68  25.  26.  Briefe  an  D.  E.  Jasroxssı  (19.  und  12.  März  1700).

möglich  menagiren,  damit  man  einen  Fonds  zum  Calenderverlag  behalte.  Die
Verbiethung  aller  übrigen,  mehrentheils  liederlichen  und  ärgerlichen  Calender  1.  ist
billig  und  zulässig  aus  vielen  Uhrsachen,  sonderlich  weil  auch  dadurch  viel  Geld  in
fremde  Lande  gezogen  wird,  2.  das  Exempel  in  Sachsen  vorhanden;  dort  aber
profitirt  nur  ein  Buchführer,  hie  aber  die  Churfürstl.  Gloire  durch  ein  schönes
Etablissement.  3.  Wann  künfftig  im  Reich  Calendersachen  vorgehen,  wird  man
Seiner  Churfürstl.  Durchl.  Collegium  ultro  mitzuziehen  und  nicht  vorbeygehen
können,  noch  dürffen.  Weil  nun  dieses  Etablissement  so  glorieuse,  so  nützlich  und
wegen  des  Fundi  so  facil  ist,  so  wird  an  Churfürstl.  gnädigster  Approbation  nicht
gezweiflelt,  dabey  aber  unterthänigst  gebäten,  dieses  Werck  quoad  vocationem  des
Astronomi  Kirchen  und  Publication  des  Edicti  zu  beschleunigen,  damit  ı.  dieser
Mann,  welcher  durch  seine  Arbeit  das  Werck  allein  unterhalten  muls,  nicht  von
einem  andern  Potentaten  hinweggefischet  werde,  und  2.  die  Calender  bev  Zeiten
fertig  seyn  können,  ehe  sich  3.  die  Buchbinder  anderwerts  providiren  und  in  Kosten
und  Schaden  bringen.

23.

(Vergl.  Geschichte  der  Akademie  S.  76).

Brief  des  Maitre  des  Requetes  Morız  v.  Wepeı  an  den  Hofprediger
JaBLonskı  vom  19.  März  1700.
[Karrens  Sammlung  u.s.w.  S.150.]

Hochwürdiger,  hochedler  und  hochgelahrter,
hochgeehrtester  Herr  Hofprediger,  werthester  Gönner!

Sr.  Churf.  Durchl.  haben  gnädigst  resolviret,  eine  Academie  des  Sciences  und
ein  Observatorium,  wie  vorgeschlagen,  in  Berlin  zu  etabliren,  welches  in  Eyl  hiermit
melde  und  particularia  reservire,  bils  ich  die  Ehre  habe,  meinen  hochgeehrten  Herrn
Hofprediger  zu  sprechen,  der  ich  bin

Ew.  Hochehrwürden
bereitwilligster  Diener
M.v.  Wedel.
Oranienburg,  den  ı9.  März  1700,

26.

(Vergl.  Geschichte  der  Akademie  S.  77).

Leisnız,  Brief  an  den  Hofprediger  JaeLoxskı  vom  12.  März  1700.
[KArrens  Sammlung  u.s.w.  S.145f.]

...  Höre  auch  gern,  dafs  mein  Einfall  wegen  des  Calenders  Ingress  gefunden
und  Gelegenheit  gegeben,  die  ehemaligen  Gedancken  von  einer  Churfürstl.  Societät,
dadurch  grundliche  Wissenschaften  und  gemein  nützliche  Künste  zu  verbessern,
wieder  vorzunehmen.  Und  will  ich  meines  wenigen  Ortes  gern  alles  beytragen,
werde  auch  dabey  meiner  Gewohnlieit  nach  mehr  auf  Ehre  und  Ruhm  als  eine
Privat-  Angelegenheiten  sehen,  doch  ein  und  anders  dabey  in  Betrachtung  zu  ziehen
haben,  welches  aber  keine  Hinderung  bringen  wird.  Das  vornehmste  aber,  so
vorietzo  zu  erinnern  habe,  ist  dieses,  dafs  man  die  Sache  nicht  hauptsächlich  und
allein  auf  das  Observatorium  richte,  noch  an  die  Proventus  Calendarios  binde,  weil
solches  nicht  anständig  genung  scheinet.  Ich  hätte  gern  etwas  mit  der  Zeit,  davon
ein  realer  Nutz  und  nicht  blosse  Curiositäten  zu  erwarten.  Nun  wird  das  Obser-