Das  Recht  des  Mittelalters.  289

Labeo:  Si  id  quod  in  publico  innatum  aut  aedificatum  est,  publicum  est,  insula
quase  in  flumine  publico  nata  est,  publica  esse  debet.  L.  65  §  4  D.  de  acqu.  rer.
dom.  (41,  1).  Die  verschiedenen  Erklärungen  dieser  abweichenden  Stelle  finden  sich
bei  Garbouleau,  Du  domaine  public  etc.,  p.  111.

13)  Die  geschädigten  Grundbesitzer  haben  kein  Beschwerderecht.  L.  2  §  3  D.
de  aquas  et  aquae  pluviae  arc.  (39,  8).

14)  Alles,  was  ohne  solche  Genehmigung  hergestellt  ist,  soll  zerstört  werden.
L.  7  D.  ne  quid  in  loco  publico  (43,  8)  [Julianus).  Bei  der  Genehmigung  zur
Herstellung  derartiger  Arbeiten  durch  Private  wurden  alle  Rechte  Dritter  vorbehalten;
letztere  waren  auch  berechtigt  Sicherheitsleistung  zu  fordern.  L.  2  §  10  D.  ne
duid  in  loco  publ.  (43,  8)  (Ulpianus).  Vgl.  auch  über  die  Rechtsverhältnisse  bezüglich
  der  Instandhaltung  der  Flußufer  I.  1  Cod.  de  alluv.  et  pal.  (7,  11);  I.  1
5  3,  4.  D.  de  ripa  munienda  (43,  15);  I  1  pr.  D.  h.  t.  (Ulpianus).

15)  L.  2  99  D.  de  aqua  et  adu.  pl.  arc.  (39,  3)  (Paulus);  I.  151  D.  de
reg.  jur.  (50,  17)  [Paulus]:  Nemo  damnum  facit  nisi  qui  id  fecit  quod  facere
jus  non  habet.

16)  Die  Stellen  find  wiedergegeben  in  meinem:  Cours  d’ean,  p.  67—68.  —
Alle  diese  Interdicte  bezogen  sich  selbstverständlich  nur  auf  die  flumina  publica;  die
Privatwasserläufe  standen  unter  der  Herrschaft  der  privatrechtlichen  Grundsätze  Über
das  Eigenthum.  Bei  einem  flumen  torrens  ist  die  öffentliche  Benutzung  ohnehin
ausgeschlossen  Das  fließende  Wasser  ist  hier  eine  res  communis  omnium,  aber
nicht  eine  res  publica,  denn  es  ist  nicht  unter  staatliche  Aufsicht  gestellt.  —  S.  in
meinem:  Cours  d'eau,  ch.  11  §9  p.  68—75  die  anläßlich  der  Institutionenstelle
affumina  omnia  publica  sunte  bezüglich  der  unbedeutenderen  Bäche  entstandenen
Erörterungen.

17)  S.  bei  Eugelhardt,  Fleuves  intern,  p.  4—8,  wie  sehr  das  Kaiserreich
die  Rheinschifffahrt  begünstigte,  insbesondere  durch  eifrigen  Schutz  der  Flottille  (lusoriae);
  ebendaselbst  auch  die  Einzelnheiten  der  Organisation  der  Collegia  nautarum.

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Das  Recht  des  Mittelalters.

Literatur:  Kaltenborn,  Art.  Schifffahrtsgesetze  in  Bluntschli  s  Deutschem  Staatswörterbuch,
  Bd.  1X,  S.  204—228  —  Börner,  Revision  2c.,  S.  362  ff.  —
Ed.  Engelhardt,  Fleuves  internationaux,  Introd.  p.  9—15.  —  Et.  Carathéodory,
  Cours  d'eau,  Ch.  III  (Le  droit  féodal)  p.  76—82.

Das  rege  Leben,  welches  zur  Zeit  der  Römerherrschaft  auf  den  meisten
Strömen  des  Abendlandes  zu  finden  war,  erstarb  mit  der  Völkerwanderung
und  an  seine  Stelle  traten  auf  Jahrhunderte  politische  Wirren  und  Willkürherrschaft.
  Die  Grundsätze  des  Römischen  Wasserrechts  erlitten  unter  der
Herrschaft  des  Lehnswesens  einschneidende  Veränderungen,  ohne  daß  indessen
  die  ständigen  Wasserläufe  ihren  öffentlich-rechtlichen  Charakter  eingebüßt
hätten.7)

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