428  Die  rechtlichen  Grundlagen  für  den  internationalen  Verkehr  zur  See.

10)  Die  bei  Martens  (Bölkerrecht),  II.  Band,  S.  254,  gegebene  Uebersetzung
  des  Conventionsprojects  ist  in  einigen  wichtigen  Punkten  ungenon.  —
Bezlüglich  des  älteren  Standes  der  Frage  s.  das  Memorandum  Lesseps'’  im
Staatsarchiv,  B.  32  (1877),  S.  278  f.

11)  T.  J.  Lawrence:  The  Suer  Canal  in  International  Law.  (La
Magazine  1884  Febrnar.)  S.  hierzu  die  Ausführungen  Leydet's  im  Bulletin  der
Pariser  Société  de  législation  comparée.  T.  XIII,  p.  659—662.

12)  Ein  dieser  Frage  gewidmeter  lehrreicher  Briefwechsel  zwischen  Fr.  v.
Martens  und  T.  Twiß,  sowie  die  der  Materie  gewidmeten  Arbeiten  des  Institut
  de  droit  international  s.  in  bessen  Annuaires  T.  III  und  IV,  p.  328  fj
Fauchille  a.  a.  O.,  S.  183  f.  Phillimore  I,  §  99  A,  mit  der  für  eine  künftige
  conventionelle  Regelung  der  Frage  lehrreichen  Wendung:  „.  ..  it  was  implied
  that,  once  in  the  Canal,  all  ships  would  be  in  neutral  waters,  but  it
was  not  denied  that  either  belligerent  might  prevent  the  other  from  entering
this  neutral  spot  by  combat  in  the  open  sea  constituting  the  approachto  the
canal.“  Erwägt  man,  daß  Cypern  vom  Norden,  Aden  vom  Süden  aus  —  beide
Puncte  in  Englands  Macht  stehend  —  jene  Zugänge  zum  Canal  vollständig  beherr.
schen,  so  wird  es  klar,  warum  jene  Befriedung  des  Suezcanals  nur  solange  auf
praktischen  Werth  Anspruch  machen  kann,  als  eben  England  nicht  als  kriegführender
  Theil  im  Sinne  der  oben  citirten  in  Berathung  gezogenen  Convention
auftritt.

18)  Marine-Verordnungsblatt  1877.  S.  153  f.,  s.  auch  die  BVerordnung  des
Deutschen  Bundesrathes  vom  15.  April  1879  im  Centralblatt  des  Deutschen
Reiches,  S.  288.

8  86.

Die  Competenz  des  Uferstaates  zur  rechtlichen  Beherrschung
der  in  seinen  Eigengewässern  befindlichen  fremden  Schiffe.

Literatur  und  Verweisungen:  Handb.  J,  6.  Kap.  II.  9  und  10.  III.  18.  Stück.
Heffter,  §  79.  —  Attlmayr,  Elemente  des  intern.  Seerechts  I.,  S.  6  f.
Bluntschli,  §  360  ff.  —  Laband,  Reichsstaatsrecht  I,  105  f.,  II,  83  f.—
Schraut,  System  der  Handelsverträge.  —  Zorn,  Reichsstaatsrecht,  II,
8  40.  —  Asser  (Cohn),  Das  internationale  Privatrecht,  S.  119—130.  —.
Carnazza-Amari,  Droit  intern.  trad.  par  Montanari-Rervest,
II,  88  23  f.  —  Lorimer,  Inustitutes  of  the  Law  of  Nations,  I,  Chap.  4.
—  Reddie,  Historical  view  of  the  law  of  commerce.

A.  Im  Allgemeinen.

I.  Unterwerfung  des  fremden  Schifffahrtsverkehrs  unter  die
Herrschaft  der  wirthschaftlichen  und  polizeilichen  Vorschriften
des  Uferstaates.

Die  physische  Lage  der  Hafenplätze  innerhalb  der  Küstenlinie  des
modernen,  vom  Territorialitätsprinzip  beherrschten  Staates  müßte  an
sich  genügen,  um  jeden  Zweifel  daran  zu  bannen,  daß  die  innerhalb  der
Hafengrenze  eintretenden  fremden  Schiffe,  Schiffer  und  Güter  —  bei