Conventionelle  Rechtsverhältnisse  auf  hoher  See.  507

Die  Berfolgung  der  Vergehen  und  Uebertretungen  soll  in  allen
Staaten  ex  ofücio  betrieben  werden;  die  vertragschließenden  Mächte
verpflichteten  sich  zu  dem  Behufe,  ihren  gesetzgebenden  Körperschaften
diejenigen  Maßnahmen  vorzuschlagen,  welche  erforderlich  sind,  um  den
Vorschriften  des  Vertrages  die  strafrechtliche  Sanction  zu  sichern.“)
Endlich  schreibt  die  Convention  vor  (Art.  34—36),  daß,  wenn  Fischer
des  einen  Vertragsstaates  gegen  Fischer  einer  andern  Nationalität  Thätlichkeiten
  oder  absichtliche  Beschädigungen  verübt  haben,  so  sollen  ebenso,
wie  in  Ansehung  aller  anderen  im  Bertrage  vorgesehenen  Vergehen  und  Uebertretungen
  die  Gerichte  desjenigen  Landes  zuständig  sein,  welchem  das
Fahrzeug  des  delinquirenden  Theils  angehört.

3.  Weiter  reichende  Bedentung  kommt  der  seit  Kurzem  in  Anregung
gebrachten  Frage  zu  über  conventionelle  Maßregeln  gegen  die  Verletzung
submariner  Kabel  auf  hoher  See.  Das  Institut  de  droit  international
suchte  in  seiner  Sitzung  vom  Jahre  1879  der  vertragsrechtlichen
Regelung  des  internationalen  Schutzes  dieser  wichtigen  Verkehrshülfsmittel
eine  bestimmte  Richtung  durch  die  nachfolgenden  Beschlüsse  zu  geben:

I.  I  serait  très-utile  que  les  divers  Etats  s'entendissent  pour
déclarer  due  la  déstruction  ou  la  détérioration  des  cäbles
sous-marins  en  pleine  mer  est  un  délit  du  droit  des  gens,
pour  déterminer  d'une  manière  precise  le  caractère  délictueux
des  faits  et  les  peines  applicables:  sur  ce  dernier  point  on
atteindrait  le  degré  Tuniformité  compatible  avec  la  diversité
des  Llégislations  criminelles.

Le  droit  de  saisir  les  individus  coupables,  ou  présumés
tels,  pourrait  ötre  donné  aux  navires  d’Etat  de  toutes  les
nations,  dans  les  conditions  réglées  par  les  traitées,  mais  le
droit  de  les  juger  devrait  étre  réservé  aux  tribunaux  nationaux
du  navire  Capturé.

II.  Le  CSble  télégraphique  sous-marin  qui  unit  deux  territoires
est  inviolable.  I  est  à  désirer,  quand  les  communications
télégraphiques  doivent  cesser  par  suite  de  l'état  de  guerre,
que  l'on  se  borne  aux  mesures  strictement  nécessaires  pour
eempöcher  l’usage  du  chble,  et  dqu’il  soit  mis  fin  à  ces  mesures,
ou  due  I’on  en  répare  les  conséquences,  aussitbt  que  le  permettra
  la  cessation  des  hostilités.146)

Einen  von  den  vorstehenden  Beschlüssen  allerdings  gründlich  abweichenden,
  legislativen  Abschluß  haben  die  einzielenden  Bestrebungen  gefunden
  in  der  zwischen  26  Staaten  abgeschlossenen  Pariser  Convention
Concernant  la  protection  des  chbles  sous-marins  vom  14.  März  1884,
welche  als  das  Ergebniß  der  zu  Paris  in  den  Jahren  1882  und  1883
abgehaltenen  internationalen  Conferenzen,  die  Rechtsverhältnisse  der  unterseeischen
  Kabel  in  umfassender  und  umsichtiger  Weise  regelt.  Die  den
Controlvorschriften  der  Haager  Fischereiconvention  sich  eng  anschließenden,
den  Grundsatz  der  nationalen  Jurisdiction  festhaltenden  Borschriften