Die  Donau.  347

den  Text  bei  Pety  de  Thozsée,  Systòmo  commercial  I,  p.  126).  Die  Geschicklichkeit
  und  Ausdauer  bei  den  langen  und  schwierigen  zuerst  mit  den  Niederlanden,
  dann  mit  den  andern  Mächten  geführten  Verhandlungen,  welche  insbesondere
der  damit  betraute  Baron  Lambermont  entwickelte,  dessen  Name  in  ruhmvoller
Weise  mit  dem  glücklichen  Ausgange  verknüpft  ist,  trug  schließlich  den  Sieg  über
alle  Hindernisse  davon.  Durch  den  im  Haag  am  12.  Mai  1868  unterzeichneten
Tractat  (siehe  den  Text  in  Pety  de  Tbosce,  a  a.  O  S  130,  131)  sowie
durch  den  allgemeinen  Vertrag  von  Brüfsel,  d.  d.  16.  Juli  1863  wurde  die  Ablösungssumme
  auf  36278566  Frcs  festgestellt.  Contrahenten  waren  außer  Belgien:
England,  Frankreich,  Rußland,  Preußen,  Dänemark,  Oesterreich,  Schweden  und  Norwegen,
  Spanien,  die  Hansestädte,  Brafilien,  Chile,  die  Türkei,  Oldenburg,  Italien,
Portugal,  Hannover,  Peru  und  die  Vereinigten  Staaten  von  Nord-Amerika;  diesen
traten  nach  und  nach  bei:  Griechenland,  der  Heilige  Stuhl,  die  Argentinische  Republik,
  Mecklenburg-Schwerin  und  die  Republik  Ecuador.  (Der  Text  bei  Pety  de
Thoste,  p.  134—137).  Nach  dem  Beispiele  Hamburgs  bei  der  Ablösung  des
Elbzolles  übernahm  Belgien  ein  Drittel  der  Ablösungssumme,  nämlich  13328  006  Frcs.
Die  beiden  anderen  Drittel  wurden  nach  Berhältniß  auf  die  contrahirenden  Mächte
vertheilt,  die  Zahlung  der  ganzen  Summe  dagegen  Holland  gegenüber  von  Belgien
Übernommen.  Gegen  Ende  des  Jahres  1871  waren  die  Quoten  der  contrahirenden
Mächte  mit  Ausnahme  einiger  in  Raten  (Annnuitäten)  tilgbaren  sämmtlich  bezahlt.
(Moniteur  delge  vom  30.  December  1871).

Bei  der  Neuordnung  der  Schifffahrt  auf  der  Schelde  wurden  entsprechend  dem
Artikel  5  des  Vertrages  vom  12.  Mai  1863  die  Lootsengebühren  um  20  %  für  die
Segelschiffe,  25  /%  für  die  Schleppschiffe  und  30  %  für  die  Dampfboote  ermäßigt
Eine  Königliche  Verordnung  vom  21  Juli  1863  bestimmte  ferner,  daß  die  Tonnengelder
abgeschafft  seien  und  durch  eine  gleiche  vom  nämlichen  Tage  wurden  die  seitens  der
Stadt  Antwerpen  zur  Erhebung  gelangenden  Localtaxen  zu  einer  einheitlichen  mäßigen
Abgabe  zusammengefaßt.  Der  Bau  der  Scheldequais  und  die  vortrefflichen  im  August
1885  vollendeten  sonstigen  Einrichtungen  für  die  Seeschiffe  werden  viel  zum  weiteren
Aufschwung  des  jetzt  schon  riesenhaften  Verkehrs  des  Antwerpener  Platzes  beitragen.

Die  Aufhebung  des  Scheldezolles,  in  richtiger  Anwendung  der  Principien  des
Wiener  Congresses,  hat  bereits  eine  außerordentliche  Steigerung  des  Hafenverkehrs
von  Antwerpen  zur  Folge  gehabt,  wovon  nachstehende  Ziffern  Zeugniß  geben.  Im
Jahre  1839  kamen  1177  Fahrzeuge  mit  einem  Gesammtgehalt  von  1751931  Tonnen
an;  1863,  bei  Aufhebung  des  Zolles  war  deren  Zahl  auf  2513  mit  593397  Tonnen
gestiegen;  im  Jahre  1885  wurde  die  Ziffer  von  4860  Schiffen  (worunter  3885  Dampfschiffe)
  mit  3  492984  Tonnen  erreicht.

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Die  Donau.

Literatur:  Wurm,  Vier  Briefe  über  die  freie  Donauschifffahrt  Leipzig  1855.
—  Die  Donauschifffahrtsfrage  in  ihrer  Entwickelung  von  dem  Wiener  Congresse
bis  zum  Abschlusse  der  Donauschifffahrtsacte  vom  7.  November  1857  Stuttgart
  1858.  —  Drei  Oesterreichische  Denkschriften.  Leipzig  1858.  —  Mémoire
sur  la  liberté  du  Danube  et  sur  ’acte  de  navigation  du  7  Novembre  1857.
Paris  1858.  —  Wurm,  Fünf  Briefe  über  die  Freiheit  der  Flußschifffahrt  und