50  17.  D.  E.  Jasroxskı,  Brief  an  Leisnız  (5.  März  1698).

aber  die  Erklärung,  dafs  I.  Chl.  Dhl.  zwar  der  Sache  gutten  Erfolg  wünscheten,
bey  itziger  Zeit  aber  für  Dero  hohe  Persohn  gut  finden,  derselben  sich  nicht  anzunehmen.
  Drauf  machte  ich  die  Sache  bei  dem  ReichsHoffRath  Hn.v.  Dankelmann
  als  damahligem  Directore  der  newangelegten  Academie,  und  durch  selbten
bey  dessen  Hren  Vater,  dem  Hrn  ÖOberPraesidenten  anhängig,  da  selbige  gutten
Ingrefs  funden,  und  vermuthlich  zum  erwünschten  Zweck  hätte  kommen  mögen,
wann  nicht  die  unverhoffte  Revolution  hiesiges  Hoffes  dazwischen  kommen  wäre,
welche  alle  gutte  Hoffnung  desfalls  völlig  niederschlug,  in  Betrachtung  die  newen
Directores  der  Financen  fürnehmlich  auf  die  Menage,  und  wie  die  Churfl.  Einkünffte
  etwa  zu  vermehren  und  zu  besparen,  schienen  bedacht  zu  sein.  Doch
wuchs  nir  hinwieder  der  Muth,  da  I.  Chl.  Dhl.,  als  die  Ehre  hatte,  Dero  das  newe
Jahr  zu  wünschen,  von  selbsten  nach  dein  Observatorio  fragten,  und  vermeldeten
mein  hochgeehrter  Herr  habe  bereits  sein  Vergnügen  über  das  anzulegende  Observatorium
  bezeuget,  auch  versprochen  anhero  zu  koınmen,  und  es  in  Augenschein
zu  nehmen;  wiewohl  Ihro  Cil.  Dhl.  darauf  geandtwordtet,  es  sey  damit  noch  so
weit  nicht  kommen,  mir  auch  mithin  gdst  befahlen,  in  besagter  Sorge  fortzufahren.
Weil  nun  der  OberKammerherr  Freyherr  v.  Kolbe  eben  zum  Protectore  der  newen
Academie  ernennet  worden.  trug  selbtem  die  Sache  vor,  überlieferte  das  ehmahlige
Project.  dergleichen  auch  bey  dem  new-berufenen  Leib-medico  Hren  Albino,  als
einem  besondern  Mathematico,  und  der  offt  Gelegenheit  hat  Se.  Cfl.  Dhl.  und  des
ÖberKammerherrn  Excell.  zu  sprechen,  gethan:  es  ist  aber  hierauf  weiter  kein
Bescheid  erfolget.  Weil  nun  billiches  Bedenken  tragen  muste,  in  eine  Sache,  welche
so  gar  aufser  meiner  theologischen  Sphaere  zu  sein  sohiene,  mich  weiter  zu  meliren,
  beschlofs.  selbige  hinfort  gäntzlich  bey  Seit  zu  legen:  bis  newlichst  die  Ehre
hatte  Ihro  Cfl.  Dhl.  untertgst  aufzuwarten.  da  selbte  wiederumb  auf  das  Observatorium
fielen.  dabey  mich  fragten,  ob  meinem  hochgeehrten  Herren  bekandt  sei,  und  auf
Verneinen,  ‚gdst  befahlen,  mit  selbtem  in  Correspondence  mich  einzulassen,  Ihro
Cl.  Dil.  wolten  selbst  für  der  Briefe  Bestellung  Sorge  tragen,  nur  es  müste  in
einer  Sprache  sein,  welche  selbte  nicht  hinderte,  an  diesem  Briefwechsel  Theil  zu
haben.  Dieser  gdste  Befehl  und  höchstverbindendes  Anerbieten  der  gütigsten  und
klügesten  Fürstin  unsrer  Zeit,  gibt  mir  gegenwartige  Kühnheit,  und  wird  auch,
wie  ich  hoffe.  selbige  entschuldigen.  Vnd  weil  in  der  französischen  Sprache  ınir
nicht  gnugsam  trawen  kan,  habe  die  deütsche  erwehlet;  meinen  hochgeehrten
Herren  zu  beliebigen  Gefallen  anheiinstellende,  ob  (wenn  ich  das  Gluk  haben  solte
mit  einer  gütigen  Andtwordt  beehret  zu  werden)  selbiger  eben  derselben,  oder  der
frantzösischen,  deren  1.  Cl.  Dhl.  sich  gemeinsamer  zu  gebrauchen  pflegen,  sich  bedienen
  wolle.  Wann  mein  hochgeehrter  Herr  so  viel  Complaisance  gegen  Ihro
Cl.  Dhl.  zu  bezeugen  beliebet,  als  selbte  Hochachtung  gegen  meinen  hochgeehrten
Herren  haben,  zweifle  nicht,  selbter  werde  denen  andern  wichtigen  Affairen  einige
Minuten  abbrechen,  diese  wissens-gierige  Fürstin  mit  einem  paar  Zeilen  zu  vergnügen.
  Vielleicht  wird  noch  eben  denselben  das  Publicum  die  Vortleile  eines
Observatorij  zu  danken  haben  (denn  ein  Clericus  kan  diese  Sache  nicht  durchtreiben:
  hohe  Politicos  aber  finde  gegenwärtig  nicht,  die  derselben  nachdrücklich
favorisireten;  wo  nicht  der  Churfürstin  Dhl.  selbst  derselben  sich  annehmen):  ich
allvege,  werde  glüklich  sein,  Gelegenheit  gewonnen  zu  haben  meine  schuldigste
Öbservantz  gegen  meinen  hochgeehrten  Herren  zu  bezeugen,  und  demselben  unwürdig
  mich  bekandt  zu  machen,  umb  von  denen  grolsen  Talenten  welche  Gott
selbtem  anvertrawet  hat,  nach  ıneiner  kleinen  Maafs  auch  in  etwas  zu  profitiren.

Jedoch  in  dem  der  sichtbahre  Himmel  mir  Gelegenheit  gibt  meinen  hochgeehrten
  Herren  zu  behelligen,  werde  derselben  mich  gebrauchen.  eine  Sache,
welehe  den  unsichtbaren  Himmel  und  den  darinn  herrschenden  grofsen  Gott  anschet.
  mit-zu  berühren.  Ich  habe  allwege  in  meinem  hochgechrte  Herren,  nebst