3.  Leissız,  Errichtung  einer  Societät  in  Deutschland.  17

reits  bestellten  Actien  zu  erhandeln,  mit  Leuten  und  Herren,  so  Lust  und  Ruhe
suchen,  in  Amodiationes  und  Leibgedinge  zu  treten,  die  aufgenommenen  Gelder
höher  als  umb's  Interesse  zu  nuzen,  die  Juden  in  Zwang  und  Devotion  zu  haben,
auf  alle  Vortheil  der  Ausländer  und  Vaganten,  auch  Einheimische,  so  zu  Schaden
handeln,  und  Arbeiten  Achtung  zu  geben,  von  alleın,  was  Handel  und  Wandel
betrifft,  genaue  Relationes  und  Überschläge  zu  formiren,  sonderlich  Münzsachen
zu  untersuchen,  allerhand  Policeyordnungen  zusammenzubringen  und  zu  Nuz  zu
machen.  auf  den  Handel  zur  See  ein  wachendes  Auge  zu  halten,  bey  den  Hansestädten
  sich  einzurichten,  zu  deren  Wiederbringung  zu  cooperiren,  Privilegia  im
Lande  auf  alles,  die  ausländische  auszuschliefsen  und  doch  nichts  theurer  zu  geben,
Privilegia  aufser  Landes  auf  alle  Handlung  und  Manufacturen,  so  neu  und  zuvor
daselbst  nicht  gethan  noch  getrieben  worden,  zu  erhalten,  und  also  zu  richten,
dafs  man  alles  wohlfeiler  als  andere  gebe,  und  dergestalt  auch  ohne  Privilegia  sie
ausschliefsen  könne  (weil  alle  Manufacturen  der  wohlfeilen  Kost  wegen,  wenn
nur  Anstalt  da  wäre,  in  Deutschland  wohlfeil,  mehr  als  in  Holland  zu  machen),
und  also  durch  einen  stets  werenden  Circulum  den  Fundum  zu  conserviren  und
zu  verinehren,  auch  alle  obgeschriebene  Gott  gefällige,  dem  Vaterland  nüzliche,
den  Fundatoren  rühınliche  Vorhaben  immer  fort  und  fort  zu  treiben.

$  25.  Diels  sind  rechte  beständige,  ja  continuirliche  Alınosen,  so  ohne  Ende
wachsen,  sich  selber  mehren  und  viel  tausend  Menschen  nuzen  können,  so  nullis
limitibus  circumscribirt  seyn,  so  nicht  wie  andere  Fundationes,  da  das  Interesse
der  Geniefsenden  und  Directoren  mit  der  Fundation  Bestand,  Aufnehmen  oder  doch
Zweck  nicht  allemahl  verbunden,  Mifsbräuchen  unterworffen,  so  nicht  leicht  durch
Krieg  sterben  und  andere  Landplagen  zu  ruiniren,  so  zur  höchsten  Ehre  Gottes
und  lauter  realen  Dingen  gerichtet,  so  applausum  universaleın,  ja  Fautores  und  Befürderer,
  so  ewige  Benediction  und  Danck  der  Nachkominen,  die  deren  noch  vielleicht
  über  lange  Zeit  genielsen  können,  nach  sich  ziehen;  dazu  Gott  viele  schöne
Conjuncturen  verliehen,  welche  zu  versäumen  unverantwortlich  seyn  dürffte;  so
Gott  verhoffentlich  segnen,  ja  wohl  umb  was  pie  angefangen  auszuführen,  mit
Gesundheit  und  Lebenserlängerung  und  endlich,  welches  aller  V'erständigen  höchster
Wunsch,  mit  ewiger  Glückseeligkeit  der  unsterblichen  Seele  belohnen  und  des
Gebeths,  Seegens  und  Zeugnüsses  so  vieler  Seelen,  die  dadurch  aus  Elend  und
Verderben  gerifsen  und  am  letzten  Belolinungstage  auftreten  können,  genielsen  lalsen
wird.  Schlielse  derowegen  diesen  Punct,  dafs  wer  Macht  hat,  etwas  bey  solcheın
Werck  zu  thun,  umb  der  Ehre  Gottes  und  seines  Gewissens,  sowol  als  unsterblichen
Ruluns.  ja  eigenen  Nuzens  willen,  Reflexion  darauf  zu  ınachen  nicht  unterlafsen  solle.

Sed  ante  omnia  efficiendumn  est,  ut  coneiliati  sint  cum  Fcclesia  Romana
ones  protestantes  hujus  societatis,  salteın  ut  Graeci  conciliati  Romae  et  Venetiis.
In  eam  rem  poterunt  aliquae  pacificationis  leges  iniri,  tales:  ı.  Evangelicos  Reformatosque
  hujus  societatis  pontifex  non  excommunicet,  aut  pro  excommunicatis
habeat,  eosque  expresse  excipiat  ex  Bulla  Coenae  2.  Evangelici  Reforinatique
hujus  societatis  non  teneantur  in  aliquo  loco  Deo  cultum  exhibere,  ideo  quia  ibi
imago  est,  ita  ut  alias  non  sint  aeıme  facturi.  3.  lidem  non  teneantur  sanctos  invocare.
  4.  Non  teneantur  ad  professioneın  aliam  fidei,  quam  Laici  apud  Roinanocatholicos,
  qui  contenti  sunt  symbolo  Apostolico.  Et  ita  professio  fidei  praescripta
a  Pio  IV.  etiaım  ad  eos  non  pertineat,  qui  inter  Evangelicos  reconeiliatos  sunt
clerici  docentque  alios.  Multo  minus  vero  teneantur  ad  professionem  Coneilii  Tridentini,.
  ad  quam  nec  docti  omnes  inter  Romano  -catholicos  tenentur.  Nihil  igitur
ınntabit  quoad  fidem  Evangelicus  conciliatus,  sed  quoad  mores  vel  agenda.  Nam
5.  teneatur  omnibus  contumeliis  in  Romano-catholicos  abstinere,  non  quod  mutuae
refutationes  sunt  prohibitae,  sed  ut  omnia  verba  acria,  quaeque  adversario  non
solum  errorem  sed  et  nequitatem  vel  negligentiamn  vel  inseitiaın  tribuunt,  reinove-Geschichte

  der  Akademie.  II.  2