Die  sachliche  und  räumliche  Competenz  des  Uferstaates.  479

Kriegsschiffen  aller  Nationen  geschlossen.  Die  zwischen  dem  See  und  dem  Ufer  auf
montenegrinischem  Gebiet  gelegenen  Fortificationen  mücssen  geschleift  und  es  dürfen
in  dieser  Zone  keine  neuen  errichtet  werden.  Die  Hafen-  und  Gesundheitspolizei
sowohl  in  Antivari  als  längs  der  Küste  von  Montenegro  wird  durch  Oesterreich-Ungarn
  vermittelst  leichter  Küstenwachtschiffe  ausgeübt.  Montenegro  nimmt  die
für  Dalmatien  geltenden  Seegesetze  an.  Seinerseits  verpflichtet  sich  Oesterreich-Ungarn,
  der  montenegrinischen  Handelsflagge  seinen  Consularschutz  zu  Theil  werden
zu  lassen“.

)  Bynkershoek,  De  dominio  maris,  c.  2:  „Existimem  itaque  eo  usque
Possessionem  maris  proximi  videri  porrigendum,  quousque  continenti  potest
haberi  subditum.  Unde  dominium  maris  proximi  non  ultra  concedimus
quam  e  terra  illi  imperari  potest  et  tamen  eo  usque;  nulla  siquidem  sit
ratio,  guum  mare,  ducd  in  alicuins  imperio  est  et  potestate,  minus  einsdem.
esse  dicamus  quam  fossam  in  eius  territorio.  —  Quare  omnium  videtur  rectius,
  eo  potestatem  terrae  extendi,  ducusque  tormenta  exploduntur,
eatenus  quippe  cum  imperare  tum  possidere  videmur.  .  ..  Loquor  autem
de  his  temporibus,  quibus  illis  machinis  utimur;  alioquin  generaliter  dicendum
  esset:  potestatem  terrae  finiri  ubi  finitur  armorum  vis:  etenim
haec,  ut  diximus  possessionem  tuetur.“

5)  Ueber  die  Geschichte  des  Institutes  s.  Azuni,  B.  I.  S.  248  ff.

5)  Der  Knoten  oder  die  Seemeile  wird  verschiedentlich  von  6075  bis
6125  Fuß  gerechnet.  Nach  Vorschriften  der  Britischen  Admiralität  beträgt  die
Seemeile  eine  Minute  eines  Längengrades  am  Aequator  oder  1,855  Meter.  Nach
Perels  ist  eine  marine  league  (lieue,  marine  legua)  —  5555⅝  Meter  oder
2,999  Seemeilen.  A.  a.  O.  S.  29,  Note.

7)  Die  strafrechtliche  Sanction  des  hier  aufgestellten  Verbotes  für  fremde
Fischer  ist  gegeben  im  §  296  a  des  Deutschen  Strafgesetzbuches:  „Ausländer,  welche
in  Deutschen  Küstengewässern  unbefugt  fischen,  werden  mit  Geldstrafe  bis  zu  sechs.
hundert  Mark  oder  mit  Gefängniß  bis  zu  sechs  Monaten  bestraft.  Neben  der
Geld  oder  Gefängnißstrafe  ist  auf  Einziehung  der  Fanggeräthe,  welche  der  Thäter
bei  dem  unbefugten  Fischen  bei  sich  geführt  hat,  ingleichen  der  in  dem  Fahrzeuge
enthaltenen  Fische  zu  erkennen,  ohne  Unterschied,  ob  die  Fanggeräthe  und  Fische
dem  Berurtheilten  gehören  oder  nicht.“  Der  allgemeine  Ausdruck  „Küstengewässer“
in  diesem  Paragraph  hat  durch  die  Convention  von  1882  bestimmte  räumliche  Abgrenzung
  für  die  Deutschen  Küsten  an  der  Nordsee  gefunden.  Fraglich  bleibt
aber  nun,  ob  der  Drei.  Seemeilengürtel  oder  Kanonenschußweite  die  Grenze  der
Küstengewässer  in  den  Ostseegebieten  markirt.  —  Aeltere  Judicate  gehen  von  der
letztern  Annahme  aus.  S.  Goltdammers  Archiv,  Bd.  15,  S.  77  ff.

8)  S.  das  entsprechende  Actenmaterial  bei  Martens,  N.  R.  G.  2.  seric,
tome  VIII.  p.  540  sa.

5  S.  Traités  et  conventions  (Martens-Cussy)  2.  serie,  ed.  Geffeken
T.  I.  p.  1  sq.  Weiteres  Material  s.  bei  Bulmerincq,  S.  270.

1))  I.  S.  275.  Die  sogenannten  Hovering  Acts  9.  Geo.  III.  c.  35  und
24  0  III.  c.  47;  The  customs  Consolidation  Act  (1876)  39  und  40  Vict.
C.  36.  gas.

11)  S.  Maurice  Block.  Dictionnaire  ad  v.  Cöte.

2))  Es  ist  daher  entschieden  unrichtig,  wenn  Travers  Twiß,  anknüpfend  an

die  Rechtsverhältnisse  des  Suez-Canals,  die  Seegrenze  der  marine  league  bezeichnet
  als  „Ia  definition  des  eaux  territoriales  dans  tous  les  traités  maritimes.“
  Revue  de  droit  intern.  T.  XVII.  p.  624.