24.  D.  E.  Jasronskı,  Kürzere  Form  des  Societäts-  Vorschlags  (März  1700).  65

Scientiarum  absque  salariis  seyn  könten,  so  würde  dieses  Werck  endlich  mit  andern
de  gloria  und  um  den  Vorzug  lectiren  können.

Die  eigentliche  Einrichtung  des  Calenderverlags  wird  man  schon  der  Gestalt
fassen,  dals  sie  das  Publicum  nicht  beschwere,  den  Buchbindern  ihre  Nahrung
und  von  dem  Verkauff  der  Calender  gehabten  Gewinn  nicht  schmählern  und
dennoch  ob  gedachten  Profit  eintrage,  wovon  man  hiernächst  das  Project  auch
communiciren  wird.

Es  müste  aber  von  allen  Dingen,  damit  andere  das  Werck  nicht  hindern  und
S.  Churfürstl.  Durchl.  zuvorkommen,  auch  der  Calender  auf  künfftiges  ı701*°  Jalır
von  dem  Churfürstl.  Astronomo  bey  Zeiten  verfertiget  und  herausgegeben  werden
könne,  eine  baldige  Resolution  zum  wenigstens

1.  wegen  Engagirung  des  Hrn.  Kirchen,

2.  wegen  Publicirung  des  Edicti  genommen  werden,  damit  die  Buch[binder]  sich
nicht  mit  andern  Calendern  providiren  als  den  Schaden  leiden,  sonderl.  aber,  damit
Hr.  Kirch,  als  der  eintzige  rechtschaffene  Astronomus  in  gantz  Deutschland,  nicht
von  einem  andern  Potentaten  engagiret  werde  und  uns  entgehe.  Denn  dieser  Mann
muls,  wie  oben  gedacht,  das  gantze  Werck  mit  seiner  Arbeit  unterhalten  und,
weil  er  alt,  bey  Zeiten  angenommen  werden,  damit  er  junge  Leute  unverzüglich
der  Gestalt  anführen  möge,  dafs  sie  nach  seinem  Abgang  die  Arbeit  zu  continuiren
und  was  Rechtschaffenes  zu  praestiren  gewachsen  seyn  können.  Inzwischen  wird
man  auf  den  Rifs  des  Observatorii  bedacht  seyn.

Es  sind  diese  Vorschläge  so  glorieuse  vor  Sr.  Churfürstl.  Durchl.,  so  wohl
gemeint  zu  der  Ehre  Gottes,  so  nützlich  zum  Aufnehmen  der  Sciencen  und  daneben
  wegen  des  ausgefundenen  Fonds  zum  Unterhalt  so  facile,  dafs  man  nicht
zweiffelt,  es  werde  S.  Churfürstl.  Durchl.  dieselben  gnädigst  aggreiren  und  ein
oder  andern  Ministrum  in  hohen  Gnaden  benennen,  welchem  diese  Sache  init
mehreren  Umbständen  vorgestellt  und  mit  selbigein  alles  ohne  Zeitverlust  zur  Per-'fection
  gebracht  werden  könne.

24.

.(Vergl.  Geschichte  der  Akademie  S.  67.  73  f.).

D.E.Jasronskı,  Unterthänigster  Vorschlag,  welcher  Gestalt  aallhier  in

Berlin  ein  Observatorium  und  Academia  Scientiarum  ohne  Abgang  [der

Churfürstl.  Intraden  etablirtund  erhalten  werden  können  (März  1700).
[Akadeinisches  Archiv.]

Es  hat  Franckreich  und  Engelland,  ja  sogar  China  und  Siam  bisher  allein
den  Vorzug  und  Gloire  in  der  Welt,  dafs  daselbst  durch  genereuse  Munificentz
dortiger  Könige  theils  Observatoria  zu  Observirung  der  Himmelscörper  und  Verbesserung
  der  Astronomie,  theils  Academiae  Scientiarum,  theils  auch  beyderley
zusammen  etablirt  sind  und  seit  vielen  Jahren  im  höchsten  Grad  floriren.  Je  weniger
nun  andere  Potentaten  in  Ansehung  der  darzu  requirirten  grolsen  Kosten  darunter
gefulget,  je  glorieuser  würde  es  Seiner  Churfürstl.  zu  Brandenburg  seyn,  wan
Selbige  dergleichen  Etablissement,  so  bishero  in  unserm  Teutschland  von  keinem
Kayser,  weniger  Churfürsten,  unternommen  worden,  in  dero  Residentz  auffzurichten,
in  hohen  Gnaden  geruhen  wolten.

Und  weiln  ı.  ausser  dero  darunter  versirenden  Gloire,  2.  dieses  schöne  Werck
zu  einem  grossen  Nutzen  des  Landes  und  Wissenschafften,  auch  Auffmunterung  der
Ingeniorum  dienen  würde,  daneben  auch  3.  also  gefasset  werden  kan,  dals  es
durch  einen  ausgefundenen  sichern  und  perpetuirlichen  Fonds  ohne  allen  Abgang

Geschichte  der  Akademie.  II.  h)