Ai)  27.  28.  Briefe  D.  E.  Japroxskı’s  an  Leisxiız  (20.  und  23.  März  1700).

21.
(Vergl.  Geschichte  der  Akademie  S.  77).
Brief  des  Hofpredigers  Jarronskı  an  LFinxız  vom  20.  März  1700.
[Karrens  Sammlung  u.  s.  w.  S.  ı51  ff.]

Hochedler  Herr  u.  s.  w.

Meine  Verwegenheit  ein  Project  wegen  der  Societät  und  Observatori  Sr.
Churfürstl.  Durehl.  zu  Brandenburg  zu  überreichen,  unerwartet  meines  hochgeehrten
Hrn.  Geheimbden  Raths  hochweisen  Judicio  und  Erinnerung  (namque  periculum
in  mora)  ist  endlich  doch  gar  glüklich  ausgeschlagen,  weil  man  disseits  dasjenige,
so  mein  hochgeehrtester  Herr  Geheinnbter  Rath  hochgeneigt  erinnert,  so  ziemlich  observiret
  hat,  und  schwerlich  etwas,  als  die  Botanica  und  Anatomia  in  unserm  Project
ausgelassen  worden,  so  aber  daher  geschehen,  weil  allhier  seit  einiger  Zeit  ein
Collegium  Medieum  etabliret  worden.  so  zwar  noch  nichts  publice  prästiret,  jedoch
hat  man,  um  anfänglich  Collision  zu  vermeiden,  solehe  Dinge,  darauf  sie  ein  besonders
Recht  sich  zuschreiben  möchten,  vorbey  gehen  wollen.  Mit  der  Zeit  wird  es  sich
doch  von  selbsten  geben,  weil  nicht  nur  die  scientiae  connexae  seyn,  sondern  auch
wir  die  besten  Leute  aus  solchem  Collegio  an  uns  ziehen  können.

Ich  übersende  dann  hiebey  das  entworfene  Project  und  hoffe,  es  werde
meinem  hochgeehrten  Hrn.  Geheimbden  Rath  nicht  zuwider  seyn,  dafs  wir  desselben
solcher  massen  drinnen  gedacht,  zum  wenigsten  hat  unsre  schuldige  Hochachtung
gegen  desselben  vornehme  geelirte  Person  sich  nicht  anders  gewust  auszudrucken.

Nebst  diesem  grossen  Project  ist  ein  kleineres,  so  von  diesem  ein  kurtzer  Auszug
  gewesen,  beygeleget  worden,  damit  S.  Churfürstl.  Durchl.  in  einem  Augenblick
den  Grundrifs  des  gantzen  Werckes  sehen  können,  und  solten  beyde  solche  Projecte
  nebst  dazu  gehörigen  Beylagen  an  verwichener  Mittwoch  Früh  Sr.  Churfürstl.
Durchl.  überreichet  worden  seyn,  S.  Ch.  D.  aber  nahmen  des  Morgens  früh  eine
unverhoffte  Reise  nach  Oranienburg  vor,  dahin  der  Herr  von  Wedel  (welcher  die
Commifsion  der  Sache  hatte)  ihnen  folgen  muste  und  dadurch  eine  herrliche  Gelessenheit
  erhielte,  S.  Ch.  D.  in  der  favorablen  solitude,  da  sie  von  alleın  strepitu
entfernet  und  Zeit  hatten,  dergleichen  anzuhören,  unsere  Desseins  vorzustellen.
Gestern  Abend  erhielte  Beylage  von  ihn,  und  das  ist  Alles,  was  ich  von  dem
Success  annoch  weils  oder  sagen  kan.  Doch  ists  genug  vor  dem  Anfang:  und  mug
dieses  kleine  Billet  mir  eben  das  seyn,  was  dem  einen  Weg  nach  Indien  suchenden
di  Gama  dasjenige  Vorgebürge  war,  dem  er  den  Nalımen  von  der  guten  Hoffnung
bevgeleget.  So  wenig  es  aber  ist,  so  habe  ich  doch  nicht  umhin  gekonnt,  meinem
hochgeehrtesten  Herrn  Gel.  Rath  dasselbe  hiemit  dienstlich  zu  communieiren,  damit
derselbe  über  den  Anschein  einer  guten  Hofinung  zu  einem  so  grossen  und  noblen
dessein  nebst  mir  sich  erfreuen  möge.  Difsmalıl  nicht  mehrers.  Ich  empfehle
meinen  hochgeehrten  H.  G.  Ratlı  in  Gottes  gnädige  Obhut  und  verharre  in  schuldigem
Respect  u.s.w.

Berlin,  d.  20.  Mart.  1700.  D.  E.  Jablonski.

28.

(Vergl.  Geschichte  der  Akademie  8.  78).
Brief  des  Hofpredigers  Jarnoxskı  an  LEipxız  vom  23.  März  1700.
[KAarrens  Sammlung  S.  153  ff]
Hochedler  Herr  u.  s.w.
Ich  will  hoffen,  mein  bev  jüngster  Post  abxegangenes  werde  das  Glück  gehabt
haben  von  M.  h.  Herrn  Geheimbten  Rath  behändiget  zu  werden.  Was  nun  der