26  5.  Leiesiz,  Consultatio  de  instituenda  Societate  Germana.

kein  reicher  Man  sey,  der  nicht  an  sich  oder  den  Seinigen  dergleichen  mehr,  als
iın  lieb,  erfahren,  und  dennoch  sind  wir  so  blind,  oder  so  irresolut.  dafs  wir
dieses  Joch  abzuschütteln  das  Herz  nicht  haben,  gleichwie  ein  Pferd,  so  seine  Stercke
nicht  weis,  den  Reuter  abzuwerffen.

25.  Wie  närrisch  auch  und  paradox  der  Chinesen  Reglement  in  re  medica
scheinet,  so  ists  doch  weit  befser  als  das  unsrige.

[Hier  bricht  der  Aufsatz  ab;  aber  es  folgt  ein  abgerissenes  Stück,  welches  Boneuaxs,
Die  Leisexız-Handschriften  der  K.  öffentl.  Bibliothek  zu  Hannover  (1895)  S.  220  zuerst  veröffentlicht
  hat;  es  lautet  also]:

»...Societät...  ist  Gott  gefällig,  massen  sie  in  sich  hält:  Causam  piissimam.
Allg.  Nutzen.  Entdeckung  der  Wunder  der  Natur  und  Kunst  als  so  viele  Spiexel
der  Ehre  Gottes,  deren  jedes  höher  als  ler  kostbarste  Diamant  zu  achten.  Verbesserung
  der  Medicin,  durch  deren  Mängel  so  viel  theils  unverimeidliche,  theils  unvorsichtige,
  theils  muthwillige,  aus  Obstination,  Ehrsucht,  auch  wohl  Geldgier  und
Passionen  herrührende  Todtschläge  und  Verwarlosungen  begangen  und,  wenn  man
recht  davon  reden  will,  Blutschulden  aufgeladen  werden.  Denn  ohne  Societät  und
Anstalt,  wenn  gleich  ein  noch  so  grofses  Liecht  in  der  Natur  angezündet  würde,
die  Practici  doch  bey  der  alten  Leyer  des  methodi  medendi  vel  occidendi  bleiben
werden;  curiren  noch  meistentlieils  wie  vor  erfundener  Circulation,  thun  und  reden
bey  den  einfältigen  Patienten  wider  besseres  Wissen,  als  ob  die  Digestion  und
Nutrition  im  Magen  durch  Kochung  wie  eines  Topfs  am  Feuer  zugehe;  so  gar,  dafs
Niemand  seiner  Gesundheit  wegen  übeler  dran  ist,  als  die  grofsen  Herrn,  so  ihrer
am  meisten  besolden  können.  Und  dahelhr  höchlich  zu  verwundern,  dafs  sie  die
Menschen  und  sich  selbst  von  solcher  Selaverey  zu  erlösen  nicht  bemühen.  Dies
kann  nicht  anders  als  durch  eine  Societät  geschehen:  die  hat  nun  ferner  in  sich:
Eleemosynas  perpetuas  semper  erescentes,  Mittel,  Armen  Verlag  und  Arbeit  zu
schaflen,  sie  also  vom  Bettelstab,  Seelenverderb«......

&gt;.
(Vergl.  Geschichte  der  Akademie  S.  31).
Leinsız,  Consultatio  de  naturae  cognitione  ad  vitae  usus  promovenda
instituendayqueineamrem  Societate  Germana,  quaescientiasartesyue
maxime  utiles  vitae  nostra  lingua  describat  patriaeque  honorem  vindicet
  (1676).
[Krorr,  Die  Werke  von  Leiesiz.  3.  Bd.  S.  312  IT.].

Autor  hujus  consultationis  magno  semper  aniıni  ardore  prosecutus  est,  quaeennque
  ad  dei  gloriam  et  publicam  utilitateım  conferre  possunt;  eamque  professionem
suaın  sinceram  esse,  nullo  alio  magis  argumento  statim  in  ipso  limine  ostendere
se  posse  putavit,  qnam  si  nomen  sun  supprimeret,  ut  neque  gloriam  inanem,
neque  privatam  utilitatem  quaerere  eum  constare  possit.  (Juin  imo  perseverabit
in  hoc  celandi  sui  consilio.  amicoque  viro  optimo  ac  doctissimo  votorum  suorum
interprete  utetur.  donee  re  procedente  successus  ipse  ab  omni  vanitatis  aut  captationis
  eum  suspieione  absolvat.

Porro  ut  Consultationem  hane  emitteret,  impnlsus  est  tum  proprio  zelo,  tum
voluntate  virorum  magnorum,  quibus  non  tantum  animus  est,  sed  et  facultas  hacc
studia  (et  patriae  linguae  cultum)  etiam  ultra  verba  juvandi.  Cum  enim  non  ignorent,
ad  corpus  aliquod  Physicae  verae  aliquando  confieiendum  experimentis  et  seribendi
edendique  operis,  id  est  sumtibus,  opus  esse,  profeeto  nihil  in  se  patientur  desiderari,
modo  spem  esse  videant.  posse  praeclari  aliquid  effiei,  eujus  non  posteri  demum,
sed  et  nos  ipsi  intra  paucos  annos  fruetum  aliquem  Deo  favente  pereipiamns.