auf,  sondern  erstreckt
  sich  bis  zur  Höhe  der  anliegenden  Grundstücke,  nämlich  bis  zu  jenem  Punkte,
wo  die  Senkung  des  Bodens  gegen  den  Fluß  beginnt.  L.  3  5  1,  2  D.  de  flum.
(43,  12)  (Paulusl.

7)  5  2  J.  de  rer.  div.  2,  4.  —  Hesse,  Rechtsverhältnisse.  S.  288  K5  69.

8)  §  4  J.  de  rer.  div.  2.  1.

à4)  Cod.  Theod.,  14,  27,  2.

10)  S.  die  verschiedenen  Bestimmungen  über  das  verlassene  Flußbett  in  meinem:
Cours  d'’eau.  p.  60,  62.

11)  Est  autem  alluvio  incrementum  latens;  per  alluvionem  autem  id  videtur
  adjici,  quod  ita  paulatim  adjicitur,  ut  intelligere  non  possis,  quantum
qduoque  momento  temporis  adjiciatur.  §  20  J.  de  rer.  div.  2,  1.

13)  Vgl.  über  die  Entstehungsarten  von  Inseln  und  den  Maßstab  ihrer  Zutheilung
  an  die  benachbarten  Grundbesitzer  mein:  Cours  d’eau  p.  68—64.  opro  modo
latitudinis  cujusque  fundi  quae  latitudo  prope  ripam  sit.“  Dieser  Grundsatz  bezüglich
  der  Inselvertheilung  kann  indessen  nicht  als  einmüthig  in  der  Römischen  Gesetzgebung
  anerkannt  gelten,  insbesondere  nicht  mit  Rücksicht  auf  eine  Stelle  von