520  Das  offene  Meer.

g  98.

Die  staatlichen  und  internationalen  Controlmittel  zur
Ermittelung  und  Fixirung  der  das  Schiff  betreffenden
Rechtsverhältnisse.

Literatur  und  Verweisungen:  Landbuch,  II,  §  43  u.  ff.  —  Bulme-.
rincq,  Völkerrecht,  S.  266/67.  —  Lewis,  Deutsches  Seerecht,  2.  Aufl.,
Band  I.,  Theil  1.  —  Mewes  bei  P.  Bezold,  Gesetzgebung  des  Deutschen
Reiches,  Theil  III,  Bd.  I,  S.  417.  —  Attlmayer,  I.,  S.  13  u.  ff.  —
Mayrhofer,  Handbuch  für  den  pol.  Verwaltungsdienst,  Band  III.,  S.  275
u.  ff  —  Ch.  Lyon  Caen,  Etudes  de  droit  international  privé  maritime,
F.  3  sons.  —  Plocque,  Législation  des  enux  et  de  la  navigation,  L
p.  44.  —  Calvo,  Le  droit  international,  II.,  p.  101.  —  Lyon  Casen
et  L.  Renault,  Précis  de  droit  commercial,  Tome  I.,  p.  17.  —  Wendt.
a.  a.  O.  p.  43.  —  Dudley-  Field.  a.  a.  O.  p.  147.  —  Abbot,  A
Digest  of  deeisions  ol  the  various  courts  within  the  United  States
e.  Serie,  vol.  XI.,  Boston  1876.  —  Aube,  Un  nouveau  droit  maritime
internationnl.  —  Bancroft-Davis,  Les  trihunaux  de  prises  des
Etats-Unis.

—  —„  —  —  ——

Angesichts  der  Entwicklung,  welche  das  internationale  Verwaltungsrecht
  genommen  hat,  kann  im  Sinne  des  Vorausgeschickten  und  der
richtigeren  Einsicht  in  die  juristische  Natur  der  „Meeresfreiheit“  an
dieser  Stelle  nunmehr  die  Consequenz  gezogen  werden,  daß  diese  Freiheit
auch  keineswegs  den  völlig  uncontrolirten  Zugang  des  Einzelnen  zum  Serverkehr
  zu  ihrem  praktischen  und  juristischen  Inhalt  habe,  sondern  daß
sie  vielmehr  nur  den  freien  Zutritt  der  Staaten  und  der  Angehörigen
  staatlich  organisirter  Völker  unter  Ausschluß  der  außerhalb
eines  jeden  staatlichen  Verbandes  stehenden  Individuen  begründe.:)

Kann  die  Einsicht  als  Resultat  der  geschichtlichen  Betrachtung  des
Rechts  gelten,  daß  es  gegen  die  Bestimmung  des  Menschen  sei,  außer
der  Gesellschaft  zu  leben,  und  daß  Derjenige,  welcher  solches  versuchen
wollte,  von  Jedermann  gefürchtet  werden  müßte,  weil  kein  Gesetz,  keine
positive  wirksame  Autorität  ihn  in  seinem  Verfahren  und  Betragen
gegen  Andere  bindet,  so  kann  diese  Erwägung  um  so  mehr  auf  praktische
Geltung  Anspruch  erheben,  wenn  es  sich  um  Schiffe  auf  hoher  See  handelt.

Nach  den  Grundsätzen  des  Völkerrechts  ist  daher  für  jedes  Schiff,
welches  Seehandel  betreiben  will,  die  Zugehörigkeit  zu  einem  bestimmten
Staatswesen  die  nothwendige  Voraussetzung  seiner  rechtlichen
Existenz,  seiner  juristischen  „Person“".  In  diesem  Sinne  sagen  Lyon-Caen
  und  L.  Renault  mit  gutem  Grunde:  „En  droit,  la  navire  est
un  bien,  mais  un  bien  qui,  à  des  points  de  vue  divers,  est  régi  par
des  principes  tont  spéciaus.  Sous  certains  rapports,  les  navires  sont
en  qduelque  sorte  traités  comme  des  personnes:  is  ont  une  nationalité;
  üs  ont  un  nom,  une  sorte  de  domicile  designé  sous  le