Die  Schelde  und  die  Maas.  345

zu  sagen  blitzschnellen  Uebermittlung  der  Correspondenz  gewährt  wurden.
  Das  Princip  der  freien  Schifffahrt  wird  von  nun  an  seinen
Platz  unter  den  Errungenschaften  einnehmen,  welche  die  Zierde  der
Civilisation  bilden.  Die  Befreiung  der  Schelde  ist  nicht  nur  einer  der
Acte,  welche  die  Regierungen  ehren  und  den  Dank  der  Völker  erheischen:
  sie  bildet  einen  Markstein  in  der  Reihe  der  Geschehnisse  eines
großen  Reiches.“)

1)  Die  Entscheidung  des  Wiener  Congresses  bezüglich  der  Maas  vom  20.  März
1815:  de  Martens,  N.  R.  G.  II,  p.  447.  —  Klüber,  Acten  des  Wiener  Congresses
III,  p.  229.  —  Cramer  van  den  Bergh,  Disputatio  bistorica  etc.,  p.  57—62.

Der  Vertrag  vom  27.  Floréal  An  III  (16.  Mai  1795)  zwischen  der  Franzöfischen
Republik  und  der  Republik  der  Niederlande  stipulirte  im  Art.  18  Freiheit  der  Schifffahrt
  auf  der  Basis  vollkommener  Gleichberechtigung  der  Französischen  und  Batavischen
  Schiffe  auf  dem  Rhein,  der  Maas,  der  Schelde  und  dem  Hondt  sowie  auf  allen
ihren  Mündungen  bis  zum  Meere.  Die  Schifffahrtsabgaben  wurden  gleichwohl  noch
im  Jahre  1814  auf  der  Schelde  erhoben.  Bezüglich  der  Zustände  auf  der  Schelde
vor  dem  Wiener  Congreß  vgl.  auch  van  Bruyssel,  p.  5—187.  —  Grand--Saignage,
  p.  30—95.  —  Pety  de  Thoszee,  p.  101—116,  de  Holtsendorff,
  Les  droits  riverains  de  la  Roumanie  sur  le  Danube  p.  68,  69,  ferner
oben  Kapitel  1  §5  64.

2)  Art.  14  des  Westfälischen  Friedens  vom  28.  October  1648  bestimmt:  „Die
Schelde  sowie  auch  die  Canäle  von  Sas  und  Iwyn  und  die  anderen  dort  abzweigenden
  Meeresarme,  werden  seitens  der  Generalstaaten  abgeschlossen  gehalten  werden.“
Art.  20  des  Barrierenvertrags,  durch  welchen  zu  Antwerpen  am  15.  November  1715
die  Abtretung  der  Belgischen  Provinzen  an  das  Haus  Oesterreich  erfolgte,  bestätigte
diese  Bestimmung  und  stipulirte  weiter,  daß  der  Handel  der  Oesterreichischen  Niederlande
  und  alles  damit  zusammenhängende  in  derselben  Weise  wie  es  durch  den  Vertrag
  von  Münster  geschehen,  geregelt  bleiben  sollte.  Die  Sperre  der  Schelde  dauerte
150  Jahre.  Die  Compagnie  von  Ostende,  gegründet  1722,  mittelst  welcher  die  Belgier
hofften  sich  einen  Handelsweg  nach  Ost=  und  Westindien  und  den  Afrikanischen  Küsten  zu
eröffnen,  mußte  sich  im  Jahre  1781,  angesichts  des  Widerstandes  der  Holländischen  Regierung
  und  der  ausschließlichen  Inanspruchnahme  des  Gründers  Kaiser  Karl  VI.  durch  dynastische
  Interessen,  nämlich  die  Sicherung  der  Thronfolge  für  seine  Tochter  Maria  Therefia,
  auflösen.  —  Einzelheiten  bezüglich  der  Ostender  Compagnie  siehe  in  der  im  Belgischen
  Senat  gehaltenen  Rede  des  Herzogs  von  Brabant  vom  17.  Februar  1860.—
Ueber  die  in  Deutschland  entstandenen  Erörterungen  gelegentlich  der  Gründung  dieser
Compagnie  vgl.  Emile  de  Borchgrave,  Histoire  des  rapports  de  droit  public
dui  existèrent  entre  les  provinces  Belges  et  P’Empire  d’Allemagne  depuis  bhe
démembrement  de  la  monarchie  Ccarolingienne  jusqu’  à  lncorporation  de  la
Belgique  à  la  Répablique  Française  p.  339.  —  Pety  de  Thore,  p.  107,  108.

3)  de  Martens,  N.  R.  XVI,  p.  733;  R.M.  IV,p.575—577  Cramer  van  den
Bergh,  Disputatio  bistorica  etc.,  p.  105—  110.  —  Damals  fanden  die  Wiener  Grundsätze
  zum  erstenmale  eine  freisinnigere  Anwendung  als  in  den  früheren  Conventionen.

4)  Art.  16—55.  de  Martens,  N.  R.  G.  III,  p.  613.

5)  de  Holtsendorff,  Tablean  chronologique  (les  droits  rivernins  de  la
Roumanie  sur  le  Danube  p.  270).  —  de  Martens,  a.  a.  O.  V,  p.  294—390.